Erfahrungsbericht von kasmodiah
Der Tibet-China-Konflikt
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
1. Konfliktparteien
Tibeter
Tibet ist ein Mönchs- und Priesterstaat im Himalaja.
Führende Kraft in Tibet ist der Lamaismus. Dieser ist eine Verschmelzung aus buddhistischer Religion und bodenständigem Dämonenglauben. Der oberste Priester, der sogenannte „Gottkönig“ Dalai Lama ist der gesellschaftliche Führer der Tibeter. Er ist im Glauben der Tibeter die Inkarnation, also die irdische Erscheinungsform Buddhas. Zwar gibt es den Lamaismus bereits seit dem 7. Jahrhundert nach Christus, doch erst seit dem 17. Jahrhundert ist der Dalai Lama nicht nur geistlicher, sondern auch weltlicher Führer. Der aktuelle Dalai Lama ist der 72-jährige Tanchu Dhondup. Er ist die 14. Inkarnation Buddhas . Seit Beginn der chinesischen Kulturrevolution, seit März 1959, lebt der Dalai Lama in seiner Residenz in Indien im Exil.
China
China hat seit dem 13. Jahrhundert immer Einfluss auf das tibetische Hochland gehabt. Einst ging es nur um territoriale Streitigkeiten bzw. Expansionsbestrebungen Chinas. Zur Zeit der chinesischen Besetzung Tibets, 1950/51, wurde die Volksrepublik China von der kommunistischen Kuomintang regiert. Ihrem Führer Tschiang Kaitscheck ging es weniger darum das Territorium seines Heimatlandes auszudehnen, als die feudalistische Gesellschaftsordnung, die in Tibet vorherrschte, zu beseitigen. Zwar stand China nicht lange unter der Herrschaft der Kuomintang, dennoch blieb es streng kommunistisch und vor allem im Rahmen der Kulturrevolution in den 60er und 70er Jahren war eine religiöse Regierungsform, wie sie in Tibet vorlag unvorstellbar und unduldbar.
2. Ursachen und Vorgeschichte
Nach dem Sieg der Kommunisten (Regierungspartei: Kuomintang) im chinesischen Bürgerkrieg 1950, meldete das neue Staatsoberhaupt Tschiang Kaitschek den traditionellen Anspruch Chinas auf Tibet an. Da der Dalai Lama dem Druck nicht nachgab, folgte Ende Oktober 1950 die Besetzung Tibets durch die überlegene chinesische Armee.
In Folge der Besetzung kam es am 23. Mai 1951 zu einem Abkommen zwischen China und dem Dalai Lama. Die tibetische Regierung kapitulierte und unterzeichnete das diktierte Abkommen. Dieses Abkommen beinhaltete die Eingliederung Tibets in die Volksrepublik China. Vorgesehen war die Beibehaltung der regionalen Autonomie, sowie der geistlichen und politischen Funktionen des Dalai Lama. Eine Verfolgung Lamaistischer Anhänger wurde ausgeschlossen und die Achtung buddhistischer Traditionen zugesichert. Die außenpolitische Vertretung Tibets erfolgte nun also durch Peking.
Des weiteren führte China soziale und politische Reformen durch, die von zahlreichen Besatzungssoldaten überwacht wurden. Das Gesundheits- und Bildungswesen wurde erheblich verbessert, doch soziale und kulturelle Reformen bewirkten eine bewusste Zurückdrängung des Lamaismus.
Aus strategischen Gründen ließ China zwei große und wichtige Verbindungsstraßen in den Himalaja bauen. Hierzu wurden tibetische Arbeiter zu drakonischer Zwangsarbeit abgeordnet. Mehrere Hundert Arbeiter ließen dabei ihr Leben. Die Diskriminierung und Ausbeutung der tibetischen Bevölkerung nahm ihren Lauf. Es folgten regelrechte Auswanderungsfluten von Seiten der Tibeter, hauptsächlich nach Indien. Zudem kam die Umsiedlung tibetischer Bewohner durch die chinesische Regierung. Schon bald, und so auch noch heute, lebten mehr Chinesen als Tibeter in dem umstrittenen Hochland.
