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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von emmtie
Adorf,Mario - Der Fenstersturz: Ein deutscher Schauspielgigant erzählt
Pro:
sehr spannend; Stil wunderbar leicht und etwas ironisch; etwas Einblick in das japanische Leben
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Das Mario Adorf nicht nur ein sehr guter Schauspieler ist, sondern auch zu erzählen weiß, hat man ja schon in diversen Talkshows bewundern dürfen.
Für die meisten mag er ja erst seit seiner „Altersphase“, also seit Serien wie „Der Schattenmann“ oder „Großer Bellheim“ oder momentan in der großen Neuinszenierung \"der Nibelungen\" vor dem Wormser Dom richtig in Erscheinung getreten sein. Aber er ist schon viel länger im Geschäft, hat viel Theater gespielt und war lange Zeit in den 60er udn 70er Jahren eine Art Standard-Bösewicht in deutschen Filmen (z.B. in Karl-May-Verfilmungen). Was viele auch nicht wissen, ist, daß er schon lange Zeit in Italien lebt und dort auch in vielen Filme und im Theater gespielt hat.
Inhalt:
=======
Jemand mit einer so langen Showvergangenheit hat natürlich auch viele Geschichten erlebt oder gehört. Im Buch „Der Fenstersturz“ erzählt er 21 dieser Geschichten oder besser gesagt Anekdoten aus seinem Berufleben. Ob es nun um seine Begegnungen mit deutschen Filmgrößen wie Kinski oder Romy Schneider geht, Erzählung aus seiner Lehrzeit als Schauspieler bei solchen Giganten wie dem Regisseur Kortner oder dem späteren Münchner Intendanten August Everding: Immer schreibt Mario Adorf unterhaltsam und interessant, ohne seine eigenen Person in den Vordergrund zu spielen. Und selbst bei Geschichten, die für die dargestellten Person nicht ganz so positiv wirken könnten, z.B. die Ausbrüche Kinskis oder die Geschichte von 2 bekannten Schauspielern, die im Zusammenhang mit den Bad Hersfelder Festspielen „versacken“, bringt er es fertig, die Story so zu schildern, daß man nie das Gefühl hat, er wollte „jemanden in die Pfanne“ hauen. Natürlich kommen auch seine Erlebnisse mit internationalen Kollegen, logischerweise häufig aus Italien, aber auch z.B. Billy Wilder, zur Sprache.
Stil:
=====
Vom Schreibstil ist es, wie man bei einem solchen Buch auch erwartet, recht locker und simpel geschreiben. Es wird zumeist aus der Ich-Perspektive rückblickend erzählt. Die einzelnen Kapitel hängen in keiner Form zusammen und künnen daher als einzelnen kleine Geschichten unabhänging von einenader in beliebiger Reiehnfolge gelesen werden. Daher eigenet sich das Buch hervorragen für das Lesen zwischendurch, z.B. auf kurzen Bahn- oder Busfahrten.
Aufmachung:
===========
Gelesen habe ich es in der gebundenen Ausgabe, die ich antiquarisch erstanden haben; es gibt es aber auch das Taschenbuch.
Größter Kritikpunkt aus meiner Sicht ist, daß es mit 190 relativ groß geschriebenen Seiten eindeutig zu kurz ist. Ich habe es innerhalb eines Abends verschlungen und hätte durchaus viel mehr lesen können. Zum Trost sei gesagt, daß es noch 2 ähnliche Bände von Adorf gibt.
Fazit:
======
Insgesamt ein sehr interessantes und flott zu lesendes, aber eindeutig zu kurzes Buch, daß einen sehr schönen und unterhaltsamen Einblick in einzelne Episoden aus dem Schauspielerleben Mario Adorfs beleuchtet.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-28 22:07:06 mit dem Titel Anhalt, Gert - Tote mögen keine Sushi: Deutsch-japanischer Krimi; spannend und humorvoll
Deutschsprachige Krimis waren lange Zeit für mich absolut uninteressant. Das mag daran gelegen haben, das ich zu Anfang meiner „Leser-Karriere“ (lang, lang ist es her) einige deutsche Krimis gelesen habe, die ich absolut langweilig, bieder und vorhersehbar fand. Da die Auswahl an guten Krimis aus dem englischen Sprachraum sehr groß ist, sah ich danach keine weitere Veranlassung, weitere Versuche mit deutschen Krimi-Autoren zu wagen.
