Lichtblick AG Testbericht

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Erfahrungsbericht von LosGatos

Mein Strom ist nicht gelb, aber ganz hell !

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor knapp 2 Jahren habe ich den Stromanbieter gewechselt. Somit ein guter Zeitpunkt für ein Resumée. Mein Strom ist zwar nicht gelb, dafür aber ganz hell, ein wahrer LichtBlick. Das ist auch der Name des Unternehmens, über das ich jetzt berichte.

STAATLICHE UND PRIVATE STROMVERSORGER

Bis vor ein paar Jahren hatten die Stromanbieter regionale Monopole, z.B. in den Städten die Stadtwerke oder größere Anbieter wie REW. Als Endverbraucher hatte man somit überhaupt keine Wahl, sich einen Stromlieferanten auszusuchen und war damit auch dem Preisdiktat der etablierten Stromlieferanten ausgeliefert. Wie schon einige Jahre vorher in der Telekommunikation wurde dann endlich der Strommarkt "dereguliert", d.h. für private Anbieter wurde der Markt geöffnet. Das bedeutet Wettbewerb und Preiskampf.
Ähnlich wie in der Telekommunikation gibt es aber zwischen etablierten und alternativen (privaten) Stromanbietern gravierende Unterschiede. Letztere verfügen meist über kein eigenes Netz, mit dem sie Strom flächendeckend transportieren können. Vielmehr erzeugen oder beschaffen (Strom-Broker) private Stromanbieter lediglich den Strom und speisen ihn in die Netze der Etablierten ein. Dafür bezahlen sie an letztere sogenannte Durchleitungsgebühren. Zwar verdienen die Etablierten auf diese Weise auch etwas, aber durch zurückgehende Marktanteile und sinkende Preise sind für sie die goldenen Monopolzeiten vorbei. Obwohl sie gesetzlich verpflichtet sind, die Durchleitung zu ermöglichen, wird mit vielen Tricks und oft fadenscheinigen Begründungen versucht, die "Eindringlinge" vom Markt fernzuhalten. Gerichte ebnen aber zunehmend den Weg für private Stromanbieter. Ähnliche Kämpfe zwischen Groß und Klein sind ja auch vom Telekommunikationsmarkt bekannt.



WIE KAM ICH ZU LICHTBLICK?

Lichtblick habe ich über einen Stromanbietervergleich im Internet gefunden. Damals gab es zwar auch Anbieter, die noch preisgünstiger als LichtBlick waren. Die hatten aber keinen Ökostrom. Oder sie warben damit, schrieben aber gleichzeitig, dass Ökostrom derzeit nicht lieferbar sei. Da ich aber auch einen Beitrag zum Umweltschutz liefern wollte, kam Lichtblick gleich in die engere Auswahl.
Ein wichtiger Gesichtspunkt bei der Auswahl ist auch die Preisstruktur (s.u.). Dabei kann es für Singles und Familien völlig unterschiedliche Gesichtspunkte geben. In der Regel gibt es eine Grundgebühr und einen verbrauchsabhängigen Preis (so auch bei LichtBlick). Als Faustregel gilt: Für Familien, die i.d.R. einen höheren Gesamtverbrauch haben, rechnet sich eine hohe Grundgebühr und dafür niedriger Verbrauchspreis, während es für Singles günstiger ist, eine niedrige Grundgebühr (Idealfall 0) und einen höheren Verbrauchspreis zu haben. Auf jeden Fall sollte derjenige, der über einen Stromanbieterwechsel nachdenkt, seine letzte Stromrechnung heranziehen und anhand des alten Verbrauchs die Kalkulation machen. Bei Lichtblick ist die Grundgebühr relativ niedrig.
Da LichtBlick zwar bundesweit liefert, sich aber (s.o.) gebietsweise erst gegen den Widerstand der renommierten Stromanbieter durchsetzen muss, kann es noch weiße Inseln geben. Deshalb habe ich bei LichtBlick per e-mail angefragt, ob sie in meiner Wohngegend (Landkreis München, "Hoheitsgebiet" der Isar-Amperwerke) liefern können und dürfen. Ich bekam sofort Antwort, dass das sofort möglich sei. Somit druckte ich einen Antrag aus dem Internet aus und meldete mich an (s.u.).



