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Erfahrungsbericht von Peter3110

DAS ENDE EINER WELTMACHT

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Wir schreiben das Jahr 480v.Chr und sind zu Gast am Hofe des persischen Großkönigs Xerxes. Zu dieser Zeit tobt nun schon über ein Jahrzehnt der Kampf zwischen den Persern und den verbündeten griechischen Städten. Hier geht es nicht um irgendeinen Krieg, sondern um einen Kampf der die gesamte europäische Geschichte geprägt hat.
Nachdem im Jahre 490v.Chr die Perser unter Großkönig Dareios bei Marathon bereits geschlagen worden waren, rüstete nun zehn Jahre darauf sein Sohn Xerxes zum Kampf gegen Griechenland, um die Athen, Sparta und Theben zu zerstören und ganz Griechenland inklusive der griechischen Kolonien an der kleinasiatischen Küste dem persischen Reich einzuverleiben.
Um dieses zu schaffen lässt er eine Brücke über den Hellespont (mehrere Kilometer!!) bauen und zieht mit seinem Landheer auf das griechische Festland. An den Thermophylai schlägt er nach verlustreichem Kampf die zahlenmäßig weit unterlegenen Spartaner, zieht nach Athen und zerstört die Stadt. Die Einwohner müssen fliehen und finden auf Salamis Unterschlupf. Dort rüstet sich die griechische Flotte mit 300 Schiffen gegen die persische Flotte mit über 1200 Schiffen.

Ab diesem Zeitpunkt setzt nun einer der größten antiken Tragödiendichter Aischylos mit seiner Tragödie „Die Perser“ an.
Aischylos ist von den drei berühmten Tragödiendichtern (Aischylos, Sophokles, Euripides) des 5. Jahrhunderts, wobei er auch schon im 6.Jahrhundert die Tragödienwettbewerbe gewann. Auf Grund des archaischen Aufbaus seiner Stücke ist seine Wirkung auf die moderne Dichtung sehr gering, doch er prägte seine beiden Kollegen äußerst stark, so dass sein Werk in deren Werken und deren Wirkung weiterlebt.

Die Tragödie
Aus dem prunkvollen Palast in Susa (persische Hauptstadt) tritt die Gattin des alten Königs Dareios, die Mutter des Königs Xerxes und berichtet von einem furchtbaren Traum, in dem sie den Untergang der persischen Kultur voraussieht. Nun trifft ein Bote ein, der vom Untergang der persischen Flotte und dem Tode der meisten persischen Helden berichtet. Der Großkönig dagegen sei durch feige Flucht entkommen. Während der nun folgenden großen Trauer über die Niederlage erscheint der Schatten des alten Königs Dareios aus den Tiefen der Erde und bedauert den Untergang der Perser mit. Ferner tadelt er seinen Sohn und wirft ihm jugendlichen Übermut vor. Daraufhin verschwindet er wieder.
Nun kehrt der niedergeschlagene Großkönig Xerxes zurück und bejammert bis zum Ende des Stückes den Untergang der Perser (vergleichbar der Länge eines Aktes).

Die Wirkung damals
Aischylos ließ dieses Stück 472v.Chr aufführen, als die Erinnerung an den großen Sieg gegen die Perser und auch ein Teil der Zerstörung noch frisch waren. Er zeigt den Athener die ganze Situation durch die Augen der Unterlegenen mit allen Auswirkungen. Dies schmälert jedoch nicht den großen Patriotismus und Pathos, der dem Stück zugrunde liegt. So ist überliefert, dass während der Trauerphasen der Perser im Publikum großer Jubel aufkam und sich bis zum Ende des Stückes hielt.
Hier bejubelten die Griechen ihre Freiheit und ihren demokratischen Geist. Sie waren nicht reich, trotzdem hatten sie die reichen Perser besiegt die in einem rückständigen Königtum lebten. Der demokratische Geist kommt speziell in der Tatsache zum Tragen, dass auf der Seite der Griechen keine Persönlichkeit, wie beispielsweise Themistokles, der die Seeschlacht führte, herausgehoben wird. Den Krieg hat nämlich nicht einer, sondern die ganze attische Polis gewonnen.

Die Wirkung heute
Die Handlung ist uns insgesamt vor allem wegen der zeitlichen Diskrepanz sehr fern. Doch wer sich aufgeschlossen gegenüber der Antike und ihrem sehr fortschrittlichen Denken ist, kann reich in dieser Tragödie schöpfen.
So kann man sicher davon ausgehen, dass die Beschreibung des Boten über der Kampf authentisch sind, da Aischylos bei Marathon und Salamis selbst mitgekämpft hat und so als Augenzeuge auftritt. Auf diese Weise kann man einiges über antike Kriegsführung erfahren.
Aber auch der Schrecken des Krieges wird an einigen Stellen deutlich, als Aischylos von blutroten Meerwasser und Inseln berichtet.
Ferner schildert Aischylos sehr eindrücklich die Lebensweise am persischen Hof und beweist damit, dass er sich eingehend mit persischer Kultur befasst hat.
Und hier kann man denke ich besonders von dieser Person Aischylos lernen, der die Bezeichnung „Patriot“ wahrhaftig verdient hat. Er kämpfte für die Freiheit seiner Stadt und seinen Landes (und im Endeffekt auch für Europa, welches sonst von den Persern überrannt worden wäre), dabei ist jedoch nicht blind gegenüber anderer Kulturen und befasst sich, wie eben gesagt, eindringlich mit der persischen Lebensweise und hält sie den Griechen neutral und ohne irgendeine Verachtung vor die Augen.
Ein solches Verhalten würde ich mir heute von vielen Menschen wünschen.

