Krankenpfleger/Krankenschwester Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Einstellungschancen:  gut
  • Aufstiegschancen:  gut
  • Verdienstmöglichkeiten:  gut
  • Sozialleistungen:  gut

Erfahrungsbericht von seehuhn

Krankenschwester/-pfleger ein Traumjob?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leser,

als ich nach der Realschule auf der Suche nach dem richtigen Job für mich bin, blieb ich erst einmal bei dem Beruf der Krankenschwester hängen. Doch meine Bewerbung war erfolglos. Erst wenn man ein Praktikum in einem ähnlichen Berufsfeld nachweisen kann, wäre eine Aufnahme in die Krankenpflegeschule denkbar.

Ich war sehr enttäuscht, aber mit festem Willen ein Praktikum zu machen und es dann erneut zu versuchen.
Gesagt, getan. Ich machte also ein Freiwilliges Soziales Jahr. Nach diesem Jahr war dieser Beruf nicht mehr so ganz mein Traumjob und ich entschied mich für einen anderen Weg.

Nichts desto trotz, kann ich euch berichten, wie der Alltag einer Krankenschwester ausschaut und das möchte ich auch heute tun.

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Das Berufsbild
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Krankenschwestern kümmern sich um kranke Menschen in Klinken, ambulanten Pflegestationen oder auch bei häuslicher Pflege. Das Kümmern bezieht sich auf eigentlich alles, was die Patienten nicht alleine oder nur mit Hilfe durchführen können. So helfen sie z. b. beim Waschen und Duschen, beim Essen, beim Bewegen…

Sie beobachten den Heilungsverlauf und führen die Patientenakten. Es werden deshalb z. b. Temperatur und Blutdruck kontrolliert und eingetragen, damit der Arzt einen besseren Überblick über den Krankheitsverlauf erhält.
Dabei sind sie vor allem auch auf die Vorgaben des behandelnden Arztes angewiesen. Nach diesen Vorgaben geben sie auch Medikamente aus und machen z. B. Verbandswechsel.

Auch sind Krankenschwestern bei Untersuchungen oder bei kleinen operativen Eingriffen dabei. Bei den großen Operationen sind speziell ausgebildete Krankenschwestern dabei.

Auf der Station kümmern die Krankenschwestern sich natürlich auch um den organisatorischen Ablauf. Dort werden Dienstpläne geschrieben, Medikamente sortiert und bestellt, Waren aufgefüllt…

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Was man mitbringen muss
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Was sehr wichtig ist, ist Verantwortungsbewusstsein und psychische Stärke.
Verantwortungsbewusstsein deshalb, weil man in der Lage sein muss, auch mal selbst zu entscheiden und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Es ist nicht immer ein Arzt auf Station und in manchen Situationen muss schnell gehandelt werden.

Auch die Belastbarkeit ist von großer Bedeutung. Krankenschwester ist kein Beruf den man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Man hat jeden Tag mit kranken Menschen oder vielleicht sogar mit Schwerverletzen und Sterbenden zu tun. Da muss man schon viel Kraft haben um diese Patienten wieder ein wenig aufzubauen.
Zur psychischen Belastbarkeit zähle ich auch das Ekeln vor Urin oder Kot. Diesen sollte man nicht haben. Selbst wer diesen Ekel hat, dem kann ich sagen, dass man ihn schnell ablegt. Anfangs konnte ich mir das auch nicht recht vorstellen, am Schluss war das ganz normal und nichts Außergewöhnliches mehr.

Aber nicht nur die psychische Belastbarkeit ist wichtig, auch die körperliche. Nicht jeder Patient wiegt 50 kg, sonder es gibt auch Schwergewichtigere und die muss man dann auch im Bett lagern können, oder auf die Toilette befördern.

Auch sollte man, was die Arbeitszeit angeht, flexibel sein. Früh-, Spät- oder Nachtdienst wechseln sich ab. Bei uns ging die Frühschicht von 7.00 Uhr bis 14.30 Uhr, die Spätschicht von 13.30 Uhr bis 21.00 Uhr und die Nachtschicht von 20.30 Uhr bis 7.30 Uhr. Und auch am Wochenende oder an Feiertagen wie Weihnachten muss gearbeitet werden.

Beobachten sollte man zudem auch noch können. Mit der Zeit geht das aber schon fast von alleine. Es fällt einem schneller auf, wenn ein Patient plötzlich sehr wenig isst oder sich anderweitig auffällig verhält.

