Die Täuschung (Taschenbuch) / Charlotte Link Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von Miss_Piper
Ein Mann verschwindet ...
Pro:
Spannung, flüssig zu lesen, überzeugende Charakterisierungen
Kontra:
Täter wird recht früh verraten
Empfehlung:
Ja
Der Bericht gliedert sich in
1) Produktdetails
2) Infos zur Autorin
3) Inhalt
4) Kurze Leseprobe
5) Bewertung
6) Fazit
1) Produktdetails:
Der Roman ist 2003 im Goldmann-Verlag erschienen. Die Taschenbuchausgabe umfasst 478 Seiten und kostet 10 Euro.
Die ISBN-Nummer lautet: 3-442-45142-6.
2) Die Autorin:
Charlotte Link (Jahrgang 1963) gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Fast alle ihre Bücher wurden zu Betsellern. Ihre Spezialgebiete sind historische Romane sowie Psychothriller. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Wiesbaden.
Zu ihren bekanntesten Werken zählen:
\"Das Haus der Schwestern\", \"Verbotene Wege\", \"Die Sünde der Engel\" und die Sturmzeit-Trilogie (\"Sturmzeit\", \"Wilde Lupinen\", \"Die Stunde der Erben\"). im Jahr 2003 erschien zuletzt der Roman \"Das Ende des Schweigens\". Mehrere ihrer Bücher wurden fürs Fernsehen verfilmt.
3) Inhalt:
Peter und Laura Simon leben mit ihrer vierjährigen Tochter Sophie in Frankfurt. Peter ist mit seiner eigenen Firma ein erfolgreicher Geschäftsmann, Laura hat nach der Geburt ihrer Tochter den Beruf aufgegeben. Das Paar besitzt ein Ferienhaus in der Provence. Wie jedes Jahr bricht Peter auch in diesem Oktober zu seinem traditionellen einwöchigen Segelurlaub auf, den er stets mit seinem dortigen Freund Christopher verbringt. Laura bleibt derweil zuhause.
Am Abend der Ankunft erhält Laura einen Anruf von Peter. Er verspricht, sich später nochmal zu melden - doch dazu kommt es nicht mehr. Immer wieder ruft Laura vergeblich auf seinem Handy an. Von Christopher erfährt Laura am nächsten Tag, dass Peter nie bei ihm angekommen ist.
In ihrer Verzweiflung sucht Laura zunächst von Frankfurt aus nach einer Erklärung. Als ihr eine Reihe unbezahlter Rechnungen in die Hände fallen, geht sie ins Büro seiner Presseagentur. Dort erfährt sie von der Sekretärin das wahre Ausmaß der Katastrophe: Peter ist hoffnungslos pleite und hoch verschuldet. Für die bis dato ahnungslose Laura bricht eine Welt zusammen.
Kurzentschlossen reist die junge Frau nach Frankreich, um ihre Suche vor Ort fortzusetzen. Dabei erhofft sie sich vor allem Hilfe von ihren französischen Freunden, dem Ehepaar Nadine und Henri Joly. In ihrem Restaurant wurde Peter zuletzt gesehen, anschließend verliert sich seine Spur. Doch Lauras Hoffnungen werden enttäuscht, denn Henri und Nadine scheinen nichts über Peters Verbleib zu wissen. Oder haben sie etwas zu verbergen?
Auch mit Peters Freund Christopher setzt sich Laura in Verbindung. Von ihm erfährt sie weitere böse Überraschungen über Peters jahrelanges Doppelleben ...
Während Laura nach dem Verbleib ihres Mannes forscht, untersucht die Polizei in St. Cyr den Mord an einer jungen Frau und ihrer kleinen Tochter. Zu diesem Zeitpunkt ahnt Laura noch nicht, dass es einen Zusammenhang mit Peters Verschwinden gibt ...
4) Leseprobe:
\"Es war warm im Zimmer. Beide Fensterflügel standen weit offen, nur die hölzernen Läden hatte sie geschlossen. Durch die Ritzen sah sie das hellere Schwarz der sternklaren Nacht, roch die Dekadenz, die der glühend heiße Sommer dem Land vermacht hatte.
Der September war atemberaubend schön gewesen, und ohnehin liebte sie den Herbst hier besonders. Manchmal fragte sie sich, weshalb sie so beharrlich jedes Jahr Anfang Oktober nach Paris abreiste, obwohl es keinerlei Verpflichtungen dort für sie gab. Vielleicht brauchte sie das Korsett eines strukturierten Jahresablaufs, um sich nicht im Gefühl der Realitätslosigkeit zu verlieren. Im Oktober spätestens kehrten alle in die Städte zurück. Vielleicht wollte sie zugehörig sein, auch wenn sie sich in ihren schwarzen Stunden oft bitter für diesen vorgegaukelten Sinn in ihrem Leben anklagte.
