Leaving Las Vegas (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Filmfreund
Der Trinker und die heilige Hure
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Vorwort:
******
In einer Nacht und (nicht überlegten) Nebelaktion habe ich von einem Kollegen die DVD-Version von „Leaving Las Vegas“ mitgenommen. Auf VHS habe ich den zwar selbst zu Hause, aber ich dachte, ich könnte ruhig auch mal das Bonusmaterial ansehen. Da ist bestimmt eine ganze Menge drauf – bei dem Film. Vielleicht hätte ich diesbezüglich vorher nachfragen oder ganz einfach hinten drauf schauen sollen.
Ansonsten zählen Filme mit Nicolas Cage allerdings zu meinen Lieblingsfilmen – darunter selbstverständlich dann auch „Leaving Las Vegas“, so dass der Film auch auf DVD nicht großartig an Glanz verliert. Dazu aber weiter unten mehr...
Inhalt:
*****
Ben ist Drehbuchautor und dem Alkohol verfallen. Alles hat er verloren (den Job kündigt er von sich aus) und will nun seinem Leben ein Ende bereiten. So lässt er alles hinter sich, verkauft alles und macht sich auf den Weg nach Las Vegas, um dort seinem Leben mit Alkohol ein Ende zu bereiten. Hier lernt er dann die Prostituierte Sera kennen. Doch er will keinen Sex. Ihm reicht die bloße Anwesenheit ihrer Person.
Zwischen den beiden entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Freundschaft bis hin zur „Liebe“. Doch ein Happy End ist leider nicht erreichbar.
Meinung:
*******
Viele Filme haben sich bereits mit dem Thema Alkohol beschäftigt. Eine Sucht, aus der es so schnell keinen Ausweg gibt. Und auch in „Leaving Las Vegas“ greift Mike Figgis das Thema erneut auf und lässt den Hauptakteur Ben schlussendlich mit Mann und Maus absaufen.
Der Weg (die Vorgeschichte) Ben´s wird nicht durchleuchtet – muss er auch nicht. Dafür erleben wir die einzelnen Phasen des Endstadiums seines Problems. Und dies nicht zu knapp. Man fühlt sich als Zuschauer unbeholfen, betroffen, ratlos. Vieles, was man dort sieht, wird dem geneigten Zuschauer auf eine Art und Weise dargestellt, die seinesgleichen sucht. So sieht es aus. Die Wahrheit. Der Leidensweg und der Untergang einer Person, die keine Kraft mehr hat, gegen die Sucht kämpfen zu wollen und die kein Quäntchen Hoffnung ins Leben mehr setzen. Dieser Untergang wird geradezu heldenhaft dargestellt. Mit Freude, gar einer Wonne, die man nicht für möglich hält, so dass man im Anschluss gar den Eindruck bekommt, das das Tot-Saufen als eine kultige und lustige Alternative zum biederen Alltagsleben gelten kann.
Auf der anderen Seite steht dazu die Prostituierte Sera. Über sie erfährt man zwar eine ganze Menge (russischer Zuhälter, Misshandlung, Vergewaltigung etc.), diese einzelnen Sequenzen sind allerdings beliebig austauschbar und sorgen nur für die Annäherung der beiden. Ansonsten bleibt das Ende von Sera offen – vielleicht leider, wobei man sich wirklich einen Dreck um sie kümmert, um es mal unverblümt auszudrücken. Aber mal im Ernst. So wirklich interessiert die Leidensgeschichte von Sera eigentlich nicht. Sie ist aber wichtig - Mittel und Zweck - um die Geschichte von Ben weiter zu durchleuchten und voranzubringen. Und von daher... Ok...
Beide haben ihre Geschichte, ihr eigenes Problem. Und keiner macht dem anderen Vorwürfe geschweige versucht, den anderen aus dem Sumpf herauszuholen. Hierzu gibt es 1 markante Szene, in der Sera Ben ihren Whiskey begossenen Körper anbietet und ihn somit das Signal gibt, sein Problem zu akzeptieren. Andersrum wird schnell deutlich, das Ben es relativ egal ist, ob sie eine Hure ist oder nicht. Er sagt es klar heraus. Er denkt sowieso die ganze Zeit nur an seine „One Man Show“. Er konzentriert sich beinahe auf das unvermeidliche Ende. So hat er ja auch schon zu Begin damit angefangen, sein verfügbares Geld so einzuteilen, dass er nach dieser Frist wirklich dem Tode geweiht ist. Bis dahin will er das Leben genießen ?!?! Ist es wirklich das ?