Persönliche Erklärung des Autors:
Während wir im Griechisch-LK (Ja! So was gibt es!) die griechische Tragödie durchnahmen, stieß ich auf diesen leider viel zu weinig bekannten Autor und auf viele weitere lesenswerte Stücke anderer Tragiker. Lange Rede kurzer Sinn: Euch „drohen“ in nächster Zeit noch mehr solcher Berichte, aber vielleicht kann ich ja auch ein bisschen euer Interesse wecken.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-29 12:38:00 mit dem Titel FÜR DIE FREIHEIT EINER GANZEN STADT

Geschrei und Schlachtgetümmel! Wir sind in der legendären siebentorigen Stadt Theben, die gerade von sieben Helden angegriffen wird.
Nun aber erst eine kurze Vorgeschichte:
Der tragische Held Ödipus hatte nachdem er seine schlechten Taten erkannt hatte die Stadt Theben geblendet verlassen. Zurückließ er eine ungeklärte politische Situation. So wollten sein Schwager Kreon und seine Söhne Polyneikes und Eteokles die Macht in der Stadt übernehmen. Zunächst einigten sich die beiden Brüder die Macht bei Kreon zu belassen, doch da dass Geschlecht des Ödipus vom Ünglück verfolgt ist, fasst Eteokles den Entschluss seinen Bruder Polyneikes, der der Erstgeborene ist, aus der Stadt zu jagen und selbst die Macht an sich zu reißen. Polyneikes, der so um sein Recht gebracht wird, sammelt sechs Helden um sich und versucht nun gegen seine eigene Stadt zu ziehen. Beide Brüder hatten zuvor versucht die Unterstützung ihres Vaters Ödipus zu bekommen, durch die sie gemäß des Orakelspruch der Pythia im apollinischen Orakel die Überhand in diesem Krieg gewinnen würden. Ödipus hatte beide (nachzulesen im „Ödipus auf Kolonos“ von Sophokles) jedoch ab und besiegelte somit deren beider Schicksal.

Die Tragödie des Aischylos
Die Tragödie „Sieben gegen Theben“ stammt aus der Trilogie „Laios/Ödipus/Sieben gegen Theben“, die Aischylos viel Ruhm und Ehre bis heute eingebracht hat.
Zu Beginn des Stückes muss sich Eteokles zuerst mit dem Frauenchor auseinandersetzen, der durch den Kampflärm und die große Übermacht der Feinde, völlig verängstigt ist. Eteokles dagegen wirkt sehr kämpferisch und will die Furcht nicht dulden.
Nun tritt ein Bote auf, der die momentane Lage beschreibt und Eteokles um schnelle Entscheidungen bittet. So wählt Eteokles für jedes Tor einen großen Mann der Stadt Theben aus, um selbst gegen seinen Bruder zu kämpfen. Dabei ist er sich bewusst, dass er in diesem Kampf gemäß des Orakelspruchs für seine Stadt fallen muss.
Gegen Ende des Stückes werden beide Brüder tot in die Stadt getragen. Im folgenden Streit zwischen Antigone und einem Beamten der Stadt wird die Problematik der „Antigone“ angesprochen, wobei diese am Ende durch die Beerdigung der Polyneikes gelöst wird.

Die Wirkung
Dieses Stück ist ähnlich wie „Die Perser“ des Aischylos ein sehr patriotisches Stück. Der Perserkrieg war nun etwa fast zwei Jahrzehnte her, doch die Erinnerung war in Athen noch sehr stark. So tritt Eteokles an die Stelle der Griechen und Polyneikes an die Stelle der Perser. Dies entspricht auch dem Geist der Tragödie, da nämlich der Tragiker bereits bekannte Legenden gebrauchte, um seine Botschaft damit herüberzubringen. So ist im ursprünglichen Sinne Eteokles im Unrecht, da er den Erstgeborenen um seinen Thron bringt. Es passt jedoch im Gegenzug auch in die griechische Vorstellung einer Chancengesellschaft, dass also jeder die Position in der Gesellschaft einnimmt, die seinen persönlichen Leistungen entspricht.
Herauszuheben ist eine große Leistung des Aischylos, nämlich die Achtung und die Einzelbewertung der Feinde. So wir einer der Sieben als wildes Tier, ein anderer jedoch als ehrenhafter Mann, der unter den falschen Leuten ist, bezeichnet. Diese Einstellung wäre auch heute sehr lobenswert.

Fazit
Auch in diesem Stück hat sich Aischylos ein Denkmal gesetzt, dass heute leider von viel zu wenigen beachtet wird. Vielleicht konnte ich zumindest euch ein bisschen für seine Stücke begeistern.

Erklärung des Autors:
Nach diesem Bericht über sein Stück „Sieben gegen Theben“ und dem Bericht über das Stück „Die Perser“ werden euch noch weitere Berichte über dieses Themenfeld „drohen“.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-29 14:17:04 mit dem Titel DER FRIEDEN

Der Frieden. Jetzt gibt es die Menschheit schon seit vielen Jahrtausenden, doch trotzdem führt sie immer noch Kriege, doch eigentlich weiß sie ja den Frieden zu schätzen. So waren wieder einmal die Griechen die ersten, die aus den Schrecken der Kriege ihre Lehren zogen oder besser im Nachhinein ihre Lehren zogen.
Einer, der jedoch schon früh für den Frieden plädierte, war der antike Komödiendichter Aristophanes. Sein bekanntestes Werk ist „Lysistrate“, das vielleicht einige von euch kennen.

In dem Werk, von dem ich euch heute berichten möchte geht es, wie der Titel schon sagt, um den Frieden. Dazu muss man wissen, dass sich die Griechen in der damaligen Zeit im Peleponnesischen Krieg befanden, der dreißig Jahre dauert und mit dem Ausmaß der Schäden unseres 30jährigen Kriegs zu vergleichen ist.
Nach zehn Jahren des Kampfes verfasste nun Aristophanes sein Werk „Der Frieden“.

