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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von der_Baer
Preston, Douglas; Child, Lincoln - Ice Ship
Pro:
alles nur erfunden
Kontra:
aber es könnte auch wahr sein
Empfehlung:
Ja
Eisige Spannung
Seit es menschliche Wesen gibt, erforschen sie den Himmel. Und immer weiter bewegt sich der menschliche Forscherdrang, hinaus in die weiten Fernen unendlicher Galaxien. Doch gelegentlich fällt auch ein Stück aus den unendlichen Weiten des Alls zur Erde, durchdringt als Feuerball die Atmosphäre und trifft mit unendlicher Wucht unseren schönen Planeten. Und dies seit Millionen von Jahren.
Viele Plätze solcher Naturereignisse hat der Mensch schon entdeckt und erforscht, sei es in der eisigen Kälte der sibirischen Tundra oder viel naheliegender im Nördlinger Ries. Doch der neue Thriller „Ice Ship“ von Douglas Preston und Lincoln Child entführt uns in eine abgelegene und unwirtliche Gegend vor die Küste Feuerlands, auf die (fiktive) Insel Desolatión, nahe des 60. Südlichen Breitengrates zwischen Feuerland und der Antarktis. Dort sucht Nestor Masangkay, seines Zeichens Meteoritenjäger, nach den Spuren eines Meteoriten, der auch in den uralten Erzählungen der hiesigen Ureinwohner seinen legendären Platz hat. Und Nestor findet diesen geheimnisvollen Eindringling aus dem All, aber er büßt dafür mit seinem Leben.
Schauplatzwechsel. Kalahari-Wüste.
Auch hier ist ein Meteoritenjäger auf der Suche. Sam McFarlane, der einstige Partner Nestor Masangkays, will mit seinen angeheuerten Buschmännern gerade zu einer gefährlichen Expedition aufbrechen, als ein Hubschrauber zur Landung ansetzt, dem einer der reichsten Männer der Welt entsteigt. Palmer Lloyd ist Sammler. Aber nicht irgendeiner. Er beabsichtigt das spektakulärste Museum der Welt zu errichten. Und er hat durch seine Scouts von der Entdeckung Masangkays erfahren. Diesen Meteoriten muss er haben, koste es, was es wolle und dazu benötigt er die Hilfe von Sam McFarlane.
Gemeinsam mit einer Firma, die für viel Geld Unmögliches möglich machen soll, beginnt eine Expedition, wie es sie noch nie gegeben hat. Top Secret ist die Vorbereitung, um ein Schiff zu bauen, das unter widrigsten Wetterbedingungen heimlich einen Meteoriten bergen soll, dessen Dichte mehrfach höher ist, als jedes uns bisher bekannte chemische Element und der damit so schwer ist, dass ihn nur spezielle Vorrichtungen je von seinem Platz unter der Erdoberfläche entfernen können.
Aber es sind nicht nur technische Probleme, die sich Sam McFarlane und der Crew entgegenstellen. Politik und persönliche Ressentiments, Zweifel und menschliche Unzulänglichkeiten sind weitere Punkte mit denen der Leser konfrontiert wird, bis ..... nun ja, das Ende wird natürlich nicht verraten.
Und dieses Ende ist von Dougles Preston und Lincoln Child so angelegt, dass man sich durchaus eine Fortsetzung vorstellen kann, wie es beim Vorgänger„Attic“ war, der zwar eine eigenständige Handlung hatte, aber doch an den Technothriller „Relic“ anknüpfte. Verglichen mit diesen beiden Büchern gehen Preston und Child diesmal einen gewaltigen Schritt in eine neue Richtung, die nicht mehr von Polizeiarbeit mit wissenschaftlichem Touch geprägt ist, sondern die Charaktere der Handlung von Anfang an zu sehr zweifelhaftem Tun drängt, hart an der Grenze der Legalität. Keiner der Personen handelt aus hehren Motiven, jeder hat irgendwie Dreck am Stecken oder macht als dies nur, um Geld oder Ansehen zu gewinnen. Und wer nicht will, wird kurzerhand erpresst oder gekidnappt.
Es wäre kein Thriller der beiden Starautoren, würden sich nicht zahlreiche Leichen über die 527 Buchseiten wälzen, aber das Grauen der Vorgänger wird dabei nicht erreicht. Und das ist gut so, denn dadurch gewinnt dieser Lesestoff, trotzdem er Fiktion ist, deutlich an Glaubhaftigkeit. Und gerade weil man sich jede Einzelheit als gegeben vorstellen kann, baut sich in diesem Buch eine gewaltige Spannung auf, die dazu zwingt, das Buch erst nach der letzten Seite aus der Hand zu legen. Der Schluss lässt einige Fragen offen, aber vielleicht, weil hier die Fortsetzung bereits eingeplant ist.
