Mehr zu AutorInnen mit P Testbericht
ab 11,89 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von firefly257
Patterson, James - Wer sich umdreht oder lacht
Pro:
Spannendes, aktuelles Thema
Kontra:
Einige Laengen
Empfehlung:
Nein
Wie ihr vielleicht schon anhand meines Titel erahnen konntet, bin ich ziemlich enttaeuscht von diesem Buch. Ich moechte allerdings hinzufuegen, dass ich seit meinem ersten Patterson-Buch ein treu ergebener Leser des Autors bin und ihn, na ja nicht vergoettere, aber ihm schon quasi zu Fuessen liege. Dennoch kann ich nicht anders als dieses Buch zu kritisieren.
Eine kurze Vorgeschichte
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
James Patterson ist vor allem bekannt durch seine Krimis die einem von Anfang bis Ende den Atem stocken lassen. Seine Helden sind meist der Polizeipsychologe Alex Cross und dessen Freunde; Pattersons Killer sind normalerweise irgendwelche wahnsinnigen Serientaeter, denen ich nicht nachts auf der Strasse begegnen moechte. Sein Schreibstil ist kurz und praegnant und der Kampf zwischen den Killern und dem einzelgaengerischen Helden ist meist mit allen Tuecken gespickt, die dem Leser Gaensehaut bescheren koennten.
Doch bei dem vorliegenden Buch ist alles irgendwie anders. Negativ anders...
Inhalt
~~~~~~~~~
„Hide & Seek“ (so der Originaltitel) handelt von der Saengerin Maggie Bradford und ihren ungluecklichen Maennerbeziehungen. Gleich am Anfang erfahren wir (in einem aeusserst spannenden ersten Kapitel) dass ihr erster Mann sie misshandelte und sie nach jahrelangem Dulden endlich Widerstand leistete und ihn in Notwehr erschoss. Notwehr nicht nur weil er sie selbst erschiessen wollte, sondern weil Maggie auch eine Tochter hat, die sie nicht ihrem brutalen Mann ausliefern wollte. Das Ganze wird in einer kurzen Rueckblende erzaehlt und wir begeben uns nun in die Gegenwart. Die Erzaehlperspektive bleibt immer noch in der Ich-Form und wir duerfen lesen wie Maggie Bradford (aus ihrer Sicht wird ein grosser Teil des Buches geschrieben) sich an jene Nacht erinnert, und sich nun fragt ob sie nicht nur einen sondern sogar zwei ihrer Ehemaenner getoetet haette. Moment? 2 Ehemaenner? Wer ist denn der zweite? Genau das will sie uns nun schildern, in ihrem ehrlichen Bekenntnis und mit der Gewissheit, dass wir objektiv ueber sie urteilen wuerden. Der Leser begreift, dass Maggie inzwischen vor Gericht ist und dass er nun alles darueber zu lesen bekommen wird, was zwischen dem ersten Mord / Notwehrfall und dem mysterioesen zweiten Todesfall passiert.
Und so kommt es dann auch. Wir lernen erst einmal Maggie und ihre Tochter kennen, ihren Manager, und wie sie es schliesslich zu Weltruhm schaffte. Dazwischen werden immer abwechselnd Kapitel eingeschoben ueber einen Fussballstar, namens Will Shepard, einen selbstverliebten Schoenling, der aber unter dem Selbstmord seines Vaters und seiner restlichen kaputten Kindheit leidet, und der sehr bald keine Kontrolle mehr ueber seine in ihm brodelnden Aggressionen haben wird.
So langsam erkennen wir auch, dass er derjenige sein wird, wegen dem Maggie sich letztlich vor Gericht wird verantworten muessen.
Und so geschieht es dann auch. Die beiden lernen sich auf einer Party kennen und unter Zuhilfenahme seines schauspielerischen Talentes, zieht Will Maggie vollends in seinen Bann. Die beiden heiraten und alles scheint perfekt, doch Maggies Albtraum hat gerade erst begonnen...
Und nun die Kritik
~~~~~~~~~~~~~~~~
Ja, wo soll ich da anfangen? Am besten bei der Handlung.
Das Buch hat über 400 Seiten, aber ich schaetze, etwa 300 davon sind sinnloses Geplaenkel. Es gibt keinen Serientaeter, der uns aller 20 Seiten mit neuerlichen Greueltaten das Blut in den Adern gefrieren laesst. Und es gibt auch keinen Cop oder Detektiv, der ihm immer auf den Fersen ist und stets sein eigenes Leben riskiert.
Nein, im Gegenteil: staendig muessen wir uns Maggie’s Gedanken antun, uns zu Gemuet fuehren, wie sehr sie doch in ihre Tochter verliebt ist, wie prima sie sich verstehen, wie dankbar sie ihrem Manager ist, was sie doch immer wieder fuer Lampenfieber hat, usw. Nein, wirklich, schlimmer geht es kaum! Schmalz hoch drei! Und vor allem: absolut unwichtig fuer die Geschichte! Es ist ja schoen und gut, wenn in Patterson’s anderen Buechern der Psychologe Alex Cross mal ab und zu mit seinen Kindern spielt. Das zeigt uns seine menschliche Seite. Aber hier besteht ja das halbe Buch daraus und man kann nicht anders als in Maggie eine hilflose Heulsuse zu sehen, deren einzige Heldentat darin besteht ab und zu einen ihrer Maenner umzubringen.
