Ägypten Testbericht

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Erfahrungsbericht von uteker

Ein Traum hat sich erfüllt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ägypten – seit Jahren unser Traum, der im letzten Herbst Wirklichkeit wurde. 2 wunderschöne Wochen durften wir in diesem überwältigenden Land verbringen.

Über unseren Urlaub habe ich einige Berichte für euch vorbereitet. Nicht über die Kultur, die Politik oder die zahlreichen Sehenswürdigkeiten will ich schreiben, das können andere besser als ich und es gibt zahlreiche Bücher und Bildbände darüber. Ich möchte euch einfach erzählen, welche Erfahrungen ich (uteker) während meiner Reise durch Ägypten gemacht habe und die für mich wichtigsten Erlebnisse und Eindrücke schildern.

Ägypten, eine Faszination für mich. Sei es das laute Treiben in der Metropole Kairo, wo unsere Reise begann, die teils beschauliche, interessante, mit vielen Besichtigungen gespickte Nilkreuzfahrt, oder der erholsame Badeurlaub am Roten Meer. Das alles sind nun schöne Erinnerungen für mich.

Doch zuerst zu Kairo, einer Stadt, die nicht Herr wird über das nicht zu beschreibende Verkehrschaos und die Müllberge, die täglich wachsen. Aber sie hat ihren besonderen Reiz. Zwischen hochmodernen Hotel- und Geschäftshäusern finden sich Hütten, die noch nicht einmal diesen Namen verdienen, in denen Menschen neben ihren Haustieren, also Ziegen, Eseln usw., leben. Spärlichst bekleidete Touristen neben tief verschleierten Ägypterinnen. Sauberkeit in Hotels und an allen Orten, die von Gästen aufgesucht werden, und dann der produzierte Abfall in der Gegend herumliegend, teilweise im Nil und dessen Nebenarmen aufgeschüttet. Und greifbar nahe dieser Millionenstadt die Pyramiden, die vor Jahrtausenden mit viel Mühe als Grabmäler für ihren Pharao errichtet wurden, zwar mitten in der Wüste erbaut rückt die Stadt ihnen durch ihre Ausbreitung immer näher. Typisch aber doch sehr lästig bei den Besichtigungen der Pyramiden sind die vielen Händler, die auf schon wirklich unangenehme Art ihre Ware (Tücher, Postkarten, Pyramidennachbildungen „aus Gips“) an den Mann bringen wollen, die Kameltreiber, die Touristen oft zu einem gut bezahlten Ritt auf dem Kamel „zwingen“ wollen, oder nur Beduinen, die ihre „Auskunftsdienste“ anbieten. Und sie alle verlangen eine Menge „Bakschisch“ (= Trinkgeld, das Zauberwort in ganz Ägypten) nur fürs Fotografiertwerden. Wie warnte uns doch unser Reiseleiter (noch einmal vielen Dank, lieber Ehab) vor jedem Halt: „Und immer dran denken: Nepper, Schlepper, Bauernfänger, Halsabschneider, Schlitzohren“. Er muss ja seine Landsleute kennen.

Den Großstadtlärm ließen wir nach 2 Tagen hinter uns, um bei einer geruhsamen Fahrt per Schiff über den Nil von Luxor (das wir nach einem 1-stündigen turbulenten Flug erreicht hatten) bis Assuan und wieder zurück, Oberägypten kennen zu lernen. Ja, geruhsam war die Fahrt, aber auch sehr anstrengend. Täglich standen Besichtigungen von Moscheen, Museen, Basaren und Tempeln, Tempeln, Tempeln auf dem Programm, die wir per Bus, Boot oder auch Pferdekutsche erreichten. Überwältigt standen wir vor den kunstvoll gestalteten Säulen, Obelisken, Tempelmauern und Figuren, die erst nach Jahrtausenden entdeckt, ausgegraben worden aber immer noch gut erhalten sind. Fast unglaublich ist die Aussage unseres Reiseleiters, dass vermutet wird, dass bisher erst ca. 10 % aller Altertümer gefunden und ausgegraben wurden. Was müssen da noch für Schätze unter dem Boden liegen, deren Bergung natürlich auch viel Geld kostet, und Ägypten ist arm. Deshalb sind sie auf den Tourismus angewiesen.

Aber auch das „Moderne“ haben wir besichtigt: den Assuan Staudamm, der allerdings nur zu einem geringen Teil aufgesucht werden darf. Auch in der Umgebung des durch die Stauung des Nils entstandenen Nasser-Sees gibt es noch zahlreiche Sehenswürdigkeiten, deren Besichtigungen sicher auch sehr interessant sind. Na ja, vielleicht später einmal!


