Let Go - Avril Lavigne Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Stepnwolf

17 Jahr, blondes Haar...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

>>> AVRIL LAVIGNE - LET GO <<<



"Das ist sie!" Ich schrecke hoch. "Das ist wer?" - "Na dieses Mädel von den MTV-Video Music Awards." Ich drehe das Radio lauter und höre zu. "Achso, du meinst die Kleine, die kaum über das Redepult vorn schauen konnte." Ein Grinsen geht über mein Gesicht. "Wie hieß sie doch gleich?" - "Avril soundso ..." Sagt sie und ich höre weiter zu ... "Klingt nicht schlecht.", und ich speichere mir den Namen ...


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ZUR PERSON
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Sie heißt nicht Avril soundso, sondern Avril Lavigne, ist süsse 17 (und hat sogar blonde Haare *g*). Mit 15 Jahren hatte sie genug von ihrem Leben im kleinen Ort Napanee/Ontario und zog von Kanada ins große Bruderland USA - nach New York. Dort blieb sie nicht lange unentdeckt, denn niemand geringeres als Antonio L.A. Reid, Boss von Arista Records, wurde auf das kleine Energiebündel mit der großen Klappe aufmerksam.

Eine große Klappe hatte sie schon als Kind, was man als mittleres Kind mit einem älteren und jüngeren Bruder um sich auch haben mußte. Schon damals war ihr klar, das sie Songwriter werden will. Sie singt zu jeder Gelegenheit, erst im Kirchenchor, später auf Hochzeiten und Geburtstagen.
Und nun mit 17 und nach einem erneuten Tapetenwechsel von New York nach Los Angeles, erschien ihr erstes Album "Let go". Es war eine schwere Geburt, denn am Anfang wollte ihr einfach nichts passendes gelingen. Ihre Arbeit mit namhaften Produzenten und Songschreibern lief ins Leere. "Es war frustrierend. Ich arbeitete mit diesen mega-talentierten Leuten zusammen, aber am Ende kam nur Mist raus – Songs, die mich nicht repräsentierten. Das war ich einfach nicht."
L.A. Reid kaufte ihr ein One Way Ticket nach Los Angeles, um sich dort mit Cliff Magness zu treffen. "Ich wusste sofort, das ist der Richtige. Er verstand, dass ich mein Ding durchziehen musste. Er ließ mich einfach machen."

Und dieses Produkt des "einfach machen" liegt nun vor mir. Gekauft und für, tja was eigentlich?, befunden. Lest selbst ... :-)


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DAS ALBUM
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Lese ich die Biografie, erinnert mich die gute Avril doch in einigen Punkten an eine andere Dame aus Kanada ... an eine gewisse Alanis Morissette. Und auch musikalisch sind einige Parallelen zu erkennen. Klingt ja verheißungsvoll. Mal sehen, was Avril daraus macht!

DIE TITEL

"Losing grip"
Ist ein krachender Opener. Eins wird sofort klar, das Gerücht mit der glasklaren Stimme ist kein Gerücht. Avril rockt vor allem im Refrain ohne Komprisse. Klirrende Gitarren und ein unüberhörbares Schlagzeug begleiten den Gesang. Was am Anfang noch recht ruhig beginnt, steigert sich unausweichlich zu einem rockenden Titel. "Losing grip" ist Avrils Lieblingslied auf dem Album. Und auch eines meiner absoluten Favoriten. Ehrlich gesagt kann es nach dem Teil nur noch schlechter werden ...

"Complicated"
"Den Track ‘Complicated‘ habe ich über niemanden im Speziellen geschrieben. Er handelt vom Leben im Allgemeinen, über Leute, die sich und anderen etwas vormachen und über Beziehungen."
Ihre erste Singleauskopplung und zur Zeit auf allen Stationen zu hören. Nicht so agressiv wie noch der Vorgänger, und doch recht gitarrenlastig. In den Strophen singt sie lässig und cool, der Refrain dagegen ist wieder etwas lauter. Der langsame Schlagzeugtakt läßt das Lied aber nie so richtig in Fahrt kommen, sondern es bleibt immer ziemlich langsam und relaxt. Und komischerweise verführt mich "Complicated" immer wieder zum Mitschunkeln. Dabei ist das doch kein Schunkellied, oder??? Das wird mir alles zu kompliziert ...

"Sk8er boi"
Wenn der Albumtitel "Let go" irgendwo zutreffen könnte, dann bei der mittlerweile zweiten Single. Laßt euch gehen zu einem Punksong in Reinkultur. Der fetzt, der rockt ... sie rockt, sie schreit ... und wir bleiben mit Sicherheit nicht ruhig sitzen. "Sk8er boi" ist sicher so etwas wie eine Hommage an ihre Band, die Sk8er-Punkband, die sie hier und auch auf dem restlichen Album musikalisch tatkräftig unterstützt. Keine Pause! Das Teil rockt 3:20 Minuten, um euch verschwitzt zurückzulassen.

