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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von emmtie
Rowling,J.K - Harry Potter und der Stein der Weisen : Wirklich ein Kultbuch?
Pro:
wieder spannend und unterhaltend für Jung und Alt
Kontra:
Einiges kennt man schon aus dem 1.Band
Empfehlung:
Nein
Da man ja seit Ende 2001 der Werbung zum Film nach diesem Buch ja nicht entkommen kann, habe ich dies zum Anlaß genommen, diesen Bestseller nochmals zu lesen und kritisch zu beurteilen. Denn normalerweise ist mir alles suspekt, was in den Medien „hochgelobt“ wird.
Ich glaube, etwas über den Inhalt zu erzählen, ist wirklich nicht nötig, da fast jeder zumindest die Grundzüge der Geschichte des Waisenjungen Harry Potter, der ungeliebt und vernachlässigt bei seinen Verwandten aufwächst und dann überraschend eine Einladung in eine Zauberschule bekommt, schon einmal gehört hat. Und für die Wenigen, aus meiner Sicht Glücklichen, die die Geschichte noch nicht kennen und damit absolut unvoreingenommen genießen können, wäre jedes weitere Wort zur Handlung nur ein Spaßverderber.
Also kommen wir gleich zur Meinung über dieses Buch:
Wie in der Einführung angedeutet, bin ich immer besonders kritisch, wenn ein Werk überall nur gute Kritiken bekommt und förmlich von der Presse gepuscht wird. Und wer in den letzten Monaten beobachtet hat, wie das Phänomen „Harry Potter“ Ausmaße angenommen hat, das selbst seriöse Nachrichtensendungen über den ersten Verkaufstag des 4.Bandes berichtet haben, wird verstehen, das ich in diesem Zusammenhang fast das Wort Massenpsychose gebrauche.
Doch im Gegensatz zu vielen anderen künstlich gepuschten Werken bin ich in diesem Fall der Meinung, das diese Euphorie auch wirklich angebracht ist. Denn der Autorin J.K.Rowling ist es gelungen, mit diesem Buch (und den Nachfolgewerken) etwas zu schreiben, was wirklich eine Leserschaft von 6 bis 99 begeistern kann.
Fangen wir mit dem ursprünglich vorgesehenen Zielpublikum an; den Kindern und Jugendlichen. Die Geschichte beinhaltet genügend realistischen Fixpunkte und Lebenssituation, das Kinder sich in sie hineinversetzen können. Seien dies die Benachteiligung durch die Verwandten, das Hänseln und Ärgern durch den Cousin oder auch die Schilderung des Kennlernens und Freundschaftschließens der Zauberlehrlinge auf dem Weg der Schule. All dies sind Situationen, die Kinder problemlos nachvollziehen können und somit „mittendrin“ in der Erzählung sind.
Und gleichzeitig kommt das fantastische Element hinzu. Es wird gezaubert, Besen können fliegen, der böse Cousin bekommt ein Schweineschwänzchen. Dies sind doch Wunschträume, die jeder in seiner Jugend (und nicht nur da) hatte, oder?
Was ich aus der Perspektive der Kinder auch äußerst positiv empfinde, ist die Gradlinigkeit der Handlung. Es wird schön in chronologischer Reihenfolge, ohne Parallelhandlungen oder Rückblicke dargestellt. Wenn Ereignisse aus der Vergangenheit relevant sind, werden sie von einer der handelnden Personen erzählt und passen somit in den Kontext. Gerade für Leseanfänger vereinfacht dies das Verständnis und den Spaß an der Geschichte sehr.
Aber dies sind nur die wenigen Punkte, die speziell auf Kinder bezogen sind. Die Qualitäten gehen weiter und dies gilt für alle Leser und macht wahrscheinlich den Erfolg dieses Buches weiter über sein ursprüngliches Zielpublikum hinaus aus. Das Buch ist einfach spannend, mit vielen überraschenden Wendungen bis ganz zum Schluß. Ich bin jemand, der von sich behauptet, bei vielen Krimis spätestens nach 100 Seiten das Ende vorauszusagen und ich liege meist richtig. Bei diesem Buch lag ich, wie wahrscheinlich die meisten anderen Leser auch völlig falsch mit meinen Vermutungen und das liebe ich an einem Roman, wenn ich auf den letzten Seiten ankomme und es plötzlich eine logische Lösung gibt, die ich überhaupt nicht erwartet haben.
Die Personen werden absolut glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Und auch wenn es natürlich eine klare Trennung zwischen Gut und Böse gibt, ist es doch keine Schwarz-Weiß-Malerei und einige Figuren schätzt man doch falsch ein.
Die Phantastik, das Element des Zaubers, der Magie, ist natürlich nicht nur etwas für die Kinder. Erwachsene werden genauso davon angezogen. Nicht umsonst verkaufen sich SF- und Fantasy-Romane bestens und die Verfilmung des „Herren der Ringe“ ist neben dem Harry-Potter-Film der meistbeworbene Film des Jahres. Auch wir Erwachsene bewahren uns in gewisser Form unser kindliches Gemüt (und das meine ich positiv) und
„Herr der Ringe“ ist eine guter Vergleichsmöglichkeit. Ich höre schon die Fans laut aufschreien und fragen wie ich „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ auf eine Stufe stellen kann. Dazu muß ich ehrlich zugeben, daß ich ein großer Tolkien-Fan bin und doch schon große Unterschiede zwischen diesen beiden Roman-Zyklen sehen. Aber wenn wir es ehrlich betrachten, hat auch Tolkien mit dem „Kleinen Hobbit“ als Grundlage seiner Welt mit einem Kinderbuch angefangen und erst nachdem der Erfolg kam, wurde ein immer größeres und komplexeres Geflecht daraus mit eigener Historie, Topographie etc. Wer den weiteren Verlauf der Harry-Potter-Serie betrachtet, wird erkennen, das es da auch solche Tendenzen gibt, wenn auch natürlich nicht so umfassend. Während Tolkien im Laufe seiner Werke immer mehr zum Erwachsenen-Schriftsteller wurde, was nichts Schlechtes ist und durch die immer komplexeren Zusammenhänge, geschichtlichen Verknüpfungen, Zeitsprünge in der Ansiedlung der Handlung einen Großteil er Faszination des Tolkien-Universums ausmacht, bleibt Rowling, ohne zu viel zu verraten, ihrem kindlichen Publikum weiter treu, schafft es aber gleichzeitig die hinzugewonnenen erwachsenen Leserschaft weiterhin zu begeistern.
Vielleicht sollte ich noch anmerken, daß ich das englische Original und nicht die deutsche Übersetzung gelesen habe. Da ich doch sehr häufig englische Originale lese, bin ich natürlich nicht ganz objektiv. Aber insgesamt finde ich das Buch sowohl vom Schreibstil als auch von der Wortwahl relativ leicht und somit auch für die ursprüngliche Zielgruppe, also Kinder und Jugendliche, als Einstieg zum Lesen von englischen Büchern geeignet. Was man aber beachten sollte, ist die Tatsache, daß es bei einem Buch, das die Zauberei als Thema hat, natürlich auch einige Begriffe aus diesem Umfeld verwendet werden, die nicht unbedingt im allgemeinen Sprachgebrauch eines Nicht-Muttersprachlers vorhanden sind. Daher sollte man ab und zu schon ein Englisch-Lexikon griffbereit haben.
Zusammenfassend kann man einfach nur sagen, das hier das große Aufheben, das um diesen Roman und seine Nachfolger gemacht wurde, absolut berechtigt ist. Ein faszinierender, spannender, unterhaltsamer Roman, der auch beim zweiten Lesen nichts von seinem Charme verloren hat.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-26 18:54:42 mit dem Titel Rowling,J.K.-Harry Potter and the chamber .. / Auch der 2.Band der Reihe weiß zu überzeug
Der Kinostart der zweiten filmischen Umsetzung eines Harry-Potter-Romans war für mich als jemand, der trotz Film, Video, DVD und sonstiger multimedialen Berauschungen immer noch das Buch als wichtigste Inspiration meiner Phantasie ansehe, ein gelungener Anlass das entsprechende Buch noch einmal hervorzukramen und zu lesen, bevor ich mir (eventuell) den Film anschaue. (Mein Gott, was für eine geschwollenen Einleitung ;-))
Inhalt:
=====
Da es angeblich immer noch Leute geben soll, die sich der allgemeinen Hysterie um Harry Potter entzogen haben, gibt es erst einmal eine kurze Vorstellung des Inhaltes; aber ohne all zuviel zu verraten.