Selbstverstaendlich nur, um gleich darauf wieder schmalzig ihre Tochter (und spaeter auch noch ihren juengeren Sohn) zu umarmen und beinahe in Traenen auszubrechen. Also wirklich, ich kann es nicht oft genug sagen: das ist einfach zum Kotzen! Und was am schlimmsten ist (ja es geht noch schlimmer!), in der Mitte des Buches lernt Maggie erst noch einen anderen Mann – Patrick O’Malley - kennen und lieben, und mit ihm scheint auch alles perfekt, sie heiraten, bekommen einen Sohn, schmachten sich bis zum geht-nicht-mehr an.. bis er dummerweise bei einem Segeltoern an einem Herzanfall stirbt. Nun gut denkt man sich, da wird wohl dann der misstrauische aeltere Sohn aus der 1. Ehe von Patrick eine entscheinde Rolle im folgenden Verlauf spielen. Nein, falsch gedacht! Er taucht zwar noch ein paar mal verbost auf und intrigiert hier und da gegen Maggie aber wirklich wichtig ist er nicht! Wozu dann also dieses ganze Gesuelz zwischen Patrick und Maggie??? Voellig ueberfluessig!
Aber na gut, Patterson ist mein Meister und ich werde folgen, also lese ich brav weiter, in der Hoffnung, dass das dicke Ende noch kommen moege.
Inzwischen zeigt Will erste gewalttaetige Ausbrueche, aber so richtig durchgeplant und brutal wie Killer in Pattersons anderen Buechern agiert er auch nicht. Klar, schlimm sind seine Taten auch, aber vor allem sind seine Opfer nicht Leute wie du und ich sondern meist irgendwelche Huren oder sonstige Damen zumeist ohne Moral. Das macht die ganze Sache irgendwie fad. Man bekommt einfach nicht die gewisse Angst, dass der Moerder gleich bei einem selbst um die Ecke steht. Und genau das schaetze ich doch sonst so an Patterson. Meine Laune sinkt merklich. Aber da ich zugegebenermaßen schon drei Anlaeufe gebraucht habe, um die mittleren langweiligen Kapitel zu ueberstehen, beschliesse ich also, mir auch noch den Rest anzutun um dann ein fuer allemal zu wissen, was es mit dem Buch auf sich hat.
Aber irgendwie naehert sich das Buch dem Ende und die ueberraschende Wendung bleibt aus. Es gibt zwar eine pikante Sache, die dem Leser noch mal Hoffnung macht, aber wie diese Sache dann fuer die Story genutzt wird, ist einfach nur lahm und grottenschlecht. Da haette man doch sooo viel mehr draus machen koennen (ich sage mal nur soviel: es handelt sich um aeltere Maenner und deren Aktivitaeten mit sehr jungen bezahlten Damen). Aber nein, das ganze wird nur genutzt um Maggies Fall (den sie im ersten Anlauf verloren hat) noch mal aufzurollen. Und das wars!
Und nun sind nur noch 10 Seiten etwa uebrig und ich frage mich ernsthaft: „Das solls gewesen sein???“
Naja, nicht ganz. Mit letzter Anstrengung schafft es Patterson dann doch noch, eine wirklich ueberraschende Wendung herbeizufuehren und etwas von seinem Talent als Krimiautor aufblitzen zu lassen. Der Schluss ist wirklich ganz gut ABER so leid es mir tut, fuer diese Tortur die ich 400 Seiten lang mitgemacht habe, ist mir das einfach nicht genug. Da kann er noch so gute und spannende 10 Seiten anhaengen, mich entschaedigt das nicht. Sorry lieber Herr Patterson, Sie sind zwar in ihren anderen Buechern wahrlich meisterhaft, aber dieses Buch gehoert in die Hausapotheke – Als Schlaf – oder Abfuehrmittel.
Ich weiss nicht, wer den Autor auf die Idee brachte, doch mal aus der Sicht einer Frau zu schreiben, aber da er am Anfang seiner Familie dankt, befuerchte ich, dass die ihm wohl ein wenig zu Kopf gestiegen ist. Sein Schreibstil ist zwar immer noch kurz und praegnant (weshalb es nicht ganz so schwer ist, seine Buecher zu ende zu lesen), aber seine Wortwahl, seine Charakterisierung von Maggie – nein, also identifizieren kann ich als Frau mich damit nicht. Schon die Wahl der Professionen – Fussballstar und Saengerin – ist von vornherein zum Scheitern bestimmt. Wen interessiert denn so was? Das kann meinetwegen eine Rosamunde Pilcher oder wie die alle heissen schreiben, aber ich will einen Krimi mit normalen Helden, und mit Handlungsorten und Ereignissen, die jederzeit passieren koennten. Genau das macht doch einen Krimi so spannend oder?
Also um es auf den Punkt zu bringen, ich habe staendig auf das Cover schauen muessen, ob ich hier auch wirklich ein Buch von James Patterson lese. Wer es also unbedingt lesen will, bitteschoen, aber ich habe euch gewarnt. Und bitte: wer noch nie einen Patterson gelesen hat, lest dieses Buch bloss nicht als erstes; es wuerde euch einen voellig falschen Eindruck vom Talent des Autors vermitteln!