Während der von Mao Tse Tung eingeleiteten Kulturrevolution kam es zur Enteignung der buddhistischen Klöster und die Ausübung der buddhistischen Religion wurde verboten.
1965 wurde Tibet formal zur autonomen Region der Volksrepublik China erklärt, und die chinesische Regierung verkündete, dass die Region einer kontinuierlichen Umwandlung zum Sozialismus unterzogen werde.
3. Auswirkungen des Konfliktes
Nach den Liberalisierungsmaßnahmen, die 1980 durch Peking eingeleitet wurden, findet am 27. September 1987 erstmalig wieder eine größere, aber dennoch friedliche Demonstration statt. Lama-Mönche demonstrierten für die Abtrennung Tibets von China. Dieses Ereignis hat viele Freiheitskämpfer aufgerüttelt und motiviert wieder für ihre Forderungen auf die Straße zu gehen. Am 1. Oktober kommt es in der tibetischen Hauptstadt Lhasa zu blutigen Unruhen, die sechs Tote und 19 Schwerverletzte zur Folge haben.
Durch die Demonstrationen in Lhasa wurde die ohnehin schon sehr angespannte Stimmung zwischen der chinesischen Regierung und der tibetischen Bevölkerung noch weiter verschärft. Statt mehr Freiheit erwirkte man eine noch stärkere Unterdrückung. Die Antwort der Regierung auf die Unruhen war: Festnahmen, Ausgangssperre und Ausweisung aller ausländischen Journalisten. Die einst herrschende Ruhe in Lhasa kann erst durch verstärktes Militär- und Polizeiaufgebot wieder hergestellt werden.
Obwohl der Dalai Lama in Indien residiert, dauert es nicht lange, dass ihn die Nachricht von diesen Unruhen erreicht. Aus dem Exil fordert er zum gewaltfreien Widerstand auf. Dennoch kommt es am 5. März 1988 zu erneuten Unruhen in Lhasa. Im Rahmen dieser Ausschreitungen liefern sich Tausende Tibeter Straßenschlachten mit der Polizei. Wieder kommen Menschen ums Leben. Durch die hohe Verletztenrate auf Seiten der Polizei (über 300 Verletzte), wird die Regierung angeregt dem Dalai Lama erneut direkte Verhandlungen über Tibet anzubieten. Obwohl der Dalai Lama Gewaltlosigkeit propagiert und somit versucht, wenigstens seinen Teil der Bevölkerung zu beruhigen, werden ihm von Peking „Spalter-Aktivitäten“ vorgeworfen.
Im Jahr 1995 wurde der 11. Panchen Lama, der Wegbegleiter des Dalai Lama, im Alter von sechs Jahren inthronisiert. Kurz darauf wurde er von der chinesischen Regierung entführt. Diese Tat ist zwar ein Jahr später zugegeben worden, dennoch stellte Peking einen neuen 11. Panchen Lama, der ganz nach ihren Vorstellungen kommunistischer Abstammung ist.
Im Jahr 1996 verfügte Peking, dass in den buddhistischen Versammlungsstätten keine Bilder des Dalai Lama gezeigt werden dürfen.
Als im Januar 2000 der Karmapa, der dritthöchste Mönch im Buddhismus, nach Indien floh, versuchte China mit aller Gewalt die indische Regierung zu überreden ihm kein Asyl zu gewähren.
4. Lösungsversuche und Ergebnisse
Seit den Unruhen sind zwar Ergebnisse erzielt worden, dennoch kann man den Konflikt um die Tibet-Frage nicht als gelöst betrachten.
