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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von rispetto
Ein Haus im Veneto
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Als Tom Parks beschließt mit seiner Frau von England nach Italien umzusiedeln,
müssen sich die beiden mit einer ihnen völlig fremden und teilweise rätselhaften Kultur auseinandersetzen.
Von nun an bestimmt das liebenswerte Chaos Italien ihr Leben und wird es nicht unwesentlich beeinflussen.
Parks beschreibt in diesem Buch die großen Schwierigkeiten, die einen Ausländer in Italien erwarten.
Erstaunt wird der Leser feststellen, wie fremd ihm eigentlich die Italiener sind und das sich ihre Interessen und Lebensziele wesentlich von seinen eigenen unterscheiden.
Sie sind eben weitaus differenzierter, als man als sonnenhungriger Tourist nach 14 Tagen Adria oder Riviera vermuten möchte.
Alle Klischees und Vorurteile über den Italiener stimmen auf einmal so gar nicht mehr.
Parks erzählt witzig und gleichzeitig sehr präzise wie der Alltag in einer italienischen Kleinstadt abläuft.
Er gliedert das Buch in Episoden, die einerseits zum Lachen sind, andererseits aber tiefe Einblicke in die Lebensart der Italiener ermöglichen.
Ihm und seiner Frau kommt dabei zugute, das sie beide absolut vorurteilsfrei und immer offen für ihre neue, fremde Umgebung sind.
Ganz langsam werden sie ein Teil der italienischen Gesellschaft und erfahren so viele Dinge, die für den Leser ungemein interessant sind und das Verständnis für Italien und seine Lebensart vertiefen.
Einige zentrale Themen sind:
Die Staatsgewalt und wie der Italiener auf ungemein listige Weise mit ihr umgeht.
Der Stellenwert von Essen und Trinken in der Gesellschaft.
Die Familie als höchstes Gut und deren starker Zusammenhalt, der uns schon verlorengegangen ist.
Die Gesundheit, ein Thema über das jeder Italiener stundenlang diskutieren kann.
Die Kirche und Ihre extreme Verknüpfung mit der Gesellschaft und dem Staat.
Parks Episoden über diese Themen sind immer witzig beschrieben und haben dennoch den nötigen Tiefgang,
man merkt das er bereit ist, in die italienische Seele einzutauchen ohne dabei den Respekt zu verlieren.
Es gelingt ihm, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln und sein Interesse mühelos aufrecht zu erhalten.
Eine kurze Episode über die ich mich heftig amüsiert habe(es betrifft nur die Schilderung, nicht den Vorgang an sich!), sei hier kurz erzählt:
Parks und seine Frau leben in einer Wohnanlage mit mehreren anderen Mietern.
Bei schönem Wetter sitzen alle im Garten, als die Nachbarin mit ihrem Wellensittich im Käfig nach draußen kommt. Sie stellt den Käfig samt Vogel auf den Rasen, holt einen Wasserschlauch und beginnt mit kräftigem Wasserstrahl den Käfig zu reinigen, während der Vogel schreiend um sein Leben kämpft. Danach bringt sie ungerührt den Käfig mit dem halb ertrunkenen Vogel wieder in die Wohnung zurück.
Parks und seine Frau sind entsetzt, die anderen italienischen Mieter haben nicht mal hingesehen,
es interessiert sie einfach nicht. ist doch nur ein „Animali“(Tier).
Tierschützer haben es in Italien auch nicht leicht.
Wer mehr über die Italiener, ihre Lebensart und ihr Land erfahren möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt!
Amüsant und locker geschrieben, wird es bis zur letzten Seite nicht langweilig.
"Ein Haus im Veneto" von Tim Parks ist erschienen bei Knaur.
Bis denne, rispetto
©Rispetto, auch gepostet bei Ciao
müssen sich die beiden mit einer ihnen völlig fremden und teilweise rätselhaften Kultur auseinandersetzen.
Von nun an bestimmt das liebenswerte Chaos Italien ihr Leben und wird es nicht unwesentlich beeinflussen.
