Liebstöckel Testbericht

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Erfahrungsbericht von city-flitzer

So richtig lieb ist er eigentlich gar nicht

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Das „Lieb“ in seinem Namen hat nämlich nichts mit Liebe oder lieb zu tun, es ist nichts anderes als eine Eindeutschung seines lateinischen Namens Ligusticum, was wörtlich übersetzt so etwas, wie „ligurisches Kraut“ bedeutet. Liebstöckel stammt nämlich aus Südeuropa und war in der Antike und auch noch im Mittelalter eines der meistgebrauchten Kräuter in der norditalienischen Provinz Ligurien.

An die Herkunft des Namens erinnerte sich aber bald keiner mehr, vielmehr wurden dem Liebstöckel aber – einfach wegen der ersten Silben in seinem Namen – Zauberkräfte in Sachen Liebe zugesprochen. Bauernmädel in Franken, zum Beispiel, trugen ein Sträußchen mit Liebstöckelblättern am Mieder, wenn sie ihren Liebsten bezirzen wollten.

Liebstöckel ist eine Staude, die aussieht, wie eine zu groß geratene Selleriepflanze, denn sie kann bis zu 2 Metern hoch werden. Die Pflanze hat dunkel glänzende, gefiederte Blätter, die denen des Sellerie sehr ähnlich sind, und blass gelbliche Blütendolden.

Der Liebstöckel ist leicht zu ziehen. Wie die meisten der seit Alters her bekannten Gewürze und Kräuter, die zum größten Teil der Natur entnommen worden sind, gedeiht er auf fast jedem Boden und ist sehr pflegeleicht, wenn er nur genügend Sonne und Feuchtigkeit bekommt. Die Samen sind für ein paar Euro in speziellen Samenhandlungen zu erhalten.

Zum Würzen verwendet man vor allem die Blätter, die intensiv nach Suppenkraut duften, mit einem leichten Hauch von Zitrone.

Allerdings sollte man den Liebstöckel nur frisch verwenden. Getrocknet verliert er die Frische, die ihn trotz aller Derbheit im Aroma so angenehm macht.

Wer den Liebstöckel nicht selbst ziehen kann, bekommt ihn in den Sommer- und Herbstmonaten bundweise auf dem Markt zu kaufen. Außerdem werden ganz junge und im Treibhaus gezogene Pflänzchen das ganze Jahr über in vielen Gemüsegeschäften angeboten. Die Intensität des Aromas hängt aber entscheidend davon ab, wo der Liebstöckel gewachsen ist. Darum sollte man beim Würzen äußerst vorsichtig sein und lieber einmal mehr nachwürzen. An einer Brühe genügt manchmal schon ein halbes Blatt Freilandliebstöckel, während ein ganzer Esslöffel von im Treibhaus gezogener Blätter kaum zu spüren ist. Wer mit Liebstöckel würzt, braucht also viel Fingerspitzengefühl.

Liebstöckel schmeckt besonders gut an deftigen Suppen und Eintöpfen, an Bohnen-, Erbsen- und Kartoffelsuppen, bunten Gemüseeintöpfen und Frühlingssuppen, wo er das Aroma des Suppengemüses intensiviert.

Er passt, vorsichtig verwendet, aber auch an Hühnergerichte, an Hühnersuppen und –ragouts. Er schmeckt im Grunde also immer da, wo man auch Suppenkraut verwenden könnte, bzw. würde, wie z.B. auch an Saftschmorbraten oder Kartoffelgerichten, wie dem nun folgenden Kartoffelgratin mit Liebstöckel:

Zutaten für 4 Personen:
500 gr. Kartoffeln
1/4 L Schlagsahne
1 EL Liebstöckelblätter
40 gr. Butter
60 gr. Gouda
Salz

Die Kartoffeln waschen, schälen, waschen, in dünne Scheiben schneiden und in reichlich kochendem Salzwasser 3 Minuten vorgaren. Dann abgießen, abtropfen und abkühlen lassen. Die Kartoffelscheiben dachziegelartig in eine flache Gratinform schichten und mit der Sahne begießen. Danach mit Liebstöckel bestreuen. Nun wird noch die Butter oder evt. Margarine in Flöckchen darüber verteilt. Den Gouda fein raspeln und über die Kartoffel verstreuen.

Das Ganze kommt jetzt bei 175 Grad auf der untersten Einschubleiste 40 bis 45 Minuten in den Backofen. – Fertig –

Der Gratin ist auch eine feine Beilage zu kurzgebackenem Fleisch. Der Geschmack ist sehr rustikal, wenn ich das mal so ausdrücken darf, aber nicht schlecht. Deshalb allen, die es mal ausprobieren möchten einen

Guten Appetit

Gruß
city-flitzer

19 Bewertungen, 1 Kommentar

  • morla

    17.03.2006, 23:55 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich