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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Gremlin
Akif Pirincci: Yin - Wenn die Frauen die Welt beherrschen...
Pro:
Die alten Felidae-Qualitäten: Der ungeschminkte, ironische Blick auf die Menschen...
Kontra:
...werden hier leider stark vernachlässigt
Empfehlung:
Nein
Felidae-Autor Akif Pirincci zeigt sich mit diesem Roman mal von einer ganz anderen Seite. Die Story die er erdacht hat ist einerseits simpel und zugleich genial, zumindest von der Grundidee her. Was der Autor daraus gemacht hat ist eine andere Sache.
Was wäre wenn... durch ein heimtückisches Virus alle Männer von der Erdoberfläche verschwinden würden? Bestimmt ein Traum manch einer Feministin, daher erstaunt es um so mehr, dass dieses Buch von einem Mann geschrieben wurde.
Das Buch läßt sich in zwei Teile splitten. Im ersten Teil wird beschrieben, wie die Männer langsam aussterben und wie sich die Welt dadurch ändert. Dabei werden die Hauptfiguren eingeführt, völlig unterschiedliche Frauen, die auf ihre Art mit der sich verändernden Welt umgehen. Es wird nicht platt geschrieben, wie das grausame Virus Männer sterben lässt, sondern eher suptil, aus der Sicht der sieben Haupfiguren. Außerdem erhält man Einblick in die Vergangenheit dieser Frauen, was für die entwicklung ihrer Charaktere wichtig ist.
Sehr geschickt gelingt es Pirincci, die Geschichten dieser Frauen langsam ineinander zu verweben, so daß sie in einem ersten Finale schließlich aufeinander treffen.
Dieser Teil des Buches ist schlichtweg genial. Tiefgründige Charaktere und eine spitzenstory, ganz nach Wunsch.
Besonders interessant ist der Blick auf eine männerlose Welt. Wie gesagt, vielleicht der Traum mancher Feministin, aber dieser Traum wird schnell zum Alptraum, da nur die wenigsten Frauen bereit sind, die Drecksarbeit zu machen, wie zum Beispiel Müllentsorgung, Schwerstarbeit in Fabriken usw. Daher kommt die Welt zu einer Art Stillstand, den eine der Hauptfiguren ausnutzt, um sich die Vorraussetzungen für eine spätere Diktatur zu schaffen.
Völlig unsinnig ist hingegen der zweite Teil des Buches. Auf den letzten 200 Seiten bekommt man den Eindruck, Pirincci hätte die Lust verloren und wolle nur schnell zum Ende kommen. Dieser Teil bietet einen Blick in die Zukunft. Einige Jahre nach dem Verschwinden der Männer herscht eine Diktatur, die darauf beruht, dass die Frauen nur Sperma aus den Samenbanken bekommen, wenn sie loyal sind und auch die Drecksarbeit machen. Dagegen kämpft eine Splittergruppe, die Guerilla-artig im Untergrund arbeitet.
Sehr seltsam, was für ein Qualitätswechsel hier vorgeht. Die Frauen werden auf sexgeile, spermasüchtige Gebährmaschinen reduziert und die Story ist mit einem Mal seltsam unschlüssig.
Insgesamt ist das Buch aber dennoch empfehlenswert, da der längere erste Teil durchaus spannende Unterhaltung und eine sehr durchdachte Geschichte liefert.
Ich habe gesehen, das die Meinungen zu diesem Buch sehr geteilt sind, vor allem weibliche Leser regen sich über die Darstellung der Frauen auf.Dies kann sich eigentlich nur auf den unsäglichen Schluß beziehen und vielleicht auf ein Kapitel, in dem eine ehemalige Feministin darüber sinniert, das der Feminismus ihrer Meinung nach in eine völlig falsche Richtung läuft. In diesem Kapitel wird tatsächlich harter Tobak geliefert, der so mancher Frau bitter aufstoßen dürfte. Allerdings ist das alles meiner Meinung nach nicht so ernst zu nehmen sondern eher sarkastisch provokant, eben der gute alte Pirincci-Stil, den wir aus Felidae kennen und lieben.
Es bleibt ein Buch, dass zuerst absolut mitreißend ist und dann leider zum Schluss stark nachläßt. Aber trotzdem auf alle Fälle lesenswert!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-02-28 16:33:00 mit dem Titel Akif Pirincci: Cave Canem - Oder: Felidae 3
Der Klugscheißer ist zurück... nachdem Autor Pirincci mit einigen anderen Büchern wohl nicht den gewünschten Erfolg hatte kehrt er zu den Wurzeln des Ruhm zurück und liefert uns eine weitere Fortsetzung seiner Erfolgsromane Felidae und Francis. Cave Canem heißt das Werk und wird bescheiden als "Ein Felidae-Roman" untertitelt. Felidae 3 wäre wohl zu aufdringlich gewesen.
