Rhodos Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von LosGatos
Auf den Spuren von Alexis Zorbas
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Vor gut eineinhalb Jahren verbrachten wir unseren Urlaub auf Rhodos. Hier meine Eindrücke und Erinnerungen:
DIE INSEL
Die Insel Rhodos gehört zur griechischen Inselgruppe der Dodekanes („12 Inseln“). Diese Inselgruppe besteht in Wirklichkeit aus über 200 Inseln, von denen die meisten kleinen jedoch unbewohnt sind. Rhodos ist auch die größte der 12 Hauptinseln und liegt in der südöstlichen Ägäis im Südosten direkt vor der türkischen Küste, zu der der kürzeste Abstand ca. 20km beträgt. Somit ist es dem asiatischen Festland wesentlich näher gelegen als dem europäischen. Bis nach Ägypten sind es in südlicher Richtung auch nur ca. 500 km Luftlinie.
Rhodos verfügt über eine Fläche von ca. 1400qkm und ist damit etwas kleiner als z.B. Gran Canaria (ca. 1600qkm). Die maximale Ausdehnung beträgt in der Länge 78km und in der Breite 38km. Die höchste Erhebung der bergigen Insel beträgt 1215m (Ataviros). Nur ein kleiner Teil ist landwirtschaftlich nutzbar (Gemüse, Obst, Oliven).
Rhodos hat ca. 90.000 Einwohner, beherbergt aber jedes Jahr über 1.000.000 Touristen, bei denen Engländer und Deutsche am stärksten vertreten sein dürften. Bei den Einwohnern nicht mitgerechnet sind Tausende von Katzen, die einen ständigen Überlebenskampf führen. Sicher überleben nicht alle den Winter, der dort zwar mehr ein Frühling ist, wo aber die Touristen, die ab und zu (wie LosGatos) von ihrem Essen etwas abgeben, ausbleiben.
GESCHICHTE
Zur Entstehung von Rhodos und deren Namensgebung gibt es die unterschiedlichsten Mythen und Auffassungen. Ein Mythos besagt, dass die blütenbedeckte Insel plötzlich aus dem Meer auftauchte und dem Sonnengott Helios zuteil wurde, der vorher aufgrund „dienstlicher Abwesenheit“ bei der Verteilung der „Welt“ unter den Göttern leer ausgegangen war. Der Name Rhodos könnte von „Rhodon“ (griechisch für Rose) stammen.
Rhodos wurde ca. 1000 v. Chr. von den Dorern besiedelt. 100-200 v.Chr. war Rhodos bedeutende See- und Handelsmacht und Bundesgenosse Roms. Bis 1522 war Rhodos über 200 Jahre lang im Besitz der Kreuzritter (Johanniterorden).Danach war es bis 1912 türkisch und von 1912 bis 1947 italienisch besetzt.
Bekannt ist Rhodos vor allem auch durch den Koloss von Rhodos, eines der 7 Weltwunder der Antike. Dieser wurde von den Rhodiern zu Ehren des Gottes Helios 280 v. Chr. errichtet.
Die Statue war 31m hoch, der genaue Standort ist bis heute nicht sicher bekannt. Einer Legende zufolge stand er am Hafeneingang und die Schiffe fuhren unter seinen Beinen durch, was heute jedoch als unwahrscheinlich gilt.
KLIMA
Das milde und feuchte Klima begünstigt eine üppige Vegetation, die durch die Regenfälle der Monate November bis Februar getrieben wird. Dagegen ist der Himmel in der Zeit von April bis Oktober meist wolkenlos (insgesamt ca. 300 Sonnentage). Die Temperaturen liegen im Sommer über 25°C, frische Seewinde können jedoch die Hitze mildern.
Die Hochsaison verläuft von Juni bis September. Das Wasser ist im August mit ca. 26°C am wärmsten. Im Gegensatz zu den Kanaren, wo Ganzjahressaison ist, endet die Saison im Oktober und viele Restaurants schließen. Dann haben die Einheimischen, die vom Tourismus leben, ca. ein halbes Jahr „Urlaub“ und müssen von dem Geld leben, das sie in der Zeit vorher verdient haben.
