Malediven Testbericht

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Erfahrungsbericht von P.Nibel

Haie, Palmen und Amnesty International

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wer kennt sie nicht, die Malediven. Urlaubstraum tausender Touristen, Alptraum vieler Malediver. Nicht mit herrlichen Sandstränden, wunderschönen Korallenriffs und blauen Lagunen möchte ich meinen Bericht über das Urlaubsziel Republik Malediven beginnen, sondern mit der Schattenseite dieses vermeintlichen Garten Eden inmitten des Indischen Ozeans.

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Wie in vielen Ländern, ob nun in Cuba, der Dominikanischen Republik oder in Süd-Afrika, so täuschen auch hier die wunderschönen und luxeriösen Hotelinseln ein reines und schönes Touristenleben vor.

Wer sich auf einer der 69 Urlaubsinseln erholt, sieht und spürt nicht, dass die Republik Malediven zu den ärmsten Ländern der Welt gehört. Und dabei ist eben gerade der Tourismus, mit rund 70 Prozent der jährlichen Deviseneinnahmen, das wirtschaftliche Standbein der Inselrepublik.

Und doch bringt der zunehmende Tourismus einige schwerwiegende Probleme für die Malediven mit sich. Zwar hält sich die maldivische Regierung mit dem Ausbau weiterer Touristeninseln zurück, kann jedoch das gegenwärtige Müll-Problem damit nicht ausschalten. Je mehr Müll anfällt, umso mehr leidet die Flora und Fauna im Inselpardies.

Noch viel zu häufig werden in der Mitte von Inseln Löcher gergaben, in welchen dann der Müll landet. Glücklicherweise kommt es heutzutage nur noch selten vor, dass der Müll direkt ins azurblaue Meer wandert. Unterstützend verteilen nun alle Fluggesellschaften Müllsäcke, in denen der Abfall gesammelt und vor Abflug kostenlos beim Kabinenpersonal abgegeben werden kann. Fakerschutz P.Nibel. Der Abfall-Rücktransport ist so gesichert.

Wollt Ihr in den nächsten Jahren noch auf den Malediven schnorcheln, tauchen und Euch an der faszinierenden Unterwasser-Welt erfreuen? Dann nehmt dieses Problem bitte ernst und verwendet auch diese Müllsäcke.

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Warum bringe ich eigentlich die Malediven, mit ihren ca. 200 von Einheimischen bewohnten Inseln und insegsamt knapp 300.000 Einwohnern, mit Amnesty International in Verbindung? Nicht ohne Grund.

Denn obgleich die dunkelhäutigen, Dhivehi (Amtssprache) sprechenden, Malediver unglaublich nett und höflich sind, lastet ein Schatten über der islamischen Republik. Die maledivische Republik wird durch zahlreiche Institution, allen voran AI, bschuldigt, gewaltlose politische Gefangene zu foltern und zu misshandeln.

Dazu ein Auszug aus dem AI-Bericht 2001:

"Wie in den Vorjahren unterlagen politische Parteien einem Betätigungsverbot und Medien wie Justiz einer strengen Kontrolle durch die Regierung. [...] Der Parlamentskandidat Umar Jamal wurde am 29. Oktober 1999 von Polizisten in Zivil festgenommen und als gewaltloser politischer Gefangener zunächst in verschiedenen Haftzentren festgehalten und im April des Berichtsjahres unter Hausarrest gestellt. Berichten zufolge warf man ihm vor, er habe versucht, die Regierung in Misskredit zu bringen. Ein anderer Kandidat mit engen Beziehungen zur Regierung erklärte, Umar Jamal habe gesagt, die angeblich demokratische Republik sei in Wahrheit eine Monarchie, in der es keine Freiheit gebe. Diese Behauptung wurde Berichten zufolge von 14 Zeugen entkräftet[...]. Zur Gerichtsverhandlung gegen Umar Jamal war die Öffentlichkeit nicht zugelassen. Damit sollte offensichtlich vertuscht werden, dass es sich um ein unfaires Verfahren handelte, dessen Ablauf Berichten zufolge nicht einmal protokolliert wurde. [...] Fakerschutz P.Nibel. Es kamen Informationen ans Tageslicht, denen zufolge mindestens drei Kandidaten, die sich bei den Parlamentswahlen im November 1999 um ein Abgeordnetenmandat beworben hatten und im Vorfeld der Wahlen festgenommen worden waren, in der Haft gefoltert oder misshandelt worden waren. Ibrahim Ahmed Maniku und Abdul Rasheed, die Anfang November 1999 im Haftzentrum Dhoonidhoo einsaßen, wurden tagelang am Schlafen gehindert: Man ließ sie im Regen auf Hockern sitzen und verabreichte ihnen jedes Mal Schläge, wenn sie einschliefen.[...]"

Man sollte sich also bei einem Malediven-Besuch bewußt sein, dass die Situation dort für die Einwohner sehr schlecht ist. Demgemäß ist natürlich ein entsprechend verständnisvolles Verhalten gegenüber den Maledivern, egal ob Hotel-Personal oder Zollbehörde, angebracht. (c) 04.07.01 P.Nibel.

Mehr Informationen dazu findet auf www.amnesty.de .

