Mafia (Adventure PC Spiel) Testbericht




ab 13,61 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 03/2008
Auf yopi.de gelistet seit 03/2008
Erfahrungsbericht von hirni
Ich bin in der Mafia
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Story:
1930, irgendwo zwischen New York und Chicago. Thomas Angelo, auch Tommy (Ähnlichkeiten mit der Tommygun?) genannt, kratzt nichts ahnend ein bisschen Dreck von seinem Taxi ab. Er verdient schlecht ist aber zum Leben reicht es. Er zündet sich eine Zigarette an und lehnt sich gemütlich an seinem Taxi an.
Szenenwechsel: Ein paar Straßen weiter geht eine wilde Verfolgungsjagd zwischen zwei Autos ab. Der Verfolgte macht eine scharfe Kurve, der Jäger kracht gegen eine Laterne.
Wieder ist die Kamera auf Tommy gerichtet. Er raucht immer noch genüsslich an seiner Zigarette. Plötzlich ein Schuss. Er kommt nur aus einer Straßenecke entfernt. Tommy geht ein paar Schritte in die Richtung. Da kommen zwei, in Maßanzug gekleidet zu ihm. Der eine hat eine Wunde im Bauch und blutet stark, der andere hält seinen Revolver auf Tommy. Dieser lässt seine Zigarette vor Schreck fallen. Die Kamera fängt sie zirkulierend gen Boden fallend ein. Kurze Zeit Slow Motion.
Der Gangster schubst Tommy zur Seite, alles läuft wieder in hektischem Tempo ab. Er schreit, Tommy solle die beiden wegfahren.
Da geht das Spiel für den Spieler los. Das Spiel schaltet in Third-Person-Perspektive um und vor euch ist ein Taxi, in welchem Tommy und die beiden Mafiosi sitzen. Die befehlen euch „Häng sie ab!“ Los geht es. Mit den Cursor-Tasten dirigiert man den Wagen durch die lebendige Stadt Lost Heaven. Doch wirklich Zeit, die Details zu beobachten bleibt nicht. Ihr müsst die Verfolger mit damals sensationellen 100 km/h abhängen. Mit quietschenden Reifen schliddert der Wagen durch die Kurven, schlägt Hacken und weicht nur knapp dem Gegenverkehr aus.
Fußgänger springen hektisch zur Seite, Autos wechseln hupend die Spur.
Kommen die Verfolger zu Nah, halten die „Fahrgäste“ ihre Waffen aus dem Auto und schießen auf den andren Wagen. Reifen platzen, Scheiben bersten und Stoßstangen schleifen gelockert auf der Straße.
Es ist wie in einem guten Hollywood-Film á là „Der Pate“ oder „GoodFellas“.
Acht Jahre später, 1938, ist Tommy ein gut verdienender, respektierter Mafiosi, der für dem größten Auftraggeber der Stadt arbeitet, Don Salieri, ein Name, der jedem ahnenden Respekt einflößt. Wie Thomas so weit kam, ist eure Aufgabe. In insgesamt 20 Missionen, aufgeteilt in 113 Teilen müsst ihr eure Freunde, Pauli und Sam, vor übel gelaunten Mafiosi aus der gegnerischen Familie Morello retten, die selbigen erschießen, ein Attentat auf ein hohes Tier der Politik auf einem Raddampfer ausüben und alles was zu einem richtigen Mafiosi dazugehört.
Es ist ein Wechselspiel ohne Freiheiten und linear, aber hochspannend.
Durchschnittlich geübte Spieler werden ca. 25 Stunden brauchen, bis es zum großen Finale kommt.
Gespeichert wird dabei automatisch nach jedem Abschnitt, d.h. auch, dass man nicht selber speichern kann. Einerseits ist das gut, weil man sich dann voll auf das Spiel konzentrieren kann und sich dabei auch gleich viel mehr Mühe gibt aber anderseits ist das manchmal ziemlich schwierig, besonders wenn mal ein Abschnitt länger dauert.