Sie trat auf den Gang hinaus, verzichtete jedoch darauf, das Licht anzuschalten. Falls Bernadette schlief, sollte sie nicht geweckt werden. Die Tür zum Kinderzimmer war nur angelehnt, vorsichtig lauschte sie in den Raum hinein. Das Kind atmete tief und gleichmäßig.
Sie hat mich jedenfalls nicht geweckt, dachte sie.
Unschlüssig stand sie auf dem Flur. Sie begriff nicht, was sie unterbewußt so beunruhigte. Sie wachte so oft nachts auf, sie konnte eher jene Nächte als Besonderheit werten, in denen sie durchschlief. Meist wußte sie nicht, was sie hatte aufschrecken lassen. Weshalb war sie in dieser Nacht nur so nervös?
Tief in ihr lauerte Angst. Eine Angst, die ihr Gänsehaut verursachte und ihre Sinne auf eigentümliche Art schärfte. Es war, als könne sie irgendeine in der Dunkelheit wartende Gefahr wittern, riechen, fühlen. Als sei sie ein Tier, das das Herannahen eines anderen Tiers spürt, das ihm gefährlich werden kann.
Jetzt werde nicht hysterisch, rief sie sich zur Ordnung.
Es war nichts zu hören.\"
(Seite 10/11)
5) Bewertung:
Mit diesem Roman beweist Charlotte Link wieder einmal, dass ihr Psychothriller ebenso liegen wie historische Werke. \"Die Täuschung\" fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Die Autorin versteht es dabei geschickt, mehrere Handlungsstränge miteinander zu verbinden und jeden für sich interessant zu gestalten.
Das Hauptaugenmerk richtet sich natürlich auf Laura und die Suche nach ihrem Ehemann. Mit Lauras Person ist Charlotte Link eine sympathische Identifikationsfigur gelungen, mit der der Leser bangt, hofft und leidet. Zunächst erscheint Laura als zurückhaltend und unselbstständig. Doch ausgerechnet als ihr Leben zusammenbricht, nimmt sie ihr Schicksal in eigene Hände. Der Leser begleitet Laura auf einer Reise ins Ungewisse. Man fühlt förmlich den Schmerz der jungen Frau, als sie vom Doppelleben ihres Mannes erfährt und gleichzeitig bewundert man ihren Mut und ihre Entschlusskraft. Laura erscheint als schwache Person, die plötzlich über sich hinauswächst.
Gleichzeitig fiebert man mit ihr um jedes neue Detail, das sich um den verschwundenen Ehemann auftut. Man kann sich die Hilflosigkeit der jungen Frau angesichts der schlimmen Enthüllungen allzugut vorstellen. Ebenso wie Laura schießen auch dem Leser tausend Gedanken und Vermutungen durch den Kopf, was mit Peter geschehen sein mag und wer darin verstrickt ist. Dabei kann man sich lange Zeit nicht sicher sein, wem Laura vertrauen darf und wer möglicherweise ihr Gegner ist - denn jeder der Beteiligten hat etwas zu verbergen ...
Für Spannung sorgen auch die verschiedenen Handlungsstränge, bei denen der Leser erst allmählich begreift, wie sie miteinander verwoben sind.
Da ist zum Einen die Geschichte um das Ehepaar Nadine und Henri, deren Ehe heftig kriselt. Wie stehen sie wirklich zu Laura und Peter, was wissen sie über sein Doppelleben? Als weiteres kommt Henris Cousine Catherine ins Spiel, die seit ihrer Kindheit unglücklich in ihn verliebt ist. Unsicher, plump und mit einer schweren Hautkrankheit gestraft, klammert sie sich an ihren Freund aus Kindertagen, obwohl ihr schmerzlich bewusst ist, dass er ihre Gefühle nicht erwidert. Ihr unglückliches Schicksal rührt den Leser; einerseits kann man nachvollziehen, dass sie für Henri und seine Ehe eine Belastung darstellt, andererseits wünscht man Catherine endlich den langersehnten Aufwärtsschwung in ihrem Leben.
Und dann ist da noch der Teil, der sich auf die ermordete Camille Raymond bezieht. Nachdem ihre Haushälterin Monique Lafond ihre Leiche findet, gerät auch sie ins Visier des Mörders. Es spricht für das Können der Autorin, dass man nicht nur die Haupthandlung um Laura und Peter, sondern auch den Nebenschauplatz um Monique und Camille gebannt verfolgt.
