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Erfahrungsbericht von ghostwriterk

Ich habe von dem Grauen gelesen

Pro:

ungemein spannend

Kontra:

nichts für schwache Nerven

Empfehlung:

Nein

welches Viren auslösen können, über die vor einigen Jahrzehnten noch niemand etwas wußte. Richard Preston schreibt in seinem Buch HOT ZONE nicht etwa eine fiktive Geschichte, sondern gibt Tatsachenberichte wieder, die er aus Gesprächen mit meist direkt beteiligten Personen zusammengetragen hat.

In dem Buch geht es um Filoviren, jenen heimtückischen, gefährlichen Krankheitserregern, die in vielen Fällen zum Tod der erkrankten Person führen. Hauptsächlich geht es dabei um das sog. Ebola Virus, welches eine Todesrate von etwa 90 % hat. In einigen Geschichten und in mehreren kurzen Episoden wird von der zerstörerischen Wirkung dieses Virus berichtet. Ich weis immer noch nicht, welche der Episoden mich denn jetzt am stärksten schockiert hat.

Von den Einzelschicksalen ist es wohl die Gesichte eines Teenagers, der an einer Art dieses Virus starb. Von der Größe der Gefahr her ist es die Gesichte einer Epidemie in einer Stadt in der Nähe von Washington D.C., diese ging nur mit sehr viel Glück gut aus und hätte auch leicht große Ausmaße annehmen können. Damals (1989) hat nur der genetische Unterschied, der zwischen den Javaneraffen und dem Menschen besteht, eine große Epidemie in den USA (und möglicherweise weltweit) verhindert. Dieses Virus hat sich tatsächlich über die Luft ausgebreitet, denn nur so konnten sich die vielen Affen anstecken. Aber auch einige unvorsichtige Menschen hatten nach dieser Seuche die Antikörper gegen das Virus im Blut, ohne jemals Körperkontakt mit den infizierten Tieren gehabt zu haben.

Das Buch beschränkt sich aber nicht nur auf die Gesichten dieser Personen, sondern stellt auch einiges an Hintergundwissen zu diesen Krankheitserregern allgemein zur Verfügung. Gegen Ende des Buches wird auf 20 Seiten noch einmal die Vielfalt der Viren dargestellt und ihre Wirkungsweise wird gut verständlich Erklärt. Seit ich dieses Kapitel gelesen habe, betrachte ich Viren in einem neuen Blickwinkel. Das hängt damit zusammen, daß der Autor (Horst Güntherroth) auch aufzeigt, welche Rolle die Viren für den Verlauf der Evolution haben. So schrecklich diese Folgen auch sein mögen, sie sind doch für den Austausch von genetischem Material mitverantwortlich.

Ob das jetzt auf die Filoviren auch zutrifft, mag ich nicht beurteilen. Jedenfalls ist es eine unheimliche Sache, daß es eine tödliche Gefahr gibt, welche so klein ist. Und diese geringe Größe ist es auch, die eine Bekämpfung der Krankheit so schwierig macht. Denn Medikamente, die gegen Viren etwas bewirken, schädigen auch die Körperzellen.

Alles in allem ist es der schlimmste Horror, den ich je gelesen habe. Horror aus dem Grund, weil die Geschichten real sind. Bei einem Buch von Stephen King weis ich, daß die Geschichte ja nur eine Erfindung ist. Aus diesem Grund hat HOT ZONE bei mir doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und wenn ich mal zufällig im Fernsehen eine Meldung von einer Ebola-Epidemie oder etwas ähnlichem sehe, bekomme ich seit der Lektüre dieses Buches ein flaues Gefühl in der Magengegend.

© ghostwriterk
alias bugsbunny (ciao), trashwriter (dooyoo)

22 Bewertungen, 1 Kommentar

  • eponnin

    11.05.2002, 21:57 Uhr von eponnin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sollte ich besser nicht lesen, sonst höre ich auf zu atmen.