Nachdem die Verfolger abgeschüttelt worden sind, geht es zu Salieri’s Bar. Dort gibt es die nächste, von vielen wirklich gut gelungenen Cut-Scenes den Fortgang der Story.
Die beiden Gangster steigen aus und gehen in die Bar, Tommy wartet im Auto. Bis einer der Gangster aus der Tür kommt. In einem Mafiosi-Gang kommt er auf das Taxi zu, mit der rechten Hand unter dem Anzug auf seiner linken Brust. Zieht er eine Pistole und erschießt Tommy, weil der zu viel gesehen hat? Es wird spannen, die Musik schwillt bedrohlich an. Man hört Tommys Herz schlagen. Er fummelt nervös am Autoschlüssel, versucht den Wagen anspringen zu lassen um im Notfall schnell davon fahren können. Der Mafiosi kommt bedrohlich näher, immer noch nicht erfährt man, was er raus holen will. Dann, noch ein paar Meter vom Auto entfernt zieht der Gangster einen dicken Umschlag. Die Anspannung ist weg, die Musik wieder normal und Tommy erleichtert. Im Umschlag ist viel Geld, als Entschädigung für sein zerstörtes Taxi. Solche Szenen sind in Mafia nicht selten und genial gemacht.
Er macht Tommy ein Angebot von Salieri, doch er will gar nichts von hören, weil er nichts mit der Mafia zu tun hat.
Tommy grübelt in seiner Wohnung über das Angebot nach. Soll er arm bleiben und dafür alt werden oder reich und dafür jung sterben? Dieses Thema behandelt Mafia ernsthaft und mit Anspruch. Wie ein stinknormaler Taxifahrer in das Familiengeschäft gerät und immer weiter ins organisierte Verbrechen rutscht und dabei sein Gewissen verliert.
Doch dabei gibt es eine Menge an Action zu sehen. Tommy ist ein Rambo der 30er, er nimmt es mit einer Horde wild gewordener Gangster auf, verübt Anschläge, gewinnt ein Rennen, raubt ein Bank aus, schmuggelt Alkohol in Zeiten der Prohibition, zerschießt Wagen mit seiner Tommy-Gun und sieht dabei in seinem Maßanzug wie ein echter Mafiosi aus. Am Ende hat man ganz vergessen, dass er mal Taxifahrer war.
Hinter Säulen, Tischen, Nischen, Schränken und Ecken gibt es Deckung vor dem Kugelhager, gegen das selbst ein Thomas Angelo kein Chance hat.
Das Nachladen der Waffen dauerte damals – ja nach Waffe – ein halbe Ewigkeit und kann über Tot und Leben entscheiden.
Nutzt man die richtigen Momente aus, heißt es möglichst auf den Kopf zu schießen. Trifft man den Gegner nur in die Füße, so humpelt er, ein Kopfschuss aber reicht meistens aus um ihn zu erledigen.
Die deutsche Version kommt dabei vollkommen ohne Blut aus, doch mit Patches, die es zuhauf im Internet zu finden gibt, dürfte das Problem behoben sein. Und auch ohne wirkt Mafia nicht weniger intensiv.
Ein Beispiel: Der Don will seinen größten Widersacher Morello erledigen. Dafür muss erstmal der Bruder Sergio herhalten.
Der erste Anlauf: Tommy fährt mit Pauli zu eine Telefonzelle, neben Morello’s Bar. Tommy ruft dort an und verlangt Sergio. Kommt er dann zum Apparat will Pauli ihn mit seiner Tommy-Gun erledigen. Doch ein anderer kommt zum Telefon und sagt Tommy, dass Sergio nicht da ist, doch das hört Pauli nicht und erschießt den falschen. Als es Pauli merkt steigt der ohne zu zögern ins Auto und man muss mit ihm die Verfolger, die sofort zur Stelle sind abhängen.
Zweiter Anlauf: Tommy bringt einen Sprengsatz an Sergios Wagen an, sobald jemand einsteigt soll der in die Luft gehen. Tommy wartet eine Straßenecke weiter auf das Feuerwerk, doch nicht Morello steigt in den Wagen, sondern seine Freundin. Mist, wieder der falsche!
Dritter Anlauf: Diesmal sollen es zwei „Profis“ machen. Ihr müsst nur so dabei sein. Die „Profis“ warten vor dem Bahnübergang, Tommy auf der andren Seite, natürlich im Auto. Im Häuschen sitzt keiner der Bahn, sondern ein weiterer „Profi“. Als Sergio ihm Wagen erscheint, beginnt das Signal zu anhalten. Sergio tut es natürlich, während hinter ihm die beiden Killer ihren Wagen starten und sich hinter Sergio setzen. Kurz bevor der Zug angebraust kommt, wundert sich der Fahrer in Sergio’s Wagen, dass der Zug nicht kommt, da stoßen ihn auch schon die beiden Killer auf die Schienen, doch zu früh, Sergio kann flüchten und anstatt Morello’s Bruder zu töten, fährt der Zug in die „Profis“ rein. Tommy murmelt nur noch: „Wirklich professionell!“ und fährt Sergio hinterher.
Als beide am Hafen angelangt sind, schießt sich Tommy durch Morello’s Bande, bis er letztendlich dem toten Sergio gegenübersteht und sagt: „Verdammter Glückspilz“
Man fühlt sich bei Mafia immer mitten im Geschehen, teils wegen der 1a Grafik, teils wegen der gut gelungenen Soundkulisse. In einer relativ frühen Mission muss man einen Alkoholschmuggel abschließen. Außerhalb der Stadt soll der Deal stattfinden, doch dort angekommen, fehlt jede Spur vom Kontaktmann. Tommy steigt aus den LKW, raunt Pauli zu „Ich geh mich mal umgucken.“ Darauf steigt er aus. Draußen ist es schon stockdunkel, plötzlich setzt ein Platzregen ein, der Wind fegt ihn wie einen Schleier umher. Am Himmel zucken blitze, die die Landschaft kurz erhellt, laute Donnerschläge lassen verkünden, dass das Gewitter nicht weit entfernt ist. Im Wind rauschen die Bäume, eine Wäscheleine samt Wäsche flattert im Wind. Türen krächzen, der Regen trommelt auf den Boden und Dächer der Scheunen.
Diese Szene ist ein Meisterwerk, durch das man ehrlich Angst und Spaß hat.
Ein krasser Kontrast ist die zweite Mission. Dort muss man ein paar Fahrgäste durch die Stadt kutschieren, der erste kann noch ganz spaßig sein, weil man da die Stadt kennen lernt. Beim dritten wird es schon langweilig und beim fünften denkt man schon ernsthaft drüber nach, das Spiel zu beenden und wieder von der Festplatte zu schmeißen. Da ist zum Glück auch schon wieder Schluss.
Zum Glück halten sich solche Durchhänger in Grenzen. Später bekommt man bessere Wagen und weil die Missionen dann zeitkritischer werden, kann man sich nicht mehr an die 40mph-Geschwindigkeitsbegrenzung halten.
Wahrscheinlich habt ihr es schon gemerkt, in Mafia sind die Gesetzte da um gebrochen zu werden. Das mag sich so gewaltverherrlichend anhören, aber die Geschichte ist viel intelligenter als die meisten, die die Computerbranche zu bieten hat.
Am Ende bleiben drei wichtige Erkenntnisse: Geld ist nicht alles, ein gesunder Mittelweg ist immer gut und Mafia ist eines der besten Spiele des Jahres.
Grafik:
Puh, jetzt hab ich genug über die Story geschrieben. Noch ein bisschen über die Grafik, den Sound etc.
Die Großstadt Lost Heavan ist realistisch simuliert. Doch die liebevoll gestaltete Grafik kann selbst Hochleistungsrechner ins Schwitzen bringen. Verzichtet deshalb auf Anti-Aliasing und die EAX-Unterstützung. Das sollte die Ladezeiten schon um ein gutes Stück drücken. Mit einem CPU der auf 1,2 GHz getaktet ist und einer Geforce3 sollte es keine Probleme mit Mafia geben. Wenn auch nicht perfekt spielbar, doch gut. True-Color deaktivierten sollte auch noch mal ein bisschen Performance bringen.