WER IST LICHTBLICK?

LichtBlick ist ein Ende 1998 gegründetes, privates Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Hamburg, das eigenständig und unabhängig von Interessen der etablierten Versorgungsunternehmen im deutschen Strommarkt agiert. Hauptzielgruppe des Unternehmens sind private Haushalte und Gewerbebetriebe bundesweit.

LichtBlick investiert mindestens 25 * seines Gewinns aus dem Stromverkauf in Klimaschutzprojekte. Hierzu zählt der Neubau von umweltfreundlichen Kraftwerken, die Investition in zukunftsweisende, klimaschonende Technologien wie z. B. Offshore-Windparks, aber auch die Aufforstung von Regenwald.

Infos unter:
www.lichtblick.de


WIE WIRD DER STROM ERZEUGT?

LichtBlick-Strom wird ausschließlich in umweltfreundlichen Anlagen erzeugt. Umweltfreundlich im Sinne von schadstoffarm und atomstromfrei.

Kraftwerke, die Atomstrom erzeugen oder Kohle als Brennstoff einsetzen, scheiden für LichtBlick aufgrund des hohen Risikos bzw. der hohen Belastung für die Umwelt grundsätzlich aus. LichtBlick bezieht seinen Strom zu mindestens 50 * aus Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien wie Wasser, Wind oder Biomasse.

Der verbleibende Teil wird in hocheffizienten, erdgasgefeuerten Kraft-Wärme- Kopplungsanlagen erzeugt, die sich neben den bekannten ökologischen Vorteilen auch durch eine sehr hohe Wirtschaftlichkeit auszeichnen. Damit kauft LichtBlick nur Strom, der frei von nuklearen Risiken ist und bei der Erzeugung den CO2-Ausstoß um mindestens zwei Drittel gegenüber dem deutschen Durchschnittswert reduziert. Dieser liegt heute bei ca. 690 Gramm je erzeugter Kilowattstunde Strom, und zwar inkl. der nahezu CO2-freien Atomkraft.



WODURCH IST GARANTIERT, DASS ES SICH UM ÖKOSTROM HANDELT?

Die Qualität des LichtBlick-Stroms wird durch die TüV Nord Umweltschutz GmbH regelmäßig zertifiziert. Dabei wird die genaue Herkunft des von LichtBlick verkauften Stroms kontrolliert und aufgeschlüsselt. Außerdem wird überprüft, dass die umweltfreundlichen Kraftwerke, aus denen LichtBlick seinen Strom bezogen hat, stets zeitgleich mit dem Strombedarf der LichtBlick-Kunden die entsprechende Menge Strom erzeugt haben.

Die Zertifizierung vom November 2000 zeigt z.B., dass LichtBlick-Strom zu:

76* aus regenerativer Erzeugung (ausschließlich kleine Laufwasser- und Windkraftwerke) und zu

24* aus Erdgaskraftwerken in Kraft-Wärme-Kopplung stammt.

Natürlich stellt LichtBlick einem keine Solaranlage oder Windkraftanlage aufs Dach. Aber die Quelle des Stroms ist umweltfreundlich. Je mehr Endverbraucher sich für Anbieter wie LichtBlick (auch Greenpeace liefert Öko-Strom), desto größer ist die Entlastung der Umwelt.

Außerdem wurde Lichtblick mit dem ok-Power Label durch das Öko-Institut WWF Deutschland Verbraucher-Zentrale NRW ausgezeichnet.

Die Stiftung Warentest urteilt über LichtBlick „Ein Angebot, bei dem alles stimmt: Service, Preis und der Umweltschutz" und hat LichtBlick mit der Note 2,1 bewertet.



HAT LICHTBLICK EIN FLÄCHENDECKENDES STROMNETZ?

LichtBlick liefert bundesweit Strom, hat aber kein eigenes Stromnetz. Der Strom wird in der Menge, wie ihn seine Kunden benötigen, in die Netze der etablierten Anbieter eingespeist und durchgeleitet.