Erholen von den vielen Ausflügen konnten wir uns auf unserem Schiff, das uns jeden Luxus bot, aber trotzdem nicht nach vornehmem Getue und einer übertrieben Kleiderordnung verlangte. Wir haben dort viele schöne Stunden in netter Gesellschaft, hauptsächlich an Deck in und um den Swimmingpool herum, verlebt. Wir sahen von hier herrliche Sonnenauf- und -untergänge, eine interessante Uferlandschaft (grüne Palmen, kleine Orte, in denen wir das alltägliche, noch ursprüngliche Leben der Bewohner beobachten konnten, und gleich dahinter die öde Wüste) und das Leben und Treiben auf dem Fluss.

Die Zeit auf dem Nil verging leider viel zu schnell, aber es folgten ja noch ein paar Tage Badeurlaub am Roten Meer in Hurghada. Wir erreichten es von Luxor aus in einer vierstündigen Busfahrt quer durch die Wüste. (Leider war es schon später Abend, als wir diese Fahrt antraten, und so konnten wir nicht sehr viel von der Umgebung sehen.) Verwöhnt wurden wir dort in einem Superhotel und bei den hohen Temperaturen verbrachten wir natürlich viel Zeit im Wasser und am Strand.

Hurghada ist ein neu entstandener Badeort, ganz nach den Bedürfnissen der hauptsächlich europäischen Touristen errichtet. Hier sieht man nur wenig von der ägyptischen Kultur, es steht eben die Entspannung und das Vergnügen im Vordergrund. Und das haben wir dann auch genossen.

So, ich (uteker) habe euch nun einen Überblick über unsere Reise gegeben, der mit Sicherheit nicht den Anspruch der Vollständigkeit hat. Einiges werde ich euch in weiteren Berichten noch ausführlicher erzählen. Hier nur noch ein paar Dinge, die mir besonders auffielen oder die von uns hinterfragt wurde, und von denen ich annehme, dass sie auch euch interessieren.

Besonders angenehm waren für uns die Temperaturen, wussten wir doch, dass unsere Daheimgebliebenen bei Regen und herbstlicher Kühle nicht gerade verwöhnt wurden. 30 bis 35 Grad am Tage, nachts kühlte es um etwa 10 Grad ab. Keine Wolke am Himmel. Regen? Damit müssen die Ägypter an ca. 5 Tagen (!) im Jahr rechnen (Schnee ist dort auch bekannt: ab und zu auf hohen Bergen und künstlicher in einem Vergnügungspark, ich weiß leider nicht mehr wo). Die Hitze hat uns aber wenig ausgemacht. Zumal alle Hotels, auch die Schiffe, und Busse vollklimatisiert waren.

Die Tage dort sind sehr kurz, denn schon früh (und ganz schnell) tritt dort die Dunkelheit ein. Wir waren froh, dass wir doch noch verhältnismäßig früh unseren Urlaub angetreten hatten, den zu einem späteren Zeitpunkt wären die Temperaturen zwar etwas angenehmer gewesen, aber man hätte nicht so viel vom Tag gehabt.

Wir durften die Ägypter als sehr freundliche, lebensfrohe und humorvolle Menschen kennenlernen. Überall wird man, teilweise mit Handschlag, begrüßt und nach dem Befinden gefragt. Das ist zwar meistens nicht uneigennützig, denn wenn man darauf eingeht, ist man schnell in ein „Verkaufsgespräch“ verwickelt. Aber bei vielen, vor allem beim Hotelpersonal, bemerkte man doch, dass diese Freundlichkeit eine angenehme Wesensart ist. Natürlich wird auch hier für alles das schon angesprochene Bakschisch erwartet. Viel Zeit verbrachte mein Mann damit, die Geldscheine zu ordnen, um immer die entsprechenden kleinen Scheine zur Hand zu haben.

In den Basaren übertreffen sich die Händler mit Lockrufen an die Touristen (irgendwie wurden wir meistens als Deutsche erkannt) wie: Alles in OBI! Neckermann macht’s möglich! Sommerschlussverkauf! Und einer hatte sogar aufgeschnappt und rief aus: Maschendrahtzaun! Da hieß es nun, sich den richtigen auszusuchen und zu handeln, was das Zeug hält.