Die Innenlevel, von denen es einige gibt und die auch sehr detailreich gestalltet sind, sollten auch auf älteren Rechnern einwandfrei laufen. Problematischer wird’s schon in den Außenlevel.
Doch dafür bekommt man auch einiges, wenn auch nicht einen ganz so guten Weitblick wie in GTA 3, dafür aber schönere Texturen, detailreichere Oldtimer und schönere Gangster. Die Stadt selber ist so umfangreich wie in GTA 3. Sie ist riesig, ist etwa genauso groß wie in GTA 3, aber abwechslungsreicher. Außerhalb der Stadt, also auf dem Land, gibt es auch einige Missionen. Es gibt einen Flughafen und einen Damm, doch will man raus aus der Stadt, muss noch mal geladen werden, umgekehrt ist es genauso.
Sound
Je nachdem in welchen Stadtteil man ist, kommt andere Musik. Logisch! Meistens läuft italienische Musik, auch wenn man nicht im Auto ist. Die Musik passt gut in die 30er, deshalb wird man auch keine Rap-Musik finden.
In den Missionen gibt es oft andere Musik, egal in welchen Stadtteil man fährt. Der Sound ist immer gut eingesetzt und erzeugt Spannung und Lebendigkeit.
Spielumfang:
Das Spiel ist viel linearer als GTA 3, große Freiheit gibt es nicht. Alle Missionen sind in einer vorhergeschriebenen Reihenfolge zu spielen, dafür gibt es eine viel besser Story als in GTA 3. Alles wirkt wie ein (ziemlich langer) Kinofilm. In den Zwischensequenzen agieren die Figuren wie Schauspieler.
Da ist die Sprachausgabe auch mal ausnahmsweise gut gelungen. Die Synchronisation hat mal nicht versagt. Manche behaupten sogar, es sei besser als in der Originalversion.
So erinnert Pauli nicht nur von Aussehen und Charakter an Joe Pesci in GoodFellas, sondern er hat die selbe Stimme, auf jeden Fall in der deutschen Version.
Es gibt 63 Vehikel der 30er Jahre, dabei haben einige schon einiges unter der Haube, aber alle sind realistisch gemacht. Jeder Oldtimer wurde an der Orignialphysik angepasst. Ein ausführliches Schadensmodell ist auch dabei, so dass die Beulen unterschiedlich groß werden, je nachdem wie stark und oft man dagegen schlägt oder fährt.
Es gibt 15 Waffen, die es damals auch schon alle gab. Die Ausrüstung reicht vom klassischen Baseballschläger über mehr oder weniger gute Colts und Schrotflinten bis hin zu Armeegewehr Names US Rifle M1903 Springfield und natürlich gibt es auch die legendäre Thompson 1927, besser bekannt als Tommy-Gum.
Nachteil:
Leider gibt es auch eine, ziemlich großen Nachteil, die KI. Gangster, die wie blind durch die Räume rennen, Passanten, die sich vor euer Auto werfen oder Polizeistreifen die Massenkarambolage verursachen. Doch das war’s eigentlich schon und wirklich stören tut es mich nicht, andere anscheinend mehr, weil das Spiel bei Giga „nur“ 87 Prozent bekam.
Urteil:
Ich würde dem Spiel eine Wertung von 91 Prozent geben, auch wenn die AI wirklich zu wünschen übrig lässt. Dass das Game eine kurze Spieldauer hat, finde ich weniger schlimm, weil es bei mir nicht auf Quantität, sondern Qualität drauf ankommt. Und ein Kinofilm, der meistens weit mehr verschlingt als ein Game wie Mafia, ist auch nach 2 – 3 Stunden zu Ende, guckt man sich den Film vielleicht noch zwei mal an, hat man lange nicht so viel Unterhaltung wie bei Mafia und die bietet das Spiel reichlich.
Kauft euch das Spiel!
