Erfahrungsbericht von andi2409
Planet der Affen
Pro:
Die Erkenntnis, dass Menschen immer noch Affen sind!
Kontra:
Die Erkenntnis, das man als Affe Präsident werden kann
Empfehlung:
Nein
Hallo,
normalerweise bemühe ich mich, unterhaltsame Berichtchen zu formulieren. Über Dinge, die ich nicht mag, mache ich mich gerne ein wenig lustig, doch unterlasse ich es normalerweise, Bösartigkeiten zu streuen, weil solches einen entspannten Lebensstil durchaus im Wege stehen kann. Aber heute mache ich mal eine Ausnahme, weil es mir mittlerweile sehr auf den Geist geht, wie mich die Medien mit ihren Halbwahrheiten anspucken.
Es geht um den Angriffskrieg der US-Amerikaner, Briten Australier und der Polen gegen den Irak.
1991 berichtete eine junge kuwaitische Krankenschwester vor der UNO, sie habe gesehen, wie irakische Soldaten in einem kuwaitischen Krankenhaus kleine Kinder aus Brutkästen rissen und auf dem Fußboden totgetrampelt hätten. Die erwähnte Krankenschwester gehörte gar nicht zum Personal der Klinik, sie war nicht mal Krankenschwester, sondern die Tochter eines kuwaitischen Diplomaten und zog vor der Vollversammlung eine inszenierte Show ab, deren Story erstunken und erlogen war. Vor dem Hintergrund dieser Aussage beschloss der Sicherheitsrat der UNO, den Irak, der kurz vorher in Kuwait einmarschiert war, mit Waffengewalt aus dem Land zu treiben. Das gelang zwar, doch kam es durch die Sprengungen diverser Ölfelder zu einer ungeheuren Umweltkatastrophe. Die Amerikaner hielten zwar noch einige Stellungen im nahen Osten, um ein über den Irak verhängtes Embargo zu kontrollieren. Durch das Embargo starben nach Schätzungen einiger Hilfsorganisationen mehr als 500 000 Menschen (überwiegend alte Menschen und Kinder) weil unter eben dieses Embargo auch Medikamente fielen. Kurz bevor der Irak in Kuwait einmarschierte, war fast allen Medien zu entnehmen, dieser Einmarsch sei eine Reaktion darauf, dass Kuwait irakische Ölquellen anzapfen würde. Diese Meldungen wurden mit einem Schlag eingestellt.
Wir müssen hier nicht den Charakter eines Diktators Hussein diskutieren, der das Land eines anderen Diktators (Jaber Al-Sabah) überfiel, besprechen. Es scheint sich bei Hussein um einen selbstverliebten Chauvinisten zu handeln, der gerne große Töne spuckt und selbst mit seiner Verwandtschaft nicht zimperlich umgeht (er ließ zwei seiner Schwiegersöhne umbringen). Er wird verdächtigt, bis zu 5 000 Kurden im Nordirak mit chemischen Kampfstoffen vergiftet zu haben (Dieser Vorwurf wir heutzutage nicht mehr zur Argumentation gegen Hussein verwendet). Sein damaliger Kriegsgegner, der Emir, hat es auch nicht mit den Menschenrechten, gilt jedoch als pro-amerikanisch (wie Hussein im Irak-Iran-Krieg) und da ist es nicht so schlimm, wenn Frauen kein Wahlrecht haben (es gibt eine Nationalversammlung, die jedoch nicht den Emir bestimmt) und man nicht nach Kuwait einreisen darf, wenn man einen israelischen Einreisestempel im Reisepass habt. Wollt Ihr also mal nach Kuwait und wart schon mal in Israel, so braucht Ihr einen neuen Reisepass.
Aber egal, die Wahrheit, ob Kuwait dem Irak jetzt Öl geklaut hat oder nicht, kam nie ans Licht, das Embargo lief so vor sich hin, aber eigentlich war der Irak nicht mehr eigentliches Thema im Tagesgeschäft.
