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Erfahrungsbericht von nici023

Takada, Yuzo "3 x 3 Augen, Bd. 1"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Infos

Ort: Deutschland
Autor: Takada, Yuzo
Verlag: Carlsen, Hamburg
Erschienen: 01.01.2002
ISBN: 3551756716
Typ: Taschenbuch


Zugegeben: Die Manga-Serie \"3 x 3 Augen\" (jap.: \"Sazan Eyes\") ist nicht ganz neu.
1997 begann der Carlsen-Verlag schon einmal mit einer Veröffentlichung, und zwar in Bänden mit weniger als 60 Seiten.
Mittlerweile hat man aber eingesehen, dass es sich kaum lohnt eine so seitenreiche Serie auf Hunderte von einzelnen Bänden zu verteilen: In Japan gibt es nämlich bereits 38 Taschenbücher, die Serie läuft dort seit über zehn Jahren.
Deshalb bringt Carlsen jetzt monatlich ein neues \"3 x 3 Augen\"-Taschenbuch heraus - erfreulicherweise zum erschwinglichen Preis von 6,- Euro.
(Und wer behauptet, alles sei teurer geworden?)

Zur Story, in die der Leser in diesem ersten Band eingeführt wird:
Pai gehört dem Volk der dreiäugigen Sanjiyan an. Ihr größter Wunsch ist es, zum Menschen zu werden.
Sie wandert aus den Bergen Tibets nach Tokyo, um einen Jungen namens Yakumo Fuji zu finden.
Yakumos Vater hat ihr kurz vor seinem Tod versprochen, er werde sie zum Menschen machen.
Durch einen Unfall wird Yakumo aber tödlich verletzt. Pai rettet ihn mit ihren Kräften indem sie ihre Seelen vereint und Yakumo damit unsterblich macht, so lange sie am Leben ist.
Pai und Yakumo reisen nach Hongkong um die \"Gesellschaft für Monsterabwehr\" zu finden, die ihnen helfen soll, aus Pai einen Menschen zu machen.
Dort treffen sie Reporterin Ling-Ling, die sie bei einer \"Monsterjagd\" um Hilfe bittet. Dabei stoßen sie auf ein geheimnisvolles Relikt, das einst im Besitz der Sanjiyan war und
Pais Wunsch, sterblich zu werden, erfüllen könnte. Aber eine Macht lässt die Statue verschwinden und so kehren die beiden unversehrter Dinge nach Japan zurück.
Wieder zuhause muss Yakumo feststellen, dass er sein Leben unmöglich wie bisher weiterführen kann - ihm bleibt nichts anderes übrig, als Japan mit Pai zu verlassen...

\"3 x 3 Augen\" ist ein typisches Manga: Es hat Monster, Humor, sympathische Helden, Action -- aber hebt es sich wirklich aus der Masse ab?
Die Story, die sich in diesem ersten Band hauptsächlich um die Beschaffung der Ningen-Statue dreht, ist nicht uninteressant, besonders durch die beiden unterschiedlichen
Figuren Yakumo und Pai:
Pai ist dreihundert Jahre alt, wirkt aber die meiste Zeit über wie ein normales junges Mädchen. Wenn sich aber ihr drittes Auge öffnet, wird sie ein Wesen mit übermenschlichen
Kräften, das mit der süßen Pai so gar nichts mehr gemein hat.
Nachdem Yakumo unsterblich ist, muss er seine Freunde und sein altes Leben aufgeben - dieser Teil der Geschichte hat mir persönlich besonders gefallen.
Seine Freunde finden es nämlich gar nicht lustig, dass er ein \"unsterblicher Zombie\" ist und fürchten sich vor ihm.
Ein weiteres Detail, über das ich mich gefreut habe, ist, dass Yakumo in der Gay-Bar seiner Mutter arbeitet!

\"3 x 3 Augen\" ist sehr unterhaltsam und man möchte gerne erfahren, wie es weiter geht.
Im Vergleich mit zum Beispiel \"Neon Genesis Evangelion\", das im selben Format bei Carlsen erschienen ist, fällt aber auf, dass bei NGE jede noch so kleine Zeichnung
sehr aufwändig und detailliert ist, während Takada eher vereinfacht, besonders bei den Gesichtern.
Wirklich negativ anrechnen kann man das dem Comic aber nicht - es bleibt ein unterhaltsames Manga mit einer guten & spannenden Story.