Allemal muss man diesem hervorragendem Buch aus dem Droemer-Verlag, das Klaus Fröba aus dem Amerikanischen übersetzt hat, ein „sehr empfehlenswert“ verpassen und die 22,90 Euro, das es etwa bei amazon.de kostet, sind für alle, die nicht auf die Taschenbuchausgabe warten wollen, durchaus gut investiert. Sicherlich erwirbt man damit ein Buch, das man mehr als einmal lesen mag. ISBN 3-426-19569-0
(c) W. Weninger
www.baerenhoehle.tv
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-26 18:50:23 mit dem Titel Preston, Douglas und Child, Lincoln - Attic
Eigentlich wollte der Polizeitaucher mit seinen Kollegen nur im dreckigsten Wasser New Yorks, dem Humboldt Kill, nach einem Heroinpaket tauchen, das ein Dealer auf der Flucht in die Kloake geworfen hatte. Allerdings findet er bei dem Tauchgang nicht das Rauschgift sondern zwei Leichen. Das wäre in New York an und für sich nichts Besonderes, wäre da nicht die grauenvolle Tatsache, dass den vermoderten Skeletten die Köpfe fehlen und dort, wo diese eigentlich sein sollten, finden die Experten Bissspuren, die weder von Ratten, noch von Hunden herrühren können.
Lieutenant D´Agosta sucht sich die besten Wissenschaftler der Forensischen Anthropologie und gemeinsam eruieren sie, dass diese Morde im Untergrund der Stadt seltsame Parallelen zu einem vorangegangenen Fall aufweisen, bei dem eine südamerikanische Bestie die Stadt in Angst und Schrecken versetzte.
Dort in den alten aufgelassenen U-Bahn-Schächten, im Kanalnetz und stillgelegten unterirdischen Bahnhöfen wohnen tausende Obdachlose in richtigen Gemeinden zusammen und je tiefer diese unter der Erde leben, umso grausiger mutieren die Tiefenbewohner, um dort überleben zu können. Und die tiefste Ebene, dort wo noch nie ein Polizist war, dort, wo sich nicht einmal die illegalen Bewohner der oberen Schächte hinunter getrauen, dort ist der Dachboden des Teufels \"Devil´s Attic\".
So wie die Menschen an der Oberfläche um ihre Existenz fürchten, so angsterfüllt sind auch die Gesetzlosen darunter. Denn die Wrinkler von ganz unten zieht es immer weiter nach oben. Süchtig nach einer neuen Droge sind sie, aber der Hersteller des Chemiegiftes hat unter brutalen Einwirkungen das Zeitliche gesegnet. Und nur in einer Drüse des menschlichen Gehirns findet sich ein identer Ersatzstoff um die Süchtigen zu befriedigen, also beginnt unter Tag ein gewaltiges \"Kopf ab\", während oberirdisch eine Demonstration anläuft zur Säuberung New Yorks vor den unterirdischen Individuen.
Lieutenant D´Acosta, FBI-Agent Pendergast, Sergeant Hayward und die besten Wissenschafter kämpfen um Erklärungen und Lösungen, während die Politik unter dem Druck des Volkes Entscheidungen trifft, die mehr Probleme schaffen, als Abhilfen zu bieten. Wer steckt hinter den Morden, wie passieren diese und vor allem, wer oder was ist das Monstrum, das diese kannibalischen Mordaktionen durchführt.
Da gibt es nur eines. Diese Unterweltkreaturen müssen vernichtet werden. Was an Pennern und Asozialen in der Dunkelheit der Schächte vegetiert, muss mit Polizeigewalt an die Oberfläche getrieben werden. Und danach sollen mit den Wassern aus den New Yorker Trinkwasserreservoirs sämtliche Stollen überflutet und jegliches Leben in der Tiefe vernichtet werden. Doch die Beamten und Wissenschafter haben die Rechnung ohne den Beherrscher diese Region gemacht und müssen erkennen, dass jede dieser Reaktionen zu einem fatalen Ergebnis für New York, ja vielleicht der ganzen Welt führen würde. Aber die Aktionen sind nicht mehr zu stoppen und für die Helden des Buches \"Attic\" von Douglas Preston und Lincoln Child (TB ISBN 3-426-61823-0) beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und den Tod.
