Lanzarote Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Dr.Claudia
Lanzarote leuchtet!
Pro:
interessante Insel, gutes Essen, freundliche Inselbewohner, traumhaftes Klima, schöne Strände u.v.m.
Kontra:
gut 4 Flugstunden entfernt
Empfehlung:
Ja
Ende Oktober 2003 weilte ich erstmals für eine Woche auf der Kanaren-Insel Lanzarote. Da ich schon viel Positives über die Kanaren gehört hatte, war ich sehr gespannt auf den bevorstehenden Urlaub und vor allem darauf, ob mir die Insel eben so gut gefallen würde wie – anscheinend - allen anderen.
1. FLUG UND ANKUNFT
Als wir in Deutschland abflogen, betrug die Aussentemperatur gerade mal 7 Grad und es war neblig. Also genau das richtige Wetter für einen Urlaub im sonnigen Süden! Die Hapag-Lloyd-Maschine war fast völlig ausgebucht und der Flug verlief reibungslos. Allerdings hatten wir starken Gegenwind, so dass wir erst nach knapp 5 Stunden auf dem Flughafen von Lanzarote landeten. Die normale Flugzeit liegt bei gut 4 Stunden. Das Wetter war nicht strahlend schön; es war eher bedeckt und trotzdem war es 24 Grad warm. In diesem Augenblick fing ich an, Lanzarote zu mögen und mich dort „heimisch“ zu fühlen!
2. MIETWAGEN UND UNTERKUNFT
Nachdem der Flughafen vergleichsweise überschaubar ist, waren wir schon bald im Besitz unserer Koffer und machten uns schnurstracks auf den Weg zum Schalter des Autoverleihers. Weit hatten wir nicht zu gehen, da alle Autoverleiher gut sichtbar im Ankunftsgebäude des Flughafens untergebracht sind. Nach den üblichen Formalitäten konnten wir unseren Wagen abholen und uns auch schon auf den Weg in unser Quartier nach Puerto del Carmen machen.
Praktischerweise liegt Puerto del Carmen, übrigens der größte Urlaubsort der Insel, nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt und man muss nach einem relativ langen Flug nicht auch noch die Unbequemlichkeit eines langen Anfahrtsweges auf sich nehmen. In weniger als einer halben Stunde hatten wir unsere auf einer leichten Anhöhe liegende und sehr ruhige Appartmentanlage erreicht und fingen an, uns in unserer 2-Zimmer-Wohnung heimelig einzurichten (über die Hotelanlage schreibe ich vielleicht noch einen gesonderten Bericht).
Die Aussicht aus dem Wohnzimmer war einfach betörend: Man blickte auf exotische Sträucher, deren Namen ich beim besten Willen nicht kenne, auf Palmen, die sich im lauen Wind bogen, und in einiger Entfernung sah man das Meer, was mir besonders gefiel, da wir gar keinen Meerblick gebucht hatten. Mittlerweile hatten sich auch noch die Wolken verzogen und die Sonne lachte von einem strahlend blauen Himmel. So hatte ich mir das vorgestellt! Ich zückte meine Sonnenbrille ...
3. ERSTVERSORGUNG VOR ORT
Nachdem wir uns endlich von der wunderschönen Aussicht losgerissen hatten, machten wir uns auf den Weg in den nächsten Supermarkt, der nur wenige Minuten von der Hotelanlage entfernt lag. Es war zwar kein großer Markt, aber für die Grundausstattung des Kühlschranks reichte es erst einmal. Wir kauften spanische Wurst, Ziegenkäse, frisches Brot, Oliven, Flan (ein Dessert mit vielen Eiern) und – natürlich – einen guten spanischen Wein, da unser erster Lanzarote-Besuch schließlich gebührend gefeiert werden musste.
Mein Tipp: unbedingt sofort Mineralwasser besorgen, möglichst gleich im 5-Liter-Kanister (Preis: unter 1 Euro, erhältlich in jedem Supermarkt). Das Leitungswasser stammt aus der Entsalzungsanlage und schmeckt dementsprechend. Zum Kaffee kochen sollte man es im eigenen Interesse nicht benutzen; Zähne putzen ist kein Problem.
4. ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZU LANZAROTE
An dieser Stelle möchte ich nur die wichtigsten Infos anführen, damit es dem geneigten Leser leichter fällt, sich die Verhältnisse vor Ort vorzustellen; weitere Details bitte ich in einem der zahlreichen Reiseführer nachzulesen. Also:
*****Lanzarote ist ca. 750 qkm groß, hat in der Länge eine maximale Ausdehnung von 62 km und ist bis zu 21 km breit. Die Einwohnerzahl beträgt nur rund 110.000; davon leben etwa 50.000 in der Hauptstadt Arrecife, die seit 1852 das Verwaltungszentrum der Insel ist. Diese lebt hauptsächlich vom Tourismus, der die Haupteinnahmequelle darstellt: 88 % der Beschäftigten arbeiten in diesem Sektor.
*****Lanzarote hat, wie auch die anderen Kanaren-Inseln, den Status einer Freihandelszone, so dass man bestimmte Produkte (z.B. im Elektrobereich) hier besonders günstig einkaufen kann.
Der internationale Tourismus setzte erst spät in den 70-er Jahren ein. Betrug die Zahl der Touristen damals gerade einmal 30.000 jährlich, so liegt sie heute bei ca. 1,8 Millionen. Das Hauptkontingent setzt sich aus Deutschen und Engländern zusammen.
*****Lanzarote wird oft „schwarze Perle der Kanaren“ genannt und da die Insel vulkanischen Ursprungs ist, ist diese Bezeichnung sehr zutreffend. Die mehrere Jahre andauernden Vulkanausbrüche in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts im Gebiet „Timanfaya“ (heute Nationalpark) verwüsteten rund ein Drittel der gesamten Insel und zwangen die Bewohner zur Flucht. Wie durch ein Wunder soll damals nach der schriftlichen Überlieferung nur ein Mensch ums Leben gekommen sein.
*****In gestalterischer Hinsicht hat der auf den Kanaren sehr bekannte Architekt und Künstler Cesar Manrique (1919 bis 1992) Lanzarote stark geprägt; sein Wirken ist noch heute auf der gesamten Insel spür- und sichtbar (zu Manrique siehe weiter unten). Seinem hohen künstlerischen Anspruch und seiner Initiative ist es übrigens zu verdanken, dass Lanzarote nicht mit den üblichen gesichtslosen Hotel-Hochhäusern, Beton-Silos und Massenunterkünften voll gepflastert wurde. Es gibt auf der ganzen Insel nur ein einziges ( ! ) Hochhaus und das steht in der Hauptstadt Arrecife und ist seit Jahren eine Bauruine ... Als Orientierungspunkt für den ortsunkundigen Touristen ist es sehr geeignet, da weithin sichtbar! So erfüllt es doch noch einen Zweck.
*****Die Haupturlaubsorte sind Puerto del Carmen, Playa Blanca im Süden der Insel und Costa Teguise nördlich von Arrecife. Der hübsch angelegte Yachthafen Puerto Calero macht zunehmend Anstalten, sich zu einem Urlaubsort zu entwickeln. Die Infrastruktur in den touristischen Zentren ist sehr gut; es gibt zahlreiche Läden, Cafes, Restaurants, Supermärkte, Autoverleiher, deutsche Ärzte und Kliniken, in denen man nahezu jedes Produkt und jede Dienstleistung einkaufen kann.
*****Das Wetter auf den Kanaren kann man nur als traumhaft bezeichnen. Es herrscht ein ganzjährig mildes Klima mit Wintertemperaturen von wenig unter 20 Grad und Sommertemperaturen, die kaum über 30 Grad liegen. Schwül ist es nur selten. Da zudem meistens ein leichter Wind weht, der bis zu einer stürmischen Brise auffrischen kann, ist die Luft sehr sauber, mit anderen Worten: eine Erholung für abgasgeplagte Lungen.
