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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von schmiddi
Tour des Lebens (Lance Armstrong) - Tot geglaubte leben länger
Pro:
beeindruckend geschrieben, emotionsgeladen, zieht den Leser in seinen Bann
Kontra:
???
Empfehlung:
Nein
Vorwort
Es ist der härteste Sportwettbewerb überhaupt, nach drei Wochen sind alle Fahrer am Ende ihrer Kräfte und nicht alle beenden es. Die Rede ist von der Tour de France, der bisherige viermalige Sieger Lance Armstrong überrascht von Jahr zu Jahr aufs Neue und zermürbt seine Gegner an Bergen, welche im Fernsehen flach aussehen und die wohl keiner von uns in solchen Zeiten erklimmen könnte. Er kam, sah und siegte – könnte man meinen, doch so ist es nicht. Er ist mein Sportidol überhaupt, nicht zu vergleichen mit Fußballstars oder sonstigen Sportlern. Auch nicht mit Michael Schumacher, welcher nur im Auto sitzt und seine Runden dreht. Dieser man hat es verdient ihm gehörigen Respekt entgegen zu bringen, woraus auch der eigentliche Sinn dieses Vorworts besteht.
Sein Buch „Tour des Lebens“ zeigt Dinge auf, an die man als normal Sterblicher mit einem gesunden Körper gar nicht denkt. Wer Lance Armstrong inzwischen immer noch nicht kennt hat wirklich Mitleid verdient. Auch als Desinteressierter bezüglich Sport sollte man zumindest schon mal von ihm gehört haben.
In dem 334 Seiten langen Buch von Lance Armstrong (zusammen mit der Co-Autorin Sally Jenkins verfasst) beschreibt er seinen Weg vom sportlichen Aufstieg, das abgrundtiefe Tal der Krebskrankheit, bis hin zum Sieg der Tour.
Entgegen meiner Gewohnheit werde ich jedes Kapitel (elf an der Zahl) einzeln beschreiben, da jedes eine eigene Lebensgeschichte bzw. Lebenserfahrung für sich beinhaltet.
Kapitel 1: Davor und danach
In dem ersten Kapitel wird von Lance beschrieben, wie er die Diagnose seiner Hodenkrebserkrankung gestellt bekam. Zuerst nahm er es noch relativ gelassen hin und dachte, dass er diese Krankheit ohne Probleme bekämpfen könne. Doch als er es erst einmal realisierte brach für ihn die ganze Welt zusammen. Anzumerken ist, dass er kein Detail seiner Erkrankung bis hin zur Diagnose auslässt. Er beschreibt, dass sein Hoden so dick wie eine Orange anschwoll und ging erst zum Arzt, als er ohne starke Schmerzen nicht mehr auf dem Fahrrad sitzen konnte. Denn häufig ist es so, dass man erste Anzeichen einer Erkrankung gar nicht erst wahrnimmt und Schmerzen selbst unterdrückt, wie Lance auch in diesem Kapitel beschreibt (dem ich auch zustimmen muss).
Kapitel 2: Die Startlinie
In diesem Teil des Buches wird der Leser in Lance Kindheit zurück versetzt, die er sehr genau beschreibt. Seinen Vater kannte er nicht, von seinem Stiefvater wurde er nicht gerade selten geschlagen, doch verstand er es, dass seine Mutter wegen der materiellen Unterstützung bei ihm blieb. Ohnehin spielte seine Mutter die größte Rolle in seiner Kindheit (und auch noch heute), die ihn in allen Belangen unterstützte und ihm immer wieder Mut zusprach. Als Jugendlicher versuchte er viele Sportarten und blieb nach dem erfolglosen Versuch Football zu spielen beim Schwimmen hängen, wo er nach hartem Training und einem harten Trainer auch recht erfolgreich war. Schließlich stieg er auf den Triathlon um (eine Kombination aus Schwimmen, Fahrradfahren und Laufen), bis er schließlich beim Radrennen landet. Der Leser erfährt, dass Lance in seiner Jugend ein Einzelgänger war, da Freunde nur durch materiellen Wert zu gewinnen waren, dem ihn seine Mutter nicht bieten konnte.
Kapitel 3: Ich gebe meine Mutter doch nicht an der Garderobe ab!