Gerade wer später auch mal als OP-Schwester arbeiten möchte sollte über eine ruhige Hand und ein stark ausgeprägtes Konzentrationsverhalten verfügen. Aber auch bei der Arbeit auf der Station ist Konzentration äußerst wichtig. Schließlich arbeitet man mit verschiedenen Medikamenten die verschiedene Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben.

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Die Ausbildung
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Die Ausbildung zur Krankenschwester dauert drei Jahre. Auch diese Ausbildung wird im dualen System gemacht, also Schule und Ausbildungsbetrieb zusammen.
Schule findet meistens im Blockunterricht statt.

Schon während dem zweiten Lehrjahr müssen die Krankenpflegeschüler am Nachtdienst teilnehmen. Diesen machen sie natürlich noch nicht alleine, sondern sind als Springer für alle Stationen da. Je nachdem, wo Hilfe gebraucht wird.

Während der Ausbildung lernt man z. B.

  • verschiedene Krankheitsbilder
  • Möglichkeiten der Diagnose
  • Medikamentenwirkungen
  • Ernährungsmethoden
  • Lagerung, Mobilisierung von Patienten
  • Blutabnahme
  • Hygienevorschriften
  • ….


Die Ausbildung endet dann mit einer schriftlichen und einer praktischen Prüfung. In der praktischen Prüfung muss z. B. ein Patient gewaschen werden. Was sich ganz einfach anhört, ist es aber bei der Prüfung absolut nicht.
Man muss genau wissen, in welcher Reihenfolge man welches Körperteil wäscht, wann man das Wasser wechseln muss, wie man nebenbei noch die Bettwäsche wechselt.

Die Ausbildungsvergütung richtet sich nach dem BAT und beträt im
1. Ausbildungsjahr 698 €
2. Ausbildungsjahr 755 €
3. Ausbildungsjahr 847 €

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Meine Meinung
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Krankenschwester ist ein echter Knochenjob. Auch dachte ich immer, dass der Beruf sehr abwechslungsreich ist, was er aber nicht unbedingt ist. Der Tagesablauf ist eigentlich immer der gleiche.

Die Arbeitszeit ist gerade im Sommer sehr gut, da man bei der Frühschicht den ganzen Nachmittag frei hat. Dafür kann man bei der Spätschicht schön ausschlafen.

Ist man erst einmal mit der Ausbildung fertig, fallen auch viele unangenehme Aufgaben weg, da viele Schüler und Praktikanten da sind, die diesen Job übernehmen. Allerdings sollte man darauf achten, dass man niemanden ausnutzt. Bei meinem Praktikum war das nämlich so.

Die Vergütung ist, im Vergleich zu der geleisteten Arbeit, doch recht gering. Natürlich kommt Nachtzuschlag oder Feiertagszuschlag dazu, aber ich persönlich verdiene lieber ein bisschen weniger und habe dafür mehr Zeit für meine Familie.

Die Chance auf einen Arbeitsplatz ist durchschnittlich. Die Krankenhäuser arbeiten immer mit weniger Pflegepersonal, was aber den Patienten nicht zugute kommt. Immer mehr Patienten fordern eine bessere Pflege. Gerade aber in der häuslichen Pflege kann man sich bei Interesse gut selbständig machen.

Im Alter ist der Beruf nur noch bedingt zu schaffen. Schnell ist der Rücken durch die starke Belastung kaputt. Nur wenige gute machen bis zum Schluss. Außerdem haben es die Krankenhäuser nicht unbedingt nötig Ältere Arbeitsnehmer zu beschäftigen, da es eigentlich sehr viel Nachwuchs gibt.
Oft müssen die Krankenschwestern umschulen oder sich weiterbilden. Gerade für die Weiterbildung gibt es verschiedene Alternativen.
Hier einige Beispiele:

  • Hebamme
  • Kinderkrankenschwester
  • Rettungsdienst
  • Arztsekretärin
  • Tätigkeiten im Labor
  • Röntgenassistentin
  • Altenpfleger



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Fazit
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Wer sich diesen Beruf aussucht, sollte praktische Erfahrungen in Form von Praktika sammeln. Diese sollten nicht zu kurz sein, schließlich sollte man genug Einblicke bekommen.

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