Fazit: \"Sazan Eyes\" wird dem geneigten Leser mit etlichen Bänden sicher noch viele Stunden vergnüglichen Comic-Verschlingens bescheren.
Für diejenigen, die bisher aber noch nie etwas mit Mangas anfangen konnten, wird auch dieses keine offenbarende Erfahrung sein.

P.S.:
Der erste Teil der Serie würde 1992 übrigens von Bandai Visual in vier Teilen als Animationsserie auf DVD und Video veröffentlicht. Vor sechs Jahren gab es eine dreiteilige
Fortsetzung unter dem Titel \"3 x 3 Eyes - Seima Densetsu\".



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-18 18:32:14 mit dem Titel Aubert, Brigitte "Im Dunkel der Wälder"

Infos

Ort: Frankreich
Zeit: 1990er
Autor: Aubert, Brigitte
Verlag: Goldmann, München
Erschienen: 01.01.1997
ISBN: 3442721636
Typ: Taschenbuch


Elise Andrioli, die Ich-Erzählerin dieses Romans, wurde auf einer Urlaubsreise in Irland Opfer eines Bombenattentats, wobei ihr Verlobter ums Leben kam und sie seitdem gelähmt ist. Sehr intensiv und anschaulich schildert sie das Leben als Behinderte. Ihr einziger Kontakt zu Mitmenschen ist zunächst nur ihr Gehör, da sie weder sehen noch sprechen kann. Erst nach einer Weile kann sie ihren Zeigefinger bewegen und damit als Kommunikationsmittel einsetzen. Sehr anschaulich wird die Abhängigkeit von Elise dargestellt, die völlig auf die Hilfe andere angewiesen ist, ohne Wünsche äußern zu können. So beschreibt sie, wie gerne sie ein Bier trinken würde und dennoch von der treuen Pflegerin nur Kräutertee eingeflößt bekommt, den sie abgrundtief verabscheut. Dabei ist die Sichtweise und Sprache nicht sentimental und zimperlich, sondern eher sarkastisch und derb. Elise bezeichnet sich selbst als hilflosen Mehlsack.

Diese unfreiwillige Untätigkeit steigert sich ins Unerträgliche als sie eines Tages das Nachbarmädchen Virginie kennen lernt. Das Mädchen erzählt ihr von Morden an Kindern, u.a. von dem Mord an ihrem Bruder und legt dabei ein enormes Detailwissen an den Tag. Elise kann nichts unternehmen, sie kann weder jemanden erzählen, was Virginie ihr offenbart hat noch kann sie das Mädchen beschützen, denn sie ist davon überzeugt, dass es in Gefahr ist.
Aber auch andere im näheren Umfeld vertrauen sich Elise an. Sie, die niemals nachfragen oder das Gehörte weitererzählen kann, ist als passive Zuhörerin anscheinend sehr beliebt.
Gerade macht sie sich noch Sorgen um Virginie, als sie Schritte heran kommen hört und ertragen muss, wie jemand sie berührt, ohne ein Wort zu sagen...

Der Krimi ist schon allein aufgrund seiner ungewöhnlichen Erzählperspektive und seiner erfrischenden Sprache interessant. Er liest sich sehr flott und ist so spannend, dass man ihn nur ungern zur Seite legt. Daher sind einige logische Schwächen schon verzeihlich: Man kann sich fragen, warum das Kommunikationsmittel Zeigefinger nur zu Ja/Nein-Spielchen verwendet und nicht weiter ausgebaut wird. Enttäuschender ist da die Auflösung des Falles, die wirklich haarsträubend ist. Das wertet den sonst sehr gelungenen Roman ab.

Brigitte Aubert konnte leider der Versuchung nicht wiederstehen, einen weiteren Krimi mit Elise Andrioli anzufügen, obwohl sich diese eigentlich nicht als Serienfigur eignet, da deren Außergewöhnlichkeit durch ein nochmaliges Aufwärmen trivial wird. Wie mir eine Freundin und begeisterte Krimileserin berichtete ist \"Tod im Schnee\" nur noch ein müder Abklatsch mit einer wenig durchdachten Story. Sehr schade.