(Anmerkung: Da ich alle Harry-Potter-Bücher auf Englisch gelesen habe, aber eine englische Inhaltsangabe hier wenig Sinn machen würde, kann es sein, dass einige von mir verwendete und selbst übersetzte Begriffe nicht ganz genau mit den in der deutschen Übersetzung übereinstimmen; die wahren Potter-Puristen mögen dies bitte verzeihen)
Harry Potter ist ein zwölfjähriger Waise, der als ungeliebter Verwandter bei seinem Onkel und seiner Tante und deren verzogenem Sohn lebt. Im Vorgänger zum hier besprochenen Buch entdeckt er, dass er Zauberkräfte hat und wird nach Hogwarts, einer Schule für Hexenkraft und Zauberei, eingeladen und es werden die Erlebnisse und Abenteurer während des ersten Schuljahres geschildert.
\"Harry Potter and the chamber of secrets\" schliesst inhaltlich direkt an dieses Buch an. Harry Potter ist während der Schulferien wieder bei seinen Verwandten. Diese behandeln ihn noch genauso schlecht wie vorher; all seine Bücher und Utensilien aus Hogwarts werden weggeschlossen; nur ihre Angst vor seinen Zauberkräften verschafft ihm etwas Ruhe, da die Dursleys nicht wissen, dass Zauberschüler diese nicht in der \"normalen\" Welt einsetzen dürfen.
Kurz bevor er zum nächsten Schuljahr nach Hogwarts aufbrechen will taucht ein ihm unbekannter Hauself namens Dobby bei ihm auf und versucht ihn vor einer Intrige gegen ihn zu warnen und davon abzubringen, wieder zur Zauberschule zu gehen, da ihm dort Gefahr drohe.
Nach einigen kleineren Abenteuern wie z.B. der Befreiung aus seinem Zimmer bei den Dursleys durch seinen besten Freund Ron Weasley und dessen Brüdern und einem Flug mit einem Auto beginnt schließlich das neue Schuljahr in Hogwarts.
Doch auch dort bleiben die Überraschungen nicht aus. Eine Kreatur, die wahrscheinlich vor Jahrhunderten von einem der Gründer der Zauberschule in einer verborgenen Kammer hinterlassen wurde, lässt mehrere Schüler versteinern. Es hat dabei den Anschein, als ob diese angriffe gegen Schüler, die nicht \"reinen Blutes\"sind, bei denen also nicht beide Elternteil magisch begabt sind, gerichtet ist. Natürlich wächst die Angst und Verunsicherung in der Schule und als auch noch der Direktor Albus Dumbledore abgesetzt wird und Harry Potter in den Verdacht gerät, der Auslöser der Übergriffe zu sein, scheint alles verloren....
Mehr wird aber nicht verraten. Selbst lesen heißt die Devise :-))
Meine Meinung:
===========
Ich persönlich bin gerade an den ersten Band dieser Serie mit sehr großer Skepsis gegangen, da mir der ganze Medien-Hype einfach suspekt war; doch ich habe mich von der Qualität überzeugen lassen. Und auch der hier besprochene zweite Band weiß wieder mit genau der gleichen guten Mischung, die sowohl Kinder als auch Erwachsenen anspricht, zu überzeugen.