Ein wirklich mitreißendes Kapitel, in dem Lance den Weg zum Sieg der Radweltmeisterschaften beschreibt. Wieder einmal wird deutlich, dass er ohne die Unterstützung seiner Mutter keine Chance gehabt hätte. Von anderen wird er hier zum ersten Mal als arroganter Fahrer bezeichnet, er selbst hielt sich nach heutiger Sicht zur damaligen Zeit als Hitzkopf und starken Egoisten, wenn es um Fahrradrennen ging. Er rückt sich zum ersten Mal ins Rampenlicht des europäischen Radsports, welcher bis dato fast immer von den Europäern dominiert wurde.
Kapitel 4: Schock
Nach dem ersten Kapitel, in dem er seine Krankheit nur kurz anspricht, beginnt hier nun eine gemeinsame Leidenszeit des Lesers mit der Krankheit von Lance. In einer für mich unübertroffenen und doch simplen Ausdrucksweise wird man wirklich in seine Situation hineinversetzt. Letztendlich meint man fühlen und denken zu können, wie er in seiner Leidenszeit fühlte und dachte. Nach der Diagnose Hodenkrebs bekommt er schließlich das für ihn zerschmetternde Ergebnis, dass er Metastasen in der Lunge und Tumore im Gehirn hätte. Seine Überlebenschance sehen die Ärzte bei ca. 40 %, da der Krebs schon sehr weit fortgeschritten sei. Das diese Zahl nie und nimmer stimmt wird dem Leser durch Lance geschriebene Äußerungen ganz schnell klar.
Kapitel 5: Gespräche mit dem Krebs
Lance schildert hier sehr genau, wie er sich über verschiedene Behandlungsmethoden informiert. Ein Arzt möchte ihn schließlich so radikal mit der Chemotherapie voll pumpen, dass er ihm direkt verspricht nie wieder Radrennen fahren zu können. Ein für Lance niederschmetterndes Ergebnis und so macht ihm sein späterer guter Grund Dr. Nichols große Hoffnung, dass er den Krebs mit einer genau für ihn abgestimmten Chemotherapie überleben wird. Ein Kapitel, welches meiner Meinung nach sehr emotionsgeladen ist, da Lance hier auf seine Gefühle eingeht und den Leser so mit hinein reißt.
Kapitel 6: Chemo
Hier beschreibt Lance den Kampf mit dem Krebs und der Chemotherapie. Es gibt nicht viel zu sagen, außer dass mich dieses Kapitel wirklich immer wieder zu Tränen rührte. Voller Emotionen, der Leser ist mittendrin im Geschehen und kaum eine Zeile vergeht, in der man nicht Angst um den Kranken hat.
Kapitel 7: Kik
Nachdem Lance den Krebs erst einmal zu 50 % besiegt hat beschreibt er ein Gefühl ein anderer Mensch zu sein. Er geht sogar soweit, dass ihm die Krankheit wichtig gewesen wäre und etwas gegeben hätte. Aus einem ehemaligen egoistischen, kräftigen und überheblichen Radrennfahrer ist somit ein engagierter, einfühlsamer und schmächtiger Fahrer geworden.
So gründet er eine eigene Krebsstiftung, welche im späteren Verlauf ein jährliches Fahrradrennen veranstaltet und lernt dort Kik kennen, die später seine Frau wird. Auch wenn sie sich zuerst nicht so ganz grün waren ist zu erkennen, dass die beiden füreinander bestimmt waren und Lance die Chance wahrgenommen hat.
Kapitel 8: Zurück ins Leben
Zurück ins Leben, zurück in den Sattel seines Rennrads. Hier wird dem Leser sein harter und sehr steiniger Weg zurück ins Renngeschäft vermittelt. Da er sich entscheidet für seinen damaligen Rennstall Cofidis nicht mehr zu fahren (die ihn böse über den Tisch gezogen hatten) sucht er mit seinem Freund und Manager einen neuen. Doch dieser Weg schien im Endeffekt fast schon aussichtslos und nach mehreren erfolgslosen Comebackversuchen erklärte er sein Rennfahrerleben für beendet. Schließlich vermittelt er dem Leser jedoch spürbar, wie er sich wieder nach oben kämpft und eine neue Chance beim U.S. Postal Team erhält (und schließlich auch wieder mit seinem Leben dem Radrennsport verschmilzt und natürlich sehr hart trainiert). Des Weiteren wird dem Leser detailgetreu erzählt, wie seine Frau Kik und er ein Kind in die Welt setzen. Durch die Hodenkrebskrankheit und anschließende Chemotherapie unfruchtbar geworden beginnt eine Zeit des Zittern und Warten während ihrer künstlichen Befruchtung. Aus drei befruchteten Eizellen ist eine schließlich für ein Kind der beiden gut. Herzzerreißend, da sich der Leser richtig mitfreuen kann.