Der Inhalt
Der attische Weinhändler Trygaios ist die Kriegszeit leid und beschließt zu Zeus in den Olymp zu fliegen. Dazu hat er sich einen Riesenmistkäfer gekauft, der nun von den Knechten mit den Exkrementen der gesamten Gegend gefüttert. An dieser Stelle gleich vorweg: Die Sprache des Aristophanes ist extrem deftig und wenn ich einen Begriff wie Exkremente benutze, könnt ihr euch vorstellen, was Aristophanes dazu sagte. ;)
Mit diesem Mistkäfer fliegt nun Trygaios in den Olymp und sucht Zeus, doch er trifft nur den Kriegsgott, der symbolisch mit einem Riesenstab die griechischen Städte zerstört.
Nun trifft Trygaios den Götterbote Hermes und bittet ihm zu sagen, wo sich die Friedensgöttin aufhält. Hermes erzählt ihm widerwillig, dass der Kriegsgott sie vergraben hat.
So sammelt Trygaios nun aus gaz Griechenland Menschen, die helfen sollen die Friedensgöttin zu befreien.
Nach einigen Schwierigkeiten, da wie immer in Sachen Frieden nicht alle an einem Strang ziehen, kann die Friedensgöttin befreit werden und wird auf die Erde gebracht.
Dort wird dann ein großes Fest gefeiert, bei dem sämtliche Fabrikanten von Kriegsgerät veralbert und durch den Kakao gezogen werden.
Am Ende heiratet der gute Trygaios eine Dienerin der Friedensgöttin und die Feier schweift total aus.

Die Wirkung
Aristophanes ist der Meister der Komödie schlechthin und so sind neben allerlei freizügiger und anzüglicher Witze, über die wir heute auch noch lachen, allerlei Witze über die griechische Antike versteckt. So veralbert Aristophanes den tanzenden Chor der Greise oder parodiert diverse epische und poetische Verse.
Seine Hauptwirkung liegt jedoch in der Botschaft vom Frieden, der die einzige Möglichkeit zu einem anständigen Leben bietet.
Dieser Traum den Aristophanes wurde jedoch noch 20 Jahre lang aufgeschoben und zehrte einen Großteil der griechischen Kultur auf, wie jeder Krieg dies macht.
So gilt damals wie heute: Zum Frieden gibt es keine Alternative.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-18 10:45:38 mit dem Titel MENSCHLICHKEIT

Das Auge des Lesers tastet sich über zerklüftete Berglandschaften im fernen Land der Skythen. Plötzlich treten mehrere riesige Gestalten auf. E sind der Gott der Schmiedekunst Hephaistos mit seinen Gehilfen und der große Titan Prometheus.
Prometheus soll für sein Verhalten bestraft werden, doch hierzu – zum besseren Verständnis – eine kurze Vorgeschichte.
Gemäß des antiken Mythos ist Prometheus der Schöpfer der Menschen. Zu dieser Zeit war jedoch noch Kronos und nicht Zeus der höchste der Götter.
Prometheus setzte sich sehr stark für die Menschen ein und erreichte, dass sie im Gegensatz zu den Tieren, die andere Stärken bekamen, den Verstand geschenkt bekamen.
Nun stürzte jedoch Zeus seinen Vater Kronos und dessen Herrschaft, zu der auch Prometheus gehörte, da dieser jedoch den Sturz des Kronos vorhergesagt hat, bleibt er zuerst verschont.
Zeus hasst die Menschheit, deshalb will er ihr das Feuer vorenthalten. Prometheus bemerkt aber, dass die Menschheit ohne das Feuer nicht überleben kann und schmuggelt eine Flamme aus dem Olymp, der antiken Götterresidenz.
Zeus kann dies natürlich nicht dulden und beschließt Prometheus auf einem Berg im Land der Skythen (Kaukasus) mit unlösbaren Ketten fest zu ketten.
Hier setzt nun der berühmte Tragiker Aischylos mit seiner Tragödie „Der gefesselte Prometheus“ ein.
Kurz noch etwas zur Person von Aischylos.
Aischylos war der erste der bekannte Tragiker Athens und war Vorbild für Sophokles und auch noch für Euripides, wobei sie natürlich auch einige Aspekte weiterentwickelt haben.

Jetzt aber zum Inhalt der Tragödie:

Der Zeussohn Hephaistos soll Prometheus auf einen Berg festketten. Die Ketten des Hephaistos sind nicht einmal für Götter zu lösen. Erst der große Herakles (Herkules) schafft es diese Ketten zu lösen. Aber bis dahin wird noch viel Zeit vergehen und dies wird auch nicht mehr in dieser Tragödie thematisiert.
Prometheus und Hephaistos sind jedoch befreundet und Hephaistos hat Mitleid mit Prometheus, wobei er sogar das Unrecht, das Zeus mit dieser Tat begeht, zugibt.
Plötzlich stürzt eine Hirschkuh in die Szenerie. Diese Hirschkuh ist jedoch in Wahrheit die Frau Io, der Zeus nachgestellt hat. Damit Zeus Frau Hera dies alles nicht bemerkt verwandelte er Io in ein Tier. Hera forschte jedoch genau und stellte der Hirschkuh einen Bewacher zur Seite den hundertäugigen Riesen Argus.
Dieses Leid berichtet Io Prometheus und bittet ihn ihr zu offenbaren, wie lange sich ihr Leiden noch fortsetzen würde.
Prometheus, der in die Zukunft sehen kann, berichtet ihr, dass ihr Leid sich sogar noch auf ihre Töchter übertragen würde und es für sie vor der Rache der Götter kein Entrinnen gäbe.
Als Io nun wissen will, wie lange die Herrschaft des Zeus noch andauern wird, meint Prometheus, dass diese bald gestürzt werden würde.
Diese Weissagung bleibt jedoch nicht ungehört und so kommt der Götterbote Hermes vom Himmel. Er verlangte von Prometheus die Nennung des Zeitpunkts und die Namen der Verschwörer.
Prometheus will jedoch Hermes dazu bringen ihn zu befreien und das Leid der Io zu beenden.
Hermes wehrt dies jedoch kalt ab und droht Prometheus eine noch schlimmere Strafe an.
Doch Prometheus lehnt es ab seinen Peinigern zu helfen.
Daraufhin versingt er in den Tiefen des Berges ohne Wasser und ohne Nahrung. Dort frisst nun jeden Tag ein Adler von seiner immer wieder nachwachsenden Leber.

