Krieg gegen den Irak? Testbericht

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Erfahrungsbericht von BeastyGirl

Gedanken zum Krieg

Pro:

siehe Bericht

Kontra:

siehe Bericht

Empfehlung:

Nein

Als ich vorhin einen Produktbericht über einen Kakaotrunk schrieb überlegte ich, darf man jetzt in diesen Zeiten, eigentlich noch über so etwas Banales wie Kakao, Kartoffelchips und Leberwurst schreiben? Ehrlich gesagt, kam ich mir schon etwas komisch vor, es wirkte etwas ignorant gegenüber den schrecklichen Ereignissen in der Welt. Viele Gedanken gehen mir durch den Kopf. Nicht erst, seitdem der Krieg begonnen hat, sondern schon viel länger. Und da ich alles andere als ignorant bin, möchte ich auch über diese Gedanken schreiben.

Der große Schock war für mich die Katastrophe vom 11. September in New York. Das hat mich sehr mitgenommen, ich stand wortwörtlich tagelang wie unter Schock. Auf einmal war das Grauen so nah, das Entsetzen über dieses Ausmaß an Gewalt kaum zu fassen. Der Horror, der tagtäglich irgendwo in der Welt geschieht, wo Terror und Krieg Menschenleben zerstören, den wir aber hier in der westlichen Welt kaum wahrnehmen, rückte beängstigend nahe. Im Nachhinein empfinde ich es wie ein Aufwachen, vielleicht war dieser Schock sogar notwendig, um uns alle mal wieder wachzurütteln, uns mal wieder auf die Probleme der Welt aufmerksam zu machen, hellhörig zu werden und die Augen nicht länger vor den Missständen zu verschließen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass alle negativen Dinge, die geschehen, einen positiven Sinn haben und dass sie nur deshalb geschehen. Zufall gibt es für mich nicht und das, was zur Zeit in der Welt passiert, ist für mich nur eine logische Abfolge von Dingen, das Prinzip von Ursache und Wirkung.

Die USA haben meiner Meinung nach schon lange vor dem 11. September viele Fehler gemacht und sind nicht unschuldig, an dem was passierte. So gab es beispielsweise einen hohen Mitarbeiter beim CIA, der schon zur Clinton-Zeit immer wieder auf die Gefahr der Al Kaida und Osama Bin Laden aufmerksam machte, aber nicht gehört wurde. Als Bush an die Macht kam, wurden die Mittel für Sicherheit extrem gekürzt und viele Tätigkeiten der CIA waren unerwünscht. Dieser CIA-Mitarbeiter wollte sich vor Ort in Kuwait über die Lage der Dinge informieren und wurde dort von der amerikanischen Botschaft abgewiesen! Völlig frustriert, weil er nicht gehört wurde, verließ er schließlich den CIA und übernahm den Job als Sicherheitsbeauftragter im World Trade Center! Dieser Mensch, der die Gefahr schon lange vorher erkannt hatte, wurde somit makabererweise von den Terroristen ermordet, vor denen er jahrelang gewarnt hatte, aber leider nicht gehört wurde.

Dass die USA nach diesem Attentat im eigenen Land zurückschlagen werden, war gleich klar. Der Krieg war schon lange geplant und wie man sieht, unabhängig davon, was die UN entscheidet. Allerdings frage ich mich, was Saddam Hussein nun mit dem Terrorismus und der Al Kaida zu tun hat. Da wird als ein Argument für den Irak-Krieg immer wieder geäußert, man muss dem Terror entgegentreten, aber es ist überhaupt nicht bewiesen, dass Saddam Hussein sich mit diesen Terroristen solidarisiert! Im Gegenteil, es heißt, dass er mit den fundamentalistischen Islamisten gar nichts am Hut hat, sondern sogar gegenteiliger Meinung ist.

Ich möchte sicherlich nicht Saddam Hussein in Schutz nehmen. Dass er ein brutaler, menschenverachtender, mordender und folternder Diktator ist, steht außer Frage. Dass er sein Volk quält und unterdrückt, das in Armut leben muss, während er im Reichtum schwimmt, sich einen Palast nach dem anderen baut und Millionen für seinen Luxus ausgibt, während es an Nahrung, Medikamenten und der wichtigsten Versorgung des Volkes fehlt, so dass Kinder schon an den harmlosesten Kinderkrankheiten sterben müssen, ist pervers, grausam und gehört abgeschafft!

Aber muss deshalb wieder das Volk leiden, indem es bombardiert und ermordet wird? Diese armen Menschen sind doch in erster Linie die Leidtragenden und es würde mich nicht wundern, wenn Saddam Hussein mal wieder ungeschoren davon kommt! Es muss doch Möglichkeiten geben, diesen Diktator auf andere Weise zu fassen, die ganze Problematik auf andere Weise zu lösen.