Kapitel 9: Die Tour
Wenn man es im Fernsehen sieht kann das Rennen in manchen Etappen so langweilig sein. Doch hier nimmt Lance den Leser mit auf eine Tour durch die Tour de France, bis hin zu seinem ersten Sieg dort. Beim Lesen des Kapitels hatte ich richtige Glücksgefühle, da ich dachte mittendrin zu sein. Kampf, Krampf, Geschick, Attacken und Glücksmomente, all das saugt der Leser regelrecht in sich auf, fühlt und kämpft mit Lance.
Kapitel 10: Luke
Ein Sohn, der Name Luke. Das Glück der beiden ist perfekt und Lance beginnt nach seiner Aussage nun erst (wieder) richtig zu leben. Fast alles dreht sich um seinen Sohn, seine Frau und den Radsport, sein Leben von diesen drei Dingen geprägt. Der Krebs rückt nach seiner Aussage immer mehr in den Hintergrund, hatte er inzwischen auch das erste kritische Jahr eines Rückschlags überwunden.
Kapitel 11: Die Zugabe
Dieses Kapitel ist erst in der zweiten Auflage des Buchs hinzugekommen, da er hier den Weg zu seinem zweiten Triumph und den Kampf mit dem italienischen Radstar Marco Pantani beschreibt. Inzwischen trifft er seinen ehemaligen Doktor wieder, der ihn während der Chemotherapie begleitete und löst die Frage auf, dass seine Heilungschancen bei vielleicht 3% lagen. Nach diesem Kapitel machte ich große Augen und staunte nur noch, da es anscheinend doch Wunder gibt – doch ohne Kampf hätte Lance nie gewonnen.
Bewegende Bilder
Lance hat in der Mitte des Buches von ihm selbst ausgewählte Bilder veröffentlicht. Diese sind nach der Reihenfolge abgedruckt, sprich nach dem Verlauf seines Lebens. Von der Kindheit an, bis hin zu seiner Mutter, von und während der Krankheit, bis hin zu Kik und Luke und nicht zu vergessen sein erster Tour de France Erfolg.
Meiner Meinung nach verstärken diese noch einmal das Gefühl von Emotionen, die man ohnehin schon während des Lesens hatte.
Fazit
Ich möchte nicht sagen, dass es ein Meisterwerk ist, da das Buch schließlich auf eine Biographie seines Meisters aufbaut. Doch es ist in der Hinsicht ein stark emotionales und solch mitreißendes Buch, dass ich es in zwei Tagen langer Lesenächte regelrecht verschlungen habe. Ich wollte zuerst unbedingt wissen, was es mit seiner Krankheit und seinem Leben insgesamt überhaupt auf sich hat. Letztendlich brauchte ich mir die Fragen jedoch gar nicht mehr zu beantworten, da ich als Leser zu einem Teil des Inhalts zerschmolzen bin. Bei einigen Textpassagen kamen mir echt die Tränen und das hat schon etwas zu sagen. Denn bei Büchern konnte ich noch nie irgendwelche emotionalen Gefühle zeigen.
Auch muss ich sagen, dass er vor dem Lesen seines Buches nur ein Idol für mich war. Seitdem ich das Buch jedoch gelesen habe muss ich ihm nebenbei noch allergrößten Respekt zollen. Denn kaum ein Mensch hat die Kraft, nach solch einer Krankheit noch mal ein solches Comeback zu starten. Klar wurde und wird er heute noch von seinen Freunden, seiner Mutter, seiner Frau und seinem Sohn unterstützt, doch der Wille muss von selbst kommen.
Was den Schreibstil des Buches angeht dürfte eigentlich schon fast alles gesagt sein. Es ist einfach emotionsgeladen geschrieben und bestimmt nicht bewusst. Wer ein solches Leben hinter sich hat versetzt den Leser eben in seinen Bann. Da er es letzten Endes alles selbst erlebt und mitverfasst hat spielt die Erzählung aus der Ich-Perspektive eine entscheidende Rolle.
Doch lest selbst, ich möchte euch nicht alles vorweg nehmen. Ein Preis von minimal 8,45 € bis maximal 18 € (gebundene Ausgabe) sollte wirklich zu verschmerzen sein, für ein phänomenales Buch, welches bestimmt einen Sonderstatus in jedem Bücherregal erhält.