Zum Schluss noch ein paar Infos (sofern sie denn noch von Noeten sind):
Ich habe das Buch in der amerikanischen Paperbackausgabe von Warner Books. Laut Druck kostet es da $6,99. Allerdings habe ich es in Deutschland second-hand bekommen und ein kleiner deutscher Aufkleber zeigt den Original-Preis von 20,90 DM an, also etwa 10 Euro. Ich denke das duerfte immer noch so sein, aber ihr muesst die englische Version schon in einem Discount-Buchladen oder online kaufen (sonst sind die Exportkosten zu hoch).
Die deutsche Paparbackausgabe duerfte aber auch etwa 10 Euro kosten.
Das Buch ist aus dem Jahre 1996.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-29 14:10:54 mit dem Titel Patterson, J. - Der Tag an dem der Wind dich traegt
Nachdem ich neulich voellig mit meinem Lieblingsautor James Patterson reingefallen bin („Wer sich umdreht oder lacht“; siehe Bericht), konnte dieses Buch eigentlich nur besser werden. Zwar ist es leider keiner der klassischen Patterson – Krimis um den Detektiv Alex Cross und seine Jagd nach Serienkillern, aber trotzdem hat mich das Buch von Anfang an in einer gewissen Weise in seinen Bann gezogen.
Zuerst etwas zum Inhalt
++++++++++++++++++++
Das Buch handelt von Gentechnologie und Verschwoerungen, eine prickelnde Mischung, die aktueller nicht sein koennte.
Gleich im ersten Kapitel lesen wir von einem kleinen Maedchen, Max, die auf der Flucht vor irgendwelchen Maennern durch einen Wald rennt. „Max“ kommt aber nicht etwa von Maxine oder aehnlichem sondern von „Maximum“, denn Max ist anders als alle normalen Kinder. Als ihre Lage auswegslos erscheint und sie vor einer unueberwindlich scheinenden Mauer steht, ahnt man schlimmes, doch dann entfaltet Max ihre Fluegel und fliegt ueber die Mauer. Ja, ihr habt richtig gelesen. Max hat Fluegel, und genau die und ihre Staerke (Max ist erst 11) sind der Grund warum sie vor diesen Maennern weglaeuft.
Dann stellt uns Patterson in seinem ihm eigenen Kurz-Kapitel-Stil die anderen Hauptpersonen nach und nach vor. Da waere zum einen Frances „Frannie“ Mekin, eine Tieraerztin, deren Mann, ein Arzt, vor einem reichlichen Jahr auf einem Parkplatz erschossen wurde und dessen Moerder nicht gefasst wurde. Zum anderen haetten wir da Kit Harrison, alias Tom Brennan, einen FBI-Agenten, der sich entgegen dem Willen aller seiner Vorgesetzen unerlaubt mit einem Fall von 3 getoeteten Aerzten beschaeftig, da er mehr Zusammenhaenge hinter dem ganzen vermutet. Auf ihrer Flucht trifft Max dann auf Frannie, und natuerlich werden Max’s Schicksal, Frannie’s toter Ehemann und Kit’s mysterioeser Fall nach und nach zu einem Puzzle zusammengefuegt, hinter dem eine Verschwoerung steckt, die keiner von ihnen auch nur ahnen konnte.
Das ganze kommt so richtig ins Rollen als in der Gegend wo Frannie wohnt und Kit ermittelt, ein weiterer Arzt im Pool ermordert wird. Doch der Arzt war ein sehr guter Schwimmer und pflegte niemals kopfueber in den Pool zu springen. Woher also sein gebrochenes Genick? Kit und Frannie, die sich anfangs ein wenig unwohl gegenueber dem anderen fuehlen, beginnen ihre Ermittlungen. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen gelingt es dann auch Frannie und Kit, das Vertrauen von Max zu bekommen, denn bei ihren ersten Begegnungen ist Max immer verschreckt wieder davongeflogen. Die drei kommen sich naeher und so langsam gibt Max mehr und mehr Informationen ueber sich und ihre Herkunft preis. Informationen ueber eine „Schule“, ueber „sie, die dort arbeiten und das Fliegen verbieten“, darueber dass viele anderen Kinder „eingeschlaefert wurden“ , und noch viel mehr grausige Details.
Bald wird klar, dass dieses Wissen ihrer aller Leben in Gefahr bringt, und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Frannie, Kit und Max mit allen Mitteln versuchen, das Wissen und die Beweise zu schuetzen und die Verschwoerung zu durchschauen. Doch diese zieht sich bis in hoechste Kreise...
Patterson’s Stil
++++++++++++++
Wie in allen seinen Buechern schreibt Patterson sehr schlicht, aber dennoch ausdrucksstark. Die Kapitel sind nie laenger als maximal 4 – 5 Seiten und das Buch ist ausserdem noch mal untergliedert in Prolog, 5 kleinere „Buecher“ und einen Epilog. Diese Strukturierung erleichtert das Lesen und sorgt vor allem dafuer, dass man nicht aufhoert, denn immer wieder sagt man sich „ach, die 5 Seiten des naechsten Kapitels les ich noch“ und so geht es immer weiter, bis das Buch alle ist.
Meine Kritik
++++++++++++
Nun aber zum wichtigen Teil: lohnt das Buch den Kauf oder nicht?
