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Erfahrungsbericht von Chantal3

Andersch, Alfred: Sansibar oder der letzte Grund

Pro:

tolle Handlung,

Kontra:

langweilig

Empfehlung:

Ja

Hallo alle miteinander,
mein Bericht ist diesmal wieder über ein Buch, dass ich in der Schule lesen musste.
Es handelte sich dabei um Sansibar oder der letzte Grund, ein Buch, dass im Dritten Reich spielt und zum Glück in Neudeutsch geschrieben ist.

***Der Handlungsort***
Das Buch spielt im Oktober 1937 in Rerik. Rerik ist ein kleiner Ort an der Ostsee. Jeder kennt hier jeden, es gibt einen kleinen Hafen, an dem eigentlich nur Fischer anlegen, nur selten größere Schiffe.


***Personen***

*Der Junge*
Der Junge ist 16 Jahre alt und Halbwaise. Er arbeitet bei dem Fischer Kundsen und ist von allem gelangweilt. Er überlegt immer wieder wie er aus Rerik herauskommen kann. Er hasst Rerik, denn es ist langweilig und die Leute haben seinen Vater, der vermutlich betrunken auf hoher See gestorben ist, nicht als Helden angesehen. Sein großes Vorbild ist Huckleberry Finn, denn auch er ist einfach geflohen.


*Judith*
Judith ist um die 18 und auch sie will aus Deutschland raus. Doch sie hat andere Gründe, denn sie muss vor den „Anderen“ (Die Nationalsozialisten) fliehen, denn sie ist Jüdin. Ihre Mutter sagte ihr, dass Rerik der ideale Ort wäre um zu fliehen, denn er wäre klein und es gäbe keine Kontrollen. Damit ihre Tochter wirklich flieht und nicht bei ihr bleibt bringt sich die Mutter um. Judith ist teilweise naiv und glaubt an die „romantischen“ Vorstellungen ihrer Mutter. Sie verdrängt alles, indem sie sich einbildet, dass alles tragisch-romantisch ist.
Ursprünglich stammt Judith aus einer reichen Familie.

*Helander*
Helander ist Pfarrer in Rerik, ist aber von Gott frustriert. Er ist der Meinung, dass Gott ganz weit weg ist und deshalb die NSAP an die Macht gekommen ist. Für ihn hat die Welt eine endlose Leere eingenommen. Außerdem ist er in ständiger Sorge um sein, Bein, dass ihm im ersten Weltkrieg abgenommen wurde, denn er ist sich sicher, dass es sich wieder entzünden wird. Doch seine größte Sorge ist eine Plastik, die in seiner Kirche steht. Ein Kunstwerk von einem lesenden Klosterschüler. Die Anderen wollen ihn aus der Kirche haben.


*Knudsen*
Knudsen besitzt ein Fischerboot, mit dem er regelmäßig raus aufs Meer fährt, doch für normal nie weiter, denn er hat Angst um seine geistigbehinderte Frau, die er über alles liebt.
Er war oder ist Kommunist. War, weil er nicht mehr an die Partei und andere Mitglieder glaubt; ist weil er gegen die Anderen ist. Er hat keinen Kontakt zur Kirche und ist andern Menschen gegenüber sehr kalt

*Gregor*
Gregor ist die Hauptperson der Buches. Er ist ein junger Mann und gehört zur KPD. Er ist nach Rerik gekommen um dort ein Gruppe aufzubauen, doch er hat langsam Zweifel an der Partei. Gregor ist hochintelligent, wenn er etwas macht dann sehr preziese. Im Laufe des Buches wird auch immer wieder seine Hilfsbereitschaft dargestellt.