Einen entscheidenden Schritt in Richtung Konfliktlösung tat der Dalai Lama, indem er im September 1987 den Fünf-Punkte-Friedensplan vorlegte, der unter anderem Grund für die Verleihung des Friedensnobelpreises 1989 war.
Dieser Friedensplan umfasste:
Die Wichtigkeit dieses Friedensplanes wurde unterstrichen durch zusätzliche Forderungen für das tibetische Gebiet. Dazu gehörte die Entmilitarisierung der tibetischen Hochebene, Verbot der Herstellung, Erprobung und Lagerung von Atomwaffen und anderem Kriegsmaterial, Verwandlung der Hochebene in einen Naturschutzpark, Förderung der Einrichtung internationaler und regionaler Organisationen zum Schutz der Menschenrechte und noch einige weitere Forderungen.
Wann immer es um die Befreiung Tibets von China ging, forderte der Dalai Lama von seinen Anhängern Gewaltlosigkeit: „Ich möchte meine Wertschätzung und den großen Respekt für die Zähigkeit und Geduld bekunden, die das tibetische Volk angesichts großer Ungerechtigkeiten zeigt. Die aktuelle Situation in Tibet und das Fehlen jeglichen substantiellen Fortschritts in der Lösung der Probleme Tibets bewirkt zweifelsfrei ein zunehmendes Gefühl der Frustration in breiten Schichten der Tibeter. Es trifft mich zutiefst, dass sich einige davon angezogen fühlen, nach anderen als friedlichen Lösungen zu suchen.“
Da der Dalai Lama keinen unabhängigen Staat Tibet fordert, wird seine Politik "Politik des Mittleren Weges" genannt. Diese führte bisher zu keinen direkten Verhandlungen mit der chinesischen Regierung, da diese jeden Dialog mit der exil-tibetischen Regierung ablehnt. Solange der Dalai Lama auf Unabhängigkeit poche, sei kein Dialog möglich. Der Dalai Lama hat wiederholt erklärt, er bestehe nicht auf Unabhängigkeit sondern auf eine echte Autonomie für Tibet: „Im Hinblick auf eine akzeptable Lösung der Tibet-Frage ist meine Position sehr einfach: Ich verlange nicht Unabhängigkeit. Wie ich schon viele Male gesagt habe, will ich lediglich, dass das tibetische Volk die Gelegenheit zu echter Selbstbestimmung erhält, um seine Zivilisation zu bewahren und die einmalige tibetische Kultur, Religion, Sprache und Lebensart zu pflegen und zu entwickeln. Mein Hauptanliegen ist, das Überleben des tibetischen Volkes zu gewährleisten, zusammen mit seinem einmaligen buddhistischen kulturellen Erbe.“
Es scheint, als läge es allein in der Macht der chinesischen Regierung, diesen Konflikt zu beenden. Von tibetischer Seite wird alles getan um einen Kompromiss zu finden, doch Peking scheint uneinsichtig, so wie es bei der Frage nach der Unabhängigkeitsforderung ganz eindeutig zu erkennen ist.
Zeitweilig schien eine Besserung der Lage in Sicht zu sein. Bei einem Besuch des US-Präsidenten Clinton im Jahr 1998 sprach der chinesische Präsident Jiang mit ihm auch über Tibet und bekundete ein persönliches Interesse an der Lösung der Tibet-Frage. Dies schien jedoch nur ein außenpolitischer Schachzug zu sein, denn seit August 1993 gab es keinen formellen Kontakt mehr zwischen der tibetischen Exilregierung und Peking. Bis zum heutigen Tag ist die chinesische Regierung nicht zu Verhandlungen über die Zukunft Tibets bereit.
Tibeter
Tibet ist ein Mönchs- und Priesterstaat im Himalaja.