Wir selbst waren im September 2000 dort und hatten natürlich 2 Wochen lang gutes Wetter. Teilweise war es noch sehr heiß, so dass man es nur unter dem Sonnenschirm bzw. bei einem Bad im Meer aushalten konnte.
ANREISE
Rhodos wird von Deutschland von den wichtigsten Charterfluggesellschaften (u.a. Condor, Hapag Lloyd, LTU) in der Regel Non-Stop angeflogen. Für ein Ticket muss man 200-300 EURO rechnen. Der Flughafen liegt ca. 20 km westlich von Rhodos-Stadt im Norden der Insel. Die meisten Strände und Touristenorte liegen im nördlichen Teil der Ostküste zwischen Rhodos-Stadt und Lindos.
Da wir keine Pauschalreise gebucht hatten, was natürlich bei gängigen Reiseveranstaltern möglich ist, sondern Flug und Apartment einzeln über das Internet ausgewählt hatten, hatten wir auch gleich einen Mietwagen ab Flughafen für die gesamte Dauer von 2 Wochen gebucht. Ein Mietwagen für die gesamte Dauer ist jedoch nicht unbedingt notwendig, evtl. reicht schon eine kleine Vespa, die dort sehr verbreitet und bei Urlaubern sehr beliebt sind. Für einzelne weitere Tagesausflüge kann man sich dann gegebenenfalls auch einen Mietwagen vor Ort auf Tagesbasis ausleihen.
UNSER URLAUBSORT
Unser Apartment lag in der kleinen Bucht Stegna in der Nähe des Ortes Archangelos, der an der Ostküste etwa in der Mitte zwischen Rhodos-Stadt und Lindos liegt. Die Fahrzeit bis zum Flughafen liegt bei 45-60 Minuten. Am Orteingang von Archangelos verzweigt links eine kurvige steile Straße zur Stegna-Bucht (ca. 2km).
Archangelos ist kein typischer Touristenort, der noch vorwiegend einheimischen Charakter hat. Hier findet man genügend Einkaufsmöglichkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und Banken. Um von hier zum Baden zur Stegna-Bucht zu gelangen, benötigt man aber unbedingt zumindest eine Vespa (in größeren Abständen verkehren auch Busse), denn der Weg zu Fuß dürfte doch etwas mühselig sein.
Unser Apartment lag jedoch direkt in der Stegna-Bucht in einer kleinen Pension, die von Antonios und seiner Frau Dimitra geführt wird. Wer sich einen Einblick verschaffen möchte, kann dieses tun unter:
http://www.rodosnet.gr/antonios/
Dort kann man entnehmen, dass Antonios neben den Apartments, die direkt in der Stegna-Bucht liegen und meist für 2 Personen ausgelegt sind, auch größere Villen in Archangelos vermietet. Die Preise in der Hochsaison liegen derzeit (2002) bei 43 EURO für ein 2-Personen-Appartment pro Tag. Für die Verpflegung muss man selbst sorgen.
Antonios vermietet prinzipiell auch ganzjährig, die Preise liegen in der Nebensaison bei unter 20 EURO. Wer dort als Rentner überwintern möchte, kann mit Antonios vielleicht Sonderkonditionen aushandeln.
Bei Buchung ist eine Anzahlung fällig, die auf ein deutsches Konto zu überweisen ist. Die Restzahlung tätigt man dann bei Anreise.
Ich hatte diese Website und Pension damals auch per Zufall gefunden und spontan dort gebucht. Alles in allem hatten wir eine gute Wahl getroffen.
Die Appartment-Anlage in der Stegna-Bucht besteht aus insgesamt 8 Appartments (meist für 2 Personen), die allerdings sehr hellhörig sind. Wer dort auf rücksichtslose Gröhler trifft ( O-Ton: „ein normaler Mitteleuropäer schläft nicht länger als bis um halb neun“) oder Familien mit Kleinkindern, die ihre Babys tagsüber in der Sonne grillen und sich dann wundern, dass das Kind dann nachts „Albträume“ erlebt, kann dort nicht ausschlafen. Die Anlage mit kleinem Garten liegt direkt an der Straße, die keine Durchgangsstraße ist, an deren Ende (nach knapp 1km) allerdings eine Hotelanlage liegt, so dass gelegentlich auch Touristenbusse verkehren.
