Erfahrungsbericht von Gering
DEAVER: der S. King des Thrills...
Pro:
alles
Kontra:
nix
Empfehlung:
Ja
über Die Tränen des Teufels / Deaver, Jeffery
Jeffrey Deaver – bei beim neuen YOPI immer noch ein unbekannter Autorenname, aber zugegebenermaßen bin auch erst über diverse Meinungsforen auf ihn gestoßen. Dass ich da lange Zeit hohen Lesespaß verpasst habe – sicher, aber das passiert ab sofort nicht mehr, die Bücher von diesem Schriftsteller werden jetzt alle gelesen.
Überzeugt hat mich der Thriller DIE TRÄNEN DES TEUFELS. Der Titel spielt auf eine Eigenheit in der Handschrift des Haupttäters oder besser, des Hauptdenkers von blutigen Amokläufen in Washington D.C., die Deavers in diesem Buch geschehen lässt.
Aber besser erst mal von Anfang an:
In einer Metrostation im Yuppieviertel der Hauptstadt der USA schießt ein mittelgroßer, vermutlich weißer Mann mit einer automatischen Waffe und vermutlich mit Schalldämpfer in die sich dort aufhaltende Menschenmenge. Niemand hat den Täter genau gesehen, niemand hat etwas gehört, nur die Geräusche der Querschläger und der Kugeln, die menschliches Fleisch trafen. 23 Tote.
Fast gleichzeitig – also in einem solchen Zeitrahmen, dass nur zwei Täter als Team diese Tat geplant und durchgeführt haben können - trifft im Rathaus ein Erpresserschreiben ein, auf dem 20 Millionen Dollar Lösegeld gefordert werden. Ansonsten würde alle vier Stunden automatisch weitere Massentötungen folgen.
Das FBI zeiht sofort eine Sondergruppe von Ermittlern zusammen, geführt von der Eisernen Lady Margaret Lukas. neben ihr nimmt Agent Cage eine leitende Rolle in dem Team ein, doch wird klar, dass man weiter Hilfe benötigt, denn kurioserweise ereignet sich ein Verkehrsunfall, bei dem der Überbringer des Erpresserschreibens getötet wird. Den Ermittlern ist klar, dass der eigentlich Schütze damit im Plan weiter machen wird, das keine Möglichkeit besteht, ihm Nachricht zukommen zu lassen.
Aus diesem Grund zeihen die Agenten den Urkundensachverständigen und ehemaligern FBI – Agenten ParkerKincaid zum Team hinzu, der allein aus dem Verbrecherschreiben wichtige Erkenntnisse gewinnen kann.
Dennoch: Zwei weitere Massaker folgen, Dutzende von Menschen und FBI – Agenten verlieren ihr Leben bei der Jagd nach dem vermeintlich einzigen Überlebenden des Mörder – Duos.
Aber: So einfach, wie hier geschildert, ist die Geschichte nun auch wieder nicht!!!
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Deaver wartet in diesem blutrünstigen Thriller mit einer kinoreifen Handlungsstruktur auf, die den Leser das eine und andere mal zum Narren hält.
So kommt das buch dreimal zum Schluss – Trugschluss. Denn scheinbar werden mehrere Male die Bösen verhaftet, getötet, aber es ist nichts so, wie es wirklich scheint.
Und dabei gelingt es Deaver, dieses Mittel zur Spannungssteigerung wirklich effizient einzusetzen und zwar so, dass es nicht aufgesetzt, in die Länge ziehend, aufgenommen wird, sondern wirklich die Spannung bis zum absoluten, nicht mehr abzuwartenden Höhepunkt treibt.
Deaver gewinnt in diesem Pluspunkte durch die Handlung und schnelle Handlungswechsel – andere Thrillerautoren oder Autoren von Kriminalliteratur tun dies durch tiefgründige, analytische Sichtweisen. beides hat was für sich, aber Deaver leckt hier ein den Leser atemlos zurücklassendes Buch vor, dass deutlich zeigt, dass auch der Aufbau eines Buches meisterhaft durchdacht und ausgeführt werden kann.
Wie schon oben angedeutet: Der Leser sollte nie meinen, wirklich zu verstehen. Denn am Ende des Buches zeigt sich, dass man eigentlich nichts verstanden hat und sich von Autor belehren lassen muss.
Aber das wirkt nicht frustrierend, sondern stimulierend für das nächste Buch.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-13 12:20:39 mit dem Titel Sicherheit ist pure Illusion
Mittlerweile ist der Name Jeffrey Deavers von den Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken und auch sein neues Taschenbuch „Lautloses Duell“ gehört zu den Spitzentiteln im Thrillergenre.
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Inhalt
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In der Traumfabrik der Siliziummillionäre, Silicon Valley, treibt ein heimtückischer Mörder sein Unwesen, der sich, als genialer Hacker, via Computer vorher ein genaues Bild von seinen Opfern macht und diese in ihren Verhaltensweisen ausspioniert und bei belieben sich diesen anpasst, um sich an seine Opfer annähern zu können.
Die örtliche Polizei sieht sich gezwungen, einen inhaftierten Hacker mit Namen Wyatt Gilette zu Rate zu ziehen und bei der Ermittlungsarbeit mitarbeiten zu lassen, der im Gefängnis sitzt, weil er das Codierprogramm des Pentagon gehackt hat und somit zu einer Gefahr der nationalen Sicherheit geworden ist.
Der Mörder, der verschiedene Pseudonyme benutzt, ist Gilette auch unter seinem Hackerpseudonym Phate bekannt. Wie sich herausstellt, kennt Gilette diesen wahnsinnigen Mörder sogar fast persönlich, wenn man die Bekanntschaft via Datenkabel als persönliche Beziehung bezeichnen möchte.
Gilette und Phate hatten Jahre zuvor als Team geniale Hacks ausgeführt. Doch nachdem Phate immer häufiger gegen den Ehrenkodex der Hacker verstoßen hat und sogar Menschenleben bedrohte, hatte Gilette ihn durch eine Information an das FBI hinter Schloss und Riegel gebracht.
Phate. mittlerweile aus dem Gefängnis geflohen, ist eine Spielernatur und das gerade ist der Antrieb zu seinen Morden.
Grundlage seines Handelns ist ein Cyberrollenspiel, in dem einen ganz normale Gesellschaft im Internet etabliert wurde. Jeder Mitspieler nahm in diesem Spiel eine normale Stellung ein ( als Busfahrer, als Krankenschwert, Politiker usw.). Nur einmal in der Woche wurde ein Mitglied der Gesellschaft ausgewählt, ein Mörder zu werden und nur dieses Mitglied wusste das. Aufgabe war, eine Zielperson mit einem Stich in das herz zu töten, wobei für unterschiedliche Schwierigkeitslevel unterschiedliche Punktzahlen gesammelt wurden. Ein Polizist, dem in s Herz gestochen wurde, brachte mehr Punkte, als ein Rentnerehepaar. Nachdem dieses Spiel verboten wurde, setzte Phate das Spiel in die reale Welt um und als genialer Hacker sucht er sich Ziele, die seinem Level angemessen erscheinen, denn er ist ein Meister seines Faches und zu einfache Beute reizt ihn nicht mehr.
Aber mehr als einmal zeigt Phate, dass er auch Gilette mindestens ebenbürtig, teilweise sogar überlegen ist und er kennt keinerlei Skrupel, Menschenleben zu opfern.
Behilflich ist Phate eine Person mit Namen SHAWN, und da dieser Shawn scheinbar Phate regelmäßig über den Entwicklungsstand der Arbeit der Polizei informiert, kommt schon schnell der Verdacht auf, dass ein Mitglied des Ermittlungsteams mit dem wahnsinnigen Serienkiller unter einer Decke steckt.
Und so kann die Polizei auch die nächsten Morde nicht verhindern. Im Gegenteil, die Mitglieder der Ermittlungsteams landen auf der Liste Phates, der ein würdiges Opfer gefunden zu haben scheint.
Und in der Tat: Einige Leute im Polizeiteam sind nicht das, was sie vorgeben
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Besprechung
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Der Technikgläubigkeit der modernen Gesellschaft wird von Deaver in diesem Thriller der Spiegel vorgehalten: In der von Computern beherrschten Welt ist Sicherheit nur noch eine Illusion, auch wenn viele Menschen dieses nicht wahrhaben wollen oder können. Hacker und Wizards können sich zugriff auf die geheimsten Informationen verschaffen und so, je nach dem Ehrenkodex, dem sie sich unterwerfen, nur schaden, oder aber wie in diesem Buch, gezielt Menschen töten oder ins Unglück stürzen.
Und auch die Stellen, die den normalen Menschen Schutz bieten sollen, sind den „Bösen“ immer einen Schritt hinterher und demnach ausgeliefert.
Ein Ohnmachtgefühl mag sich de bei dem einen oder anderen Leser einstellen nach der Lektüre.
Deaver zeigt in diesem Buch erneut seine erzählerische Klasse, denn durch immer neue und überraschende Wendungen wird der Leser nicht nur gefesselt, dass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen kann, sondern das eine und andere Mal auch an der Nase herumgeführt, so dass das Ende des Buches in Teilen sehr überraschend ist. Denn das Leben eines Hackers ist nicht nur biologisch sondern auch elektronisch und endet nicht mit dem Tod seines Körpers.....
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 11:26:22 mit dem Titel Erneut ein meisterhafter Thriller
Liest man sich die Inhaltsangabe des Buchdeckels durch, dann wird dem einen oder anderen sicherlich das Gefühl befallen, dass allein diese knappe Information eigentlich nur einen langatmigen und langweiligen Thriller ankündigen könnte.
Und so geht's los: Eine Gruppe von tauben Mädchen einer Schule für Gehörlose sind unterwegs in Kansas, um an einer Theateraufführung teilzunehmen. Sieben Mädchen, das älteste davon 17 Jahre alt, sowie zwei Lehrerinnen, eine ältere darunter, die sprechen kann. Auf einer einsamen Landstraße bemerken sie einen beschädigten Wagen, der mit offener Tür quer am Straßenrand steht. Der Bus hält an, die Lehrerinnen wollen sehen, ob sie erste Hilfe leisten können.
Dabei entdecken sie den Fahrer des Wagens, der aus der Fahrertür leblos herauslehnt. Bei genauer Betrachtung stellen sie fest, dass der Mann durch eine Schuss in den Hinterkopf getötet worden ist.
Bevor sich die Lehrerinnen entscheiden können, was genau sie jetzt tun können, tauch zwei grimmig aussehenden Gestalten auf, während sie im Hintergrund in einem Feld einend ritten Mann erkennen, der gerade eine Frau, die am Boden liegt, mit dem Messer tötet.
bei den Dreien handelt es sich um Ausbrecher aus einem Bundesgefängnis, die auf ihrer Flucht unter anderem schon einen Aufseher kaltblütig ermordet hatten.
Unter den Dreien befindet sich Lou Handy, der des mehrfachen Mordes verdächtigt wurde / wird, allerdings nur wegen Vermögensdelikten ins Gefängnis musste. Bonner, ein psychopathischer Vergewaltiger, und Wilcox, ein Mitläufer.
Die Drei bringen den Bus mit den tauben Mädchen und die beiden Lehrerinnen in ihre Gewalt und fahren direkt zu einem in der Nähe gelegenen, mittlerweile seit etlichen Jahren stillgelegten ehemaligen Schlachthaus, dass direkt am Arkansas River grenzt.
Die drei machen keine Anstalten, sich de Verhaftung zu entzeihen, sondern scheinbar gehen sie direkt in die Falle, denn recht schnell wimmelt es um das Schlachthaus von Polizeibeamten und FBI Agenten.
Arthur Potter, einer der FBI Agenten und Experte für Verhandlungen bei Geiselnahmen, wird zum Ort der Entführung delegiert, um die Geiselnehmer zum Aufgeben zu überreden. Mit ihm trifft nach und nach sein eigenes Team ein, das schnell die Ermittlungen aufnimmt.
Doch kurz nach dem ersten Kontakt zeigen, die Geiselnehmer, dass mit ihnen kein Geschäft zu machen ist: Bei einer vereinbarten Geiselübergabe erschisset Lou Handy unmotiviert eine Geisel, um klar zu machen, wie er es versteht, zu verhandeln.
Für das Team um Arthur Potter kann es jetzt nur darum gehen Zeit zu gewinnen, bis de FBI Sturmeinheiten vor Ort eintreffen und so viele Geiseln wie möglich zu befreien.
Allerdings greifen noch andere staatliche Behörden in das Geiseldrama ein, und das hat tödliche Folgen................
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Die scheinbar einfache Handlung, die sich aus dem Buchdeckel ergibt, entpuppt sich (mal wieder) als ein absolutes Meisterstück, denn Jeffrey Deaver versteht es durch Perspektiven- und Ortswechsel, die Handlung immer unter Feuer zu halten und das Interesse des Leser über das gesamte Buch hinweg aufrecht zu erhalten.
Wichtig ist dabei, dass er seine Personen glaubhaft gestaltet: Den brutalen, ja wahnsinnigen Handy, der, wenn es zweckmäßig ist, mordet und quält, den ernsthaften, in sich gekehrten Arthur Potter, der sein Bestes gibt, aber oft an sich zweifelt usw.
Interessant vor allem ist die Ausgestaltung des Endes _ das gibt es quasi zwei Mal, den wer denkt, dass dieses Buch einen nur einfachen Schluss hat, der irrt: Spannungsvoll wie die 400 Seiten vorher geht es in einer Achterbahnfahrt weiter bis auf die letzte Seite.
Meine Meinung: Wieder mal zeigt Deaver, wer derzeit in Amerika und auch Europa auf dem Thrillermarkt dank der Qualität das Sagen hat!!
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 11:35:08 mit dem Titel Und wieder: Spannung vom Feinsten !!