Es ist der härteste Sportwettbewerb überhaupt, nach drei Wochen sind alle Fahrer am Ende ihrer Kräfte und nicht alle beenden es. Die Rede ist von der Tour de France, der bisherige viermalige Sieger Lance Armstrong überrascht von Jahr zu Jahr aufs Neue und zermürbt seine Gegner an Bergen, welche im Fernsehen flach aussehen und die wohl keiner von uns in solchen Zeiten erklimmen könnte. Er kam, sah und siegte – könnte man meinen, doch so ist es nicht. Er ist mein Sportidol überhaupt, nicht zu vergleichen mit Fußballstars oder sonstigen Sportlern. Auch nicht mit Michael Schumacher, welcher nur im Auto sitzt und seine Runden dreht. Dieser man hat es verdient ihm gehörigen Respekt entgegen zu bringen, woraus auch der eigentliche Sinn dieses Vorworts besteht.
Sein Buch „Tour des Lebens“ zeigt Dinge auf, an die man als normal Sterblicher mit einem gesunden Körper gar nicht denkt. Wer Lance Armstrong inzwischen immer noch nicht kennt hat wirklich Mitleid verdient. Auch als Desinteressierter bezüglich Sport sollte man zumindest schon mal von ihm gehört haben.
In dem 334 Seiten langen Buch von Lance Armstrong (zusammen mit der Co-Autorin Sally Jenkins verfasst) beschreibt er seinen Weg vom sportlichen Aufstieg, das abgrundtiefe Tal der Krebskrankheit, bis hin zum Sieg der Tour.
Entgegen meiner Gewohnheit werde ich jedes Kapitel (elf an der Zahl) einzeln beschreiben, da jedes eine eigene Lebensgeschichte bzw. Lebenserfahrung für sich beinhaltet.
Kapitel 1: Davor und danach
In dem ersten Kapitel wird von Lance beschrieben, wie er die Diagnose seiner Hodenkrebserkrankung gestellt bekam. Zuerst nahm er es noch relativ gelassen hin und dachte, dass er diese Krankheit ohne Probleme bekämpfen könne. Doch als er es erst einmal realisierte brach für ihn die ganze Welt zusammen. Anzumerken ist, dass er kein Detail seiner Erkrankung bis hin zur Diagnose auslässt. Er beschreibt, dass sein Hoden so dick wie eine Orange anschwoll und ging erst zum Arzt, als er ohne starke Schmerzen nicht mehr auf dem Fahrrad sitzen konnte. Denn häufig ist es so, dass man erste Anzeichen einer Erkrankung gar nicht erst wahrnimmt und Schmerzen selbst unterdrückt, wie Lance auch in diesem Kapitel beschreibt (dem ich auch zustimmen muss).
Kapitel 2: Die Startlinie
In diesem Teil des Buches wird der Leser in Lance Kindheit zurück versetzt, die er sehr genau beschreibt. Seinen Vater kannte er nicht, von seinem Stiefvater wurde er nicht gerade selten geschlagen, doch verstand er es, dass seine Mutter wegen der materiellen Unterstützung bei ihm blieb. Ohnehin spielte seine Mutter die größte Rolle in seiner Kindheit (und auch noch heute), die ihn in allen Belangen unterstützte und ihm immer wieder Mut zusprach. Als Jugendlicher versuchte er viele Sportarten und blieb nach dem erfolglosen Versuch Football zu spielen beim Schwimmen hängen, wo er nach hartem Training und einem harten Trainer auch recht erfolgreich war. Schließlich stieg er auf den Triathlon um (eine Kombination aus Schwimmen, Fahrradfahren und Laufen), bis er schließlich beim Radrennen landet. Der Leser erfährt, dass Lance in seiner Jugend ein Einzelgänger war, da Freunde nur durch materiellen Wert zu gewinnen waren, dem ihn seine Mutter nicht bieten konnte.
Kapitel 3: Ich gebe meine Mutter doch nicht an der Garderobe ab!
