Thailand Testbericht

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Erfahrungsbericht von chrischan1

Pattaya - Wirklich besser als sein Ruf

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Da mich der Ferne Osten schon immer faszinierte, entschloß ich mich im November 1999 zu einer Reise nach Thailand.
Eigentlich wußte ich wenig über das Land. Bekannt war mir lediglich, daß es als Schwellenland gilt (auf dem Sprung zu einer Industrienation), westlich orientiert ist und als „Land des Lächelns“ gilt. Das mich dort auch schöne Strände erwarten würden, hatte ich vorausgesetzt.

Bei der Suche nach dem geeigneten Urlaubsort stieß ich natürlich auch auf Pattaya.
Der Ruf Pattayas ist ja leider nicht der beste (angeblich schmutzige Strände und schmutziges Wasser, Hochburg des Nachtlebens, Nepp („Beschiß“) etc.

Letztendlich gaben der Reisepreis (andere Orte sind z.T. erheblich teurer, da innerhalb Thailands eine weitere Anreise ab Bangkok notwendig ist) und die Neugierde den Ausschlag, Pattaya dennoch zu buchen.
Das es langweilig werden würde, war aufgrund der Größe der Stadt kaum zu befürchten.

Nun stand ich also nach meinem 12-stündigen Flug ziemlich „zermackelt“ auf dem Flughafen in Bangkok.
Der Transfer vom Flughafen mit einem Kleinbus der Reiseleitung war da keine weitere Belastung, denn man konnte sich bereits die ersten Eindrücke des Landes auf der 2,5-stündigen Fahrt verschaffen.
Nun war es aber endlich geschafft. Mein 3-Sterne-Hotel „Cosy Beach“ lag im Süden der Stadt - am Ende einer Sackgasse - direkt am Strand. Nur ein unbebauter Berg trennte das Hotel vom Zentrum der Stadt. Das sollte sich später noch als seeeehr wertvoll herausstellen.

Beim Betreten der freundlichen, mit vielen Edelhölzern dekorierten Eingangshalle des Hotels kamen sofort die in schneidige Uniformen gekleideten Door-Boys herangeeilt und übernahmen das Reisegepäck.
Die Anmeldeprozedur wurde zügig an der Rezeption durchgeführt und schon wurde ich auf mein Zimmer im 14. Stock (der 13. Stock fehlt komischerweise) geführt.
Beim Betreten des Zimmers war ich erneut angenehm überrascht. Das Zimmer war wirklich ausgesprochen geräumig (seeehr groß) und gepflegt. Teppichboden, Sat-TV, Minibar, Direktwahltelefon, Klimaanlage, Speisekarte für den Zimmerservice, etc.
Nun aber erstmal einen Drink angemischt und ab auf den Balkon - dachte ich mir.
Und dann war ich überwältigt ! Inzwischen war es draußen dunkel geworden. Ich blickte direkt auf das Meer, das durch tausende von Lichtern (von Fischerbooten und einer entfernten Insel) schwach erleuchtet war. Der Mondschein spiegelte sich auf dem Wasser, Grillen zirpten ihre Lieder. Direkt unter mir befanden sich zwei Swimmingpools des Hotel, zwischen denen gerade ein Buffet aufgebaut wurde. An diese Swimmingpools schloß sich eine Steilküste an, hinter der ein wunderschöner - mit Palmen gesäumter - kleiner Strand (Cosy Beach: schöner Strand) zu erkennen war.
Als ich nun gerade tief ausatmete und die Eindrücke auf mich wirken ließ, begann die Hausband, das Lied „Samba Pa Ti“ leise zu spielen.
Mir war sofort klar, daß ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, hierher zu reisen. Das Paradies konnte nicht schöner sein.

In den nächsten Tagen machte ich mich zunächst mit der Umgebung und den Sitten und Gebräuchen vertraut (dazu gibt es noch einen gesonderten Beitrag, da das sonst hier den Rahmen sprengen würde). Die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Thai hat mich dabei immer wieder fasziniert.
Es gibt in Pattaya allein zwei große Einkaufszentren (Royal Garden Plaza und Big C). Beide nach amerikanischem Vorbild erstellt und mit etlichen Einzelhandelsgeschäften, Spielhallen, Kino, Internetcafe, Supermarkt und Restaurants versehen. Der Einkauf ist hier zwar an relativ feste Preise gebunden, aber aufgrund der Klimaanlage um so angenehmer.
Das Royal Garden Plaza befindet sich direkt an der Promenade. Möchte man nach einem Einkauf erstmal entspannen, überquert man einfach (bzw. mit viel Aufmerksamkeit) die viel befahrene Straße, setzt sich am (sehr langen aber relativ schmalen) Strand in einen Liegestuhl und läßt sich eine frische Kokosnuß öffnen.

