Jagged Little Pill - Alanis Morissette Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von alteSchwedin

Kanadisches Goldkehlchen - Teil 1

Pro:

geniale Sitmme, tolle Titel, wird nie langweilig

Kontra:

Nichts

Empfehlung:

Ja

Vorwort
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Mit diesem Bericht möchte ich eine kleine Reihe über die Alben von Alanis Morissette beginnen. Über zwei dieser insgesamt vier „großen“ Alben (hoffentlich werden es noch mehr) habe ich schon mal geschrieben. Doch das kann ich gleich zum Anlass nehmen, diese wirklich grausigen Meinungen zu erneuern. Ich werde nach der Chronologie des Erscheinens der Alben vorgehen. Hier folgt also der Bericht zu „Jagged little pill“.
Das erste Lied, das ich je von Alanis Morissette hörte, war „Ironic“. Und obwohl das schon ewig her ist, weiß ich, dass ich ganz begeistert war und es immer noch bin. Etwas später ließ ich mir dann dieses Album schenken und seitdem höre ich es immer wieder.


Die Künstlerin
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1974 wurde Alanis Morissette in Ottawa, Kanada, geboren, wo sie auch aufwuchs. Schon in ihrer Kindheit entdeckte sie ihre Liebe zur Musik. 1991 veröffentlichte sie ihr erstes Album in Kanada, wo es mit über 100 000 verkauften Exemplaren ziemlich erfolgreich wurde.
Sie ging in die USA und traf dort auf Glen Ballard, mit dem sie gemeinsam viele Songs von „Jagged little pill“ komponierte. Bald wurde sie von Madonnas Label Maverick entdeckt. 1995 produzierten sie dieses Album, das sofort die Charts stürmte. Erst drei Jahre nach ihrem ersten Erfolg, 1998, erschien „Supposed former infatuation junkie“. Es folgte eine „MTV unplugged“, auf der Alanis’ Stimme wunderbar rüberkommt, und vor kurzer Zeit das Album „Under rug swept“.
Die Musik von Alanis Morissette kann man als eine Mischung aus Rock, Pop und Alternative bezeichnen. Ihre Stimme ist ungeheuer wandlungsfähig und in jedem Song merkt man, dass ihre Musik und ihre Texte, die sie alle selbst verfasst, aus ihr heraus kommen, dass sie nicht irgendwo aus der Luft gegriffen sind. Denn von dort, woher sie kommen, da gehen sie beim Zuhörer auch hin: Mitten ins Herz.


Das Album, das Cover & das Songbook:
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„Jagged little pill“ (was übersetzt so viel wie „zackige keine Pille“ heißt) erschien 1995 und war der erste wirklich große Erfolg der Künstlerin. Dieses Album verkaufte sich insgesamt über 30 Mio. Mal. Es katapultierte sich in die Radio charts und blieb dort 113 Wochen. 6 der Songs wurden Radio Megahits und das Album erhielt insgesamt 4 Grammys, davon einer für das „Album of the year“.
Das Cover zeigt Alanis in verschiedenen Perspektiven. Da diese alle andersfarbig gestaltet und übereinander gelagert sind, entsteht eine Art „buntes Chaos“. Ziemlich mittig ist der Name „Alanis Morissette“ gedruckt. Den Titel des Albums findet man ziemlich klein in der rechten unteren Ecke.
Das Songbook ist sehr schlicht gehalten. Außer einem Foto, das in schwarz-weiß die „rückwärtige Seitenansicht“ von Alanis zeigt, sind nur die Texte und Producerinfos enthalten. Diese sind schwarze Schrift auf weißem Untergrund in Schreibmaschinenschrift abgedruckt.