Ich muss sagen, seit dem letzten Reinfall lese ich Patterson – Buecher kritischer als vorher, daher sind mir auch hier einige Maengel aufgefallen. Zunaechts einmal: die Story ist natuerlich gewagt aber hoch interessant, ganz besonders wenn man Patterson’s Anmerkung zu Beginn des Buches gelesen hat. („Als ich mit diesem Buch begann, hatte ich keine Ahnung wie nah die Geschichte der Realitaet kommen wuerde. Mehr als 30 Aerzte und Forscher haben mir im Entwurfsstadium geholfen [..]. Ein Arzt [..] sagte: „Die meisten Menschen wuerden nicht glauben, welche Durchbrueche in naher Zukunft auf sie zukommen.“)
Wenn man dies staendig im Hinterkopf hat und auch regelmaessig die Meldungen in den Nachrichten verfolgt, dass „wieder einmal“ ein Klonversuch geglueckt ist, dann kann einem das Buch wirklich Angst machen, denn hier geht es nicht um legale harmlose Klonversuche sondern um bewusste grossflaechige Veraenderung menschlichen Erbgutes ohne Ruecksicht auf Verluste.
Dennoch weist das Buch gewissen Laengen auf. Ich muss dazusagen, ich habe es diesmal leider nicht in Englisch sondern in Deutsch gelesen und ich denke der Uebersetzer hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Gut, er hat sich sehr an Pattersons Stil gehalten, aber manchmal ist eben genau das der Fehler. Was im Englischen Original ganz normal klingt, kann eben im Deutschen nicht so wiedergegeben werden, da es haeufig in Kitsch und simples Gelaber ausartet.
Ausserdem schreibt Patterson wieder – zum Glueck nur einige Kapitel – aus der Sicht einer Frau, und nach meinem letzten Reinfall damit musste ich unweigerlich aufstoehnen, ob das jetzt wieder so ein kitschiger Schmalz wuerde. Na gut, ganz so schlimm wurde es nicht, und die Heldin ist auch keineswegs so eine Heulsuse wie aus „Wer sich umdreht oder lacht“.
Die zeitweisen Laengen des Buches haengen auch damit zusammen, dass es wieder recht viel „Vorgeplaenkel“ gibt, bevor es richtig zur Sache geht. Allerdings wird das Ganze hier und da durch einen Mord „aufgelockert“ (ein wahrer Krimi-Fan brauch eben etwas.was ihn bei der Stange haelt) und das Vorspiel dauert auch bei weitem nicht so lange wie bei dem bereits erwaehnten „Wer sich umdreht oder lacht“.
Allerdings ist der Schluss dann irgendwie gut, aber unglaubwuerdig. Da werden das ganze Buch lang die eiskalten Maenner beschrieben, die vor nichts zurueckschrecken und dann werden Kit und Frannie gegen Ende des Buches regelrecht unbeaufsichtigt in ein Kaemmerchen gesperrt aus dem sie dann auch sehr schnell entkommen. Sie wurden bereits verhoert und eigentlich haetten die Maenner sie doch laengst umbringen muessen, wenn sie ihre Gen-Projekte mit allen Mitteln schuetzen wollen. Aber irgendwie wird sehr locker mit ihnen umgegangen. Ein weiterer Punkt: das Ganze fliegt ja dann letztendlich auf und wird via Fernsehen in alle Welt ausgestrahlt, aber dieses Thema wird quasi nur angekratzt. Mich haette mal interessiert, wer genau denn nun in den Regierungskreisen darin verwickelt ist oder wie die Oeffentlicheit reagiert, aber das wird nur grob erzaehlt. Ja es laeuft dann sogar soweit, dass es im letzten Kapitel so klingt, als ob die Oeffentlichkeit nach kurzer Zeit wieder das Interesse verloren haette. Ist das nun Pattersons mangelnde Schreiblust oder ist es gar beabsichtigt um uns vorzufuehren, wie desinteressiert wir schon sind und alles hinnehmen?
Wie auch immer, so richtig befriedigt mich der Schluss nicht.
Und dann noch was prinzipielles: Wer in aller Welt nennt seine Helden „Frannie“ und „Kit“??
Ich finde, Namen sind das allererste und wichtigste was ein Autor bei einem Buch als erstes bedenken muss. Sie legen fest wie der Leser sich mit den Handelnden identifiziert und ob das Ganze glaubwuerdig wird. Aus meiner persoenlichen Sicht kann ich sagen, dass mich „Frannie“ und „Kit“ in einem Thriller nicht gerade vom Hocker hauen!
Fazit
+++++++
Nach aller Kritik dennoch ein eher positives Fazit: Das Buch ist auf jeden Fall besser als mein letztes Patterson-Buch und viele andere billige Krimis. Die Story bietet genug Anhaltspunkte um die eigene Phantasie spruehen zu lassen und sich auszumalen was ohne unser Wissen schon alles in geheimen Labors passiert (das so was passiert, dessen bin ich mir sicher). Ausserdem liest sich das Buch sehr schnell und die etwa 380 Seiten habe ich in wenigen Stunden verschlungen. Als Patterson-Einstieg ist es nur bedingt zu empfehlen, da wuerde ich immer noch die Alex-Cross-Krimireihe vorschlagen (Bericht folgt), aber es bietet einen Einblick in die Vielseitigkeit des James Patterson.
Note 2 und der Hinweis, wenn moeglich lieber die englische Originalfassung zu lesen.
Das Buch ist im Bastei – Luebbe Verlag erschienen und fuer 8,45 Euro erhaeltlich.