"I'm with you"
Jetzt aber bloß nicht duschen gehen! Denn sonst verpasst ihr den Balladenhöhepunkt des Albums.
Gleich zu Beginn ein dramatisches Cello (gespielt übrigens von Suzie Katayama, die auch schon öfter bei Alanis' Alben auftauchte). "It's a damn cold night, trying to figure out this life ..." Dieser klagende Gesang. "Won't you take by the hand, take me somewhere new..." Der sich von Minute zu Minute steigert, um am Ende in einem furiosen Finale zu explodieren. Ich weiß, das sie musikalisch begleitet wird, halt das übliche: Gitarren und Schlagzeug. Aber ich höre nur diese Stimme! Wenn es auf diesem Album vielleicht sonst nicht auffallen sollte (was ich allerdings bezweifle), hier bestimmt: Verdammt, die Frau kann singen! Und wie!
Absoluter Anspieltipp!

"Mobile"
Erzählt von ihrem Weggang aus der Heimat. "Everythings changing when I turn around!" singt Avril und hat damit wohl recht. Ihr Leben hat sich komplett geändert. Der Stil des Titels aber nicht. Wieder ein rockiges Teil. In den Strophen gesitteter, dafür im Refrain wieder laut und unterstützt von kreischenden Gitarren. Nur diese Energie des Openers will hier nicht so gelingen, daher bleibt mir "Mobile" nur als mittelmäßiges Lied im Ohr, ohne Schnörkel.

"Unwanted"
Die E-Gitarre startet, um kurz darauf auch gleich wieder zu verstummen und Avrils Gesang Platz zu machen. Einige Keyboardklänge sind im Hintergrund zu vernehmen. Aber alles ist so unheimlich ruhig und leise. Doch ich habe die Rechnung nicht ohne den Wirt (in dem Fall den Refrain) gemacht. Der kracht gewaltig und da ist sie auch wieder, die agressive E-Gitarre und Avrils anklagender Gesang: "You don't know me, don't ignore me! You don't want me there. You just shout me out!" Naja, bei dem Text konnte das auch keine Ballade werden. Der Titel lebt von diesem ungemein rockenden Refrain ...

"Tomorrow"
Hatte ich gerade noch das Wort Ballade in den Mund genommen, hab ich eben diese jetzt im Ohr. Das zweite Mal wird es recht ruhig auf dem Album. Und um endlich den Vergleich zu Alanis zu ziehen. Immer bei diesen leisen Stücken erinnert mich die gute Avril an die bessere Alanis.
Hauptbegleitung ist hier das Schlagzeug und ein Streicherteppich. Und obwohl der Text eigentlich eher negativ ist, kommt mir das Lied immer so fröhlich rüber. Halt eine klassische Popballade zum Mitsingen! "But tomorrow it may change" Ok, vielleicht ändere ich meine Meinung morgen nochmal!

"Anything but ordinary"
"Ich bin so wie ich bin. Mir ist egal, was die andern denken. Ich ziehe an, was mir gefällt, ich tue das, was ich für richtig halte und ich mache die Musik, die ich will." Eben alles andere als gewöhnlich ist sie.
Etwas ungewöhnlich ist das Lied schon. Ziemlich viele elektronische Klangeinflüsse, nur dezenter Akustikgitarreneinsatz und ein leise erklingendes Schlagzeug im Hintergrund. Avril singt fröhlich und das verbreitet anscheinend auch gewollte gute Laune. Das Lied fährt mehr in die normale Popschiene und kann nicht die bisherige Energie erzeugen. Hat aber ein überragendes Mitsingpotential. Ist das eigentlich positiv zu bewerten???

"Things I'll never say"
Sprach ich eben von guter Laune, so ist das hier die perfekte Fortsetzung davon. Ruhige Strophen wechseln sich mit dem lauteren Refrain ab, ohne dabei aber richtig rockend zu werden. Und Avril singt über Dinge, die sie ihm ganz gern sagen würde, aber nie sagen wird. Mmmmhh, ehrlich gesagt kannst du ihm diese Dinge ja auch vorsingen. Oder noch besser: Spiel doch einfach dieses Lied vor! :-) Auf jeden Fall verbreitet sie auch hier viel gute Laune, aber bitte werde doch wieder etwas lauter und rockiger. Das klingt mir hier wieder zu sehr nach Popmusik.

"My world"
Auch hier erzählt sie aus ihrem Leben, woher, wohin und warum. Und versinkt dabei in ihrer Welt. Aber warum wieder nur auf der ruhigeren Schiene?? Das Schlagzeug klopft, die Gitarren zupfen und Avril ist noch immer auf dem Gute Laune Trip. Nur gelegentlich ist die rockigere und lautere Stimme zu vernehmen, die den Anfang des Albums geprägt hat. Aber viel zu selten, leider! Warum nur muß sich hier das Klischee bestätigen, das die schlechten Lieder immer am Ende kommen??? Aber ich habe noch Hoffnung ...