Charlotte Link vermeidet Schwarz-Weiß-.Malerei bei ihren Charakteren. Keine der Figuren ist ein uneingeschränkter Held, aber auch keine wird durchweg negativ dargestellt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Was bleibt sind realitätsnahe und lebendige Charaktere mit Stärken und Schwächen gleichermaßen, in denen sich der Leser wiederzufinden vermag.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Thrillern ist \"Die Täuschung\" kein Roman, in dem der Täter erst auf einer der letzten Seiten verraten wird. Dennoch wird die Spannung auch nach seiner Entlarvung aufrecht erhalten. Bis zum Schluss bangt der Leser um Laura und verfolgt die einzelnen Handlungsstränge, die sich immer weiter zusammenziehen, bis die Konfrontation mit dem Mörder unvermeidlich wird. Den krönenden Abschluss bildet ein actionreicher Showdown mit angenehm ungeschönten Ende, das alle offenen Fragen klärt und den Leser zufrieden zurücklässt.
\"Die Täuschung\" ist mehr als ein Psychothriller. Hinter der kriminalistischen Handlung verbirgt sich ein Strudel aus starken Gefühlen hinter brüchigen Fassaden. Es geht um Die scheinbar heile Welt der Hauptfigur Laura bricht wie ein Kartenhaus zusammen. Von heute auf morgen steht Laura vor einem Geflecht aus unerwiderten Gefühlen, gescheiterten Ehen und Doppelleben, Affären und Lebenslügen.
Die einzelnen Schicksale verbinden sich zu einem tödlichen Mix - mitten in der malerischen Landschaft der Provence ...
6) Fazit:
Fesselnder Roman mit lebendig gestalteten Charakteren, deren Schicksal den Leser mitzureißen vermag. Charlotte Link beweist wieder einmal, dass sie sich nicht vor ihren englischen Kolleginnen wie Minette Walters verstecken braucht und dass auch in Deutschland gute Psychothriller geschrieben werden.
Ein flüssig geschriebenes Buch für lange Leseabende. Ideal geeignet für alle Freunde der Spannungsliteratur.
1) Produktdetails
2) Infos zur Autorin
3) Inhalt
4) Kurze Leseprobe
5) Bewertung
6) Fazit
1) Produktdetails:
Der Roman ist 2003 im Goldmann-Verlag erschienen. Die Taschenbuchausgabe umfasst 478 Seiten und kostet 10 Euro.
Die ISBN-Nummer lautet: 3-442-45142-6.
2) Die Autorin:
Charlotte Link (Jahrgang 1963) gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen. Fast alle ihre Bücher wurden zu Betsellern. Ihre Spezialgebiete sind historische Romane sowie Psychothriller. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Wiesbaden.
Zu ihren bekanntesten Werken zählen:
\"Das Haus der Schwestern\", \"Verbotene Wege\", \"Die Sünde der Engel\" und die Sturmzeit-Trilogie (\"Sturmzeit\", \"Wilde Lupinen\", \"Die Stunde der Erben\"). im Jahr 2003 erschien zuletzt der Roman \"Das Ende des Schweigens\". Mehrere ihrer Bücher wurden fürs Fernsehen verfilmt.
3) Inhalt:
Peter und Laura Simon leben mit ihrer vierjährigen Tochter Sophie in Frankfurt. Peter ist mit seiner eigenen Firma ein erfolgreicher Geschäftsmann, Laura hat nach der Geburt ihrer Tochter den Beruf aufgegeben. Das Paar besitzt ein Ferienhaus in der Provence. Wie jedes Jahr bricht Peter auch in diesem Oktober zu seinem traditionellen einwöchigen Segelurlaub auf, den er stets mit seinem dortigen Freund Christopher verbringt. Laura bleibt derweil zuhause.
Am Abend der Ankunft erhält Laura einen Anruf von Peter. Er verspricht, sich später nochmal zu melden - doch dazu kommt es nicht mehr. Immer wieder ruft Laura vergeblich auf seinem Handy an. Von Christopher erfährt Laura am nächsten Tag, dass Peter nie bei ihm angekommen ist.
In ihrer Verzweiflung sucht Laura zunächst von Frankfurt aus nach einer Erklärung. Als ihr eine Reihe unbezahlter Rechnungen in die Hände fallen, geht sie ins Büro seiner Presseagentur. Dort erfährt sie von der Sekretärin das wahre Ausmaß der Katastrophe: Peter ist hoffnungslos pleite und hoch verschuldet. Für die bis dato ahnungslose Laura bricht eine Welt zusammen.