Die Songs:
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ALL I REALLY WANT
Alanis singt hier davon, was sie alles möchte: „Alles was ich wirklich möchte ist etwas Frieden, etwas Gerechtigkeit...“ Sie spricht einen Mann an, der sie daran hindert, dies zu verwirklichen.
Niemand kann seine Stimme so anklagend, so rau und doch im nächsten Moment wieder melodisch klingen lassen, wie Alanis Morissette. Dieses Lied ist eines der besten Beispiele. Gleich am Anfang setzt eine dominierende Gitarre ein, die leise von einer Mundharmonika unterstützt wird. Doch dann fängt Alanis an zu singen und die Gitarre und die ohnehin schon zurückhaltenden Rhythmusinstrumente treten in den Hintergrund. Zwischendurch klingt auch Alanis mit ihrer Mundharmonika wieder durch. Aber diese Stimme, die so wütend und doch zugleich traurig und melancholisch klingt, beherrscht einfach den gesamten Song. Alles in allem ein grandioser Einstieg!

YOU OUGHTA KNOW
Anfangs setzt gleich Alanis hier fast einschmeichelnde und sanfte Stimme ein, begleitet nur durch ganz leichte Drums. Den Strophenteil erleben wir nur durch leichte Instrumentalbegleitung. Doch im Chorus geht’s richtig los. Alanis schraubt ihre Stimme ein bisschen lauter, so dass man die nun aufbrausenden Instrumente in einem kräftig-wütenden Zusammenspiel mit Alanis’ Stimme erlebt. Nach dem Chorus wird’s gleich wieder ruhiger, doch insgesamt spürt man im gesamten Song eine Steigerung: Es wird lauter und wütender.
Ist auch bei dem Text kein Wunder: Er hat sie verlassen und nun spricht sie ihn darauf an.
„Ich bin hier, um dich daran zu erinnern,
An das Chaos, das du hinterlassen hast, als du gegangen bist,
Es ist nicht gerecht, dass du mich verleugnest.
An das Kreuz, das ich trage, weil du es mir auferlegt hast.
Du sollest es wissen...“ (Das ist bloß eine laienhafte Übersetzung des Chorus von mir!)
Sie erläutert all dieses schlechte, das ihr durch ihn wiederfahren ist. Und sie will, dass er leidet... Absolut genial! (Nicht nur wegen dem Text... ;-))

PERFECT
Ich habe den Text so verstanden, das Alanis aus Sicht einer Mutter singt. Diese will, dass ihre Kinder immer besser sind. Nichts ist gut genug für sie. „We’ll love you just the way you are if you’re perfect.“ (“Wir lieben dich nur so, wie du bist, wenn du perfekt bist!”) Perfekt – ein schreckliches Wort, wenn man es auf einen Menschen anwendet. Wenn man von jemandem verlangt, perfekt zu sein... Sie lebt durch ihr Kind, sie will aus ihm das machen, was sie nie war...
Eine kaum hörbare Instrumentierung untermalt anfangs Alanis’ leise, sanfte Stimme. An manchen Stellen braust die Stimme auf. Die Instrumentierung zieht nach, doch diese Stellen sind nicht von Dauer. Ein sehr trauriges Lied, das durch die leise, einschmeichelnde Stimme der Sängerin, die manchmal wie in Wut durchbricht, perfekt den Sinn und die Stimmung des Songs rüberbringt. Sehr traurig und mit einem Problemthema, das einfühlsam und doch deutlich rübergebracht wird. Toll!

HAND IN MY POCKET
“Ich habe eine Hand in meiner Tasche und die andere zeigt das Peace-Zeichen, spielt Klavier, winkt ein Taxi heran…” In diesem Song werden scheinbare Gegensätze zusammengebracht: Sie ist verloren und zugleich hoffnungsvoll, sie ist traurig, aber sie lacht...“
Hier klingt Alanis Morissette irgendwie so, als ob sie gerade einen riesigen Spaß hätte. Eigentlich geht’s ihr richtig schlecht, doch sie findet immer noch etwas Positives. Durch das ganze Lied hindurch wird Alanis von einer nicht zu sanften, aber auch nicht zu kräftigen Gitarre begleitet. Ihre Stimme geht glücklicherweise nie unter. Hier kann sie auch wieder ihre Mundharmonika zum Einsatz bringen. Sie hatte Spaß beim Singen, und wir hatten Spaß beim Zuhören. Besser könnte es nicht sein!