Aber was soll´s, als absoluter Fan der ersten beiden Bände (ich fand den zweiten sogar noch besser als den ersten) stand für mich außer Frage, dass ich dieses Buch lesen würde.
Thematisch ist das Buch ja auch sehr vielversprechend: In Francis´ Revier geschehen mal wieder grausame Morde, diesmal sind nicht nur Katzen sondern auch Hunde unter den Opfern. Dies liefert der seit Ewigkeiten schwelenden Feindlichkeit der beiden Arten neues Feuer, ein Krieg steht bevor. Um diesen zu verhindern soll Klugscheißer Francis schnellstmöglich den Mörder finden. Aber diesmal ist er nicht allein: ihm wird ein Polizeihund zur Seite gestellt. Nach anfänglichen Kontaktschwierigkeiten machen sich die beiden auf die Suche nach dem Killer...
So eit so gut, eigentlich ein tolles Grundgerüst für ein spritziges, kurzweiliges Buch. Die Katze-Hund-Kombination hat alle Qualitäten, die man in einem Hollywood-Movie von einem Buddy-Gespann erwarten würde. Leider wird dies kaum ausgekostet.
Auf den ersten 20-30 Seiten glänzt das Buch durch den üblichen Felidae-Witz, jeder bekommt sein Fett weg, vor allem hat sich Pirincci diesmal die Internet-Generation vorgenommen. (Was ihn allerdings nicht daran hindert, Francis den Fall im Netz lösen zu lassen...). Dann ist das Pulver aber auch schon weitgehend verschossen und es folgt eine durchschnittliche Krimi-Story, bei der man den Mörder schon bei seinem ersten Auftritt vermutet.
Außerdem wird die Thematik des Buches zu einer Abhandlung über den Krieg an sich in all seinen Grausamkeiten mißbraucht, in einer Art, die einfach nicht zur ansonsten eher flappsigen Art der Charaktere passt.
Insgesamt liefert Pirincci ein sehr durchschnittliches Buch ohne echte Höhepunkte, ein Buch das man so weglesen kann, bei dem man es aber auch nicht bedauern muß, wenn man es nicht gelesen hat... Schließlich droht der Autor auf den letzten Seiten weitere Abenteuer an, die im Zweifel dann auch von Francis Sohn erlebt werden könnten. Denn rechtzeitig zum langsamen Ergrauen unseres liebsten Klugscheißers kommt sein rotzfrecher Filius daher, um in seine Fußstapfen zu treten.
Was wäre wenn... durch ein heimtückisches Virus alle Männer von der Erdoberfläche verschwinden würden? Bestimmt ein Traum manch einer Feministin, daher erstaunt es um so mehr, dass dieses Buch von einem Mann geschrieben wurde.
Das Buch läßt sich in zwei Teile splitten. Im ersten Teil wird beschrieben, wie die Männer langsam aussterben und wie sich die Welt dadurch ändert. Dabei werden die Hauptfiguren eingeführt, völlig unterschiedliche Frauen, die auf ihre Art mit der sich verändernden Welt umgehen. Es wird nicht platt geschrieben, wie das grausame Virus Männer sterben lässt, sondern eher suptil, aus der Sicht der sieben Haupfiguren. Außerdem erhält man Einblick in die Vergangenheit dieser Frauen, was für die entwicklung ihrer Charaktere wichtig ist.
Sehr geschickt gelingt es Pirincci, die Geschichten dieser Frauen langsam ineinander zu verweben, so daß sie in einem ersten Finale schließlich aufeinander treffen.
Dieser Teil des Buches ist schlichtweg genial. Tiefgründige Charaktere und eine spitzenstory, ganz nach Wunsch.
Besonders interessant ist der Blick auf eine männerlose Welt. Wie gesagt, vielleicht der Traum mancher Feministin, aber dieser Traum wird schnell zum Alptraum, da nur die wenigsten Frauen bereit sind, die Drecksarbeit zu machen, wie zum Beispiel Müllentsorgung, Schwerstarbeit in Fabriken usw. Daher kommt die Welt zu einer Art Stillstand, den eine der Hauptfiguren ausnutzt, um sich die Vorraussetzungen für eine spätere Diktatur zu schaffen.
Völlig unsinnig ist hingegen der zweite Teil des Buches. Auf den letzten 200 Seiten bekommt man den Eindruck, Pirincci hätte die Lust verloren und wolle nur schnell zum Ende kommen. Dieser Teil bietet einen Blick in die Zukunft. Einige Jahre nach dem Verschwinden der Männer herscht eine Diktatur, die darauf beruht, dass die Frauen nur Sperma aus den Samenbanken bekommen, wenn sie loyal sind und auch die Drecksarbeit machen. Dagegen kämpft eine Splittergruppe, die Guerilla-artig im Untergrund arbeitet.