Hier wirft der Film für mich eine Frage auf. Ein Mensch, der darauf hinzielt, sich mit Alkohol umzubringen – der also auf jeden Fall sterben will – arbeitet man dann wirklich so gezielt auf den Tod hin oder würde man es nicht eher sofort hinter sich bringen. Ich sehe darin nicht wirklich einen Sinn. So allerdings auch in der Tatsache, sich überhaupt umzubringen bzw. zu Tode zu saufen ... Dies aber nur noch so am Rande.
Es ist wirklich kein normaler Film alá Hollywood. Keine Action, kein Happy End.
Musik:
*****
Die Musik ist sehr melancholisch gehalten. So wie der Film selbst. Jazz- und Bluesklänge begleiten einen durch den ganzen Film. Aber sie erscheint weder richtig bedrückend noch überzogen. Hier hat man eine guten Geschmack gezeigt.
Sonstiges:
********
Nur in ganzen 5 Wochen wurde der Film abgedreht. Mit kleinen Handkameras und 16 Millimeter. Das sieht man auch in den Bildern. Glanzvolle Kameraschwenks halten die Kulisse der Stadt Las Vegas fest. Bunt und glamourös, wie Las Vegas wohl ist, ohne die Stadt in den Vordergrund zu setzen. Die Kosten waren mit rund 3,5 Millionen $ auch eher niedrig. Umso mehr hat er dann aber eingespielt und Nicolas Cage seinen ersten Oscar beschert.
Darsteller(in):
***********
Nicolas Cage hat den Oscar wirklich redlich verdient. Noch nie habe ich eine Person so perfekt einen Trinker spielen sehen. Die einzelnen Stadien bis zum endgültigen Untergang, die kleineren Aussetzer, wenn dem Körper der Alkohol fehlt und nicht zuletzt die Leistung, wenn Ben direkt „vor dem Abgrund“ steht. Das Zittern, Schwitzen, ja sogar das Brechen; all das hat Nicolas Cage hervorragend umgesetzt. Die Maskenbildner haben das Übrige getan, um alles so realistisch wie möglich darzustellen.
Aber auch Elisabeth Shue kann überzeugen. Die beiden sind eigentlich eh die einzigen Schauspieler im Film. Ich finde zwar sehr wohl, dass Elisabeth Shue eine sehr gute Rolle gespielt hat, leider wurde ihrer Rolle meines Erachtens zu wenig Eigenleben verliehen. Aber das, was man aus ihrer Rolle herausholen kann, das hat sie herausgeholt. Wirklich auch sehr bemerkenswert.
Im Ganzen muss man hier wirklich sagen, dass der Film eigentlich vielmehr von der Mimik und Gestiken der Darsteller lebt – weniger von den Dialogen. Sei es Angst, Mitgefühl, Sorge, Kummer, Verlangen oder vieles mehr. All das haben beide mit absoluter Professionalität gemeistert.
Besonderheiten:
************
Für die Rolle des Ben bekam Nicolas Cage den Oscar als bester Hauptdarsteller.
DVD-Info´s:
**********
Hallo, was ist da nur alles (nicht) auf der DVD drauf: Einzig und allein Produktionsnotizen und Infos über die Darsteller bekommt der werte Zuschauer geboten. Mehr als peinlich für so einen grandiosen Film.
Nicht einmal die Originalfassung wurde mit auf die DVD gepackt. Bild und Ton entsprechen vielmehr dem der VHS-Version. Hier bekommt die DVD dann auch den Abzug in der Gesamtwertung. Ganze 5 Sterne bekommt der Film von mir (mehr stehen leider nicht zur Auswahl), und die DVD 1!!! Stern. Zum Glück habe ich die DVD nicht gekauft, sondern nur von einem Kollegen ausgeliehen. Da kann ich also getrost bei meiner eigenen VHS-Version bleiben.
Filminformationen:
*************
Land: USA
Jahr: 1995
Originaltitel: Leaving Las Vegas
Laufzeit: ca. 110 min
Darsteller: Kim Adams, Nicolas Cage, Richard Lewis, Carey Lowell, Emily Procter, Stuart Regen, Julian Sands, Elisabeth Shue, Steven Weber
Regie: Mike Figgis
Produzent: Lila Cazès, Annie Stewart
Drehbuch: Mike Figgis (Vorlage: John O´Brien)
Musik: Mike Figgis, Anthony Marinelli
Kamera: Declan Quinn
Schnitt: John Smith
Offizielle Seite: n.A.
Fazit:
****
Den Film sollte man auf alle Fälle mal gesehen haben, auf die DVD kann man getrost verzichten und sich die VHS-Version anschauen. Aber sehen solltet ihr ihn unbedingt.