Kurzentschlossen reist die junge Frau nach Frankreich, um ihre Suche vor Ort fortzusetzen. Dabei erhofft sie sich vor allem Hilfe von ihren französischen Freunden, dem Ehepaar Nadine und Henri Joly. In ihrem Restaurant wurde Peter zuletzt gesehen, anschließend verliert sich seine Spur. Doch Lauras Hoffnungen werden enttäuscht, denn Henri und Nadine scheinen nichts über Peters Verbleib zu wissen. Oder haben sie etwas zu verbergen?
Auch mit Peters Freund Christopher setzt sich Laura in Verbindung. Von ihm erfährt sie weitere böse Überraschungen über Peters jahrelanges Doppelleben ...
Während Laura nach dem Verbleib ihres Mannes forscht, untersucht die Polizei in St. Cyr den Mord an einer jungen Frau und ihrer kleinen Tochter. Zu diesem Zeitpunkt ahnt Laura noch nicht, dass es einen Zusammenhang mit Peters Verschwinden gibt ...
4) Leseprobe:
\"Es war warm im Zimmer. Beide Fensterflügel standen weit offen, nur die hölzernen Läden hatte sie geschlossen. Durch die Ritzen sah sie das hellere Schwarz der sternklaren Nacht, roch die Dekadenz, die der glühend heiße Sommer dem Land vermacht hatte.
Der September war atemberaubend schön gewesen, und ohnehin liebte sie den Herbst hier besonders. Manchmal fragte sie sich, weshalb sie so beharrlich jedes Jahr Anfang Oktober nach Paris abreiste, obwohl es keinerlei Verpflichtungen dort für sie gab. Vielleicht brauchte sie das Korsett eines strukturierten Jahresablaufs, um sich nicht im Gefühl der Realitätslosigkeit zu verlieren. Im Oktober spätestens kehrten alle in die Städte zurück. Vielleicht wollte sie zugehörig sein, auch wenn sie sich in ihren schwarzen Stunden oft bitter für diesen vorgegaukelten Sinn in ihrem Leben anklagte.
Sie trat auf den Gang hinaus, verzichtete jedoch darauf, das Licht anzuschalten. Falls Bernadette schlief, sollte sie nicht geweckt werden. Die Tür zum Kinderzimmer war nur angelehnt, vorsichtig lauschte sie in den Raum hinein. Das Kind atmete tief und gleichmäßig.
Sie hat mich jedenfalls nicht geweckt, dachte sie.
Unschlüssig stand sie auf dem Flur. Sie begriff nicht, was sie unterbewußt so beunruhigte. Sie wachte so oft nachts auf, sie konnte eher jene Nächte als Besonderheit werten, in denen sie durchschlief. Meist wußte sie nicht, was sie hatte aufschrecken lassen. Weshalb war sie in dieser Nacht nur so nervös?
Tief in ihr lauerte Angst. Eine Angst, die ihr Gänsehaut verursachte und ihre Sinne auf eigentümliche Art schärfte. Es war, als könne sie irgendeine in der Dunkelheit wartende Gefahr wittern, riechen, fühlen. Als sei sie ein Tier, das das Herannahen eines anderen Tiers spürt, das ihm gefährlich werden kann.
Jetzt werde nicht hysterisch, rief sie sich zur Ordnung.
Es war nichts zu hören.\"
(Seite 10/11)
5) Bewertung:
Mit diesem Roman beweist Charlotte Link wieder einmal, dass ihr Psychothriller ebenso liegen wie historische Werke. \"Die Täuschung\" fesselt den Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Die Autorin versteht es dabei geschickt, mehrere Handlungsstränge miteinander zu verbinden und jeden für sich interessant zu gestalten.
Das Hauptaugenmerk richtet sich natürlich auf Laura und die Suche nach ihrem Ehemann. Mit Lauras Person ist Charlotte Link eine sympathische Identifikationsfigur gelungen, mit der der Leser bangt, hofft und leidet. Zunächst erscheint Laura als zurückhaltend und unselbstständig. Doch ausgerechnet als ihr Leben zusammenbricht, nimmt sie ihr Schicksal in eigene Hände. Der Leser begleitet Laura auf einer Reise ins Ungewisse. Man fühlt förmlich den Schmerz der jungen Frau, als sie vom Doppelleben ihres Mannes erfährt und gleichzeitig bewundert man ihren Mut und ihre Entschlusskraft. Laura erscheint als schwache Person, die plötzlich über sich hinauswächst.
