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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Volker111
Leben, Liebe, Tod
Pro:
Auseinandersetzung mit dem Sterben
Kontra:
hohe Voraussetzungen, Bildungsbürgertum
Empfehlung:
Nein
Connie Palmen Die Erbschaft
Roman Diogenes Verlag 149 Seiten 16,90 Euro
Übersetzt aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
••• Mein Weg zum Buch •••
Vorweg, dies ist kein leicht zu lesendes Buch, obwohl scheinbar mit leichter Feder geschrieben.
Meine Frau hatte sich wohl vom sehr schön gestalteten Umschlagbild, Anna Keel \"Stilleben mit roten Tulpen und zwei Steinfiguren vor Balkontür\" 1990 Ausschnitt und von der Kurzbiographie mit Photo der Schriftstellerin auf der Rückseite beeinflussen lassen, dieses Buch trotz hohen Preises von 16,90 Euro für 144 echte Seiten zu kaufen.
Sie mochte es nicht einmal zu Ende lesen, also nahm ich es zur Hand, um heraus zu finden, was an diesem Kurzroman ihre Erwartungen enttäuscht hatte.
••• Kurze Inhaltsangabe mit Biographiezitat •••
Rückseite Umschlag: \"CONNIE PALMEN, geboren 1955, studierte Philosophie und Niederländische Literatur, lebt in Amsterdam. Für den Roman Die Freundschaft erhielt sie 1955 den renommierten AKO-Literaturpreis.\"
Über den AKO-Literaturpreis konnte ich nur in Erfahrung bringen, dass er die höchst dotierte literarische Auszeichnung der Niederlande sei, also eine Art Sponsering oder netter ausgedrückt \"die Brücke zwischen Kultur und Kommerz\".
Diese Auszeichnung, deren Wert ich nicht beurteilen kann, scheint aber in Literaturkritikkreisen durchaus positiv gewürdigt zu werden.
Der Inhalt des Romans lässt sich wie folgt recht kurz zusammenfassen:
Eine Schriftstellerin erfährt, dass sie an einer unheilbaren Muskellähmung erkrankt sei und noch ungefähr 5 Jahre mit fortlaufender Verschlechterung ihres Zustandes zu leben habe.
Sie möchte ihren wichtigsten Roman bzw. ihr aus eigener Sicht wichtigstes Buch noch fertig stellen und engagiert als Rund um die Uhr Betreuung einen jungen Mann (30 Jahre), der sie nicht nur betreuen sondern auch ihr literarisches Vermächtnis, die Erbschaft eben, gegebenenfalls übernehmen soll.
Die Beziehung mit diversen persönlichen Rückblicken, philosophischen Ausführungen dieser zwei äußerst intensiv verbundenen Menschen wird aus der Sicht des jungen Mannes, Max Petzler, geschildert. Er selbst sieht sich als \"Berufsleser\" und größter Fan dieser ihn durch und durch faszinierenden Persönlichkeit.
••• Mein Eindruck •••
Eine Zeitlang blieb ich beim Lesen im irrigen Glauben, Max Petzler sei eine Frau, da der Roman in der Ich-Form beginnt und die Gedanken- aber auch die Berufs- und angedeutete Gefühlswelt wesentlich eher zu einer Frau als zu einem Manne passen. Besonders die Stelle, als die Schriftstellerin ihn auffordert: \"Du solltest den Mann verlassen\", weil sie eine Misshandlung an seinem Unterarm bemerkt, hatte die Fehldeutung verstärkt.
Es ist aber nicht die Beziehung eines sich unterdrücken lassenden Mannes, die mich verwirrte, sondern die ganze Art der Beschreibung der Gefühls- und Gedankenwelt, die ich einfach vorrangig mit einer Frau assoziierte.
Gefallen hat mir die Direktheit, mit der über das Abschiednehmen vom Leben, von der Liebe und dem Tod geschrieben wird, hatte ich doch in der Vergangenheit öfter große Probleme, mit unheilbar erkrankten Freunden zwanglos umzugehen, deren dazu noch schmerzhafter Tod in maximal 2 Jahren, die wirkliche Zeit schwankte nur um wenige Monate, absehbar war.
