Jethro Tull Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von joerg99
Jethro Tull live in Action
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Die Deutsche Bahn und alle die mit ihr unterwegs sind, sollen gesegnet sein, schrieb Ian Anderson irgendwo im Zug von Magdeburg nach Frankfurt.
Vorgeschichte
---------------
Gestern, am 8.Juni, besuchte ich nun mehr das dritte Mal ein Jethro Tull Konzert. Meine erste Begegnung mit Jethro Tull war im Juli 86 in Budapest im vollen MTK Stadion. Eigentlich war ich ja am Balaton, dem Mittelmeer der Ostdeutschen, als ich jedoch das Plakat mit Ian Anderson sah, sagte ich "Tschüß, ich geh erst mal nach Budapest". Also trampte ich los, vom Balaton (Balatonlelle) nach Budapest. Ungarisches Geld war sehr knapp, da man pro Tag nur 20 Mark (etwa 4 DM) tauschen durfte, aber es gab jede Menge Tricks sich Geld zu illegal zu besorgen. Innerhalb kürzester Zeit war ich nun kostenlos nach Budapest gelangt.
In einem Hinterhof kaufte ich dann für etwa 30 Mark ein Eintrittskarte. Am nächsten Tag, dem Tag des Konzertes lernte ich drei ungarische Rockmusikfans kennen, die gerade auf den Weg in die DDR waren aber natürlich erst das Konzert ansehen wollten. Wir unterhielten uns prächtig in einer undefinierbaren internationalen Sprache. Wir tranken Bier, aßen Sonnenblumenkerne und sprachen über Musik, auch über Deutschland (OST & West) und Ungarn redeten wir. Am Abend des Konzerts war ich dann schon fast wie in Trance, da ich die letzte Nacht nicht geschlafen hatte, nicht viel aß und die Sonne den ganzen Tag auf den Kopf strahlte. Außerdem war ich barfuss, da sich die von mir selbst reparierten "Jesuslatschen" an mir rächten, die Sohle nagelte ich kurz vor der Abreise und die Nägel drückten durch die Sohle auf meine Fußsohlen. Das Resultat waren dann 6 Blasen pro Fuß. Nur die härtesten werden Steine, womit wir wieder beim Hardrock wären. Die ungarische Hardrockband Omega war als Vorband arrangiert und ein ungarisches Kabarett verkürzte das Warten auf Jethro Tull, ich glaubte sogar die ungarischen Texte zu verstanden zu haben. Dann kam Jethro Tull, sofort zog Ian Anderson alle in den Bann seiner Flöte. Am Ende des Konzertes warf er zwei riesige Bälle in die Massen, welche dann über den tobenden Fans ein Eigenleben zu entwickeln schien. Dieses Konzert und das drum herum, werde ich wohl nie vergessen.
Das zweite Mal sah ich diese Band, oder besser dieses Rocktheater in der Thüringenhalle Erfurt im Juli 97 für 45 DM Eintritt. Ich stand etwa 5 bis 6 Meter von Ian Anderson und Martin Barre entfernt, doch die Halle wirkte drückend auf mich.
Das Konzert
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Im Juni 2001 ging endlich mein Wusch in Erfüllung, Jethro Tull auf der Naturbühne in Steinbach/Langenbach. Das Wetter, "Irish Mist" (feuchter Nebel) wäre am treffendsten beschrieben, da fühlte sich die Vorband "The Young Dubliner" gleich heimisch, obwohl sie eigentlich aus den USA kamen. Sie spielten eine Stunde lang irische Musik mit modernen Instrumenten und einer Geige, gelegentliche Flöteneinsätze unterstrichen das Irische, aber auch eine Mundi wurde mal gespielt. Irgendwie dachte ich bei dieser Musik auch an Kansas, die ich zwei Monate vorher erlebt hatte. Nach den "Jungen Dublinern" verabschiedete sich auch, vertragsgemäß der leichte, irische Regen.
Noch ein Tipp, für die, die es sich leisten können. Viele Besucher nahmen Decken, Regenschirme und Ostfriesennerze mit. Ich persönlich lehne so was strickt ab, denn diese Utensilien machen einen doch mindestens um 10 bis 20 Jahre älter, lieber nass werden aber jung aussehen.
Dann erschien Jethro Tull, erst spielte die Band, leise hörte man die Flöte und dann sah man die Flöte und natürlich auch Ian Anderson der in einer Manier, die seines gleichen sucht über die Bühne tanzte. Wie ein Magier setzte er seine Zauberkraft ein um die Massen zu bewegen. Das gesamte Programm war wie ein Theaterstück inszeniert, es gab altes und neues zu hören, es war ja eine "best of" Tour.