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Nun aber zum angenehmen Teil dieses Landes. Wer sich mit dem Gedanken trägt, das einzigartige Inselarchipel zu besuchen, sollte folgendes beachten:

Wer Flugangst hat, sollte sich im Klaren darüber sein, dass man etwa 11,5 Stunden im Flugzeug verbringt und als krönenden Abschluß noch miterleben muss, wie der Flieger auf einer 500 Meter langen und 250 Meter breiten Landepiste aus Beton inmitten des Indische Ozeans zu landen versucht. Zur Beruhigung: Bisher ist bei Landungen noch nichts schief gegangen.

Wer unter Klaustrophobie leidet wird auf den Malediven nicht glücklich. Denn fast alle Inseln sind meist nicht größer als 600 x 600 Meter. Im Durchschnitt haben die Touristeninseln echte Traummaße 250 x 350 Meter.

Wer Action, Nigthlife und Shopping sucht wird auf den Malediven nicht fündig. Was man hier aber mit Sicherheit findet, sind wunderschöne romantische weiße Strände mit vielen Palmen und herrliches warmes, glasklares Wasser mit einer farbenprächtigen Unterwasserwelt.

Moment, eine Shopping-Möglichkeit gibt es da noch (außer dem maßlos überteuerten Hotel-Shop). Wer im Kaafu Atoll (auch Malé Atoll genannt) weilt, der sollte sich unbedingt die Hauptstadt der Malediven ansehen und kann dabei einkaufen.

Malé, wohl die kleinste Hauptstadt der Welt, zählt rund 63.000 Einwohner und ist ungefähr 1 1/2 Quadratkilometer groß. Zwar entspricht damit die Bevölkerungsdichte in Malé sage und schreibe 49.500 Einwohner pro Quadratkilometer aber etwas Platz für die Touristen ist noch. Von der Anlegestelle, dem Marine Drive sind alle Sehenswürdigkeiten des Landes (also damit der Stadt) in ein paar Minuten zu Fuß erreichbar. Da gibt es die Fischmarkthalle, in der es in den späten Nachmittagsstunden unglaublich lebendig zugeht, den Holzmarkt, den Gemüse- und Früchtemarkt, die Freitagsmoschee mit dem 40 Meter hohen Minarett, der Sultanspark, ein kleines Museum, einen Friedhof mit alter Moschee, den Präsidentenpalast und und und.

Nicht zu vergessen, die kleinen Läden und Geschäfte in den engen Gassen und Straßen. Achtung übrigens, wer sich Euch mit einer kostenlosen Stadtführung anbietet, wird Euch später in sein Geschäft dirigieren und sich sodann bemühen alles schön teuer zu verkaufen. Also immer daran denken, handeln bis zum Abwinken. Auch einige Banken findet Ihr in Malé.

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Egal ob Ihr Euch auf der Hotelinsel oder in Malé aufhaltet, denkt bitte immer daran, dass die Malediver Muslimen sind. Entsprechend sollte man sich verhalten und zumindest in Malé auch kleiden. Unsere femininen Mitmenschen könnten sich ansonsten der zahlreichen gierigen Blicke und Pfiffe in Malé nicht mehr erwehren.

Also möglichst keine Pornographie ins Land einführen, so verlockend die einsame Insel dafür auch ist, auf dem Flughafen wird streng kontrolliert und bei Bedarf konfisziert. Medikamente sollten möglich beweishalber mit Rezept mitgenommen werden. Vielleicht hat ja einmal ein maldivischer Zollbeamter schlecht geschlafen.

Asonsten heißt es nur: RELAX RELAX RELAX!

Wer sein Feriendomizil im Malé Atoll hat, wird meist mit maledivischen Dhoni-Booten oder Schnellbooten ans Ziel gebracht. Entlegenere Inseln und Atolle werden aufgrund der langen Reisedauer mit einem Wasserflugzeug angeflogen (übrigens ein einmaliges Erlebnis!!!!).

Nicht zu vergessen sind:

- Taucherausrüstung oder zumindest Taucherbrille
und Schnorchel,
- Sonnencreme,
- Bücher

Was macht man auf seiner Insel?

- Schnorcheln,
- Tauchen,
- Sonnenbad,
- Liebe,
- Lesen

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Short: Die Malediven sind einmalig und einfach wunderschön. Wer dieses bezaubernde Paradies einmal besucht hat, wird immer wieder kommen (wollen). Die lieben Menschen, das Wahnsinns-Meer, der fantastische Strand, die unglaubliche Unterwasserwelt machen das Inselarchipel zu einem reelen Garten Eden!

14 Bewertungen, 3 Kommentare

  • HIMSweety

    19.07.2002, 10:06 Uhr von HIMSweety
    Bewertung: sehr hilfreich

    wann warst du das letzte Mal dort? es gibt nämlich keine Müllbeutel mehr. :-(

  • Ritzilein

    10.04.2002, 07:48 Uhr von Ritzilein
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ohh ja, meinen Flug mit dem Wasserflugzeut werde ich nie vergessen *lach*. Sehr schöner Bericht!!! Liebe Grüße, Bianca

  • catymaus

    26.02.2002, 21:48 Uhr von catymaus
    Bewertung: sehr hilfreich

    oh da will ich ihn und zwar sofort, nicht hier im eiskalten verregneten Deutschland rumhocken! trotz allem sehr schöner ausfürhlicher Bericht! liebe grüße nati