Besonders erfinderisch sind die Kinder. So hübsch und niedlich sie sind, aber auch sehr raffiniert. Viele haben Kleinigkeiten zu verkaufen, aber oft stehen sie nur vor einem, schauen einen mit ihren großen Augen an und halten die Hand auf. Oder fragen nach Kugelschreibern (die 2. Währung in Ägypten ?). Wer fühlt sich nicht geschmeichelt, wenn am Ufer Kinder auftauchen, mit Hallo auf sich aufmerksam machen und dann herüberrufen „Claudia Schiffer“. Dem folgt dann der Wurf einer mit Steinchen beschwerten Filmdose aufs Deck mit der Erwartung, dass diese mit einem Markstück gefüllt zurückgeschmissen wird. Oder kleine selbstgebaute Kähne mit einem Jungen, der geschickt mit einem Brett herumpaddelt, begleiteten unser Ausflugsboot. Einer davon war ganz einfallsreich: Als wir nach den Fragen: French? English? bei German? nickten, begann er umgehend zu singen: Fiderallalla, fiderallalla, fiderallallallalla. Da soll man nicht weich werden. Aber es wird immer wieder gewarnt, Geld in diese Kinderhände zu geben. Auch in Ägypten gibt es die Schulpflicht, aber wenn es den Kinder zu leicht gemacht wird, Geld zu verdienen, reizt es sie natürlich nicht, in die Schule zu gehen, und das sollten wir nun wirklich nicht fördern.

Jeder Ägypter ist auch verpflichtet, seinen Wehrdienst abzuleisten. Die Standorte befinden sich immer in der Wüste. Die Wehrpflicht beträgt für Analphabeten (immerhin noch ca. 50 % der Bevölkerung) 3 Jahre, nach einer Schulausbildung 2 Jahre und für Abiturienten und Studenten 1 Jahr.

Gewundert haben wir uns über die vielen im Ausbau stecken gebliebenen Häuser, besonders in den Außenbezirken der Städte. 1 – 2 Stockwerke waren errichtet und bewohnt, das nächste war nur begonnen und die Moniereisen ragten in den Himmel. Die Ursache wurde uns vom Reiseleiter erklärt: Ist ein Haus vollkommen fertiggestellt, müssen Steuer gezahlt werden. Also spart man diese ein und lebt auf einer ewigen Baustelle.

Die Währung in Ägypten ist das ägyptische Pfund (LE), unterteilt in 100 Piaster (PT). 1 LE entspricht ungefähr 0,50 DM. (Das konnte ich sogar leicht ausrechnen!!!). Heute, in Euro, ist es schon nicht mehr so leicht.

Nicht so teuer, wie wir uns das vorgestellt hatten, sind die alkoholischen Getränke. Natürlich sind die Spirituosen, die auch nicht immer zu erhalten sind, nicht sehr billig. Für das Bier haben wir durchweg 5,-- bis 6,-- DM für 0,5 l gezahlt. Das ist durchaus annehmbar für ein Urlaubsgebiet, finde ich. Und geschmeckt hat das Stella-Bier auch noch. Cola und vor allem Wasser waren auch nicht überteuert.

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Ich denke, nun habe ich euch einige Eindrücke vermitteln können und ihr könnte nachvollziehen, wie interessant und faszinierend Ägypten auf mich gewirkt hat.

Viel zu schnell sind die 2 Wochen vergangen. Aber ich hoffe, dass Ägypten in den nächsten Jahren noch einmal unser Urlaubsziel wird. Insha’allah!!!




----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-26 11:02:36 mit dem Titel In der heutigen Zeit ÄGYPTENURLAUB? JA!!!

Ihr wollt es wirklich wagen, in dieser Zeit nach Ägypten zu fliegen? So wurden wir von vielen gefragt, als wir uns voller Vorfreude für 2 Wochen verabschiedeten. Es waren gerade erst 10 Tage nach den schrecklichen Ereignissen in den USA vergangen und es waren Vergeltungsmaßnahmen der Amerikaner zu erwarten. Wir hatten uns aber schon jahrelang auf diesen Traumurlaub, der schon zu unserer Silberhochzeit geplant und wegen der damaligen Vorkommnisse in Kairo und Luxor verschoben wurde, gefreut. Wenn auch wenige unseren Mut verstehen wollten, wir (mit mir mein Mann und eine Freundin von uns) traten recht optimistisch unsere Reise an. Und im nachhinein darf ich sagen, wir haben es nie bereut und es ist ja auch gutgegangen.