Dafür liegt der kleine, keineswegs überlaufene (Kiesel-) Strand direkt vor der Tür. Man muss lediglich die Straße überqueren. Neuerdings überlässt Antonios seinen Gästen Liegestühle und Sonnenschirm kostenlos (wir mussten noch dafür extra zahlen). Das Meer ist sehr sauber und ruhig und lädt sehr zum Baden ein. Wegen der Kieselnatur ist der Gebrauch von Badeschuhen zwar nicht notwendig, aber empfehlenswert (ich mach es ohne).
Direkt neben der Pension ist ein kleiner Super-Markt, wo man z.B. seine Frühstückseinkäufe erledigen kann. Ein weiterer etwas größerer Supermarkt befindet sich 200-300m weiter. In „Walking Distance“ befinden sich auch an die 10 Tavernen und Restaurants, wo man mittags und abends essen kann. Wir haben mehrere probiert, zum Schluss hatten wir die Auswahl aber nur noch auf 2 Restaurants reduziert, die wir dann wechselweise besuchten, weil sie hinsichtlich Speisen, Freundlichkeit und Ambiente klar am besten waren. Zum einen schräg gegenüber von Antonios das Restaurant „Dimitri“, das man als Neuling leicht übersieht, weil es mehr in einem Hinterhof liegt. Hier sollte man nicht erst um 20 Uhr erscheinen, weil das Lokal dann meist voll ist (was ich sonst bei keinem Lokal dort erlebt habe). Wenn man dort allerdings etwas später kommt (nachdem schon einige Gäste weg sind) kann man es erleben, dass Dimitri zum Feierabend selbst noch ein Instrument zupft. Ein weiteres empfehlenswertes Restaurant ist bei „Antonis“ (von Antonios rechts ca. 300m in Richtung Ende der Straße).
Wer in der Stegna-Bucht wohnt, sollte unbedingt zumindest eine Vespa leihen, wenn man nicht auf die sporadisch verkehrenden Busse angewiesen sein will. Natürlich fahren auch Taxis.
Weibliche Reisende ohne männliche Begleitung kann ein Aufenthalt bei Antonios allerdings nicht ohne Warnung empfohlen werden, was allerdings auch als Chance angesehen werden kann. Also, meine Damen, wenn ihr von einem Nachfahren von Alexis Zorbas und dessen Charme träumt...
ALTERNATIVEN
Wer an anderen Urlaubsorten auf Rhodos interessiert ist, findet nützliche Information evtl. unter http://www.rhodos-info.de/ oder http://www.rhodos-travel.com/. Dort gibt es auch eine Übersicht über die besten Strände.
Abraten würde ich jedoch von Rhodos-Stadt und Faliraki. Wer auf Nightlife wert legt, ist dort sicher richtig. Rhodos-Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch am Tage und am Abend wert (s.u.). Als Urlaubsort für die Erholung wäre es zumindest für mich nicht geeignet. Faliraki ist ein Touristenort mit Ballermann-Flair. Die Restaurants sind dabei sehr auf englischen Geschmack ausgerichtet. Wer am Wochenende die Spiele von Manchester United im Fernsehen verfolgen möchte, wird dort sicher auch fündig werden. Ich bin dort umständehalber einige Male durchgefahren. Ein 15 minütiger Ortsbummel hat mich in dem Eindruck gestärkt, glücklich zu sein, dass wir unser Domizil in Stegna und nicht in Faliraki gebucht hatten.
SEHENSWÜRDIGKEITEN
Wer auf Rhodos Urlaub macht, sollte sich zumindest zeitweise einen Mietwagen nehmen, um die Insel zu erkunden. Alternativ hat man natürlich immer die Möglichkeit, an organisierten Ausflügen per Busrundreise teilzunehmen, was mir weniger zusagt.