So, jetzt ist wirklich Schluss!
© by Hirni (Yopi) und Neo87 (ciao) 2002
1930, irgendwo zwischen New York und Chicago. Thomas Angelo, auch Tommy (Ähnlichkeiten mit der Tommygun?) genannt, kratzt nichts ahnend ein bisschen Dreck von seinem Taxi ab. Er verdient schlecht ist aber zum Leben reicht es. Er zündet sich eine Zigarette an und lehnt sich gemütlich an seinem Taxi an.
Szenenwechsel: Ein paar Straßen weiter geht eine wilde Verfolgungsjagd zwischen zwei Autos ab. Der Verfolgte macht eine scharfe Kurve, der Jäger kracht gegen eine Laterne.
Wieder ist die Kamera auf Tommy gerichtet. Er raucht immer noch genüsslich an seiner Zigarette. Plötzlich ein Schuss. Er kommt nur aus einer Straßenecke entfernt. Tommy geht ein paar Schritte in die Richtung. Da kommen zwei, in Maßanzug gekleidet zu ihm. Der eine hat eine Wunde im Bauch und blutet stark, der andere hält seinen Revolver auf Tommy. Dieser lässt seine Zigarette vor Schreck fallen. Die Kamera fängt sie zirkulierend gen Boden fallend ein. Kurze Zeit Slow Motion.
Der Gangster schubst Tommy zur Seite, alles läuft wieder in hektischem Tempo ab. Er schreit, Tommy solle die beiden wegfahren.
Da geht das Spiel für den Spieler los. Das Spiel schaltet in Third-Person-Perspektive um und vor euch ist ein Taxi, in welchem Tommy und die beiden Mafiosi sitzen. Die befehlen euch „Häng sie ab!“ Los geht es. Mit den Cursor-Tasten dirigiert man den Wagen durch die lebendige Stadt Lost Heaven. Doch wirklich Zeit, die Details zu beobachten bleibt nicht. Ihr müsst die Verfolger mit damals sensationellen 100 km/h abhängen. Mit quietschenden Reifen schliddert der Wagen durch die Kurven, schlägt Hacken und weicht nur knapp dem Gegenverkehr aus.
Fußgänger springen hektisch zur Seite, Autos wechseln hupend die Spur.
Kommen die Verfolger zu Nah, halten die „Fahrgäste“ ihre Waffen aus dem Auto und schießen auf den andren Wagen. Reifen platzen, Scheiben bersten und Stoßstangen schleifen gelockert auf der Straße.
Es ist wie in einem guten Hollywood-Film á là „Der Pate“ oder „GoodFellas“.
Acht Jahre später, 1938, ist Tommy ein gut verdienender, respektierter Mafiosi, der für dem größten Auftraggeber der Stadt arbeitet, Don Salieri, ein Name, der jedem ahnenden Respekt einflößt. Wie Thomas so weit kam, ist eure Aufgabe. In insgesamt 20 Missionen, aufgeteilt in 113 Teilen müsst ihr eure Freunde, Pauli und Sam, vor übel gelaunten Mafiosi aus der gegnerischen Familie Morello retten, die selbigen erschießen, ein Attentat auf ein hohes Tier der Politik auf einem Raddampfer ausüben und alles was zu einem richtigen Mafiosi dazugehört.
Es ist ein Wechselspiel ohne Freiheiten und linear, aber hochspannend.
Durchschnittlich geübte Spieler werden ca. 25 Stunden brauchen, bis es zum großen Finale kommt.
Gespeichert wird dabei automatisch nach jedem Abschnitt, d.h. auch, dass man nicht selber speichern kann. Einerseits ist das gut, weil man sich dann voll auf das Spiel konzentrieren kann und sich dabei auch gleich viel mehr Mühe gibt aber anderseits ist das manchmal ziemlich schwierig, besonders wenn mal ein Abschnitt länger dauert.
Nachdem die Verfolger abgeschüttelt worden sind, geht es zu Salieri’s Bar. Dort gibt es die nächste, von vielen wirklich gut gelungenen Cut-Scenes den Fortgang der Story.