Führende Kraft in Tibet ist der Lamaismus. Dieser ist eine Verschmelzung aus buddhistischer Religion und bodenständigem Dämonenglauben. Der oberste Priester, der sogenannte „Gottkönig“ Dalai Lama ist der gesellschaftliche Führer der Tibeter. Er ist im Glauben der Tibeter die Inkarnation, also die irdische Erscheinungsform Buddhas. Zwar gibt es den Lamaismus bereits seit dem 7. Jahrhundert nach Christus, doch erst seit dem 17. Jahrhundert ist der Dalai Lama nicht nur geistlicher, sondern auch weltlicher Führer. Der aktuelle Dalai Lama ist der 72-jährige Tanchu Dhondup. Er ist die 14. Inkarnation Buddhas . Seit Beginn der chinesischen Kulturrevolution, seit März 1959, lebt der Dalai Lama in seiner Residenz in Indien im Exil.
China
China hat seit dem 13. Jahrhundert immer Einfluss auf das tibetische Hochland gehabt. Einst ging es nur um territoriale Streitigkeiten bzw. Expansionsbestrebungen Chinas. Zur Zeit der chinesischen Besetzung Tibets, 1950/51, wurde die Volksrepublik China von der kommunistischen Kuomintang regiert. Ihrem Führer Tschiang Kaitscheck ging es weniger darum das Territorium seines Heimatlandes auszudehnen, als die feudalistische Gesellschaftsordnung, die in Tibet vorherrschte, zu beseitigen. Zwar stand China nicht lange unter der Herrschaft der Kuomintang, dennoch blieb es streng kommunistisch und vor allem im Rahmen der Kulturrevolution in den 60er und 70er Jahren war eine religiöse Regierungsform, wie sie in Tibet vorlag unvorstellbar und unduldbar.
2. Ursachen und Vorgeschichte
Nach dem Sieg der Kommunisten (Regierungspartei: Kuomintang) im chinesischen Bürgerkrieg 1950, meldete das neue Staatsoberhaupt Tschiang Kaitschek den traditionellen Anspruch Chinas auf Tibet an. Da der Dalai Lama dem Druck nicht nachgab, folgte Ende Oktober 1950 die Besetzung Tibets durch die überlegene chinesische Armee.
In Folge der Besetzung kam es am 23. Mai 1951 zu einem Abkommen zwischen China und dem Dalai Lama. Die tibetische Regierung kapitulierte und unterzeichnete das diktierte Abkommen. Dieses Abkommen beinhaltete die Eingliederung Tibets in die Volksrepublik China. Vorgesehen war die Beibehaltung der regionalen Autonomie, sowie der geistlichen und politischen Funktionen des Dalai Lama. Eine Verfolgung Lamaistischer Anhänger wurde ausgeschlossen und die Achtung buddhistischer Traditionen zugesichert. Die außenpolitische Vertretung Tibets erfolgte nun also durch Peking.
Des weiteren führte China soziale und politische Reformen durch, die von zahlreichen Besatzungssoldaten überwacht wurden. Das Gesundheits- und Bildungswesen wurde erheblich verbessert, doch soziale und kulturelle Reformen bewirkten eine bewusste Zurückdrängung des Lamaismus.
Aus strategischen Gründen ließ China zwei große und wichtige Verbindungsstraßen in den Himalaja bauen. Hierzu wurden tibetische Arbeiter zu drakonischer Zwangsarbeit abgeordnet. Mehrere Hundert Arbeiter ließen dabei ihr Leben. Die Diskriminierung und Ausbeutung der tibetischen Bevölkerung nahm ihren Lauf. Es folgten regelrechte Auswanderungsfluten von Seiten der Tibeter, hauptsächlich nach Indien. Zudem kam die Umsiedlung tibetischer Bewohner durch die chinesische Regierung. Schon bald, und so auch noch heute, lebten mehr Chinesen als Tibeter in dem umstrittenen Hochland.
Während der von Mao Tse Tung eingeleiteten Kulturrevolution kam es zur Enteignung der buddhistischen Klöster und die Ausübung der buddhistischen Religion wurde verboten.