Wir haben dabei allerdings nicht die ganze Insel erkundet, sondern uns auf die Ostküste beschränkt, die durchgängig über asphaltierte Straßen befahrbar ist. Die Straßen durch das Landesinnere sind großteils nicht asphaltiert.
Rhodos-Stadt:
Die Hauptstadt liegt an der nördlichen Spitze der Insel. Sehenswert sind Hafen und Altstadt, die mittelalterliche Bauten, byzantische Kirchen und türkische Minarette bietet. Der nördliche Teil der Altstadt enthält die Burg der Kreuzritter (mit Ruinen des Tempels der Aphrodite, Kreuzritterherbergen, Freiheitstor, Museen), der südliche Teil die Chora (Burg), die von türkischem Charakter geprägt ist.
Natürlich gibt es hier auch viele Einkaufsmöglichkeiten. Die schmalen Gassen der Altstadt sind sehr malerisch. Auch am Abend, wenn alles beleuchtet ist, ist ein Besuch auf jeden Fall sinnvoll. Rhodos-Stadt ist auch von vielen Grünanlagen durchwachsen.
Kallithea:
Diese Ortschaft liegt 11km südlich von Rhodos-Stadt. Hier gibt es Heilquellen. Die Anlage ist jedoch nicht mehr in Betrieb, eine Erneuerung ist geplant. Die ruhige Bucht lädt sehr zum Baden oder Tauchen ein.
Faliraki:
Dieser Ort hat zwar einen sehr schönen, kilometerlangen Sandstrand. Deshalb hat er sich auch zu einer Touristenhochburg entwickelt (s.o.).
Anthony-Quinn-Bucht:
Dieser kleine felsige Bucht trägt deshalb diesen Namen, weil hier der Film „Alexis Zorbas“ gedreht wurde.
Lindos:
Lindos liegt etwa in der Mitte der Ostküste und ist für seine direkt über dem Meer gelegene Akropolis (116m hoch) berühmt. Ein Aufstieg ist natürlich Pflicht, auch wenn man sich hier in Touristenströme begeben muss. Wem dieser steile Fußmarsch in der griechischen Hitze zu anstrengend ist, kann sich dafür auch einen Esel als Verkehrsmittel mieten.
Nach Lindos wird es touristisch etwas ruhiger, obwohl es auch hier schöne Strände gibt. Empfehlenswert ist auf jeden Fall eine Fahrt bis zur Südspitze der Insel (Prasonisi), wo man je nach Gezeiten über eine Sandbank zu einer vorgelagerten Insel gelangen kann. Diese Gegend ist auch ein Paradies für Surfer.
FAZIT
Ein Urlaub auf Rhodos ist sehr zu empfehlen. Im Vergleich zu spanischen Inseln ist es hier etwas weniger überlaufen und das Preis-Leistungsverhältnis besser. Als beste Jahreszeit empfehle ich den September, hier ist die größte Hitze vorbei und das Meer angenehm warm.
Wettermäßig ist man von April bis Oktober in Griechenland immer auf der sicheren Seite und auch kulinarisch kommt man voll auf seine Kosten (was für mich z.B. heißt, 2 Wochen lang täglich Fisch zu essen und Retsina zu trinken; aber auch wer keinen Fisch mag, wird hier stets satt werden). Und überall wird man hier auf freundliche Menschen und deren Gastfreundschaft stoßen. Das einzige Manko ist, dass dort eine Sprache gesprochen wird, die ich weder spreche noch verstehe. Das stellt zwar in touristischen Gegenden normalerweise, so auch hier, kein Problem dar. Denn wenn man sich wenigstens etwas in der Sprache der Bewohner unterhalten kann, wird man immer auf noch mehr Respekt und Freundlichkeit stoßen. KALH NYXTA (sprich: kalinichta = gute Nacht).