Die beiden Gangster steigen aus und gehen in die Bar, Tommy wartet im Auto. Bis einer der Gangster aus der Tür kommt. In einem Mafiosi-Gang kommt er auf das Taxi zu, mit der rechten Hand unter dem Anzug auf seiner linken Brust. Zieht er eine Pistole und erschießt Tommy, weil der zu viel gesehen hat? Es wird spannen, die Musik schwillt bedrohlich an. Man hört Tommys Herz schlagen. Er fummelt nervös am Autoschlüssel, versucht den Wagen anspringen zu lassen um im Notfall schnell davon fahren können. Der Mafiosi kommt bedrohlich näher, immer noch nicht erfährt man, was er raus holen will. Dann, noch ein paar Meter vom Auto entfernt zieht der Gangster einen dicken Umschlag. Die Anspannung ist weg, die Musik wieder normal und Tommy erleichtert. Im Umschlag ist viel Geld, als Entschädigung für sein zerstörtes Taxi. Solche Szenen sind in Mafia nicht selten und genial gemacht.
Er macht Tommy ein Angebot von Salieri, doch er will gar nichts von hören, weil er nichts mit der Mafia zu tun hat.
Tommy grübelt in seiner Wohnung über das Angebot nach. Soll er arm bleiben und dafür alt werden oder reich und dafür jung sterben? Dieses Thema behandelt Mafia ernsthaft und mit Anspruch. Wie ein stinknormaler Taxifahrer in das Familiengeschäft gerät und immer weiter ins organisierte Verbrechen rutscht und dabei sein Gewissen verliert.
Doch dabei gibt es eine Menge an Action zu sehen. Tommy ist ein Rambo der 30er, er nimmt es mit einer Horde wild gewordener Gangster auf, verübt Anschläge, gewinnt ein Rennen, raubt ein Bank aus, schmuggelt Alkohol in Zeiten der Prohibition, zerschießt Wagen mit seiner Tommy-Gun und sieht dabei in seinem Maßanzug wie ein echter Mafiosi aus. Am Ende hat man ganz vergessen, dass er mal Taxifahrer war.
Hinter Säulen, Tischen, Nischen, Schränken und Ecken gibt es Deckung vor dem Kugelhager, gegen das selbst ein Thomas Angelo kein Chance hat.
Das Nachladen der Waffen dauerte damals – ja nach Waffe – ein halbe Ewigkeit und kann über Tot und Leben entscheiden.
Nutzt man die richtigen Momente aus, heißt es möglichst auf den Kopf zu schießen. Trifft man den Gegner nur in die Füße, so humpelt er, ein Kopfschuss aber reicht meistens aus um ihn zu erledigen.
Die deutsche Version kommt dabei vollkommen ohne Blut aus, doch mit Patches, die es zuhauf im Internet zu finden gibt, dürfte das Problem behoben sein. Und auch ohne wirkt Mafia nicht weniger intensiv.
Ein Beispiel: Der Don will seinen größten Widersacher Morello erledigen. Dafür muss erstmal der Bruder Sergio herhalten.
Der erste Anlauf: Tommy fährt mit Pauli zu eine Telefonzelle, neben Morello’s Bar. Tommy ruft dort an und verlangt Sergio. Kommt er dann zum Apparat will Pauli ihn mit seiner Tommy-Gun erledigen. Doch ein anderer kommt zum Telefon und sagt Tommy, dass Sergio nicht da ist, doch das hört Pauli nicht und erschießt den falschen. Als es Pauli merkt steigt der ohne zu zögern ins Auto und man muss mit ihm die Verfolger, die sofort zur Stelle sind abhängen.
Zweiter Anlauf: Tommy bringt einen Sprengsatz an Sergios Wagen an, sobald jemand einsteigt soll der in die Luft gehen. Tommy wartet eine Straßenecke weiter auf das Feuerwerk, doch nicht Morello steigt in den Wagen, sondern seine Freundin. Mist, wieder der falsche!