Das sollte sich am 11. September 2001 ändern. An diesem Tag brachten bislang noch weitgehend unbekannte Täter vier amerikanische Verkehrsflugzeuge in ihre Gewalt und ließen sie auf / in Pentagon, World Trade Center (WTC) und einen Kartoffelacker fallen. Bei den Anschlägen auf das WTC kamen rund 3 000 Menschen ums Leben. Glück im Unglück: Ausnahmsweise hielten sich zu dem Zeitpunkt des Anschlages vergleichsweise wenig Personen in den beiden Bürotürmen auf.
Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wer wirklich hinter den Anschlägen steckt, doch fielen noch am selben Tag zwei Namen: Osama bin Laden und Saddam Hussein. Hussein wurde relativ schnell ausgeschlossen, man traute ihm die Logistik nicht zu, übrig blieb bin Laden, von dem die amerikanischen Geheimdienste so gut wie nichts wissen. Sie haben keine Kenntnisse über sein Alter und seinen genauen Geburtsort. Sie wissen nicht, wo er gerade ist und wie sein Netzwerk funktioniert. Oder anders: Sie wissen nicht einmal, ob es dieses Netzwerk überhaupt gibt. Aber sie wollen wissen, dass er der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 ist.
Seit diesem Tage sind die USA ein geistig gelähmtes Land. Es war der erste Terroranschlag, der nicht von Einzeltätern (z. B. vom Una Bomber) im eigenen Land durchgeführt wurde, sondern von einer offenbar paramilitärischen Einheit. Besonders schmerzlich ist hierbei, dass die USA zwar Milliardensummen für die Innere Sicherheit ausgeben, die Attentäter aber ihre Ausbildung zu Bruchpiloten vor Augen und vor allem mit Wissen des FBI absolvierten. Die USA, die sich ja die letzte Weltmacht nennen, standen jetzt in geblümten Unterhosen da, man hatte sich restlos blamiert hatte.
Was passierte?
Na was wohl: Der nicht wirklich gewählte Präsident Bush junior trat zurück und mit ihm sein gesamtes Kabinett. Der Innenminister wurde persönlich zur Verantwortung gezogen und ein Krisenstab eingesetzt, der sich ein funktionierendes Sicherungskonzept ausdenken sollte. Darüber hinaus entbrannte in der amerikanischen Gesellschaft die Diskussion, warum es Menschen gibt, die sie so hassen, dass sie einen solchen Massenmord begehen.
Stimmt das? I wo, stattdessen entbrannte ein blinder Aktionismus, dessen Folgen wir jetzt gerade und noch lange spüren würde.
Zunächst musste ein Täter her. Ganz klar nehmen wir mal ..... Osama, denn den können wir eh nicht ausstehen. Also los, her mit ihm. Wo isser? In Afghanistan. Das trifft sich gut, war da nicht noch was mit einer Gaslpipeline? Wer regiert da? Islamische Fundamentalisten! Juhu, die können wir auch nicht leiden! Na dann mal los, erst gelbe Sprengbomben für die Taliban, dann gleichfarbige Instantbohnensuppen (mit englischer Zubereitungsanweisung) für die Bevölkerung. Ups, mal das eine mit dem anderen verwechselt, na ja, komm, nicht so schlimm! So, und nun? Wo ist denn nun Osama? Weg! Wie? Weg! Aber, oh Wunder, da liegt ja ein Video im Wüstensand. Ein Osama-Video, auf dem er zugibt, Drahtzieher der Anschläge vom 11. September zu sein. Das ist aber nett von ihm. Die Jagd auf ihn durch die amerikanische Eliteeinheiten muß ihm gut bekommen, er hat seit den letzten Aufnahmen von ihm rund zwanzig Kilo zugelegt. Aber ein Videoband kann ich ja nun nicht verhaften, also was nun?
Wenn ich den Esel nicht schlagen kann, nehme ich halt den Sack. Saddam, eh so ein Sackgesicht kommt mir da gerade Recht. Los, Alter, nun rüste mal schön ab, damit Du bei meinem ohnehin schon beschlossenen Einmarsch möglichst wenig Zicken machst. Coole Strategie, oder? Man zwingt ein Land zum Abrüsten, damit es sich nicht gegen mich wehren kann. Auch nicht schlecht.
