Kosmos Herr der Ringe - Basisspiel Testbericht

Kosmos-herr-der-ringe-basisspiel
ab 41,21
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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spaßfaktor:  gering
  • Spielanleitung:  gut
  • Wird langweilig:  nie

Erfahrungsbericht von Nyx...

Spitzenfilm - aber welche Version?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem der Inhalt schon zur Genüge beschrieben worden ist, möchte ich mich jetzt mit der Frage beschäftigen, wenn man den Entschluß gefaßt hat, sich den „Herrn der Ringe“ zuzulegen, welche Version es dann sein soll.

  • Die Standard-Version: so ist der Film im Kino gelaufen
  • Die Extended-Version: Mit einigen der herausgeschnittenen Szenen, und eine ausführliche Beschreibung über die Entstehung des Films.
  • Die Collector-Version: Wie die Extended mit 2 Argonath-Buchstützen.
[p]
Ich habe den Film im Kino gesehen und war begeistert, allerdings nicht ohne ein paar Wermutstropfen. Einerseits natürlich, daß einiges nicht ganz buchgetreu war, z.B. daß die Rolle der Arwen ausgebaut wurde. Auch hat mich gestört, daß soviel weggelassen wurde, was aber auch verständlich ist. Würde das Buch Satz für Satz nacherzählt, säße man eine Woche lang im Kino.
Dieses Manko behebt zum Teil die Extenden Version, da sind einige Szenen dabei, die im Kino nicht zu sehen waren: Bilbos Einführung und Beschreibung der Hobbits, die Wanderung durch die Mückenwassersümpfe, Aragorns Sehnsucht nach Arwen, die Geschenkübergabe in Lothlorien, die Bewunderung Gimlis für Galadriel, etc.
Im „Making-of“ erzählt Peter Jackson über die Schwierigkeiten des Schnittes, daß sie soviel weglassen mußten und daß sie als Kriterium, welche Szenen bleiben und welche nicht, gewählt haben: Es muß mit Frodo oder dem Ring zu tun haben, oder für die Geschichte essentiell sein (Szenen in Isengard) – alles andere flog raus. Eine harte, aber irgendwo verständliche Wahl. Allerdings sind es genau die „Abstecher“, die der Geschichte und den Figuren solche Tiefe und solchen Reichtum geben. Man erfährt, was Hobbits sind, wie sie leben, es tauchen nicht auf einmal kleine Menschen auf. Der Weg nach Imladris ist beschwerlich, entbehrungsreich und lang, die Hobbits und Aragorn gehen nicht aus dem „Prancing Pony“ hinaus und sind nach 2 Stunden Spaziergang durch einen sonnigen Wald bei Amon Sul. Gimlis Bewunderung für Galadriel ist der Auslöser, daß er seine Einstellung zu Elfen ändert, und der Grundstein für die Freundschaft zu Legolas . . . all das trägt zur Größe einer Geschichte bei, sind Facetten einer riesigen, vielgestalten Welt, die im Kino nicht zu sehen war. Das Publikum, das schon jenseits der Matura (oder des Abiturs) ist, möchte vielleicht nicht nur zuschauen wie Frodo von Ort zu Ort hetzt und Aragorn recht blutig meuchelt, sondern auch etwas von dieser Welt sehen und sich mit Charakteren identifizieren können, die mehr als eine Seite haben.
Ich denke der geneigte Leser kann bereits erkennen, daß ich recht überzeugt von der Extended Version bin. Der Film ist runder, in sich logischer, und vollständiger dadurch. Ebenso dem Buch getreuer und einfach besser, die Figuren bekommen mehr Hintergrund.
Die Collector-Version ist gleich, mit zwei recht ansehnlichen Buchstützen, allerdings ist sie schon vielerort (z.B. amazon) bereits vergriffen. Für Hardcore-Fans. Wie mich. ;-)[p]

Abschließend noch ein kleiner Tadel: Es ist schon Abzocke dabei. Zuerst wird die normale Version auf den Markt geworfen, damit man sie kauft, weil man den Film endlich so oft anschauen können will wie man mag, und ein halbes Jahr später der „Director’s Cut“ – hätte man auch gleichzeitig tun können. Das ist jetzt sicher bei jedem nächsten Teil so. Und ich wette, ein halbes Jahr nachdem der 3.Teil im Kino war kommt eine Totally-full-Version, 20 Stunden lang, mit Original-Locke Galadriels und Live-Kommentar von Tolkien selbst.

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