RIGHT THROUGH YOU
Vor einiger Zeit hat er sie verlassen. Doch das macht ihr jetzt nichts mehr aus. Sie sieht durch ihn hindurch. Und sie hat ihn auch nicht mehr nötig: „Now that I’m Miss Thing, Now that I’m a zillionaire...“
Dieses Lied ist nur 3 Minuten kurz. Doch in dieser kurzen Zeit wird wieder nicht mit kräftigen Gitarren und einprägenden Drums gespart. Auch hier ist der Chorus wieder lauter und heftiger gehalten, doch der Text bleibt verständlich. Die Strophen werden nur sanft von Instrumenten untermalt, Alanis’ markante Stimme tritt hier ganz in den Vordergrund.

FORGIVEN
Hier geht’s um die Kirche. Wie der Titel schon sagt, hat die christliche Religion viel mit „Vergebung“ zu tun. Der Chorus sagt das ganz deutlich:
„We all had our reasons to be there
We all had a thing or two to learn
We all needed something to cling to
So we did…”
Und trotz dieses Inhalts klingt der Song nicht besinnlich oder irgendwie ruhig. Eher kraftvoll und hoch erhobener Stimme kommt Alanis hier daher. Rockige Klänge erfüllen die Atmosphäre dieses Songs. Das Lied drückt aus, was auch ich im Glauben finde: Kraft und Vergebung. Inhaltlich und musikalisch total stimmig, obwohl es erstmal widersinnig klingt. Grandios!

YOU LEARN
(Aus diesem Song ist der Titel des Albums entnommen!)
Die Aussage ist ganz einfach: Du kannst tun, was du willst, immer wirst du dabei lernen. Sei frei, tu, was du willst. Lebe!
So jung, und schon so weise, möchte man da sagen. In diesem Song ist Alanis’ Stimme mit weniger Emotionen behaftet. Es ist eher so, als ob sie sich in jeder einzelnen Zeile an einen Abschnitt ihres Lebens erinnern würde. Die Stimmung des Liedes ist im Großen und Ganzen eher positiv. Die Instrumentierung ist wie immer total passend, wenn auch nicht ungewöhnlich diesmal. Weise, weise!

HEAD OVER FEET
Die deutsche Übersetzung könnte vielleicht „Hals über Kopf“ lauten. Sie ist total glücklich, ihn gefunden zu haben. Er ist ihr bester Freund und mehr, als sie je zu finden erwartet hatte. Sie liebt ihn für alles, was er ist. Sie kann nicht anders. „Ich kann nichts dagegen tun, das ist alles dein Fehler...“
Der Song ist eine Liebeserklärung. Er konzentriert sich ganz auf Alanis’ Stimme und ihr Mundharmonikaspiel. Die anderen Instrumente halten sich ganz dezent im Hintergrund. Das verstärkt natürlich die ohnehin schon überwältigende Wirkung dieser grandiosen Stimme.

MARY JANE
Alanis singt hier zu einer Frau, Mary Jane mit Namen, vielleicht einer Freundin. Sie fordert sie auf, auch mal egoistisch zu sein. Sie ist „die letzte große Unschuldige“, aber auch ihr Frieden ist wichtig...
In diesem Song lässt uns Alanis alle Facetten ihrer grandiosen Stimme hören. Unterstützt nur von einer zurückhaltenden Instrumentierung mit Gitarre und Drums klingt ihre Stimme wunderbar getragen. Ein ruhigeres Lied, bei dem ihre Stimme so herrlich hervorsticht! Richtig gut!