Dieser Wissenschaftsthriller, der 2001 bei der Droemerschen Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München, als Taschenbuch erschienen ist, überzeugt in allen Belangen mit seinen reißerischen Qualitäten. Da das Leben tausender Menschen im New Yorker Untergrund leider eine absolute Tatsache ist und auch das ständige Auftauchen neuer Modedrogen und die Genmanipulationen skrupelloser Wissenschafter nicht geleugnet werden können, sind nicht nur mutierende und degenerierte Menschheitsformen durchaus im Bereich des Denkbaren, sondern vielleicht mehr Realität, als uns vielleicht bewusst ist.
In jedem Fall bildet dieser Roman der beiden Erfolgsautoren ein spannendes und beklemmendes Lesegefühl, das von der ersten bis zur 544sten Seite nie weicht. Dabei hat es aber nichts von einem Gruselschocker, auch wenn es mit einigen Schreckmomenten aufwartet. Viel deprimierender ist, wie weit menschliche Dummheit und Ignoranz, gepaart mit übertriebenem Ehrgeiz und kaltblütiger Besessenheit, das Leben jedes einzelnen Bürgers gefährden können. Wobei die Hörigkeit zu Schlagworten und Mediengeilheit, vereint mit Rhetorik und Führungsqualitäten, die Gesellschaft schneller an den Rand des Wahnsinns bringen können, als wir Lehren aus der Zeit des Dritten Reiches predigen.
Für diese Kriminalstory mit packendem Hintergrund kann es nur die volle Sternewertung geben, auch wenn das Finale nicht unbedingt die Klasse des restlichen Schmökers hat.
Aber eigentlich ist es egal, wie dieses Buch endet, wenn du dir vorstellst, dass in diesem Augenblick auch hinter dir ein verzweifelter Mensch steht, der zum Überleben auf die geschmackvollen Windungen deines Gehirns angewiesen ist und soeben eine Hand deine Kehle umfasst......
Attic.
von Douglas Preston, Lincoln Child
Broschiert - 544 Seiten - Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. , GmbH & Co.
Erscheinungsdatum: Januar 2001
ISBN: 3426618230
€ 8,90
(c) W. Weninger
www.baerenhoehle.tv
Seit es menschliche Wesen gibt, erforschen sie den Himmel. Und immer weiter bewegt sich der menschliche Forscherdrang, hinaus in die weiten Fernen unendlicher Galaxien. Doch gelegentlich fällt auch ein Stück aus den unendlichen Weiten des Alls zur Erde, durchdringt als Feuerball die Atmosphäre und trifft mit unendlicher Wucht unseren schönen Planeten. Und dies seit Millionen von Jahren.
Viele Plätze solcher Naturereignisse hat der Mensch schon entdeckt und erforscht, sei es in der eisigen Kälte der sibirischen Tundra oder viel naheliegender im Nördlinger Ries. Doch der neue Thriller „Ice Ship“ von Douglas Preston und Lincoln Child entführt uns in eine abgelegene und unwirtliche Gegend vor die Küste Feuerlands, auf die (fiktive) Insel Desolatión, nahe des 60. Südlichen Breitengrates zwischen Feuerland und der Antarktis. Dort sucht Nestor Masangkay, seines Zeichens Meteoritenjäger, nach den Spuren eines Meteoriten, der auch in den uralten Erzählungen der hiesigen Ureinwohner seinen legendären Platz hat. Und Nestor findet diesen geheimnisvollen Eindringling aus dem All, aber er büßt dafür mit seinem Leben.
Schauplatzwechsel. Kalahari-Wüste.
Auch hier ist ein Meteoritenjäger auf der Suche. Sam McFarlane, der einstige Partner Nestor Masangkays, will mit seinen angeheuerten Buschmännern gerade zu einer gefährlichen Expedition aufbrechen, als ein Hubschrauber zur Landung ansetzt, dem einer der reichsten Männer der Welt entsteigt. Palmer Lloyd ist Sammler. Aber nicht irgendeiner. Er beabsichtigt das spektakulärste Museum der Welt zu errichten. Und er hat durch seine Scouts von der Entdeckung Masangkays erfahren. Diesen Meteoriten muss er haben, koste es, was es wolle und dazu benötigt er die Hilfe von Sam McFarlane.