WAS KOSTET MICH LICHTBLICK-STROM?

Die Stromrechnung meines vorherigen Stromlieferanten war immer sehr kompliziert: Grundgebühren, kWh-Preise, Abgaben, Steuern..
Das Preismodell bei LichtBlick enthält lediglich zwei Komponenten, in denen alle anderen Kosten enthalten sind. Der Strompreis unterteilt sich in einen verbrauchsabhängigen Preis und einen monatlichen Grundpreis.

Gemäß Tarifstand April 2002 beträgt der Grundpreis 5,25EURO /Monat und der verbrauchsabhängige Preis 0,1495EURO/kWh. Damit hat Lichtblick die Strompreise geringfügig erhöht, was letztlich auf die Erhöhung der Ökosteuer zum 1.1.2002 zurückzuführen ist. Im Vergleich zu anderen Anbietern, die ihre Preise ebenfalls erhöhen mussten, ist Lichtblick aber noch günstiger geworden.
Der Preis bei LichtBlick enthält sämtliche Kostenkomponenten (Netznutzungsgebühr, Konzessionsabgabe, Stromsteuer, Verrechnungspreis des Netzbetreibers und Mehrwertsteuer).


Da ich doch einige größere Elektrogeräte im Haushalt habe (z.B. Herd, Kühlschrank, Gefrierschrank, Waschmaschine, Geschirrspülmaschine,....) liegt mein Jahresverbrauch mit ca. 2000kWh etwas über dem, was in Modellrechnungen häufig bei Single-Haushalten angenommen wird (1500kWh). Somit komme ich auf 12x5,25EURO + 2000x0,1495EURO = 362EURO pro Jahr bzw. 30EURO pro Monat. Bei meinem vorherigen Anbieter hatte ich eine monatliche Abschlagzahlung von 71DM. Nach der Jahresabrechnung musste ich häufig noch etwas nachzahlen. Das ist eine Kostenersparnis von ca. 20*.

Gezahlt wird per Abbuchung in 2monatigen Abschlagszahlungen.



WIE KANN ICH ZU LICHTBLICK WECHSELN?

Man füllt einen Antrag (PDF-Datei aus Internet herunterladen) und schickt ihn an LichtBlick. Notwendig sind Angaben wie Name, Adresse, Bankverbindung und Angaben zum bisherigen Stromlieferanten (Name, Zählernummer) sowie der ungefähre Jahresverbrauch zur Berechnung der Abschlagszahlungen. [Copyright LosGatos] Eine Kündigung beim alten Stromanbieter sollte man auf keinen Fall selbst machen. Das übernimmt Lichtblick. Damit ist gewährleistet, dass der Wechsel passend zur Kündigungsfrist erfolgt und dass es keine Probleme bei Lieferengpässen gibt.
Eine Wechselgebühr fällt für den Endkunden nicht an.


WAS ÄNDERT SICH FÜR MICH?

An dem vorhandenen Stromanschluss und –zähler ändert sich nichts. Der Strom wird weiterhin in meinem Fall durch die Isar-Amperwerke in meine Wohnung geliefert. Sogar die Ablesung erfolgt durch den bisherigen Stromlieferanten, der dann mit LichtBlick abrechnet.
Was sich ändert ist, dass der Strom in umweltfreundlichen Anlagen erzeugt wird und dass die Kosten gesenkt werden. Die Jahresabrechnung kommt von LichtBlick.


LICHTBLICK- WERBEPRÄMIEN

LichtBlick honoriert das Werben neuer Kunden, z.B. mit 250kWh freien Strom pro Neukunde, was ca. 37EURO entspricht. Kürzlich bot man mir alternativ ein Jahresabo der Zeitschrift GEO an. Vielleicht möchte sich ja von Euch jemand von mir werben lassen :-)



HABE ICH EIN RISIKO, WENN ICH ZU LICHTBLICK WECHSLE?