Dritter Anlauf: Diesmal sollen es zwei „Profis“ machen. Ihr müsst nur so dabei sein. Die „Profis“ warten vor dem Bahnübergang, Tommy auf der andren Seite, natürlich im Auto. Im Häuschen sitzt keiner der Bahn, sondern ein weiterer „Profi“. Als Sergio ihm Wagen erscheint, beginnt das Signal zu anhalten. Sergio tut es natürlich, während hinter ihm die beiden Killer ihren Wagen starten und sich hinter Sergio setzen. Kurz bevor der Zug angebraust kommt, wundert sich der Fahrer in Sergio’s Wagen, dass der Zug nicht kommt, da stoßen ihn auch schon die beiden Killer auf die Schienen, doch zu früh, Sergio kann flüchten und anstatt Morello’s Bruder zu töten, fährt der Zug in die „Profis“ rein. Tommy murmelt nur noch: „Wirklich professionell!“ und fährt Sergio hinterher.
Als beide am Hafen angelangt sind, schießt sich Tommy durch Morello’s Bande, bis er letztendlich dem toten Sergio gegenübersteht und sagt: „Verdammter Glückspilz“
Man fühlt sich bei Mafia immer mitten im Geschehen, teils wegen der 1a Grafik, teils wegen der gut gelungenen Soundkulisse. In einer relativ frühen Mission muss man einen Alkoholschmuggel abschließen. Außerhalb der Stadt soll der Deal stattfinden, doch dort angekommen, fehlt jede Spur vom Kontaktmann. Tommy steigt aus den LKW, raunt Pauli zu „Ich geh mich mal umgucken.“ Darauf steigt er aus. Draußen ist es schon stockdunkel, plötzlich setzt ein Platzregen ein, der Wind fegt ihn wie einen Schleier umher. Am Himmel zucken blitze, die die Landschaft kurz erhellt, laute Donnerschläge lassen verkünden, dass das Gewitter nicht weit entfernt ist. Im Wind rauschen die Bäume, eine Wäscheleine samt Wäsche flattert im Wind. Türen krächzen, der Regen trommelt auf den Boden und Dächer der Scheunen.
Diese Szene ist ein Meisterwerk, durch das man ehrlich Angst und Spaß hat.
Ein krasser Kontrast ist die zweite Mission. Dort muss man ein paar Fahrgäste durch die Stadt kutschieren, der erste kann noch ganz spaßig sein, weil man da die Stadt kennen lernt. Beim dritten wird es schon langweilig und beim fünften denkt man schon ernsthaft drüber nach, das Spiel zu beenden und wieder von der Festplatte zu schmeißen. Da ist zum Glück auch schon wieder Schluss.
Zum Glück halten sich solche Durchhänger in Grenzen. Später bekommt man bessere Wagen und weil die Missionen dann zeitkritischer werden, kann man sich nicht mehr an die 40mph-Geschwindigkeitsbegrenzung halten.
Wahrscheinlich habt ihr es schon gemerkt, in Mafia sind die Gesetzte da um gebrochen zu werden. Das mag sich so gewaltverherrlichend anhören, aber die Geschichte ist viel intelligenter als die meisten, die die Computerbranche zu bieten hat.
Am Ende bleiben drei wichtige Erkenntnisse: Geld ist nicht alles, ein gesunder Mittelweg ist immer gut und Mafia ist eines der besten Spiele des Jahres.
Grafik:
Puh, jetzt hab ich genug über die Story geschrieben. Noch ein bisschen über die Grafik, den Sound etc.
Die Großstadt Lost Heavan ist realistisch simuliert. Doch die liebevoll gestaltete Grafik kann selbst Hochleistungsrechner ins Schwitzen bringen. Verzichtet deshalb auf Anti-Aliasing und die EAX-Unterstützung. Das sollte die Ladezeiten schon um ein gutes Stück drücken. Mit einem CPU der auf 1,2 GHz getaktet ist und einer Geforce3 sollte es keine Probleme mit Mafia geben. Wenn auch nicht perfekt spielbar, doch gut. True-Color deaktivierten sollte auch noch mal ein bisschen Performance bringen.