Ein wirklich mitreißendes Kapitel, in dem Lance den Weg zum Sieg der Radweltmeisterschaften beschreibt. Wieder einmal wird deutlich, dass er ohne die Unterstützung seiner Mutter keine Chance gehabt hätte. Von anderen wird er hier zum ersten Mal als arroganter Fahrer bezeichnet, er selbst hielt sich nach heutiger Sicht zur damaligen Zeit als Hitzkopf und starken Egoisten, wenn es um Fahrradrennen ging. Er rückt sich zum ersten Mal ins Rampenlicht des europäischen Radsports, welcher bis dato fast immer von den Europäern dominiert wurde.
Kapitel 4: Schock
Nach dem ersten Kapitel, in dem er seine Krankheit nur kurz anspricht, beginnt hier nun eine gemeinsame Leidenszeit des Lesers mit der Krankheit von Lance. In einer für mich unübertroffenen und doch simplen Ausdrucksweise wird man wirklich in seine Situation hineinversetzt. Letztendlich meint man fühlen und denken zu können, wie er in seiner Leidenszeit fühlte und dachte. Nach der Diagnose Hodenkrebs bekommt er schließlich das für ihn zerschmetternde Ergebnis, dass er Metastasen in der Lunge und Tumore im Gehirn hätte. Seine Überlebenschance sehen die Ärzte bei ca. 40 %, da der Krebs schon sehr weit fortgeschritten sei. Das diese Zahl nie und nimmer stimmt wird dem Leser durch Lance geschriebene Äußerungen ganz schnell klar.
Kapitel 5: Gespräche mit dem Krebs
Lance schildert hier sehr genau, wie er sich über verschiedene Behandlungsmethoden informiert. Ein Arzt möchte ihn schließlich so radikal mit der Chemotherapie voll pumpen, dass er ihm direkt verspricht nie wieder Radrennen fahren zu können. Ein für Lance niederschmetterndes Ergebnis und so macht ihm sein späterer guter Grund Dr. Nichols große Hoffnung, dass er den Krebs mit einer genau für ihn abgestimmten Chemotherapie überleben wird. Ein Kapitel, welches meiner Meinung nach sehr emotionsgeladen ist, da Lance hier auf seine Gefühle eingeht und den Leser so mit hinein reißt.
Kapitel 6: Chemo
Hier beschreibt Lance den Kampf mit dem Krebs und der Chemotherapie. Es gibt nicht viel zu sagen, außer dass mich dieses Kapitel wirklich immer wieder zu Tränen rührte. Voller Emotionen, der Leser ist mittendrin im Geschehen und kaum eine Zeile vergeht, in der man nicht Angst um den Kranken hat.
Kapitel 7: Kik
Nachdem Lance den Krebs erst einmal zu 50 % besiegt hat beschreibt er ein Gefühl ein anderer Mensch zu sein. Er geht sogar soweit, dass ihm die Krankheit wichtig gewesen wäre und etwas gegeben hätte. Aus einem ehemaligen egoistischen, kräftigen und überheblichen Radrennfahrer ist somit ein engagierter, einfühlsamer und schmächtiger Fahrer geworden.
So gründet er eine eigene Krebsstiftung, welche im späteren Verlauf ein jährliches Fahrradrennen veranstaltet und lernt dort Kik kennen, die später seine Frau wird. Auch wenn sie sich zuerst nicht so ganz grün waren ist zu erkennen, dass die beiden füreinander bestimmt waren und Lance die Chance wahrgenommen hat.
Kapitel 8: Zurück ins Leben
Zurück ins Leben, zurück in den Sattel seines Rennrads. Hier wird dem Leser sein harter und sehr steiniger Weg zurück ins Renngeschäft vermittelt. Da er sich entscheidet für seinen damaligen Rennstall Cofidis nicht mehr zu fahren (die ihn böse über den Tisch gezogen hatten) sucht er mit seinem Freund und Manager einen neuen. Doch dieser Weg schien im Endeffekt fast schon aussichtslos und nach mehreren erfolgslosen Comebackversuchen erklärte er sein Rennfahrerleben für beendet. Schließlich vermittelt er dem Leser jedoch spürbar, wie er sich wieder nach oben kämpft und eine neue Chance beim U.S. Postal Team erhält (und schließlich auch wieder mit seinem Leben dem Radrennsport verschmilzt und natürlich sehr hart trainiert). Des Weiteren wird dem Leser detailgetreu erzählt, wie seine Frau Kik und er ein Kind in die Welt setzen. Durch die Hodenkrebskrankheit und anschließende Chemotherapie unfruchtbar geworden beginnt eine Zeit des Zittern und Warten während ihrer künstlichen Befruchtung. Aus drei befruchteten Eizellen ist eine schließlich für ein Kind der beiden gut. Herzzerreißend, da sich der Leser richtig mitfreuen kann.
