MASH Testbericht

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Erfahrungsbericht von Spocht

Letztens, viertel nach drei in Korea...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Tja, worüber zum Geier unterhalten wir uns hier eigentlich? Kriegsserien? Comedy? Oder beides? Was eigentlich makaber klingt, Unterhaltung auf Kosten von Verletzten in einem Krieg, ist eine Gratwanderung- Unterhaltung, wie gesagt auf der einen Seite, mit einem Hinweis darauf, daß Krieg nicht immer die letzte Lösung sein muß, auf der anderen Seite. Aber immer mit einem zwinkernden Auge.

Und genau das dürfte den Reiz ausmachen- die Mischung. Nicht solche Brachial-Lustig-einer-ist-der-Dumme-und-der-andere-nicht-Serien wie "Ein Käfig voller Helden", in dem ein depperter Deutscher "Köanel" Klink (irgendwie Oberst oder so) immer doof ist und ein anderer "Köanel" Hogan immer klug- das wird ziemlich schnell dröge, und hier kann man auch verstehen, warum in manchen Serien das Lachen eingemischt wird: wer sonst findet sowas allen ernstes lustig?

Zurück zu M*A*S*H (eigtl. M obile A rmy S urgery H ospital, manchmal auch ): hier geht es um ein Feldlazarett im Koreakrieg. Eigentlich zeimlich trostlos, da man sich wohl an der Schönheit der Landschaft relativ schnell satt gesehen haben dürfte, die nächste Videothek macht erst in 20 Jahren oder so auf, und ans Internet war schon gar nicht zu denken.
Aber das sind Rahmenbedingen, die den Blick aufs wesentliche lenken: die herrlich verschrobenen Charaktere.

Hier sind nicht nur Kommissköppe, Zivilversager oder Durchschnittsluschis, sondern Individuen. Daß die sich nicht nur rumzoffen, ist klar. Und daß es beliebte und weniger beliebte gibt, ist auch klar (Ist sozusagen ein erfolgversprechendes Grundtezept jeder Serie: was wäre die Lindenstraße ohne Mutter Beimer (Igitt!) oder Frau Kling (Nerv!) Noch töter? Das habe ich jetzt nicht gehört...).

Und damit kommen wir schon zur Unterhaltungskomponente: da wären also zwei hoffnungslos scheißgute MEdiziner, die trotz aller Army und dem Krieg doch noch den Sinn fürs wesentliche nicht verloren haben: Party. Und wo kommt der Alk her? Der wird natürlich selbstgebrannt. Sehr zum Leidwesen von Major Frank Burns, ein Kommisskopp _und_ Zivilversager, der grundsätzlich in jeder Folge verarscht wird- aber intelligent verarscht, das heißt, es fliegen nicht so oft irgendwelche Torten in irgendwelche Fressen.

Weitere Figuren sind die Oberschwester, die bei allen Dienstgraden, die "einen Stern mehr haben" als sie, schwach wird, also etwas flapsig gesagt, ein Generals-Groupy.

Ein Kompanieschreiber, der zwar noch nicht ganz so trocken hinter den Ohren ist, allerdings alles in der Einheit im Griff hat, ferner ein Bostoner feiner Pinkel, dessen Blasiertheit ihm schon aus den Ohren kommt; ein libanesischer Soldat, der Frauenfummel trägt, um aus der Army zu fliegen, kurzum, alles das, was man eben so vom Militär erwartet.

So, und jetzt noch ne Meinung dazu: Genial. Es gibt eigentlich immer was zum Schmunzeln, bisweilen sehr hintergründig, und man sieht immer wieder, daß man auch genausogut auch ohne den einen oder anderen Krieg auskommen und gut miteinander leben kann, wie zahlreiche Folgen mit Soldaten mit der "anderen Feldpostnummer" zeigen wollen.

Als diese Sendung bei Kabel eins wegen des Glücksrades oder irgendsonem Blödsinn abgesetzt wurde, war ich stinksauer (das war zu einer Zeit, als man als Mann auch tm3 nicht gut finden durfte). Und als das ganze dann plötzlich auf einem anderen Sender gebracht wurde, den man als Mann nicht gut finden durfte (welcher wohl?), waren die Vorbehlate gegen eben dieses Institut auf einmal wie weggefegt. Und wenn man aus Versehen die "Vorher-Nachher"-Schau erwischt hat, hat man halt umgeschaltet.

Jetzt kommt MASH übrigens auf 9live (Die mit "greif an!", wo früher dieser untelegene lispelnde Moderator blöde Fragen gestellt hat). Bei mir immer öfter DIE Alternative zu Raab oder so.

Aber: jedem das seine. Bis bald, Spocht.

PS: Hier geht es übrigens nicht um das Thema "Krieg oder nicht"- also, bitte keine Flames! Nix für ungut.

14 Bewertungen, 3 Kommentare

  • LosGatos

    26.04.2002, 12:43 Uhr von LosGatos
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich kenn nur den Film Ende der 60er mit Sutherland. Damals mein Lieblingsfilm. CU LosGatos

  • PrinceofLies

    08.04.2002, 13:14 Uhr von PrinceofLies
    Bewertung: sehr hilfreich

    du hast zwar relativ wenig zum Hintergrund der Serie geschrieben,aber um sie vorzustellen ist es ja auch nicht zwangsläufig notwendig.Was dir gut gelungen ist,ist anhand einer kleinen Auswahl die A-Tyischkeit (gibts das Wort?) der Figuren zu zeigen.

  • Alusru

    13.02.2002, 20:29 Uhr von Alusru
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finde die sendung auch einsame Spitze, Gruß Uschi.