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Erfahrungsbericht von Gering

Gewaltiges Nordmannepos

Pro:

nix

Kontra:

alles

Empfehlung:

Nein

Einer der fesselnsten historischen Romane, die ich in letzter zeit gelesen habe, ist „Die Frauen von Götaland“ von Ian Guillou, der der erste Band eines dreiteiligen Romanzyklusses darstellt.
Handlungsort ist das Schweden des führen hohen Mittealters, also einer Zeit, in dem Schweden noch nicht als geeint bezeichnet werden kann, sondern diejenigen, die sich dann König nennen wol-len, die Kronen von Svear, West- und Ostgötaland erringen mussten.



Arn Magnusson, Sohn des Magnus wie der Name schon sagt, und Sprössling der bedeutenden schwedischen Sippe der Folkunger, ist der zweitgeborene Sohn der Mutter Sigrid. Diese hatte schon bei dem ersten Sohn Eskil große Schwierigkeiten die geburt zu überleben und ähnlich schwer viel auch die geburt des zweiten Sohnes. Sigrid ist eine Frau, die ihren Mann Magnus sehr wohl beein-flussen kann und verfügt aus ihrer zeit im Kloster über eine umfassende Bildung und setzt diese auch ein, ihren im positiven Sinne mit einigen Kniffen auf den rechten Weg zu drücken. So führt sie beispielsweise das Silbergeld auf ihrem Hof ein, etwas, was bei der Bevölkerung im damaligen Schweden ebenso populär war wie der Euro in Großbritannien.
Dazu muss angemerkt werden, dass Sigrid eigentlich im Kloster hätte bleiben sollen, doch die ihre Erbschaft eines Landgutes in Götaland machte sie zu einer guten Partie, sodass sie dann doch noch von ihrer Familie verheiratet wurde.
Hochschwanger hatte Sigrid noch die Einweihung einer Kathedrale besucht, an deren Eröffnung auch der König der Schweden teilnahm.
Während der Messe hat sie eine Wundererscheinung: Er erscheint eine Herde mit völlig weißen Pferden. Auf einem der Pferde, einem Hengst, kommt an Mann auf sie zugeritten, der auf seinem völlig weißen Schild ein großes Kreuz aus Blut trug. Der Mann sagte ihr, dass sie Schweden jetzt das schenken müsse, was das Land am meisten brauchte.
Kurz entschlossen und ohne ihren Mann zu fragen bietet sie dem König ihre Erbschaft Varnhem an, um darauf ein Zisterzienserkloster zu gründen.
Wenig erfreut von der Freigebigkeit seiner Frau, doch unfähig, ein dem König gemachtes verspre-chen zu widerrufen, muss Magnus einwilligen.

Die Söhne der beiden reifen heran, bis allerdings Arn beim Spielen von einem Turm fällt und für tot gehalten wird. Vater und Mutter beten inbrünstig für das leben des Sohnes (während ein Leibeige-ner ohnehin schon weiß, dass der junge nur bewusstlos ist), und versprechen bei der Errettung des Sohnes, diesen in die hand Gottes zu geben und damit in ein Kloster zu schicken.

Arn erwacht kurz darauf und die Eltern glauben an ein Wunder.
Arn wird später in das Kloster von Varnhelm gebracht und dort von den dortigen Mönchen und vor allem dem Prior Pater Henri in allen Belangen gefördert. Da man von der Erscheinung der Mutter der weiß, ist man sich nicht sicher, ob diese meine, dass der junge Arn wirklich ein Mönch werden solle. So entschließt man sich, ihn mehrfach zu bilden: Lesen und Schreiben, Grammatik, die Spra-che der Nordmänner, Latein, Französische, Philosophie und andere „Schulfächer“ muss der Junge ebenso büffeln, wie den Umgang mit Waffen und Pferden.
Schnell entdeckt man, dass Arn eine ganz besondere Begabung auf fast allen gebieten hat und über-durchschnittlich gut.

Nach langen Jahren, in denen Gott den Mönchen und Arn selbst immer noch nicht die Bestimmung seines Daseins mitgeteilt hat, entschließt sich der Prior, ihn zurück zu seiner Familie zu schicken. Arn ist darüber nicht begeistert, fügt sich aber dem Willen und erschlägt auf dem Heimweg in Not-wehr zwei nordische Krieger.
Erst beim zweiten Versuch schafft er es ohne Blutvergießen, heil an Seele und Körper auf dem vä-terlichen Hof anzukommen. Schnell freilich wird er dort zum Gespött der Leute: Weder hat er den standesgemäßen hang, sich zu überfressen und zu besaufen, er rauft nicht, hält nichts von Männer-spielen und macht auch nichts mit den weiblichen Leibeigenen, was schnell bei vielen den Umkehr-schluss zur Folge hat, aber auch dafür interessiert sich Arn scheinbar nicht. Dafür macht er weibi-sche Tätigkeiten: Er ist im Kochhaus zu finden und hilft den Frauen bei der Arbeit, sodass sich der Vater schnell für seinen Sohn zu schämen beginnt.

Den wahren Wert des Sohnes erkennt er erst, als die Sippe der Folkunger mitten in das Spiel der Königsnachfolge gezogen wird.
Dabei scheint es eine schöne Tradition zu geben: Der alte König wird erschlagen ( in der Regel wird der Kopf vom Rumpf getrennt ) und die, die meinen, ein würdiger Nachfolger zu sein, schla-gen sich die Köpfe ein, damit der Sieger später wiederum den seinen durch ein Stück kaltes Erz verlieren muss.
Denn der alte König, der sich gegen seine Widersacher erwehren muss und in der Sippe der Fol-kunger einen der wichtigsten Feinde erkannt haben möchte, will diese Schwächen, in dem er das schwächste Glied der Sippe, Magnus, aus dem Weg räumt.
Durch eine geschickt eingefädelte Intrige beleidigt er Magnus und seine Söhne, sodass sich nach nordischem Recht einer der drei einem Kämpfer des Königs entgegenstellen muss, der dann natür-lich auch noch der gefürchtetest Krieger des Reiches ist.
Niemand ahnt, was in Arn steckt, doch man lässt ihn auf seinen Wunsch gegen den Kämpfer antre-ten – und er gewinnt.
Danach ist alles anders, Arn steigt im Ansehen seiner Sippe deutlich auf.
Doch nun beginnen für Arn die Probleme erst........