Wie immer beindruckend waren die BOUREE, wie er sagte, ein 300 Jahre altes Instrumentalstück von J.S. Bach, THE WATER CARRIER eine mit einem Schleier verhüllte Wasserverkäuferin bot auf der Bühne Wasser an , es wirkte so unwahr, fast wie eine Fatahmorgana auf mich und auch BUNGLE IN THE JUNGLE hatte das gewisse etwas, einfach ein toller handgemachter Trommelsound.
Zum Schluss gab es dann AQUALUNG, die Band ging von der Bühne. Nach lang anhaltendem Beifall begann Andrew Giddings an der Hammondorgel an zu spielen, dann gesellten sich wie zufällig , nach und nach alle Musiker dazu, bis dann wiederum Ian Anderson LOCOMOTIVE BREATH flötend auf die Bühne stürmt.
Ganz zum Schluss balancierte er dann noch zwei Ballons auf den Kopf zu den Fans.
Trotz des miesen, nasskalten Wetters harrten alle, der über 3000 Fans aus und genossen diese einzigartige Darbietung des Musiktheaters Jethro Tull.
Folgendes wurde dargeboten:
----------------------------------
MY SUNDAY FEELING
CROSSEYED MARY
ROOTS TO BRANCHES
THICK AS A BRICK
HUNT BY NUMBERS
BOUREE
THE HABANERO REEL
SET ASIDE
THE WATER CARRIER
SWEET DREAM
MB INST. PIBROCH
FARM ON THE FREEWAY
SONG FROM THE WOOD/TOO OLD TO ROCK'N ROLL/HEAVY HORSES (angespielt)
STRONGER STUFF
BUNGLE IN THE JUNGLE
LOVE STORY
PASSION JIG
AQUALUNG
LOCOMOTIVE BREATH
LIVING IN THE PAST
BALLOONS
CHEERIO
Die Band
-----------
Ian Anderson + Flöte, Gitarre, Mandoline, Mundi, Gesang
Martin Barre + E-Gitarre & Akustik Gitarre, Flöte,
Doane Perry + Schlagzeug,
Andrew Giddings + Keyboard
Jonathan Noyce + Bass Gitarre
59 DM (- 10 DM Gutschein)
Vorgeschichte
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Gestern, am 8.Juni, besuchte ich nun mehr das dritte Mal ein Jethro Tull Konzert. Meine erste Begegnung mit Jethro Tull war im Juli 86 in Budapest im vollen MTK Stadion. Eigentlich war ich ja am Balaton, dem Mittelmeer der Ostdeutschen, als ich jedoch das Plakat mit Ian Anderson sah, sagte ich "Tschüß, ich geh erst mal nach Budapest". Also trampte ich los, vom Balaton (Balatonlelle) nach Budapest. Ungarisches Geld war sehr knapp, da man pro Tag nur 20 Mark (etwa 4 DM) tauschen durfte, aber es gab jede Menge Tricks sich Geld zu illegal zu besorgen. Innerhalb kürzester Zeit war ich nun kostenlos nach Budapest gelangt.
In einem Hinterhof kaufte ich dann für etwa 30 Mark ein Eintrittskarte. Am nächsten Tag, dem Tag des Konzertes lernte ich drei ungarische Rockmusikfans kennen, die gerade auf den Weg in die DDR waren aber natürlich erst das Konzert ansehen wollten. Wir unterhielten uns prächtig in einer undefinierbaren internationalen Sprache. Wir tranken Bier, aßen Sonnenblumenkerne und sprachen über Musik, auch über Deutschland (OST & West) und Ungarn redeten wir. Am Abend des Konzerts war ich dann schon fast wie in Trance, da ich die letzte Nacht nicht geschlafen hatte, nicht viel aß und die Sonne den ganzen Tag auf den Kopf strahlte. Außerdem war ich barfuss, da sich die von mir selbst reparierten "Jesuslatschen" an mir rächten, die Sohle nagelte ich kurz vor der Abreise und die Nägel drückten durch die Sohle auf meine Fußsohlen. Das Resultat waren dann 6 Blasen pro Fuß. Nur die härtesten werden Steine, womit wir wieder beim Hardrock wären. Die ungarische Hardrockband Omega war als Vorband arrangiert und ein ungarisches Kabarett verkürzte das Warten auf Jethro Tull, ich glaubte sogar die ungarischen Texte zu verstanden zu haben. Dann kam Jethro Tull, sofort zog Ian Anderson alle in den Bann seiner Flöte. Am Ende des Konzertes warf er zwei riesige Bälle in die Massen, welche dann über den tobenden Fans ein Eigenleben zu entwickeln schien. Dieses Konzert und das drum herum, werde ich wohl nie vergessen.