Die Saat des Bösen / Deaver, Jeffrey
Die Fabel der Geschichte, also der Handlungsstrang hört sich für sich genommen vielleicht nicht ganz so spannend an:
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INHALT
Die Tochter des ehemaligen Staatsanwaltes und jetzigen Rechtsanwaltes Tate Collier und seiner Exfrau Bett McCall, Megan McCall, wird betrunken an einem Wasserturm aufgefunden. Ihr wird (scheinbar) vom Jugendamt auferlegt, sich einer Therapie zu unterziehen, um ihre Probleme in den Griff zu bekommen.
Den Eltern sagt sie, dass sie diesen Termin wahrnehmen wolle.
Am Abend will die Familie gemeinsam Essen, was sie seit Jahren nicht mehr getan haben.
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Tate besitzt ein Landhaus und eine Farm und untersucht zu dem Zeitpunkt, an dem Megan zum Therapeuten gehen will, eine defekte Wasserleitung auf seinem Anwesen. Ihm fällt, als er auf seinem Acker steht, auf, dass jemand in seinem Haus alle Lichter gelöscht hat.
Zunächst denk er, dass seine Tochter nach Hause gekommen sei, aber als er später zum Haus zurückkehrt, ist niemand mehr dort. Auch seine Frau, die später kommt, kann sich das Fernbleiben der Tochter nicht erklären. Gemeinsam bitte man einen befreundetet Polizisten, der wegen Alkoholmissbrauchs auf Bewährung noch im Staatsdienst ist, ihnen zu helfen.
Dieser findet unter dem Kopfkissen der Tochter Briefe an die Eltern, in denen Megan diesen schlimme Vorwürfe macht.
Es scheint so, als dass Megan aus irgendeinem Grund durchgebrannt sei.
Schnell aber wird klar, dass die ganze Geschichte nicht so recht zusammenpassen kann.
Megan hat sich auf das gemeinsame Essen mit den Eltern gefreut. Sie hatte ein Rendevouz mit einem attraktiven Mann, hatte Geburtsaggeschenke für die Mutter gekauft – und verschwindet einfach?
Bald stößt der Polizist und parallel dazu auch Tate auf den mysteriösen Tod einer Freundin von Megan. Auch sie war in Behandlung bei einem Therapeuten und wie sich herausstellt war es derselbe, zu dem Megan gehen sollte.
Dieser aber, der sich als Therapeut Dr. Peters nennt, will Megan nie gesehen haben.
Und so beginne Tate und seine Frau, der Polizist Konnie und der Freund von Megan, Joshua LeFevre mit ihren Nachforschungen.
Nachforschungen, die grausame Morde nach sich ziehen, grässliche „Unfälle“ und die zum Ende deutlich machen, dass das ganze, erschreckende Szenario mit der Vergangenheit Tat Colliers zu tun hat.
Bis zu dieser Erkenntnis aber steigert sich der Mörder in einen Blutrausch, bei dem auch Unbeteiligte ihr Leben lassen müssen.
Klar aber ist: Der Mann mit dem Pseudonym Dr. Peters ist ein religiöser Fanatiker, der....
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LESEWIRKUNG
Ich habe mir dieses und auch die in nächster Zeit hier vorzustellenden Deaver – Bücher aufgrund der CIAO Rezensionen gekauft. Als ich den Buchdeckel dieses Buches gelesene habe, ging mir durch den Kopf, dass das buch vielleicht ein Fahlkauf sein könnte. hört sich eben nicht so spannend an.
Deaver aber zeigt erneut, wie bei seinen anderen Bücher auch, dass er ein Meister der Spannung ist, jemand, der bewusst und geschickt eine Story verwirrend darstellt und sie Schicht um Schicht vor den Augen des Lesers entwirrt.
Aber selbst bei dem Eindringen die Intrige und verworrenen Gedanken des Dr. Peters schafft es Deaver immer wieder, die Spannung durch abrupte Wechsel und Neuerungen aufrechtzuerhalten und sogar noch zu steigern.
Deaver beherrscht die Kunst des Thrills meisterhaft, da kann ihm niemand etwas vormachen, und er ist sicherlich einer der Autoren, die noch viel von sich reden machen werden.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 11:33:59 mit dem Titel Seichter Beginn, packendes Ende
Drei Zeugen gibt es dafür, dass der Waffenhändler Hansen Beweismaterial verschwinden ließ, das ihn in Verbindung mit einem Überfall auf einen Armeetransport in Verbindung brachte, bei dem zwei Soldaten getötet worden sind.
Nun bleibt der Name Hansen in diesem Buch zwar immer nur im Hintergrund, für die Handlung spielt er als Person keine wichtige Rolle, und dennoch ist es Hansen, der mit der Beauftragung des Berufskillers „Der Tänzer“ dem Buch den Inhalt gibt.
Der Tänzer hat seinen Namen nach einer Tätowierung auf einem Arm, von dem eines der wenigen überlebenden Opfer noch berichten konnte. Der Sensemann tanzt vor der aufgebahrten Leiche einer Frau.
Nicht wesentlich mehr ist über diesen Berufsmörder bekannt, außer der Tatsache, dass er, hat er einen Auftrag angenommne, diesen auch zu Ende führt – ein Zurückrufen ist nicht möglich.
Der umtriebige Hansen setzt der Tänzer auf eben diese drei zeugen an, die ihn in Zusammenhang mit dem Überfall bringen können und das Buch beginnt mit der erfolgreichen „Lösung“ des ersten der drei Probleme durch den Tänzer.
Die drei Zeugen sind zum einen Ed Carney und seine Frau Percy sowie der Pilot Hal. Hal arbeitet in der Charter – Firma der Carneys, die eine Art von Luftfrachttaxi betreiben und mit Lear – Jets ausgerüstet sind.
Ed Carney startet an einem Abend zusammen mit einem jungen Co – Piloten, da seinen Frau einen Migräneanfall hat. Im fällt ein schmutziger Lieferwagen auf, der seit tagen in der Nähe seiner Wohnung steht, denkt aber nicht weiter darüber nach.
Auf dem Weg zum Flughafen, im Büro und auch im Flugzeug selbst versucht er, seine Frau zu erreichen, doch sie meldet sich nicht. Kurz vor der Landung erst wird der Hörer abheben – als eine Detonation zwei Menschen in den Tod reißt.
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Das Ermittlerteam aus DIE ASSISTENTIN spielt auch bei der Klärung dieses Falles eine entscheidende Bedeutung. Zum einen ist da Lincoln Rhyme. Lincoln ist der ehemalige Leiter der Spurensicherung der New Yorker Polizei, seit einem Unfall bei einer Ermittlung jedoch vom Hals abwärts gelähmt. Ihm zur Seite steht Amelia Sachs, von Lincoln angeleitete Ermittlerin und Expertin für Tatortuntersuchungen. Zwar ist Lincoln offiziell nicht mehr im Dienst, sein Wissen aber ist so überaus nützlich, dass die alten Kollegen in immer wieder konsultieren. Sachs ist der verlängerte Arm, die verlängerten Augen und Ohren für Lincoln.
Schnell wird diesem klar, dass es sich bei dem Totentänzer um einen alten Bekannten handelt, mit dem er noch einen Rechnung zu begleichen hat.
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So gewitzt es die Ermittler auch immer anstellen, der Totentänzer ist scheinbar immer wieder einen Schritt voraus, lässt sich nicht durchschauen und seine Handlungen nicht vorhersagen. Einige Fallen, die ihm gestellt werden, scheitern kläglich und kosten Ermittlern das Leben, wobei der Totentänzer auch nicht davor zurückschreckt, nur der Ablenkung wegen einen Menschen langsam verbluten zu lassen.
Und schon recht schnell hat er zwei der drei Zeugen erwischt, der dritte Zeuge fliegt derweil mit einer Bombe an Bord über diverse Bundesstaaten und kämpft um sein Leben .......
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Deaver nimmt mit dem Thriller „Letzter Tanz“ die Geschichte des Erfolgsduos aus DIE ASSISTENTIN wieder auf, es handelt sich um eine Nachfolgeausgabe. Nun habe ich das Erstwerk nicht gelesen, muss man aber auch nicht.
Dieses Buch überzeugt mich nicht sosehr, wie die anderen Bücher von Deaver, weil es zu Beginn teilweise Längen aufweist, was bei den anderen Büchern nicht der Fall war.
Für viele ist die Idee des gelähmten, aber brillanten Ermittlers und einer nicht weniger geistig mobilen Assistentin überzeugend gewesen, was sich aus en Verkaufszahlen des ersten Bandes erkennen lässt. Ich selbst habe beim lesen nicht immer das erkannt, was es denn dann so spannend machen soll.
Vor allem aber Aktion und Reaktion von Polizei und Attentäter, der Versuch, sich gegenseitig zu Täuschen und in Fallen laufen zu lassen, hat Deaver meisterhaft und lesenswert gelöst.
Zum Ende aber spitzt sich die Handlung dramatisch zu, das Aktionstempo der Akteure steigert sich und damit auch der Effekt, dass das buch zum Ende deutlich fesselnder wird.
Die VIER STERNE, die ich diesem Buch gebe, beziehen sich nicht allgemein auf die Qualität des Thrillers im Vergleich zu anderen, sondern im Vergleich auf die fünf Sterne Bücher, die ich bisher von Deaver gelesen habe. Das Buch ist gut, die anderen waren besser.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 16:31:51 mit dem Titel Leider kein Jahrtausendwurf
Der Jahrtausendkaiser / Dübell, Richard
Der ehemalige Novize Phillip, nun als Freier Truchsess eines kleinen Adeligen und dessen Vertrauter, erhält von seinem Herrn den Auftrag, für einen Kardinal eine kleine Dokumentenfälschung zu Gunsten eines kleinen Ritters vorzunehmen (am Rande: man geht davon aus, dass je nach Phase bis zu 25% der Dokumente, die aus der Zeit des Mittelalters zu uns überkommen sind, Fälschungen sind!). Dabei geht es, so wird Philip gesagt, um eine reine Erbsache, freilich eine lukrative.
Ein ehemaliger Teilnehmer an dem Feldzug ins heilige Land sei von der Familie seiner verstorbenen Frau um deren Mitgift, eine Erzmine, betrogen worden.
Phillips Aufgabe sei es, durch das geschickte "Erneuern" der vernichteten Originaldokumente bzw. dem Herstellen von ähnlich aussagekräftigen Schriften dem Betrogenen zu seinem Recht zu verhelfen.
Nach und nach aber häufen sich die Menschen, die auf recht unnatürliche Art und Weise über den Schicksalsfluss geschickt werden. Und dabei schrecken die Mörder weder vor Priestern noch vor dem Mord einer ganzen Hofsassen - Familie.
Phillip geht nach und nach auf, dass es sich für wohl kaum nur um eine Erbstreitigkeit handeln kann, denn zu viele Verdachtsmomente stürmen auf ihn ein. Denn auch eine Frau aus dem Westen, Aude, ist in die Sache verwickelt: Sie sucht ihren vermissten Mann, der in Köln einen rätselhaften Mann treffen wollte, seitdem aber verschwunden bleibt. Eben diesen Vermissten hatte Phillip zuvor noch in Köln angetroffen.
Allmählich lichtet sich das Dunkel der Handlung, Phillip ist auf der Spur einer gigantischen Fälschungsaktion, die den Kaiser vom Thron fegen soll.
Zugegeben: Lange Zeit habe ich mit dem Gedanken gespielt, das buch nicht zu Ende zu lesen - allerdings habe ich es immer wieder genommen, teilweise auch gezwungener Maßen (siehe meine anderen Meinungen zu weniger guten Büchern).
Das Buch hat zweifelsohne deutliche Längen - was die Dialoge angeht, aber auch die Handlung an sich. Erst zum Schluss wird der Leser wirklich gefesselt.
Misst man dieses buch an anderen Belletristik - Werken zum Mittelalter, schneitet es sicher bei weitem nicht so gut ab wie "Die Säulen der Erde" oder andere.
Dazu ist auch die Fabel des Buches kaum angelegt, zu sehr rückt das Buch in die Nähe eines Mittelalterkrimis anstatt in die Richtung der erfolgversprechenderen Saga.
Zweifellos hat Richard Dübell ordentlich und emsig recherchiert - dennoch: Der jahrtausend - Kaiser ist leider kein Jahrtausendbuch.
Aber: Mein Fall ist dieses Buch nicht, obwohl ich sehr gerne historische Krimis lese. Wer aber Interesses an den Staatsgeheimnissen des Mittelalters hat (Im Name der Rose usw.), wird an diesem Buch gefallen finden (können).
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-16 10:57:26 mit dem Titel Und sie spinnen doch, oder?
Die Zeit der Römer kann mit so manchem Klischee aufwarten, zumindest im Rückblick von heute auf diese Zeit. Dass die Römer- wie jeder Supermacht früher und heute – leicht neurotische Züge aufwiesen, auch dass kann man in fast allen Büchern, die über diese Zeit geschrieben worden sind, nachlesen.
Ein wenig anders sind die Bücher von Lindsey Davis, ihres Zeichen mit einer ganzen Romansammlung mit dem Titelhelden Marcus Didius Falco auf dem deutschen Buchmarkt vertreten – anders halt, aber so manches dieser Klischees entpuppt sich dann doch als vielleicht zutreffend.............
In dem Roman EISENHAND muss dann auch der Privatermittler weg aus dem so heiß geliebten Rom in rein ins wenig römerfreundliche Germanien.
Aber zunächst das Vorgeplänkel.
Marcus Didius Falco hat es hart getroffen: Als Privatermittler und Vertrauter des Kaisers Vespasian, seines Zeichens einer der knickrigsten Cäsaren überhaupt, und demzufolge ständig pleite, wird von eben diesem so vertrauten Kaiser des Öfteren mit höchst brisanten Nachforschungen betraut.
Zudem hat er eine in der Gesellschaft sehr hoch stehende Freundin, Helena, mit der er zwar mittlerweile zusammenlebt, der aber vom Thronfolger eindeutige Angebote inklusive Heirate und Herrschaft über das Römerreich angetragen werden. Insgesamt also viele Gründe, sich Sorgen zu machen, doch damit nicht genug: Als Vorsteher seiner Familie – der Vater als eigentlich erster Mann hat bei der Familie glatt die Flucht ergriffen – wird ihm nicht nur nicht der notwenige Respekt entgegengebracht, nein, selbst die Mutter hält ihn für einen mit zwei linken Händen. Peinlich, peinlich, und da soll man noch mit stolzem Gesicht über das Forum gehen sollen.
Nun, Zeit für einen Gardinenwechsel, nur dass der Kaiser Ihn mit wichtigen Ermittlungen nach Germanien schicken will, passt ihm gar nicht in den Kram: Nach einer blutigen und nur mit höchster Mühe und Not zurückgeschlagenen Revolte einiger Germanenstämme, zu denen auch Teile der Rheinarmee übergelaufen sind, sll Marcus Didius Falco das Schicksal eines gefangen genommenen Legaten herausfinden, den Rädelsführer des Aufstandes ausfindig machen und auch noch die Zuverlässigkeit der verbliebenen Truppen überprüfen.
Und das, nachdem Helena scheinbar von den kaiserlichen Angeboten genervt, die Flucht aus Rom angetreten hatte.
Notgedrungen nimmt Marcus Didius Falco den Auftrag an und reist in Begleitung eines Barbiers vom anderen Ufer, der im Palast in Ungnade gefallen ist.
Auf der Reise ins ewig weit entfernte Germanien ergeben sich für Marcus Didius Falco schon „Bekanntschaften“, die ihm später zur Klärung einiger Details sehr hilfreich sein werden.
Dass er als Gesandter des Kaiser freilich nicht unbedingt gern gesehen ist, muss er am Bestimmungsort seiner Mission am eigenen Leib erfahren. Nebst Mordanschlägen ist auch eine legionärsgemäße Abreibung in Reichweite.
Dennoch nimmt Marcus Didius Falco seine Arbeit auf und dabei fällt ihm als erstes auf, das der Führer der 14. Legion scheinbar spurlos verschwunden ist. Auf dem linksrheinischen Ufer freilich kann er die ihm übertragenen Aufgaben nicht lösen, und so muss er, ob er will oder nicht, mit einem Haufen quitschfrischer Legionäre auf das rechtsrheinische Ufer gehen und im Feindesland Antworten auf seine Fragen suchen…..
MEINUNG
Mit dem Buch EISENHAND habe ich das dritte Buch von Lindsey Davis gelesen und sie gehört nach dieser Lektüre zu meinen privaten Favoriten. Der tollpatschige Privatermittler Marcus Didius Falco, geschlagen mit einer wenig erfreulichen Sippe, ständig in Geldnöten und verhandelt mit der schönen und reichen Helena ist der sympathische Mittelpunkt der Handlung. Mitleid aber wäre zu wenig, um aus einem Buch eine fesselnde Lektüre zu machen. Und das ist es auch nicht. Es isst er der Wortwitz, mit dem die deutsche Übersetzung aufwarten kann, bei der in jeder Zeile dem Leser ein Schmunzeln nicht erspart bleibt und das Lesen des Buches nicht nur zu einem lehrreichen, weil geschichtlich handfesten Lesestoff, sondern auch zu einem wirklich amüsanten Lesevergnügen machen. Das fängt an bei den bissigen Kommentaren, mit denen Marcus Didius Falco seiner Umwelt bisweilen auf den Keks geht, und geht weiter mit der Ausgestaltung der Figuren des Buches, die sicherlich Stereotypen darstellen, aber wirklich gekonnt verknüpft und nicht immer ernst gemeint den Charakter dieses Buches ausmachen.
Ähnlich wie die Bücher von John Maddox Roberts nehmen die Bücher von Lindsey Davis als zweite wirklich gute historische Romanreihe einen Sonderplatz in meinen Bücherregalen ein, wenn auch der erstgenannte sicherlich die wissenschaftlich trefferenden Bücher schreibt. Vom Unterhaltungswert her aber kann es EISENHAND auch mit den Büchern J.M. Roberts aufnehmen.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-03 17:02:49 mit dem Titel Spannung von der ersten bis zur letzte Seite
Deaver: Der Insektensammler
Der Name Jeffery Deaver ist Garant für atemberaubenden Lesespaß, freilich angenommen, dass man für das Genre des Thrillers einiges übrig an. Und die Namen Lincoln Rhymes und Amelia Sachs werden nicht nur Leseratten bekannt sein, sondern auch den „Sehern“ des Kinofilms „Knochenjäger“, der die Verfilmung des Deaver – Buches „Die Assistentin“ darstellt.
Mit „Der Insektensammler“ hat Deaver nun einen Nachfolger aufgelegt, der sich vor dem Vorläufer und dem Kinofilmvorleger nicht verstecken braucht.
Lincoln Rhymes ist, wie der Leser sicher weiß, seit einem Unfall von den Schultern abwärts gelähmt, was nur Finger der rechten Hand nicht betrifft. Trotz dieses Handicaps, dass ihn zwar zynisch und im Umgang mit anderen Menschen oft rau gemacht hat, ist er der gefragtester Kriminologe in der Gegen New Yorks. Und an seiner Seite befindet sich Amalia Sachs, ihrerseits Polizisten, die ihm bei seinen Fällen beisteht, und das schon lange nicht mehr als verlängerte Sinnesorgane Rhymes, sondern als eigenständig denkender Tel eines Teams. Das zwischen beiden auch eine Liaison besteht sei am Rande erwähnt.
Lincoln kämpft mit seiner Krankheit und deshalb hat er sich entschlossen, sich in Avery, North Carolina, operieren zu lassen mit der Hoffnung, mehr Kontrolle über seinen Körper zu erhalten.
Zwei Tage vor der OP spricht ihn aber Jim Bell, Sheriff von Tanner´s Corner an und bittet ihn, der Polizei bei einem Entführungsfall zu helfen.
Die Polizei verdächtigt ´den 16 jährigen Garrett Hanlon, ein gleichaltriges Mädchen sowie einen Krankenschwester entführt und einen Jungen des Ortes mit einer Schaufel erschlagen zu haben. Zudem bringt man ihn in Zusammenhang mit ungeklärten bzw. mysteriösen Todesfällen in den letzten Jahren. Der Junge trägt den Spitznamen Insektensammler, weil er sich seit dem Tod seiner Eltern vor allem mit den Sechsbeinlern beschäftigt hat.
Da die Polizei davon ausgeht, dass beide Frauen noch leben, sie aber keinen Anhaltspunkt hat, wo Garrett sie versteckt hält, holt man Lincoln zu Hilfe.
Gemeinsam mit seiner Assistentin gelingt es ihm, zumindest Garrett und die entführte Krankenschwester ausfindig zu machen. Und das natürlich nur durch die Tatortspuren, die Lincoln verraten, wo sich Garrett bewegt und wohin er mit seinem letzten Opfer unterwegs ist. Garrett wird festgenommen und verhört, doch Amalia ist sich sicher, dass dem jungen die Morde nicht zur last gelegt werden können.
Scheinbar in einem Anfall von Geistesschwäche befreit die abgebrühte Polizisten Garrett und macht sich auf die Suche nach dem vermissten Mädchen, die Polizei im Nacken, geführt von Lincoln Rhymes.
Hoffnungslos wird die Flucht, als bei der Verfolgung ein Polizist von Amalia erschossen wird….
Doch es wird sich bald schon herausstellen, dass Tanner`s Corner viel gravierender Geheimnisse birgt, als nur den Tod einiger weniger Menschen…..
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Meinung
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Nichts ist so einfach, wie es scheint. Dieses Motto liegt den Deaver – Romanen allemal zu Grunde und wird von ihm meisterhaft in Szene gesetzt. So sieht es auch bei diesem Roman aus, bei dem es augenscheinlich um die Entführung zweier Frauen durch eine Geisteskraken geht, tiefgründiger aber ein böses Geheimnis das leben der Gemeinschaft wie ein Damokles Schwert überschattet.
Zunächst läuft die Handlung still und einfach vor sich hin, geführt von einem gnadenlos sicher schließenden und analysierenden Rhymes, diesem fast schon seebärartig bissigen Menschen, um dann im letzten Drittel überraschend und spannend zugleich sich in eine ganz andere Richtung zu wenden.
Überzeugend werden die Figuren der Handlung wie auch diese selbst entwickelt, aufgebaut, um dann in einer actionreichen Kaskade am Ende des Buches den Leser überrascht und begeistert zu verabschieden.
Bisher habe ich kaum nennenswerte Schwächen in den Büchern Deavers erlesen, dieses buch besitzt zweifelsohne keine.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-30 17:16:50 mit dem Titel Geiz ist eben nicht nur geil .....
Marcus Didius Falco, seines Zeichens Privatermittler des gerade zum Kaiser erkorenen Vespasian, soll für eben diesen einen kniffligen Fall römischer Politik lösen. Denn Vespasian ist nicht unumstritten, hat sich gegen andere Bewerber um den Kaiserthron (Princeps, wie Prof. Schneider (GHK Kassel) da mürrisch einfügen würde) durchgesetzt. Dass sein Stuhl noch wackelt, zeigen einige aktuelle Verschwörungen, von denen eine eben gerade zum Teil aufgeflogen worden ist. Die daran Beteiligten sind geflohen, wurden mit Posten „abgefunden“ bzw. für den Fall eines jungen adoptierten Senators im Gefängnis scheinbar erdrosselt worden. Doch gerade, als sich Vespasian der anderen Beteiligten annehmen will, auf seine, unblutige Art, erscheint ein grün gekleideter Mann und tötet gezielt eine Schlüsselfigur. Marcus Didius Falco seinerseits kann sich zwar einiges darauf einbilden, Privatermittler des Kaisers (Princeps) zu sein, nur wird davon leider nur selten der Magen voll, was an dem sprichwörtlichen Geiz des eben genannten Herrschers liegt. Der knausert bei jeder Sesterz, die er Falco für seine guten Dienste zahlen muss und vermittelt dabei noch das unangenehme Gefühl, dass er soeben ein Königreich verschenkt habe.
Nun, Falco ist nichts, hat wenig, dafür proportional viel Sorgen – ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich in Gefahr für sein Land zu begeben.
Kompliziert wird sein Leben auch noch dadurch, dass er mit der Frau des oben erwähnten adoptierten Senators und Thronstürzers ein intensives Techtelmechtel hat, was vor allem deshalb wirklich kompliziert wird, weil eben auch eine ganze Menge Gefühl von beiden Seiten dabei eine Rolle spielt. Ein Skandal, würde man heute wie damals sagen.
Marcus usw. Falco soll weiter Mitverschwörer im Auftrag des Kaisers warnen. Auf seinen beiden Routen durch Italien macht er dabei mehrfach unliebsame Bekanntschaft mit Barnabas, dem grün Gekleideten, bzw. seinen Schergen, die gleichwohl wenig zimperlich sind im Umgang mit dem Tod wie ihr Herr selbst.
Dass man auch an Morden an hoch stehenden Persönlichkeiten nicht zurückschreckt, zeigt Falco, dass es um einen sehr hohen Einsatz bei diesem Spiel um die Macht gehen muss – ein Einsatz, der nur wert ist, wenn es ….
genau….., um den Thron des Herrschers des Römischen Reiches geht. Und schon bald steht Falco im Zentrum der Interessen der Mörderband….
Falco dringt immer tiefer in das Gestrüpp der doch anscheinend aufgeflogenen Verschwörung und stellt fest, dass eine kleine Gruppe der alten Verschwörung, einen neuen Plan ausgeheckt hat, der Rom quasi an seiner Lebensader treffen soll.
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Meinung
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Mit Marcus Didius Falco betritt ein zugegebener Maßen weiterer sympathischer Antik- Detektiv die Bühne der Unterhaltungsliteratur, der freilich mitunter durch die Feder der Autorin an einigen Stellen zwanghaft ironisch wirkt, wird doch jeder seiner Schritte mit bisweilen spitzen Bemerkungen seiner selbst kommentiert bzw. mitbedacht.
Zweifelsohne aber schafft es Davis auch, eine interessante Story zu vermitteln, die zwar weniger opulent in das Wissen über die damalige Zeit einführt als die Bücher von John Maddox Roberts einführt, aber dennoch ein anschaulich plastisches Bild der antiken Welt des Alten Roms vermittelt.
Anders als bei Roberts stehen hier Lebensbilder der unteren und mittleren Schichten der römischen Gesellschaft im Mittelpunkt der Handlung. Der chronisch blanke Falco, der sich auch mal bei seinen Verwandten den Bauch voll schlagen muss, und der auch einmal Staatseigentum als sein eigenes ausgibt um es verkaufen zu können, dennoch aber immer treu seinem knauserigen Herrn dient – ein Widerspruch, der vielleicht typisch für diese Zeit des Reiches war.
Eingeführt wird man auch in den Standesdünkel der Oberen, und zwar am Beispiel der Beziehung zu Helena, der Senatorenfrau und – tochter.
Beide Hauptprotagonisten sind trotz aller Kritik am ab und an nervenden Humor durchaus glaubwürdig dargestellt und durch sie und ihr Handeln lebt das Buch.
Und immerhin habe ich mir gleich die anderen Bände der Bücher bestellt.
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DATEN
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Das Buch wurde 1990 erstmals veröffentlicht und jetzt wieder neu aufgelegt.