Hallo, ihr irakischen Dumpfbacken. Hier kommt Uncle Sam und bringt euch Demokratie und Doppel Whopper. Und was tut ihr? Das darf doch nicht wahr sein! Ihr wehrt Euch. Na ja, so richtig demokratisch ist es bei uns auch nicht, denn bei uns inthronisieren Teile der Wirtschaft einen willfährigen Deppen als Präsidenten, der zu bescheuert ist, eine Brez’n zu essen, jedoch immerhin zu der Erkenntnis gelangt ist, dass die meisten amerikanischen Importe tatsächlich aus dem Ausland kommen, aber dennoch, Geld regiert die Welt und sollte man nicht so kleinlich sein. Und überhaupt, Bagdad. Wie lange gibt es diese Stadt schon? Seit 1210 Jahren. Los, weg mit den Ruinen. Dann bekommt Ihr ein paar geile Einkaufszentren und Burger Kings. Ist doch viel besser als diese ollen Basare.
#Räusper#
Ok, mal ein wenig abkühlen. Zeit für ein Unertl!
Puh!
Interessant an dieser ganzen Geschichte ist, dass die Einflüsterer Bushs eigentlich genau das Gegenteil von dem tun, was sie machen sollten. Die Anschläge in Amerika sind in einem tiefen Hass begründet, die einige islamische Fundamentalisten in sich tragen. Wenn ich aber in Zukunft sicher leben will, dann muß ich seine Ursachen ergründen. Die meisten Menschen suchen aber nicht die Ursache, sondern die Wirkung. Die meisten Menschen? Ist also menschlich! Doch die amerikanische Administration bekämpft ja noch nicht mal die Wirkung, sondern sorgt momentan dafür, dass die Ursache anschwillt. Auch wenn Saddam Hussein in der islamischen Welt als „Ungläubiger“ gehandelt wir, als was gelten dann bitteschön die Amerikaner??????
Wer von den männlichen Lesern hier bei der Bundeswehr war, der weiss, was das Wichtigste bei einer derartigen Aktion ist. Genau, der Nachschub. Wie aber wollen die Alliierten hundertausende von Soldaten über Jahre hinweg versorgen. Darüber hinaus steht der Sommer vor der Tür und da wird es für die Boys wohl eher heiß unterm Bügelfreien werden. Zudem bröckelt die Allianz. Als erstes werden wohl die (noch) befreundeten Staaten unruhig werden. Kumpel Kronprinz Abdullah wird wohl auch nicht lange dulden, wenn amerikanische GIs vermehrt durch die Strassen Riads schlendern, die Frauen anmachen (Soldaten pflegen so etwas zu tun) und sich unter die Neugierigen mischen, die einer öffentlichen Hinrichtung beiwohnen.
Alle Staatschefs der kriegswilligen Länder geraten innenpolitisch immer mehr unter Druck. John Howard sieht sich einer immer mehr protestierenden Öffentlichkeit gegenüber und aus Tony Blairs Kabinett machen sich immer mehr Minister davon. Der polnische Regierungschef Leszek Miller stößt bei nur 20% der Bevölkerung auf Zustimmung zur Beteiligung am Krieg. Mein Gott, gerade Polen muß doch aus seiner Geschichte wissen, was für fürchterliche Auswirkungen ein Angriffskrieg unter der Zivilbevölkerung hat..
Zum Schluss bleibt da noch die amerikanische Bevölkerung, die sich doch mal irgendwann die Frage stellen MUSS, wieso sie ihre Kinder in die brütendheiße Wüste schickt, um einen Mann zu jagen, dessen Namen sie nicht mal aussprechen können und dessen Bekämpfung die Ablehnung des „american way of life“ ins Endlose steigen läßt. Will diese amerikanische Gesellschaft nur noch unter strengster Bewachung aus dem Haus gehen. Mit einer freien Welt hat es nichts mehr zu tun, wenn man schon das Misstrauen des Staates erweckt, wenn man nur einen Schnurbart trägt.