Das zweite Mal sah ich diese Band, oder besser dieses Rocktheater in der Thüringenhalle Erfurt im Juli 97 für 45 DM Eintritt. Ich stand etwa 5 bis 6 Meter von Ian Anderson und Martin Barre entfernt, doch die Halle wirkte drückend auf mich.
Das Konzert
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Im Juni 2001 ging endlich mein Wusch in Erfüllung, Jethro Tull auf der Naturbühne in Steinbach/Langenbach. Das Wetter, "Irish Mist" (feuchter Nebel) wäre am treffendsten beschrieben, da fühlte sich die Vorband "The Young Dubliner" gleich heimisch, obwohl sie eigentlich aus den USA kamen. Sie spielten eine Stunde lang irische Musik mit modernen Instrumenten und einer Geige, gelegentliche Flöteneinsätze unterstrichen das Irische, aber auch eine Mundi wurde mal gespielt. Irgendwie dachte ich bei dieser Musik auch an Kansas, die ich zwei Monate vorher erlebt hatte. Nach den "Jungen Dublinern" verabschiedete sich auch, vertragsgemäß der leichte, irische Regen.
Noch ein Tipp, für die, die es sich leisten können. Viele Besucher nahmen Decken, Regenschirme und Ostfriesennerze mit. Ich persönlich lehne so was strickt ab, denn diese Utensilien machen einen doch mindestens um 10 bis 20 Jahre älter, lieber nass werden aber jung aussehen.
Dann erschien Jethro Tull, erst spielte die Band, leise hörte man die Flöte und dann sah man die Flöte und natürlich auch Ian Anderson der in einer Manier, die seines gleichen sucht über die Bühne tanzte. Wie ein Magier setzte er seine Zauberkraft ein um die Massen zu bewegen. Das gesamte Programm war wie ein Theaterstück inszeniert, es gab altes und neues zu hören, es war ja eine "best of" Tour.
Wie immer beindruckend waren die BOUREE, wie er sagte, ein 300 Jahre altes Instrumentalstück von J.S. Bach, THE WATER CARRIER eine mit einem Schleier verhüllte Wasserverkäuferin bot auf der Bühne Wasser an , es wirkte so unwahr, fast wie eine Fatahmorgana auf mich und auch BUNGLE IN THE JUNGLE hatte das gewisse etwas, einfach ein toller handgemachter Trommelsound.
Zum Schluss gab es dann AQUALUNG, die Band ging von der Bühne. Nach lang anhaltendem Beifall begann Andrew Giddings an der Hammondorgel an zu spielen, dann gesellten sich wie zufällig , nach und nach alle Musiker dazu, bis dann wiederum Ian Anderson LOCOMOTIVE BREATH flötend auf die Bühne stürmt.
Ganz zum Schluss balancierte er dann noch zwei Ballons auf den Kopf zu den Fans.
Trotz des miesen, nasskalten Wetters harrten alle, der über 3000 Fans aus und genossen diese einzigartige Darbietung des Musiktheaters Jethro Tull.
Folgendes wurde dargeboten:
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MY SUNDAY FEELING
CROSSEYED MARY
ROOTS TO BRANCHES
THICK AS A BRICK
HUNT BY NUMBERS
BOUREE
THE HABANERO REEL
SET ASIDE
THE WATER CARRIER
SWEET DREAM
MB INST. PIBROCH
FARM ON THE FREEWAY
SONG FROM THE WOOD/TOO OLD TO ROCK'N ROLL/HEAVY HORSES (angespielt)
STRONGER STUFF
BUNGLE IN THE JUNGLE
LOVE STORY
PASSION JIG
AQUALUNG
LOCOMOTIVE BREATH
LIVING IN THE PAST
BALLOONS
CHEERIO
Die Band
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Ian Anderson + Flöte, Gitarre, Mandoline, Mundi, Gesang
Martin Barre + E-Gitarre & Akustik Gitarre, Flöte,
Doane Perry + Schlagzeug,
Andrew Giddings + Keyboard
Jonathan Noyce + Bass Gitarre
59 DM (- 10 DM Gutschein)
12 Bewertungen, 1 Kommentar
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31.03.2002, 00:41 Uhr von seehuhn
Bewertung: sehr hilfreichWar gestern schon der 8.Juni?? Hab ich so lang geschlafen? ; )
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