"Nobody's fool"
Gitarre und Schlagzeug beginnen. So weit, so gut! Nur dann macht sie etwas, was gar nicht zu ihr passt. Sie fängt mit Sprechgesang an. Und das will mir irgendwie gar nicht gefallen. Einzig im Refrain singt sie. Das Lied ist wieder langsam und in einem relaxten Takt. Zum Ende hin wird es dann doch noch lauter, aber das rettet auch nicht vor meinem Urteil: Das ist eindeutig das schlechteste auf "Let go"! Avril, bitte versuch dich nie wieder in Sprechgesang! Das passt einfach nicht!

"Too much to ask"
Ja, endlich wieder ein Lied, das mir zusagt. Ich dachte schon ...
Es beginnt recht ruhig und Avril singt sanft und gefühlvoll. Aber irgendetwas ist falsch. Das macht sich vor allem im lauten Refrain bemerkbar, den sie klagend und anklagend vorträgt: "Can't you see that you lie to yourself. You can't see the world through a mirror." Finde dich mein Junge, denn trotz allem wartet sie. "It won't be too late when the smoke clears, cause I'm still here." Wann kriegt man schon so ein Angebot? Und Avril enttäuscht nicht, denn das kann durchaus wieder gefallen ...

"Naked"
Der Rausschmeißer ist noch mal ruhig. Was aber einen guten Abschluß des Albums bildet. "Naked" ist nicht überragend, sondern besticht durch einfachen Aufbau. Avril singt über den Menschen, der sie ohne Worte versteht. Der sie nur anschaut und weiß, was los ist. Der für sie da ist, wenn sie Hilfe braucht. Der Mensch, den wir alle entweder suchen oder vielleicht sogar schon gefunden haben. "I never felt like this before, I'm naked around you. Does it show you see right through me and I can't hide. I'm naked around you. And I feel so right."
So und bevor ihr euch auf die Suche macht, geht noch schnell unter die etwas weiter oben angesprochene Dusche. Ihr seid ja eh grade nackt. :-)

Ich mach derweil die Musik aus ...

ANSPIELTIPPS

Vorneweg der Opener "Losing grip", ein Megateil. Dann in der Rocksparte die beiden Titel "Sk8er boi" und "Unwanted", sowie in der Balladensparte das wunderschöne "I'm with you" und "Tomorrow". Naja und "Complicated" kennt man ja schon.

CD-INFOS

Das Album "Let go" von Avril Lavigne hat eine Spiellänge von 48:13 Minuten und ist bei Arista Records erschienen.
Zur im Text erwähnten Sk8er Punkband, die Avril begleitet, gehören Evan Taubenfeld (Guitar), Mark Spicoluk (Bass) und Matthew Braun (Drums). Die Texte stammen aus der Feder von Avril.

Erwähnen möchte ich noch das Booklet. Es sind alle Texte enthalten, was mich allerdings stört, sind immer diese ziehharmonikamäßig aufklappbaren Booklets, wo die Arme immer länger werden. Das ist hier so eins. Was mir aber positiv auffällt, sind die einzelnen Bilder im Booklet, die meist passend zum abgedruckten Text daherkommen. Ist das Lied traurig, gibt es dazu eine traurig dreinblickende Avril und umgekehrt. Das finde ich gelungen.


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FAZIT
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Das Debütalbum einer Sängerin aus Kanada. Frisch, frei von der Leber weg. Mit rockenden Titeln und zwei tollen Balladen. Das ist "Let go" von Avril Lavigne. Und um zum Schluß noch mal den Vergleich zu ziehen: Alanis' Debüt war frecher, schonungsloser und abgeklärter. Avril klingt doch ab und an wie das kleine Mädchen, das sie mit ihren 17 Jahren ja auch noch teilweise ist.
Aber trotzdem kann die Scheibe begeistern. Beginnt richtig rockig, bewegt sich zu gelegentlichen Balladen und endet nach einem kleinen Durchhänger ruhig. Und mit der glasklaren Stimme wird sich das kleine Energiebündel sicher auch weiterhin lautstark bemerkbar machen. Das Potential ist da. Und zu wünschen wäre es ihr allemal.
Hört rein und lasst euch überzeugen ...



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MEHR
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ÜBER AVRIL LAVIGNE

www.avril-lavigne.de
Die offizielle deutsche Homepage mit allem Wissenswerten rund um Avril. Meiner Meinung nach sogar besser als ihre englische Homepage.

www.avril-lavigne.com
Für die Englischfreaks unter euch, wobei beide vom Aufbau und Inhalt ähnlich sind.

www.avrilfans.com
Fansite mit vielen News, täglich aktuell und recht informativ.

www.alavigne.com
Die Site über die "Punk Princess" (komischer Nickname). Riesige Multimediasektion mit Sounds, Wallpapers, Ringtones und mehr ...

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