Parks beschreibt in diesem Buch die großen Schwierigkeiten, die einen Ausländer in Italien erwarten.
Erstaunt wird der Leser feststellen, wie fremd ihm eigentlich die Italiener sind und das sich ihre Interessen und Lebensziele wesentlich von seinen eigenen unterscheiden.
Sie sind eben weitaus differenzierter, als man als sonnenhungriger Tourist nach 14 Tagen Adria oder Riviera vermuten möchte.
Alle Klischees und Vorurteile über den Italiener stimmen auf einmal so gar nicht mehr.
Parks erzählt witzig und gleichzeitig sehr präzise wie der Alltag in einer italienischen Kleinstadt abläuft.
Er gliedert das Buch in Episoden, die einerseits zum Lachen sind, andererseits aber tiefe Einblicke in die Lebensart der Italiener ermöglichen.
Ihm und seiner Frau kommt dabei zugute, das sie beide absolut vorurteilsfrei und immer offen für ihre neue, fremde Umgebung sind.
Ganz langsam werden sie ein Teil der italienischen Gesellschaft und erfahren so viele Dinge, die für den Leser ungemein interessant sind und das Verständnis für Italien und seine Lebensart vertiefen.
Einige zentrale Themen sind:
Die Staatsgewalt und wie der Italiener auf ungemein listige Weise mit ihr umgeht.
Der Stellenwert von Essen und Trinken in der Gesellschaft.
Die Familie als höchstes Gut und deren starker Zusammenhalt, der uns schon verlorengegangen ist.
Die Gesundheit, ein Thema über das jeder Italiener stundenlang diskutieren kann.
Die Kirche und Ihre extreme Verknüpfung mit der Gesellschaft und dem Staat.
Parks Episoden über diese Themen sind immer witzig beschrieben und haben dennoch den nötigen Tiefgang,
man merkt das er bereit ist, in die italienische Seele einzutauchen ohne dabei den Respekt zu verlieren.
Es gelingt ihm, den Leser von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln und sein Interesse mühelos aufrecht zu erhalten.
Eine kurze Episode über die ich mich heftig amüsiert habe(es betrifft nur die Schilderung, nicht den Vorgang an sich!), sei hier kurz erzählt:
Parks und seine Frau leben in einer Wohnanlage mit mehreren anderen Mietern.
Bei schönem Wetter sitzen alle im Garten, als die Nachbarin mit ihrem Wellensittich im Käfig nach draußen kommt. Sie stellt den Käfig samt Vogel auf den Rasen, holt einen Wasserschlauch und beginnt mit kräftigem Wasserstrahl den Käfig zu reinigen, während der Vogel schreiend um sein Leben kämpft. Danach bringt sie ungerührt den Käfig mit dem halb ertrunkenen Vogel wieder in die Wohnung zurück.
Parks und seine Frau sind entsetzt, die anderen italienischen Mieter haben nicht mal hingesehen,
es interessiert sie einfach nicht. ist doch nur ein „Animali“(Tier).
Tierschützer haben es in Italien auch nicht leicht.
Wer mehr über die Italiener, ihre Lebensart und ihr Land erfahren möchte, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt!
Amüsant und locker geschrieben, wird es bis zur letzten Seite nicht langweilig.
"Ein Haus im Veneto" von Tim Parks ist erschienen bei Knaur.
Bis denne, rispetto
©Rispetto, auch gepostet bei Ciao
38 Bewertungen, 3 Kommentare
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20.06.2002, 09:05 Uhr von bavariangirl
Bewertung: sehr hilfreichDas muss ich haben....Susanne
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05.06.2002, 00:50 Uhr von Andreas68
Bewertung: sehr hilfreichKingt nach Mut, dergleichen heutzutage zu schreiben, überhaupt von einer "Volksseele" auszugehen u. dann noch ggf. unangenehm empfundene Eigenschaften nicht zu unterdücken. Da stehen die Gutmenschen gleich Spalier ...
-
17.05.2002, 18:42 Uhr von Verena77
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht! Mfg Verena
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