Lindsey Davis: Bronzeschatten.Knaur Verlag.
Preis: 8,90 €
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Kleiner Exkurs
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Bis heute ist die Meinung, dass die römischen Amtsinhaber in den Provinzen letztere auspressten wie reife Zitronen, weit verbreitet. In der Fachwissenschaft mehren sich freilich Anzeichen, dass davon generell und allgemein nicht die Rede sein kann, dass vielmehr oft und größtenteils wirklich gewirtschaftet und nicht erbeutet wurde. Es kann sich, wie es auch bei Davis auftaucht, bei diesem weit verbreiteten Stellungnahmen durchaus um eine Wandersage handeln – ähnlich auch den Latifundien, von denen viele meinen, es habe sie überall gegeben, die aber nur an zwei bis drei Originalstellen benannt werden.
Die vier Sterne für dieses Buch müssen erklärt werden. Nach John Maddox Robert – die bisher auf dem deutschen Markt fehlenden zwei Bände aus dessen Reihe sind ab Mai 2003 wieder erhältlich !!! – gibt es derzeit drei weitere Krimihelden, deren mehr oder minder interessanten taten im Alten Rom spielen. Lindsey Davis ist dabei die meiner Meinung nach von der Qualität der Unterhaltung und der interessanten Handlung wegen die bessere Wahl mit Ausnahme des Originals. Roberts Bücher sind auch im Verkaufserfolg weit über den „Nachahmern“ einzuordnen. Sich daran messen zu müssen, ist schwer, zumindest nach meinem Geschmack. Und da ich bei der Lektüre immer wieder Vergleiche gezogen habe, mag das Meinungsbild auch eingetrübt sein.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-13 20:22:36 mit dem Titel Thrill - Thriller - Deaver
Die meisten Leseratten werden mittlerweile einmal einen Deaver in der Hand gehalten haben. Den Thrillerautor, der in den letzten Jahren die Nr. 1 weltweit in diesem Genre ist. Und wenn nicht, so werden die anderen durchaus die Romanverfilmung DER KNOCHENJÄGER kennen, der der erste Thriller mit Lincoln Rhyme und Amelia Sachs darstellte.
Mit DAS GESICHT DES DRACHEN liegt nun der vierte Band rundum Rhyme und Sachs im Hardcover vor.
++++++INHALT++++++
Dass die Amerikaner ein Einwanderungsproblem haben bzw. ein Problem mit Einwanderung, ist bekannt. Besser ausgedrückt: Sie haben heute ein Problem damit, denn sie selbst sind ja bis auf die Ureinwohner, fälschlicherweise Indianer genannt, auch alle eingewandert. Zwei große Gruppen versuchen, in den Staaten ihr Glück zu machen: Menschen aus dem Süden, aus Mexiko und den Lateinamerikanischen Staaten, und Flüchtlinge aus Asien, China vor allem.
Die letzte Gruppe wurde zum Leitbild des Thrillers DAS GESICHT DES DRACHEN.
Rhymes und Sachs als Spezialisten für die Tatortuntersuchung und forensische Experten wurden von der Einwanderungsbehörde und dem FBI gebeten, sie bei dem Aufspüren eines gefährlichen Schlangenkopfes zu helfen, der allgemein nur DER GEIST genannt wird. Von ihm gibt es keine Fotos und kein Wissen über die Person, weshalb die Suche sich als Recht schwierig erweist. Dennoch gelingt es Rhyme festzustellen, dass der Geist sich gerade auf einem Schiff auf dem Atlantik befindet und versuchen wird, sich nach New York durchzumogeln, vermutlich, um weitere Geschäfte zu tätigen. Schlangenköpfe werden nämlich die Initiatoren des Menschenhandels genannt.
Doch läuft fast alles schief was schief laufen kann: Als der Geist merkt, dass ihm die Polizei auf hoher See eine Falle stellen will, versenkt er das Schiff, nicht aber, ohne vorher die Ferkel, so bezeichnet er die Menschliche Fracht, im Laderaum eingesperrt zu haben.
Dem Geist gelingt die Flucht, leider aber auch einigen der Ferkel, und so muss der Geist versuchen, diese auszuschalten. Rhyme und sein Team sind geschockt, hatten mit dem Ausgang nicht gerechnet.
Für Lincoln und Amelia beginnt die Jagd auf den wohl skrupellosesten Menschenhändler, der seinerseits auch den Mord an Polizisten problemlos durchführen lässt.
Dem Team um Rhyme und Sachs kommt Sonny Li zu Hilfe, der sich als Ferkel ausgegeben hat, um auf dem Schiff mitfahren zu können, in der Tat aber ein verdeckter Ermittler ist.
Zunächst misstrauisch beäugt, hilft er den Ermittlungen auf der Suche nach dem Geist ein großes Stück weiter – bis auch er ein Opfer des Geistes wird.
Dieser hat nämlich seine Identität geändert, und zwar soweit, dass niemand in ihm einen ruchlosen Mörder sehen würde……
++++++MEINUNG++++++
Zweifelsohne hat Deaver mit diesem vierten Band der Rhyme – Figur erneut einen hochklassigen Thriller hingelegt, der in seiner Fangemeinde mal wieder zu Kauforgien fürhen wird.
Wie bei jeder bekannteren Romanfigur bzw. Romanfiguren lebt das Team Rhyme und Sachs vor allem durch die vermittelte Authenzität. Nun mag der eine oder andere Leser bei der ersten Lektüre eines der Bücher ein wenig überfordert sein, wenn es um das forensische Fachvokabular geht, aber das erliest sich relativ schnell und sollte keine größeren Probleme darstellen. Wichtiger hingegen ist, dass die Personen glaubwürdig sind bzw. Kraft ausstrahlen. Der gelähmte Rhymes wirkt nach außen hin harsch, ist in seinem Ton oft verletzend und es bedarf schon eine gewisse Geduld seines Umfeldes, nicht beleidigt zu sein. Unter der Schale aber nagen Sehnsüchte nach dem alten Leben an ihm, sich bewegen zu können, und so klammert er, ausgenommen der Phasen, in denen er an Selbstmord denkt, alle Hoffnung an neue Operationsmethoden, die ihm Linderung verschaffen können.
Er ist der rationale Teil des Teams, der Logos, der durch rein kognitive Operation ein Problem zu lösen sucht.
Amelia Sachs hingegen ist eine gutaussehende Rothaarige, die an den Nägeln kaut und fahren kann wie der Teufel, die weinen kann, sich Kinder wünscht, sich nach einer Familie sehnt – und das mit Rhymes.
Nicht nur, dass mit diesem Buch ein aktuelles Thema aufgegriffen wird, bei dem die Rolle der Politik in Hinblick auf das grausame Schicksal vieler Flüchtlinge sehr kritisch dargelegt wird. Es sind die Menschen selbst, die von sich aus dem Leser die Meinung des Autors über diesen Sachverhalt ausdrücken..
Thriller, Krimis, alle Genres lassen ein Buch nur dann erfolgreich werden, wenn dem Autor eine Mischung aus Spannung, Glaubwürdigkeit, innere Folgerichtigkeit der Handlung und überzeugenden Figuren gelingt. Das alles schafft Deaver in jedem seiner Bücher
Glaubwürdigkeit der Personen, die sich ergibt durch eine inhaltlich gerade, nachvollziehbare Linie ihres Verhaltens, und ein interessant – kritisch geschilderter Inhalt, verbunden mit der Kunst, dem Leser in immer kleinen Spannungsschüben das Weglegen des Buches fast unmöglich zu machen.
Das ist nicht nur die Stärke dieses vierten Bandes über Rhymes und Sachs.
Für alle Deaver – Fans ein „muss“, für alle anderen ein „muss sein“.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-12-28 20:09:35 mit dem Titel Der Tod kam durch die Nase
Marcus Didius Falco zählt mittlerweile sicherlich zu den bekannteren Krimifiguren. In dem jüngst auf Deutsch erschienen Hardcoverband „Tod eines Mäzens“ lässt Lindsey Davis ihre Titelfigur tief in die römische Schriftsteller – und Verlegerszene eintauchen….
INHALT:
Die regelmäßigen Leser Lindsey Davis werden sich erinnern, dass Falco mittlerweile ein equites geworden ist, was sehr frei in heutigen Veröffentlichungen oft - aber nicht zutreffend – mit Ritter übersetzt wird.
Damit hat Falco den schon lange versprochenen Lohn für seinen Einsatz für den Princeps (~ wiederum ungenau mit „Kaiser“ übersetzt) und den römischen Staat erhalten.
Mit seiner jetzigen Ehefrau Helena hat er die kleine Julia bekommen, ebenso temperamentvoll wie die Mutter – also nicht einzuschätzen.
Die von Helena als Geschenk gedachte Stadtvilla außerhalb der Stadt (!!) ist immer noch nicht bezugsfertig und so wohnt Falco mit seiner Familie in einer kleinen Wohnung in seiner alten Gasse.
Nichtsdestotrotz hat er in der Zwischenzeit an seiner Karriere als Schriftsteller weitergearbeitet und kommt nun dazu, gemeinsam mit einem bekannten Senator eine Leseabend abzuhalten – natürlich als letzter Leser.
Immerhin wird weder mit Gegenständen noch rohen Feldfrüchten geworfen, auch wenn die Begeisterung dann doch recht bescheiden im Vergleich zu den Erwartungen gewesen ist. Interessanter an diesem Abend aber ist, dass Falco die Bekanntschaft mit einem Verleger macht, der ihm sogar anbietet, seine literarischen Ergüsse zu veröffentlichen. Erst später erfährt Falco, dass er sämtliche Kosten der Veröffentlichung selbst tragen soll.
Diese Angebot entspricht aber bei weite nicht den Erwartungen Falcos – noch der literarischen Qualität seiner Ergüsse.
Wichtiger wird die Bekanntschaft freilich dadurch, dass eben dieser Verleger kurze Zeit später ermordet in noblen Stadthaus aufgefunden wird – den Stab einer Schriftrolle in der Nase.
Falco wird von Petronius, dem „amtierenden“ Tribun der Vigiles, um Mithilfe bei der Aufklärung der Mordfalles gebeten.
Falco muss sich in das Gestrüpp des Verlegergeschäftes einarbeiten und die unter Vertrag stehenden Schriftsteller, in der Regel lyrische Nieten, erhören. Bei seinen Ermittlungen findet er nicht nur heraus, dass der gute Verleger sein Geld eigentlich mit Bankgeschäften verdiente, geschieden ist, nun mit einer jungen, gut aussehenden aber leicht blöden Blondinen verheiratet ist ( es handelt sich also aufgrund der Haarfarbe der Frau definitiv NICHT um Dieter Bohlen), einen ebensolchen, nämlich beschränkten, Sohn hat und nicht gerade zimperlich in seinem geschäftlichen Verhalten seinen Schriftstellern aber auch seinen Schuldnern gegenüber gewesen ist.
Menschen, die einen „guten“ Grund, sprich kriminalistisch hinreichenden, hatten, ihm nach seinem Leben zu trachten, gibt es in Hülle und Fülle. Doch dass Falco auf der richtigen Fährte ist, erfährt er dadurch, dass er eines Nachts immens feste vermöbelt wird. Für ihn ein gutes Zeichen.
Natürlich muss er neben der Ermittlungen auch noch als Familienvorstand agieren, sich also hier und da von seiner Mutter eine Kopfnuss abholen und sich von seinen Schwestern beschimpfen lassen – trautes Heim…….
MEINUNG
Mittlerweile stehen alle jemals auf Deutsch erschienen Bücher der Falco Reihe in meinem Bücherschrank und das hat auch, man sehe sich dazu auch geflissentlich meine Meinungen zu den anderen Bücher der Reihe an, an der Kombination aus Sprachwitz (Dank den Übersetzern), Situationskomik, aber auch an der Tatsache, dass die Autorin immenses Detailwissen der römischen Geschichte locker leicht in einen Kriminalroman zu packen versteht und somit nicht nur einen Krimi sondern zugleich auch ein Geschichtsbuch vorlegen kann.
Wie oben schon erwähnt wird in diesem Buch das Verlegersystem bei den alten Römern „entdeckt“ und dem Leser unterbreitet, dass so anders funktionierte als heute, schlicht auch deshalb, weil die Rahmenbedingungen so anders waren. Zwar hat es Versuche von Tageszeitungen gegeben, diese waren aber aufgrund der hohen Kosten nie von langer Dauer. Anschriebe an Wände öffentlicher Gebäude machten hingegen wichtige Informationen publik. Schriftsteller mussten auf recht teuere Schreibstoffe schreiben, Bücher wurden in Rollenform verkauft.
Allein schon dieses Thema als Rahmenhandlung für einen historischen Roman zu wählen ist mutig, wobei aber sich der Mut, wie so oft bei dieser Autorin, auszahlt. Und zwar auch dadurch, dass der Protagonist eben nicht durchweg in diesem Rahmenthema agiert, sondern auch ganz natürliche häusliche Probleme – mangelnder Respekt der Ehefrau für der Autorität des Familienvorstandes usw., wer kennt das nicht…- hat, um die er sich kümmern muss.
Dass Falco ein unterschätzter Ermittler ist, wird den Lesern der Reihe bekannt sein – nun, er stellt sich aber auch manchmal eben auch dämlich an, neigt dazu, sich mit seinem Freund Petronius hemmungslos zu betrinken usw.usf.
Eben sympathisch, der Mann.
Und durch diese beiden Ebenen, dem gekonnten Verknüpfen historischen Detailwissens, gut konstruierten Kriminalfällen und einem glaubhaften und sympathischen Protagonisten erhalten alle Bücher der Falco Reihe diesen unheimlichen Reiz, der mich zumindest nicht mehr los lässt.
