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Erfahrungsbericht von danisoel

Danzer Georg; \

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

TEXTINTERPRETATION
Georg Danzer: Eckige Kinder

Ich beschäftige mich heute mit dem Text „Eckige Kinder“ von Georg Danzer, welcher 1982 im „Liedermacher – Lesebuch“ erschienen ist. Das Buch, dessen Herausgeber Heinz Seger ist, wurde in Würzburg veröffentlicht, und beinhaltet Prosa, Cartoons und Lieder. Der Text ist eine Mischung zwischen Satire, Erzählung und Kurzgeschichte, und gehört der modernen Literaturepoche an.
Georg Danzer behandelt in „ Eckige Kinder“ die umfangreiche Thematik „Kinder unserer Zeit“. In der Form eines Vortrags, berichtet jemand, dessen Namen unbekannt ist, er hätte endlich eine optimale Lösung für die Probleme mit Kindern in unserer Gesellschaft gefunden Eckige Kinder, die nicht wie runde, ovale oder flache junge Menschen viel Platz benötigen, unkontrolliert wachsen und überall herunterfallen, sollten unsere Zukunft beherrschen.
Sie seien rationell, pflegeleicht, verpackungsfreundlich und vor allem anständig. Er meine, dass in letzter Zeit die Zahl der Kinder, die aufgrund ihrer Kurven und Krümmungen für Aufsässigkeit und Widerstand sorgen, wieder in erschreckende Weise gestiegen sei.
Kaum hat man ein „rundes Kind“ irgendwo hingelegt und sich für ein paar Sekunden umgedreht, fällt es auch schon aus der Rolle. Eckige Kinder seien eine unabdingbare Notwendigkeit, denn nur sie würden sich später einmal als „zackige Staatsbürger“ einordnen können.
Nur eckige Kinder, die man viel leichter stapeln könnte, wären ein Garant für eine bessere Zukunft.
Auf ironische Art und Weise versucht Georg Danzer die aktuelle Situation zwischen Erwachsenen und Kindern klar darzustellen. Viele Erwachsene kommen mit Kindern und Jugendlichen nicht zurecht, und würde sie gerne gegen pflegeleichte und sparsame Menschen umtauschen. Kinder die Respekt haben und nicht andauernd anecken und nerven, wären manchmal sicherlich angenehm.
Im Allgemeinen betrachtet, beinhaltet der Text kurze und leicht verständliche Sätze, die dem Leser in seinem Verständnis keine Probleme bereiten. Auch die Sprache weist auf keinerlei Auffälligkeiten hin. Eine Textstelle, die mir jedoch aufgefallen ist, möchte ich aber gerne erwähnen. Während man im gesamten Bericht das Kind als Tyrann und Unruhestifter beschreibt, wird einmal plötzlich erwähnt: „Kinder sind ja auch Menschen. Und außerdem: unser höchstes Gut!“ Diese Passage klingt sehr ironisch, und passt meiner Ansicht nach, nicht zum übrigen Text. Ansonsten wirft die Kurzgeschichte keine Probleme oder Fragen auf.

Der Vortrag „Eckige Kinder“ regt sehr zum Nachdenken an. In diesem Zusammenhang
versuche ich eine Interpretationshypothese des Textes aufzustellen. Wie schon oben erwähnt bearbeitet Georg Danzer die Beziehung zwischen Erwachsener und Kinder. Ein Kind zu haben ist sicherlich schön, aber ist auch mit großer Verantwortung verbunden. Außerdem sollte man auch wissen, dass Kinder einen Willen, eigene Einstellungen und Eigenschaften haben. Sie sind eine eigene Persönlichkeit, die man beachten sollte. Viele Eltern haben ihre eigene Vorstellung über eine „optimale Erziehung“, und rechnen nicht mit Problemen die im Laufe der Zeit auftauchen könnten.
Der Lösungsansatz, dass man alle Kinder in „eckige Staatsbürger“ verwandelt ist nicht in die Realität umsetzbar, darum sollte man sich einen anderen Ausweg suchen. Gegenseitige Akzeptanz, Verständnis und Aufmerksamkeit wären sicher eine gute Lösung um die Beziehungen zwischen Kinder und Erwachsenen zu verbessern.
Georg Danzer’s mögliche Aussage könnte sein, dass viele Eltern keine Geduld für ihre Kinder mehr haben, und sie am liebsten umtauschen würden. Auf spöttische Art und Weise repräsentiert Danzer auch alte Erziehungsziele und Werte. „Nur eckige Kinder ergeben später einmal zackige Staatsbürger!“ Vielleicht will er uns damit auch zeigen, dass viele Erwachsene eingeschränkte Sichtweisen haben, und die Individualität des Kindes oft vernachlässigen.
Die Schlussbemerkung, dass Kinder ein Garant für absolute Sicherheit bedeuten, ist auf reale und aktuelle Situationen zurückzuführen. Ich glaube, dass viele Menschen wollen das ihre Kinder in späteren Zeiten für sie sorgen.
Zum Text selber ist zu sagen, dass dieser aus relativ kurzen und leicht verständlichen Sätzen besteht. Sie führen zu keinerlei Schwierigkeiten. Es kommen keine konkreten Figuren oder Zeitangaben vor, die man beschreiben könnte. Nur die Tatsache, dass jemand einen Vortag hält, lässt annehmen, dass die Satire in einem Hörsaal oder Versammlungsraum gespielt wird.
Der Vortragende wird als - Erzähler dargestellt. Die einfache Wortwahl ist sehr gut ausgewählt, und erleichtert dem Leser den Text zu verstehen. Auch der Titel „Eckige Kinder“ ist passend. Er ist einfach und fasst die Kurzgeschichte in zwei Wörter zusammen.
Die persönliche Anrede „Meine Damen und Herrn!“, zu Beginn des Textes, macht den Leser neugierig und regt ihm zum Weiterlesen an. Georg Danzer erfasst den Bericht in Form eines Monologs. Es kommt kein Dialog oder Dialekt vor. Dennoch versucht man im Text immerwieder an Einstellungen der Erwachsenen anzuknüpfen. Somit fühlen sich Eltern, die diese Kurzgeschichte gelesen haben miteinbezogen, und können sich dessen Aussagen sicherlich teils anschließen.

Zum Abschluss möchte ich noch gerne meine persönliche Meinung zum Text „Eckige Kinder“ anführen. Ich finde, dass Georg Danzer sehr gut zeigt, dass sich Erwachsene und Kinder nicht immer perfekt verstehen müssen. Eckige Kinder wären für manche Eltern sicherlich eine Lösung, aber Gott sei Dank ist dieser Wunsch nicht in die Realität umsetzbar. Jeder Mensch sollte eine Einmaligkeit bleiben. Mir gefällt die Kurzgeschichte sehr gut, da mich manche Sätze wirklich zum Schmunzeln brachten.

817 Wörter

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