Sofern das Wetter nicht strahlend schön und sonnig ist, empfiehlt sich nach meiner Erfahrung ein gelegentlicher Blick zum Himmel: Ziehen dort bedrohlich dunkle Wolken auf, sollte man sich vorsorglich auf die Suche nach einem Dach über dem Kopf machen. Das mediterran-subtropische Klima beschert der Insel nämlich ergiebige Regengüsse, gegen die auch ein Regenschirm nicht viel ausrichten kann. Anders als in Deutschland, verschwinden die dunklen Wolken aber genau so schnell wie sie gekommen sind und machen der Sonne wieder Platz.
*****Der tiefblaue und an vielen Stellen ausgesprochen wilde Atlantik ist wunderschön und lädt geradezu zu endlos langen Strandspaziergängen und Badevergnügen aller Art ein.
5. MEINE LIEBLINGSSTRÄNDE
- die „Playa Famara“ im Norden der Insel, die auch bei Wellenreitern sehr beliebt ist (hier trainieren nur Fortgeschrittene); der Wellengang ist sensationell und die Aussicht auf die Nachbarinsel „La Graciosa“ phantastisch.
- die „Playa de los Pocillos“ direkt in Puerto del Carmen: Der lange Strand mit dem feinen weißen Sand und dem flachen Einstieg ist bestens für Kinder geeignet; hier kann man auch Boote ausleihen.
- die „Playa de Papagayo“ („Papageienstrände“), die häufig als die schönsten Strände der Insel bezeichnet werden, leider aber schwer zu erreichen sind: Für die nicht ausgebaute Holperstrecke, die zu den abgelegenen Stränden führt, muss man eine Art Maut in Höhe von 3 Euro bezahlen, ein ziemlich hoher Preis. Achtung: Mit dem Mietwagen darf man diese Strecke wegen möglicher Beschädigungen des Autos offiziell nicht befahren!
6. LOHNENDE AUSFLUGSMÖGLICHKEITEN
Da fällt mir die Auswahl wirklich schwer. Wir sind oft „nur“ mit dem Auto herum gefahren und haben an allen interessanten Punkten angehalten. Einige Highlights möchte ich aber doch empfehlen:
+++ Die „Fundacion Cesar Manrique“ (www.fcmanrique.org) nahe beim Ort Tahiche: Hier steht mitten im schwarzen Lavagestein das ehemalige Wohnhaus Manriques mit einer Wohnfläche von 1.200 qm, das nach seinem Tod zu einem modernen Museum umgebaut wurde. Ein Teil der früheren Wohnräume ist in natürlichen Vulkanblasen untergebracht; die Wirkung ist ganz aussergewöhnlich und mit Worten schwer zu beschreiben. Man muss es einfach selbst gesehen haben. In den oberen Ausstellungsräumen befindet sich Manriques Privatsammlung mit Werken von Picasso, Miro und anderen Künstlern.
Der kleine Museums-Shop bietet geschmackvolle und nicht zu teure Dinge wie Manrique-Uhren, Seidentücher, Fächer etc. an, die sich auch gut als Mitbringsel eignen.
+++Den „Jardin de Cactus“ in der Nähe des Ortes Guitiza. Dieser 1989 eröffnete Kakteengarten ist das letzte künstlerische Werk von Manrique. Auf dem 5000 qm großen Gelände sind 10.000 verschiedene Kakteenarten in den unterschiedlichsten Formen und Größen zu bewundern. Ich bin an sich kein großer Kakteen-Freund, aber dieser Garten ist wirklich schön angelegt und interessanter als vergleichbare Anlagen. Das Cafe ist ebenfalls sehr empfehlenswert, da man von der erhöhten Lage aus eine schöne Aussicht auf den Garten hat.