Zum einen gibt es eine einfache, geradlinige Erzählstruktur; das Buch verläuft genau wie die Handlung, es gibt keine Sprünge zwischen parallelen Handlungsorten oder zeitlich unterschiedliche Ebenen in der Geschichte, die gerade das eigentliche Zielpublikum, die Kinder, verwirren würde. Auch die eigentliche Geschichte ist ein Mix aus relativ typischen Jugendbuch-Themen: Neben dem erwarteten phantastischen Element durch die Zauberei sind die Bücher der Harry-Potter-Serie aber immer auch Bücher über den Alltag in einem Internat. Auch wenn es eine Zauberschule ist, werden die gleichen Konflikte ausgetragen, es gibt Cliquenbildung, Streber, Probleme mit den Lehrern, den Schüler mit dem der Held überhaupt nicht auskommt und vieles mehr, was 1:1 auf jede andere Beschreibung über das Internat übertragen könnte. Doch die Art und Weise wie es erzählt wird, macht aus dem Mix aus bekannten Zutaten ein hervorragendes Jugendbuch.
Zum anderen hat aber auch dieses Buch die gleiche Faszination auf Erwachsenen wie schon sein Vorgänger, die sich wahrscheinlich gar nicht richtig begründen lässt. Das Buch verursacht das, was jedes gute Buch sollte: Man kann einfach nicht aufhören weiterzulesen. Ich möchte jetzt gar nicht anfangen, in Punkto Anspruch zuviel in dieses Buch hineinzudeuten. Wenn man gewisse Vorbild-Eigenschaften für die Kinder sucht, findet man sie sicher in jedem einigermaßen gutgeschriebenen Jugendbuch. Aber in erster Linie ist auch dieser 2.Band der Serie ein sehr gut geschriebenes, spannendes und unterhaltsames Abenteuer- und Fantasywerk für Jung und Alt.
Natürlich muss man einschränken, dass bei diesem zweiten Band sich durchaus Elemente wiederholen, die schon im Vorgängerbuch verwendet wurden, sei es das Verhältnis von Harry zu seinen Verwandten oder einige Konstellationen an der Schule. Aber es war auch nicht zu erwarten, dass bei einem so erfolgreichen Konzept der Folgeband komplett andere Wege geht. Es ist aber auch nicht so, dass der Lesespaß durch diese Wiederholungen verdorben würde. Es ist halt nur nicht ganz so innovativ wie der Erstling.
Ein weiterer Kritikpunkt den man häufiger im Zusammenhang mit der Harry-Potter-Serie, egal ob Buch oder Film, gerade in letzter Zeit auch aus Amerika hört, ist die angebliche Verharmlosung der Zauberei in einem Werk für Kinder. Dies finde ich etwas an den Haaren herbeigezogen und bigott. Zum einem werden Kinder von klein auf mit Figuren wie Pokemons u.ä. konfrontiert, gegen die alles was in Harry Potter erzählt wird, harmlos ist. Zum anderen sollte man Kinder auch nicht unterschätzen: Denn sie können sehr wohl zwischen den Phantasien und Wunschträumen, wie sie im Buch geschildert werden, und der realen Welt unterscheiden. Auch das Thema Brutalität sollte man ähnlich wie das oben genannte betrachten. Es gibt durchaus Stellen, die aus meiner Sicht eine Altersbeschränkung auf ca 8-10 Jahre begründen würden; aber auch hier muß man betrachten, was Kinder in diesem Alter sonst so vorgesetzt bekommen durch TV, Video, Computer etc.
Englische Ausgabe:
==============
Da ich die englische Ausgabe gelesen habe, will ich auch dazu etwas schreiben: Die einfache, geradlinige Erzählstruktur findet sich auch im Stil und der Wortwahl wieder. Daher liest sich das Buch auch für Menschen, die nicht perfekt Englisch, insbesondere Schüler, sehr flüssig. Einzige Einschränkung wie schon beim ersten Band: Dadurch das bei dieser Thematik natürlich häufiger Begriffe aus dem Umfeld der Magie und Zauberei gebraucht werden, die nicht unbedingt im allgemeinem Vokabelschatz vorhanden sind, ist es manchmal doch nützlich eine Deutsch-englisches Lexikon zur Hand zu haben (oder im Internet; ich empfehle dict.leo.org).