1965 wurde Tibet formal zur autonomen Region der Volksrepublik China erklärt, und die chinesische Regierung verkündete, dass die Region einer kontinuierlichen Umwandlung zum Sozialismus unterzogen werde.
3. Auswirkungen des Konfliktes
Nach den Liberalisierungsmaßnahmen, die 1980 durch Peking eingeleitet wurden, findet am 27. September 1987 erstmalig wieder eine größere, aber dennoch friedliche Demonstration statt. Lama-Mönche demonstrierten für die Abtrennung Tibets von China. Dieses Ereignis hat viele Freiheitskämpfer aufgerüttelt und motiviert wieder für ihre Forderungen auf die Straße zu gehen. Am 1. Oktober kommt es in der tibetischen Hauptstadt Lhasa zu blutigen Unruhen, die sechs Tote und 19 Schwerverletzte zur Folge haben.
Durch die Demonstrationen in Lhasa wurde die ohnehin schon sehr angespannte Stimmung zwischen der chinesischen Regierung und der tibetischen Bevölkerung noch weiter verschärft. Statt mehr Freiheit erwirkte man eine noch stärkere Unterdrückung. Die Antwort der Regierung auf die Unruhen war: Festnahmen, Ausgangssperre und Ausweisung aller ausländischen Journalisten. Die einst herrschende Ruhe in Lhasa kann erst durch verstärktes Militär- und Polizeiaufgebot wieder hergestellt werden.
Obwohl der Dalai Lama in Indien residiert, dauert es nicht lange, dass ihn die Nachricht von diesen Unruhen erreicht. Aus dem Exil fordert er zum gewaltfreien Widerstand auf. Dennoch kommt es am 5. März 1988 zu erneuten Unruhen in Lhasa. Im Rahmen dieser Ausschreitungen liefern sich Tausende Tibeter Straßenschlachten mit der Polizei. Wieder kommen Menschen ums Leben. Durch die hohe Verletztenrate auf Seiten der Polizei (über 300 Verletzte), wird die Regierung angeregt dem Dalai Lama erneut direkte Verhandlungen über Tibet anzubieten. Obwohl der Dalai Lama Gewaltlosigkeit propagiert und somit versucht, wenigstens seinen Teil der Bevölkerung zu beruhigen, werden ihm von Peking „Spalter-Aktivitäten“ vorgeworfen.
Im Jahr 1995 wurde der 11. Panchen Lama, der Wegbegleiter des Dalai Lama, im Alter von sechs Jahren inthronisiert. Kurz darauf wurde er von der chinesischen Regierung entführt. Diese Tat ist zwar ein Jahr später zugegeben worden, dennoch stellte Peking einen neuen 11. Panchen Lama, der ganz nach ihren Vorstellungen kommunistischer Abstammung ist.
Im Jahr 1996 verfügte Peking, dass in den buddhistischen Versammlungsstätten keine Bilder des Dalai Lama gezeigt werden dürfen.
Als im Januar 2000 der Karmapa, der dritthöchste Mönch im Buddhismus, nach Indien floh, versuchte China mit aller Gewalt die indische Regierung zu überreden ihm kein Asyl zu gewähren.
4. Lösungsversuche und Ergebnisse
Seit den Unruhen sind zwar Ergebnisse erzielt worden, dennoch kann man den Konflikt um die Tibet-Frage nicht als gelöst betrachten.
Einen entscheidenden Schritt in Richtung Konfliktlösung tat der Dalai Lama, indem er im September 1987 den Fünf-Punkte-Friedensplan vorlegte, der unter anderem Grund für die Verleihung des Friedensnobelpreises 1989 war.
Dieser Friedensplan umfasste:
- die Umwandlung Tibets in eine Zone des Ahimsa (Gewaltlosigkeit)
- Aufgabe der bisher praktizierten Bevölkerungsumsiedlungen
- Achtung der grundlegenden Menschenrechte und demokratischen Freiheiten des tibetischen Volkes
- Wiederherstellung und Schutz der Umwelt Tibets
- Aufnahme ernsthafter Verhandlungen über den künftigen Status Tibets sowie von Beziehungen zwischen dem tibetischen und dem chinesischen Volk.