Wirkung und Interpretation
Es mag ja sein, dass viele der Meinung sind, dass solche Literatur heute nur noch wenig Aussagekraft hat, doch möchte ich entschieden widersprechen, da dort in vorbildlicherweise Themen und Fragestellungen angesprochen werden, die die Menschen auch noch heute bewegen.
Hier werden gleich mehrere Konflikte aufgezeigt.
So erscheint es dem Leser völlig paradox, dass Prometheus wegen seiner Menschlichkeit eine so furchtbare Strafe erhält, dass einzige was ihn aufmuntern kann, ist die Verehrung durch die
Menschen. So nimmt er alles in Kauf, um den Menschen zu helfen und ist so ein Vorbild für die Menschlichkeit.
Hinter dieser offensichtlichen Wirkungsabsicht des Aischylos liegt jedoch noch vielmehr, wobei man hierzu mehr über die Person des Aischylos im Speziellen über seine Religiosität wissen muss. Aischylos war Anhänger der Volksreligion, die die Götter der homerischen Epen, also Zeus usw., verehrten.
Die Herrschaft des Kronos wird zawr allgemein als gut bezeichnet, doch erst durch Zeus soll die Herrschaft ihre Basis auf der Gerechtigkeit bekommen haben.
In diesem Kontext ist das „göttliche“ Verhalten sehr unverständlich und Aischylos Werk gewinnt den Charakter einer Anklage. Dabei legt Aischylos seinen Glauben zwar nicht ab, sieht aber die Widersprüche die sich in der alltäglichen Welt auftun. Diese Erkenntnis führte auch zur griechischen Aufklärung. Hier ist der Satz des Euripides charakteristisch: „Wenn die Götter schändliches tun, sind sie keine Götter.“
So weit geht Aischylos noch nicht und sieht das Verhalten des Zeus eher als Zeichen der Allmacht des Göttlichen. Diese Position sollte man dann, wie es später Sophokles macht, verbinden und so ein Gleichgewicht herstellen.

Fazit
Wie auch in den anderen Werken des Aischylos steckt in seinem Werk „Der gefesselte Prometheus“ die ganze Weisheit aber auch Gegensätzlichkeit der Antike, mit der es sich zu beschäftigen lohnt.
So ist dieses Werk ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit in Zusammenleben, das jedem von uns zum Nachdenken anstacheln sollte.
Daneben wird noch ein theologisches Problem erörtert, was auch noch problemlos in die heutige Zeit hineinpasst.
Deshalb kann ich euch dieses Werk nur wärmstens empfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-09 11:30:09 mit dem Titel DIE ERSCHÜTTERUNG EINER WELTANSCHAUUNG

Nach zehn Jahren Krieg ist die große Stadt Troja an der kleinasiatischen Küste gefallen. Die siegreichen Griechen treten nun endlich die Heimreise an.
Mit den Geschichten der Rückreise der griechischen Heroen beginnt auch der trojanische Sagenkreis.
Hier sind besonders die Geschichte des Odysseus, die in der homerischen Odyssee (wobei nicht sicher ist, dass Homer oder besser der Dichter, den wir Homer nennen, die gesamte Odyssee gedichtet hat. Dies ist jedoch nicht Thema dieses Berichts). Daneben ist vor allem noch die Sage um Agamemnon des Sohn des Atreus zu nennen. In dieser Geschichte liegt noch einiges mehr als in der des Odysseus, da auf der Familie des Agamemnon ein Fluch liegt. Dazu aber später mehr.
In einer mustergültigen Form hat uns der große Aischylos in einem letzten Werke eine Trilogie hinterlassen. Diese besteht aus den drei Einzelstücken „Agamemnon“, „die Totenspende“ und „die Eumeniden“.
Diese Trilogie soll das Thema meines heutigen Berichts sein.
Zuerst aber eine kleine Vorgeschichte, damit ihr einen Einstieg in Historie des Fluchs habt, der auf dem Haus des Agamemnon dem Geschlecht der Tantaliden liegt.

Vorgeschichte
Zu der Zeit in der griechischen Mythologie als die Menschen noch bei den Menschen verkehrten, war Tantalos der angesehenste Mensch. Er wollte jedoch die Götter testen. Zu diesem Zwecke tötete er seinen Sohn und setzte ihn dem Götter zum Mahle vor. Sie merkten dies jedoch und verbannten Tantalos in den Tartaros, das antike Gegenstück zu unserer Hölle.
Dort steht er in einem See mit einem Apfelbaum darin. Dabei hatten er großen Durst und verspürt immer großen Hunger. Ihm ist es jedoch unmöglich diese Bedürfnisse zu befriedigen.
Auf Grund seiner Tat liegt seitdem ein Fluch auf der Familie, die sich auf den Vater von Agamemnon Atreus fortsetzte.
So waren die Götter Agamemnon sein Leben lang nicht positiv gesinnt. So musste er um nach Troja zu fahren, seine Tochter Iphigenie opfern, die jedoch gerettet wurde. Ihre Geschichte ist ebenfalls oft aufgegriffen worden. So zum Beispiel auch von Johann Wolfgang von Goethe, der so diesen Teil der griechischen Mythologie in unserem Sprachraum neues Leben eingehaucht hat und diese Thematik auch über die Grenzen der Altphilologie verbreitet hat.
Wegen dieser Tat beginnt jedoch Agamemnons Frau Klytaimnestra ihren Mann zu hassen und plant seinen Mord mit Hilfe des Aigithos.
Hier setzt nun Aischylos mit seiner Trilogie ein.