Und noch etwas für Kümmelspalter:
Ich – selbst bekennende Kümmelspalterin – bin außergewöhnlich glücklich, einen Fehler entdeckt zu haben: Auf Seite 57 erfährt Elise, dass Virginies Familie nach dem Tod des Bruders in ein neues Haus gezogen ist. Auf S. 142 müssen aufmerksame Leser mit Erstaunen feststellen, dass Elise bei dieser Familie übernachtet und zwar im Zimmer dieses Bruders! Die hilfsbereite Virginie beschreibt ihr die Umgebung und erzählt, dass an der Wand Striche zu sehen sind, mit denen die Größe ihres Bruders dokumentiert wurden. Da wurde der Umzug glatt unterschlagen.




----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-18 18:15:07 mit dem Titel Alpers, Hans Joachim \

Aus der Reihe \"Das Schwarze Auge\"

Infos:

Ort: Aventurien
Serie: Das Schwarze Auge
Autor: Alpers, Hans Joachim
Verlag: Heyne, München
Erschienen: 01.11.2001
ISBN: 3453206924
Typ: Taschenbuch



Dieses Buch aus der Reihe \"Das Schwarze Auge\" umfasst die schon früher erschienenen Bände \"Hinter der Eisernen Maske\", \"Flucht aus Ghurenia\" und \"Das letzte Duell\". Auf knapp tausend Seiten wurde diese Saga über die Abenteuer des Jungen Thalon nun in einem Band veröffentlicht.

Thalon hat als Küchenjunge auf der Insel Charypso einen harten Alltag. Freizeit und Abenteuer sind für ihn ein Fremdwort. Doch als er sich eines Tages mit einem Piraten anlegt, landet er auf dem größten Piratensegler des Südmeers, der \"Schwarzen Rose\" und stolpert ohne es zu wissen in das größte Abenteuer seines Lebens. Als Schiffsjunge beginnt er seine Laufbahn bei den Piraten unter dem Kommando des Kulko Eiserne Maske. Dieser gefürchtete, brutale Kapitän ist auf dem Weg, um sich mit anderen Piratenschiffen zu einem großen Flibustier-Orden zu vereinigen. Zur gleichen Zeit fährt der grausame Herrscher der Inselgruppe \"Perlen des Südmeers\" Praefos Gorm mit einer Flotte aus, um genau diese Vereinigung zu verhindern. Dritte und letzte Partei sind Verschwörer von der Heimatinsel Gorms, Ghurenia. Doch alles läuf anders als geplant. Die Verräter werden entdeckt, die Piraten bei der Schlacht zerstreut und Thalon wird von Eiserne Maske in die Hände der Feinde getrieben und endet als Sklave. In den folgenden Bänden wird Thalon befreit und macht sich auf einen persöhnlichen Rachefeldzug - erst gegen Gorm und seine Helfer auf der Insel Ghurenia, danach gegen Eiserne Maske selbst. Viele Rätsel bleiben bis zum Schluß bestehen und erst in der erneuten Seeschlacht am Ende des dritten Bandes lüftet sich das Geheimnis um die Eiserne Maske.

Diese dreiteilige Südmeer-Saga besticht durch zwei grundsätzliche Punkte: Atmosphäre und Spannung. Hans Joachim Alpers vereint den derben Umgangston der Piraten und viele realistische Details der Seefahrt mit der Heldengeschichte um den Jungen Thalon. Den gesammten Inhalt wiederzugeben ist in dieser Kürze nicht möglich. Aber nicht nur die Geschichte von Thalon wird erzählt, sondern schon ab dem ersten Band bauen sich sehr unterschiedliche Handlungsstränge auf, die am Schluß zusammengeführt werden. Auch aventurische Elemente wie zum Beispiel die Magie dürfen hier nicht fehlen, nehmen aber nur eine untergeordnete Rolle ein. Und ohne diese könnte die Geschichte genausogut in der Karibik oder sonstwo in der realen Welt passiert sein.
Ohne einen allzugroßen Anspruch an die Leser zu stellen, fesselt Hans Joachim Alpers mit einer Geschichte, deren Atmosphäre so dicht ist, dass man dieses Buch nur sehr schwer aus der Hand legen kann. Im Vergleich untereinander gewinnt das zweite Buch \"Flucht aus Ghurenia\", der dritte Teil ähnelt stark dem ersten. Mit dem teils unerforschten Südmeer betritt der Autor Neuland, lässt aber vergleichbare, auch im Süden Aventuriens handelnde Romane wie zum Beispiel \"Die Nacht der Schlange\" links liegen.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-18 18:27:08 mit dem Titel Anthony, Patricia "Gottes Feuer"