Aber Bush hält es ja nicht für nötig, alle diplomatischen Mittel auszuschöpfen und abzuwarten. Es ist immer noch nicht bewiesen, über welche Waffen Saddam Hussein verfügt, aber von den Amis wird irgendwas behauptet und somit fühlen sie sich schon im Recht. Sie fühlen sich anscheinend wirklich wie die Herren der Welt und meinen, sie können sich alles erlauben und alleine bestimmen. Für mich ist dieser Krieg eindeutig ein Verstoß gegen das bestehende Völkerrecht, aber fast keiner der verantwortlichen Politiker traut sich, das mal laut auszusprechen. Der einzige ist der chinesische Präsident, der dies wütend und klar zum Ausdruck brachte! Da werden mal wieder die Abhängigkeiten klar, denn so ganz will es sich Europa dann lieber doch nicht mit Amerika versauen!

Neben dem Grauen des Krieges und der Tatsache, dass wieder mal Tausende elendig sterben wegen amerikanischer Bomben, macht mich auch die Meinungsmache der Amerikaner im eigenen Land wütend. Wie ich vermehrt hörte, wird dort in den Medien so einseitig berichtet, dass die Bevölkerung fast kritiklos hinnimmt und für richtig findet, was Bush macht. Es kommt überhaupt keine Anti-Kriegs-Meinung zu Wort, denn die Personen, die gegen den Krieg sind, werden in keine Fernsehsendung eingeladen, im Gegenteil, sie werden wie die Schauspieler, die es „wagten“ sich gegen den Krieg zu äußern, diskriminiert und sanktioniert. So wurden zahlreiche bekannte Schauspieler gar nicht erst zur Oscar-Verleihung eingeladen und denjenigen, die eingeladen sind, wurde verboten, sich während der Veranstaltung gegen den Krieg zu äußern! Das erinnert mich doch stark an solche Regimes wie im Irak, wo die Medien vom Staat kontrolliert werden.... (In diesem Zusammenhang finde ich es übrigens auch ein wenig erschreckend, dass die Pro7-SAT1-Media AG mit fünf deutschen Sendern, jetzt von einem Amerikaner aufgekauft wurde. Sorry, aber irgendwie ist mir das auch nicht so ganz geheuer! Mir wäre es lieber, wenn deutsche Medien in deutscher Hand blieben... )

Der Versuch, die Amis zur Vernunft zu bringen und von einem Krieg abzuhalten, ist kläglich gescheitert. Meiner Meinung nach wird auch der Versuch, den Irak zu demokratisieren ebenso scheitern. Man kann und sollte die Bedingungen, die wir in westlichen Regionen haben und die Gesellschaftsformen, in denen wir leben, nicht auf die östlichen Länder übertragen. Die Menschen dort sind einfach nicht bereit dafür und wollen vielleicht auch gar nicht so leben wie wir! Woher nehmen wir uns eigentlich das Recht, das, was wir für richtig halten, auf andere zu übertragen? Sicher muss diese grausame Diktatur abgeschafft werden, aber nicht, indem „wir“ DIKTIEREN, was richtig ist...

Daraus wird doch deutlich, dass es den Amerikaner, sprich der Führung Amerikas, nur um Macht, Geld, und das allseits beliebte Öl geht. Wen wundert das, wenn man sich den Lebenslauf von George W. Bush ansieht? Der eine größtenteils gescheiterte Karriere in der texanischen Ölbranche hinter sich hat, ein Verfahren wegen Aktienbetrugs als Vorstandsmitglied einer Ölgesellschaft (das anscheinend nicht zur Verurteilung geführt hat) und schließlich Millionenspenden von der Ölindustrie zur Unterstützung seines Wahlkampfs. Da ist doch klar, welche Interessen er verfolgt. Und „zufälligerweise“ ist der Irak eines der größten ölproduzierenden Länder. Und Saddam Hussein ist sehr geizig mit dem Verkauf des Öls, was den Preis ziemlich in die Höhe treibt. Ich weiß nicht mehr die genauen Summen, aber die Amerikaner würden mit einer freundlichgesinnten Regierung im Irak (und somit mit mehr Öl zu einem viel günstigeren Preis) ein Vielfaches an Gewinn machen, was sie dieser Krieg kostet.

Und da soll mir noch mal einer erzählen, es gehe Bush um die arme Bevölkerung im Irak, es gehe um die schlimmen Waffen, die er alle hat, die uns bedrohen und die er sicherlich den Al-Kaida-Terroristen verkauft. Der Irak war noch nie so schlecht bewaffnet wie heute, verfügte noch nie über ein so kleines und klägliches Militär wie heute.

Da fragt man sich doch, warum Bush nicht erst mal an die Länder geht, die bewiesenermaßen über Massenvernichtungsmittel und sogar Atombomben verfügen. Was ist denn mit Nordkorea? Von dort werden die USA offen und laut bedroht, da werden amerikanische Spionageflugzeuge abgeschossen. Aber da sind die Amis ganz still und leise... ist doch seltsam? Was ist mit Pakistan, wo man ebenfalls von Atomwaffen weiß? Warum wird nicht etwas gegen all die anderen grausamen Diktatoren unternommen, die in der Welt ihr Unwesen treiben? Was ist mit Afrika, wo schon Millionen Menschen unter solcher Diktatur sterben mussten und weiterhin elendig leben müssen? Tja, Afrika hat leider kein Öl....