Doch seit einigen Jahren gibt es auch hierzulande einige wirklich bemerkenswerte Autoren dieses Genres, stellvertretend sein nur Petra Hammesfahr oder Jaques Berndorf mit seiner „Eifel“-Reihe genannt. Doch auch Seiteneinsteiger liefern gelungene Krimis ab. Einer hiervon ist aus meiner Sicht Gert Anhalt mit seinem Krimi „Tote mögen keine Sushi“
Inhalt:
=====
Hamada Kenji ist ein kleiner, übergewichtiger Privatdetektiv in Tokio. Doch sein Alltag besteht nicht aus der Lösung spektakulärer Kriminalfälle, sondern eher aus Aufgaben, wie der Überprüfung zukünftiger Schwiegersöhne oder dem Auffinden verlorener Hunde. Er ist eher ein „Mädchen für Alles“. Daher ist er begeistert, als eines Tage der schwerreiche Großindustielle Hideyoshi Takahana ihn bittet, einen gutbezahlten Job zu übernehmen, da er auf der Uni einige Semester Deutsch studiert hat.. Weil das Kind seines Filialleiters in Deutschland entführt wurde, will Takahana die Lösegeldsumme schnell und unauffällig nach „Frankufuroto“, wie die Japaner zu Frankfurt sagen, schaffen. Doch als Hamada sich in Frankfurt mit dem Filialeiter trifft, nimmt alles einen ganz anderen Verlauf, als er erwartet hatte: Er wacht am nächsten Morgen in einem Park auf, das Lösegeld ist verschwunden und der Filialleiter liegt neben ihm, geköpft mit einem Samurai-Schwert, das noch in Kenjis Hand liegt.. Dieser flieht entsetzt und wird natürlich prompt als Mörder gesucht. Seine letzte Hoffnung ist Susanne, seine Jugendliebe, eine Deutsche, mit der er zusammen studiert hat und die in Frankfurt lebt und interessanterweise genau bei der firma arbeitet, für die Hamada den Auftrag übernommen hatte. Zusammen versuchen sie den Fall zu lösen und seine Unschuld zu beweisen. Es wird bald klar, dass mehr hinter dem Mord und der angeblichen Entführung steckt und die Spuren führen sie zurück nach Tokio.
Autor:
=====
Der Name Gert Anhalt kam mir schon gleich bekannt vor, als ich zum erstenmal von diesem Buch hörte. Und richtig, Bücher schreibt er nur nebenbei, in seinem Hauptberuf ist er Leiter des ZDF-Büros in Tokio und mir wahrscheinlich durch Reportagen oder kurze Berichte im Rahmen der ZDF-Nachrichten im Gedächtnis geblieben. Da er auch noch studierter Japanologe ist, hat hier jemand sein Fachwissen und seine Erfahrungen in einem Krimi verarbeitet.
Meinung:
=======
Krimis, die in Japan spielen oder in denen Japaner eine Hauptrolle haben, gibt es ja einige; exemplarisch sein nur Nippon Connection von Michael Crichton erwähnt. Doch dieser Krimi hier ist etwas anders.