Infos

Ort: Portugal
Zeit: 17. Jahrhundert
Autor: Anthony, Patricia
Verlag: Heyne, München
Erschienen:01.11.1999
ISBN: 3453161696
Typ: Taschenbuch



Dunkle Schatten der mit menschenverachtender Grausamkeit wütenden Inquisition haben sich über Portugal gelegt. Eigennützige Verleumdungen aus Gewinn- oder Rachsucht treiben hilflose Bürger vor Tribunalsgerichte. „Ich finde, ein Mädchen, das einen Engel verführt, gehört auf den Scheiterhaufen“, fordert die hässliche Dona Inez von Pater Pessoa.

Dieser Einstieg in den neuen Roman von Patricia Anthony „Gottes Feuer“ lässt zunächst eine weitere historische Abhandlung über die finsterste Zeit der katholischen Kirche vermuten. Doch schon bald webt die Autorin Fantasy-Elemente in die Handlung. Sterne mit einem wundersamen Leuchten bewegen sich am Himmel, grüne Strahlen zucken vom Firmament auf die Erde; mit lautem Krachen prallt eine metallene Kapsel, der zwei fremde Wesen entsteigen, auf den Erdboden.

Ohne die schrecklichen Folgen abzusehen, versucht der vom heiligen Offizium als Inquisitor eingesetzte Jesuit Pessoa, eine real erklärbare Basis zu finden. Viel zu spät erkennt er die Warnung Gottes, die der befreundete Franziskaner Soares mit offenem Herzen begriffen hat.

Gottes Anwesenheit offenbart sich nur dem tumb-naiven König Afonso, dessen Infantilität ebenso stark überzeichnet wird, wie der der Völlerei verfallene Großinquisitor Gomez. Der Konflikt spitzt sich zu, als Afonso die Thesen des Galileo als von Gott selbst bestätigte Wahrheit vertritt.

In ihrer dichten Erzählweise versteht Anthony es, den Leser zu fesseln, ihn in die düstere Atmosphäre eintauchen zu lassen. Mit dem Auftreten der gewitzten Sklavin Jandira, der mythischen Kräuterfrau Berenice oder der spröden aber starken Senora Teixeira werden geschickt feministische Grundzüge in die Handlung eingebaut. Zusätzlich wird dem Leser unterschwellig ein Einblick in die Geschichte Portugals vermittelt.

Wer beginnt, dieses Buch zu lesen, sollte einige Stunden Zeit haben, da er es so schnell nicht wieder aus der Hand legt.

Verlagsinfo:
Im 17. Jahrhundert herrscht in Portugal die Inquisition. Erbarmungslos verfolgt sie jeden, der sich ihrer Meinung nach gegen das Wort Gottes ausspricht, und machtbesessen versucht sie, den geisteskranken König Afonso unter ihre Kontrolle zu bringen. Als Gerüchte die Runde machen, dass merkwürdige Lichter den Nachthimmel erleuchten würden und Engel auf die Erde gekommen seien, beginnen die Inquisitoren eine großangelegte Untersuchung. Sie entdecken ein Schiff, das offensichtlich von den Sternen gestürzt ist, und drei seltsame Wesen, die keine Menschen sind. Sind es Engel? Oder Dämonen? Oder verbirgt sich Gott selbst in diesem Schiff? Wenn jemand die Wahrheit herausfinden kann, dann nur die heilige Inquisition. Und ihre Methoden sind gnadenlos und grausam...



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-18 18:22:52 mit dem Titel Anthony, Mark "Das Ruinentor"

Aus der Reihe \"Die letzte Rune\"

Infos

Serie: Die letzte Rune
Autor: Anthony, Mark
Verlag: Knaur, München
Erschienen: 01.07.1999
ISBN: 3-426-70143-X
Typ: Taschenbuch



Seltsames geht in Castle City vor, als der Wanderprediger Cy seine Zelte aufschlägt. Travis Wilder, Besitzer des Saloons der verschlafenen Kleinstadt, entdeckt und untersucht seltsame Zeichen, besucht den Wanderprediger und erhält von ihm neben düsteren Prophezeiungen die Hälfte einer rätselhaften Münze. Scheinbar in höchster Not ruft Jack, der örtliche Antiquitätenhändler, Travis zu sich und vertraut ihm ein metallenes Kästchen an, als der Antiquitätenladen überfallen wird und Travis fliehen muss. Verfolgt von den unheimlichen Gestalten erinnert er sich auf seiner Flucht durch die Stadt bei Jack ein altes Bild der Reklametafel gesehen zu haben, vor der er gerade steht. Er wagt das unmögliche – springt in die Tafel. Und findet sich in einer völlig fremden Welt wieder.

