Laminat Testbericht

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Erfahrungsbericht von aepfelbaeumchen

Viel Arbeit, die sich lohnt!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

*** Wie kam’s dazu? ***
Wie einige von Euch vielleicht in meinem Profil gelesen haben, bin ich gerade (immer noch!) am Umziehen.
Da fiel natürlich auch einiges an Renovierungsarbeiten an und daran möchte ich Euch jetzt teilhaben lassen!
In der Wohnung, die mein Freund und ich gemietet haben, lag im Gang und in der Essecke ein wirklich furchtbarer grau-schwarzer PVC. Da bekam man glatt Depressionen. Und abgenutzt war er auch noch.
Ich wollte schon immer mal Laminat haben und bald war mein Freund von der Idee begeisterter als ich. Also war es beschlossene Sache.

*** Die Auswahl ***
Zuerst schauten wir uns natürlich um, was wir uns denn für ein Laminat anschaffen sollten.
Es gibt einen grundsätzlichen Unterschied: Laminat zum Verleimen und sog. Klick-Laminat. Wie der Name schon sagt, wird das eine Laminat verleimt, das andere soll ohne Leim halten, allein durch eine Klickvorrichtung. Dabei wird die Feder so in die Nut geschoben und geklickt, dass ein Leimen überflüssig wird. Genau kann ich Euch das aber nicht erklären, weil wir uns im Endeffekt für ein Laminat zum Verleimen entschieden haben. Warum, dazu gleich.
Wir haben uns in Baumärkten und bei Ikea umgeschaut. Es gibt alle Farbnuancen von Ahorn bis zu Nussholz. Wir wollten ein helles. Die Preispalette geht von vier bis zu vierzig Euro. Ein Klick-Laminat bei Obi hätte z. B. 14,95 Euro pro qm gekostet.
Wir entschieden uns dann für das Laminat „Hemse“ von Ikea: schönes helles Bucheimitat, äußerst strapazierfähig und zudem noch gerade im Sonderangebot für 4,60 Euro pro qm! Dabei handelte es sich um ein Laminat zum Verleimen.

*** Was brauche ich sonst noch? ***
Außer dem Laminat braucht man natürlich noch den Leim, eine Unterlegfolie und die sog. „Klötzchen“, um Spannung auf das Laminat auszuüben und einen Abstand von der Wand einzuhalten. Haben wir auch alles bei Ikea bekommen. Nur waren die Klötzchen für uns teilweise zu dünn, deshalb haben wir uns bei Obi dickere besorgt. Bei den Klötzchen war noch ein Schlagholz dabei.
Außerdem braucht Ihr einen Hammer.
Zum Zusägen ist eine Stichsäge sehr zu empfehlen, eine Kappsäge noch viel besser.

*** Wie funktioniert das ganze? ***
Grundsätzlich sollte Laminat auf einer Unterlage verlegt werden: schon allein als Dämmung gegen Kälte und auch als Wohltat für die unteren Nachbarn! PVC und Linoleum als auch Teppichboden kann man liegen lassen und das Laminat darauf verlegen; Voraussetzung ist allerdings, dass der Boden wirklich gerade und nicht wellig ist, sonst hat man am Laminat keine Freude.
Auf diesen Bodenbelag kommt dann die „Laminatfolie“ (schaumstoffähnlich) darauf. Wenn man das Laminat auf den Estrich oder auf Betonboden verlegen möchte, braucht man zusätzlich darunter eine spezielle Folie, die die Feuchtigkeit, die ja durch den Beton durchdringen kann, abhält.
Da unser PVC sehr eben war (und wir auch keine große Lust hatten, diesen rauszureißen), haben wir unser Laminat direkt darauf verlegt (natürlich unter Verwendung der Folie).
Die Folie darf nirgends überlappen, sonst ist der Untergrund uneben.

Man sollte die Platten immer längs zum größten Lichteinfall legen.
Bei uns hieß das, dass wir die Platten, wenn man an der Wohnungstür stand, quer und nicht längs legten, was auch den positiven Effekt hat, dass unser Gang jetzt viel breiter aussieht, als er wirklich ist.

