Das Mädchen (gebundene Ausgabe) / Stephen King Testbericht

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ab 10,24
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Erfahrungsbericht von SnoopyDX

Altes Konzept, neue Gestaltung!

Pro:

Spannung!!! interessant

Kontra:

...Spannung erst nach vielen Seiten

Empfehlung:

Ja

Das Mädchen
Ganz anders als sonst beschäftigt sich King in „Das Mädchen“ mit einer nahezu typischen Storygrundlage: Ein kleines Mädchen geht in den Wald und findet nicht mehr raus! Verwunderlich wo er doch normalerweise seine eigenen meist neuen interessanten Geschichten erfindet. Doch Stephen King wäre ja nicht Stephen King wenn er aus diesem simplen Konzept nichts machen würde!

Nun die Geschichte beginnt mit einem Wanderausflug der Familie McFarland. Die Eltern sind geschieden und die Mutter zwingt Patricia und ihren pubertierenden Bruder zur Waldwanderung im Staate Main. Wie oft seit der Scheidung geraten Bruder und Mutter aneinander und niemand kümmert sich weiter um die neunjährige Trisha, die mal auf Toilette muss. Da ihr niemand zuhört entschließt sie sich alleine ein Stück in den Wald zu gehen und in den Wald zu machen. Zuvor waren sie an einer Y-Gabelung vorbeigekommen, weshalb sich Trisha dazu entscheidet einfach geradeaus weiter, anstatt zurück zu gehen. Dies erweist sich allerdings als Fehler....denn Trisha verliert die Orientierung und gerät immer tiefer in den Wald.

Bis zu diesem Zeitpunkt ist der Roman leider etwas langweilig ausgefallen. Kings typische Detailliertheit macht hier nun wirklich keine Freude und das über etwa 60 Seiten hinweg, vor allem weil sein Schreibstil erst später im Verlauf der Story wichtig wird.

Ab dem Zeitpunkt jedoch wenn Trisha realisiert das sie allein ist und selber um ihr Überleben kämpfen muss beginnt das Spektakel Farbe anzunehmen. Kaum Essen, Mücken, Kälte, wilde Tiere sowie Probleme mit dem Flusswasser als Stadtmensch, nichts wird ausgelassen. Außerdem die vor allem bedrohliche Kulisse des Überlebens. Immer wieder wird Trisha vor nahezu unüberwindbare Situationen gestellt die die neunjährige wahrscheinlich vor allem aufgrund ihres kindlichen Denkens teils mit Bravour löst. Trotzdem findet King einen Weg Trishas Handlungen realistisch wirken zu lassen, sowie auch die psychotische und unheimliche Atmosphäre des Waldes. Allein gelassen mit wenig Proviant und einem tragbaren Radio versucht Trisha aus dem Wald herauszukommen. Das kleine Radio jedoch ist Trishas wichtigstes Objekt: Es ist ihr Kontakt zur Außenwelt! Vor allem geleitet durch ihren Lieblingsbaseballstar Tom Gordon
dessen Spiele auch im Radio übertragen werden gibt sie nie auf geht immer weiter und gerät dabei sogar bis nach Kanada. Die Behörden die nach ihr suchen, rechnen nur mit einem geringen Suchradius in dem diese sie natürlich nicht finden und die Hoffnung schwindet....

King hat es in diesem Roman geschafft realitätsnah und spannend die Probleme des alleine Überlebens in Szene zu setzen und immer wieder für Überraschungen zu sorgen. Allerdings ist es erneut am Ende ärgerlich wenn er etwa drei Tage überspringt und dann den Schluss erzählt. Sind ihm die Ideen ausgegangen?
Nun ja nur ein kleines Manko, denn der Hauptteil kann wirklich überzeugen.

Sprachlich denke ich kann fast jeder das Buch lesen, da sind zum Glück für die Einen keine sonderlich komplexen Sprachstrukturen enthalten. Wer sich leicht ekelt und aus der Ruhe bringen lässt könnte aber gewisse detaillierte Phasen überspringen...

Insgesamt ist der Roman vor allem unter psychologischer Hinsicht sehr interessant und spannend. Schön finde ich vor allem das King diesmal eine Geschichte gewählt hat die wirklich passieren könnte und sie realistisch darstellt. Also diesmal kein Mystery. Gewisse Dinge wie z.B. wenn sie einmal Tom Gordon in Echtzeit im Wald stehen sieht , können bei Trisha als Wahnvorstellungen aus Essensmangel o.ä. interpretiert werden.

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