+++Den Nationalpark „Timanfaya“: Diese bizarre, teilweise mondartig anmutende Vulkanlandschaft sollte man sich auch dann nicht entgehen lassen, wenn sich am Eingang die Autos stauen und längere Wartezeiten drohen. Wir mussten ungefähr eine halbe Stunde warten. Das Auto muss man am Parkplatz unterhalb des Rundrestaurants „El Diablo“ abstellen (ebenfalls von Manrique, unbedingt anschauen, auch wenn man nichts konsumieren will!). Anschließend kann man in einen der bereit stehenden Busse umsteigen und die 30-minütige Busfahrt durch die sehr schmale „Ruta de los Volcanes“ genießen (Erläuterungen in englischer, spanischer und deutscher Sprache). Die hauptsächlich aus schwarzem Gestein bestehende Vulkanlandschaft wirkt bizarr, teilweise fast beängstigend, da man sich auf einem anderen Planeten wähnt, ist aber in jedem Fall sehenswert.
7. ESSEN AUF LANZAROTE
Für den kleinen Hunger zwischendurch sind die Tapas zu empfehlen, wie sie in Spanien überall zu bekommen sind.
Ich selbst wollte unbedingt die „papas arragudas“ probieren, die zu den absoluten Insel-Spezialitäten zählen. Es handelt sich dabei um in Meerwasser gekochte kleine Kartoffeln mit Salzkruste, die man mitsamt der Schale isst. Touristen blamieren sich gern, indem sie die Kartoffeln sorgfältig pellen! Dazu wird der berühmte „Mojo“ serviert, eine rote oder grüne Soße mit sehr viel Knoblauch und Kräutern. Knoblauch-Fans werden sie lieben, alle anderen sollten besser die Finger davon lassen! „Mojo“ gibt es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen; die rote „mojo rojo“ oder „mojo picon“ ist würzig bis scharf, die grüne „mojo verde“ schmeckt etwas milder und „kräutiger“. Man kann sie in jedem Supermarkt kaufen und die Soße eignet sich auch als Mitbringsel.
Besonders gut, wie überall am Atlantik, ist der fangfrische Fisch, der in fast jedem Restaurant in zahlreichen Variationen auf der Speisekarte steht. Gegrillt und mit Gemüsebeilage schmeckt er mir einfach wunderbar. Oft kann man sich das Tierchen, das man anschließend verspeisen möchte, selbst in der Vitrine aussuchen.
Wer es süß liebt, wird „Bienmesabe“ mögen. Das ist eine sehr gehaltvolle Nachspeise aus Eiern, Honig und Mandeln. Zu haben unter anderem im „El Diablo“ in „Timanfaya“; sonst ist es oft gar nicht so leicht zu bekommen!
8. ZU DEN INSELBEWOHNERN
Die Einheimischen sind in der Regel freundlich und hilfsbereit. Es erleichtert die Kommunikation ungemein, wenn man ein paar Brocken Spanisch spricht; oft reicht schon ein „Ola“, um als Urlauber zumindest seinen guten Willen zu bekunden. Besonders gefällt mir die offensichtliche Gelassenheit der Insel-Bewohner: Wenn’s beim Bäcker eine Schlange gibt, hat das keine bösen Blicke oder Gereiztheit zur Folge, sondern ... ein Schwätzchen mit der Nachbarin!
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Im Verkehr lassen sich die Kanaren eher von ihrem südländischen Temperament leiten. Man sollte also als Tourist lieber defensiv fahren und den zahlenmäßig unterlegenen Einheimischen großzügig die Vorfahrt lassen, wofür sie sich garantiert mit einer lässigen Handbewegung bedanken werden ...
9. MEINE ABSCHLIESSENDE BEWERTUNG ZU LANZAROTE
Unser erster Kanaren-Urlaub war mit ganz kleinen Einschränkungen rundum gelungen. Lanzarote ist eine wunderschöne und interessante Insel, auf der es viel zu sehen gibt. Ich werde die Insel ganz bestimmt wieder besuchen. Zuerst muss ich mir aber, allein aus Vergleichsgründen, die anderen Kanaren-Inseln ansehen – Teneriffa wartet schon!