Die ersten zwei Reihen:
Jetzt muss man die ersten zwei Reihen „probeverlegen“, ohne sie zu verleimen. Bei diesen Reihen muss man sehr genau arbeiten, da sie die Basis für die übrigen Reihen sind. Sie sind also äußerst wichtig!
Man muss die Platten der ersten Reihe mit der Nut zur Wand legen, da man der Schlagklotz auf die Feder legen muss, um das Laminat festzuklopfen, so kann der Schlagklotz nicht wegrutschen.
Die letzte Platte der ersten Reihe muss man natürlich passend zusägen. Mit dem Reststück (das nun rechts nur noch eine Feder hat) beginnt man die zweite Reihe.
Beachten sollte man, dass die Enden der Platten der darauffolgenden Reihe mindestens 20 cm über die Enden der Platten der vorhergehenden Platten überstehen sollten. Ansonsten hat das Laminat nicht genug Halt und es steht nach oben. Das sollte man auch beachten, wenn man über die Ecke legt.
Hat man nun die ersten beiden Reihen angepasst, kann man mit dem Verleimen beginnen.
Beginnend mit der ersten Platte der ersten Reihe, dann die zweite der ersten Reihe, die erste der zweiten Reihe, die dritte der ersten usw.

Es sieht in etwa so aus:

A B C D
E F G H I

Zum Verleimen gibt man etwas Leim auf die Feder. Bitte nicht zu sparsam! Es kommt zwar das meiste wieder oben raus, aber es soll ja auch richtig halten! Hier zB. auf A, und zwar auf die Feder, auf die nachher Platte B kommt. Dann wird B vorsichtig mit Hilfe von Nut und Feder darauf geschoben.
Anschließend „fädelt“ man das Schlagklotz auf die Feder von B und schlägt die Platte kräftig an den passenden Platz. Man sollte wirklich kräftig schlagen, damit keine Spalte zwischen A und B entsteht. Falls doch, dann sollte man sie schnell korrigieren, weil der Leim wirklich schnell trocknet! Den herausquellenden Leim muss man gleich mit einem feuchten Lappen abwischen.
Wenn die Spalte auch nach mehrmaligen Versuchen nicht verschwindet, versucht einfach eine andere Platte. Uns ist es ein paar Mal passiert, dass die Platten zueinander nicht gepasst haben. Beim Wechseln der Platte gab es keinen Spalt mehr.

Laminat arbeitet ja, d. h. er kann sich ausdehnen. Deshalb muss man von der Wand ca. 0,5 cm frei lassen. Damit das Laminat da nicht hinrutscht, gibt es diese Abstandsklötzchen, die man zwischen Laminat und Wand schieben kann.

Die ersten beiden Reihen müssen nun 30 Minuten trocknen, dann kann man den Rest verlegen.

Laminat kann man auch nur auf einer Länge von 10 m ununterbrochen legen, danach braucht Ihr Übergangsleisten (lasst Euch dazu bei Ikea beraten, da hier eine Erklärung zu lange dauern würde und es zudem immer individuell auf den Einzelfall angepasst werden muss).

*** Die Reinigung ***
Wischen oder Staubsaugen genügt. Aber immer nur „nebelfeucht“ nie nass wischen.
Ich habe vor der ersten Benutzung den Boden mit einem speziellen Mittel für Laminat eingelassen. Das hatte den tollen Nebeneffekt, dass der Boden wunderbar glänzt.

*** Meine Erfahrungen ***
Laminat im Gang zu verlegen, ist zwar eine schöne Idee. Allerdings ist es sehr schwer, es anzupassen (sehr viel Sägearbeit), da es in einem Gang doch mehr Winkel und Ecken gibt, als in einem Zimmer. In einem Zimmer dürfte es schneller gehen!
Bei uns kam erschwerend noch hinzu, dass die Wände nirgends gerade waren. Wir mussten wirklich geometrisch rechnen, damit wir einigermaßen gerade in die Essecke kamen. Deshalb hat uns auch das Anpassen der ersten beiden Reihen (die ja die Grundlage sind) einen halben Tag gekostet! Da wollte ich wirklich alles hinschmeißen!
An der Türschwelle zu den angrenzenden Zimmern brauchten wir außerdem Abschluss- bzw. Übergangsleisten. Zu beachten ist hierbei, dass dazu Leisten in den Boden gebohrt werden müssen, BEVOR man mit dem Laminatlegen beginnt. Auf diese Leisten werden dann die eigentlichen Leisten daraufgesteckt.

*** Fazit ***
Es war wirklich sehr viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Der Gang sieht viel wohnlicher aus, es riecht angenehm nach Holz. Wenn man zur Tür reinkommt, meint man, man hätte vergessen, das Licht auszuschalten, so hell ist es geworden!
Laminat trägt wirklich zum gemütlichen Wohnen bei. Und vor allem war unser Laminat aus dem Sonderangebot zudem noch preisgünstiger als PVC oder Teppichboden. Außerdem ist das Laminat leicht zu reinigen!

Lasst Euch von der Arbeit nicht abschrecken! Es lohnt sich!

Grüße aus dem Umzugsstress

Bettina

17.06.2002

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