Einiges in der Art der Gespräche, die im Roman geführt werden, hätte ich gerne selbst noch rechtzeitig geführt.
Weniger gefallen hat mir im Roman das \"Bildungsbürgertum\". Positiv umschrieben könnte man sagen, auf den 144 kurzen Seiten des Romans erfährt man die doch sehr umfangreiche literarische Bildung der Schriftstellerin, nicht nur der fiktiven, sondern der wirklichen.
Kritisch ausgedrückt, um wenigstens die meisten philosophischen Anspielungen, Thesen und Gedankengänge verstehen zu können, müsste der Leser mindestens 50 Werke der Weltliteratur als aber auch viele bekannte Romane der Gegenwartsliteratur gelesen haben.
Englische und französische Redewendungen werden nicht übersetzt, auch nicht in Fußnoten oder Anmerkungen, was bei \"I´m a sucker for reality\" oder \"Are you decent?\" vielleicht weniger notwendig erscheinen mag als bei einem zitierten Satz wie \"Mettez votre à les aider, comme elle l´y avait mis elle-même\"
Warum meine Frau den Roman nicht zu Ende gelesen hatte, ist mir inzwischen auch klar. Sie erträgt es nicht, fortlaufend zu genau geschilderte Krankheitssymptome unheilbarer Krankheiten zu lesen, weil sie dann garantiert plötzlich ähnliche Schmerzen verspürt.
Persönlich kann ich den Roman zwei Personengruppen empfehlen, zum einen allen, die Anregungen zum Lesen bedeutender Werke der Literatur brauchen können, denn die findet man hier zahlreich und zum Teil auch gut begründet, zum anderen allen, die sich mit dem Sterben, dem Abschiednehmen von geliebten Menschen befassen mögen. Das von zwei Seiten, des sich seines Sterben bewussten Menschen und der des weiter lebenden Menschen.
Wie ich schon andeutete, kann für das bessere Verständnis eine literarische Vorbildung recht nützlich sein. Sicherlich kein leichter Roman, aber durchaus ein lesenswerter.
Roman Diogenes Verlag 149 Seiten 16,90 Euro
Übersetzt aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
••• Mein Weg zum Buch •••
Vorweg, dies ist kein leicht zu lesendes Buch, obwohl scheinbar mit leichter Feder geschrieben.
Meine Frau hatte sich wohl vom sehr schön gestalteten Umschlagbild, Anna Keel \"Stilleben mit roten Tulpen und zwei Steinfiguren vor Balkontür\" 1990 Ausschnitt und von der Kurzbiographie mit Photo der Schriftstellerin auf der Rückseite beeinflussen lassen, dieses Buch trotz hohen Preises von 16,90 Euro für 144 echte Seiten zu kaufen.
Sie mochte es nicht einmal zu Ende lesen, also nahm ich es zur Hand, um heraus zu finden, was an diesem Kurzroman ihre Erwartungen enttäuscht hatte.
••• Kurze Inhaltsangabe mit Biographiezitat •••
Rückseite Umschlag: \"CONNIE PALMEN, geboren 1955, studierte Philosophie und Niederländische Literatur, lebt in Amsterdam. Für den Roman Die Freundschaft erhielt sie 1955 den renommierten AKO-Literaturpreis.\"
Über den AKO-Literaturpreis konnte ich nur in Erfahrung bringen, dass er die höchst dotierte literarische Auszeichnung der Niederlande sei, also eine Art Sponsering oder netter ausgedrückt \"die Brücke zwischen Kultur und Kommerz\".
Diese Auszeichnung, deren Wert ich nicht beurteilen kann, scheint aber in Literaturkritikkreisen durchaus positiv gewürdigt zu werden.
Der Inhalt des Romans lässt sich wie folgt recht kurz zusammenfassen:
Eine Schriftstellerin erfährt, dass sie an einer unheilbaren Muskellähmung erkrankt sei und noch ungefähr 5 Jahre mit fortlaufender Verschlechterung ihres Zustandes zu leben habe.
