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Erfahrungsbericht von clauds22

Manchmal lösen sich Probleme von ganz alleine...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

...aber genauso schnell tauchen dann auch wieder Neue auf. Ist euch das nicht auch schon oft passiert? Mir zumindest schon, und so bin ich wohl auch an dieses Buch geraten, welches sich weitläufig genau mit diesem Thema auch zu beschäftigen scheint. Es ist mal wieder ein Frauenroman, geschrieben von Catherine Alliott und erschienen 1998 unter dem Blanvalet Verlag. Ich besitze die Taschenbuchausgabe, die für ca. 9 Euro in jedem gut geführten Buchhandel zu haben sein sollte.

*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*

Die Story dreht sich um Rosie Meadows, eine junge Engländerin, die Ende 20 ihr Single Dasein Leid hat und sich sozusagen auf die Suche nach einem passenden Mann begibt. Zufällig trifft sie da auf Harry – einen Mann, der zwar nicht mit viel Selbstbewusstsein glänzen kann, noch besonders attraktiv auf sie wirkt, oder sie mit seinem tollen Humor beeindrucken kann, aber dafür an ihr Interesse zeigt, genug Geld und an ihr Interesse zu haben scheint. Also, ohne große Überlegungen heiraten die beiden nach nicht allzu langer Zeit, leben in einem kleinen gemütlichen Haus in London und auch der Nachwuchs in Form eines kleinen Sohnes lässt nicht lange auf sich warten. Nach einigen Bridge Abenden und Treffen mit Harrys Freunden, die alle Wert darauf zu legen scheinen, wie sie nach außen hin wirken und dass jeder meint, bei ihnen sei alles in bester Ordnung, fragt sich Rosie, was sie in dieser Gesellschaft eigentlich zu suchen hat...

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Je mehr sie mit Harrys Freunden zu tun hat, und schlimmer noch – mit Harry selbst, merkt sie, dass ihre Ehe nichts weiter als eine Zweckehe zu sein schien. Von Liebe konnte nicht die Rede sein, eher von gegenseitigem ‚Vorzeigen’ und dem ‚Heile-Welt’ Spiel, was ihr aber mit Harry auch nie besonders gut glückte. Also kommt Rosie zu dem Entschluss, ihren Sohn zu schnappen und sich von Harry scheiden zu lassen. Der ist damit natürlich gar nicht einverstanden. Was werden denn da die Leute denken? Und außerdem geht ihm ein großes Erbe verloren, welches er nur mit Rosie zusammen antreten kann. Nichts desto trotz bleibt Rosie bei ihrem Vorhaben und bitte ihre Freundin um Hilfe. Die hat nämlich ein kleines Cottage gemietet, eine Art Gartenhaus, ganz in der Nähe von Rosies Familie auf dem Land, und ist bereit, ihr dieses abzutreten. Für die Renovierung und die Kosten müsste sie allerdings selber aufkommen, was sich so ganz ohne Job erst mal schwierig gestalten kann. Mit dem Vermieter Joss, dem Künstler, der in einem prachtvollen Haus ganz in der Nähe des Cottages wohnt, kann man aber trotz anfänglicher Schwierigkeiten gut reden und so findet Rosie Mittel und Wege...

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Wie es der Zufall so will, setzt Rosie ihren Plan in die Tat um, als sie zusammen mit Harry ihre Eltern besucht. Dort teilt sie ihm ihre Pläne mit und er betrinkt sich, lässt einige unnette Worte vom Stapel und blamiert sich schlichtweg mal wieder vor der ganzen Familie. Rosie hat sich gedanklich schon oft damit beschäftigt, wie es wäre, wenn Harry tot wäre, sogar, wie es wäre, wenn sie ihn umbringen würde. Auf eine Art voller Humor wohlgemerkt, andererseits aber auch voller Schmerz und sehr realitätsnah, da sie mit ihrer Situation überhaupt nicht mehr klar kam. Irgendwann bittet Harry seine Rosie, ihm eine Pfanne Pilze zuzubereiten, die er sich im Garten gerade gepflückt hat. Rosie tut dies natürlich auch, um des lieben Frieden Willen, doch am nächsten Tag, als Harry mit einem Kumpel einen Trinken geht, wird er ohnmächtig, bricht zusammen und wenig später stirbt er an einer Pilzvergiftung. Rosie ist erst mal schockiert, aber gleichzeitig auch glücklich, dass sie endlich ihr Leben auf ihre Art und Weise leben kann. Alle anderen sich natürlich berührt und stehen ganz auf Rosies Seite, die ja nun das schwere Schicksal zu tragen hat, ihren Mann verloren zu haben – natürlich sagen das nur die, die nicht in die Beziehung der beiden eingeweiht waren.

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Nun könnte doch alles so schön sein. Rosie lebt in dem (inzwischen renovierten) Cottage, bekommt einen guten Job als Köchin in der kleinen Bar des Dorfes, wird von netten jungen Männern umschwärmt, hat viel Zeit sich um ihren Sohn zu kümmern – bis... ja, bis plötzlich die Polizei vor ihrer Tür steht und ihr mitteilt, dass sie verdächtigt wird, Harry vergiftet zu haben.

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Mehr möchte ich euch jetzt von der Story nicht erzählen, da es sonst wenig spannend ist, falls ihr euch dazu entscheiden solltet, es selbst zu lesen. Der Roman ist sehr lebendig und sehr witzig geschrieben. Selbst tragische Momente werden mit humorvollen Einlagen überspielt, die sie dann nicht mehr ganz so tragisch erscheinen lassen. Auch die Beziehung zwischen Rosie und Harry ist zwar eigentlich überhaupt nicht komisch, sorgt aber doch immer wieder für ein unterdrücktes Schmunzeln. Mich hat das Buch eigentlich durchweg gefesselt und ich lag meistens bis 2 oder 3 Uhr nachts in meinem Bett und schwor mir immer ‚Nur noch dieses eine Kapitel’... na ja, manchmal wurde eben doch noch mehr draus ;) Die Autorin versteht es absolut, einen während des Lesens bei Laune zu halten. Es kommen immer wieder neue Kleinigkeiten dazu, deren Auflösung erst viel später folgt, die man aber natürlich unter keinen Umständen verpassen möchte. Auch die Personen, die in dem Buch dargestellt werden, kann man sich sehr gut vorstellen und sie erscheinen auch ziemlich realitätsnah.

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Lustig finde ich, dass das Buch eine Mischung aus seichter, dennoch witziger Frauenliteratur, und auf der anderen Seite aber auch Teile eines Krimis aufweist. Das ist eine interessante Mischung, die einen vor allem durch den Humor des Buches zum Weiterlesen verleitet. Alles in allem möchte ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, da es viele Überraschungen bereithält und kaum mal langweilig wird.

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