Die Wichtigkeit dieses Friedensplanes wurde unterstrichen durch zusätzliche Forderungen für das tibetische Gebiet. Dazu gehörte die Entmilitarisierung der tibetischen Hochebene, Verbot der Herstellung, Erprobung und Lagerung von Atomwaffen und anderem Kriegsmaterial, Verwandlung der Hochebene in einen Naturschutzpark, Förderung der Einrichtung internationaler und regionaler Organisationen zum Schutz der Menschenrechte und noch einige weitere Forderungen.
Wann immer es um die Befreiung Tibets von China ging, forderte der Dalai Lama von seinen Anhängern Gewaltlosigkeit: „Ich möchte meine Wertschätzung und den großen Respekt für die Zähigkeit und Geduld bekunden, die das tibetische Volk angesichts großer Ungerechtigkeiten zeigt. Die aktuelle Situation in Tibet und das Fehlen jeglichen substantiellen Fortschritts in der Lösung der Probleme Tibets bewirkt zweifelsfrei ein zunehmendes Gefühl der Frustration in breiten Schichten der Tibeter. Es trifft mich zutiefst, dass sich einige davon angezogen fühlen, nach anderen als friedlichen Lösungen zu suchen.“
Da der Dalai Lama keinen unabhängigen Staat Tibet fordert, wird seine Politik "Politik des Mittleren Weges" genannt. Diese führte bisher zu keinen direkten Verhandlungen mit der chinesischen Regierung, da diese jeden Dialog mit der exil-tibetischen Regierung ablehnt. Solange der Dalai Lama auf Unabhängigkeit poche, sei kein Dialog möglich. Der Dalai Lama hat wiederholt erklärt, er bestehe nicht auf Unabhängigkeit sondern auf eine echte Autonomie für Tibet: „Im Hinblick auf eine akzeptable Lösung der Tibet-Frage ist meine Position sehr einfach: Ich verlange nicht Unabhängigkeit. Wie ich schon viele Male gesagt habe, will ich lediglich, dass das tibetische Volk die Gelegenheit zu echter Selbstbestimmung erhält, um seine Zivilisation zu bewahren und die einmalige tibetische Kultur, Religion, Sprache und Lebensart zu pflegen und zu entwickeln. Mein Hauptanliegen ist, das Überleben des tibetischen Volkes zu gewährleisten, zusammen mit seinem einmaligen buddhistischen kulturellen Erbe.“
Es scheint, als läge es allein in der Macht der chinesischen Regierung, diesen Konflikt zu beenden. Von tibetischer Seite wird alles getan um einen Kompromiss zu finden, doch Peking scheint uneinsichtig, so wie es bei der Frage nach der Unabhängigkeitsforderung ganz eindeutig zu erkennen ist.
Zeitweilig schien eine Besserung der Lage in Sicht zu sein. Bei einem Besuch des US-Präsidenten Clinton im Jahr 1998 sprach der chinesische Präsident Jiang mit ihm auch über Tibet und bekundete ein persönliches Interesse an der Lösung der Tibet-Frage. Dies schien jedoch nur ein außenpolitischer Schachzug zu sein, denn seit August 1993 gab es keinen formellen Kontakt mehr zwischen der tibetischen Exilregierung und Peking. Bis zum heutigen Tag ist die chinesische Regierung nicht zu Verhandlungen über die Zukunft Tibets bereit.
28 Bewertungen, 2 Kommentare
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05.06.2002, 15:22 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSehr interessant. Darüber wußte ich bisher nur wenig! LG
-
12.03.2002, 18:04 Uhr von Netti1982
Bewertung: sehr hilfreichhast wohl ein Referat darüber halten müssen ;-) MfG Netti
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