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Meinung

Ian Guillou legt mit „Die Frauen von Götaland“ nicht nur einen profunden historischen Roman vor, er schafft es auch, die verwirrenden politischen Intrigen so zu skizzieren, dass man ihnen wirklich gut folgen kann. Zudem stehen diese in diesem Roman nicht im Vordergrund, stellen aber den Rah-men, in dem sich das Schicksal des fast schon manchmal tölpelhaften aber immer aufrichtigen und ehrlichen Titelhelden Arn erfüllen wird.
Der Schwerpunkt liegt nicht auf der Politik, sondern der Entwicklung Arns auf dem heimischen Gut und im Kloster. Dabei vermittelt Ian Guillov das Bild einer zweigeteilten Welt: Die Welt der Leib-eignen mit ihren noch urtümlichen religiösen Vorstellungen und die Welt der Adelsgeschlechter, die sich dem christlichen Glauben angeschlossen haben und sich sorgsam von den leibeigenen ab-schotten. Nicht nur die Alttagsgesichte beider Welten wird eposhaft dargelegt von den üblichen Gerätschaften, Technikwissen und anderem, sondern auch von den unterschiedlichen Gedankenwel-ten in der wirklichen und der klerikalen Welt.
Und durch diesen detaillierten historischen Hintergrund wird das Buch auch erst so richtig interes-sant und zur spannenden Lektüre. Denn das Wandeln Arns zwischen den Welten und den damit auftretenden Problemen sind das Salz an der Suppe des Romans.
Immerhin hat es Guillou geschafft, mich ohne Problem zum Kauf der beiden Nachfolgebücher zu bewegen, die eigentlich heute hätten eintreffen sollen – aber natürlich läuft es immer anders, als es geplant ist. Nun denn, Montag also.

Für alle, die historische Romane gerne lesen, ist dieses Buch ein hochwertiges Lesefutter auf dem Niveau von „Die Säulen der Erde“.


Michael



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 11:29:48 mit dem Titel Dick und anstrengend und deshalb nur Durchschnitt

„Die Kirche ist ein unreiner, unsauberer Ort Weil auch Menschen niemals rein und sauber sind.“

Drei Menschen werden kaltblütig erschossen: Zum einen ist da die bekannte Nonne Valentine (Driskill), genannt Val, die durch zwei Bücher der breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist, von der Kirche aber als aufrührerisch gefürchtet wird. Ihre Bekanntheit schützt sie aber vor Maßnahmen der kirchlichen Institutionen. Den damit gewonnenen Freiraum nutzt sie, um für ein drittes Buch zu recherchieren, dass die Geschichte der Kirche im Zweiten Weltkrieg behandeln soll.
Val ist die Tochter eines angesehenen und sehr einflussreichen Vaters, der selbst im krieg als Agent des OSS im besetzten Frankreichen Kontakte zum Widerstand und zu bekannten Kirchenpersönlichkeiten aufnehmen konnte.

Scheinbar aber verlaufen die Nachforschungen nicht so reibungslos, wie gedacht. Val meldet sich plötzlich bei ihrem Bruder Ben, einem ehemaligen Jesuiten und jetzigen Anwalt, und diesem wird die Angst, die seine Schwester hat, sofort deutlich.

Zum zweiten ist da der alte Freund des Vaters, Curtis Lockhardt, bekannt als Papstmacher. Lockhardt ist Finanzier und kennt sich in den Regionen des Vatikans meisterhaft aus. Durch gezielte Zuwendungen ist es ihm vor Jahren gelungen, den Wunschkandidaten auf den Papstthron zu setzen. Der Einfluss von Curtis auf die Kurie ist enorm, und da der jetzige Papst im Sterben liegt, beginnt er, erneut die Fäden zu spinnen und seinen Einfluss zu nutzen, um auch den neuen Papst bestimmen zu können.
Curtis ist gleichzeitig – moralische Abgründe tun sich hier auf (* g *) – der (richtige !!) Freund von Val. Als er sich mit einem einflussreichen Bischof trifft, um über die anstehenden Angelegenheiten zu sprechen, werden beide in profisioneller Manier im Büro des Bischofs durch gezielte Schüsse getötet.

Noch am selben Tag, Val ist inzwischen in ihrem Heim angekommen und betet in der hauseigenen Kapelle, trifft auch sie auf ihren Mörder: Durch einen Kopfschuss wird sie getötet. Vor ihrem Mörder aber bleibt eine pikante Spur zurück.
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Ben, Vals Bruder und abtrünniger Jesuit, der mit der Kirche nichts mehr zu tun haben möchte, beschließt, den Mörder seiner Schwester zu jagen. Dass es aber nicht ganz ungefährlich ist, erlebt er am eigenen Leibe: Kurze Zeit nach dem Tod von Val überlebt er einen Mordanschlag schwer verletzt.
Die einzige Spur dessen, womit sich Val beschäftigt hat, ist ein Foto, dass sie kurz vor ihrer Ermordung versteckt hat. Dieses zeigt vier Männer während des Kriegs in Paris. Darunter zwei hohe Kirchenvertreter.
Dennoch nimmt er Nachforschungen auf, indem er die Reiseroute seiner Schwester nachvollzieht. Und dass Val auf höchstbrisantes gestoßen sein muss,, wird Ben insofern deutlich, als dass jemand versucht, die Gesprächspartner der Schwester zu ermorden, noch bevor er mit ihnen hat sprechen können.

Eines wird allerdings schnell klar: Der oder die Mörder stammen aus der Kirche selbst und auch die Auftraggeber für die Morde.

Eine Freundin Vals, Schwester Elisabeth, nimmt ebenfalls Ermittlungen auf, und sie stößt auf die Tatsache, dass die Morde nicht isoliert zu sehen sind, sondern dass insgesamt 9 Menschen bisher ihr Leben verloren haben.

Für beide beginnt ein Wettlauf mit dem Tod, denn der oder die Mörder versuchen, beide schnellstmöglich aus dem weg zu räumen ......

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Thomas Gliffords Buch ist im Volumen ein Epos, ein dicker Kirchen - Thriller. Nun sind eigentlich dicke Bücher ganz nach meinem Geschmack, nur ist die Dicke dieses Buches mit über 800 Seiten nicht gerade ein Qualitätsmaßstab.
Viel zu oft werden regelmäßig Nebensächlichkeiten seitenlang geschildert, z.B. Zimmereinrichtungen unwichtiger Personen oder Räume. Auch ist die Handlung bzw. der Handlungsverlauf relativ kompliziert und verschachtelt , was eigentlich erfordert, dass Buch relativ zügig zu lesen, um den Überblick zu behalten.

Auch lebt das Buch vom Spannungsbogen her vor allem von der Frage, wer die Mörder sind und warum sie morden. Der Weg zur Aufklärung freilich ist nur phasenweise spannend und fesselnd.
Das liegt auch darin begründet, dass der Autor den Hang zu Geschichtsreferaten hat, die nur leidlich spannend erzählt werden.