Es mag ja sein, dass sie Weltwirtschaft ähnlich wie 1991 durch den Krieg wieder boomt, nur wird es auch hier nur eine Luftblase sein, wie die, die Anfang 2001 zerplatzte. Die zivilisierten Länder dieser Welt (also die, die nicht mitschlachten), werden davon eh nichts haben, denn die Alliierten haben das Fell des Bären schon zerlegt, obwohl sie ihn noch gar nicht zu Gesicht bekommen haben. Wer jetzt schon kräftig verdient, ist öffentlich nachzulesen. Mit Wartung und Herstellung von Kriegsgerät ist die us-amerikanische Carlyle Group beauftragt worden. Es handelt sich hierbei immerhin um ein Geschäft mit einem Volumen von mehr als $ 300 000. Und wer ist in diesem Konzern so alles in Führungspositionen? Frank Carlucci (ehemaliger Verteidigungsminister), James Baker (ehemaliger Außenminister). Na so ein Zufall. Und wer berät die beiden Buben als leitender Berater? George Bush Sen.
Habt Ihr noch Fragen. Man ist in Bayern ja einiges an Spezltum gewohnt, doch wenn „gods own country“ derart ungeniert vor den Augen der Weltöffentlichkeit seine Korruption dokumentiert, dann fällt mir nichts mehr dazu ein.
Und nun zu Euch, Ihr lieben Kriegsgegner, die ihr seit Wochen auf den Straßen herumlungert, statt in der Schule zu sitzen und brav zu lernen. Euer Engagement ist nutzlos. Letztendlich ist es mal wieder modern, laut gegen Krieg und dergleichen zu krähen. Hier jedoch geht es dem kriegführenden Land nicht um irgendwelche nationalen Interessen, sondern um ein knallhartes, durchkalkuliertes Wirtschaftskonzept. Und die Typen, die dafür verantwortlich sind, interessieren sich nicht für selbstgestrickte Friedensaktivisten, sondern für Geld und Macht.
Es kann nur folgenden Lösungen geben, wenn die Welt nicht in die Luft geblasen werden soll:
Die amerikanische Bevölkerung hat innerhalb der nächsten Wochen die Nase voll von Bush und fängt an zu rebellieren oder Hussein geht ins Exil nach Saudi Arabien. Dann mögen die Amerikaner eine irakischen Regierung einsetzen (Wahlen organisieren) und sich flugs wieder aus dem Staub machen.
Damit wir auch morgen kraftvoll Auftanken können
Gruß
Andi
normalerweise bemühe ich mich, unterhaltsame Berichtchen zu formulieren. Über Dinge, die ich nicht mag, mache ich mich gerne ein wenig lustig, doch unterlasse ich es normalerweise, Bösartigkeiten zu streuen, weil solches einen entspannten Lebensstil durchaus im Wege stehen kann. Aber heute mache ich mal eine Ausnahme, weil es mir mittlerweile sehr auf den Geist geht, wie mich die Medien mit ihren Halbwahrheiten anspucken.
Es geht um den Angriffskrieg der US-Amerikaner, Briten Australier und der Polen gegen den Irak.
1991 berichtete eine junge kuwaitische Krankenschwester vor der UNO, sie habe gesehen, wie irakische Soldaten in einem kuwaitischen Krankenhaus kleine Kinder aus Brutkästen rissen und auf dem Fußboden totgetrampelt hätten. Die erwähnte Krankenschwester gehörte gar nicht zum Personal der Klinik, sie war nicht mal Krankenschwester, sondern die Tochter eines kuwaitischen Diplomaten und zog vor der Vollversammlung eine inszenierte Show ab, deren Story erstunken und erlogen war. Vor dem Hintergrund dieser Aussage beschloss der Sicherheitsrat der UNO, den Irak, der kurz vorher in Kuwait einmarschiert war, mit Waffengewalt aus dem Land zu treiben. Das gelang zwar, doch kam es durch die Sprengungen diverser Ölfelder zu einer ungeheuren Umweltkatastrophe. Die Amerikaner hielten zwar noch einige Stellungen im nahen Osten, um ein über den Irak verhängtes Embargo zu kontrollieren. Durch das Embargo starben nach Schätzungen einiger Hilfsorganisationen mehr als 500 000 Menschen (überwiegend alte Menschen und Kinder) weil unter eben dieses Embargo auch Medikamente fielen. Kurz bevor der Irak in Kuwait einmarschierte, war fast allen Medien zu entnehmen, dieser Einmarsch sei eine Reaktion darauf, dass Kuwait irakische Ölquellen anzapfen würde. Diese Meldungen wurden mit einem Schlag eingestellt.