Michael
Jeffrey Deaver – bei beim neuen YOPI immer noch ein unbekannter Autorenname, aber zugegebenermaßen bin auch erst über diverse Meinungsforen auf ihn gestoßen. Dass ich da lange Zeit hohen Lesespaß verpasst habe – sicher, aber das passiert ab sofort nicht mehr, die Bücher von diesem Schriftsteller werden jetzt alle gelesen.
Überzeugt hat mich der Thriller DIE TRÄNEN DES TEUFELS. Der Titel spielt auf eine Eigenheit in der Handschrift des Haupttäters oder besser, des Hauptdenkers von blutigen Amokläufen in Washington D.C., die Deavers in diesem Buch geschehen lässt.
Aber besser erst mal von Anfang an:
In einer Metrostation im Yuppieviertel der Hauptstadt der USA schießt ein mittelgroßer, vermutlich weißer Mann mit einer automatischen Waffe und vermutlich mit Schalldämpfer in die sich dort aufhaltende Menschenmenge. Niemand hat den Täter genau gesehen, niemand hat etwas gehört, nur die Geräusche der Querschläger und der Kugeln, die menschliches Fleisch trafen. 23 Tote.
Fast gleichzeitig – also in einem solchen Zeitrahmen, dass nur zwei Täter als Team diese Tat geplant und durchgeführt haben können - trifft im Rathaus ein Erpresserschreiben ein, auf dem 20 Millionen Dollar Lösegeld gefordert werden. Ansonsten würde alle vier Stunden automatisch weitere Massentötungen folgen.
Das FBI zeiht sofort eine Sondergruppe von Ermittlern zusammen, geführt von der Eisernen Lady Margaret Lukas. neben ihr nimmt Agent Cage eine leitende Rolle in dem Team ein, doch wird klar, dass man weiter Hilfe benötigt, denn kurioserweise ereignet sich ein Verkehrsunfall, bei dem der Überbringer des Erpresserschreibens getötet wird. Den Ermittlern ist klar, dass der eigentlich Schütze damit im Plan weiter machen wird, das keine Möglichkeit besteht, ihm Nachricht zukommen zu lassen.
Aus diesem Grund zeihen die Agenten den Urkundensachverständigen und ehemaligern FBI – Agenten ParkerKincaid zum Team hinzu, der allein aus dem Verbrecherschreiben wichtige Erkenntnisse gewinnen kann.
Dennoch: Zwei weitere Massaker folgen, Dutzende von Menschen und FBI – Agenten verlieren ihr Leben bei der Jagd nach dem vermeintlich einzigen Überlebenden des Mörder – Duos.
Aber: So einfach, wie hier geschildert, ist die Geschichte nun auch wieder nicht!!!
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Deaver wartet in diesem blutrünstigen Thriller mit einer kinoreifen Handlungsstruktur auf, die den Leser das eine und andere mal zum Narren hält.
So kommt das buch dreimal zum Schluss – Trugschluss. Denn scheinbar werden mehrere Male die Bösen verhaftet, getötet, aber es ist nichts so, wie es wirklich scheint.
Und dabei gelingt es Deaver, dieses Mittel zur Spannungssteigerung wirklich effizient einzusetzen und zwar so, dass es nicht aufgesetzt, in die Länge ziehend, aufgenommen wird, sondern wirklich die Spannung bis zum absoluten, nicht mehr abzuwartenden Höhepunkt treibt.
Deaver gewinnt in diesem Pluspunkte durch die Handlung und schnelle Handlungswechsel – andere Thrillerautoren oder Autoren von Kriminalliteratur tun dies durch tiefgründige, analytische Sichtweisen. beides hat was für sich, aber Deaver leckt hier ein den Leser atemlos zurücklassendes Buch vor, dass deutlich zeigt, dass auch der Aufbau eines Buches meisterhaft durchdacht und ausgeführt werden kann.
Wie schon oben angedeutet: Der Leser sollte nie meinen, wirklich zu verstehen. Denn am Ende des Buches zeigt sich, dass man eigentlich nichts verstanden hat und sich von Autor belehren lassen muss.
Aber das wirkt nicht frustrierend, sondern stimulierend für das nächste Buch.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-13 12:20:39 mit dem Titel Sicherheit ist pure Illusion
Mittlerweile ist der Name Jeffrey Deavers von den Bestsellerlisten nicht mehr wegzudenken und auch sein neues Taschenbuch „Lautloses Duell“ gehört zu den Spitzentiteln im Thrillergenre.
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Inhalt
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In der Traumfabrik der Siliziummillionäre, Silicon Valley, treibt ein heimtückischer Mörder sein Unwesen, der sich, als genialer Hacker, via Computer vorher ein genaues Bild von seinen Opfern macht und diese in ihren Verhaltensweisen ausspioniert und bei belieben sich diesen anpasst, um sich an seine Opfer annähern zu können.
Die örtliche Polizei sieht sich gezwungen, einen inhaftierten Hacker mit Namen Wyatt Gilette zu Rate zu ziehen und bei der Ermittlungsarbeit mitarbeiten zu lassen, der im Gefängnis sitzt, weil er das Codierprogramm des Pentagon gehackt hat und somit zu einer Gefahr der nationalen Sicherheit geworden ist.
Der Mörder, der verschiedene Pseudonyme benutzt, ist Gilette auch unter seinem Hackerpseudonym Phate bekannt. Wie sich herausstellt, kennt Gilette diesen wahnsinnigen Mörder sogar fast persönlich, wenn man die Bekanntschaft via Datenkabel als persönliche Beziehung bezeichnen möchte.
Gilette und Phate hatten Jahre zuvor als Team geniale Hacks ausgeführt. Doch nachdem Phate immer häufiger gegen den Ehrenkodex der Hacker verstoßen hat und sogar Menschenleben bedrohte, hatte Gilette ihn durch eine Information an das FBI hinter Schloss und Riegel gebracht.
Phate. mittlerweile aus dem Gefängnis geflohen, ist eine Spielernatur und das gerade ist der Antrieb zu seinen Morden.
Grundlage seines Handelns ist ein Cyberrollenspiel, in dem einen ganz normale Gesellschaft im Internet etabliert wurde. Jeder Mitspieler nahm in diesem Spiel eine normale Stellung ein ( als Busfahrer, als Krankenschwert, Politiker usw.). Nur einmal in der Woche wurde ein Mitglied der Gesellschaft ausgewählt, ein Mörder zu werden und nur dieses Mitglied wusste das. Aufgabe war, eine Zielperson mit einem Stich in das herz zu töten, wobei für unterschiedliche Schwierigkeitslevel unterschiedliche Punktzahlen gesammelt wurden. Ein Polizist, dem in s Herz gestochen wurde, brachte mehr Punkte, als ein Rentnerehepaar. Nachdem dieses Spiel verboten wurde, setzte Phate das Spiel in die reale Welt um und als genialer Hacker sucht er sich Ziele, die seinem Level angemessen erscheinen, denn er ist ein Meister seines Faches und zu einfache Beute reizt ihn nicht mehr.
Aber mehr als einmal zeigt Phate, dass er auch Gilette mindestens ebenbürtig, teilweise sogar überlegen ist und er kennt keinerlei Skrupel, Menschenleben zu opfern.
Behilflich ist Phate eine Person mit Namen SHAWN, und da dieser Shawn scheinbar Phate regelmäßig über den Entwicklungsstand der Arbeit der Polizei informiert, kommt schon schnell der Verdacht auf, dass ein Mitglied des Ermittlungsteams mit dem wahnsinnigen Serienkiller unter einer Decke steckt.
Und so kann die Polizei auch die nächsten Morde nicht verhindern. Im Gegenteil, die Mitglieder der Ermittlungsteams landen auf der Liste Phates, der ein würdiges Opfer gefunden zu haben scheint.
Und in der Tat: Einige Leute im Polizeiteam sind nicht das, was sie vorgeben
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Besprechung
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Der Technikgläubigkeit der modernen Gesellschaft wird von Deaver in diesem Thriller der Spiegel vorgehalten: In der von Computern beherrschten Welt ist Sicherheit nur noch eine Illusion, auch wenn viele Menschen dieses nicht wahrhaben wollen oder können. Hacker und Wizards können sich zugriff auf die geheimsten Informationen verschaffen und so, je nach dem Ehrenkodex, dem sie sich unterwerfen, nur schaden, oder aber wie in diesem Buch, gezielt Menschen töten oder ins Unglück stürzen.
Und auch die Stellen, die den normalen Menschen Schutz bieten sollen, sind den „Bösen“ immer einen Schritt hinterher und demnach ausgeliefert.
Ein Ohnmachtgefühl mag sich de bei dem einen oder anderen Leser einstellen nach der Lektüre.
Deaver zeigt in diesem Buch erneut seine erzählerische Klasse, denn durch immer neue und überraschende Wendungen wird der Leser nicht nur gefesselt, dass man das Buch kaum mehr aus der Hand legen kann, sondern das eine und andere Mal auch an der Nase herumgeführt, so dass das Ende des Buches in Teilen sehr überraschend ist. Denn das Leben eines Hackers ist nicht nur biologisch sondern auch elektronisch und endet nicht mit dem Tod seines Körpers.....
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 11:26:22 mit dem Titel Erneut ein meisterhafter Thriller
Liest man sich die Inhaltsangabe des Buchdeckels durch, dann wird dem einen oder anderen sicherlich das Gefühl befallen, dass allein diese knappe Information eigentlich nur einen langatmigen und langweiligen Thriller ankündigen könnte.
Und so geht's los: Eine Gruppe von tauben Mädchen einer Schule für Gehörlose sind unterwegs in Kansas, um an einer Theateraufführung teilzunehmen. Sieben Mädchen, das älteste davon 17 Jahre alt, sowie zwei Lehrerinnen, eine ältere darunter, die sprechen kann. Auf einer einsamen Landstraße bemerken sie einen beschädigten Wagen, der mit offener Tür quer am Straßenrand steht. Der Bus hält an, die Lehrerinnen wollen sehen, ob sie erste Hilfe leisten können.
Dabei entdecken sie den Fahrer des Wagens, der aus der Fahrertür leblos herauslehnt. Bei genauer Betrachtung stellen sie fest, dass der Mann durch eine Schuss in den Hinterkopf getötet worden ist.
Bevor sich die Lehrerinnen entscheiden können, was genau sie jetzt tun können, tauch zwei grimmig aussehenden Gestalten auf, während sie im Hintergrund in einem Feld einend ritten Mann erkennen, der gerade eine Frau, die am Boden liegt, mit dem Messer tötet.
bei den Dreien handelt es sich um Ausbrecher aus einem Bundesgefängnis, die auf ihrer Flucht unter anderem schon einen Aufseher kaltblütig ermordet hatten.
Unter den Dreien befindet sich Lou Handy, der des mehrfachen Mordes verdächtigt wurde / wird, allerdings nur wegen Vermögensdelikten ins Gefängnis musste. Bonner, ein psychopathischer Vergewaltiger, und Wilcox, ein Mitläufer.
Die Drei bringen den Bus mit den tauben Mädchen und die beiden Lehrerinnen in ihre Gewalt und fahren direkt zu einem in der Nähe gelegenen, mittlerweile seit etlichen Jahren stillgelegten ehemaligen Schlachthaus, dass direkt am Arkansas River grenzt.
Die drei machen keine Anstalten, sich de Verhaftung zu entzeihen, sondern scheinbar gehen sie direkt in die Falle, denn recht schnell wimmelt es um das Schlachthaus von Polizeibeamten und FBI Agenten.
Arthur Potter, einer der FBI Agenten und Experte für Verhandlungen bei Geiselnahmen, wird zum Ort der Entführung delegiert, um die Geiselnehmer zum Aufgeben zu überreden. Mit ihm trifft nach und nach sein eigenes Team ein, das schnell die Ermittlungen aufnimmt.
Doch kurz nach dem ersten Kontakt zeigen, die Geiselnehmer, dass mit ihnen kein Geschäft zu machen ist: Bei einer vereinbarten Geiselübergabe erschisset Lou Handy unmotiviert eine Geisel, um klar zu machen, wie er es versteht, zu verhandeln.
Für das Team um Arthur Potter kann es jetzt nur darum gehen Zeit zu gewinnen, bis de FBI Sturmeinheiten vor Ort eintreffen und so viele Geiseln wie möglich zu befreien.
Allerdings greifen noch andere staatliche Behörden in das Geiseldrama ein, und das hat tödliche Folgen................
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Die scheinbar einfache Handlung, die sich aus dem Buchdeckel ergibt, entpuppt sich (mal wieder) als ein absolutes Meisterstück, denn Jeffrey Deaver versteht es durch Perspektiven- und Ortswechsel, die Handlung immer unter Feuer zu halten und das Interesse des Leser über das gesamte Buch hinweg aufrecht zu erhalten.
Wichtig ist dabei, dass er seine Personen glaubhaft gestaltet: Den brutalen, ja wahnsinnigen Handy, der, wenn es zweckmäßig ist, mordet und quält, den ernsthaften, in sich gekehrten Arthur Potter, der sein Bestes gibt, aber oft an sich zweifelt usw.
Interessant vor allem ist die Ausgestaltung des Endes _ das gibt es quasi zwei Mal, den wer denkt, dass dieses Buch einen nur einfachen Schluss hat, der irrt: Spannungsvoll wie die 400 Seiten vorher geht es in einer Achterbahnfahrt weiter bis auf die letzte Seite.
Meine Meinung: Wieder mal zeigt Deaver, wer derzeit in Amerika und auch Europa auf dem Thrillermarkt dank der Qualität das Sagen hat!!
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 11:35:08 mit dem Titel Und wieder: Spannung vom Feinsten !!