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 4.5.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, eComments, YOPI
DIE INSEL
Die Insel Rhodos gehört zur griechischen Inselgruppe der Dodekanes („12 Inseln“). Diese Inselgruppe besteht in Wirklichkeit aus über 200 Inseln, von denen die meisten kleinen jedoch unbewohnt sind. Rhodos ist auch die größte der 12 Hauptinseln und liegt in der südöstlichen Ägäis im Südosten direkt vor der türkischen Küste, zu der der kürzeste Abstand ca. 20km beträgt. Somit ist es dem asiatischen Festland wesentlich näher gelegen als dem europäischen. Bis nach Ägypten sind es in südlicher Richtung auch nur ca. 500 km Luftlinie.
Rhodos verfügt über eine Fläche von ca. 1400qkm und ist damit etwas kleiner als z.B. Gran Canaria (ca. 1600qkm). Die maximale Ausdehnung beträgt in der Länge 78km und in der Breite 38km. Die höchste Erhebung der bergigen Insel beträgt 1215m (Ataviros). Nur ein kleiner Teil ist landwirtschaftlich nutzbar (Gemüse, Obst, Oliven).
Rhodos hat ca. 90.000 Einwohner, beherbergt aber jedes Jahr über 1.000.000 Touristen, bei denen Engländer und Deutsche am stärksten vertreten sein dürften. Bei den Einwohnern nicht mitgerechnet sind Tausende von Katzen, die einen ständigen Überlebenskampf führen. Sicher überleben nicht alle den Winter, der dort zwar mehr ein Frühling ist, wo aber die Touristen, die ab und zu (wie LosGatos) von ihrem Essen etwas abgeben, ausbleiben.
GESCHICHTE
Zur Entstehung von Rhodos und deren Namensgebung gibt es die unterschiedlichsten Mythen und Auffassungen. Ein Mythos besagt, dass die blütenbedeckte Insel plötzlich aus dem Meer auftauchte und dem Sonnengott Helios zuteil wurde, der vorher aufgrund „dienstlicher Abwesenheit“ bei der Verteilung der „Welt“ unter den Göttern leer ausgegangen war. Der Name Rhodos könnte von „Rhodon“ (griechisch für Rose) stammen.
Rhodos wurde ca. 1000 v. Chr. von den Dorern besiedelt. 100-200 v.Chr. war Rhodos bedeutende See- und Handelsmacht und Bundesgenosse Roms. Bis 1522 war Rhodos über 200 Jahre lang im Besitz der Kreuzritter (Johanniterorden).Danach war es bis 1912 türkisch und von 1912 bis 1947 italienisch besetzt.
Bekannt ist Rhodos vor allem auch durch den Koloss von Rhodos, eines der 7 Weltwunder der Antike. Dieser wurde von den Rhodiern zu Ehren des Gottes Helios 280 v. Chr. errichtet.
Die Statue war 31m hoch, der genaue Standort ist bis heute nicht sicher bekannt. Einer Legende zufolge stand er am Hafeneingang und die Schiffe fuhren unter seinen Beinen durch, was heute jedoch als unwahrscheinlich gilt.
KLIMA
Das milde und feuchte Klima begünstigt eine üppige Vegetation, die durch die Regenfälle der Monate November bis Februar getrieben wird. Dagegen ist der Himmel in der Zeit von April bis Oktober meist wolkenlos (insgesamt ca. 300 Sonnentage). Die Temperaturen liegen im Sommer über 25°C, frische Seewinde können jedoch die Hitze mildern.
Die Hochsaison verläuft von Juni bis September. Das Wasser ist im August mit ca. 26°C am wärmsten. Im Gegensatz zu den Kanaren, wo Ganzjahressaison ist, endet die Saison im Oktober und viele Restaurants schließen. Dann haben die Einheimischen, die vom Tourismus leben, ca. ein halbes Jahr „Urlaub“ und müssen von dem Geld leben, das sie in der Zeit vorher verdient haben.
Wir selbst waren im September 2000 dort und hatten natürlich 2 Wochen lang gutes Wetter. Teilweise war es noch sehr heiß, so dass man es nur unter dem Sonnenschirm bzw. bei einem Bad im Meer aushalten konnte.