***Die Handlung***:
Um die Wertvolle Plastik aus Deutschland herauszubekommen hat Pfarrer Helander nur eine Chance: er muss Knudesn ansprechen, denn komischer Weise ist dieser, als so ziemlich einziger Fischer noch im Ort. Doch Kundsen lehnt schroff ab, er will nicht wegen so einer Skulptur, zu der er keine Verbindung hat, nicht sein Leben aufs Spiel setzten. Doch bald darauf treffen Helander und Knuden wieder aufeinander. Diesmal in Helnaders Revier – in der Kirche. Knudsen traf sich dort mit Gregor, das Treffen war von der KPD organisiert. Doch Kundsen merkt schnell, dass Gregor kneifen will und verachtet ihn deshalb. Auch will er Gregor nicht auf die andere Seite des Meeres bringen. In einem Gespräch zwischen Gregor und Helander verspricht Gregor dem Pfarrer die Skulptur aus Deutschland zu schaffen.
Er kann sein Versprechen halten und Knudsen davon überzeugen, die Plastik nach Skilling, in Schweden zu bringen. Gregor soll sich in der Nacht mit Pfarrer Helander treffen und die Plastik aus der Kirche schaffen, auf eine Insel. Dort wird er auf Knudsen treffen. Doch bevor das alles geschieht trifft er auf Judith, die langsam gemerkt hat, dass die Ratschläge ihrer Mutter und romantische Illusionen waren. Doch sie hat Glück, ein kleiner Schwedischer Dampfer läuft im Hafen ein und sie kann sich an einen Schweden ranmachen, doch nach einer Zeit wird ihr klar, dass sie mit dem Dampfer nicht fliehen kann. Auch in die Gaststätte, in der ihr Gepäck noch liegt kann sie nicht zurück, denn der Schwede und der Wirt hatte eine Auseinandersetzung – wegen ihr. Doch sie trifft auf Gregor, der sie bereits eine Weile beobachtet hat und vermutet, dass sie eine Jüdin ist. Er will sie mit auf die Insel nehmen und Knudsen überreden sie mitzunehmen. Das ist ihrer einzige Chance, denn der Wirt wird bald zur Polizei gehen und diese wird Judith an Hand ihres Gepäcks bald als Jüdin identifizieren.
Doch nicht nur Judith ist erleichtert, dass sie vermutlich fliehen kann, auch der Jung möchte in Schweden von Bord gehen. Doch Knudsen hat eigentlich andere Pläne: er will die Plastik ins Meer schmeißen. Dieser Plan wird aber durch Judith gefährdet...

***Der Schreibstil***
Das Buch ist in vielen kleine Kapitel unterteilt – immer jede Person nach der anderen. Am Anfang treten die Personen noch einzeln auf, später auch zusammen, aber nie mehr als 3.
So wird jede Geschichte von jeder Person herausgehoben. Judith, Helander, Knudsen und Gregor werden alle in der 3. Person dargestellt, der Junge, der die kleinste Rolle hat wird in der 1. Person widergegeben. Andersch beschreibt die Personen sehr genau. Besonders innere Monolage sind in diesem Buch keine Seltenheit.

***Das Buch/ Meine Kritik***
Als ich das Buch angefangen hab zu lesen war ich wirklich entsetzt. Da man immer wieder von einer Person zu der anderen springt kann man sich nie wirklich in eine Person reinversetzten oder sich jede Einzelheit merken. Anfangs ist es wirklich schwer sich in das Buch reinzulesen. Später wird es etwas einfacher, aber ich bin immer nur schleppend vorangekommen. Das Buch ist auch sehr langweilig, das liegt daran, dass das Buch größtenteils von den Gedanken und die Sichtweisen der Personen handelt. Es kommt kaum Spannung vor. Ich denke, dass das Buch das 3. Reich von verschiedenen Sichten zeigen sollte:
1. Die Sicht des Jungens: er muss keine Angst haben; er ist Deutscher und es wird auch nicht gesagt, dass er wegen den „Anderen“ fliehen will. Er ist von den „ Anderen“ unbetroffen.
2. Die Sicht von Helander: Helander ist Pfarrer und gegen die „ Anderen“. Seine Skulptur soll vernichtet werden, weil sie Weltoffenheit zeigt undl liest = gebildet ist. Gegen Gebildete war Hitler, er wollte sein Volk blöd haben.
3. die Sicht von Knudsen: Auch er ist bedroht, denn die KPD wird nicht mehr lange überleben, doch er liebt seine Heimat und seine Frau und möchte das Land nicht verlassen.
4. Die Sicht von Gregor: diese ist ähnlich wie bei Knudsen, alleridgs möchte er aus Deutschland raus
5. Die Sicht von Judith: Judith ist die am gefährdeteste Person. Sie darf nicht auffallen und muss sich immer vor ihrer Identität verstecken.
Das Beeindruckende an dem Buch finde ich, ist, dass in einem einigermaßen dünnen Buch so viele Gedanken, Sichtweißen und Geschichten verpackt sind. Alles ist sehr genau verknüpft, allerdings auch immer etwas verdeckt, wie z.B. die Anderen oder die Partei für KPD. Zwar werden alle Personen sehr genau beschrieben, doch sind sie, wie z.B. Gregor schwer zu durchschauen. Um das Buch zu lesen braucht man allerdings ein gewisses Hintergrundwissen, denn sonst ist das Buch schwer zu verstehen.

Mein Fazit: Ich glaube, dass ich das Buch freiwillig nicht lesen würde, denn dazu ist es mir wirklich zu langweilig. Andererseits finde ich das Buch wirklich interessant, durch die verschiedenen Sichtweisen und Gedanken der Personen. Es ist wirklich das komischste Buch, dass ich gelesen habe, und das wirklich in allen Punkten ( Geschichte, Personen, Schreibstil)

***Der Autor:***
Alfred Andersch wurde am 4.2.1924 in München geboren und starb 1980.

Das Buch erschien im Diogenes Verlag und kostet 5.90 und ist 158 Seiten dick.

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