Eine kurze Vorgeschichte
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
James Patterson ist vor allem bekannt durch seine Krimis die einem von Anfang bis Ende den Atem stocken lassen. Seine Helden sind meist der Polizeipsychologe Alex Cross und dessen Freunde; Pattersons Killer sind normalerweise irgendwelche wahnsinnigen Serientaeter, denen ich nicht nachts auf der Strasse begegnen moechte. Sein Schreibstil ist kurz und praegnant und der Kampf zwischen den Killern und dem einzelgaengerischen Helden ist meist mit allen Tuecken gespickt, die dem Leser Gaensehaut bescheren koennten.
Doch bei dem vorliegenden Buch ist alles irgendwie anders. Negativ anders...
Inhalt
~~~~~~~~~
„Hide & Seek“ (so der Originaltitel) handelt von der Saengerin Maggie Bradford und ihren ungluecklichen Maennerbeziehungen. Gleich am Anfang erfahren wir (in einem aeusserst spannenden ersten Kapitel) dass ihr erster Mann sie misshandelte und sie nach jahrelangem Dulden endlich Widerstand leistete und ihn in Notwehr erschoss. Notwehr nicht nur weil er sie selbst erschiessen wollte, sondern weil Maggie auch eine Tochter hat, die sie nicht ihrem brutalen Mann ausliefern wollte. Das Ganze wird in einer kurzen Rueckblende erzaehlt und wir begeben uns nun in die Gegenwart. Die Erzaehlperspektive bleibt immer noch in der Ich-Form und wir duerfen lesen wie Maggie Bradford (aus ihrer Sicht wird ein grosser Teil des Buches geschrieben) sich an jene Nacht erinnert, und sich nun fragt ob sie nicht nur einen sondern sogar zwei ihrer Ehemaenner getoetet haette. Moment? 2 Ehemaenner? Wer ist denn der zweite? Genau das will sie uns nun schildern, in ihrem ehrlichen Bekenntnis und mit der Gewissheit, dass wir objektiv ueber sie urteilen wuerden. Der Leser begreift, dass Maggie inzwischen vor Gericht ist und dass er nun alles darueber zu lesen bekommen wird, was zwischen dem ersten Mord / Notwehrfall und dem mysterioesen zweiten Todesfall passiert.
Und so kommt es dann auch. Wir lernen erst einmal Maggie und ihre Tochter kennen, ihren Manager, und wie sie es schliesslich zu Weltruhm schaffte. Dazwischen werden immer abwechselnd Kapitel eingeschoben ueber einen Fussballstar, namens Will Shepard, einen selbstverliebten Schoenling, der aber unter dem Selbstmord seines Vaters und seiner restlichen kaputten Kindheit leidet, und der sehr bald keine Kontrolle mehr ueber seine in ihm brodelnden Aggressionen haben wird.
So langsam erkennen wir auch, dass er derjenige sein wird, wegen dem Maggie sich letztlich vor Gericht wird verantworten muessen.
Und so geschieht es dann auch. Die beiden lernen sich auf einer Party kennen und unter Zuhilfenahme seines schauspielerischen Talentes, zieht Will Maggie vollends in seinen Bann. Die beiden heiraten und alles scheint perfekt, doch Maggies Albtraum hat gerade erst begonnen...
Und nun die Kritik
~~~~~~~~~~~~~~~~
Ja, wo soll ich da anfangen? Am besten bei der Handlung.
Das Buch hat über 400 Seiten, aber ich schaetze, etwa 300 davon sind sinnloses Geplaenkel. Es gibt keinen Serientaeter, der uns aller 20 Seiten mit neuerlichen Greueltaten das Blut in den Adern gefrieren laesst. Und es gibt auch keinen Cop oder Detektiv, der ihm immer auf den Fersen ist und stets sein eigenes Leben riskiert.
Nein, im Gegenteil: staendig muessen wir uns Maggie’s Gedanken antun, uns zu Gemuet fuehren, wie sehr sie doch in ihre Tochter verliebt ist, wie prima sie sich verstehen, wie dankbar sie ihrem Manager ist, was sie doch immer wieder fuer Lampenfieber hat, usw. Nein, wirklich, schlimmer geht es kaum! Schmalz hoch drei! Und vor allem: absolut unwichtig fuer die Geschichte! Es ist ja schoen und gut, wenn in Patterson’s anderen Buechern der Psychologe Alex Cross mal ab und zu mit seinen Kindern spielt. Das zeigt uns seine menschliche Seite. Aber hier besteht ja das halbe Buch daraus und man kann nicht anders als in Maggie eine hilflose Heulsuse zu sehen, deren einzige Heldentat darin besteht ab und zu einen ihrer Maenner umzubringen.
Selbstverstaendlich nur, um gleich darauf wieder schmalzig ihre Tochter (und spaeter auch noch ihren juengeren Sohn) zu umarmen und beinahe in Traenen auszubrechen. Also wirklich, ich kann es nicht oft genug sagen: das ist einfach zum Kotzen! Und was am schlimmsten ist (ja es geht noch schlimmer!), in der Mitte des Buches lernt Maggie erst noch einen anderen Mann – Patrick O’Malley - kennen und lieben, und mit ihm scheint auch alles perfekt, sie heiraten, bekommen einen Sohn, schmachten sich bis zum geht-nicht-mehr an.. bis er dummerweise bei einem Segeltoern an einem Herzanfall stirbt. Nun gut denkt man sich, da wird wohl dann der misstrauische aeltere Sohn aus der 1. Ehe von Patrick eine entscheinde Rolle im folgenden Verlauf spielen. Nein, falsch gedacht! Er taucht zwar noch ein paar mal verbost auf und intrigiert hier und da gegen Maggie aber wirklich wichtig ist er nicht! Wozu dann also dieses ganze Gesuelz zwischen Patrick und Maggie??? Voellig ueberfluessig!
