Spanien Testbericht
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Erfahrungsbericht von Bravehart
Nicht auf Mallorca, sondern nach Nordspanien
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Für den Trubel an Spaniens Touristenverseuchten Stränden bin ich schon etwas zu alt. Auch ist dies nicht mein Faible, mich sinnlos zu besaufen in teuren Disko´s abzuhängen und mich am Strand zwischen Suffleichen zu bräunen. Das überlasse ich alles den Teenager aus Deutschland, England und den Niederlanden.
Mich zieht es eher in abgelegenen Gegenden in die freie Natur zu freilebenden Tieren und wunderschönen Landschaften in denen man Ruhe hat, aber auch sein Abenteuersinn stillen kann. Es zog uns dieses Jahr nach Spanien und zwar in den Norden hinter den Pyrenäen. Angeregt wurde ich zu diesem Trip durch die jährlichen Tour de France-Übertragungen im Fernsehen. Schon immer gefielen mir die Gegenden durch die gefuhren wurde.
Also machte man sich an einem Wochenende auf mit dem Auto und nach ein paar Stunden erreichten wir schon die Französische Grenze und übernachteten im französische St.Avold. Einer Kleinstadt mit einer tollen Küche. Weiter ging es den nächsten Tag in den Norden Spaniens. Gut das Spanien auch den Euro hat. Ich fand denen ihre Peseten irgendwie häßlich. Natürlich ging es erstmal durch einige Täler, bis wir einfach nach links hinauf fuhren. Es war eine kilometerlange Serpentinenstrasse die hoch zum Berggipfel führte. Nach einigen Kilometern stellten wir das Auto an eine Strasseneinbuchtung ab, holten unsere Campingstühle heraus und setzten uns Richtung Hang. Es war ein herrliches Panorama und vor allem die Ruhe genossen wir. Mit dem Fernglas studierte ich die Umgebung und sah ein paar Gemsen die sich durch das rote Felswände hindurch wanden. Selbst eine Art von Geiern sahen wir. Solche Tiere kannte ich bisher nur aus dem Zoo und hier saßen in ca. 200 Meter Entfernung gleich sechs bis sieben Stück.
Was wollte man mehr. Strahlender Sonnenschein, eine himmliche Ruhe und eine wunderschöne Umgebung. Knappe drei Stunden genossen wir dieses bis wir weiter fuhren. Oben angekommen, in einem Bergdorf namens Ventosa, versuchte ich mit meinem Schulenglisch herauszufinden ob man hier übernachten könnte. Eine ältere Frau gab uns in gebrochenen Deutsch die erwünschte Auskunft, das in Dorfmitte ein kleiner Gasthof sei. Das alte Steingebäude erinnerte gerade einmal an eine Gaststätte durch sein Schild draußen an der Mauer. Ansonsten sah das Steingebäude eher so aus als ob es auseinander fallen würde. Vor der Gaststätte saßen drei Männer, zahnlos, braungebraunt, mit Baskenmützen am Kopf und musterten uns mißtrauisch. Drinnen angelangt, fühlte man sich ins Mittelalter zurückversetzt. Hier war die Stromleitung das einzigste, was noch mit Technik zu tun hatte. Ansonsten war alles in Holz gehalten. Sogar die Bänke und Stühle sahen krumm aus. Aber igendwie war es hier urgemütlich. Mit Händen und Füßen machte ich dem Wirt klar, das wie eine Bleibe für die Nacht suchten. Er verstand und bot uns ein ganz einfaches Zimmer an. Bett, Tisch, Schrank und ein Waschbecken und kein Teppich. Das Klo war unten in der Gaststätte. Für uns beide kostete die Übernachtung 15 Euro.
Nachdem wir unsere notwendigsten Sachen ins Zimmer gebracht hatten, gingen wir auf Erkundungstour. Schätzungsweise hatte das Dorf 100 Häuser. Die Gassen waren malerisch. Überall wuchs Efeu und anderes Gewächs aus den Mauern und meine Frau war begeistert. Auf Urlauber war man hier kaum eingerichtet. Hier lebten die Leute noch in Ruhe, und junge Menschen sah man eher weniger. Auf unser Tour durch das Dörfchen trafen wir eine Gruppe englischer Urlauber die hier campierten. Man schloß sich kurzerhand zusammen und verbrachte einen gemütlichen Vorabend bei ein paar Bierchen und Gläser Wein. Natürlich spanischer. Am Abend kamen wir wieder im Wirtshaus an. Als Abendbrot gab es selbstgemachten Käse und Brot. Es schmeckte vorzüglich. Einen Laib Käse nahmen wir mit und verabschiedeten uns schon einmal vom Wirt da wir den nächsten Morgen gleich ganz früh weiterfuhren.
