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Erfahrungsbericht von myra-belle

Wüstenblume Waris Dirie

Pro:

Immer noch aktuell.

Kontra:

Ob Männer das nachvollziehen können?

Empfehlung:

Nein

Dieses Buch zeigt den Lebensweg eines somalischen Nomadenmädchens zum berühmten Fotomodell und UNO-
Sonderbotschafterin gegen die Folter der Beschneidung.

Waris = Wüstenblume

Die leuchtend gelborangen Blüten werden von angehenden Bräuten geflückt, getrocknet und zu einer Paste verarbeitet. Am Hochzeittag leuchtet ihr Gesicht von dieser Paste, an Händen und Füßen wurde ein Muster aus Henna aufgetragen und die Augen mit schwarzem Khol betont. Gekleidet ist sie mit einer Vielzahl an leuchtend farbigen Schals, die bei Verwandten, Bekannten und Freunden ausgeliehen wurden. Sinn der Sache ist die Betörung des zukünftigen Ehemannes.

Vor diesem großen Tag steht jedoch ein anderes Ritual, das der weiblichen Beschneidung!!!!

Früher wurde sie vorgenommen, wenn ein Mädchen in die Pubertät eintrat, zeigte also den Wandel vom Kind zur Frau an. Der Zeitpunkt wurde aber immer weiter nach vorne verschoben. Bei Waris fand sie mit 5 Jahren statt. Erst kurz vorher wurde ihre ältere Schwester beschnitten, da die Diries als Nomaden umherzogen und der Eingriff nur von der sogenannten \"Zigeunerin\" vorgenommen werden konnte, wobei diese Bezeichnung auf gar keinen Fall abwertend gemeint ist, da diese Frau sehr viel Geld dadurch verdient. Betäubung gibt es in den meisten Fällen gar keine, wenn das Mädchen Glück hatte, wurde es schnell ohnmächtig. Von den (natürlich weiblichen) Verwandten wird das Mädchen an Ort und Stelle gehalten.
Bei Waris wurden die Klitoris, sowohl die großen als auch die kleinen Schamlippen entfernt - mit einer zerbrochenen stumpfen Rasierklinge, von der die Zigeunerin vorher noch dranklebendes Blut entfernt hatte, indem sie daraufspuckte und es am Kleid abwischte!!!!
Mit den Dornen des Akazienbaumes wurden Löcher in die umliegende Haut gestochen und die Wunde mit festem, weißen Zwirn so vernäht, dass gerade mal ein Loch von der Größe eines Streichholzkopfes übrigbleibt.
Dies soll der Beweis für die Jungfräulichkeit sein. In der Hochzeitsnacht blieb dem Bräutigam, wenn er es denn nicht mit Gewalt schaffte, nur die Verwendung eines Messers übrig.

(Waries und ihre Schwestern wurden aber trotzdem (von verschiedenen Männern) vergewaltigt, indem der Penis nicht eingeführt wurde, sondern \"nur\" an der entsprechende Stelle gerieben wurde, bis es zum Erguß kam.)

Im Anschluß mussten ihre Beine wochenlang zusammengebunden bleiben, damit die Wunde nicht wieder aufriß.
Als viel schmerzhafter als der eigentliche Eingriff blieb Waries das Urinieren danach in Erinnerung. Statt einem Strahl war es ihr nur noch möglich, einzelne Tropfen hervorzupressen, die wie Säure brannten. Bei solch einer Wunde ist dies nicht weiter verwunderlich.

Jede, die diese Prozedur überlebte, könnte sich glücklich schützen. Manche sterben bereits durch den Schock, an einer Infektion, Wundstarrkrampf, Wundbrand oder verbluten.

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Es ist ein ernstes Thema und in einigen Ländern immer noch aktuell.

Die weiblichen Geschlechtsorgane gelten als unrein, frau sollte sie sich ihnen frühstmöglich entledigen. Wenn man in (den entsprechenden)Städten lebt, ist ein hygnienischer operative Eingriff möglich, wobei dies nicht die Probleme löst, die dahinter stehen.

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Das Geschichte verläuft leider nicht in chronologischen Bahnen. Waris Dirie hüpft ziemlich übergangslos zwischen den einzelnen Zeitebenen hin und her (Nomaden haben kein ausgeprägtes Zeitgefühl). Mit Vorliebe erzählt sie, dass sie ab dem genannten Zeitpunkt an diese und jene Person nie mehr wiedergesehen habe, nur um später doch wieder auf diese zu treffen.
Das hat mich doch etwas verwirrt.

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