Wir müssen hier nicht den Charakter eines Diktators Hussein diskutieren, der das Land eines anderen Diktators (Jaber Al-Sabah) überfiel, besprechen. Es scheint sich bei Hussein um einen selbstverliebten Chauvinisten zu handeln, der gerne große Töne spuckt und selbst mit seiner Verwandtschaft nicht zimperlich umgeht (er ließ zwei seiner Schwiegersöhne umbringen). Er wird verdächtigt, bis zu 5 000 Kurden im Nordirak mit chemischen Kampfstoffen vergiftet zu haben (Dieser Vorwurf wir heutzutage nicht mehr zur Argumentation gegen Hussein verwendet). Sein damaliger Kriegsgegner, der Emir, hat es auch nicht mit den Menschenrechten, gilt jedoch als pro-amerikanisch (wie Hussein im Irak-Iran-Krieg) und da ist es nicht so schlimm, wenn Frauen kein Wahlrecht haben (es gibt eine Nationalversammlung, die jedoch nicht den Emir bestimmt) und man nicht nach Kuwait einreisen darf, wenn man einen israelischen Einreisestempel im Reisepass habt. Wollt Ihr also mal nach Kuwait und wart schon mal in Israel, so braucht Ihr einen neuen Reisepass.
Aber egal, die Wahrheit, ob Kuwait dem Irak jetzt Öl geklaut hat oder nicht, kam nie ans Licht, das Embargo lief so vor sich hin, aber eigentlich war der Irak nicht mehr eigentliches Thema im Tagesgeschäft.
Das sollte sich am 11. September 2001 ändern. An diesem Tag brachten bislang noch weitgehend unbekannte Täter vier amerikanische Verkehrsflugzeuge in ihre Gewalt und ließen sie auf / in Pentagon, World Trade Center (WTC) und einen Kartoffelacker fallen. Bei den Anschlägen auf das WTC kamen rund 3 000 Menschen ums Leben. Glück im Unglück: Ausnahmsweise hielten sich zu dem Zeitpunkt des Anschlages vergleichsweise wenig Personen in den beiden Bürotürmen auf.
Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wer wirklich hinter den Anschlägen steckt, doch fielen noch am selben Tag zwei Namen: Osama bin Laden und Saddam Hussein. Hussein wurde relativ schnell ausgeschlossen, man traute ihm die Logistik nicht zu, übrig blieb bin Laden, von dem die amerikanischen Geheimdienste so gut wie nichts wissen. Sie haben keine Kenntnisse über sein Alter und seinen genauen Geburtsort. Sie wissen nicht, wo er gerade ist und wie sein Netzwerk funktioniert. Oder anders: Sie wissen nicht einmal, ob es dieses Netzwerk überhaupt gibt. Aber sie wollen wissen, dass er der Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001 ist.
Seit diesem Tage sind die USA ein geistig gelähmtes Land. Es war der erste Terroranschlag, der nicht von Einzeltätern (z. B. vom Una Bomber) im eigenen Land durchgeführt wurde, sondern von einer offenbar paramilitärischen Einheit. Besonders schmerzlich ist hierbei, dass die USA zwar Milliardensummen für die Innere Sicherheit ausgeben, die Attentäter aber ihre Ausbildung zu Bruchpiloten vor Augen und vor allem mit Wissen des FBI absolvierten. Die USA, die sich ja die letzte Weltmacht nennen, standen jetzt in geblümten Unterhosen da, man hatte sich restlos blamiert hatte.
Was passierte?
Na was wohl: Der nicht wirklich gewählte Präsident Bush junior trat zurück und mit ihm sein gesamtes Kabinett. Der Innenminister wurde persönlich zur Verantwortung gezogen und ein Krisenstab eingesetzt, der sich ein funktionierendes Sicherungskonzept ausdenken sollte. Darüber hinaus entbrannte in der amerikanischen Gesellschaft die Diskussion, warum es Menschen gibt, die sie so hassen, dass sie einen solchen Massenmord begehen.
