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Erfahrungsbericht von doeter

Markoff, John; Shimomura, Tsutomu: Data Zone

Pro:

Cyber-Thriller aus der Wirklichkeit

Kontra:

wohl nicht all zu unparteiisch

Empfehlung:

Nein

Samurai jagt Darkside Hacker

Der Computerkorrespondent der New York Times, John Markoff, und einer der - nach eigener Aussage - weltweit führenden Experten für Computersicherheit, Tsutomu Shimomura, schildern eine wahre Geschichte, die sich liest wie ein Science-Fiction-Roman, eine 'Pat Garrett jagt Billy the Kid' - Geschichte des Cyberspace. Der Gejagte in diesem wahren Thriller der Neunziger ist ein eigenwilliger Charakter, für den es zur Sucht geworden ist, in Computersysteme einzudringen: Der legendäre "Dark Side Hacker" Kevin Mitnick. Der Jäger ist Tsutomu Shimomura.

Bereits einmal war Mitnick von einem Gericht verurteilt worden, sich wegen seiner Computerabhängigkeit einer Therapie zu unterziehen. Nach mehreren abgesessenen Gefängnisstrafen für das Eindringen in fremde Computersysteme, bricht Mitnick dreist in Rechner des Sicherheitsexperten Shimomura ein. Eine Provokation, mit der sich Mitnick letztendlich selbst zur Strecke bringt. Shimomura fühlt sich in seinem Stolz verletzt und bricht zu einer monumentalen Menschenjagd quer durch Telefonkabel und das tiefe, dunkle Labyrinth der Computernetzwerke auf.

Jahre lang führt Kevin Mitnick das FBI an der Nase herum, doch am 1. Weihnachtstag des Jahres 1994 begeht er einen verhängnisvollen Fehler: Er hackt er sich in Computer des "besten Computersicherheitsexperten der USA", Tsutomu Shimomura, und entwendet unter anderem sämtliche Emails. Shimomura beginnt die Verfolgung. Nach 50 Tagen Jagd durch die Datennetze ist es geschafft: Am frühen Morgen des 14. Februar 1995 stöbert er, begleitet von zwei Telefontechnikern und dem Computerkorrespondenten der New York Times, John Markoff, in einer Vorstadt von Raleigh in North Carolina Kevin Mitnick auf.

Tsutomu Shimomura und John Markoff verkaufen in ihrer (offensichtlich nicht objektiven) Geschichte das Ende der Jagd als einen Sieg für die Demokratie im Cyberspace. Denn wenn Hacker Daten stehlen, dann ist das ein Angriff auf das Vertrauen der großen Internet-Gemeinschaft.

Kevin Mitnick entspricht exakt der Vorstellung Lieschen Müllers von einem Hacker: Er kann das Bankgeheimnis durchlöchern, Telefone anzapfen und weit entfernte Computer völlig unter seine Kontrolle bringen. Er selbst sah sich als eine Art genialen digitalen Revolverhelden.

Shimomura ist der perfekte Gegner für ein Shoot-Out im Cyberspace: ähnlich talentiert, die Technik nach seiner Pfeife tanzen zu lassen und - wenn man zwischen den Zeilen zu lesen vermag - wohl auch bereit, hart an der Grenze der Legalität zu operieren.

Die Leichtigkeit, mit der Mitnick in die Rechner Shimomuras einbrechen konnte, gibt sowieso zu denken. Dafür, dass diese Rechner so schlecht gegen den Einbruch selbst GESCHÜTZT waren, waren die Mechanismen, diesen Einbruch unmittelbar zu entdecken und alle Spuren zu sichern erstaunlich gut.

... Als sei Kevin Mitnick da in eine Falle getappt.


Update-Ergänzung:

Eine etwas andere Sicht der Geschichte kann man übrigens bei Jonathan Littmann: 'The Fugitive Game-Online with Kevin Mitnick' nachlesen.

Und das Vorleben von Mitnick wird in 'Cyberpunk' von John Markoff und Katie Hafner geschildert.

Aktuellste Informationen zum Schicksal von Kevin Mitnick findet man im Web: www.kevinmitnick.com

Mit GOOGLE nach Tsutomu Shimomura gesucht findet sich http://www.takedown.com

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Qualle

    06.03.2002, 08:06 Uhr von Qualle
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner Bericht, aber nichts für mich.