Wegen der vielen Bedenken habe ich (uteker) mich entschlossen, euch über die Sicherheit, wie sie uns vermittelt wurde, aus meiner Erfahrung heraus zu berichten.

Schon auf dem Düsseldorfer Flughafen bemerkten wir die verstärken Kontrollen. Obwohl wir 2 ½ Stunden vor der Abflugzeit eincheckten, benötigten wir die restliche Zeit, um alle Sicherheitsmaßnahmen über uns ergehen zu lassen. Selbst vor Betreten des Flugzeuges wurde noch einmal eine Taschenkontrolle vorgenommen. Nicht anders war es auf den ägyptischen Flughäfen. Jedes mal mehrfache Pass-, Taschen- und Körperkontrollen. Es gibt zwar immer wieder Leute, die sich über diese Maßnahmen aufregen, aber ich halte sie doch zu unserem eigenen Schutz für sehr wichtig.

Seit den Anschlägen vor 4 Jahren wurde in Ägypten noch mehr Wert auf die Sicherheit der ausländischen Besucher gelegt. Es wurde zusätzlich zu der schon sehr starken Polizei- und Militärtruppe noch eine Touristen- und Antiquitäten-Polizei gegründet, die immer und überall anwesend ist. Ich konnte leider nicht in Erfahrung bringen, über welche Kapazität sie verfügt, aber, wenn man sieht, in welcher Menge sie auftreten, müssen es Tausende sein. Schick sehen sie aus in ihren weißen Uniformen, etwas bedrohlich mit der Waffe in der Hand. Man trifft nicht nur auf der Straße auf sie, sondern hauptsächlich an allen von Touristen aufgesuchten Orten und am Ufer des Nils, oft mehr oder weniger getarnt auf Erhebungen rings um diese Stätten. Selbst auf unserer Kreuzfahrt auf dem Nil waren immer 2 Touristenpolizisten an Bord.

Ob natürlich alle ihren Job dort ernst nehmen, ließ uns einige Male zweifeln. Gerade bei den Pyramidenbesuchen (ich berichtete bereits über die Belästigungen durch die vielen Händler und Kameltreiber, die sich gerne für Geld fotografieren ließen) forderten auch Touristenpolizisten die Leute auf, zu fotografieren. Und wenn sie gerufen wurden, um einen der vielen Streitigkeiten zwischen Händlern und Touristen zu schlichten, schlugen sie sich nicht selten auf die Seite ihrer Landsleute und überzeugten die Gäste, den geforderten Preis zu bezahlen.

Ein weiteres Erlebnis von uns: Als einzige unserer Reisegruppe nahmen wir an einem Aufstieg zu einer Pyramide, die von der Polizei bewacht, aber Gott sei Dank von Einheimischen noch nicht belagert wurde, nicht teil (sie schien uns zu beschwerlich). Da diese direkt im Anschluss an ein Militärgebiet lag, fühlten wir uns sicher und unternahmen einen Gang um die Pyramide herum. Schnell kamen ein Polizist zu Fuß und einer auf einem Kamel hinter uns her gelaufen, begrüßten uns freundlich und fragten nach unserem Wohlbefinden. Es gab uns zwei ein sicheres Gefühl, so in Begleitung durch den Sand zu spazieren, aber ein wenig Vorsicht war doch geboten. Kaum waren wir außer Sichtweite der den Pyramideneingang bewachenden Kollegen, sprachen sie uns weiter auf arabisch an (Ich habe natürlich jedes Wort verstanden *g*). Sie sagten, dass das Kamel sehr lieb sei. Zum Streicheln (des Kameles natürlich) habe ich mich dann ja noch überreden lassen, aber aufsteigen? Nie im Leben! Und sie fragten auch tatsächlich, ob wir eine Kamera dabei hätten, was wir guten Gewissens verneinen konnten (die hatte mein Mann ja mit in die Pyramide genommen). Als sie dann merkten, dass sie bei uns keine Chance hatten, durch Fotografiertwerden ein paar Pfund zu verdien, und wir auch wieder umkehrten, ritten sie schnell zu ihren Kameraden zurück. Wir haben dann noch öfter beobachten, dass sich Polizisten, vor allem die kamelberittenen, fotografieren und auch bezahlen ließen. Da ihr Verdienst aber auch sehr gering ist (von uns würde dafür keiner morgens das Bett verlassen), ist es irgendwie verständlich, dass sie dieses gerne ein wenig aufbessern.

