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Erfahrungsbericht von micha05

Hinter den Kulissen Kubas

Pro:

Spannung, Schreibstil

Kontra:

---

Empfehlung:

Nein

Vor kurzem bin ich durch einen Schnäppchenkauf auf den Spionagethriller "Schattenkampf" von Simon Gandolfi gestoßen. Schon die kurze Beschreibung auf der Rückseite des Buchs machte es für mich interessant, doch dann las ich noch kurz die Widmung, die mich dann endgültig zum Kauf bewegte:

"Die jüngere Geschichte Kubas und Guatemalas gebietet es, daß diejenigen, denen dieses Buch gewidmet ist, namenlos bleiben müssen."

Natürlich war für mich auch der Preis ein ausschlaggebender Punkt, da ich das Taschenbuch für 1,50€ (statt der normalen 7,95€) im Remittenden-Verkauf erworben habe. Hätte ich es aber nur im normalen Buchhandel für den vollen Preis gesehen, bin ich mir sicher, daß ich es auch mitgenommen hätte.

*****

Kurz zum Inhalt, vom dem ich aber nicht allzu viel verraten werde, um die Spannung für diejenigen, die das Buch noch lesen möchten, zu erhalten:

Nach dem Bürgerkrieg in Guatemala kommt es durch Terroristen zu einem Überfall auf eine Kaffee- und Teeplantage, bei dem auch eine Einheit von benachbart stationierten Soldaten in einen Hinterhalt gerät.
Die CIA bemerkt schnell, daß der kubanische Geheimdienst dahinter steckt. Aus diesem Grund setzen sie den CIA-Agenten Bergman auf den kubanischen Geheimdienst-Chef Estoban Tur an. Um diesen in ihre Gewalt zu bekommen, locken sie dessen Halbbruder nach Guatemala, der dort vom Militär gekidnapt und mißhandelt wird. Kurz darauf erhält die kubanische Regierung Fotos, die die Vergewaltigung des Halbbruders darstellen, was dazu führt, daß Estoban Tur wegen der akuten Erpressbarkeit vom Dienst als Geheimdienst-Chef suspendiert wird.
Der CIA-Agent Bergman ist natürlich sofort zur Stelle und bietet dem erschütterten Estoban Tur an, ihm bei der Flucht von Kuba zu helfen, um den gefangenen Halbbruder zu befreien. Von da an beginnt eine Jagd durch das gesamte Kuba, die nur ein Ziel hat: die Bucht erreichen, an der sie von dem ehemaligen Geheimdienstler Trent mit einem Boot abgeholt werden sollen. Dabei hat aber jeder seine ganz eigenen Hintergedanken...

*****

Zu dem Buch kann ich nur sagen: Spannung von der ersten bis zur 556. Seite.
Dabei wird aber von Simon Gandolfi die übertriebene Darstellung von Gewalt sehr bewußt vermieden, was ich sehr positiv finde. In vielen anderen Romanen dieses Genres hab ich es schon zu oft erlebt, daß die eigentliche Handlung durch die allzu action-geladene Beschreibung weitgehend untergegangen ist.
Die ganze Story wird abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Handlungspersonen beschrieben. Dadurch kann man sich sehr gut in das Geschehen hineinversetzen, da die Gefühle und Gedanken zu den anderen Personen die verschiedenen Denkweisen und Grundzüge der gegensätzlichen politischen und gesellschaftlichen Systeme erkennbar werden lassen.
Gut finde ich auch, daß man neben der eigentlichen Handlung auch viel über das Leben in den beiden Ländern Guatemala und Kuba an sich erfährt. Hintergrund dafür ist, daß der Autor selbst für mehrere Jahre in Kuba gelebt hat und als Segler viel in der Karibik unterwegs gewesen ist. Im Vorwort betont Simon Gandolfi, daß er aufgrund seiner Erfahrungen das Buch ganz bewußt aus einer kubanischen Perspektive geschrieben hat.

Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der Spionagethriller nach der Art von John LeCarre oder Tom Clancy liebt. Wer es einmal angefangen hat zu lesen, wird es bestimmt nicht so schnell wieder aus der Hand legen.


Schattenkampf (Orig.: Aftermath)
Simon Gandolfi
Heyne-Verlag
ISBN 3-453-18988-4


Viel Spaß und Spannung beim Lesen wünscht Euch

Euer Micha

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