Aber na gut, Patterson ist mein Meister und ich werde folgen, also lese ich brav weiter, in der Hoffnung, dass das dicke Ende noch kommen moege.
Inzwischen zeigt Will erste gewalttaetige Ausbrueche, aber so richtig durchgeplant und brutal wie Killer in Pattersons anderen Buechern agiert er auch nicht. Klar, schlimm sind seine Taten auch, aber vor allem sind seine Opfer nicht Leute wie du und ich sondern meist irgendwelche Huren oder sonstige Damen zumeist ohne Moral. Das macht die ganze Sache irgendwie fad. Man bekommt einfach nicht die gewisse Angst, dass der Moerder gleich bei einem selbst um die Ecke steht. Und genau das schaetze ich doch sonst so an Patterson. Meine Laune sinkt merklich. Aber da ich zugegebenermaßen schon drei Anlaeufe gebraucht habe, um die mittleren langweiligen Kapitel zu ueberstehen, beschliesse ich also, mir auch noch den Rest anzutun um dann ein fuer allemal zu wissen, was es mit dem Buch auf sich hat.
Aber irgendwie naehert sich das Buch dem Ende und die ueberraschende Wendung bleibt aus. Es gibt zwar eine pikante Sache, die dem Leser noch mal Hoffnung macht, aber wie diese Sache dann fuer die Story genutzt wird, ist einfach nur lahm und grottenschlecht. Da haette man doch sooo viel mehr draus machen koennen (ich sage mal nur soviel: es handelt sich um aeltere Maenner und deren Aktivitaeten mit sehr jungen bezahlten Damen). Aber nein, das ganze wird nur genutzt um Maggies Fall (den sie im ersten Anlauf verloren hat) noch mal aufzurollen. Und das wars!
Und nun sind nur noch 10 Seiten etwa uebrig und ich frage mich ernsthaft: „Das solls gewesen sein???“
Naja, nicht ganz. Mit letzter Anstrengung schafft es Patterson dann doch noch, eine wirklich ueberraschende Wendung herbeizufuehren und etwas von seinem Talent als Krimiautor aufblitzen zu lassen. Der Schluss ist wirklich ganz gut ABER so leid es mir tut, fuer diese Tortur die ich 400 Seiten lang mitgemacht habe, ist mir das einfach nicht genug. Da kann er noch so gute und spannende 10 Seiten anhaengen, mich entschaedigt das nicht. Sorry lieber Herr Patterson, Sie sind zwar in ihren anderen Buechern wahrlich meisterhaft, aber dieses Buch gehoert in die Hausapotheke – Als Schlaf – oder Abfuehrmittel.
Ich weiss nicht, wer den Autor auf die Idee brachte, doch mal aus der Sicht einer Frau zu schreiben, aber da er am Anfang seiner Familie dankt, befuerchte ich, dass die ihm wohl ein wenig zu Kopf gestiegen ist. Sein Schreibstil ist zwar immer noch kurz und praegnant (weshalb es nicht ganz so schwer ist, seine Buecher zu ende zu lesen), aber seine Wortwahl, seine Charakterisierung von Maggie – nein, also identifizieren kann ich als Frau mich damit nicht. Schon die Wahl der Professionen – Fussballstar und Saengerin – ist von vornherein zum Scheitern bestimmt. Wen interessiert denn so was? Das kann meinetwegen eine Rosamunde Pilcher oder wie die alle heissen schreiben, aber ich will einen Krimi mit normalen Helden, und mit Handlungsorten und Ereignissen, die jederzeit passieren koennten. Genau das macht doch einen Krimi so spannend oder?
Also um es auf den Punkt zu bringen, ich habe staendig auf das Cover schauen muessen, ob ich hier auch wirklich ein Buch von James Patterson lese. Wer es also unbedingt lesen will, bitteschoen, aber ich habe euch gewarnt. Und bitte: wer noch nie einen Patterson gelesen hat, lest dieses Buch bloss nicht als erstes; es wuerde euch einen voellig falschen Eindruck vom Talent des Autors vermitteln!
Zum Schluss noch ein paar Infos (sofern sie denn noch von Noeten sind):
Ich habe das Buch in der amerikanischen Paperbackausgabe von Warner Books. Laut Druck kostet es da $6,99. Allerdings habe ich es in Deutschland second-hand bekommen und ein kleiner deutscher Aufkleber zeigt den Original-Preis von 20,90 DM an, also etwa 10 Euro. Ich denke das duerfte immer noch so sein, aber ihr muesst die englische Version schon in einem Discount-Buchladen oder online kaufen (sonst sind die Exportkosten zu hoch).
Die deutsche Paparbackausgabe duerfte aber auch etwa 10 Euro kosten.