(c)Dr.Claudia2004ciao.com/Januar2005yopi.de
1. FLUG UND ANKUNFT
Als wir in Deutschland abflogen, betrug die Aussentemperatur gerade mal 7 Grad und es war neblig. Also genau das richtige Wetter für einen Urlaub im sonnigen Süden! Die Hapag-Lloyd-Maschine war fast völlig ausgebucht und der Flug verlief reibungslos. Allerdings hatten wir starken Gegenwind, so dass wir erst nach knapp 5 Stunden auf dem Flughafen von Lanzarote landeten. Die normale Flugzeit liegt bei gut 4 Stunden. Das Wetter war nicht strahlend schön; es war eher bedeckt und trotzdem war es 24 Grad warm. In diesem Augenblick fing ich an, Lanzarote zu mögen und mich dort „heimisch“ zu fühlen!
2. MIETWAGEN UND UNTERKUNFT
Nachdem der Flughafen vergleichsweise überschaubar ist, waren wir schon bald im Besitz unserer Koffer und machten uns schnurstracks auf den Weg zum Schalter des Autoverleihers. Weit hatten wir nicht zu gehen, da alle Autoverleiher gut sichtbar im Ankunftsgebäude des Flughafens untergebracht sind. Nach den üblichen Formalitäten konnten wir unseren Wagen abholen und uns auch schon auf den Weg in unser Quartier nach Puerto del Carmen machen.
Praktischerweise liegt Puerto del Carmen, übrigens der größte Urlaubsort der Insel, nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt und man muss nach einem relativ langen Flug nicht auch noch die Unbequemlichkeit eines langen Anfahrtsweges auf sich nehmen. In weniger als einer halben Stunde hatten wir unsere auf einer leichten Anhöhe liegende und sehr ruhige Appartmentanlage erreicht und fingen an, uns in unserer 2-Zimmer-Wohnung heimelig einzurichten (über die Hotelanlage schreibe ich vielleicht noch einen gesonderten Bericht).
Die Aussicht aus dem Wohnzimmer war einfach betörend: Man blickte auf exotische Sträucher, deren Namen ich beim besten Willen nicht kenne, auf Palmen, die sich im lauen Wind bogen, und in einiger Entfernung sah man das Meer, was mir besonders gefiel, da wir gar keinen Meerblick gebucht hatten. Mittlerweile hatten sich auch noch die Wolken verzogen und die Sonne lachte von einem strahlend blauen Himmel. So hatte ich mir das vorgestellt! Ich zückte meine Sonnenbrille ...
3. ERSTVERSORGUNG VOR ORT
Nachdem wir uns endlich von der wunderschönen Aussicht losgerissen hatten, machten wir uns auf den Weg in den nächsten Supermarkt, der nur wenige Minuten von der Hotelanlage entfernt lag. Es war zwar kein großer Markt, aber für die Grundausstattung des Kühlschranks reichte es erst einmal. Wir kauften spanische Wurst, Ziegenkäse, frisches Brot, Oliven, Flan (ein Dessert mit vielen Eiern) und – natürlich – einen guten spanischen Wein, da unser erster Lanzarote-Besuch schließlich gebührend gefeiert werden musste.
Mein Tipp: unbedingt sofort Mineralwasser besorgen, möglichst gleich im 5-Liter-Kanister (Preis: unter 1 Euro, erhältlich in jedem Supermarkt). Das Leitungswasser stammt aus der Entsalzungsanlage und schmeckt dementsprechend. Zum Kaffee kochen sollte man es im eigenen Interesse nicht benutzen; Zähne putzen ist kein Problem.