Die Saat des Bösen / Deaver, Jeffrey
Die Fabel der Geschichte, also der Handlungsstrang hört sich für sich genommen vielleicht nicht ganz so spannend an:
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INHALT
Die Tochter des ehemaligen Staatsanwaltes und jetzigen Rechtsanwaltes Tate Collier und seiner Exfrau Bett McCall, Megan McCall, wird betrunken an einem Wasserturm aufgefunden. Ihr wird (scheinbar) vom Jugendamt auferlegt, sich einer Therapie zu unterziehen, um ihre Probleme in den Griff zu bekommen.
Den Eltern sagt sie, dass sie diesen Termin wahrnehmen wolle.
Am Abend will die Familie gemeinsam Essen, was sie seit Jahren nicht mehr getan haben.
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Tate besitzt ein Landhaus und eine Farm und untersucht zu dem Zeitpunkt, an dem Megan zum Therapeuten gehen will, eine defekte Wasserleitung auf seinem Anwesen. Ihm fällt, als er auf seinem Acker steht, auf, dass jemand in seinem Haus alle Lichter gelöscht hat.
Zunächst denk er, dass seine Tochter nach Hause gekommen sei, aber als er später zum Haus zurückkehrt, ist niemand mehr dort. Auch seine Frau, die später kommt, kann sich das Fernbleiben der Tochter nicht erklären. Gemeinsam bitte man einen befreundetet Polizisten, der wegen Alkoholmissbrauchs auf Bewährung noch im Staatsdienst ist, ihnen zu helfen.
Dieser findet unter dem Kopfkissen der Tochter Briefe an die Eltern, in denen Megan diesen schlimme Vorwürfe macht.
Es scheint so, als dass Megan aus irgendeinem Grund durchgebrannt sei.
Schnell aber wird klar, dass die ganze Geschichte nicht so recht zusammenpassen kann.
Megan hat sich auf das gemeinsame Essen mit den Eltern gefreut. Sie hatte ein Rendevouz mit einem attraktiven Mann, hatte Geburtsaggeschenke für die Mutter gekauft – und verschwindet einfach?
Bald stößt der Polizist und parallel dazu auch Tate auf den mysteriösen Tod einer Freundin von Megan. Auch sie war in Behandlung bei einem Therapeuten und wie sich herausstellt war es derselbe, zu dem Megan gehen sollte.
Dieser aber, der sich als Therapeut Dr. Peters nennt, will Megan nie gesehen haben.
Und so beginne Tate und seine Frau, der Polizist Konnie und der Freund von Megan, Joshua LeFevre mit ihren Nachforschungen.
Nachforschungen, die grausame Morde nach sich ziehen, grässliche „Unfälle“ und die zum Ende deutlich machen, dass das ganze, erschreckende Szenario mit der Vergangenheit Tat Colliers zu tun hat.
Bis zu dieser Erkenntnis aber steigert sich der Mörder in einen Blutrausch, bei dem auch Unbeteiligte ihr Leben lassen müssen.
Klar aber ist: Der Mann mit dem Pseudonym Dr. Peters ist ein religiöser Fanatiker, der....
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LESEWIRKUNG
Ich habe mir dieses und auch die in nächster Zeit hier vorzustellenden Deaver – Bücher aufgrund der CIAO Rezensionen gekauft. Als ich den Buchdeckel dieses Buches gelesene habe, ging mir durch den Kopf, dass das buch vielleicht ein Fahlkauf sein könnte. hört sich eben nicht so spannend an.
Deaver aber zeigt erneut, wie bei seinen anderen Bücher auch, dass er ein Meister der Spannung ist, jemand, der bewusst und geschickt eine Story verwirrend darstellt und sie Schicht um Schicht vor den Augen des Lesers entwirrt.
Aber selbst bei dem Eindringen die Intrige und verworrenen Gedanken des Dr. Peters schafft es Deaver immer wieder, die Spannung durch abrupte Wechsel und Neuerungen aufrechtzuerhalten und sogar noch zu steigern.
Deaver beherrscht die Kunst des Thrills meisterhaft, da kann ihm niemand etwas vormachen, und er ist sicherlich einer der Autoren, die noch viel von sich reden machen werden.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 11:33:59 mit dem Titel Seichter Beginn, packendes Ende
Drei Zeugen gibt es dafür, dass der Waffenhändler Hansen Beweismaterial verschwinden ließ, das ihn in Verbindung mit einem Überfall auf einen Armeetransport in Verbindung brachte, bei dem zwei Soldaten getötet worden sind.
Nun bleibt der Name Hansen in diesem Buch zwar immer nur im Hintergrund, für die Handlung spielt er als Person keine wichtige Rolle, und dennoch ist es Hansen, der mit der Beauftragung des Berufskillers „Der Tänzer“ dem Buch den Inhalt gibt.
Der Tänzer hat seinen Namen nach einer Tätowierung auf einem Arm, von dem eines der wenigen überlebenden Opfer noch berichten konnte. Der Sensemann tanzt vor der aufgebahrten Leiche einer Frau.
Nicht wesentlich mehr ist über diesen Berufsmörder bekannt, außer der Tatsache, dass er, hat er einen Auftrag angenommne, diesen auch zu Ende führt – ein Zurückrufen ist nicht möglich.
Der umtriebige Hansen setzt der Tänzer auf eben diese drei zeugen an, die ihn in Zusammenhang mit dem Überfall bringen können und das Buch beginnt mit der erfolgreichen „Lösung“ des ersten der drei Probleme durch den Tänzer.
Die drei Zeugen sind zum einen Ed Carney und seine Frau Percy sowie der Pilot Hal. Hal arbeitet in der Charter – Firma der Carneys, die eine Art von Luftfrachttaxi betreiben und mit Lear – Jets ausgerüstet sind.
Ed Carney startet an einem Abend zusammen mit einem jungen Co – Piloten, da seinen Frau einen Migräneanfall hat. Im fällt ein schmutziger Lieferwagen auf, der seit tagen in der Nähe seiner Wohnung steht, denkt aber nicht weiter darüber nach.
Auf dem Weg zum Flughafen, im Büro und auch im Flugzeug selbst versucht er, seine Frau zu erreichen, doch sie meldet sich nicht. Kurz vor der Landung erst wird der Hörer abheben – als eine Detonation zwei Menschen in den Tod reißt.
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Das Ermittlerteam aus DIE ASSISTENTIN spielt auch bei der Klärung dieses Falles eine entscheidende Bedeutung. Zum einen ist da Lincoln Rhyme. Lincoln ist der ehemalige Leiter der Spurensicherung der New Yorker Polizei, seit einem Unfall bei einer Ermittlung jedoch vom Hals abwärts gelähmt. Ihm zur Seite steht Amelia Sachs, von Lincoln angeleitete Ermittlerin und Expertin für Tatortuntersuchungen. Zwar ist Lincoln offiziell nicht mehr im Dienst, sein Wissen aber ist so überaus nützlich, dass die alten Kollegen in immer wieder konsultieren. Sachs ist der verlängerte Arm, die verlängerten Augen und Ohren für Lincoln.
Schnell wird diesem klar, dass es sich bei dem Totentänzer um einen alten Bekannten handelt, mit dem er noch einen Rechnung zu begleichen hat.
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So gewitzt es die Ermittler auch immer anstellen, der Totentänzer ist scheinbar immer wieder einen Schritt voraus, lässt sich nicht durchschauen und seine Handlungen nicht vorhersagen. Einige Fallen, die ihm gestellt werden, scheitern kläglich und kosten Ermittlern das Leben, wobei der Totentänzer auch nicht davor zurückschreckt, nur der Ablenkung wegen einen Menschen langsam verbluten zu lassen.
Und schon recht schnell hat er zwei der drei Zeugen erwischt, der dritte Zeuge fliegt derweil mit einer Bombe an Bord über diverse Bundesstaaten und kämpft um sein Leben .......
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Deaver nimmt mit dem Thriller „Letzter Tanz“ die Geschichte des Erfolgsduos aus DIE ASSISTENTIN wieder auf, es handelt sich um eine Nachfolgeausgabe. Nun habe ich das Erstwerk nicht gelesen, muss man aber auch nicht.
Dieses Buch überzeugt mich nicht sosehr, wie die anderen Bücher von Deaver, weil es zu Beginn teilweise Längen aufweist, was bei den anderen Büchern nicht der Fall war.
Für viele ist die Idee des gelähmten, aber brillanten Ermittlers und einer nicht weniger geistig mobilen Assistentin überzeugend gewesen, was sich aus en Verkaufszahlen des ersten Bandes erkennen lässt. Ich selbst habe beim lesen nicht immer das erkannt, was es denn dann so spannend machen soll.
Vor allem aber Aktion und Reaktion von Polizei und Attentäter, der Versuch, sich gegenseitig zu Täuschen und in Fallen laufen zu lassen, hat Deaver meisterhaft und lesenswert gelöst.
Zum Ende aber spitzt sich die Handlung dramatisch zu, das Aktionstempo der Akteure steigert sich und damit auch der Effekt, dass das buch zum Ende deutlich fesselnder wird.
Die VIER STERNE, die ich diesem Buch gebe, beziehen sich nicht allgemein auf die Qualität des Thrillers im Vergleich zu anderen, sondern im Vergleich auf die fünf Sterne Bücher, die ich bisher von Deaver gelesen habe. Das Buch ist gut, die anderen waren besser.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 16:31:51 mit dem Titel Leider kein Jahrtausendwurf
Der Jahrtausendkaiser / Dübell, Richard
Der ehemalige Novize Phillip, nun als Freier Truchsess eines kleinen Adeligen und dessen Vertrauter, erhält von seinem Herrn den Auftrag, für einen Kardinal eine kleine Dokumentenfälschung zu Gunsten eines kleinen Ritters vorzunehmen (am Rande: man geht davon aus, dass je nach Phase bis zu 25% der Dokumente, die aus der Zeit des Mittelalters zu uns überkommen sind, Fälschungen sind!). Dabei geht es, so wird Philip gesagt, um eine reine Erbsache, freilich eine lukrative.
Ein ehemaliger Teilnehmer an dem Feldzug ins heilige Land sei von der Familie seiner verstorbenen Frau um deren Mitgift, eine Erzmine, betrogen worden.
Phillips Aufgabe sei es, durch das geschickte "Erneuern" der vernichteten Originaldokumente bzw. dem Herstellen von ähnlich aussagekräftigen Schriften dem Betrogenen zu seinem Recht zu verhelfen.
Nach und nach aber häufen sich die Menschen, die auf recht unnatürliche Art und Weise über den Schicksalsfluss geschickt werden. Und dabei schrecken die Mörder weder vor Priestern noch vor dem Mord einer ganzen Hofsassen - Familie.
Phillip geht nach und nach auf, dass es sich für wohl kaum nur um eine Erbstreitigkeit handeln kann, denn zu viele Verdachtsmomente stürmen auf ihn ein. Denn auch eine Frau aus dem Westen, Aude, ist in die Sache verwickelt: Sie sucht ihren vermissten Mann, der in Köln einen rätselhaften Mann treffen wollte, seitdem aber verschwunden bleibt. Eben diesen Vermissten hatte Phillip zuvor noch in Köln angetroffen.
Allmählich lichtet sich das Dunkel der Handlung, Phillip ist auf der Spur einer gigantischen Fälschungsaktion, die den Kaiser vom Thron fegen soll.
Zugegeben: Lange Zeit habe ich mit dem Gedanken gespielt, das buch nicht zu Ende zu lesen - allerdings habe ich es immer wieder genommen, teilweise auch gezwungener Maßen (siehe meine anderen Meinungen zu weniger guten Büchern).
Das Buch hat zweifelsohne deutliche Längen - was die Dialoge angeht, aber auch die Handlung an sich. Erst zum Schluss wird der Leser wirklich gefesselt.
Misst man dieses buch an anderen Belletristik - Werken zum Mittelalter, schneitet es sicher bei weitem nicht so gut ab wie "Die Säulen der Erde" oder andere.
Dazu ist auch die Fabel des Buches kaum angelegt, zu sehr rückt das Buch in die Nähe eines Mittelalterkrimis anstatt in die Richtung der erfolgversprechenderen Saga.
Zweifellos hat Richard Dübell ordentlich und emsig recherchiert - dennoch: Der jahrtausend - Kaiser ist leider kein Jahrtausendbuch.
Aber: Mein Fall ist dieses Buch nicht, obwohl ich sehr gerne historische Krimis lese. Wer aber Interesses an den Staatsgeheimnissen des Mittelalters hat (Im Name der Rose usw.), wird an diesem Buch gefallen finden (können).
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-16 10:57:26 mit dem Titel Und sie spinnen doch, oder?
Die Zeit der Römer kann mit so manchem Klischee aufwarten, zumindest im Rückblick von heute auf diese Zeit. Dass die Römer- wie jeder Supermacht früher und heute – leicht neurotische Züge aufwiesen, auch dass kann man in fast allen Büchern, die über diese Zeit geschrieben worden sind, nachlesen.
Ein wenig anders sind die Bücher von Lindsey Davis, ihres Zeichen mit einer ganzen Romansammlung mit dem Titelhelden Marcus Didius Falco auf dem deutschen Buchmarkt vertreten – anders halt, aber so manches dieser Klischees entpuppt sich dann doch als vielleicht zutreffend.............
In dem Roman EISENHAND muss dann auch der Privatermittler weg aus dem so heiß geliebten Rom in rein ins wenig römerfreundliche Germanien.
Aber zunächst das Vorgeplänkel.
Marcus Didius Falco hat es hart getroffen: Als Privatermittler und Vertrauter des Kaisers Vespasian, seines Zeichens einer der knickrigsten Cäsaren überhaupt, und demzufolge ständig pleite, wird von eben diesem so vertrauten Kaiser des Öfteren mit höchst brisanten Nachforschungen betraut.