Wir fuhren den nächsten Morgen über die Autostrada N 111 zum Nationalpark Urbion. Hier empfing uns eine herrliche Bergwelt. Diesen Nationalpark erreicht man auch wieder über kilometerlange Serpentinen. Anfangs war es noch etwas ungewohnt, sich an diese Fahrweise zu gewöhnen, da es selten Randabgrenzungen wie Leitplanken oder ähnliches gab, doch man gewöhnte sich recht schnell dran. Wir fuhren sowieso gemäßigten Tempos durch die Landschaft. Auf der Landstraße sind in Spanien zwar Höchstgeschwindigkeit 80 Km/h, doch in Serpentinenfahrten erreicht man diese Geschwindigkeit überhaupt selten. Die Bergstraßen sind eigentlich recht gut ausgebaut aber stellenweise sehr eng. Kommt einem ein Fahrzeug entgegen, wird es manchmal Knapp. Bei Bussen oder LKW´s sollte man eine breitere Stelle auf der Straße suchen.
In diesem Nationalpark Urbion findet man herrlich gelegene Berg-Naturseen. Zum Baden war das Wasser zu kalt, aber es war wunderbar klar. Am liebsten wären wir rein gesprungen. Hier fanden wir viele Camper mit Wohnwagen und Wohnmobilen aus ganz Europa. Das Panorama besonders hier oben war hervorragend. Auch trafen wir wieder auf unsere schon gesehenen Geier. Okay, etwas kleiner als die im Zoo, aber immerhin Geier \"g\". Hier unterhalb des Bergsees schlugen wir unser Zelt auf und verbrachten dort drei wunderschöne Tage. Mit den anderen Campern fand man schnell Zusammenschluß so das am Abend das eine oder andere Bier gezischt wurde. Wer einmal Ruhe und Erholung sucht, und vor allem dem Massentourismus entfliehen möchte, dem kann ich den Norden Spanien, vor allem die Pyrenäen nur empfehlen.
Danke für´s Lesen
Bravehart und Avilini
22.01.03
Mich zieht es eher in abgelegenen Gegenden in die freie Natur zu freilebenden Tieren und wunderschönen Landschaften in denen man Ruhe hat, aber auch sein Abenteuersinn stillen kann. Es zog uns dieses Jahr nach Spanien und zwar in den Norden hinter den Pyrenäen. Angeregt wurde ich zu diesem Trip durch die jährlichen Tour de France-Übertragungen im Fernsehen. Schon immer gefielen mir die Gegenden durch die gefuhren wurde.
Also machte man sich an einem Wochenende auf mit dem Auto und nach ein paar Stunden erreichten wir schon die Französische Grenze und übernachteten im französische St.Avold. Einer Kleinstadt mit einer tollen Küche. Weiter ging es den nächsten Tag in den Norden Spaniens. Gut das Spanien auch den Euro hat. Ich fand denen ihre Peseten irgendwie häßlich. Natürlich ging es erstmal durch einige Täler, bis wir einfach nach links hinauf fuhren. Es war eine kilometerlange Serpentinenstrasse die hoch zum Berggipfel führte. Nach einigen Kilometern stellten wir das Auto an eine Strasseneinbuchtung ab, holten unsere Campingstühle heraus und setzten uns Richtung Hang. Es war ein herrliches Panorama und vor allem die Ruhe genossen wir. Mit dem Fernglas studierte ich die Umgebung und sah ein paar Gemsen die sich durch das rote Felswände hindurch wanden. Selbst eine Art von Geiern sahen wir. Solche Tiere kannte ich bisher nur aus dem Zoo und hier saßen in ca. 200 Meter Entfernung gleich sechs bis sieben Stück.