Das Buch ist aus dem Jahre 1996.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-29 14:10:54 mit dem Titel Patterson, J. - Der Tag an dem der Wind dich traegt
Nachdem ich neulich voellig mit meinem Lieblingsautor James Patterson reingefallen bin („Wer sich umdreht oder lacht“; siehe Bericht), konnte dieses Buch eigentlich nur besser werden. Zwar ist es leider keiner der klassischen Patterson – Krimis um den Detektiv Alex Cross und seine Jagd nach Serienkillern, aber trotzdem hat mich das Buch von Anfang an in einer gewissen Weise in seinen Bann gezogen.
Zuerst etwas zum Inhalt
++++++++++++++++++++
Das Buch handelt von Gentechnologie und Verschwoerungen, eine prickelnde Mischung, die aktueller nicht sein koennte.
Gleich im ersten Kapitel lesen wir von einem kleinen Maedchen, Max, die auf der Flucht vor irgendwelchen Maennern durch einen Wald rennt. „Max“ kommt aber nicht etwa von Maxine oder aehnlichem sondern von „Maximum“, denn Max ist anders als alle normalen Kinder. Als ihre Lage auswegslos erscheint und sie vor einer unueberwindlich scheinenden Mauer steht, ahnt man schlimmes, doch dann entfaltet Max ihre Fluegel und fliegt ueber die Mauer. Ja, ihr habt richtig gelesen. Max hat Fluegel, und genau die und ihre Staerke (Max ist erst 11) sind der Grund warum sie vor diesen Maennern weglaeuft.
Dann stellt uns Patterson in seinem ihm eigenen Kurz-Kapitel-Stil die anderen Hauptpersonen nach und nach vor. Da waere zum einen Frances „Frannie“ Mekin, eine Tieraerztin, deren Mann, ein Arzt, vor einem reichlichen Jahr auf einem Parkplatz erschossen wurde und dessen Moerder nicht gefasst wurde. Zum anderen haetten wir da Kit Harrison, alias Tom Brennan, einen FBI-Agenten, der sich entgegen dem Willen aller seiner Vorgesetzen unerlaubt mit einem Fall von 3 getoeteten Aerzten beschaeftig, da er mehr Zusammenhaenge hinter dem ganzen vermutet. Auf ihrer Flucht trifft Max dann auf Frannie, und natuerlich werden Max’s Schicksal, Frannie’s toter Ehemann und Kit’s mysterioeser Fall nach und nach zu einem Puzzle zusammengefuegt, hinter dem eine Verschwoerung steckt, die keiner von ihnen auch nur ahnen konnte.
Das ganze kommt so richtig ins Rollen als in der Gegend wo Frannie wohnt und Kit ermittelt, ein weiterer Arzt im Pool ermordert wird. Doch der Arzt war ein sehr guter Schwimmer und pflegte niemals kopfueber in den Pool zu springen. Woher also sein gebrochenes Genick? Kit und Frannie, die sich anfangs ein wenig unwohl gegenueber dem anderen fuehlen, beginnen ihre Ermittlungen. Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen gelingt es dann auch Frannie und Kit, das Vertrauen von Max zu bekommen, denn bei ihren ersten Begegnungen ist Max immer verschreckt wieder davongeflogen. Die drei kommen sich naeher und so langsam gibt Max mehr und mehr Informationen ueber sich und ihre Herkunft preis. Informationen ueber eine „Schule“, ueber „sie, die dort arbeiten und das Fliegen verbieten“, darueber dass viele anderen Kinder „eingeschlaefert wurden“ , und noch viel mehr grausige Details.
Bald wird klar, dass dieses Wissen ihrer aller Leben in Gefahr bringt, und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Frannie, Kit und Max mit allen Mitteln versuchen, das Wissen und die Beweise zu schuetzen und die Verschwoerung zu durchschauen. Doch diese zieht sich bis in hoechste Kreise...
Patterson’s Stil
++++++++++++++
Wie in allen seinen Buechern schreibt Patterson sehr schlicht, aber dennoch ausdrucksstark. Die Kapitel sind nie laenger als maximal 4 – 5 Seiten und das Buch ist ausserdem noch mal untergliedert in Prolog, 5 kleinere „Buecher“ und einen Epilog. Diese Strukturierung erleichtert das Lesen und sorgt vor allem dafuer, dass man nicht aufhoert, denn immer wieder sagt man sich „ach, die 5 Seiten des naechsten Kapitels les ich noch“ und so geht es immer weiter, bis das Buch alle ist.
Meine Kritik
++++++++++++
Nun aber zum wichtigen Teil: lohnt das Buch den Kauf oder nicht?
Ich muss sagen, seit dem letzten Reinfall lese ich Patterson – Buecher kritischer als vorher, daher sind mir auch hier einige Maengel aufgefallen. Zunaechts einmal: die Story ist natuerlich gewagt aber hoch interessant, ganz besonders wenn man Patterson’s Anmerkung zu Beginn des Buches gelesen hat. („Als ich mit diesem Buch begann, hatte ich keine Ahnung wie nah die Geschichte der Realitaet kommen wuerde. Mehr als 30 Aerzte und Forscher haben mir im Entwurfsstadium geholfen [..]. Ein Arzt [..] sagte: „Die meisten Menschen wuerden nicht glauben, welche Durchbrueche in naher Zukunft auf sie zukommen.“)
Wenn man dies staendig im Hinterkopf hat und auch regelmaessig die Meldungen in den Nachrichten verfolgt, dass „wieder einmal“ ein Klonversuch geglueckt ist, dann kann einem das Buch wirklich Angst machen, denn hier geht es nicht um legale harmlose Klonversuche sondern um bewusste grossflaechige Veraenderung menschlichen Erbgutes ohne Ruecksicht auf Verluste.