Kapitel 9: Die Tour
Wenn man es im Fernsehen sieht kann das Rennen in manchen Etappen so langweilig sein. Doch hier nimmt Lance den Leser mit auf eine Tour durch die Tour de France, bis hin zu seinem ersten Sieg dort. Beim Lesen des Kapitels hatte ich richtige Glücksgefühle, da ich dachte mittendrin zu sein. Kampf, Krampf, Geschick, Attacken und Glücksmomente, all das saugt der Leser regelrecht in sich auf, fühlt und kämpft mit Lance.
Kapitel 10: Luke
Ein Sohn, der Name Luke. Das Glück der beiden ist perfekt und Lance beginnt nach seiner Aussage nun erst (wieder) richtig zu leben. Fast alles dreht sich um seinen Sohn, seine Frau und den Radsport, sein Leben von diesen drei Dingen geprägt. Der Krebs rückt nach seiner Aussage immer mehr in den Hintergrund, hatte er inzwischen auch das erste kritische Jahr eines Rückschlags überwunden.
Kapitel 11: Die Zugabe
Dieses Kapitel ist erst in der zweiten Auflage des Buchs hinzugekommen, da er hier den Weg zu seinem zweiten Triumph und den Kampf mit dem italienischen Radstar Marco Pantani beschreibt. Inzwischen trifft er seinen ehemaligen Doktor wieder, der ihn während der Chemotherapie begleitete und löst die Frage auf, dass seine Heilungschancen bei vielleicht 3% lagen. Nach diesem Kapitel machte ich große Augen und staunte nur noch, da es anscheinend doch Wunder gibt – doch ohne Kampf hätte Lance nie gewonnen.
Bewegende Bilder
Lance hat in der Mitte des Buches von ihm selbst ausgewählte Bilder veröffentlicht. Diese sind nach der Reihenfolge abgedruckt, sprich nach dem Verlauf seines Lebens. Von der Kindheit an, bis hin zu seiner Mutter, von und während der Krankheit, bis hin zu Kik und Luke und nicht zu vergessen sein erster Tour de France Erfolg.
Meiner Meinung nach verstärken diese noch einmal das Gefühl von Emotionen, die man ohnehin schon während des Lesens hatte.
Fazit
Ich möchte nicht sagen, dass es ein Meisterwerk ist, da das Buch schließlich auf eine Biographie seines Meisters aufbaut. Doch es ist in der Hinsicht ein stark emotionales und solch mitreißendes Buch, dass ich es in zwei Tagen langer Lesenächte regelrecht verschlungen habe. Ich wollte zuerst unbedingt wissen, was es mit seiner Krankheit und seinem Leben insgesamt überhaupt auf sich hat. Letztendlich brauchte ich mir die Fragen jedoch gar nicht mehr zu beantworten, da ich als Leser zu einem Teil des Inhalts zerschmolzen bin. Bei einigen Textpassagen kamen mir echt die Tränen und das hat schon etwas zu sagen. Denn bei Büchern konnte ich noch nie irgendwelche emotionalen Gefühle zeigen.
Auch muss ich sagen, dass er vor dem Lesen seines Buches nur ein Idol für mich war. Seitdem ich das Buch jedoch gelesen habe muss ich ihm nebenbei noch allergrößten Respekt zollen. Denn kaum ein Mensch hat die Kraft, nach solch einer Krankheit noch mal ein solches Comeback zu starten. Klar wurde und wird er heute noch von seinen Freunden, seiner Mutter, seiner Frau und seinem Sohn unterstützt, doch der Wille muss von selbst kommen.
Was den Schreibstil des Buches angeht dürfte eigentlich schon fast alles gesagt sein. Es ist einfach emotionsgeladen geschrieben und bestimmt nicht bewusst. Wer ein solches Leben hinter sich hat versetzt den Leser eben in seinen Bann. Da er es letzten Endes alles selbst erlebt und mitverfasst hat spielt die Erzählung aus der Ich-Perspektive eine entscheidende Rolle.
Doch lest selbst, ich möchte euch nicht alles vorweg nehmen. Ein Preis von minimal 8,45 € bis maximal 18 € (gebundene Ausgabe) sollte wirklich zu verschmerzen sein, für ein phänomenales Buch, welches bestimmt einen Sonderstatus in jedem Bücherregal erhält.
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