Zudem hat er eine in der Gesellschaft sehr hoch stehende Freundin, Helena, mit der er zwar mittlerweile zusammenlebt, der aber vom Thronfolger eindeutige Angebote inklusive Heirate und Herrschaft über das Römerreich angetragen werden. Insgesamt also viele Gründe, sich Sorgen zu machen, doch damit nicht genug: Als Vorsteher seiner Familie – der Vater als eigentlich erster Mann hat bei der Familie glatt die Flucht ergriffen – wird ihm nicht nur nicht der notwenige Respekt entgegengebracht, nein, selbst die Mutter hält ihn für einen mit zwei linken Händen. Peinlich, peinlich, und da soll man noch mit stolzem Gesicht über das Forum gehen sollen.
Nun, Zeit für einen Gardinenwechsel, nur dass der Kaiser Ihn mit wichtigen Ermittlungen nach Germanien schicken will, passt ihm gar nicht in den Kram: Nach einer blutigen und nur mit höchster Mühe und Not zurückgeschlagenen Revolte einiger Germanenstämme, zu denen auch Teile der Rheinarmee übergelaufen sind, sll Marcus Didius Falco das Schicksal eines gefangen genommenen Legaten herausfinden, den Rädelsführer des Aufstandes ausfindig machen und auch noch die Zuverlässigkeit der verbliebenen Truppen überprüfen.
Und das, nachdem Helena scheinbar von den kaiserlichen Angeboten genervt, die Flucht aus Rom angetreten hatte.
Notgedrungen nimmt Marcus Didius Falco den Auftrag an und reist in Begleitung eines Barbiers vom anderen Ufer, der im Palast in Ungnade gefallen ist.
Auf der Reise ins ewig weit entfernte Germanien ergeben sich für Marcus Didius Falco schon „Bekanntschaften“, die ihm später zur Klärung einiger Details sehr hilfreich sein werden.
Dass er als Gesandter des Kaiser freilich nicht unbedingt gern gesehen ist, muss er am Bestimmungsort seiner Mission am eigenen Leib erfahren. Nebst Mordanschlägen ist auch eine legionärsgemäße Abreibung in Reichweite.
Dennoch nimmt Marcus Didius Falco seine Arbeit auf und dabei fällt ihm als erstes auf, das der Führer der 14. Legion scheinbar spurlos verschwunden ist. Auf dem linksrheinischen Ufer freilich kann er die ihm übertragenen Aufgaben nicht lösen, und so muss er, ob er will oder nicht, mit einem Haufen quitschfrischer Legionäre auf das rechtsrheinische Ufer gehen und im Feindesland Antworten auf seine Fragen suchen…..
MEINUNG
Mit dem Buch EISENHAND habe ich das dritte Buch von Lindsey Davis gelesen und sie gehört nach dieser Lektüre zu meinen privaten Favoriten. Der tollpatschige Privatermittler Marcus Didius Falco, geschlagen mit einer wenig erfreulichen Sippe, ständig in Geldnöten und verhandelt mit der schönen und reichen Helena ist der sympathische Mittelpunkt der Handlung. Mitleid aber wäre zu wenig, um aus einem Buch eine fesselnde Lektüre zu machen. Und das ist es auch nicht. Es isst er der Wortwitz, mit dem die deutsche Übersetzung aufwarten kann, bei der in jeder Zeile dem Leser ein Schmunzeln nicht erspart bleibt und das Lesen des Buches nicht nur zu einem lehrreichen, weil geschichtlich handfesten Lesestoff, sondern auch zu einem wirklich amüsanten Lesevergnügen machen. Das fängt an bei den bissigen Kommentaren, mit denen Marcus Didius Falco seiner Umwelt bisweilen auf den Keks geht, und geht weiter mit der Ausgestaltung der Figuren des Buches, die sicherlich Stereotypen darstellen, aber wirklich gekonnt verknüpft und nicht immer ernst gemeint den Charakter dieses Buches ausmachen.
Ähnlich wie die Bücher von John Maddox Roberts nehmen die Bücher von Lindsey Davis als zweite wirklich gute historische Romanreihe einen Sonderplatz in meinen Bücherregalen ein, wenn auch der erstgenannte sicherlich die wissenschaftlich trefferenden Bücher schreibt. Vom Unterhaltungswert her aber kann es EISENHAND auch mit den Büchern J.M. Roberts aufnehmen.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-03 17:02:49 mit dem Titel Spannung von der ersten bis zur letzte Seite
Deaver: Der Insektensammler
Der Name Jeffery Deaver ist Garant für atemberaubenden Lesespaß, freilich angenommen, dass man für das Genre des Thrillers einiges übrig an. Und die Namen Lincoln Rhymes und Amelia Sachs werden nicht nur Leseratten bekannt sein, sondern auch den „Sehern“ des Kinofilms „Knochenjäger“, der die Verfilmung des Deaver – Buches „Die Assistentin“ darstellt.
Mit „Der Insektensammler“ hat Deaver nun einen Nachfolger aufgelegt, der sich vor dem Vorläufer und dem Kinofilmvorleger nicht verstecken braucht.
Lincoln Rhymes ist, wie der Leser sicher weiß, seit einem Unfall von den Schultern abwärts gelähmt, was nur Finger der rechten Hand nicht betrifft. Trotz dieses Handicaps, dass ihn zwar zynisch und im Umgang mit anderen Menschen oft rau gemacht hat, ist er der gefragtester Kriminologe in der Gegen New Yorks. Und an seiner Seite befindet sich Amalia Sachs, ihrerseits Polizisten, die ihm bei seinen Fällen beisteht, und das schon lange nicht mehr als verlängerte Sinnesorgane Rhymes, sondern als eigenständig denkender Tel eines Teams. Das zwischen beiden auch eine Liaison besteht sei am Rande erwähnt.
Lincoln kämpft mit seiner Krankheit und deshalb hat er sich entschlossen, sich in Avery, North Carolina, operieren zu lassen mit der Hoffnung, mehr Kontrolle über seinen Körper zu erhalten.
Zwei Tage vor der OP spricht ihn aber Jim Bell, Sheriff von Tanner´s Corner an und bittet ihn, der Polizei bei einem Entführungsfall zu helfen.
Die Polizei verdächtigt ´den 16 jährigen Garrett Hanlon, ein gleichaltriges Mädchen sowie einen Krankenschwester entführt und einen Jungen des Ortes mit einer Schaufel erschlagen zu haben. Zudem bringt man ihn in Zusammenhang mit ungeklärten bzw. mysteriösen Todesfällen in den letzten Jahren. Der Junge trägt den Spitznamen Insektensammler, weil er sich seit dem Tod seiner Eltern vor allem mit den Sechsbeinlern beschäftigt hat.
Da die Polizei davon ausgeht, dass beide Frauen noch leben, sie aber keinen Anhaltspunkt hat, wo Garrett sie versteckt hält, holt man Lincoln zu Hilfe.
Gemeinsam mit seiner Assistentin gelingt es ihm, zumindest Garrett und die entführte Krankenschwester ausfindig zu machen. Und das natürlich nur durch die Tatortspuren, die Lincoln verraten, wo sich Garrett bewegt und wohin er mit seinem letzten Opfer unterwegs ist. Garrett wird festgenommen und verhört, doch Amalia ist sich sicher, dass dem jungen die Morde nicht zur last gelegt werden können.
Scheinbar in einem Anfall von Geistesschwäche befreit die abgebrühte Polizisten Garrett und macht sich auf die Suche nach dem vermissten Mädchen, die Polizei im Nacken, geführt von Lincoln Rhymes.
Hoffnungslos wird die Flucht, als bei der Verfolgung ein Polizist von Amalia erschossen wird….
Doch es wird sich bald schon herausstellen, dass Tanner`s Corner viel gravierender Geheimnisse birgt, als nur den Tod einiger weniger Menschen…..
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Meinung
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Nichts ist so einfach, wie es scheint. Dieses Motto liegt den Deaver – Romanen allemal zu Grunde und wird von ihm meisterhaft in Szene gesetzt. So sieht es auch bei diesem Roman aus, bei dem es augenscheinlich um die Entführung zweier Frauen durch eine Geisteskraken geht, tiefgründiger aber ein böses Geheimnis das leben der Gemeinschaft wie ein Damokles Schwert überschattet.
Zunächst läuft die Handlung still und einfach vor sich hin, geführt von einem gnadenlos sicher schließenden und analysierenden Rhymes, diesem fast schon seebärartig bissigen Menschen, um dann im letzten Drittel überraschend und spannend zugleich sich in eine ganz andere Richtung zu wenden.
Überzeugend werden die Figuren der Handlung wie auch diese selbst entwickelt, aufgebaut, um dann in einer actionreichen Kaskade am Ende des Buches den Leser überrascht und begeistert zu verabschieden.
Bisher habe ich kaum nennenswerte Schwächen in den Büchern Deavers erlesen, dieses buch besitzt zweifelsohne keine.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-30 17:16:50 mit dem Titel Geiz ist eben nicht nur geil .....
Marcus Didius Falco, seines Zeichens Privatermittler des gerade zum Kaiser erkorenen Vespasian, soll für eben diesen einen kniffligen Fall römischer Politik lösen. Denn Vespasian ist nicht unumstritten, hat sich gegen andere Bewerber um den Kaiserthron (Princeps, wie Prof. Schneider (GHK Kassel) da mürrisch einfügen würde) durchgesetzt. Dass sein Stuhl noch wackelt, zeigen einige aktuelle Verschwörungen, von denen eine eben gerade zum Teil aufgeflogen worden ist. Die daran Beteiligten sind geflohen, wurden mit Posten „abgefunden“ bzw. für den Fall eines jungen adoptierten Senators im Gefängnis scheinbar erdrosselt worden. Doch gerade, als sich Vespasian der anderen Beteiligten annehmen will, auf seine, unblutige Art, erscheint ein grün gekleideter Mann und tötet gezielt eine Schlüsselfigur. Marcus Didius Falco seinerseits kann sich zwar einiges darauf einbilden, Privatermittler des Kaisers (Princeps) zu sein, nur wird davon leider nur selten der Magen voll, was an dem sprichwörtlichen Geiz des eben genannten Herrschers liegt. Der knausert bei jeder Sesterz, die er Falco für seine guten Dienste zahlen muss und vermittelt dabei noch das unangenehme Gefühl, dass er soeben ein Königreich verschenkt habe.
Nun, Falco ist nichts, hat wenig, dafür proportional viel Sorgen – ihm bleibt nichts anderes übrig, als sich in Gefahr für sein Land zu begeben.
Kompliziert wird sein Leben auch noch dadurch, dass er mit der Frau des oben erwähnten adoptierten Senators und Thronstürzers ein intensives Techtelmechtel hat, was vor allem deshalb wirklich kompliziert wird, weil eben auch eine ganze Menge Gefühl von beiden Seiten dabei eine Rolle spielt. Ein Skandal, würde man heute wie damals sagen.
Marcus usw. Falco soll weiter Mitverschwörer im Auftrag des Kaisers warnen. Auf seinen beiden Routen durch Italien macht er dabei mehrfach unliebsame Bekanntschaft mit Barnabas, dem grün Gekleideten, bzw. seinen Schergen, die gleichwohl wenig zimperlich sind im Umgang mit dem Tod wie ihr Herr selbst.
Dass man auch an Morden an hoch stehenden Persönlichkeiten nicht zurückschreckt, zeigt Falco, dass es um einen sehr hohen Einsatz bei diesem Spiel um die Macht gehen muss – ein Einsatz, der nur wert ist, wenn es ….
genau….., um den Thron des Herrschers des Römischen Reiches geht. Und schon bald steht Falco im Zentrum der Interessen der Mörderband….
Falco dringt immer tiefer in das Gestrüpp der doch anscheinend aufgeflogenen Verschwörung und stellt fest, dass eine kleine Gruppe der alten Verschwörung, einen neuen Plan ausgeheckt hat, der Rom quasi an seiner Lebensader treffen soll.
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Meinung
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Mit Marcus Didius Falco betritt ein zugegebener Maßen weiterer sympathischer Antik- Detektiv die Bühne der Unterhaltungsliteratur, der freilich mitunter durch die Feder der Autorin an einigen Stellen zwanghaft ironisch wirkt, wird doch jeder seiner Schritte mit bisweilen spitzen Bemerkungen seiner selbst kommentiert bzw. mitbedacht.
Zweifelsohne aber schafft es Davis auch, eine interessante Story zu vermitteln, die zwar weniger opulent in das Wissen über die damalige Zeit einführt als die Bücher von John Maddox Roberts einführt, aber dennoch ein anschaulich plastisches Bild der antiken Welt des Alten Roms vermittelt.
Anders als bei Roberts stehen hier Lebensbilder der unteren und mittleren Schichten der römischen Gesellschaft im Mittelpunkt der Handlung. Der chronisch blanke Falco, der sich auch mal bei seinen Verwandten den Bauch voll schlagen muss, und der auch einmal Staatseigentum als sein eigenes ausgibt um es verkaufen zu können, dennoch aber immer treu seinem knauserigen Herrn dient – ein Widerspruch, der vielleicht typisch für diese Zeit des Reiches war.
Eingeführt wird man auch in den Standesdünkel der Oberen, und zwar am Beispiel der Beziehung zu Helena, der Senatorenfrau und – tochter.
Beide Hauptprotagonisten sind trotz aller Kritik am ab und an nervenden Humor durchaus glaubwürdig dargestellt und durch sie und ihr Handeln lebt das Buch.
Und immerhin habe ich mir gleich die anderen Bände der Bücher bestellt.
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DATEN
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Das Buch wurde 1990 erstmals veröffentlicht und jetzt wieder neu aufgelegt.
Lindsey Davis: Bronzeschatten.Knaur Verlag.