Gemeinsam mit einer Firma, die für viel Geld Unmögliches möglich machen soll, beginnt eine Expedition, wie es sie noch nie gegeben hat. Top Secret ist die Vorbereitung, um ein Schiff zu bauen, das unter widrigsten Wetterbedingungen heimlich einen Meteoriten bergen soll, dessen Dichte mehrfach höher ist, als jedes uns bisher bekannte chemische Element und der damit so schwer ist, dass ihn nur spezielle Vorrichtungen je von seinem Platz unter der Erdoberfläche entfernen können.
Aber es sind nicht nur technische Probleme, die sich Sam McFarlane und der Crew entgegenstellen. Politik und persönliche Ressentiments, Zweifel und menschliche Unzulänglichkeiten sind weitere Punkte mit denen der Leser konfrontiert wird, bis ..... nun ja, das Ende wird natürlich nicht verraten.
Und dieses Ende ist von Dougles Preston und Lincoln Child so angelegt, dass man sich durchaus eine Fortsetzung vorstellen kann, wie es beim Vorgänger„Attic“ war, der zwar eine eigenständige Handlung hatte, aber doch an den Technothriller „Relic“ anknüpfte. Verglichen mit diesen beiden Büchern gehen Preston und Child diesmal einen gewaltigen Schritt in eine neue Richtung, die nicht mehr von Polizeiarbeit mit wissenschaftlichem Touch geprägt ist, sondern die Charaktere der Handlung von Anfang an zu sehr zweifelhaftem Tun drängt, hart an der Grenze der Legalität. Keiner der Personen handelt aus hehren Motiven, jeder hat irgendwie Dreck am Stecken oder macht als dies nur, um Geld oder Ansehen zu gewinnen. Und wer nicht will, wird kurzerhand erpresst oder gekidnappt.
Es wäre kein Thriller der beiden Starautoren, würden sich nicht zahlreiche Leichen über die 527 Buchseiten wälzen, aber das Grauen der Vorgänger wird dabei nicht erreicht. Und das ist gut so, denn dadurch gewinnt dieser Lesestoff, trotzdem er Fiktion ist, deutlich an Glaubhaftigkeit. Und gerade weil man sich jede Einzelheit als gegeben vorstellen kann, baut sich in diesem Buch eine gewaltige Spannung auf, die dazu zwingt, das Buch erst nach der letzten Seite aus der Hand zu legen. Der Schluss lässt einige Fragen offen, aber vielleicht, weil hier die Fortsetzung bereits eingeplant ist.
Allemal muss man diesem hervorragendem Buch aus dem Droemer-Verlag, das Klaus Fröba aus dem Amerikanischen übersetzt hat, ein „sehr empfehlenswert“ verpassen und die 22,90 Euro, das es etwa bei amazon.de kostet, sind für alle, die nicht auf die Taschenbuchausgabe warten wollen, durchaus gut investiert. Sicherlich erwirbt man damit ein Buch, das man mehr als einmal lesen mag. ISBN 3-426-19569-0
(c) W. Weninger
www.baerenhoehle.tv
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-04-26 18:50:23 mit dem Titel Preston, Douglas und Child, Lincoln - Attic
Eigentlich wollte der Polizeitaucher mit seinen Kollegen nur im dreckigsten Wasser New Yorks, dem Humboldt Kill, nach einem Heroinpaket tauchen, das ein Dealer auf der Flucht in die Kloake geworfen hatte. Allerdings findet er bei dem Tauchgang nicht das Rauschgift sondern zwei Leichen. Das wäre in New York an und für sich nichts Besonderes, wäre da nicht die grauenvolle Tatsache, dass den vermoderten Skeletten die Köpfe fehlen und dort, wo diese eigentlich sein sollten, finden die Experten Bissspuren, die weder von Ratten, noch von Hunden herrühren können.
Lieutenant D´Agosta sucht sich die besten Wissenschaftler der Forensischen Anthropologie und gemeinsam eruieren sie, dass diese Morde im Untergrund der Stadt seltsame Parallelen zu einem vorangegangenen Fall aufweisen, bei dem eine südamerikanische Bestie die Stadt in Angst und Schrecken versetzte.
Dort in den alten aufgelassenen U-Bahn-Schächten, im Kanalnetz und stillgelegten unterirdischen Bahnhöfen wohnen tausende Obdachlose in richtigen Gemeinden zusammen und je tiefer diese unter der Erde leben, umso grausiger mutieren die Tiefenbewohner, um dort überleben zu können. Und die tiefste Ebene, dort wo noch nie ein Polizist war, dort, wo sich nicht einmal die illegalen Bewohner der oberen Schächte hinunter getrauen, dort ist der Dachboden des Teufels \"Devil´s Attic\".