Nun ist diese Buch ein Beispiel dafür, wie und worüber Clifford schreibt, denn sämtliche Bücher von ihm grasen das Feld des klassisches Agenten – Groß – Thrillers ab. Aber: Ein Meister ist Clifford da bestimmt nicht, denn ein 800 Seiten- Buch sollte auf keinen Fall zu 50 % aus LÄNGEN bestehen.

Ich selbst empfand das Lesen des Buches als überaus anstrengend und nicht gerade interessant. Nur die Tatsache, dass ich Bücher ( bis auf zwei Ausnahmen) nie weglege, bevor ich sie zu Ende gelesen habe, war Grund, das auch bei diesem Buch zu tun.

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Zur Buchausgabe: Grundsätzlich bin ich mit der Qualität des Druckes nicht zufrieden: Ständig verblasste Buchstaben, ja ganze Sätze zeigen das im Grunde unterdurchschnittliche Layout dieses Buches aus dem Bastei Lübbe Verlages. Für 18.90 DM kann man schon ein halbwegs vernünftiges Druckerzeugnis erwarten.

Michael





----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 11:10:33 mit dem Titel Die Tempelrittersaga, Teil II

Der zweite Band der dreibändigen Tempelrittertrilogie von Ian Guillou trägt den Titel „Die Büßerin von Gudhem“. Für alle von euch, die den ersten Band schon gelesen haben, dürfte sich der Titel selbst erklären.

Band1:
Für den Einstieg in dieses Buch ist zwar die Lektüre des ersten Bandes nicht unbedingt zwingend notwendig, doch wird einiges der Handlung so erst richtig klar. Deswegen beginne ich auch mit einem Rückblick auf den ersten Band.
Zunächst geht es in diesen drei Bänden um einen Art von Familiensaga mit dem Titelhelden Arn im Mittelpunkt. Handlungsort ist Schweden und das geheiligte Land um die Wende vom 12. zum 13 Jahrhundert herum.
Arn ist der zweitgeborene Sohn des Magnus der Sippe der Folkunger, gehört mit seiner Herkunft zu einer der mächtigsten Sippen im damaligen Götaland. Das heutige Schweden bestand damals aus dem Svealand und dem Ost- und Westgötaland.Die Folkunger und die Eriker auf der einen Seite ringen mit anderen Sippen um drei Königskronen und dieser Hintergrund führt dazu, dass Arn für 20 Jahre Tempelritter in geheiligten Land werden muss.
Aufgewachsen in einem Kloster, in das ihn seine Eltern auf den scheinbaren Wink Gottes hin gesteckt haben, erlernt er dort unter anderem von einem Tempelritter den Umgang mit den Waffen eines Ritters.
Eingeladen von einem Freigelassenen, betrinkt er sich und im Rausche des Alkohols gibt er sich der älteste Tochter des Gastgebers hin, verliebt sich freilich später in die jüngere und schwängert diese.
Was technisch und moralisch weder damals noch heute wirklich ein so großer Skandal gewesen wäre, wird pikant durch die politische Situation: Die Gegner nutzen dies aus und Arn und seine Frau Cecilia werden gebannt. Als Buße muss er 20 Jahre im heiligen Land dem Herrn als Tempelritter dienen, während sie diese zeit im Kloster verbringen muss.


Band 2: „Die Büßerin“ von Gudhem
Der zweite Band handelt von den 20 Jahren der buße, die Cecilia und Arn jeweils am anderen Ende der (christlichen) Welt verbringen müssen.
Arn zeiht über Rom nach Israel und wird Mitglied der Templer, einem von den Zisterziensern eingerichteter Ritterorden, der im heiligen Land vor allem die Pilger vor Übergriffen der „Ungläubigen“ schützen soll. Aufgrund seiner enormen Waffenkunst aber auch durch seine charakterlichen Eigenschaften Beginnt für ihn der Aufstieg in der Hierarchie. Zunächst tut er seinen Dienst als normaler Templer, doch recht schnell avanciert er zum Burggrafen und später sogar zum „Meister von Jerusalem“. Er lernt Arabisch und kennt den Koran so gut, wie ihn selbst nur die Schriftgelehrte des Islam kennen.
Gefürchtet unter den Feinden der Christen, gewinnt er aber auch die Anerkennung der moslemischen Untergebenen und Schutzbefohlenen, denn er ist sich als Christ nicht zu schade, realistisch die Situation der Christen im heiligen Land einzuschätzen bzw. die Menschen zu sehen.
Geschwächt wird das heilige Land durch Ränkeschmiede um die Königskrone Jerusalems, auf dem ein schwacher König langsam dahinsiecht. Die Templer als militärische Macht, die den Gegnern Angst und Schrecken einflössen, werden in dieses Spiel um die Macht hineingezogen.
So muss Arn miterleben, wie Befehle eines schwachen Königs die Templer und die weltlichen Ritter in Schlachten schicken, in denen ihr Schicksal schon vor Beginn des Kampfes festgelegt war. Unfähigkeit und Korruption reiben fast alle Templerritter im heiligen Land auf.
Nach rund der Hälfte seiner Dienstzeit rettet Arn zufällig den damals gefurchtesten Moslem, nämlich Saladin höchtspersönlich, vor Räubern. Es entwickelt sich eine Männerfreundschaft, die recht ungewöhnlich ist und Arn Kritik einbringt.
Arn gerät am letzten tag seines 20-jährigen Bußdienstes in Gefangenschaft, nachdem der unfähige König das gesammelte christliche Heer in eine katastrophale Falle gelenkt hatte.
Und da Templer niemals freigekauft wurden, sah sich Arn dem Schicksal gegenüber, das jedem gefangenen Templer bevorstand, nämlich die sofortige Hinrichtung.
Nur seine Freundschaft mit Saladin rettet ihm diesmal noch das Leben ......

In Schweden verbringt seine Frau 20 Jahre lang in einem Kloster, dass von einer Äbtissin geleitet wird, die Cecilia und Arn denn Kirchenbann eingebracht hat. Die Äbtissin hasst Cecilia und schikaniert sie, wo immer sie nur kann.
Erst die Freundschaft Cecilias mit der zukünftigen Königin erleichtert ihr später ein wenig das Leben. Und eisern, wie sie ist, beginnt auch sie, sich im Kloster hochzuarbeiten und wird die erste Oeconomica in einem Kloster.