Die Innenlevel, von denen es einige gibt und die auch sehr detailreich gestalltet sind, sollten auch auf älteren Rechnern einwandfrei laufen. Problematischer wird’s schon in den Außenlevel.
Doch dafür bekommt man auch einiges, wenn auch nicht einen ganz so guten Weitblick wie in GTA 3, dafür aber schönere Texturen, detailreichere Oldtimer und schönere Gangster. Die Stadt selber ist so umfangreich wie in GTA 3. Sie ist riesig, ist etwa genauso groß wie in GTA 3, aber abwechslungsreicher. Außerhalb der Stadt, also auf dem Land, gibt es auch einige Missionen. Es gibt einen Flughafen und einen Damm, doch will man raus aus der Stadt, muss noch mal geladen werden, umgekehrt ist es genauso.
Sound
Je nachdem in welchen Stadtteil man ist, kommt andere Musik. Logisch! Meistens läuft italienische Musik, auch wenn man nicht im Auto ist. Die Musik passt gut in die 30er, deshalb wird man auch keine Rap-Musik finden.
In den Missionen gibt es oft andere Musik, egal in welchen Stadtteil man fährt. Der Sound ist immer gut eingesetzt und erzeugt Spannung und Lebendigkeit.
Spielumfang:
Das Spiel ist viel linearer als GTA 3, große Freiheit gibt es nicht. Alle Missionen sind in einer vorhergeschriebenen Reihenfolge zu spielen, dafür gibt es eine viel besser Story als in GTA 3. Alles wirkt wie ein (ziemlich langer) Kinofilm. In den Zwischensequenzen agieren die Figuren wie Schauspieler.
Da ist die Sprachausgabe auch mal ausnahmsweise gut gelungen. Die Synchronisation hat mal nicht versagt. Manche behaupten sogar, es sei besser als in der Originalversion.
So erinnert Pauli nicht nur von Aussehen und Charakter an Joe Pesci in GoodFellas, sondern er hat die selbe Stimme, auf jeden Fall in der deutschen Version.
Es gibt 63 Vehikel der 30er Jahre, dabei haben einige schon einiges unter der Haube, aber alle sind realistisch gemacht. Jeder Oldtimer wurde an der Orignialphysik angepasst. Ein ausführliches Schadensmodell ist auch dabei, so dass die Beulen unterschiedlich groß werden, je nachdem wie stark und oft man dagegen schlägt oder fährt.
Es gibt 15 Waffen, die es damals auch schon alle gab. Die Ausrüstung reicht vom klassischen Baseballschläger über mehr oder weniger gute Colts und Schrotflinten bis hin zu Armeegewehr Names US Rifle M1903 Springfield und natürlich gibt es auch die legendäre Thompson 1927, besser bekannt als Tommy-Gum.
Nachteil:
Leider gibt es auch eine, ziemlich großen Nachteil, die KI. Gangster, die wie blind durch die Räume rennen, Passanten, die sich vor euer Auto werfen oder Polizeistreifen die Massenkarambolage verursachen. Doch das war’s eigentlich schon und wirklich stören tut es mich nicht, andere anscheinend mehr, weil das Spiel bei Giga „nur“ 87 Prozent bekam.
Urteil:
Ich würde dem Spiel eine Wertung von 91 Prozent geben, auch wenn die AI wirklich zu wünschen übrig lässt. Dass das Game eine kurze Spieldauer hat, finde ich weniger schlimm, weil es bei mir nicht auf Quantität, sondern Qualität drauf ankommt. Und ein Kinofilm, der meistens weit mehr verschlingt als ein Game wie Mafia, ist auch nach 2 – 3 Stunden zu Ende, guckt man sich den Film vielleicht noch zwei mal an, hat man lange nicht so viel Unterhaltung wie bei Mafia und die bietet das Spiel reichlich.
Kauft euch das Spiel!
So, jetzt ist wirklich Schluss!
© by Hirni (Yopi) und Neo87 (ciao) 2002
Bewerten / Kommentar schreiben