Prädikat: Sehr Empfehlenswert
so long Euer kleineslicht
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In einer Nacht und (nicht überlegten) Nebelaktion habe ich von einem Kollegen die DVD-Version von „Leaving Las Vegas“ mitgenommen. Auf VHS habe ich den zwar selbst zu Hause, aber ich dachte, ich könnte ruhig auch mal das Bonusmaterial ansehen. Da ist bestimmt eine ganze Menge drauf – bei dem Film. Vielleicht hätte ich diesbezüglich vorher nachfragen oder ganz einfach hinten drauf schauen sollen.
Ansonsten zählen Filme mit Nicolas Cage allerdings zu meinen Lieblingsfilmen – darunter selbstverständlich dann auch „Leaving Las Vegas“, so dass der Film auch auf DVD nicht großartig an Glanz verliert. Dazu aber weiter unten mehr...
Inhalt:
*****
Ben ist Drehbuchautor und dem Alkohol verfallen. Alles hat er verloren (den Job kündigt er von sich aus) und will nun seinem Leben ein Ende bereiten. So lässt er alles hinter sich, verkauft alles und macht sich auf den Weg nach Las Vegas, um dort seinem Leben mit Alkohol ein Ende zu bereiten. Hier lernt er dann die Prostituierte Sera kennen. Doch er will keinen Sex. Ihm reicht die bloße Anwesenheit ihrer Person.
Zwischen den beiden entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Freundschaft bis hin zur „Liebe“. Doch ein Happy End ist leider nicht erreichbar.
Meinung:
*******
Viele Filme haben sich bereits mit dem Thema Alkohol beschäftigt. Eine Sucht, aus der es so schnell keinen Ausweg gibt. Und auch in „Leaving Las Vegas“ greift Mike Figgis das Thema erneut auf und lässt den Hauptakteur Ben schlussendlich mit Mann und Maus absaufen.
Der Weg (die Vorgeschichte) Ben´s wird nicht durchleuchtet – muss er auch nicht. Dafür erleben wir die einzelnen Phasen des Endstadiums seines Problems. Und dies nicht zu knapp. Man fühlt sich als Zuschauer unbeholfen, betroffen, ratlos. Vieles, was man dort sieht, wird dem geneigten Zuschauer auf eine Art und Weise dargestellt, die seinesgleichen sucht. So sieht es aus. Die Wahrheit. Der Leidensweg und der Untergang einer Person, die keine Kraft mehr hat, gegen die Sucht kämpfen zu wollen und die kein Quäntchen Hoffnung ins Leben mehr setzen. Dieser Untergang wird geradezu heldenhaft dargestellt. Mit Freude, gar einer Wonne, die man nicht für möglich hält, so dass man im Anschluss gar den Eindruck bekommt, das das Tot-Saufen als eine kultige und lustige Alternative zum biederen Alltagsleben gelten kann.
Auf der anderen Seite steht dazu die Prostituierte Sera. Über sie erfährt man zwar eine ganze Menge (russischer Zuhälter, Misshandlung, Vergewaltigung etc.), diese einzelnen Sequenzen sind allerdings beliebig austauschbar und sorgen nur für die Annäherung der beiden. Ansonsten bleibt das Ende von Sera offen – vielleicht leider, wobei man sich wirklich einen Dreck um sie kümmert, um es mal unverblümt auszudrücken. Aber mal im Ernst. So wirklich interessiert die Leidensgeschichte von Sera eigentlich nicht. Sie ist aber wichtig - Mittel und Zweck - um die Geschichte von Ben weiter zu durchleuchten und voranzubringen. Und von daher... Ok...
Beide haben ihre Geschichte, ihr eigenes Problem. Und keiner macht dem anderen Vorwürfe geschweige versucht, den anderen aus dem Sumpf herauszuholen. Hierzu gibt es 1 markante Szene, in der Sera Ben ihren Whiskey begossenen Körper anbietet und ihn somit das Signal gibt, sein Problem zu akzeptieren. Andersrum wird schnell deutlich, das Ben es relativ egal ist, ob sie eine Hure ist oder nicht. Er sagt es klar heraus. Er denkt sowieso die ganze Zeit nur an seine „One Man Show“. Er konzentriert sich beinahe auf das unvermeidliche Ende. So hat er ja auch schon zu Begin damit angefangen, sein verfügbares Geld so einzuteilen, dass er nach dieser Frist wirklich dem Tode geweiht ist. Bis dahin will er das Leben genießen ?!?! Ist es wirklich das ?