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Jan Guillou ist mit seiner 3 bändigen Saga ein weiter Wurf geglückt: Nicht nur die facettenreiche Darstellung diverser Lebenswelten, die uns heute so unwirklich und fremd erscheinen, gelingen ihm meisterhaft und spannend, sondern er entwickelt einen Geschichte, die durch ihre Dynamik den Leser immer wieder zum Weiterlesen zwingt. Man kann dieses Buch einfach nicht zur Seite legen.
So erhält man einen Einblick in die sagenumwobene Welt der Templer, wenn auch sicherlich etwas geschönt dargestellt, aber auch die Rolle und das Wirken von Frauen in allen Schichten der Gesellschaft damals.
Zwar mag der Hauptprotagonist ein wenig überzogen sein, weil er dem Hollywoodklichee des Einzelkämpfers zu entsprechen scheint, doch tut dies dem Lesegenuss keinen Abbruch.

Für alle die bunte historische Romane lieben, sind diese Bände eine absolute Leseempfehlung.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 13:20:53 mit dem Titel Die große Kunst des Thrillers vorgemacht

Die purpurnen Flüsse / Grangé, Jean-Christoph

Einer weiß, der andere schwarz. Der eine alt, der andere am beginn seiner beruflichen Laufbahn. Der eine ein gefürchteter und gewalttätiger, nichtsdestoweniger aber erfolgreiche und berühmter Superbulle, der andere mit herausragenden Fähigkeiten, aber abgeschoben in die Provinz. Beide nicht zimperlich in ihrer Art, doch der eine aus bürgerlichen Verhältnissen, Internatsschüler, der andere Vollwaise und aufgewachsen in der brutal-blutigen Gosse einer französischen Großstadt. Und doch beide sind sich ähnlich, was ihren Instinkt angeht und beide lassen nicht locker, wenn sie einmal zugepackt haben. Der eine ist der betagte Pierre Niemans, der andere der rasterlockentragende Karim Abdouf.


Die "PURPURNEN FLÜSSE" sind schon jetzt ein in der kurzen Zeit, in der es auf dem Markt ist, ein von den reinen Verkaufszahlen herausragendes buch. Und: Binnen dieser Zeit wurde das ganze verfilmt. Aufmerksam wurde ich durch die Meinungen bei Ciao, weshalb ich das Buch dann auch mit auf eine Auslandreise genommen habe.

Und in der Tat: Das ist herausragend geschrieben, spannend, am Ende vielleicht ein wenig seicht. Aber worum geht es überhaupt?

Das Buch spielt an zwei unterschiedlichen Orten in Frankreich, an denen es zu ungewöhnlichen Verbrechen kommt.
Während Pierre Niemans in das kleine Universitätsstädtchen Guernon geschickt wird, um den bestialischen Mord an einem scheinbar harmlosen Bibliothekar aufzuklären, grübelt karim 250 Kilometer entfernt über einen Einbruch in die Gruft eines toten Mädchens, zu der sich Einbrecher nachts zutritt verschafft hatten. Bei seinen Recherchen stellt er fest, das sämtlichen Daten, Fotos etc., die das Grab des Kindes und das Kind selbst betrafen, komplett aus allen Archiven beseitigt worden sind.
Wer aber hat Interesse daran, ein seit 14 Jahren totes Kind seiner Existenz zu berauben?
Während Karim sich auf die Suche nach Informationen zu dem Kind macht, kommt Pierre mit seinen Ermittlungen im Mordfall nicht weiter.
Der junge Bibliothekar scheint keinerlei Motive für eine Mordtat zu liefern. Seine Leiche wies extreme Folterspuren auf, dem noch lebenden Opfer wurden die Augen entfernt.

Wie kommt es zu einem solch bestialischen Mord in der Provinz?

Noch geheimnisvoller wird der Fall, als eine zweite Leiche entdeckt wird, diesmal von einem Krankenpfleger, der außer seiner Arbeit scheinbar keine Freizeitgestaltung hatte.


In beiden Fällen treten die Polizisten zunächst auf der Stelle. Doch dann wird klar: Der Einbruch in das Kindergrab und die schrecklichen Morde vierzehn Jahr nach dem Tod eines scheinbar nie wirklich existierenden Kindes sind ein Fall, gehören zusammen.

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Die "Purpurnen Flüsse" sind ein ungemein spannendes, allerdings nicht für die empfindlichen Gemüter bestimmtes Buch, dass den Leser lange Zeit in das Labyrinth der Ermittlungen verstrickt und die Lösung bis zum Ende aufhebt.
Jean-Christoph Grange hat mit diesem zweiten Buch einen weiten Wurf gemacht, der den Vergleich zu anderen Thrillern nun gar nicht zu scheuen braucht.
Vor allem die Innenwelten der beiden Hauptprotagonisten werden überzeugend dargestellt.

Problematisch ist einzig: Das Buch lässt einen nicht mehr los.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 15:53:19 mit dem Titel Auch Kardinäle können (un-)menschlich sein..

Des Teufels Kardinal / Folsom, Allan

Religiöser Wahn war in den letzten Jahrtausenden schon oft der Anlass für unglaubliche Gräuel und enormes Elend auf der Welt.
Eine wichtige Rolle spielt da die Kirche, die katholische vor allem, wenn man beispielsweise an den Holocaust denkt (hier auch die evangelische Kirche!), die Missionierung Amerikas, die Ketzer- und Hexenverfolgung (Beispiel: die Katherer in Frankreich) usw. usf.

Hingegen unterliegt das Thema Kirche, oder auch RELIGION, weithin einem Diskussionstabu, weil viel zu schnell die Moral- und Wertvorstellungen der Einzelnen scheinbar angegriffen werden. Oft entzeiht man sich der Diskussion, traut sich nicht so recht, weil man nicht oder nur schwer deutlich machen kann, dass man den gegenüber nicht persönlich, sondern die Institution Kirche an sich kritisieren will ( wobei Kritik positives wie negatives beinhalten sollte!!!).

Gerade deshalb fasst ALLAN FOLSOM mit DES TEUFELS KARDINAL ein sehr heißes Eisen, an, nicht nur im prüden Amerika, sondern auch in Europa.

Die Handlung, die er in seinem Roman behandelt, ist frei erfunden, und dennoch lassen sich die skizzierten gespaltenen Moralvorstellungen sehr wohl in der realen Gegenwart problemlos in den Kirchen, vor allem aber bei der katholischen Kirche mit ihrem universellen Geltungsanspruch.

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In dem Buch geht es um Macht, ein Thema, das gerade den Kirchenoberen in den letzen Jahrhunderten nie ganz so fern gewesen ist. Aber hier geht es um mehr, um ein weltumspannendes, durch wirtschaftliche macht und wirtschaftlichen Einfluss begründetes Kirchenimperium.



An der Spitze der Kirche steht ein beliebter, wenn auch durch Krankheit und Alter gezeichneter Papst, der seine Vertrauten gewähren lässt und ihnen absolutes Vertrauen entgegen bringt, das diese, wie sollte es anders sein, missbrauchen.