Was wollte man mehr. Strahlender Sonnenschein, eine himmliche Ruhe und eine wunderschöne Umgebung. Knappe drei Stunden genossen wir dieses bis wir weiter fuhren. Oben angekommen, in einem Bergdorf namens Ventosa, versuchte ich mit meinem Schulenglisch herauszufinden ob man hier übernachten könnte. Eine ältere Frau gab uns in gebrochenen Deutsch die erwünschte Auskunft, das in Dorfmitte ein kleiner Gasthof sei. Das alte Steingebäude erinnerte gerade einmal an eine Gaststätte durch sein Schild draußen an der Mauer. Ansonsten sah das Steingebäude eher so aus als ob es auseinander fallen würde. Vor der Gaststätte saßen drei Männer, zahnlos, braungebraunt, mit Baskenmützen am Kopf und musterten uns mißtrauisch. Drinnen angelangt, fühlte man sich ins Mittelalter zurückversetzt. Hier war die Stromleitung das einzigste, was noch mit Technik zu tun hatte. Ansonsten war alles in Holz gehalten. Sogar die Bänke und Stühle sahen krumm aus. Aber igendwie war es hier urgemütlich. Mit Händen und Füßen machte ich dem Wirt klar, das wie eine Bleibe für die Nacht suchten. Er verstand und bot uns ein ganz einfaches Zimmer an. Bett, Tisch, Schrank und ein Waschbecken und kein Teppich. Das Klo war unten in der Gaststätte. Für uns beide kostete die Übernachtung 15 Euro.
Nachdem wir unsere notwendigsten Sachen ins Zimmer gebracht hatten, gingen wir auf Erkundungstour. Schätzungsweise hatte das Dorf 100 Häuser. Die Gassen waren malerisch. Überall wuchs Efeu und anderes Gewächs aus den Mauern und meine Frau war begeistert. Auf Urlauber war man hier kaum eingerichtet. Hier lebten die Leute noch in Ruhe, und junge Menschen sah man eher weniger. Auf unser Tour durch das Dörfchen trafen wir eine Gruppe englischer Urlauber die hier campierten. Man schloß sich kurzerhand zusammen und verbrachte einen gemütlichen Vorabend bei ein paar Bierchen und Gläser Wein. Natürlich spanischer. Am Abend kamen wir wieder im Wirtshaus an. Als Abendbrot gab es selbstgemachten Käse und Brot. Es schmeckte vorzüglich. Einen Laib Käse nahmen wir mit und verabschiedeten uns schon einmal vom Wirt da wir den nächsten Morgen gleich ganz früh weiterfuhren.
Wir fuhren den nächsten Morgen über die Autostrada N 111 zum Nationalpark Urbion. Hier empfing uns eine herrliche Bergwelt. Diesen Nationalpark erreicht man auch wieder über kilometerlange Serpentinen. Anfangs war es noch etwas ungewohnt, sich an diese Fahrweise zu gewöhnen, da es selten Randabgrenzungen wie Leitplanken oder ähnliches gab, doch man gewöhnte sich recht schnell dran. Wir fuhren sowieso gemäßigten Tempos durch die Landschaft. Auf der Landstraße sind in Spanien zwar Höchstgeschwindigkeit 80 Km/h, doch in Serpentinenfahrten erreicht man diese Geschwindigkeit überhaupt selten. Die Bergstraßen sind eigentlich recht gut ausgebaut aber stellenweise sehr eng. Kommt einem ein Fahrzeug entgegen, wird es manchmal Knapp. Bei Bussen oder LKW´s sollte man eine breitere Stelle auf der Straße suchen.
In diesem Nationalpark Urbion findet man herrlich gelegene Berg-Naturseen. Zum Baden war das Wasser zu kalt, aber es war wunderbar klar. Am liebsten wären wir rein gesprungen. Hier fanden wir viele Camper mit Wohnwagen und Wohnmobilen aus ganz Europa. Das Panorama besonders hier oben war hervorragend. Auch trafen wir wieder auf unsere schon gesehenen Geier. Okay, etwas kleiner als die im Zoo, aber immerhin Geier \"g\". Hier unterhalb des Bergsees schlugen wir unser Zelt auf und verbrachten dort drei wunderschöne Tage. Mit den anderen Campern fand man schnell Zusammenschluß so das am Abend das eine oder andere Bier gezischt wurde. Wer einmal Ruhe und Erholung sucht, und vor allem dem Massentourismus entfliehen möchte, dem kann ich den Norden Spanien, vor allem die Pyrenäen nur empfehlen.
Danke für´s Lesen
Bravehart und Avilini
22.01.03
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