Hier wirft der Film für mich eine Frage auf. Ein Mensch, der darauf hinzielt, sich mit Alkohol umzubringen – der also auf jeden Fall sterben will – arbeitet man dann wirklich so gezielt auf den Tod hin oder würde man es nicht eher sofort hinter sich bringen. Ich sehe darin nicht wirklich einen Sinn. So allerdings auch in der Tatsache, sich überhaupt umzubringen bzw. zu Tode zu saufen ... Dies aber nur noch so am Rande.
Es ist wirklich kein normaler Film alá Hollywood. Keine Action, kein Happy End.
Musik:
*****
Die Musik ist sehr melancholisch gehalten. So wie der Film selbst. Jazz- und Bluesklänge begleiten einen durch den ganzen Film. Aber sie erscheint weder richtig bedrückend noch überzogen. Hier hat man eine guten Geschmack gezeigt.
Sonstiges:
********
Nur in ganzen 5 Wochen wurde der Film abgedreht. Mit kleinen Handkameras und 16 Millimeter. Das sieht man auch in den Bildern. Glanzvolle Kameraschwenks halten die Kulisse der Stadt Las Vegas fest. Bunt und glamourös, wie Las Vegas wohl ist, ohne die Stadt in den Vordergrund zu setzen. Die Kosten waren mit rund 3,5 Millionen $ auch eher niedrig. Umso mehr hat er dann aber eingespielt und Nicolas Cage seinen ersten Oscar beschert.
Darsteller(in):
***********
Nicolas Cage hat den Oscar wirklich redlich verdient. Noch nie habe ich eine Person so perfekt einen Trinker spielen sehen. Die einzelnen Stadien bis zum endgültigen Untergang, die kleineren Aussetzer, wenn dem Körper der Alkohol fehlt und nicht zuletzt die Leistung, wenn Ben direkt „vor dem Abgrund“ steht. Das Zittern, Schwitzen, ja sogar das Brechen; all das hat Nicolas Cage hervorragend umgesetzt. Die Maskenbildner haben das Übrige getan, um alles so realistisch wie möglich darzustellen.
Aber auch Elisabeth Shue kann überzeugen. Die beiden sind eigentlich eh die einzigen Schauspieler im Film. Ich finde zwar sehr wohl, dass Elisabeth Shue eine sehr gute Rolle gespielt hat, leider wurde ihrer Rolle meines Erachtens zu wenig Eigenleben verliehen. Aber das, was man aus ihrer Rolle herausholen kann, das hat sie herausgeholt. Wirklich auch sehr bemerkenswert.
Im Ganzen muss man hier wirklich sagen, dass der Film eigentlich vielmehr von der Mimik und Gestiken der Darsteller lebt – weniger von den Dialogen. Sei es Angst, Mitgefühl, Sorge, Kummer, Verlangen oder vieles mehr. All das haben beide mit absoluter Professionalität gemeistert.
Besonderheiten:
************
Für die Rolle des Ben bekam Nicolas Cage den Oscar als bester Hauptdarsteller.
DVD-Info´s:
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Hallo, was ist da nur alles (nicht) auf der DVD drauf: Einzig und allein Produktionsnotizen und Infos über die Darsteller bekommt der werte Zuschauer geboten. Mehr als peinlich für so einen grandiosen Film.
Nicht einmal die Originalfassung wurde mit auf die DVD gepackt. Bild und Ton entsprechen vielmehr dem der VHS-Version. Hier bekommt die DVD dann auch den Abzug in der Gesamtwertung. Ganze 5 Sterne bekommt der Film von mir (mehr stehen leider nicht zur Auswahl), und die DVD 1!!! Stern. Zum Glück habe ich die DVD nicht gekauft, sondern nur von einem Kollegen ausgeliehen. Da kann ich also getrost bei meiner eigenen VHS-Version bleiben.
Filminformationen:
*************
Land: USA
Jahr: 1995
Originaltitel: Leaving Las Vegas
Laufzeit: ca. 110 min
Darsteller: Kim Adams, Nicolas Cage, Richard Lewis, Carey Lowell, Emily Procter, Stuart Regen, Julian Sands, Elisabeth Shue, Steven Weber
Regie: Mike Figgis
Produzent: Lila Cazès, Annie Stewart
Drehbuch: Mike Figgis (Vorlage: John O´Brien)
Musik: Mike Figgis, Anthony Marinelli
Kamera: Declan Quinn
Schnitt: John Smith
Offizielle Seite: n.A.
Fazit:
****
Den Film sollte man auf alle Fälle mal gesehen haben, auf die DVD kann man getrost verzichten und sich die VHS-Version anschauen. Aber sehen solltet ihr ihn unbedingt.
Prädikat: Sehr Empfehlenswert
so long Euer kleineslicht
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