Zum besseren Verständnis teile den Inhalt in die einzelnen Stücke auf. So habt ihr auch einen viel besseren Überblick.

Inhalt
„Agamemnon“
Agamemnon trifft endlich zu Hause ein, doch er bringt die schöne Kassandra mit sich. Klytaimnestra, die bis zuletzt gezögert hatte, glaubt nun das Agamemnon sie betrogen habe und schreitet zur Tat.
In einer unheimlich dramatischen Szene sieht Kassandra, die eine Seherin ist, die Tat voraus, kann Agamemnon jedoch nicht mehr helfen.
So wird er in seinem Bad mit einem Netz festgehalten und von Aigisthos und Klytaimnestra heimtückisch ermordet. Die beiden Mörder ergreifen nun in Argos dem Herrschaftssitz von Agamemnon die Macht.
Die Ältesten wollen dies jedoch nicht akzeptieren. So droht ihnen allen der Tod, doch dann weichen sie zurück und setzten ihre Hoffnung in den jungen Orestes den Sohn des Agamemnon, der außerhalb von Argos aufgezogen wurde.
Damit endet das Stück „Agamemnon“.

„Die Totenspende“
Die Leiche des Agamemnon ist ehrenlos verschart worden. Doch einige Getreue besuchen sein Grab. Dazu gehört auch Agamemnons Tochter Elektra, die in ihrem eigenen Hause mit den Mördern ihres eigenen Vaters zusammenleben muss.
Nun kommt jedoch zwei Fremde an das Grab. Es sind Orestes und sein Freund Pylades, die von einem Orakelspruch des Apollon angetrieben wurden in ihre Heimat zurück zu kehren und Rache für den Vater zu nehmen.
Orestes gibt sich Elektra zu erkennen. Daraufhin offenbart er ihr seinen Plan von der Ermordung von Klytaimnestra und Aigisthos. Im folgenden versuchen sich beide zu rechtfertigen und rufen ihren Vater zur Hilfe.
Nun schreiten sie zur Tat. Orestes gibt vor ein Fremder aus Phokis zu sein und berichtet, dass der gefürchtete Orestes tot sei. Klytaimnestra ist nach dieser Nachricht sehr erleichtert und lässt nach ihrem neuen Mann Aigisthos schicken, um ihm die Botschaft zu überbringen.
Durch eine List ist jedoch Aigisthos unbewaffnet. So wird er von Orestes getötet. Nun bringen sie den Leichnam zu Klytaimnestra, die denkt es sei die Leiche des Orestes.
Als sie jedoch merkt, dass für sie alles zu spät ist, versucht sie Orestes von seinem Plan abzubringen, doch Pylades erinnert den schon zweifelnden Orestes an den Orakelspruch. So führt Orestes die Tat aus und tötet seine Mutter.
Nun sollte das Geschlecht endlich vom Fluch befreit sein, doch nun erscheinen de Orestes die Rachegötinnen, die Erinnyen oder auch Eumeniden. Diese treiben ihn nun weg aus Argos.
Mit dem flüchtenden Orestes endet „die Totenspende“.

„Die Eumeniden“
Nach langer Flucht sucht Orestes Schutz im Heiligtum des Apollon in Delphi, beim Gott, der ich zu der Tat getrieben hatte. Apollon entsühnt ihn und nimmt so die Schulde, die Orestes auf sich genommen hat, von ihm. Um die Erinnyen loszuwerden, muss er jedoch zur Göttin Athene nach Athen.
Dort angekommen beruft Athene eine Gericht ein, den Areopag (den es bis heute in Athen gibt). Dabei führt Athene den Vorsitz. Nun kommt es zu einer Gerichtsverhandlung bei der sich Apollon massiv für Orestes einsetzt. Das Ergebnis der Richter ist am Ende jedoch unentschieden, weshalb dann Athene als Vorsitzende für Orestes stimmt und er so als unschuldig gesehen wird. Die Erinnyen, die nun Athen zerstören wollen, beschwichtigt sie, indem sie ihnen einen eigenen Tempel anbietet.
Nachdem die Erinnyen zugestimmt haben, wollen sie von nun an die Stadt Athen schützen und sie zu großer Blüte führen.
Mit diesem gütlichen End schließt auch das Stück „die Eumeniden“ und damit auch die gesamte Trilogie.