Stimmt das? I wo, stattdessen entbrannte ein blinder Aktionismus, dessen Folgen wir jetzt gerade und noch lange spüren würde.
Zunächst musste ein Täter her. Ganz klar nehmen wir mal ..... Osama, denn den können wir eh nicht ausstehen. Also los, her mit ihm. Wo isser? In Afghanistan. Das trifft sich gut, war da nicht noch was mit einer Gaslpipeline? Wer regiert da? Islamische Fundamentalisten! Juhu, die können wir auch nicht leiden! Na dann mal los, erst gelbe Sprengbomben für die Taliban, dann gleichfarbige Instantbohnensuppen (mit englischer Zubereitungsanweisung) für die Bevölkerung. Ups, mal das eine mit dem anderen verwechselt, na ja, komm, nicht so schlimm! So, und nun? Wo ist denn nun Osama? Weg! Wie? Weg! Aber, oh Wunder, da liegt ja ein Video im Wüstensand. Ein Osama-Video, auf dem er zugibt, Drahtzieher der Anschläge vom 11. September zu sein. Das ist aber nett von ihm. Die Jagd auf ihn durch die amerikanische Eliteeinheiten muß ihm gut bekommen, er hat seit den letzten Aufnahmen von ihm rund zwanzig Kilo zugelegt. Aber ein Videoband kann ich ja nun nicht verhaften, also was nun?
Wenn ich den Esel nicht schlagen kann, nehme ich halt den Sack. Saddam, eh so ein Sackgesicht kommt mir da gerade Recht. Los, Alter, nun rüste mal schön ab, damit Du bei meinem ohnehin schon beschlossenen Einmarsch möglichst wenig Zicken machst. Coole Strategie, oder? Man zwingt ein Land zum Abrüsten, damit es sich nicht gegen mich wehren kann. Auch nicht schlecht.
Hallo, ihr irakischen Dumpfbacken. Hier kommt Uncle Sam und bringt euch Demokratie und Doppel Whopper. Und was tut ihr? Das darf doch nicht wahr sein! Ihr wehrt Euch. Na ja, so richtig demokratisch ist es bei uns auch nicht, denn bei uns inthronisieren Teile der Wirtschaft einen willfährigen Deppen als Präsidenten, der zu bescheuert ist, eine Brez’n zu essen, jedoch immerhin zu der Erkenntnis gelangt ist, dass die meisten amerikanischen Importe tatsächlich aus dem Ausland kommen, aber dennoch, Geld regiert die Welt und sollte man nicht so kleinlich sein. Und überhaupt, Bagdad. Wie lange gibt es diese Stadt schon? Seit 1210 Jahren. Los, weg mit den Ruinen. Dann bekommt Ihr ein paar geile Einkaufszentren und Burger Kings. Ist doch viel besser als diese ollen Basare.
#Räusper#
Ok, mal ein wenig abkühlen. Zeit für ein Unertl!
Puh!
Interessant an dieser ganzen Geschichte ist, dass die Einflüsterer Bushs eigentlich genau das Gegenteil von dem tun, was sie machen sollten. Die Anschläge in Amerika sind in einem tiefen Hass begründet, die einige islamische Fundamentalisten in sich tragen. Wenn ich aber in Zukunft sicher leben will, dann muß ich seine Ursachen ergründen. Die meisten Menschen suchen aber nicht die Ursache, sondern die Wirkung. Die meisten Menschen? Ist also menschlich! Doch die amerikanische Administration bekämpft ja noch nicht mal die Wirkung, sondern sorgt momentan dafür, dass die Ursache anschwillt. Auch wenn Saddam Hussein in der islamischen Welt als „Ungläubiger“ gehandelt wir, als was gelten dann bitteschön die Amerikaner??????
Wer von den männlichen Lesern hier bei der Bundeswehr war, der weiss, was das Wichtigste bei einer derartigen Aktion ist. Genau, der Nachschub. Wie aber wollen die Alliierten hundertausende von Soldaten über Jahre hinweg versorgen. Darüber hinaus steht der Sommer vor der Tür und da wird es für die Boys wohl eher heiß unterm Bügelfreien werden. Zudem bröckelt die Allianz. Als erstes werden wohl die (noch) befreundeten Staaten unruhig werden. Kumpel Kronprinz Abdullah wird wohl auch nicht lange dulden, wenn amerikanische GIs vermehrt durch die Strassen Riads schlendern, die Frauen anmachen (Soldaten pflegen so etwas zu tun) und sich unter die Neugierigen mischen, die einer öffentlichen Hinrichtung beiwohnen.