ANREISE
Rhodos wird von Deutschland von den wichtigsten Charterfluggesellschaften (u.a. Condor, Hapag Lloyd, LTU) in der Regel Non-Stop angeflogen. Für ein Ticket muss man 200-300 EURO rechnen. Der Flughafen liegt ca. 20 km westlich von Rhodos-Stadt im Norden der Insel. Die meisten Strände und Touristenorte liegen im nördlichen Teil der Ostküste zwischen Rhodos-Stadt und Lindos.
Da wir keine Pauschalreise gebucht hatten, was natürlich bei gängigen Reiseveranstaltern möglich ist, sondern Flug und Apartment einzeln über das Internet ausgewählt hatten, hatten wir auch gleich einen Mietwagen ab Flughafen für die gesamte Dauer von 2 Wochen gebucht. Ein Mietwagen für die gesamte Dauer ist jedoch nicht unbedingt notwendig, evtl. reicht schon eine kleine Vespa, die dort sehr verbreitet und bei Urlaubern sehr beliebt sind. Für einzelne weitere Tagesausflüge kann man sich dann gegebenenfalls auch einen Mietwagen vor Ort auf Tagesbasis ausleihen.
UNSER URLAUBSORT
Unser Apartment lag in der kleinen Bucht Stegna in der Nähe des Ortes Archangelos, der an der Ostküste etwa in der Mitte zwischen Rhodos-Stadt und Lindos liegt. Die Fahrzeit bis zum Flughafen liegt bei 45-60 Minuten. Am Orteingang von Archangelos verzweigt links eine kurvige steile Straße zur Stegna-Bucht (ca. 2km).
Archangelos ist kein typischer Touristenort, der noch vorwiegend einheimischen Charakter hat. Hier findet man genügend Einkaufsmöglichkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Restaurants und Banken. Um von hier zum Baden zur Stegna-Bucht zu gelangen, benötigt man aber unbedingt zumindest eine Vespa (in größeren Abständen verkehren auch Busse), denn der Weg zu Fuß dürfte doch etwas mühselig sein.
Unser Apartment lag jedoch direkt in der Stegna-Bucht in einer kleinen Pension, die von Antonios und seiner Frau Dimitra geführt wird. Wer sich einen Einblick verschaffen möchte, kann dieses tun unter:
http://www.rodosnet.gr/antonios/
Dort kann man entnehmen, dass Antonios neben den Apartments, die direkt in der Stegna-Bucht liegen und meist für 2 Personen ausgelegt sind, auch größere Villen in Archangelos vermietet. Die Preise in der Hochsaison liegen derzeit (2002) bei 43 EURO für ein 2-Personen-Appartment pro Tag. Für die Verpflegung muss man selbst sorgen.
Antonios vermietet prinzipiell auch ganzjährig, die Preise liegen in der Nebensaison bei unter 20 EURO. Wer dort als Rentner überwintern möchte, kann mit Antonios vielleicht Sonderkonditionen aushandeln.
Bei Buchung ist eine Anzahlung fällig, die auf ein deutsches Konto zu überweisen ist. Die Restzahlung tätigt man dann bei Anreise.
Ich hatte diese Website und Pension damals auch per Zufall gefunden und spontan dort gebucht. Alles in allem hatten wir eine gute Wahl getroffen.
Die Appartment-Anlage in der Stegna-Bucht besteht aus insgesamt 8 Appartments (meist für 2 Personen), die allerdings sehr hellhörig sind. Wer dort auf rücksichtslose Gröhler trifft ( O-Ton: „ein normaler Mitteleuropäer schläft nicht länger als bis um halb neun“) oder Familien mit Kleinkindern, die ihre Babys tagsüber in der Sonne grillen und sich dann wundern, dass das Kind dann nachts „Albträume“ erlebt, kann dort nicht ausschlafen. Die Anlage mit kleinem Garten liegt direkt an der Straße, die keine Durchgangsstraße ist, an deren Ende (nach knapp 1km) allerdings eine Hotelanlage liegt, so dass gelegentlich auch Touristenbusse verkehren.
Dafür liegt der kleine, keineswegs überlaufene (Kiesel-) Strand direkt vor der Tür. Man muss lediglich die Straße überqueren. Neuerdings überlässt Antonios seinen Gästen Liegestühle und Sonnenschirm kostenlos (wir mussten noch dafür extra zahlen). Das Meer ist sehr sauber und ruhig und lädt sehr zum Baden ein. Wegen der Kieselnatur ist der Gebrauch von Badeschuhen zwar nicht notwendig, aber empfehlenswert (ich mach es ohne).