Restaurants sind in jeglicher Art reichlich vorhanden. Von der Garküche bis zum erstklassigen Steak- oder Fischrestaurant. Ich habe dabei gerne die rustikalen Thai-Restaurants in Nebenstraßen besucht. Hier bekommt man in familiärer Atmosphäre ein ausreichendes und gut schmeckendes Hauptgericht für etwa 2,- - 3,- Euro. Mit einem Getränk dabei bezahlt man dann etwa 3,50 Euro.
Da macht das Essen doch so richtig Spaß. Am besten man probiert jeden Tag etwas neues auf der Speisekarte aus.

Das abendliche Unterhaltungsprogramm läßt keine Wünsche offen. Je nach Interesse kann eine Show mit Weltruf (im Alcazar), viele Großraumdiscos, diverse Tanzlokale, Thai-Boxveranstaltungen oder das Amüsierviertel besuchen. „Nepp“ (Betrug) oder weit überhöhte Preise - wie man es aus unseren Breiten kennt - habe ich nirgends erlebt.

Nun muß ich aber einen Punkt erwähnen, der mich am stärksten gestört hat.
Anscheinend gibt es in Thailand fast ausschließlich Diesel- und Zweitaktfahrzeuge. Die Abgase, die diese Fahrzeuge verursachen (und das sind echte MASSEN von Fahrzeugen), sind gewaltig.
Da aber in den Abend- und Nachtstunden so gut wie kein Temperaturunterschied zwischen der Luft und dem Wasser besteht (beides etwa 27 Grad), ergibt sich kaum eine Luftbewegung. Somit verbleiben die Abgase dort, wo sie verursacht wurden - in den Straßenzügen.
Nachts legt sich dann eine richtig dicke Abgaswolke über die Stadt.
Verbunden mit der schwül/warmen Luft macht einem das ganz schön zu schaffen !
Und jetzt komme ich wieder zu dem Vorteil, den der unbebaute Berghang zwischen meinem Hotel und dem Zentrum hatte. Er trennte das Hotel von dem Gewusel und Gewimmel der Innenstadt und beließ die Dunstglocke über der Stadt.
Somit hatte ich eine Hotel in traumhafter Strandlage, stadtnah und ruhig - wenn das nichts ist !

Wie gesagt, zum Baden eignen sich die außerhalb des Zentrums (z.B. Jomtien Beach) oder auf vorgelagerten Inseln gelegenen Strände besser.
Jomtien ist ein südlich Pattayas gelegener Ort, der oftmals auch als Ortsteil Pattayas bezeichnet wird. Hier findet man einen ebenfalls schmalen aber unglaublich langen Strand (mehrere Kilometer) vor. In den Nachmittagsstunden ist hier richtig viel Betrieb. Für manche unter uns vielleicht schon zu viel Betrieb. Nervig sind die vielen Wassersportfahrzeuge, die ständig hin und her fahren. Die Massen an fliegenden Händlern, die dort ihre Waren (oder Dienstleistungen wie Massage, Mani- oder Pediküre) anbieten, empfinde ich allerdings als nicht so störend. Sie sind nun \'mal darauf angewiesen, ihren Lebensunterhalt mit diesen Waren oder Dienstleistungen zu verdienen.
Und eine Kokosnuß oder ein Stück Kuchen für 0,50 Cent kaufe ich da gerne \'mal ab und sehe das dann als Hilfe zum Lebensunterhalt.
Jomtien selbst ist aber eher eine „Schlafstadt“. Viele nette Hotels, großer Strand aber kein eigentlicher Ortskern.

Zu größeren Tagestouren bin ich leider nicht gekommen (fällt mir immer so schwer, schon so früh morgens dafür aufzustehen) und kann von daher wenig über die Umgebung und lohnenswerte Tagestouren berichten.
Allerdings habe ich 3 Monate später den nächsten Trip nach Pattaya unternommen, weil mich insbesondere die Menschen und ihre Mentalität so beeindruckt haben (muß man einfach \'mal erlebt haben).

Die beste Reisezeit liegt zwischen dem November und dem Februar/März. In diesen Wintermonaten sind die Temperaturen einigermaßen erträglich und es herrscht Trockenzeit.
Vorsicht vor dem chinesischen Neujahrsfest (um den 5. Februar) !!! Dann strömen Massen von Chinesen nach Thailand. Diese treten immer in Großgruppen auf und benehmen sich eher rustikal.
Darunter leidet dann ein wenig die sonst sehr beschauliche Atmosphäre.

Wer seinen Urlaub also unter absolut liebenswerten Menschen, in schöner Natur und das bei sehr günstigen Preisen verbringen möchte, der sollte sich unbedingt einmal Thailand anschauen und braucht dabei vor Pattaya nicht zurückzuschrecken.

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