In einem Parallellstrang wird die Geschichte von Grace Beckett erzählt, die in der Notaufnahme des Krankenhauses tagein tagaus mit all ihrer Kraft hilft, Leben zu retten. Bei der Behandlung eines Patienten stellt sie fest, dass dieser ein Herz aus Eisen besitzt. Sein Leben kann sie nicht retten – doch die eigenartige Kreatur ist nicht wirklich tot, sondern tötet eines Teil des Krankenhauspersonales. Diese Geschichte wirbelt natürlich Staub auf und ruft auch Hadrian Farr auf den Plan, der einer Organisation zur Erforschung des Paranormalen angehört. Von ihm wird Grace gewarnt, dass auch der untersuchende Polizeioffizier ein solchen Eisenherz besitzen könnte. Voll Panik flüchtet Grace und findet sich nach einer Irrfahrt über Land vor dem Waisenhaus wieder, in dem sie aufgewachsen ist.Sie trifft auf Cy, der ihr ebenfalls die Hälfte einer Münze gibt und verliert beim betreten des Waisenhauses das Bewusstsein. Auch Grace wacht in einer Welt auf, die fremder nicht sein könnte.

Während Travis von Falken, einem Barden aufgelesen wird und von da an mit ihm und seinen Gefährten sich auf den Weg macht, um den einberufenen grossen Rat zu besuchen, findet sich Grace als vermeindlich Adelige in der Burg wieder, auf der der Rat stattfinden soll.

Travis erfährt nach und nach, dass er anscheinend über magische Fähigkeiten verfügt, die wohl unausgebildet aber nichts desto trotz mächtig sind. Jack’s seltsames Kästchen und der Dolch, den er aus dem Antiquitätenladen seines Freundes mitgenommen hat, scheinen dabei eine Rolle zu spielen.
Indes wird Grace als Spionin vom Herrscher der Burg eingesetzt. Er will bevor der grosse Rat beginnt die Stimmung der anderen Domänenherrscher ergründen und vor allem Wissen, wie sie dazu stehen, dass das versiegelte Tor, hinter dem der fahle König seit langem gebannt ist, anscheinend seine Wirkung verliert. Denn sollte das Siegel brechen, steht ein Kampf Gut gegen Böse bevor.

Travis hingegen wird auch in der Welt Eldh von den unheimlichen Gestalten verfolgt und die Situtation eskaliert, als er sich in scheinbar aussichtsloser Situation in den verlassenen Turm der Runenbinder flüchten muss.

Meine Bewertung:

Mark Anthony verfügt über ein ausgezeichnetes Sprachtalent. Seine Charakterbeschreibungen sind aussergewöhnlich detailreich und bis ins kleinste durchdacht. Der Vergleich im Klappentext mit Stephen King ist nicht untertrieben. Besonders im ersten Teil des Buches nähert sich Anthony dem Stil von King sehr, wenn es darum geht, Stimmungen und Szenarien zu beschreiben. Insgesamt gesehen ist dieses Buch zwar kein Highlight der klassischen Fantasy, aber solide und gut. Ich kann es gerne weiterempfehlen. Nicht gefallen hat mir, dass der Spannungsbogen, den Anthony zeichnet, am Ende des Buches abrupt abbricht und der Leser mit vielen Fragezeichen alleine gelassen wird. Das ist aber nicht dem Autor anzukreiden, dazu muss man wissen, dass das Ruinentor nur die Hälfte des ersten Romanes ist. Das Original hat anscheinend dieses Manko nicht, dass die Story mittendrin abbricht. Hier halte ich die Strategie des Verlages für fragwürdig. Auch beim deutschen Titel gibt es für mich ein Fragezeichen. Mit Ruinen hat das Buch recht wenig zu tun. Wohl aber mit Runen. Eine Nachlässigkeit ?
Dennoch kann ich – wie schon erwähnt – das Buch empfehlen, Von der schriftstellerischen Seite her ist es ein dichtgewobenes Werk, das Fantasyleser zu fesseln weiss.

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