Alle Staatschefs der kriegswilligen Länder geraten innenpolitisch immer mehr unter Druck. John Howard sieht sich einer immer mehr protestierenden Öffentlichkeit gegenüber und aus Tony Blairs Kabinett machen sich immer mehr Minister davon. Der polnische Regierungschef Leszek Miller stößt bei nur 20% der Bevölkerung auf Zustimmung zur Beteiligung am Krieg. Mein Gott, gerade Polen muß doch aus seiner Geschichte wissen, was für fürchterliche Auswirkungen ein Angriffskrieg unter der Zivilbevölkerung hat..
Zum Schluss bleibt da noch die amerikanische Bevölkerung, die sich doch mal irgendwann die Frage stellen MUSS, wieso sie ihre Kinder in die brütendheiße Wüste schickt, um einen Mann zu jagen, dessen Namen sie nicht mal aussprechen können und dessen Bekämpfung die Ablehnung des „american way of life“ ins Endlose steigen läßt. Will diese amerikanische Gesellschaft nur noch unter strengster Bewachung aus dem Haus gehen. Mit einer freien Welt hat es nichts mehr zu tun, wenn man schon das Misstrauen des Staates erweckt, wenn man nur einen Schnurbart trägt.
Es mag ja sein, dass sie Weltwirtschaft ähnlich wie 1991 durch den Krieg wieder boomt, nur wird es auch hier nur eine Luftblase sein, wie die, die Anfang 2001 zerplatzte. Die zivilisierten Länder dieser Welt (also die, die nicht mitschlachten), werden davon eh nichts haben, denn die Alliierten haben das Fell des Bären schon zerlegt, obwohl sie ihn noch gar nicht zu Gesicht bekommen haben. Wer jetzt schon kräftig verdient, ist öffentlich nachzulesen. Mit Wartung und Herstellung von Kriegsgerät ist die us-amerikanische Carlyle Group beauftragt worden. Es handelt sich hierbei immerhin um ein Geschäft mit einem Volumen von mehr als $ 300 000. Und wer ist in diesem Konzern so alles in Führungspositionen? Frank Carlucci (ehemaliger Verteidigungsminister), James Baker (ehemaliger Außenminister). Na so ein Zufall. Und wer berät die beiden Buben als leitender Berater? George Bush Sen.
Habt Ihr noch Fragen. Man ist in Bayern ja einiges an Spezltum gewohnt, doch wenn „gods own country“ derart ungeniert vor den Augen der Weltöffentlichkeit seine Korruption dokumentiert, dann fällt mir nichts mehr dazu ein.
Und nun zu Euch, Ihr lieben Kriegsgegner, die ihr seit Wochen auf den Straßen herumlungert, statt in der Schule zu sitzen und brav zu lernen. Euer Engagement ist nutzlos. Letztendlich ist es mal wieder modern, laut gegen Krieg und dergleichen zu krähen. Hier jedoch geht es dem kriegführenden Land nicht um irgendwelche nationalen Interessen, sondern um ein knallhartes, durchkalkuliertes Wirtschaftskonzept. Und die Typen, die dafür verantwortlich sind, interessieren sich nicht für selbstgestrickte Friedensaktivisten, sondern für Geld und Macht.
Es kann nur folgenden Lösungen geben, wenn die Welt nicht in die Luft geblasen werden soll:
Die amerikanische Bevölkerung hat innerhalb der nächsten Wochen die Nase voll von Bush und fängt an zu rebellieren oder Hussein geht ins Exil nach Saudi Arabien. Dann mögen die Amerikaner eine irakischen Regierung einsetzen (Wahlen organisieren) und sich flugs wieder aus dem Staub machen.
Damit wir auch morgen kraftvoll Auftanken können
Gruß
Andi
Bewerten / Kommentar schreiben