IRONIC
...einer ihrer größten Songs. Allein schon der Text: Sie zählt nämlich auf, was alles so ironisch ist: Regen an deinem Hochzeitstag; eine Freifahrt, wenn du schon bezahlt hast; wie 10000 Löffel, wenn du unbedingt ein Messer brauchst; es ist, als wenn du deinen Traummann triffst und danach seine wunderschöne Ehefrau...
Hier merkt man wieder ganz deutlich, wie viel Spaß sie an diesem Lied hat. Und das überträgt sich natürlich auf den Zuhörer. Die Strophen sind wieder bloß ganz sanft von Drums, Gitarre und Klavier untermalt. Aber dann im Refrain legt Alanis richtig los. Ihre Stimme und auch die Instrumente werden eindringlicher und lauter. Doch in den eher ruhigen Strophen liegt der eigentliche Reiz des Songs. An einer Stelle hört man sogar ein leichtes unterdrücktes Lachen von Alanis. Aber irgendwie kann ich die Klasse dieses Liedes gar nicht in Worte fassen. Hören! Ihr werdet es nicht bereuen. Eines der Besten unter den Besten! Famos!

NOT THE DOCTOR
Hier stellt sie klar, dass sie nicht sein „Doktor“ ist. Sie ist nicht dazu da, alle seine Probleme zu lösen. „I don’t want tom be your babysitter, You’re a very big boy now, I don’t want to be your mother, I didn’t carry you in my womb for nine month, Show me the back door…”
Wie immer liegt bei diesem Lied der Schwerpunkt ganz auf Alanis’ Stimme. Nur eine leise gezupfte Gitarre und sanfte Percussions spielen noch eine Rolle. Eigentlich macht sie sich hier ziemlich über das „Kind im Manne“ lustig. Am Ende heißt es dann nur noch: „What do you thank me for?“

WAKE UP
In diesem Song erfahren wir, auf wie viele verschiedene Arten man „to you“ singen kann. Sie fordert alle auf, aufzuwachen, sich zu trauen: „Da ist ein unterschätztes und ungeduldiges kleines Mädchen, das ihre Hand hebt...“
Ganz leise beginnt dieser Song. Alanis’ Stimme wirkt ungemein weich und wunderbar sanft schmeichelnd. Nicht zu laut wird sie von den Instrumenten begleitet. An manchen Stellen schraubt sich ihre Stimme auch in ungeahnte Höhen. Am Ende verstummen dann sämtliche Instrumente und von Alanis ertönt nur ein halb gesprochenes „Wake up“!

BONUSTRACK
Der erste Teil dieses Bonus Tracks besteht aus „Oughta know“, dem selben wie Track 2 dieser CD. Jedenfalls konnte ich keine Unterschiede erkennen.
Nach einer längeren Pause kann man dann Alanis’ Stimme ganz unverfälscht hören: Würdest du mir vergeben, wenn ich in deiner Dusche tanzte? Würdest du mir vergeben, wenn ich in deinem Bett läge? Und nur ihre Stimme allein bestreitet schon einen ganzen Song. Sie klingt so wunderbar voll, egal ob sie eine leise, nachdenkliche Melodie anstimmt oder ob sie laut singt. Großartige Kunst!


Fazit:
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„Jagged little pill“ ist insgesamt eines meiner Lieblingsalben. Und auch die anderen CDs von Alanis Morissette kann man bei mir häufig im Player finden. Ich liebe ihre ausgefeilten, oft ironischen Texte und ihre grandiosen Kompositionen. Und auch ihre charakteristische Stimme, die jedes Lied beherrscht und die immer wieder anders klingt, hat es mir angetan.
Dieses Album lege ich euch sehr ans Herz. Denn Alanis Morissette ist eine der Ikonen des Rock/Pop, die nicht durch Skandale oder ähnliches Aufmerksamkeit auf sich zieht, sondern durch ihre grandiose Musik.


Ein ebenfalls richtig gut gemachter Internetauftritt repräsentiert sie unter www.alanismorissette.com

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