Dennoch weist das Buch gewissen Laengen auf. Ich muss dazusagen, ich habe es diesmal leider nicht in Englisch sondern in Deutsch gelesen und ich denke der Uebersetzer hat sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Gut, er hat sich sehr an Pattersons Stil gehalten, aber manchmal ist eben genau das der Fehler. Was im Englischen Original ganz normal klingt, kann eben im Deutschen nicht so wiedergegeben werden, da es haeufig in Kitsch und simples Gelaber ausartet.
Ausserdem schreibt Patterson wieder – zum Glueck nur einige Kapitel – aus der Sicht einer Frau, und nach meinem letzten Reinfall damit musste ich unweigerlich aufstoehnen, ob das jetzt wieder so ein kitschiger Schmalz wuerde. Na gut, ganz so schlimm wurde es nicht, und die Heldin ist auch keineswegs so eine Heulsuse wie aus „Wer sich umdreht oder lacht“.
Die zeitweisen Laengen des Buches haengen auch damit zusammen, dass es wieder recht viel „Vorgeplaenkel“ gibt, bevor es richtig zur Sache geht. Allerdings wird das Ganze hier und da durch einen Mord „aufgelockert“ (ein wahrer Krimi-Fan brauch eben etwas.was ihn bei der Stange haelt) und das Vorspiel dauert auch bei weitem nicht so lange wie bei dem bereits erwaehnten „Wer sich umdreht oder lacht“.
Allerdings ist der Schluss dann irgendwie gut, aber unglaubwuerdig. Da werden das ganze Buch lang die eiskalten Maenner beschrieben, die vor nichts zurueckschrecken und dann werden Kit und Frannie gegen Ende des Buches regelrecht unbeaufsichtigt in ein Kaemmerchen gesperrt aus dem sie dann auch sehr schnell entkommen. Sie wurden bereits verhoert und eigentlich haetten die Maenner sie doch laengst umbringen muessen, wenn sie ihre Gen-Projekte mit allen Mitteln schuetzen wollen. Aber irgendwie wird sehr locker mit ihnen umgegangen. Ein weiterer Punkt: das Ganze fliegt ja dann letztendlich auf und wird via Fernsehen in alle Welt ausgestrahlt, aber dieses Thema wird quasi nur angekratzt. Mich haette mal interessiert, wer genau denn nun in den Regierungskreisen darin verwickelt ist oder wie die Oeffentlicheit reagiert, aber das wird nur grob erzaehlt. Ja es laeuft dann sogar soweit, dass es im letzten Kapitel so klingt, als ob die Oeffentlichkeit nach kurzer Zeit wieder das Interesse verloren haette. Ist das nun Pattersons mangelnde Schreiblust oder ist es gar beabsichtigt um uns vorzufuehren, wie desinteressiert wir schon sind und alles hinnehmen?
Wie auch immer, so richtig befriedigt mich der Schluss nicht.
Und dann noch was prinzipielles: Wer in aller Welt nennt seine Helden „Frannie“ und „Kit“??
Ich finde, Namen sind das allererste und wichtigste was ein Autor bei einem Buch als erstes bedenken muss. Sie legen fest wie der Leser sich mit den Handelnden identifiziert und ob das Ganze glaubwuerdig wird. Aus meiner persoenlichen Sicht kann ich sagen, dass mich „Frannie“ und „Kit“ in einem Thriller nicht gerade vom Hocker hauen!
Fazit
+++++++
Nach aller Kritik dennoch ein eher positives Fazit: Das Buch ist auf jeden Fall besser als mein letztes Patterson-Buch und viele andere billige Krimis. Die Story bietet genug Anhaltspunkte um die eigene Phantasie spruehen zu lassen und sich auszumalen was ohne unser Wissen schon alles in geheimen Labors passiert (das so was passiert, dessen bin ich mir sicher). Ausserdem liest sich das Buch sehr schnell und die etwa 380 Seiten habe ich in wenigen Stunden verschlungen. Als Patterson-Einstieg ist es nur bedingt zu empfehlen, da wuerde ich immer noch die Alex-Cross-Krimireihe vorschlagen (Bericht folgt), aber es bietet einen Einblick in die Vielseitigkeit des James Patterson.
Note 2 und der Hinweis, wenn moeglich lieber die englische Originalfassung zu lesen.
Das Buch ist im Bastei – Luebbe Verlag erschienen und fuer 8,45 Euro erhaeltlich.
18 Bewertungen, 3 Kommentare
-
07.06.2002, 16:10 Uhr von Andreas68
Bewertung: sehr hilfreichDas ist ja eigentlich ein typischer Science Fiction-Roman, technisch-gesellschaftlich-utopisch hätte man das früher genannt.
-
30.05.2002, 14:32 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichGut beschrieben. Deine kritische Meinung deckt sich mit meiner. CU, mima
-
29.05.2002, 17:06 Uhr von blauersafir
Bewertung: sehr hilfreichsehr nützlicher bericht, besonders informativ...schau auch mal bei mir vorbei, gruss blauersafir
Bewerten / Kommentar schreiben