Direkt neben der Pension ist ein kleiner Super-Markt, wo man z.B. seine Frühstückseinkäufe erledigen kann. Ein weiterer etwas größerer Supermarkt befindet sich 200-300m weiter. In „Walking Distance“ befinden sich auch an die 10 Tavernen und Restaurants, wo man mittags und abends essen kann. Wir haben mehrere probiert, zum Schluss hatten wir die Auswahl aber nur noch auf 2 Restaurants reduziert, die wir dann wechselweise besuchten, weil sie hinsichtlich Speisen, Freundlichkeit und Ambiente klar am besten waren. Zum einen schräg gegenüber von Antonios das Restaurant „Dimitri“, das man als Neuling leicht übersieht, weil es mehr in einem Hinterhof liegt. Hier sollte man nicht erst um 20 Uhr erscheinen, weil das Lokal dann meist voll ist (was ich sonst bei keinem Lokal dort erlebt habe). Wenn man dort allerdings etwas später kommt (nachdem schon einige Gäste weg sind) kann man es erleben, dass Dimitri zum Feierabend selbst noch ein Instrument zupft. Ein weiteres empfehlenswertes Restaurant ist bei „Antonis“ (von Antonios rechts ca. 300m in Richtung Ende der Straße).
Wer in der Stegna-Bucht wohnt, sollte unbedingt zumindest eine Vespa leihen, wenn man nicht auf die sporadisch verkehrenden Busse angewiesen sein will. Natürlich fahren auch Taxis.
Weibliche Reisende ohne männliche Begleitung kann ein Aufenthalt bei Antonios allerdings nicht ohne Warnung empfohlen werden, was allerdings auch als Chance angesehen werden kann. Also, meine Damen, wenn ihr von einem Nachfahren von Alexis Zorbas und dessen Charme träumt...
ALTERNATIVEN
Wer an anderen Urlaubsorten auf Rhodos interessiert ist, findet nützliche Information evtl. unter http://www.rhodos-info.de/ oder http://www.rhodos-travel.com/. Dort gibt es auch eine Übersicht über die besten Strände.
Abraten würde ich jedoch von Rhodos-Stadt und Faliraki. Wer auf Nightlife wert legt, ist dort sicher richtig. Rhodos-Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch am Tage und am Abend wert (s.u.). Als Urlaubsort für die Erholung wäre es zumindest für mich nicht geeignet. Faliraki ist ein Touristenort mit Ballermann-Flair. Die Restaurants sind dabei sehr auf englischen Geschmack ausgerichtet. Wer am Wochenende die Spiele von Manchester United im Fernsehen verfolgen möchte, wird dort sicher auch fündig werden. Ich bin dort umständehalber einige Male durchgefahren. Ein 15 minütiger Ortsbummel hat mich in dem Eindruck gestärkt, glücklich zu sein, dass wir unser Domizil in Stegna und nicht in Faliraki gebucht hatten.
SEHENSWÜRDIGKEITEN
Wer auf Rhodos Urlaub macht, sollte sich zumindest zeitweise einen Mietwagen nehmen, um die Insel zu erkunden. Alternativ hat man natürlich immer die Möglichkeit, an organisierten Ausflügen per Busrundreise teilzunehmen, was mir weniger zusagt.
Wir haben dabei allerdings nicht die ganze Insel erkundet, sondern uns auf die Ostküste beschränkt, die durchgängig über asphaltierte Straßen befahrbar ist. Die Straßen durch das Landesinnere sind großteils nicht asphaltiert.
Rhodos-Stadt:
Die Hauptstadt liegt an der nördlichen Spitze der Insel. Sehenswert sind Hafen und Altstadt, die mittelalterliche Bauten, byzantische Kirchen und türkische Minarette bietet. Der nördliche Teil der Altstadt enthält die Burg der Kreuzritter (mit Ruinen des Tempels der Aphrodite, Kreuzritterherbergen, Freiheitstor, Museen), der südliche Teil die Chora (Burg), die von türkischem Charakter geprägt ist.