Interpretation/Die Wirkung
Hesiod, einer der ersten uns bekannten Dichter, hat in seinem Werk „Theogonie“ (Entstehung der Götter oder besser Entstehung der Götterherrschaft) die Machtergreifung des Zeus geschildert, die nur auf einer Sache aufgebaut ist, die Gerechtigkeit (Dike).
Man weiß zwar nicht in wieweit Aischylos Anhänger dieses Volksglauben war, doch man kann auf Basis der bisherigen Forschungen davon ausgehen, dass er selbst wohl daran geglaubt hat.
Dies muss nichts negatives sein, denn Aischylos gehörte schon damals zu den geistig aufgeklärten Menschen. Denn anders kann sich die Wahl der Thematik nicht erklären.
Die Gerechtigkeit als solche ist kaum zu fassen, speziell in diesem Falle des Mordes an seiner eigenen Mutter. So schildert Aischylos jede Position in diesem Werk glaubwürdig, sei es nun die des Orestes oder die der Erinnyen. So zeigt er für beide Handlungen die Notwendigkeit auf. Damit arbeitet er mit dem Prinzip der Erschütterung, da er die bisherige Weltanschauung in ihren Grundfesten erschüttert und sie in Frage stellt.
Damit hat er einen großen Anteil an der intellektuellen Erneuerungen und Errungenschaften dieser Zeit und.
So muss sich jeder im Endeffekt die Frage der Schuld des Orestes selbst stellen, da sich jeder mit dieser Sache auseinandersetzen sollte.
Ein weiterer interessanter Punkt ist die Erwähnung des Areopags, womit diese Sage damit auch aitiologisch wird, das heißt den „Grund zeigend“. Mit solchen Sagen erklärte man sich einzelne Gegebenheiten, die vom Frühling bis zum Leid auf der Erde reichen.
In der Nennung Athens zeigt sich aber der aufgeklärte Patriotismus des Aischylos, der ein weitgereister Mann war und im Befreiungskrieg gegen die Perser in Salamis und Marathon kämpfte. So stellt er seine Stadt Athen stark heraus, achtet aber auch hoch andere Städte, wie in diesem Falle Argos die Stadt des Agamemnon. Diese Art des Patriotismus ist beispielhaft für eine Zeit in der das Fremde keine Bedrohung darstellte, sondern in den guten uns sinnvollen Dingen in die eigene Kultur integriert wurde, während man seine eigene Identität jedoch immer wahrte und man nie vergaß wer man ist und woher man kam.
Wie man sieht sind hier viele Dinge, die auch heute ihre Aktualität nicht verloren haben.

Fazit
In seinem monumentalen Werk „die Orestie“ beweist Aischylos einmal mehr seine gewaltige dichterische Schöpfungskraft und regt zum Nachdenken über die eigene Weltanschauung an.
Ferner behandelt der ein tiefes menschliches Problem, das jeder selbst beantworten muss.
Zuletzt seit noch der aufgeklärte Patriotismus genannt, den er als Athener, als Hellene und damit als Europäer entscheidend geprägt hat.
So hat dieses Werk bis heute nicht an Aktualität verloren und deshalb kann ich es jedem nur wärmstens empfehlen. Dazu hat der Reclam Verlag eine ausgezeichnete Übersetzung geliefert, da der Übersetzer sich nicht als Dichter, sondern als Übersetzer sah und damit dem Leser auch nicht den Blick auf das Werk verstellt.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-24 16:02:47 mit dem Titel DER GERECHTE BÜRGER

Momentan haben politische Satiren und allerlei Klamauk auf Grund der Tatsache, dass viele Menschen, zu denen ich auch gehöre, die Politik der Bundesregierung ablehnen, viele Anhänger gefunden. An der Art der Satire scheiden sich, wie man an der vielen Berichten zum Kanzlersong sehen konnte, die Geister. Über das Niveau kann man sich natürlich streiten, aber hier möchte ich euch ein niveauvolles Beispiel nennen. Zuerst kann ich alle nur zur Ruhe raten, da es zu allen Zeiten, in denen es schlechte Politik gab, was erschreckend oft der Fall war und ist, politische Satiren und Komödien gab. In der ersten Demokratie im alten Athen kam die politische Satire in der Form der Komödie zu einer gewaltigen Blüte, die bis heute von einigen Ausnahmen abgesehn nicht mehr erreicht wurde.
Der wichtigste Dichter der attischen Komödie war Aristophanes, der mit seinem beißenden Witz die Missstände seiner Zeit aufzeigte. Er erlebte die Blütezeit Athens und ihren Niedergang im peloponnesischen Krieg. Sein größtes Anliegen war der Frieden in Griechenland und der Kampf gegen alle Politiker, die Politik wegen der Macht und ihrer persönliche Profilierung betrieben und nicht um allen Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen. Hieran sieht man einmal mehr, dass die Zeiten sich nicht so übermäßig viel geändert haben.
Wer mich kennt, wird sich denken können, dass Aristophanes einer meiner Lieblingsautoren ist und da ich nun endlich alle Einzelwerke beisammen habe, drohen euch noch einige Berichte zu diesem Autor und seinen Werken.
So möchte ich euch in meinem heutigen Bericht von seiner ersten Komödie „Die Acharner“ berichten, mit der er prompt den ersten Preis bei den Dionysien gewann und viele etablierte Dichter aus dem Rennen schlug.
Gleich vorweg sei aber angemerkt, dass in Athen völlige Redefreiheit bestand, was jegliche Art von Beleidigungen mit einschloss. Die beleidigte Person hatte also nicht wie heute die Möglichkeit vor Gericht zu ziehen, sondern musste sich diese Dinge gefallen lassen, wobei er natürlich selbst die Möglichkeit hatte, seine Gegner zu denunzieren.
So konnte in der Komödie den jeweiligen Machthabern unbegrenzt die Leviten gelesen werden, wobei die Dichter die Grenzen so setzten, dass aus meiner Ansicht kein großer Einspruch nötig gewesen wäre. Heute ist das ja bekanntlich anders, wenn ich an die Haarfärbegeschichte denke, aber hier soll sich jeder selbst sein Urteil bilden.
Zuerst nun ein paar Worte zum Inhalt des Stückes.