Als erstes fällt dies durch den Stil auf. Denn durch die Person des Hauptdarstellers, der den Roman in der Ich-Perspektive erzählt, gewinnt das Ganze eine ironische Note, ohne aber ins Lächerliche abzudriften. Der kleine Detektiv aus Tokio, mit sich selbst insgesamt unzufrieden, gerät in Deutschland in eine Situation, die ihm erst einmal total über den Kopf wächst. Er hat Problem mit der Verständigung, er hat Probleme mit den fremden Sitten und wacht neben einer Leiche auf. Gert Anhalt ist es wunderbar gelungen, einen sympathischen Looser zu entwerfen, der eine Portion Galgenhumor verbreitet, gleichzeitig aber in seinen Vorstellungen und Ansprüchen etwas von japanischen Wesensart und der ganz eigenen Denkweise dieses Volkes vermittelt. Die Handlung ist ja eigentlich ziemlich brutal und hart, aber durch diese Betrachtungsweise hat das Buch eine gewisse Ironie und Leichtigkeit, die immer wieder zum Schmunzeln verleitet. Auch in typischen Situationen, in denen man Lustiges erwartet, seien es Sprachbarierren, Sitten u.ä., wird dies zwar eingearbeitet, aber man hat eher das Gefühl, die Situation aus Sicht des Japaners zu betrachten, dem einiges in Deutschland unverständlich ist. Dadurch, das nur etwa ein Drittel des Buches in Deutschland spielt, wird dieser Effekt auch nicht überreizt. Aber auch in den in Japan spielenden Teilen bleibt dieser angenehme, leicht ironische, sich selbst nicht zu ernst nehmende Grundton erhalten. Man merkt dem ganzen Buch an, dass der Autor sich sehr gut mit Japan und den dortigen Sitten und Gebräuchen auskennt. Und trotz der lockeren, leicht flapsigen Art, wie diese manchmal dargestellt werden, ist auch immer der zugrundeliegende Respekt vor dieser Kultur spürbar.
Auch die anfangs nicht besonders spektakulär klingende Handlung schlägt noch so manchen überraschenden Bogen, die durch ihre Spannung und Unvorhersehbarkeit den Leser bis zum Ende des Buches in seinen Bann schlägt. Und was ich persönlich immer als sehr wichtig empfinde: Trotz der vielen Wendungen ist der Schluss in sich logisch und der Verlauf der Handlung nachvollziehbar. Ohne all zu viel von dieser zu verraten, weil ich es auch persönlich hasse, wenn ich schon vorher weiß, wie ein Buch oder Film ausgeht: Es gibt noch mehrere Morde und alles hängt mit Ereignissen aus dem Jahr 1937 zusammen, die auch etwas mit der gemeinsamen deutsch-japanischen Vergangenheit zutun haben. Also kommt auch noch ein klein wenig Geschichtsuntereicht hinzu.
Fazit:
====
Ein spannender und gleichzeitig amüsanter Krimi, der gleichzeitig in lockerer Art auch ein Einblick in das alltägliche Leben eines „normalen“ Japaners gewährt. Ein Krimi, bei dem man ganz nebenbei auch ein wenig Wissen vermittelt bekommt; genau das, was ich liebe.
Für die meisten mag er ja erst seit seiner „Altersphase“, also seit Serien wie „Der Schattenmann“ oder „Großer Bellheim“ oder momentan in der großen Neuinszenierung \"der Nibelungen\" vor dem Wormser Dom richtig in Erscheinung getreten sein. Aber er ist schon viel länger im Geschäft, hat viel Theater gespielt und war lange Zeit in den 60er udn 70er Jahren eine Art Standard-Bösewicht in deutschen Filmen (z.B. in Karl-May-Verfilmungen). Was viele auch nicht wissen, ist, daß er schon lange Zeit in Italien lebt und dort auch in vielen Filme und im Theater gespielt hat.
Inhalt:
=======
Jemand mit einer so langen Showvergangenheit hat natürlich auch viele Geschichten erlebt oder gehört. Im Buch „Der Fenstersturz“ erzählt er 21 dieser Geschichten oder besser gesagt Anekdoten aus seinem Berufleben. Ob es nun um seine Begegnungen mit deutschen Filmgrößen wie Kinski oder Romy Schneider geht, Erzählung aus seiner Lehrzeit als Schauspieler bei solchen Giganten wie dem Regisseur Kortner oder dem späteren Münchner Intendanten August Everding: Immer schreibt Mario Adorf unterhaltsam und interessant, ohne seine eigenen Person in den Vordergrund zu spielen. Und selbst bei Geschichten, die für die dargestellten Person nicht ganz so positiv wirken könnten, z.B. die Ausbrüche Kinskis oder die Geschichte von 2 bekannten Schauspielern, die im Zusammenhang mit den Bad Hersfelder Festspielen „versacken“, bringt er es fertig, die Story so zu schildern, daß man nie das Gefühl hat, er wollte „jemanden in die Pfanne“ hauen. Natürlich kommen auch seine Erlebnisse mit internationalen Kollegen, logischerweise häufig aus Italien, aber auch z.B. Billy Wilder, zur Sprache.