4. ALLGEMEINE INFORMATIONEN ZU LANZAROTE
An dieser Stelle möchte ich nur die wichtigsten Infos anführen, damit es dem geneigten Leser leichter fällt, sich die Verhältnisse vor Ort vorzustellen; weitere Details bitte ich in einem der zahlreichen Reiseführer nachzulesen. Also:
*****Lanzarote ist ca. 750 qkm groß, hat in der Länge eine maximale Ausdehnung von 62 km und ist bis zu 21 km breit. Die Einwohnerzahl beträgt nur rund 110.000; davon leben etwa 50.000 in der Hauptstadt Arrecife, die seit 1852 das Verwaltungszentrum der Insel ist. Diese lebt hauptsächlich vom Tourismus, der die Haupteinnahmequelle darstellt: 88 % der Beschäftigten arbeiten in diesem Sektor.
*****Lanzarote hat, wie auch die anderen Kanaren-Inseln, den Status einer Freihandelszone, so dass man bestimmte Produkte (z.B. im Elektrobereich) hier besonders günstig einkaufen kann.
Der internationale Tourismus setzte erst spät in den 70-er Jahren ein. Betrug die Zahl der Touristen damals gerade einmal 30.000 jährlich, so liegt sie heute bei ca. 1,8 Millionen. Das Hauptkontingent setzt sich aus Deutschen und Engländern zusammen.
*****Lanzarote wird oft „schwarze Perle der Kanaren“ genannt und da die Insel vulkanischen Ursprungs ist, ist diese Bezeichnung sehr zutreffend. Die mehrere Jahre andauernden Vulkanausbrüche in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts im Gebiet „Timanfaya“ (heute Nationalpark) verwüsteten rund ein Drittel der gesamten Insel und zwangen die Bewohner zur Flucht. Wie durch ein Wunder soll damals nach der schriftlichen Überlieferung nur ein Mensch ums Leben gekommen sein.
*****In gestalterischer Hinsicht hat der auf den Kanaren sehr bekannte Architekt und Künstler Cesar Manrique (1919 bis 1992) Lanzarote stark geprägt; sein Wirken ist noch heute auf der gesamten Insel spür- und sichtbar (zu Manrique siehe weiter unten). Seinem hohen künstlerischen Anspruch und seiner Initiative ist es übrigens zu verdanken, dass Lanzarote nicht mit den üblichen gesichtslosen Hotel-Hochhäusern, Beton-Silos und Massenunterkünften voll gepflastert wurde. Es gibt auf der ganzen Insel nur ein einziges ( ! ) Hochhaus und das steht in der Hauptstadt Arrecife und ist seit Jahren eine Bauruine ... Als Orientierungspunkt für den ortsunkundigen Touristen ist es sehr geeignet, da weithin sichtbar! So erfüllt es doch noch einen Zweck.
*****Die Haupturlaubsorte sind Puerto del Carmen, Playa Blanca im Süden der Insel und Costa Teguise nördlich von Arrecife. Der hübsch angelegte Yachthafen Puerto Calero macht zunehmend Anstalten, sich zu einem Urlaubsort zu entwickeln. Die Infrastruktur in den touristischen Zentren ist sehr gut; es gibt zahlreiche Läden, Cafes, Restaurants, Supermärkte, Autoverleiher, deutsche Ärzte und Kliniken, in denen man nahezu jedes Produkt und jede Dienstleistung einkaufen kann.
*****Das Wetter auf den Kanaren kann man nur als traumhaft bezeichnen. Es herrscht ein ganzjährig mildes Klima mit Wintertemperaturen von wenig unter 20 Grad und Sommertemperaturen, die kaum über 30 Grad liegen. Schwül ist es nur selten. Da zudem meistens ein leichter Wind weht, der bis zu einer stürmischen Brise auffrischen kann, ist die Luft sehr sauber, mit anderen Worten: eine Erholung für abgasgeplagte Lungen.
Sofern das Wetter nicht strahlend schön und sonnig ist, empfiehlt sich nach meiner Erfahrung ein gelegentlicher Blick zum Himmel: Ziehen dort bedrohlich dunkle Wolken auf, sollte man sich vorsorglich auf die Suche nach einem Dach über dem Kopf machen. Das mediterran-subtropische Klima beschert der Insel nämlich ergiebige Regengüsse, gegen die auch ein Regenschirm nicht viel ausrichten kann. Anders als in Deutschland, verschwinden die dunklen Wolken aber genau so schnell wie sie gekommen sind und machen der Sonne wieder Platz.