Sehr seltsam, was für ein Qualitätswechsel hier vorgeht. Die Frauen werden auf sexgeile, spermasüchtige Gebährmaschinen reduziert und die Story ist mit einem Mal seltsam unschlüssig.
Insgesamt ist das Buch aber dennoch empfehlenswert, da der längere erste Teil durchaus spannende Unterhaltung und eine sehr durchdachte Geschichte liefert.
Ich habe gesehen, das die Meinungen zu diesem Buch sehr geteilt sind, vor allem weibliche Leser regen sich über die Darstellung der Frauen auf.Dies kann sich eigentlich nur auf den unsäglichen Schluß beziehen und vielleicht auf ein Kapitel, in dem eine ehemalige Feministin darüber sinniert, das der Feminismus ihrer Meinung nach in eine völlig falsche Richtung läuft. In diesem Kapitel wird tatsächlich harter Tobak geliefert, der so mancher Frau bitter aufstoßen dürfte. Allerdings ist das alles meiner Meinung nach nicht so ernst zu nehmen sondern eher sarkastisch provokant, eben der gute alte Pirincci-Stil, den wir aus Felidae kennen und lieben.
Es bleibt ein Buch, dass zuerst absolut mitreißend ist und dann leider zum Schluss stark nachläßt. Aber trotzdem auf alle Fälle lesenswert!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-02-28 16:33:00 mit dem Titel Akif Pirincci: Cave Canem - Oder: Felidae 3
Der Klugscheißer ist zurück... nachdem Autor Pirincci mit einigen anderen Büchern wohl nicht den gewünschten Erfolg hatte kehrt er zu den Wurzeln des Ruhm zurück und liefert uns eine weitere Fortsetzung seiner Erfolgsromane Felidae und Francis. Cave Canem heißt das Werk und wird bescheiden als "Ein Felidae-Roman" untertitelt. Felidae 3 wäre wohl zu aufdringlich gewesen.
Aber was soll´s, als absoluter Fan der ersten beiden Bände (ich fand den zweiten sogar noch besser als den ersten) stand für mich außer Frage, dass ich dieses Buch lesen würde.
Thematisch ist das Buch ja auch sehr vielversprechend: In Francis´ Revier geschehen mal wieder grausame Morde, diesmal sind nicht nur Katzen sondern auch Hunde unter den Opfern. Dies liefert der seit Ewigkeiten schwelenden Feindlichkeit der beiden Arten neues Feuer, ein Krieg steht bevor. Um diesen zu verhindern soll Klugscheißer Francis schnellstmöglich den Mörder finden. Aber diesmal ist er nicht allein: ihm wird ein Polizeihund zur Seite gestellt. Nach anfänglichen Kontaktschwierigkeiten machen sich die beiden auf die Suche nach dem Killer...
So eit so gut, eigentlich ein tolles Grundgerüst für ein spritziges, kurzweiliges Buch. Die Katze-Hund-Kombination hat alle Qualitäten, die man in einem Hollywood-Movie von einem Buddy-Gespann erwarten würde. Leider wird dies kaum ausgekostet.
Auf den ersten 20-30 Seiten glänzt das Buch durch den üblichen Felidae-Witz, jeder bekommt sein Fett weg, vor allem hat sich Pirincci diesmal die Internet-Generation vorgenommen. (Was ihn allerdings nicht daran hindert, Francis den Fall im Netz lösen zu lassen...). Dann ist das Pulver aber auch schon weitgehend verschossen und es folgt eine durchschnittliche Krimi-Story, bei der man den Mörder schon bei seinem ersten Auftritt vermutet.
Außerdem wird die Thematik des Buches zu einer Abhandlung über den Krieg an sich in all seinen Grausamkeiten mißbraucht, in einer Art, die einfach nicht zur ansonsten eher flappsigen Art der Charaktere passt.
Insgesamt liefert Pirincci ein sehr durchschnittliches Buch ohne echte Höhepunkte, ein Buch das man so weglesen kann, bei dem man es aber auch nicht bedauern muß, wenn man es nicht gelesen hat... Schließlich droht der Autor auf den letzten Seiten weitere Abenteuer an, die im Zweifel dann auch von Francis Sohn erlebt werden könnten. Denn rechtzeitig zum langsamen Ergrauen unseres liebsten Klugscheißers kommt sein rotzfrecher Filius daher, um in seine Fußstapfen zu treten.
8 Bewertungen, 2 Kommentare
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28.02.2002, 17:40 Uhr von MichaelW97614
Bewertung: sehr hilfreichhabe den ersten teil gelesen und will die anderen 2 auch noch lesen
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28.02.2002, 17:35 Uhr von Netti1982
Bewertung: sehr hilfreichgut zu wissen, MfG Netti
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