Stil:
=====
Vom Schreibstil ist es, wie man bei einem solchen Buch auch erwartet, recht locker und simpel geschreiben. Es wird zumeist aus der Ich-Perspektive rückblickend erzählt. Die einzelnen Kapitel hängen in keiner Form zusammen und künnen daher als einzelnen kleine Geschichten unabhänging von einenader in beliebiger Reiehnfolge gelesen werden. Daher eigenet sich das Buch hervorragen für das Lesen zwischendurch, z.B. auf kurzen Bahn- oder Busfahrten.
Aufmachung:
===========
Gelesen habe ich es in der gebundenen Ausgabe, die ich antiquarisch erstanden haben; es gibt es aber auch das Taschenbuch.
Größter Kritikpunkt aus meiner Sicht ist, daß es mit 190 relativ groß geschriebenen Seiten eindeutig zu kurz ist. Ich habe es innerhalb eines Abends verschlungen und hätte durchaus viel mehr lesen können. Zum Trost sei gesagt, daß es noch 2 ähnliche Bände von Adorf gibt.
Fazit:
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Insgesamt ein sehr interessantes und flott zu lesendes, aber eindeutig zu kurzes Buch, daß einen sehr schönen und unterhaltsamen Einblick in einzelne Episoden aus dem Schauspielerleben Mario Adorfs beleuchtet.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-28 22:07:06 mit dem Titel Anhalt, Gert - Tote mögen keine Sushi: Deutsch-japanischer Krimi; spannend und humorvoll
Deutschsprachige Krimis waren lange Zeit für mich absolut uninteressant. Das mag daran gelegen haben, das ich zu Anfang meiner „Leser-Karriere“ (lang, lang ist es her) einige deutsche Krimis gelesen habe, die ich absolut langweilig, bieder und vorhersehbar fand. Da die Auswahl an guten Krimis aus dem englischen Sprachraum sehr groß ist, sah ich danach keine weitere Veranlassung, weitere Versuche mit deutschen Krimi-Autoren zu wagen.
Doch seit einigen Jahren gibt es auch hierzulande einige wirklich bemerkenswerte Autoren dieses Genres, stellvertretend sein nur Petra Hammesfahr oder Jaques Berndorf mit seiner „Eifel“-Reihe genannt. Doch auch Seiteneinsteiger liefern gelungene Krimis ab. Einer hiervon ist aus meiner Sicht Gert Anhalt mit seinem Krimi „Tote mögen keine Sushi“
Inhalt:
=====
Hamada Kenji ist ein kleiner, übergewichtiger Privatdetektiv in Tokio. Doch sein Alltag besteht nicht aus der Lösung spektakulärer Kriminalfälle, sondern eher aus Aufgaben, wie der Überprüfung zukünftiger Schwiegersöhne oder dem Auffinden verlorener Hunde. Er ist eher ein „Mädchen für Alles“. Daher ist er begeistert, als eines Tage der schwerreiche Großindustielle Hideyoshi Takahana ihn bittet, einen gutbezahlten Job zu übernehmen, da er auf der Uni einige Semester Deutsch studiert hat.. Weil das Kind seines Filialleiters in Deutschland entführt wurde, will Takahana die Lösegeldsumme schnell und unauffällig nach „Frankufuroto“, wie die Japaner zu Frankfurt sagen, schaffen. Doch als Hamada sich in Frankfurt mit dem Filialeiter trifft, nimmt alles einen ganz anderen Verlauf, als er erwartet hatte: Er wacht am nächsten Morgen in einem Park auf, das Lösegeld ist verschwunden und der Filialleiter liegt neben ihm, geköpft mit einem Samurai-Schwert, das noch in Kenjis Hand liegt.. Dieser flieht entsetzt und wird natürlich prompt als Mörder gesucht. Seine letzte Hoffnung ist Susanne, seine Jugendliebe, eine Deutsche, mit der er zusammen studiert hat und die in Frankfurt lebt und interessanterweise genau bei der firma arbeitet, für die Hamada den Auftrag übernommen hatte. Zusammen versuchen sie den Fall zu lösen und seine Unschuld zu beweisen. Es wird bald klar, dass mehr hinter dem Mord und der angeblichen Entführung steckt und die Spuren führen sie zurück nach Tokio.