*****Der tiefblaue und an vielen Stellen ausgesprochen wilde Atlantik ist wunderschön und lädt geradezu zu endlos langen Strandspaziergängen und Badevergnügen aller Art ein.
5. MEINE LIEBLINGSSTRÄNDE
- die „Playa Famara“ im Norden der Insel, die auch bei Wellenreitern sehr beliebt ist (hier trainieren nur Fortgeschrittene); der Wellengang ist sensationell und die Aussicht auf die Nachbarinsel „La Graciosa“ phantastisch.
- die „Playa de los Pocillos“ direkt in Puerto del Carmen: Der lange Strand mit dem feinen weißen Sand und dem flachen Einstieg ist bestens für Kinder geeignet; hier kann man auch Boote ausleihen.
- die „Playa de Papagayo“ („Papageienstrände“), die häufig als die schönsten Strände der Insel bezeichnet werden, leider aber schwer zu erreichen sind: Für die nicht ausgebaute Holperstrecke, die zu den abgelegenen Stränden führt, muss man eine Art Maut in Höhe von 3 Euro bezahlen, ein ziemlich hoher Preis. Achtung: Mit dem Mietwagen darf man diese Strecke wegen möglicher Beschädigungen des Autos offiziell nicht befahren!
6. LOHNENDE AUSFLUGSMÖGLICHKEITEN
Da fällt mir die Auswahl wirklich schwer. Wir sind oft „nur“ mit dem Auto herum gefahren und haben an allen interessanten Punkten angehalten. Einige Highlights möchte ich aber doch empfehlen:
+++ Die „Fundacion Cesar Manrique“ (www.fcmanrique.org) nahe beim Ort Tahiche: Hier steht mitten im schwarzen Lavagestein das ehemalige Wohnhaus Manriques mit einer Wohnfläche von 1.200 qm, das nach seinem Tod zu einem modernen Museum umgebaut wurde. Ein Teil der früheren Wohnräume ist in natürlichen Vulkanblasen untergebracht; die Wirkung ist ganz aussergewöhnlich und mit Worten schwer zu beschreiben. Man muss es einfach selbst gesehen haben. In den oberen Ausstellungsräumen befindet sich Manriques Privatsammlung mit Werken von Picasso, Miro und anderen Künstlern.
Der kleine Museums-Shop bietet geschmackvolle und nicht zu teure Dinge wie Manrique-Uhren, Seidentücher, Fächer etc. an, die sich auch gut als Mitbringsel eignen.
+++Den „Jardin de Cactus“ in der Nähe des Ortes Guitiza. Dieser 1989 eröffnete Kakteengarten ist das letzte künstlerische Werk von Manrique. Auf dem 5000 qm großen Gelände sind 10.000 verschiedene Kakteenarten in den unterschiedlichsten Formen und Größen zu bewundern. Ich bin an sich kein großer Kakteen-Freund, aber dieser Garten ist wirklich schön angelegt und interessanter als vergleichbare Anlagen. Das Cafe ist ebenfalls sehr empfehlenswert, da man von der erhöhten Lage aus eine schöne Aussicht auf den Garten hat.
+++Den Nationalpark „Timanfaya“: Diese bizarre, teilweise mondartig anmutende Vulkanlandschaft sollte man sich auch dann nicht entgehen lassen, wenn sich am Eingang die Autos stauen und längere Wartezeiten drohen. Wir mussten ungefähr eine halbe Stunde warten. Das Auto muss man am Parkplatz unterhalb des Rundrestaurants „El Diablo“ abstellen (ebenfalls von Manrique, unbedingt anschauen, auch wenn man nichts konsumieren will!). Anschließend kann man in einen der bereit stehenden Busse umsteigen und die 30-minütige Busfahrt durch die sehr schmale „Ruta de los Volcanes“ genießen (Erläuterungen in englischer, spanischer und deutscher Sprache). Die hauptsächlich aus schwarzem Gestein bestehende Vulkanlandschaft wirkt bizarr, teilweise fast beängstigend, da man sich auf einem anderen Planeten wähnt, ist aber in jedem Fall sehenswert.