Im Mittelpunkt steht ein Brüderpaar, das eine gänzlich unterschiedliche Entwicklung hinter sich hat. Nach dem frühen Tod des Vaters, aufgewachsen im verhassten Haushalt eines Krämers, wird der eine, Harry Addison, zu einem gefeierten Anwalt in der Glimmer - und Glitzerwelt Hollywoods, der seinen Filmstars die besten Filmverträge besorgt und der begehrteste Junggeselle der Gegend ist.
Daniel hingegen wird Priester und abgeordnet in den Vatikan, wo er der rechte und linke Hand des scheinbar einflussreichen Kardinals Marsiciano wird.

Beide leben sich auseinander, ganze acht Jahre hört man nichts mehr voneinander, bis eine Nachricht auf Harrys Anrufbeantworter seines Bruders zu hören ist, der scheinbar Todesangst hat und um seine Hilfe bittet.
Einen Tag später wird Harry davon informiert, dass sein Bruder angeblich ein Mörder und bei einem Bombenattentat auf einen Linienbus in der Nähe Roms ums Leben gekommen sei.

Allerdings stellt Harry bei der Leichenschau fest, dass es sich auf keinen Fall um seinen Bruder handeln kann.
Wo ist Daniel abgeblieben? Warum liegt ein falscher Toter in dem Sarg? Und warum ist es nicht gern gesehen, dass Nachforschungen anstellen will?

Es beginnt eine Odyssee, in der ein brutaler Auftragskiller im Namen hoher Kirchenfürsten jagt auf die beiden Brüder macht, da das Wissen vor allem des Priesters Daniel so brisant ist, dass die Existenz der Kirche auf dem Spiel steht. Da schreckt man auch vor Mord nicht zurück.

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DES TEUFELS KARDINAL liest sich ungemein spannend, auch für mich als Katholik. Aufbauend auf der amerikanischen Tradition des Agententhrillers entwickelt Follsom eine enges Handlungsgeflecht, dass den Liebhaber des Genres schnell gefangen nimmt.

Auch wenn die Handlung fiktiv, teilweise (hoffentlich) abstrus ( genug) ist, um Realität werden zu können, macht er aber deutlich, welche Folgen es auch heute noch in der Kirche haben könnte, wenn religiöse Fanatiker um jeden Preis der Welt die macht der Kirche ausbauen wollten. Gerade auch deshalb, weil das Streben nach Macht nur allzu menschlich, das ausnutzen der eigenen Stellung oft selbstverständlich ist.


Und so weit hergenommen ist die Handlung auch wieder nicht. Der Vatikan zählt zu einem der wichtigsten Aktienhaltern weltweit, der durch seinen Aktienbesitz in den letzten 10 Jahren freilich auch recht häufig in die Enge geraten ist.

Da passte es Mitte der 90er Jahre so gar nicht recht ins Bild, dass der Papst in Südamerika die Empfängnisverhütung verdammte, die Kirche aber gleichzeitig am wichtigsten italienischen Hersteller von Kondomen und der Antibabypille die Aktienmehrheit hielt und von den hervorragenden Gewinnen im katholischen Italien kräftig Gewinne einheimste (na, hören denn die Italiener sich nicht regelmäßig die Papstreden an??).

Oder man erinnere sich an den Skandal, als - ebenfalls Anfang der 90er Jahre der leitenden Kardinal der Vatikanbank ermordet wurde, weil er die US - Mafia von 1 Milliarde US - Dollar Drogengeld erleichtert hat.

Das sind natürlich jetzt auch institutionskritische Beispiel, sie machen aber deutlich, dass der Kirche ihr wirtschaftliches Standbein sehr wohl sehr wichtig ist.
Die Grundzüge des Buches bauen also auf realen Gegebenheiten auf, der Rest freilich


ist



hoffentlich



fiktiv.



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 16:13:45 mit dem Titel Spitzen Fantasy aus Deutschland

Im Kreis des Mael Duin / Glaesener, Helga

Das Buch Im Kreis des Mael Duin handelt vom Kampf zwischen Gut und Böse.

Arrat Keswick, Hauptmann in der Armee der Südländer, verliert die wichtige Grenzfeste Thyram an die Skelden und wird zum Rapport zurück in die Hauptstadt beordert. Aber anstatt der erwarteten Hinrichtung , ein scheinbar probates Mittel, die Leistungen der Militärs anzuspornen (der, die noch nicht hingerichtet worden sind!!!), erhält er den Auftrag, mit dem Skelden - Fürsten Sardeik ins Land der Lharen zu ziehen und grausame Überfalle aufzuklären, die in beider Länder stattgefunden haben.
Draaks sind die Wesen, die dafür verantwortlich sein sollen, und doch sind diese Wesen im Grunde Fabelwesen, von denen niemand genaues weiß. Überlebende gibt es nämlich bei den Überfällen in der Regel nicht, alle Toden waren auf furchtbare Art verstümmelt.
Arrat und Sardeik sind nicht nur alte Kriegsgegner, sie verbindet auch gegenseitiger Hass, denn Arrat ist für den Tod des jüngsten Bruders des Skelden verantwortlich.
Allesamt also hervorragende Bedingungen für ein Gelingen des Auftrages.

Die Menschen haben die Lharen in Veracht, hinter den Überfällen zu stehen. Die Lharen sind Wesen, die der normale Fantasy - Leser als Elfen kennt, und auch hier gibt es die dunklen Lharen und die weißen Lharen.

Im Verlauf der Handlung wird deutlich, dass zwar die Lharen selbst nichts mit den Überfällen zu tun haben, lehnen sie doch jegliche Gewalt ab. Aber eine Macht ist dafür verantwortlich, die den Ursprung bei den Lharen hat - das Mael Duin.

Auf ihrem Weg ins Reich der Lharen treffen sie Salvain, einen Mensch - Lharen Mischling, der selbst und dessen Vergangenheit maßgeblich den Lauf der Dinge beeinflussen wird.

Der Ursprung des Mael Duin liegt in der grauen Vorzeit des Lharen - Reiches.
Der Gründer oder Urvater dieses Volkes hatte eine Feste erbaut und drei Töchter. Alle drei Töchter sollten nach dem Tode des Vaters die Festung verlassen und sich eigene Heimstätten errichten. Alle drei wiederum beschäftigte sich mit Magie, einer der Töchter freilich mit der dunklen Seite.

Es kommt wie es kommen muss. Zwischen den beiden guten und der bösen Tochter kommt es zum Wettkampf. Erst die Aufbietung aller weißen = guten Magie erreicht, dass die dunkele Seite zwar nicht vernichtet, aber doch besiegt werden kann.
Die böse Tochter wird eingeschweißt in den alten Burgturm, der für immer versiegelt scheint.