Ich kann nur hoffen, dass dieser grausame Krieg bald vorbei ist. Ich hoffe auch, dass Saddam Hussein, wie auch immer, „beseitigt“ wird, obwohl ich eigentlich gegen jede Art von Tötung bin, denn keiner hat das Recht, einen anderen Menschen zu töten, warum auch immer. In diesem Fall wäre es mir aber letztlich doch lieber, sozusagen das kleinere Übel, wenn dieser eine stirbt, anstatt Tausende von Unschuldigen.

Wir müssen damit rechnen, dass es in der Zukunft zu weiteren verheerenden Terroranschlägen gegen die Amerikaner und die westliche Welt kommen wird. Dies wird eine Reaktion auf den Angriffskrieg der Amerikaner sein und die Regierung der USA sind die einzig Verantwortlichen für das, was da noch alles geschehen wird. Für alle die Menschen, die dadurch zusätzlich sterben müssen. Eine größere Provokation als das derzeitige Handeln der Amerikaner könnte es gar nicht geben. Und dann sollen sie bitte nicht wieder jammern, wie böse und grausam doch die Terroristen sind, und dass sich damit bestätigt, dass man dagegen etwas unternehmen muss. Die Amis werden wieder Ursache und Wirkung verwechseln, denn die kommenden Anschläge wären zu verhindern gewesen. Man kann mit Krieg keinen Terror bekämpfen, denn letztlich ist beides dasselbe!

Letztlich geht das Leben für uns alle weiter. So grausam es auch ist, es nutzt ja nichts!
Wir sind machtlos, können demonstrieren, darüber reden und schreiben, uns äußern und dürfen nie aufhören, kritisch und wach zu sein, dagegen zu protestieren! Wenn es auch nichts ändern wird, man muss es jedenfalls versuchen.

Und so lange wir das tun, dürfen wir uns auch um unser alltägliches Leben kümmern. Wir können schließlich nicht alles stehen und liegen lassen, wir müssen unserer Arbeit nachgehen, uns um unsere Familien und Freunde kümmern. Deshalb finde ich es auch legitim, wenn es in den Medien nicht immer nur um den Krieg geht, wenn wir uns nicht stundenlang die sich immer wiederholenden Bilder der Angriffe anschauen. Man sollte hinschauen, was passiert, aber ab und zu brauche ich auch eine kleine Erholung von der Grausamkeit, ich kann es anders nicht ertragen. Da ist ein Harald Schmidt zum Beispiel eine Wohltat, der das Thema keinesfalls ignoriert, aber auf spitzfindige Weise den Schrecken der Situation fast schon ab adsurdum führt. Da werden vor allem die Medien aufs Korn genommen, der Umgang mit dem Krieg im Fernsehen, der teilweise schon an die Grenze der Sensationslust führt. Und dazu die schrecklich betroffenen Gesichter der Moderatoren, die doch letztlich alle geil drauf sind, die grausamsten Bilder zu ergattern und zu zeigen. (Aber glauben darf man noch lange nicht alles, was da gezeigt und gesagt wird, die Amis haben alles im Griff, bestimmen, was wir sehen! So wurden zum Beispiel schon englische und australische Journalisten zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die bösen Deutschen „mussten leider draußen bleiben“! Das sagt doch alles, oder?)

Also, lasst uns alle vorsichtig sein, mit dem, was uns gezeigt und gesagt wird. Die Wahrheit erfahren wir bestimmt nicht, eventuell mal später, wie es auch nach dem ersten Golfkrieg der Fall war. Auch da wurden Bilder von den Amis manipuliert und uns nur das präsentiert, was wir glauben sollten.

Dies ist nicht der einzige Krieg, der derzeit in der Welt stattfindet. In vielen anderen Ländern sterben täglich Menschen durch Folter und Mord, verhungern und leiden entsetzlich unter den brutalen Regimes, die dort herrschen.

Wir müssen hier in unserer westlichen Welt weiter unser Leben leben und ich finde, wir dürfen auch weiter über Kartoffelchips und Waschmittel schreiben, aber wir dürfen auf keinen Fall ignorant werden und die Augen zumachen vor dem Elend in der Welt! Sinnvoller wäre es vielleicht, mal einen neuen DVD-Recorder weniger zu kaufen, einmal weniger in Urlaub zu fahren und dafür ab und zu mal etwas Geld zu spenden, damit die Armut etwas weniger wird. Viel mehr können wir leider nicht tun.

Beenden möchte ich meinen Bericht mit einem Zitat von Sir Peter Ustinov:

„Terror ist der Krieg der Armen, Krieg ist der Terror der Reichen“

PEACE and LOVE!!

Euer
BeastyGirl

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