Autor:
=====
Der Name Gert Anhalt kam mir schon gleich bekannt vor, als ich zum erstenmal von diesem Buch hörte. Und richtig, Bücher schreibt er nur nebenbei, in seinem Hauptberuf ist er Leiter des ZDF-Büros in Tokio und mir wahrscheinlich durch Reportagen oder kurze Berichte im Rahmen der ZDF-Nachrichten im Gedächtnis geblieben. Da er auch noch studierter Japanologe ist, hat hier jemand sein Fachwissen und seine Erfahrungen in einem Krimi verarbeitet.
Meinung:
=======
Krimis, die in Japan spielen oder in denen Japaner eine Hauptrolle haben, gibt es ja einige; exemplarisch sein nur Nippon Connection von Michael Crichton erwähnt. Doch dieser Krimi hier ist etwas anders.
Als erstes fällt dies durch den Stil auf. Denn durch die Person des Hauptdarstellers, der den Roman in der Ich-Perspektive erzählt, gewinnt das Ganze eine ironische Note, ohne aber ins Lächerliche abzudriften. Der kleine Detektiv aus Tokio, mit sich selbst insgesamt unzufrieden, gerät in Deutschland in eine Situation, die ihm erst einmal total über den Kopf wächst. Er hat Problem mit der Verständigung, er hat Probleme mit den fremden Sitten und wacht neben einer Leiche auf. Gert Anhalt ist es wunderbar gelungen, einen sympathischen Looser zu entwerfen, der eine Portion Galgenhumor verbreitet, gleichzeitig aber in seinen Vorstellungen und Ansprüchen etwas von japanischen Wesensart und der ganz eigenen Denkweise dieses Volkes vermittelt. Die Handlung ist ja eigentlich ziemlich brutal und hart, aber durch diese Betrachtungsweise hat das Buch eine gewisse Ironie und Leichtigkeit, die immer wieder zum Schmunzeln verleitet. Auch in typischen Situationen, in denen man Lustiges erwartet, seien es Sprachbarierren, Sitten u.ä., wird dies zwar eingearbeitet, aber man hat eher das Gefühl, die Situation aus Sicht des Japaners zu betrachten, dem einiges in Deutschland unverständlich ist. Dadurch, das nur etwa ein Drittel des Buches in Deutschland spielt, wird dieser Effekt auch nicht überreizt. Aber auch in den in Japan spielenden Teilen bleibt dieser angenehme, leicht ironische, sich selbst nicht zu ernst nehmende Grundton erhalten. Man merkt dem ganzen Buch an, dass der Autor sich sehr gut mit Japan und den dortigen Sitten und Gebräuchen auskennt. Und trotz der lockeren, leicht flapsigen Art, wie diese manchmal dargestellt werden, ist auch immer der zugrundeliegende Respekt vor dieser Kultur spürbar.
Auch die anfangs nicht besonders spektakulär klingende Handlung schlägt noch so manchen überraschenden Bogen, die durch ihre Spannung und Unvorhersehbarkeit den Leser bis zum Ende des Buches in seinen Bann schlägt. Und was ich persönlich immer als sehr wichtig empfinde: Trotz der vielen Wendungen ist der Schluss in sich logisch und der Verlauf der Handlung nachvollziehbar. Ohne all zu viel von dieser zu verraten, weil ich es auch persönlich hasse, wenn ich schon vorher weiß, wie ein Buch oder Film ausgeht: Es gibt noch mehrere Morde und alles hängt mit Ereignissen aus dem Jahr 1937 zusammen, die auch etwas mit der gemeinsamen deutsch-japanischen Vergangenheit zutun haben. Also kommt auch noch ein klein wenig Geschichtsuntereicht hinzu.
Fazit:
====
Ein spannender und gleichzeitig amüsanter Krimi, der gleichzeitig in lockerer Art auch ein Einblick in das alltägliche Leben eines „normalen“ Japaners gewährt. Ein Krimi, bei dem man ganz nebenbei auch ein wenig Wissen vermittelt bekommt; genau das, was ich liebe.
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