Eine Macht aber scheint in der Jetztzeit das Mael Duin wieder zum Leben erweckt zu haben, den die Lharen wissen, dass die Draaks den Ursprung im Mael Duin haben.

Für Arrat und Sardeik beginnt eine mehr als nur ereignisreiche Zeit.
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Helga Glaesener ist den meisten Lesern bekannt durch Bücher wie Die Rechenkünstlerin oder aber Die Safranhändlerin. Mit Im Kreis des Mael Duin legt sie nun ein Buch aus einem vollständig anderen Genre vor.

Sie bewisst mit diesem Buch, dass sie auch das Fantasy Genre meisterhaft beherrscht, handelt es sich doch m.M.n. um eines der besten deutschen Fantasy - Bücher der letzten Jahre.
Trotz der über 500 Seiten bleibt das Buch durchgehend spannend.

Allerdings sei angemerkt, dass es wohl weniger für das breite Publikum, denn wohl eher für den wirklichen Fantasy - Fan befriedigenden Lesestoff bietet.





----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-27 16:18:47 mit dem Titel Verstehen Frauen was sie lesen ?

Die Rechenkünstlerin / Glaesener, Helga

In das allmählich zur Bildungsmetropole wachsende kleine und provinzialische Heidelberg entführt Helga Glaesener den Leser in ihrem neuen Buch "Die Rechenkünstlerin". Ort und Zeit der Handlung mögen bei vielen Lesern sicherlich erst einmal den Verdacht eines langweiligen Schinkens aufkommen lassen, denn Deutschland zur Zeit des Mittelalters, dann auch noch als Fabel eine Art "Campus" - Krimi: Was könnte da fesselndes dahinterstecken?

Nun: Zunächst ist eine der beiden Hauptfiguren eine Frau namens Carlotta Buttweiler, die lesen und schreiben und das gelesenen sogar verstehen kann. Dem versierten Leser wird hier gleich das außerordentliche auffallen. Eine gebildete Frau, im Mittelalter, wo selbst von Pfarrern nicht gerade die Beflissenheit der Schreibkunst abverlangt wurde und den Rittern das Schreiben gar als nicht angemessener Zeitvertreib vergält wurde?
Aber nicht nur dass, die weibliche Hauptfigur hat auch noch rote Haare!!!
Nun denn, bei die Rechenkünstlerin geht es nicht um die Bildungskarriere eine Frau im Mittelalter, sondern um die Aufklärung von im Verlauf des Buches immer häufiger vorkommenden Morde.
An der Seite der mit der Haarfarbe geschlagenen Carlotta "kämpft" mit ihr der aus Prag stammende Gelehrte für Römisches Recht, Jovan Palac, der mit seinem Gerechtigkeitssinn den Zorn des Kaisers und des Kurfürsten auf sich gezogen hat, vor allem deshalb, weil er sich entschieden gegen die Gräueltaten gegen die Juden stellte, die damals an der Tagesordnung im christlichen Reich gewesen sind.

Die Handlung beginnt mit dem Tod einer Jugendfreundin Carlottas, die einen Grafen geehelicht hat und plötzlich zu Tode gekommen ist. Bei dem Tortenbesuch Carlottas findet diese zwei (!) verschiedne Würgemal am Hals der Frau. Auch wenn ich nicht zu viel verraten möchte. In der Tat wurde das Mädchen quasi zwei Mal ermordet - rein technisch gesehen.

Im folgend entwickelt die Autorin einen gekonnten Krimi im mittelalterlichen Heidelberg, der einen immer wieder auf die falsche Fährte lockt. Ein absolutes Lesevergnügen, denn erst die letzten Seiten bringen wirklich die -positiv- verworrene Auflösung der Handlung - und auch ein Happy End. Mit wem bzw. zwischen wem, sei aber nicht verraten, lest das Buch selber.


Das Buch, gerade weil es als Krimi angelegt ist, erhält von mir die Topwertung!


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-04 15:09:02 mit dem Titel Dritte band der Tempelrittersaga

Bei „Die Krone von Götaland“ handelt es sich um den dritten und letzten Band der Tempelritter –Saga um den Tempelritter Arn Magnusson und stammt aus der Feder von Jan Guillou.

Arn Magnusson, Mitglied eines mächtigen Geschlechts im Drei – Kronenreich von Svea sowie Ost- und der Westgötaland, wird wegen der Schwängerung seiner Verlobten zu einer 20 Jährigen Buße als Tempelritter im hl. Land verurteilt, seine Verlobte zu einer ebenso langen Bußzeit in einem Kloster. Die gründe dafür liegen in den Ränken, die die unterschiedlichen Geschlechter, die im Kampf um die Korne stehen, schmieden, um die anderen zu benachteiligen und selbst einen Vorteil zu erlangen.
Arn leistet seinen Dienst ab und steigt schnell aufgrund seiner gaben in der Hierarchie des Templerordens ganz nach oben, während seine Verlobte Cecilia im heimischen Kloster nach Jahren der Erniedrigung zur Oekonomika aufsteigt.
Nach Beendigung seiner Bußzeit im gelobten Land benötigt Arn, durch ein Geschenk des Saladin schwer reich, drei Jahre, um vom heutigen Israel ins heutige Schweden zu gelangen. Auf dem Weg dorthin schart er einige Männer um sich, die ihm in Schweden wertvolle Hilfe leisten sollen: So Handwerker, Festungsbaumeister, Filzmacher, Waffenhandwerker usw. usf.
In Schweden angekommen, stellt sich aber die Politik des Reiches gegen seine Zukunftsplanung: Denn seine verlobte Cecilia soll auf Wunsch des Königs und seins Jarls zur Äbtissin eines Klosters ernannt werden, denn nur dieser Schritt kann die Ehre der Königin retten und den Thronanspruch der Söhne erhalten. Eine im Sterben liegende Äbtissin hat nämlich auf dem Sterbebett beeidigt, dass die Königin angeblich ihr Gelübde abgelegt habe und somit wären alle von ihr Geborenen Kinder unehelich und von der Thronfolge ausgeschlossen. Nur der Eid einer der Korne treu ergebeben Äbtissin könnte das Königshaus vor der Schande bewahren.
Arn und Cecilia beugen sich aber nicht und fallen so in Ungnade.
Arn selbst verfolgt mit den von ihm mitgebrachten Männern freilich einen eigenen Plan, der Schweden den inneren Frieden sichern soll:
Zunächst beginnt er, den Stammsitz seiner Sippe zu einer für nordeuropäische Verhältnisse uneinnehmbaren Burg zu befestigen. Zum anderen beginnt er junge Adelige um sich zu scharen, und diesen die Kampfesweise des europäischen Festlandes beizubringen: Zu Pferd wird in die Schlacht geritten und nicht, wie eigentlich üblich, zu Fuß gegangen.
Daneben verwandelt er seine Besitztümer in Waffenschmieden aber auch Handwerkszentren und baut den Handel deutlich aus.
All das tut er freilich nicht, um die Krone für sich zu gewinnen, sondern, um der Krone eine so große militärische Macht zur Seite zu stellen, dass sich ein Angriff auf die Krone nicht lohnen kann.