So wie die Menschen an der Oberfläche um ihre Existenz fürchten, so angsterfüllt sind auch die Gesetzlosen darunter. Denn die Wrinkler von ganz unten zieht es immer weiter nach oben. Süchtig nach einer neuen Droge sind sie, aber der Hersteller des Chemiegiftes hat unter brutalen Einwirkungen das Zeitliche gesegnet. Und nur in einer Drüse des menschlichen Gehirns findet sich ein identer Ersatzstoff um die Süchtigen zu befriedigen, also beginnt unter Tag ein gewaltiges \"Kopf ab\", während oberirdisch eine Demonstration anläuft zur Säuberung New Yorks vor den unterirdischen Individuen.
Lieutenant D´Acosta, FBI-Agent Pendergast, Sergeant Hayward und die besten Wissenschafter kämpfen um Erklärungen und Lösungen, während die Politik unter dem Druck des Volkes Entscheidungen trifft, die mehr Probleme schaffen, als Abhilfen zu bieten. Wer steckt hinter den Morden, wie passieren diese und vor allem, wer oder was ist das Monstrum, das diese kannibalischen Mordaktionen durchführt.
Da gibt es nur eines. Diese Unterweltkreaturen müssen vernichtet werden. Was an Pennern und Asozialen in der Dunkelheit der Schächte vegetiert, muss mit Polizeigewalt an die Oberfläche getrieben werden. Und danach sollen mit den Wassern aus den New Yorker Trinkwasserreservoirs sämtliche Stollen überflutet und jegliches Leben in der Tiefe vernichtet werden. Doch die Beamten und Wissenschafter haben die Rechnung ohne den Beherrscher diese Region gemacht und müssen erkennen, dass jede dieser Reaktionen zu einem fatalen Ergebnis für New York, ja vielleicht der ganzen Welt führen würde. Aber die Aktionen sind nicht mehr zu stoppen und für die Helden des Buches \"Attic\" von Douglas Preston und Lincoln Child (TB ISBN 3-426-61823-0) beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit und den Tod.
Dieser Wissenschaftsthriller, der 2001 bei der Droemerschen Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München, als Taschenbuch erschienen ist, überzeugt in allen Belangen mit seinen reißerischen Qualitäten. Da das Leben tausender Menschen im New Yorker Untergrund leider eine absolute Tatsache ist und auch das ständige Auftauchen neuer Modedrogen und die Genmanipulationen skrupelloser Wissenschafter nicht geleugnet werden können, sind nicht nur mutierende und degenerierte Menschheitsformen durchaus im Bereich des Denkbaren, sondern vielleicht mehr Realität, als uns vielleicht bewusst ist.
In jedem Fall bildet dieser Roman der beiden Erfolgsautoren ein spannendes und beklemmendes Lesegefühl, das von der ersten bis zur 544sten Seite nie weicht. Dabei hat es aber nichts von einem Gruselschocker, auch wenn es mit einigen Schreckmomenten aufwartet. Viel deprimierender ist, wie weit menschliche Dummheit und Ignoranz, gepaart mit übertriebenem Ehrgeiz und kaltblütiger Besessenheit, das Leben jedes einzelnen Bürgers gefährden können. Wobei die Hörigkeit zu Schlagworten und Mediengeilheit, vereint mit Rhetorik und Führungsqualitäten, die Gesellschaft schneller an den Rand des Wahnsinns bringen können, als wir Lehren aus der Zeit des Dritten Reiches predigen.
Für diese Kriminalstory mit packendem Hintergrund kann es nur die volle Sternewertung geben, auch wenn das Finale nicht unbedingt die Klasse des restlichen Schmökers hat.
Aber eigentlich ist es egal, wie dieses Buch endet, wenn du dir vorstellst, dass in diesem Augenblick auch hinter dir ein verzweifelter Mensch steht, der zum Überleben auf die geschmackvollen Windungen deines Gehirns angewiesen ist und soeben eine Hand deine Kehle umfasst......
Attic.
von Douglas Preston, Lincoln Child
Broschiert - 544 Seiten - Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. , GmbH & Co.
Erscheinungsdatum: Januar 2001
ISBN: 3426618230
€ 8,90
(c) W. Weninger
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