Der Inhalt
Der peloponnesische Krieg wütet in Griechenland und die Felder vor Athen sind verwüstet. Die Bürger leiden Mangel, da die Einfuhr von Produkten aus anderen Teilen Griechenlands verboten ist. Statt dessen müssen die Athener eine große Anzahl an Gesandtschaften bewirten, um damit ihr Bündnis gegen Sparta aufrecht zu erhalten und noch zu vergrößern. Diese Gesandtschaften bestehen nur fast nur aus Betrügern, die manchmal sogar aus Athen selbst kommen und nur Geld wollen.
Hier tritt nun der Held dieses Stückes Dikaiopolis auf. Sein Name bedeutet übersetzt „Der gerechte Bürger“. Er beklagt die Härten des Krieges und versucht in der Volksversammlung einige der Gesandtschaften zu enttarnen, was ihm auch gelingt. Dabei klaut ihm jedoch einer der Gesandten sein Knoblauchsäckchen.
Nun tritt Amphitheos aus, der den Athenern anbietet Frieden mit Sparta zu schließen, was jedoch sofort abgelehnt wird. Daraufhin bittet Dikaiopolis Amphitheos einen Privatfrieden für ihn mit Sparta zu schließen. So erhält Dikaiopolis einen dreißig jährigen Privatfrieden mit Sparta und damit auch mit allen Staaten des peloponnesischen Bundes.
Als er nun wieder auf seinem Landgut zurück ist, möchte er diesen Frieden feiern, doch dann tritt der Chor der Acharner auf, die ihn als Verräter bezeichnen und ihn töten wollen.
Dikaiopolis versucht nun sich im Büßerhemd herauszureden, um auch weiterhin in Frieden zu leben. Um sich ein schönes Lumpenhemd zu holen, besucht er den bekannten Tragödiendichter Euripides, der eine Reihe von sogenannten „Lumpentragödien“ verfasst hat, in denen die großen Helden am Ende in Lumpen herumlaufen müssen. Bei diesem durchwühlt er sämtliche Lumpen und sucht sich das schlimmste Gewand aus. Damit versucht er nun die bewaffneten Archaner zu beeindrucken, doch als er merkt, dass dies ohne Erfolgsaussicht ist, nimmt er eine Geisel, nämlich einen Kohlenkorb der Acharner. Mit dieser Geisel schafft es Dikaiopolis den Acharnern zu entkommen und er begibt sich wieder zurück nach Hause. Dort angekommen wird erst einmal von Lamachos, einem athenischen Feldherrn und bekannten Kriegstreiber beschimpft. Diese Beschimpfungen enden jedoch mit dem Auftritt von zwei Boten. Der eine Bote ruft Lamachos in den Kampf, der andere lädt Dikaiopolis zu einem großen Fest ein.
In der letzten Szene werden nun die Schlacht und die Feier gegeneinander gestellt, was auf eine Weise geschieht, dass man sich teilweise vor Lachen kaum noch zurückhalten kann. Hier nur ein kleines Beispiel, was vielleicht ein bisschen anzüglich ist, was aber beweist, dass Aristophanes politische Satire, präzise Beschreibungen und derbe Scherze unter einen Hut bekommt. So wird Lamachos gerade vor der Schlacht zurückgetragen und er hat sich beide Beine gebrochen. Dikaiopolis dagegen kümmert sich auf dem Fest gerade nur um sein „drittes“ Bein.
Das Stück endet mit einem großen Freudenlied.

Wirkung
Die Wirkung für die damalige Zeit ist schnell umschrieben. Die Athener hatten den Krieg schon lange satt, was später dann auch zum Nikiasfrieden führte, doch da sie sich die falschen Politiker an die Spitze wählten, war dieser Zustand nur von kurzer Dauer.
Wir können davon aber um so mehr lernen. Nämlich nicht die zu wählen, die am meiste schreien, sondern diejenigen, die mit klarem Verstand und mit klaren Idealen an den Start gehen. Denn reine Machtpolitiker verabscheut Aristophanes und die verabscheue auch ich. Ferner muss der Mensch immer sein eigener Herr bleiben und immer bereit sein seine Meinung frei zu äußern, auch wenn er dafür Repressionen zu erwarten hat. Aristophanes macht darüber hinaus aber allen klar, dass wenn man sich zum Verteidiger verfehlter Politik macht, wie die Prytanen, die Amphitheos festnehmen lassen wollen, man sich automatisch mitschuldig an der verfehlten Politik macht.
So sollten seine Aussagen zu denen besonders das Bekenntnis zum Frieden gehört zum Grundwissen und zur Grundlage eines jeden Demokraten gehören, weswegen sich an seinem Gedankengut die Pseudodemokraten und Demokraten leicht unterschieden werden können. Denn Aristophanes macht deutlich, dass man nicht Demokrat ist, wenn man sich formal an Gesetze hält, sondern wenn man nach seiner Gesinnung demokratisch ist.
Neben diesen Dingen habe ich von Aristophanes eine ruhigere Sicht auf die heutige Zeit mitbekommen. Man muss nicht bei jeder kleinsten Beleidigung den Kopf verlieren, sondern einfach nach dem Grundsatz handeln „Was kümmert es den Mond, wenn der Hund ihn anbellt?“. Wer sich über Kleinigkeiten aufregt, offenbart damit nur seine mangelhafte Kritikfähigkeit und macht sagt schließlich nicht ohne Grund „Getroffene Hund bellen“, aber dies nur am Rande.

Fazit
Wir ihr seht ist es eine mehr als lohnende Angelegenheit sich mit Aristophanes zu beschäftigen. So ist für jedermann etwas dabei. Man kann einfach nur über die Parodien und derben Scherze lachen, aber man sich auch tief in die politischen Vorgänge hineinlesen, wobei hier die historische Kenntnis diesen Zeit Voraussetzung ist.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-03 17:48:50 mit dem Titel DIE WEIBERHERRSCHAFT

Unzufriedenheit mit der Politik oder genauer mit den politisch Handelnden gab es zu allen Zeiten. Dies bot dann auch immer eine Reihe von Angriffsflächen für die politische Satire. Nachdem ich bereits vom ersten Stück des Aristophanes, der die Komödie und die politische Satire auf ihren führte, berichtet habe, möchte ich aus gegebenen Anlass, da auch bei uns die Zufriedenheit mit den politisch Handelnden einen Tiefpunkt nach dem nächsten erreicht, euch von einer weiteren Komödie berichten.
Der Name dieses Stücks lautet Ekklesizusen zu deutsch Weiberherrschaft. Wer dies jetzt als politisch unkorrekt ansieht, sei gesagt, dass keine andere Übersetzung möglich ist und ich mit dem Begriff „Weib“ niemanden diskriminieren will.
Nun aber zum Inhalt der Ekklesiazusen.