Der erste, der dieses versucht, ist der König der Dänen, eine der damaligen Supermächte des Festlandes, vor dem bisher kein Gegner, selbst die gefürchteten Sachsen, standhalten konnte.....

Meinung
Mit seinen drei Bänden hat Jan Guillou eine phänomenale Saga des Mittelalters geschrieben, die vergleichbar ist mit „Die Säulen der Erde“ oder aber „Das zweite Königreich“. Garniert mit profundem historischen Fach- und Detailwissen entsteht die Welt des Mittelalters in diesem geografischen Raum wie ein richtiger Film im Kopf des Lesers. Nicht nur die Themenbereiche des Templerordens mit seinen positiven wie negativen Aspekten, auch die soziale Schichtung und Stellung der einzelnen Gesellschaftsgruppen und die Rolle und Rechte der Frauen werden thematisiert, sondern auch unterschiedliche Lebenswelten. Und das in einer wahrlich fesselnden Art und Weise.
Und wenn auch einzelne Personen, so auch die Hauptfigur des Arn Magnusson hier und da ein wenig überzeichnet wirken, weil ein verhalten, so wie er es zeigt, so heute grundsätzlich unwirklich erscheint, nimmt das den drei Büchern keinerlei an Reiz.

Für alle Leser, die dem historischen Genre zugetan sind, gibt es deshalb die Höchstbewertung.

Die ersten beiden Bände sind inzwischen als Taschenbuch erschienen, der dritte band ist als Taschenbuch in Vorbereitung.


Michael


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-04 17:39:38 mit dem Titel Leider doppelt!!!!

Aufgrund einer Fehlermeldung habe ich diese meinung nochmals eingestellt - und jetzt ist sie doppelt drin.
YOPI habe ich schon informiert.
Gruß
Michael


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----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-04 16:59:03 mit dem Titel Ein Buch, das den Nachtschlaf raubt

Rebecca Gable:_ Das zweite Königreich

Caedmon wächst als zweitgeborener Sohn des Thane von Helmsby (vergleichbar mit einem GRAFEN!) und er ist die Figur, an deren Lebensweg Rebecca Gable in ihrem gigantischen historischen Roman „Das zweite Königreich“ die Geschichte des Wilhelms des Eroberers beschreibt. Die Handlung des Buches beginnt im Herbst 1064 und endet im Oktober 1087.
Caedmon wird von einem Dänen durch einen Pfeil im Bein schwer verletzt und sein getroffenes Bein bleibt steif, sodass er in den Augen seiner Umgebung ein Krüppel wird. Das ist auch der Anlass, dass sein Vater Aelfric dem Harold Godwinson, einem mächtigen Adeligen der Angelsachsen und aufgrund der Schwäche des Königs der eigentliche Herrscher in England, als Dolmetscher mit an den Hof Williams schickt, der zu dieser Zeit noch der Herzog der Normandie ist.
Auf dem Weg dorthin zerstreut ein Sturm die Flotte und die Überlebenden der Gesandtschaft fallen dem Grafen von Ponthieu in die Hände. Dessen Tochter Aliesa hat es dem jungen Caedmon angetan, doch bleibt sie für lange Zeit entrückt.
Caedmon flieht als einer der Festgesetzten an den Hof des William, und muss dafür das edle Ross des Sohnes des Grafen von Ponthieu als Transportmittel entwenden, was ihm eine lebenslange Feindschaft einbringt.
Nachdem die Festgesetzten auf Druck Williams freigelassen und zu deren Hof in Rouen gebracht worden sind, wird Caedmon als Geisel dort behalten und wird einem gar strengen Lehrmeister zugeteilt, der ihn mit brutaler Gewalt – wie es scheint – zu einem Ritter macht und dem es durch die harten körperlichen Strapazen, die er seinen Zöglingen angedeihen lässt, auch zu verdanken ist, dass das lahme Bein seines Zöglings allmählich wieder normal bewegbar ist – eine Rosskur also.
Caedmon wird zur Geisel, damit sich William sicher sein kann, das Harold Godwinson seinen Eid hält, den er ihm geschworen hat, nämlich den Thronanspruch Williams zu unterstützen.
Auch der Bruder Harolds ist schon lange Jahre als Geisel in Rouen und wird zu einem engen Freund Ceadmons.
Natürlich hält sich Harold nicht daran, als der König Englands stirbt: Er lässt sich selbst zum König krönen und der Krieg zwischen den Angelsachsen und den Normannen ist unabwendbar.
Caedmon muss William als Dolmetscher dienen und fällt mehr als einmal bei dem König in Ungnade.
In all den Jahren freilich, in denen William darum kämpfen muss, nachdem er Godwinson und sein Herr vernichtend geschlagen hat, seine Herrschaft zu sichern, wird Caedmon zu einem Mittler zwischen Normannen und Angelsachsen, auch wenn ihm diese Rolle sehr schwer fällt und er in den Augen seiner Landsleute teilweise als Verräter gilt.
Vor allem die brutale Gewalt, mit denen William seinen Gegner aus dem Weg räumt, ganze Landstriche entvölkern lässt, treiben Caedmon in die Verzweiflung.

Nichts desto weniger wird er zunehmend zu einer der Wenigen, die dem König offen die Meinung sagen. Das kostet ihn ab und an ein paar Monate Kerkerhaft, aber im Gegensatz zu anderen verliert er weder Augenlicht, Extremitäten oder gar das Leben.
Denn William schätzt den Mut des Caedmon, offen seine Meinung zu sagen – und lange zürnen kann er ihm nicht.
Deshalb wird Caedmon bald zum Erzieher der jungen Prinzen des Königs, eine Vertrauensstellung, die so nur wenige beim König innehaben.
Dieses Vertrauen verliert er aber, als bekannt wird, dass er mit einer verheirateten Dame ein Verhältnis hat. Caedmon muss in den Kerker, die Dame ins Kloster – was damals igrdnwie immer der Fall zu sein schien.