Der Wechsel zu einem kleinen, nicht etablierten Anbieter mag vielleicht bei dem einen oder anderen etwas Unbehagen auslösen, gerade wenn man den Vergleich mit den neuen Telefonanbietern heranzieht. Da hat doch auch die Telekom der TelDaFax die Leitungen gekappt, weil die ihre Rechnungen nicht bezahlt hat. Stehe ich deshalb plötzlich im Dunkeln, wenn LichtBlick seine Durchleitungsgebühren nicht mehr zahlen kann? Antwort: Nein. Der Stromanbieter, der die jeweilige Region versorgt, ist gesetzlich dazu verpflichtet, jeden Haushalt zu versorgen. Dafür kassieren die ja die Durchleitungsgebühren. Werden diese nicht gezahlt oder wird vom alternativen Anbieter (hier LichtBlick) nicht genügend Strom eingespeist, ist das ein bilaterales Problem der Anbieter und darf nicht auf dem Rücken des Endkunden ausgetragen werden.


STROMRECHNUNG

Da ich nun schon seit weit über einem Jahr bei LichtBlick Kunde bin, bislang aber noch nie eine Abrechnung erhalten hatte, fragte ich kürzlich per e-mail nach, wie das denn mit der Stromrechnung sei.
Ich bekam auch sofort am nächsten Tag Antwort. LichtBlick ist für die Stromablesung nicht direkt zuständig, sondern das Stromunternehmen, das für die jeweilige Region zuständig ist. In meinem Fall eines, mit deren Werbung sich schon eine bekannte Schauspielerin und ihr schwuler Schneider bei mir unbeliebt gemacht haben. Diese "Großen" (s.o.) behindern die "Kleinen" (hier LichtBlick) derart, dass sie ihnen die Abrechnungsdaten, die sie von mir erhalten haben, einfach nicht an LichtBlick weiterleiten. Ein Fall für die Kartellbehörde, die sich bereits damit beschäftigt.
LichtBlick bot mir aber an, mir eine Zwischenabrechnung zu schicken, wenn ich ihnen die Zählerstände zuschicken würde, was ich sofort getan habe.
Innerhalb von 2 Tagen hatte ich meine Abrechnung. Diese begann mit folgendem bemerkenswerten Text "...In dem zurückliegenden Abrechnungszeitraum vom 1.5.2000 bis zum 11.9.2001 verbrauchten Sie insgesamt 2813kWh LichtBlick-Strom. Bezogen auf die von Ihnen verbrauchte Strommenge haben die umweltfreundlichen Kraftwerke, aus denen wir unseren Strom ausschließlich beziehen, im Vergleich zur durchschnittlichen deutschen Stromerzeugung über 1193 kg weniger klimaschädliches Kohlendioxid emittiert. Und das ohne Atomkraft...". Aus der Abrechnung ging auch hervor, dass die Gutschrift von je 250kWh für 2 geworbene Neukunden vorgenommen wurde und dass sich Summa Summarum ein Guthaben ergebe. Was will man mehr?


FAZIT

Es ändert sich nichts an meinem Anschluss, sondern nur auf meinem Konto (zum positiven), ich trage kein Risiko, leiste dafür aber einen positiven Umweltbeitrag. Probleme gab es überhaupt nicht. Deshalb kann ich LichtBlick uneingeschränkt empfehlen.

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 3.5.2001
Veröffentlicht bei Dooyoo, Ciao, eComments, Yopi

21 Bewertungen, 5 Kommentare

  • anonym

    01.09.2002, 01:50 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Habe nicht nur gute Erfahrungen mit Lichtblick gemacht. Der Wechsel war schwierig. Und auch sonst sind sie nicht immer zuverlässig.

  • MirkoRoth

    04.04.2002, 13:24 Uhr von MirkoRoth
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr informativ!

  • vollonator

    03.04.2002, 15:50 Uhr von vollonator
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einfach nur einen lieben Gruß dazu.

  • IvoryB

    03.04.2002, 15:39 Uhr von IvoryB
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hey, mensch ist das grell, ich kann ja gar nichts sehen .... *blinzel* Lieben Gruß, Ivory

  • myth-x

    03.04.2002, 15:35 Uhr von myth-x
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht, quasi ein Lichtblick im Stromanbieterchaos.