Natürlich gibt es hier auch viele Einkaufsmöglichkeiten. Die schmalen Gassen der Altstadt sind sehr malerisch. Auch am Abend, wenn alles beleuchtet ist, ist ein Besuch auf jeden Fall sinnvoll. Rhodos-Stadt ist auch von vielen Grünanlagen durchwachsen.
Kallithea:
Diese Ortschaft liegt 11km südlich von Rhodos-Stadt. Hier gibt es Heilquellen. Die Anlage ist jedoch nicht mehr in Betrieb, eine Erneuerung ist geplant. Die ruhige Bucht lädt sehr zum Baden oder Tauchen ein.
Faliraki:
Dieser Ort hat zwar einen sehr schönen, kilometerlangen Sandstrand. Deshalb hat er sich auch zu einer Touristenhochburg entwickelt (s.o.).
Anthony-Quinn-Bucht:
Dieser kleine felsige Bucht trägt deshalb diesen Namen, weil hier der Film „Alexis Zorbas“ gedreht wurde.
Lindos:
Lindos liegt etwa in der Mitte der Ostküste und ist für seine direkt über dem Meer gelegene Akropolis (116m hoch) berühmt. Ein Aufstieg ist natürlich Pflicht, auch wenn man sich hier in Touristenströme begeben muss. Wem dieser steile Fußmarsch in der griechischen Hitze zu anstrengend ist, kann sich dafür auch einen Esel als Verkehrsmittel mieten.
Nach Lindos wird es touristisch etwas ruhiger, obwohl es auch hier schöne Strände gibt. Empfehlenswert ist auf jeden Fall eine Fahrt bis zur Südspitze der Insel (Prasonisi), wo man je nach Gezeiten über eine Sandbank zu einer vorgelagerten Insel gelangen kann. Diese Gegend ist auch ein Paradies für Surfer.
FAZIT
Ein Urlaub auf Rhodos ist sehr zu empfehlen. Im Vergleich zu spanischen Inseln ist es hier etwas weniger überlaufen und das Preis-Leistungsverhältnis besser. Als beste Jahreszeit empfehle ich den September, hier ist die größte Hitze vorbei und das Meer angenehm warm.
Wettermäßig ist man von April bis Oktober in Griechenland immer auf der sicheren Seite und auch kulinarisch kommt man voll auf seine Kosten (was für mich z.B. heißt, 2 Wochen lang täglich Fisch zu essen und Retsina zu trinken; aber auch wer keinen Fisch mag, wird hier stets satt werden). Und überall wird man hier auf freundliche Menschen und deren Gastfreundschaft stoßen. Das einzige Manko ist, dass dort eine Sprache gesprochen wird, die ich weder spreche noch verstehe. Das stellt zwar in touristischen Gegenden normalerweise, so auch hier, kein Problem dar. Denn wenn man sich wenigstens etwas in der Sprache der Bewohner unterhalten kann, wird man immer auf noch mehr Respekt und Freundlichkeit stoßen. KALH NYXTA (sprich: kalinichta = gute Nacht).
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 4.5.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, eComments, YOPI
21 Bewertungen, 4 Kommentare
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28.06.2002, 17:53 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichHui,in vier Wochen geht unser Flug nach Rhodos.*freu* :-)
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23.05.2002, 16:14 Uhr von werwoelfin666
Bewertung: sehr hilfreichWeiß ich doch, war doch auch schon da!
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07.05.2002, 00:16 Uhr von darkunit
Bewertung: sehr hilfreichDa fliegen wir ganz bestimmt nochmal hin ;-D
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05.05.2002, 00:57 Uhr von antjeeule
Bewertung: sehr hilfreichDa konnte ich doch glatt noch mal mit dir über die Insel Rhodos streifen. Das hat viel Spaß gemacht. Und dabei habe ich wieder eine andere Ecke mehr wahrgenommen. Ein sehr schöner Bericht ist das. HG, Antje
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