Meinung
Rebecca Gabel setzt als Mittelpunkt der Handlung Caedmon und seine Familie, die exemplarisch für die zerrissene Seele vieler Angelsachsen damals stand. William war verhasst, ein Usurpator, doch Caedmon hat ihm einen Eid geleistet, der ihn bindet. Cuthric, sein jüngerer Bruder, wird Mönch und erlangt nach Jahren eine einflussreiche Stellung. Dunstan hingegen, der jähzornige Älteste des Thane of Hemsby entscheidet sich für den Kampf und fällt wie so viele im Kampf gegen den verhassten König.
Der Roman gibt ein bildreiches Abbild der Zeit wieder, in dem nicht nur die politische Situation auf der Landkarte des Konflikts einbezogen wird, sondern durch die Fokussierung auf die einzelnen Personen ein personifizierter Einblick in das Damals ermöglicht wird.
Detailgetreu in der Darstellung der Sozialen Wirklichkeiten, wird aber auch die Person des Königs und die genese seines Charakters herausgearbeitet: Sein Hang zum Jähzorn, der überliefert ist, ebenso wie seine Brutalität und Rücksichtslosigkeit auch den eigenen Söhnen gegenüber.
Die Epoche des William des Eroberers wird lebhaft und das auch dadurch, dass Rebecca gable mit ihrem zweiten Roman den ersten großen Wurf tatsächlich noch in den Schatten stellen kann: Das zweite königreich ist mit das Beste, was ich bisher an historischen Romanen lesen konnte. Und mit fast 900 Seiten auch einer, der die eheliche Beziehung ganz schön fordert, denn man kann das Buch einfach nicht mehr aus der hand legen.


Michael


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2004-02-29 15:55:58 mit dem Titel Echt harter Tobak...

Ab und an stößt man auf eine Autorin oder einen Autor, der Unmengen an Büchern geschrieben hat, von dem man aber bis dahin nichts gelesen hat. Sue Grafton ist so eine Autorin, die insgesamt derzeit 17 Bücher auf dem deutschen Buchmarkt veröffentlicht hat. bzw . von der eben diese Zahl veröffentlicht wurde……

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INHALT
In Totenstille [Q wie Quittung] steht die Serienheldin Kinsey Millhone im Mittelpunkt. Sie wird von Lt. Dolan, seines Zeichens Leiter der Mordkommission von Santa Barbara (Kalifornien), gebeten, zusammen mit dem pensionierten und schwer an Krebs erkrankten Stacey einen 18 Jahre zurück liegenden Mordfall wieder aufzurollen, da damals weder die Identität des Opfers, eines jungen Mädchens, noch der Mörder ermittelt werden konnten.
Dolan unterbreitet diesen Vorschlag vor allem, um den kranken Stacey wieder Lebensmut zu geben und ihn zu beschäftigen.
Alle drei beginnen die Akten wieder aufzuarbeiten und schnell wird deutlich, dass einige der angenommen Verbindungen zu bekannten Straftätern nicht aufrecht erhalten werden können.
Für Kinsey werden die Ermittlungen aber auch eine Reise in die eigene, nicht aufgearbeitete Vergangenheit…..
Dass der Fundort der Leiche, ein alter Steinbruch, nicht unbedingt auch in der Nähe des Wohnortes bzw. des Tatortes zu suchen sein muss, wird Kinsey recht schnell deutlich. Bald schon haben sie eine erste Spur, die sie in das verschlafene Lompoc führt.
Nach zähen Ermittlungen kann sogar die Identität des Opfers recht sicher ermittelt werden, aber bei der Suche nach dem Mörder stoßen die Ermittler auf eine Mauer des Schweigens. Sicher ist, dass die Tote zu Lebzeiten ein nicht ganz einfacher Teenager war, der acuh das ein oder andere Stelldichein mit der Männerschaft des Örtchens hatte……

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MEINUNG
So weit, so gut, mehr ist zum Inhalt wirklich nicht zu sagen und das bei einem Buch mit 44o Seiten. Gut, man könnte das Ende verraten (Wer war der Mörder) und damit verhindern, dass andere ähnlich nicht gerade begeisternde Leseerfahrungen machen, wie ich. Aber diese Meinung sollte reichen.
Grundsätzlich schafft es die Autorin nicht, eine wirkliche Spannung aufzubauen: Weder über den Fall und seine Fakten (der im Groben auf einem wirklichen, nicht aufgeklärten Mordfall Ende der 60er Jahre aufbaut), noch über die handelnden Akteure und leider auch nicht über die auf dem Buchdeckel viel gerühmte und scheinbar berühmte Detektivin Kinsey. Die Handlung dümpelt bis zum Ende des Buches lustlos vor sich hin und – böse formuliert – einzig die Entdeckung von Stacey, dass Fastfood fantastisch schmeckt und dies zu regelmäßigen Fressorgien in eben solchen Fastfood – Tempeln führt, bringt ein wenig Schwung ins Buch. Da mag sich auch die Frage stellen, ob denn überhaupt die beiden Figuren des Dolan und des Staceys von den Charaktere her den Leser fesseln könnten, was ich nicht glaube. Oder aber die endlose Aufarbeitung des verwandtschaftlichen Vergangenheit Kinseys, die , Klartext gesprochen, im 17 Band doch endlich auch mal abgeschlossen worden sein sollte. Aber weit gefehlt.
Und weder die Jagd nach den Mörder ist fesselnd konstruiert noch die Rahmenhandlung.
Wenig begeisternd sind da auch die Fehlschüsse bei den Mordverdächtigen, die dann schon eher unprofessionell scheinen, weil sie vor allem auf Vorurteilen beruhen. Also nicht nur wenig durchdacht und langweilig, sondern auch unglaubwürdig in Teilen des Buches.

Und das ist schon eine grundlegende Kritik, die mich zweifeln ließen, ob die Autorin wirklich international so erfolgreich sein soll, wie es die Pressemeldungen auf dem Buchdeckel vorgaukeln. Ich kann es mir nicht vorstellen, denn selten habe ich mich, der ich ein Viel- und Gerneleser bin und eigentlich alles „verlese“, was mir in die Finger kommt, so beim Lesen gelangweilt wie eben bei diesem Buch. Es mag ein Ausreißer sein in der großen Zahl der veröffentlichten Bücher, sicher. Für mich aber immerhin einer von so schlechter Qualität und so minimalen Unterhaltungswert, dass ich in Zukunft um diese Autorin einen weiten, weil Geld sparenden, Bogen machen werde.
Oder um es anders darzustellen: Zwei Bücher habe ich bisher nie zu Ende gelesen, bei einem habe ich 100 Seiten vorgeblättert, nichts verpasst und war froh, das Buch zuschlagen zu können. Und eben das letztere der genannten Bücher stammt von Sue Grafton.


Michael

13 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Striker1981

    10.07.2008, 21:53 Uhr von Striker1981
    Bewertung: besonders wertvoll

    BH und Liebe Grüße vom STRIKER