Gleichzeitig fiebert man mit ihr um jedes neue Detail, das sich um den verschwundenen Ehemann auftut. Man kann sich die Hilflosigkeit der jungen Frau angesichts der schlimmen Enthüllungen allzugut vorstellen. Ebenso wie Laura schießen auch dem Leser tausend Gedanken und Vermutungen durch den Kopf, was mit Peter geschehen sein mag und wer darin verstrickt ist. Dabei kann man sich lange Zeit nicht sicher sein, wem Laura vertrauen darf und wer möglicherweise ihr Gegner ist - denn jeder der Beteiligten hat etwas zu verbergen ...
Für Spannung sorgen auch die verschiedenen Handlungsstränge, bei denen der Leser erst allmählich begreift, wie sie miteinander verwoben sind.
Da ist zum Einen die Geschichte um das Ehepaar Nadine und Henri, deren Ehe heftig kriselt. Wie stehen sie wirklich zu Laura und Peter, was wissen sie über sein Doppelleben? Als weiteres kommt Henris Cousine Catherine ins Spiel, die seit ihrer Kindheit unglücklich in ihn verliebt ist. Unsicher, plump und mit einer schweren Hautkrankheit gestraft, klammert sie sich an ihren Freund aus Kindertagen, obwohl ihr schmerzlich bewusst ist, dass er ihre Gefühle nicht erwidert. Ihr unglückliches Schicksal rührt den Leser; einerseits kann man nachvollziehen, dass sie für Henri und seine Ehe eine Belastung darstellt, andererseits wünscht man Catherine endlich den langersehnten Aufwärtsschwung in ihrem Leben.
Und dann ist da noch der Teil, der sich auf die ermordete Camille Raymond bezieht. Nachdem ihre Haushälterin Monique Lafond ihre Leiche findet, gerät auch sie ins Visier des Mörders. Es spricht für das Können der Autorin, dass man nicht nur die Haupthandlung um Laura und Peter, sondern auch den Nebenschauplatz um Monique und Camille gebannt verfolgt.
Charlotte Link vermeidet Schwarz-Weiß-.Malerei bei ihren Charakteren. Keine der Figuren ist ein uneingeschränkter Held, aber auch keine wird durchweg negativ dargestellt. Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Was bleibt sind realitätsnahe und lebendige Charaktere mit Stärken und Schwächen gleichermaßen, in denen sich der Leser wiederzufinden vermag.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Thrillern ist \"Die Täuschung\" kein Roman, in dem der Täter erst auf einer der letzten Seiten verraten wird. Dennoch wird die Spannung auch nach seiner Entlarvung aufrecht erhalten. Bis zum Schluss bangt der Leser um Laura und verfolgt die einzelnen Handlungsstränge, die sich immer weiter zusammenziehen, bis die Konfrontation mit dem Mörder unvermeidlich wird. Den krönenden Abschluss bildet ein actionreicher Showdown mit angenehm ungeschönten Ende, das alle offenen Fragen klärt und den Leser zufrieden zurücklässt.
\"Die Täuschung\" ist mehr als ein Psychothriller. Hinter der kriminalistischen Handlung verbirgt sich ein Strudel aus starken Gefühlen hinter brüchigen Fassaden. Es geht um Die scheinbar heile Welt der Hauptfigur Laura bricht wie ein Kartenhaus zusammen. Von heute auf morgen steht Laura vor einem Geflecht aus unerwiderten Gefühlen, gescheiterten Ehen und Doppelleben, Affären und Lebenslügen.
Die einzelnen Schicksale verbinden sich zu einem tödlichen Mix - mitten in der malerischen Landschaft der Provence ...
6) Fazit:
Fesselnder Roman mit lebendig gestalteten Charakteren, deren Schicksal den Leser mitzureißen vermag. Charlotte Link beweist wieder einmal, dass sie sich nicht vor ihren englischen Kolleginnen wie Minette Walters verstecken braucht und dass auch in Deutschland gute Psychothriller geschrieben werden.
Ein flüssig geschriebenes Buch für lange Leseabende. Ideal geeignet für alle Freunde der Spannungsliteratur.
31 Bewertungen, 2 Kommentare
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11.12.2007, 20:32 Uhr von moniseiki
Bewertung: sehr hilfreich***-SH-***-LESEN UND GELESEN WERDEN---Liebe grüße moniseiki
-
06.06.2005, 21:28 Uhr von kleinvolli
Bewertung: sehr hilfreichEin 1a Buchbericht. Toll!
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