7. ESSEN AUF LANZAROTE
Für den kleinen Hunger zwischendurch sind die Tapas zu empfehlen, wie sie in Spanien überall zu bekommen sind.
Ich selbst wollte unbedingt die „papas arragudas“ probieren, die zu den absoluten Insel-Spezialitäten zählen. Es handelt sich dabei um in Meerwasser gekochte kleine Kartoffeln mit Salzkruste, die man mitsamt der Schale isst. Touristen blamieren sich gern, indem sie die Kartoffeln sorgfältig pellen! Dazu wird der berühmte „Mojo“ serviert, eine rote oder grüne Soße mit sehr viel Knoblauch und Kräutern. Knoblauch-Fans werden sie lieben, alle anderen sollten besser die Finger davon lassen! „Mojo“ gibt es in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen; die rote „mojo rojo“ oder „mojo picon“ ist würzig bis scharf, die grüne „mojo verde“ schmeckt etwas milder und „kräutiger“. Man kann sie in jedem Supermarkt kaufen und die Soße eignet sich auch als Mitbringsel.
Besonders gut, wie überall am Atlantik, ist der fangfrische Fisch, der in fast jedem Restaurant in zahlreichen Variationen auf der Speisekarte steht. Gegrillt und mit Gemüsebeilage schmeckt er mir einfach wunderbar. Oft kann man sich das Tierchen, das man anschließend verspeisen möchte, selbst in der Vitrine aussuchen.
Wer es süß liebt, wird „Bienmesabe“ mögen. Das ist eine sehr gehaltvolle Nachspeise aus Eiern, Honig und Mandeln. Zu haben unter anderem im „El Diablo“ in „Timanfaya“; sonst ist es oft gar nicht so leicht zu bekommen!
8. ZU DEN INSELBEWOHNERN
Die Einheimischen sind in der Regel freundlich und hilfsbereit. Es erleichtert die Kommunikation ungemein, wenn man ein paar Brocken Spanisch spricht; oft reicht schon ein „Ola“, um als Urlauber zumindest seinen guten Willen zu bekunden. Besonders gefällt mir die offensichtliche Gelassenheit der Insel-Bewohner: Wenn’s beim Bäcker eine Schlange gibt, hat das keine bösen Blicke oder Gereiztheit zur Folge, sondern ... ein Schwätzchen mit der Nachbarin!
Eine Ausnahme gibt es allerdings: Im Verkehr lassen sich die Kanaren eher von ihrem südländischen Temperament leiten. Man sollte also als Tourist lieber defensiv fahren und den zahlenmäßig unterlegenen Einheimischen großzügig die Vorfahrt lassen, wofür sie sich garantiert mit einer lässigen Handbewegung bedanken werden ...
9. MEINE ABSCHLIESSENDE BEWERTUNG ZU LANZAROTE
Unser erster Kanaren-Urlaub war mit ganz kleinen Einschränkungen rundum gelungen. Lanzarote ist eine wunderschöne und interessante Insel, auf der es viel zu sehen gibt. Ich werde die Insel ganz bestimmt wieder besuchen. Zuerst muss ich mir aber, allein aus Vergleichsgründen, die anderen Kanaren-Inseln ansehen – Teneriffa wartet schon!
(c)Dr.Claudia2004ciao.com/Januar2005yopi.de
24 Bewertungen, 1 Kommentar
-
01.02.2005, 17:52 Uhr von redwomen
Bewertung: sehr hilfreichwelches ich mit Sicherheit nie zu Gesicht bekommen werde. -mein Mann fliegt nicht.- LG Maria Aber ich würde es schon mal gerne kennen lernen, allerdings sehr sehr weit abseits vom Tourismus.
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