Sie möchte ihren wichtigsten Roman bzw. ihr aus eigener Sicht wichtigstes Buch noch fertig stellen und engagiert als Rund um die Uhr Betreuung einen jungen Mann (30 Jahre), der sie nicht nur betreuen sondern auch ihr literarisches Vermächtnis, die Erbschaft eben, gegebenenfalls übernehmen soll.
Die Beziehung mit diversen persönlichen Rückblicken, philosophischen Ausführungen dieser zwei äußerst intensiv verbundenen Menschen wird aus der Sicht des jungen Mannes, Max Petzler, geschildert. Er selbst sieht sich als \"Berufsleser\" und größter Fan dieser ihn durch und durch faszinierenden Persönlichkeit.
••• Mein Eindruck •••
Eine Zeitlang blieb ich beim Lesen im irrigen Glauben, Max Petzler sei eine Frau, da der Roman in der Ich-Form beginnt und die Gedanken- aber auch die Berufs- und angedeutete Gefühlswelt wesentlich eher zu einer Frau als zu einem Manne passen. Besonders die Stelle, als die Schriftstellerin ihn auffordert: \"Du solltest den Mann verlassen\", weil sie eine Misshandlung an seinem Unterarm bemerkt, hatte die Fehldeutung verstärkt.
Es ist aber nicht die Beziehung eines sich unterdrücken lassenden Mannes, die mich verwirrte, sondern die ganze Art der Beschreibung der Gefühls- und Gedankenwelt, die ich einfach vorrangig mit einer Frau assoziierte.
Gefallen hat mir die Direktheit, mit der über das Abschiednehmen vom Leben, von der Liebe und dem Tod geschrieben wird, hatte ich doch in der Vergangenheit öfter große Probleme, mit unheilbar erkrankten Freunden zwanglos umzugehen, deren dazu noch schmerzhafter Tod in maximal 2 Jahren, die wirkliche Zeit schwankte nur um wenige Monate, absehbar war.
Einiges in der Art der Gespräche, die im Roman geführt werden, hätte ich gerne selbst noch rechtzeitig geführt.
Weniger gefallen hat mir im Roman das \"Bildungsbürgertum\". Positiv umschrieben könnte man sagen, auf den 144 kurzen Seiten des Romans erfährt man die doch sehr umfangreiche literarische Bildung der Schriftstellerin, nicht nur der fiktiven, sondern der wirklichen.
Kritisch ausgedrückt, um wenigstens die meisten philosophischen Anspielungen, Thesen und Gedankengänge verstehen zu können, müsste der Leser mindestens 50 Werke der Weltliteratur als aber auch viele bekannte Romane der Gegenwartsliteratur gelesen haben.
Englische und französische Redewendungen werden nicht übersetzt, auch nicht in Fußnoten oder Anmerkungen, was bei \"I´m a sucker for reality\" oder \"Are you decent?\" vielleicht weniger notwendig erscheinen mag als bei einem zitierten Satz wie \"Mettez votre à les aider, comme elle l´y avait mis elle-même\"
Warum meine Frau den Roman nicht zu Ende gelesen hatte, ist mir inzwischen auch klar. Sie erträgt es nicht, fortlaufend zu genau geschilderte Krankheitssymptome unheilbarer Krankheiten zu lesen, weil sie dann garantiert plötzlich ähnliche Schmerzen verspürt.
Persönlich kann ich den Roman zwei Personengruppen empfehlen, zum einen allen, die Anregungen zum Lesen bedeutender Werke der Literatur brauchen können, denn die findet man hier zahlreich und zum Teil auch gut begründet, zum anderen allen, die sich mit dem Sterben, dem Abschiednehmen von geliebten Menschen befassen mögen. Das von zwei Seiten, des sich seines Sterben bewussten Menschen und der des weiter lebenden Menschen.
Wie ich schon andeutete, kann für das bessere Verständnis eine literarische Vorbildung recht nützlich sein. Sicherlich kein leichter Roman, aber durchaus ein lesenswerter.
28 Bewertungen, 3 Kommentare
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22.08.2008, 00:54 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreichWuEnScHe EiNeN sChOeNeN aBeNd..GrUeSsE aNjA
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19.07.2008, 11:17 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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12.05.2007, 15:41 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichSh & lg Sarah
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