Preis: 8,90 €
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Kleiner Exkurs
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Bis heute ist die Meinung, dass die römischen Amtsinhaber in den Provinzen letztere auspressten wie reife Zitronen, weit verbreitet. In der Fachwissenschaft mehren sich freilich Anzeichen, dass davon generell und allgemein nicht die Rede sein kann, dass vielmehr oft und größtenteils wirklich gewirtschaftet und nicht erbeutet wurde. Es kann sich, wie es auch bei Davis auftaucht, bei diesem weit verbreiteten Stellungnahmen durchaus um eine Wandersage handeln – ähnlich auch den Latifundien, von denen viele meinen, es habe sie überall gegeben, die aber nur an zwei bis drei Originalstellen benannt werden.
Die vier Sterne für dieses Buch müssen erklärt werden. Nach John Maddox Robert – die bisher auf dem deutschen Markt fehlenden zwei Bände aus dessen Reihe sind ab Mai 2003 wieder erhältlich !!! – gibt es derzeit drei weitere Krimihelden, deren mehr oder minder interessanten taten im Alten Rom spielen. Lindsey Davis ist dabei die meiner Meinung nach von der Qualität der Unterhaltung und der interessanten Handlung wegen die bessere Wahl mit Ausnahme des Originals. Roberts Bücher sind auch im Verkaufserfolg weit über den „Nachahmern“ einzuordnen. Sich daran messen zu müssen, ist schwer, zumindest nach meinem Geschmack. Und da ich bei der Lektüre immer wieder Vergleiche gezogen habe, mag das Meinungsbild auch eingetrübt sein.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-13 20:22:36 mit dem Titel Thrill - Thriller - Deaver
Die meisten Leseratten werden mittlerweile einmal einen Deaver in der Hand gehalten haben. Den Thrillerautor, der in den letzten Jahren die Nr. 1 weltweit in diesem Genre ist. Und wenn nicht, so werden die anderen durchaus die Romanverfilmung DER KNOCHENJÄGER kennen, der der erste Thriller mit Lincoln Rhyme und Amelia Sachs darstellte.
Mit DAS GESICHT DES DRACHEN liegt nun der vierte Band rundum Rhyme und Sachs im Hardcover vor.
++++++INHALT++++++
Dass die Amerikaner ein Einwanderungsproblem haben bzw. ein Problem mit Einwanderung, ist bekannt. Besser ausgedrückt: Sie haben heute ein Problem damit, denn sie selbst sind ja bis auf die Ureinwohner, fälschlicherweise Indianer genannt, auch alle eingewandert. Zwei große Gruppen versuchen, in den Staaten ihr Glück zu machen: Menschen aus dem Süden, aus Mexiko und den Lateinamerikanischen Staaten, und Flüchtlinge aus Asien, China vor allem.
Die letzte Gruppe wurde zum Leitbild des Thrillers DAS GESICHT DES DRACHEN.
Rhymes und Sachs als Spezialisten für die Tatortuntersuchung und forensische Experten wurden von der Einwanderungsbehörde und dem FBI gebeten, sie bei dem Aufspüren eines gefährlichen Schlangenkopfes zu helfen, der allgemein nur DER GEIST genannt wird. Von ihm gibt es keine Fotos und kein Wissen über die Person, weshalb die Suche sich als Recht schwierig erweist. Dennoch gelingt es Rhyme festzustellen, dass der Geist sich gerade auf einem Schiff auf dem Atlantik befindet und versuchen wird, sich nach New York durchzumogeln, vermutlich, um weitere Geschäfte zu tätigen. Schlangenköpfe werden nämlich die Initiatoren des Menschenhandels genannt.
Doch läuft fast alles schief was schief laufen kann: Als der Geist merkt, dass ihm die Polizei auf hoher See eine Falle stellen will, versenkt er das Schiff, nicht aber, ohne vorher die Ferkel, so bezeichnet er die Menschliche Fracht, im Laderaum eingesperrt zu haben.
Dem Geist gelingt die Flucht, leider aber auch einigen der Ferkel, und so muss der Geist versuchen, diese auszuschalten. Rhyme und sein Team sind geschockt, hatten mit dem Ausgang nicht gerechnet.
Für Lincoln und Amelia beginnt die Jagd auf den wohl skrupellosesten Menschenhändler, der seinerseits auch den Mord an Polizisten problemlos durchführen lässt.
Dem Team um Rhyme und Sachs kommt Sonny Li zu Hilfe, der sich als Ferkel ausgegeben hat, um auf dem Schiff mitfahren zu können, in der Tat aber ein verdeckter Ermittler ist.
Zunächst misstrauisch beäugt, hilft er den Ermittlungen auf der Suche nach dem Geist ein großes Stück weiter – bis auch er ein Opfer des Geistes wird.
Dieser hat nämlich seine Identität geändert, und zwar soweit, dass niemand in ihm einen ruchlosen Mörder sehen würde……
++++++MEINUNG++++++
Zweifelsohne hat Deaver mit diesem vierten Band der Rhyme – Figur erneut einen hochklassigen Thriller hingelegt, der in seiner Fangemeinde mal wieder zu Kauforgien fürhen wird.
Wie bei jeder bekannteren Romanfigur bzw. Romanfiguren lebt das Team Rhyme und Sachs vor allem durch die vermittelte Authenzität. Nun mag der eine oder andere Leser bei der ersten Lektüre eines der Bücher ein wenig überfordert sein, wenn es um das forensische Fachvokabular geht, aber das erliest sich relativ schnell und sollte keine größeren Probleme darstellen. Wichtiger hingegen ist, dass die Personen glaubwürdig sind bzw. Kraft ausstrahlen. Der gelähmte Rhymes wirkt nach außen hin harsch, ist in seinem Ton oft verletzend und es bedarf schon eine gewisse Geduld seines Umfeldes, nicht beleidigt zu sein. Unter der Schale aber nagen Sehnsüchte nach dem alten Leben an ihm, sich bewegen zu können, und so klammert er, ausgenommen der Phasen, in denen er an Selbstmord denkt, alle Hoffnung an neue Operationsmethoden, die ihm Linderung verschaffen können.
Er ist der rationale Teil des Teams, der Logos, der durch rein kognitive Operation ein Problem zu lösen sucht.
Amelia Sachs hingegen ist eine gutaussehende Rothaarige, die an den Nägeln kaut und fahren kann wie der Teufel, die weinen kann, sich Kinder wünscht, sich nach einer Familie sehnt – und das mit Rhymes.
Nicht nur, dass mit diesem Buch ein aktuelles Thema aufgegriffen wird, bei dem die Rolle der Politik in Hinblick auf das grausame Schicksal vieler Flüchtlinge sehr kritisch dargelegt wird. Es sind die Menschen selbst, die von sich aus dem Leser die Meinung des Autors über diesen Sachverhalt ausdrücken..
Thriller, Krimis, alle Genres lassen ein Buch nur dann erfolgreich werden, wenn dem Autor eine Mischung aus Spannung, Glaubwürdigkeit, innere Folgerichtigkeit der Handlung und überzeugenden Figuren gelingt. Das alles schafft Deaver in jedem seiner Bücher
Glaubwürdigkeit der Personen, die sich ergibt durch eine inhaltlich gerade, nachvollziehbare Linie ihres Verhaltens, und ein interessant – kritisch geschilderter Inhalt, verbunden mit der Kunst, dem Leser in immer kleinen Spannungsschüben das Weglegen des Buches fast unmöglich zu machen.
Das ist nicht nur die Stärke dieses vierten Bandes über Rhymes und Sachs.
Für alle Deaver – Fans ein „muss“, für alle anderen ein „muss sein“.
Michael
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-12-28 20:09:35 mit dem Titel Der Tod kam durch die Nase
Marcus Didius Falco zählt mittlerweile sicherlich zu den bekannteren Krimifiguren. In dem jüngst auf Deutsch erschienen Hardcoverband „Tod eines Mäzens“ lässt Lindsey Davis ihre Titelfigur tief in die römische Schriftsteller – und Verlegerszene eintauchen….
INHALT:
Die regelmäßigen Leser Lindsey Davis werden sich erinnern, dass Falco mittlerweile ein equites geworden ist, was sehr frei in heutigen Veröffentlichungen oft - aber nicht zutreffend – mit Ritter übersetzt wird.
Damit hat Falco den schon lange versprochenen Lohn für seinen Einsatz für den Princeps (~ wiederum ungenau mit „Kaiser“ übersetzt) und den römischen Staat erhalten.
Mit seiner jetzigen Ehefrau Helena hat er die kleine Julia bekommen, ebenso temperamentvoll wie die Mutter – also nicht einzuschätzen.
Die von Helena als Geschenk gedachte Stadtvilla außerhalb der Stadt (!!) ist immer noch nicht bezugsfertig und so wohnt Falco mit seiner Familie in einer kleinen Wohnung in seiner alten Gasse.
Nichtsdestotrotz hat er in der Zwischenzeit an seiner Karriere als Schriftsteller weitergearbeitet und kommt nun dazu, gemeinsam mit einem bekannten Senator eine Leseabend abzuhalten – natürlich als letzter Leser.
Immerhin wird weder mit Gegenständen noch rohen Feldfrüchten geworfen, auch wenn die Begeisterung dann doch recht bescheiden im Vergleich zu den Erwartungen gewesen ist. Interessanter an diesem Abend aber ist, dass Falco die Bekanntschaft mit einem Verleger macht, der ihm sogar anbietet, seine literarischen Ergüsse zu veröffentlichen. Erst später erfährt Falco, dass er sämtliche Kosten der Veröffentlichung selbst tragen soll.
Diese Angebot entspricht aber bei weite nicht den Erwartungen Falcos – noch der literarischen Qualität seiner Ergüsse.
Wichtiger wird die Bekanntschaft freilich dadurch, dass eben dieser Verleger kurze Zeit später ermordet in noblen Stadthaus aufgefunden wird – den Stab einer Schriftrolle in der Nase.
Falco wird von Petronius, dem „amtierenden“ Tribun der Vigiles, um Mithilfe bei der Aufklärung der Mordfalles gebeten.
Falco muss sich in das Gestrüpp des Verlegergeschäftes einarbeiten und die unter Vertrag stehenden Schriftsteller, in der Regel lyrische Nieten, erhören. Bei seinen Ermittlungen findet er nicht nur heraus, dass der gute Verleger sein Geld eigentlich mit Bankgeschäften verdiente, geschieden ist, nun mit einer jungen, gut aussehenden aber leicht blöden Blondinen verheiratet ist ( es handelt sich also aufgrund der Haarfarbe der Frau definitiv NICHT um Dieter Bohlen), einen ebensolchen, nämlich beschränkten, Sohn hat und nicht gerade zimperlich in seinem geschäftlichen Verhalten seinen Schriftstellern aber auch seinen Schuldnern gegenüber gewesen ist.
Menschen, die einen „guten“ Grund, sprich kriminalistisch hinreichenden, hatten, ihm nach seinem Leben zu trachten, gibt es in Hülle und Fülle. Doch dass Falco auf der richtigen Fährte ist, erfährt er dadurch, dass er eines Nachts immens feste vermöbelt wird. Für ihn ein gutes Zeichen.
Natürlich muss er neben der Ermittlungen auch noch als Familienvorstand agieren, sich also hier und da von seiner Mutter eine Kopfnuss abholen und sich von seinen Schwestern beschimpfen lassen – trautes Heim…….
MEINUNG
Mittlerweile stehen alle jemals auf Deutsch erschienen Bücher der Falco Reihe in meinem Bücherschrank und das hat auch, man sehe sich dazu auch geflissentlich meine Meinungen zu den anderen Bücher der Reihe an, an der Kombination aus Sprachwitz (Dank den Übersetzern), Situationskomik, aber auch an der Tatsache, dass die Autorin immenses Detailwissen der römischen Geschichte locker leicht in einen Kriminalroman zu packen versteht und somit nicht nur einen Krimi sondern zugleich auch ein Geschichtsbuch vorlegen kann.
Wie oben schon erwähnt wird in diesem Buch das Verlegersystem bei den alten Römern „entdeckt“ und dem Leser unterbreitet, dass so anders funktionierte als heute, schlicht auch deshalb, weil die Rahmenbedingungen so anders waren. Zwar hat es Versuche von Tageszeitungen gegeben, diese waren aber aufgrund der hohen Kosten nie von langer Dauer. Anschriebe an Wände öffentlicher Gebäude machten hingegen wichtige Informationen publik. Schriftsteller mussten auf recht teuere Schreibstoffe schreiben, Bücher wurden in Rollenform verkauft.
Allein schon dieses Thema als Rahmenhandlung für einen historischen Roman zu wählen ist mutig, wobei aber sich der Mut, wie so oft bei dieser Autorin, auszahlt. Und zwar auch dadurch, dass der Protagonist eben nicht durchweg in diesem Rahmenthema agiert, sondern auch ganz natürliche häusliche Probleme – mangelnder Respekt der Ehefrau für der Autorität des Familienvorstandes usw., wer kennt das nicht…- hat, um die er sich kümmern muss.
Dass Falco ein unterschätzter Ermittler ist, wird den Lesern der Reihe bekannt sein – nun, er stellt sich aber auch manchmal eben auch dämlich an, neigt dazu, sich mit seinem Freund Petronius hemmungslos zu betrinken usw.usf.
Eben sympathisch, der Mann.
Und durch diese beiden Ebenen, dem gekonnten Verknüpfen historischen Detailwissens, gut konstruierten Kriminalfällen und einem glaubhaften und sympathischen Protagonisten erhalten alle Bücher der Falco Reihe diesen unheimlichen Reiz, der mich zumindest nicht mehr los lässt.
Michael
11 Bewertungen, 1 Kommentar
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10.07.2008, 19:36 Uhr von Striker1981
Bewertung: besonders wertvollwow* BH und Liebe Grüße vom STRIKER


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