Ich (uteker) denke aber trotzdem, dass sie ihre Aufgabe, uns zu beschützen, im Ernstfall auch wirklich wahrnehmen. Alleine ihre Präsenz wirkt sicher schon abschreckend. Man fühlt sich schon sehr sicher, wenn immer wieder in der Nähe einer oder meist ein ganzes Rudel von ihnen auftaucht. Aber auch die Sicherheitspolizei ist immer zugegen.

Die Fahrt von Luxor nach Hurghada am Roten Meer quer durch die Wüste wurde – wie es vorgeschrieben ist – in einem von der Polizei begleiteten Konvoi vorgenommen. Ca. 15 Busse und mehrere Privatwagen gehörten dazu und erreichten unbeschadet ihr Ziel.

Wir Touristen wurden ständig kontrolliert. Jedes Hotel, jedes Nilschiff, jede Sehenswürdigkeit und natürlich auch jeden Flughäfen kann man nur betreten, wenn man eine Sicherheitsschleuse durchschritten hat und das Handgepäck durchleuchtet wurde. Stichprobenweise wurden auch Handtaschen und Rücksäcke durchwühlt. Das ist zwar lästig, aber es wird doch anstandslos von allen akzeptiert.

Wie sieht nun die Sicherheit im Straßenverkehr aus?
Von Kairo kann man behaupten, dass hier ein Verkehrschaos herrscht, wie es auf der Welt einmalig ist. Jeder Autofahrer fährt so wie er will. Verkehrsschilder, Ampelanlagen oder Zebrastreifen werden grundsätzlich ignoriert. Wofür hat jedes Auto denn eine Hupe? Tag und Nacht erschallt der Lärm von lautem Hupen durch die Städte. Mit Hupen wird die Vorfahrt erkämpft, mit Hupen begrüßt man Bekannte, mit Hupen machen leere Taxen und Busse auf sich aufmerksam, gehupt wird eigentlich immer. Dafür wird die Beleuchtung geschont. Nur höchstens jeder 5. Autofahrer schaltet diese ein. Man braucht ja nicht gesehen zu werden, man wird ja gehört. Und zwischen diesen kreuz und quer fahrenden Autos bewegen sich dann noch oft in Fahrbahnbreite voll beladene Esels- und Pferdekarren. Als Transportmittel für die ganze Familie missbrauchte Kleinfahrzeuge schlängeln sich hier durch (Moped mit Vater, Mutter und 4 Kindern keine Seltenheit). Und dann geht’s los. Rechts überholen, links überholen, plötzlicher Fahrbahnwechsel über 3 Spuren, kreuzen, bremsen, anfahren. Alles ohne System, aber es klappt. Ich denke, die Sicherheitspolizei ist hier machtlos. Ein Regeln des Verkehrs würde wahrscheinlich alles noch viel schlimmer machen.

Und zwischen all diesem Durcheinander überqueren dann auch noch die Fußgänger die Fahrbahn. Diese in unseren Augen potentiellen Selbstmörder erreichen jedoch unbeschadet die andere Straßenseite. Kinder, Alte, Frauen mit schweren Lasten auf den Köpfen gehen mutig einfach los (die Autofahrer werden sie schon durchlassen – und sie tun es auch). Da hin zu sehen verursachte bei mir jedes Mal fast einen Herzinfarkt. Ich glaube, wenn ich dort wohnen würde und der Bäcker wäre auf der anderen Straßenseite, ich müsste verhungern.

Ich würde keinem raten, dort seine eigenen Fahrkünste auszutesten.

Gott sei Dank, haben wir alle Städte mit Bussen durchquert (meistens mit zugehaltenen Augen), deshalb bin ich auch wieder heil hier gelandet.

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So, zum Abschluss meines Berichtes kann ich nur sagen, ich habe mich in Ägypten jederzeit sicher gefühlt. Nicht einmal hatte ich irgendwelche Befürchtungen. Natürlich war die politische Lage bis zu unserer Abreise noch ruhig geblieben. Aber ich denke, auch sonst wären wir gut bewacht gewesen. Gründe, Ägypten aus Angst vor weiteren Anschlägen nicht zu besuchen, habe ich nicht entdecken können. Und passieren kann einem jederzeit auch an jedem anderen Ort etwas.

Also, auf nach Ägypten! Es lohnt sich, dieses interessante Land kennen zu lernen.

53 Bewertungen, 1 Kommentar

  • tommi36

    05.11.2007, 15:53 Uhr von tommi36
    Bewertung: sehr hilfreich

    das haste aber schön gemacht