Der Inhalt
Die athenischen Bürger, die an der Politik teilnehmen dürfen, sind lediglich die Männer, weshalb die Frauen von sämtlichen politischen Ämtern ausgeschlossen sind.
In der Politik werden seit dem Tod des Perikles keine Ideale mehr gelebt, statt dessen herrschen Korruption und Lügen. Die Bürgerschaft ist zerrissen und der peloponnesische Krieg tobt noch immer.
Die Frauen der angesehenen Athener, aber auch viele einfache Frauen fassen den Entschluss die Macht zu übernehmen und die Männer zu verdrängen.
Eine Reihe von Frauen mit Praxagora an der Spitze bringen in der Volksversammlung einen Antrag ein, der den Frauen die Macht im Staat bringen soll. Zur Begründung nennen sie den Pragmatismus der Frauen und ihre fehlende Anfälligkeit für Machtkämpfe.
Mit großer Mehrheit nehmen die Athener den Antrag an, wobei die meisten, wie auch Praxogoras Mann Blepyros noch im Bett liegen und das Haus auch nicht verlassen können, da die Frauen die Männerkleidung mitgenommen haben.
Nun starten die Frauen eine Reihe von Gesetzesinitiativen, die das Eigentum abschaffen und zudem festlegen, dass Männer sich immer zuerst um die älteren Frauen kümmern müssen, bevor sich einer hübschen jungen Frau zuwenden.
Die Sache mit dem Eigentum klappt sehr gut, da die Frauen dafür kostenloses Essen für alle anbieten, wobei es eine Reihe von Bürgern gibt, die einfach dreist zum Essen gehen und ohne ihr Hab und Gut abzugeben.
Die sexuelle Maßregelung klappt zwar auch, aber ein armer junger Herr muss die Nachteile dieser Regelung erfahren. So will er zu seiner jungen hübschen Freundin, doch eine alte Frau schnappt ihn. Dann jedoch kommt eine noch ältere, die sich wiederum den jungen Herrn nehmen will. Der Jüngling weiß nun keinen Ausweg mehr, doch aus dem Dunkel der Macht kommt eine weitere Frau, die ihn rettet. Als er sich gerade bedanken will, sieht er jedoch, dass diese Frau noch viel älter und noch viel hässlicher ist. Doch für ihn gibt es keine Rettung mehr.
Am Ende wird nur noch eine Art Triumphzug durch die Stadt veranstaltet.

Die Wirkung
Aristophanes war mir der politischen Situation völlig unzufrieden. So wollte er den Bürgern zeigen, dass nur mit einem völligen Neuanfang, die Stadt mit ihrem Wohlstand und ihren kulturellen Werten erhalten werden konnte.
Dass er zu diesem Zwecke die Frauen als treibende politische Kraft nahm, ist ein Seitenhieb auf den noch heute bekannten Tragiker Euripides, der in seinen Tragödien die Frauen immer sehr schlecht dastehen ließ und kein gutes Haar an ihnen ließ.
Indem er die Frauen positiv charakterisiert, attestiert er gleichzeitig den politisch Handelnden eine erbärmliche Moral und ständige Machtkämpfe, die dazu führen, dass das Allgemeinwohl nicht mehr zählt.
Ferner zeigt er auf, dass auch die Frauen an der politischen Kultur teilnehmen sollten, da sie mindestens so gut regieren könnten, wie die Männer.
Auf jeden Fall schafft er es mit einer Reihe von komischen Effekten seine Botschaft noch eindrücklicher zu machen. Auch heute lacht man noch, wenn Blepyros in Damenkleidung auf die Straße rennt und die Nachbarn in auslachen, dann aber selbst in Frauenkleidung auf die Straße gehen müssen. Oder auch das Gespräch der zwei Bürger, die ihr Eigentum abgeben sollen, als am Ende der eine sich einfach zum Essen schmuggelt ohne sein Eigentum abgegeben zu haben.
Dem sei aber angemerkt, das Aristophanes gleichzeitig die Rolle des Mahners übernimmt, indem er zeigt, dass die Frauen mit ihrem Gesetz über das Sexualverhalten deutlich über das Ziel hinausschießen.
So mahnt er zu einem Neuanfang, aber gleichzeitig zu einem bedachten Neuanfang, bei dem man die nötigen Dinge durchsetzt, aber die anderen zweirangigen Dinge ausklammert. Und mit Blick auf die heutige Politik kann man sicher feststellen, dass vieles erst im Detail scheitert, weshalb man sich auf das Wesentliche konzentrieren sollte.
Eindrucksvoll wird dies durch die Szene, in der der Jüngling von einer alten Frau zur nächsten gereicht wird und als er glaubt die Rettung sei nah, wird alle nur noch schlimmer.
Aristophanes möchte so insgesamt das Bewusstsein der Menschen schärfen und ihnen Fehlentwicklungen vor Augen führen.

Fazit
Den letzten Satz des letzten Absatzes lässt sich hier wunderbar aufgreifen. So kann Aristophanes auch heute noch unser Bewusstsein schärfen, indem auch wir uns die Frage nach Anspruch und Wirklichkeit in der Politik stellen müssen. Und ich verstehe die Machtübernahme der Frauen auch immer als einen Appell an die politisch Unaktiven sich mehr zu engagieren und nicht alle vor die Hunde gehen zu lassen.
Neben diesen wichtigen Dingen hat Aristophanes eine unglaubliche komische Seite, dass man auch heute noch aus vollem Herzen lachen kann und ich deshalb jedem dieses Stück empfehlen kann.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.

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