Serie:
====
Bei einem 2.Teil stellt sich auch die Frage, ob es notwendig für das Verständnis ist, den 1.Teil zu kennen. Dies würde ich mit einem entschiedenen \"Nein, aber ..\" beantworten :-)
Begründung: Alle wichtigen Informationen für das Verständnis des Buches werden auch im Buch selbst nochmals gegeben. Wenn man aber die Geschehnisse des 1.Bandes kennt, sind einem die meisten Personen schon bekannt; man erkennt die Beziehungsgeflechte und kann einiges besser verstehen. Daher empfehle ich, die Reihenfolge einzuhalten.
Fazit:
====
Wieder ein gelunges Buch, das Jung und alt anspricht und spannend ist. Minimale Abwertungen, da sich doch einiges im Vergleich zum 1.Band wiederholt; aber trotzdem noch volle Punktzahl.
Ich glaube, etwas über den Inhalt zu erzählen, ist wirklich nicht nötig, da fast jeder zumindest die Grundzüge der Geschichte des Waisenjungen Harry Potter, der ungeliebt und vernachlässigt bei seinen Verwandten aufwächst und dann überraschend eine Einladung in eine Zauberschule bekommt, schon einmal gehört hat. Und für die Wenigen, aus meiner Sicht Glücklichen, die die Geschichte noch nicht kennen und damit absolut unvoreingenommen genießen können, wäre jedes weitere Wort zur Handlung nur ein Spaßverderber.
Also kommen wir gleich zur Meinung über dieses Buch:
Wie in der Einführung angedeutet, bin ich immer besonders kritisch, wenn ein Werk überall nur gute Kritiken bekommt und förmlich von der Presse gepuscht wird. Und wer in den letzten Monaten beobachtet hat, wie das Phänomen „Harry Potter“ Ausmaße angenommen hat, das selbst seriöse Nachrichtensendungen über den ersten Verkaufstag des 4.Bandes berichtet haben, wird verstehen, das ich in diesem Zusammenhang fast das Wort Massenpsychose gebrauche.
Doch im Gegensatz zu vielen anderen künstlich gepuschten Werken bin ich in diesem Fall der Meinung, das diese Euphorie auch wirklich angebracht ist. Denn der Autorin J.K.Rowling ist es gelungen, mit diesem Buch (und den Nachfolgewerken) etwas zu schreiben, was wirklich eine Leserschaft von 6 bis 99 begeistern kann.
Fangen wir mit dem ursprünglich vorgesehenen Zielpublikum an; den Kindern und Jugendlichen. Die Geschichte beinhaltet genügend realistischen Fixpunkte und Lebenssituation, das Kinder sich in sie hineinversetzen können. Seien dies die Benachteiligung durch die Verwandten, das Hänseln und Ärgern durch den Cousin oder auch die Schilderung des Kennlernens und Freundschaftschließens der Zauberlehrlinge auf dem Weg der Schule. All dies sind Situationen, die Kinder problemlos nachvollziehen können und somit „mittendrin“ in der Erzählung sind.
Und gleichzeitig kommt das fantastische Element hinzu. Es wird gezaubert, Besen können fliegen, der böse Cousin bekommt ein Schweineschwänzchen. Dies sind doch Wunschträume, die jeder in seiner Jugend (und nicht nur da) hatte, oder?
Was ich aus der Perspektive der Kinder auch äußerst positiv empfinde, ist die Gradlinigkeit der Handlung. Es wird schön in chronologischer Reihenfolge, ohne Parallelhandlungen oder Rückblicke dargestellt. Wenn Ereignisse aus der Vergangenheit relevant sind, werden sie von einer der handelnden Personen erzählt und passen somit in den Kontext. Gerade für Leseanfänger vereinfacht dies das Verständnis und den Spaß an der Geschichte sehr.
Aber dies sind nur die wenigen Punkte, die speziell auf Kinder bezogen sind. Die Qualitäten gehen weiter und dies gilt für alle Leser und macht wahrscheinlich den Erfolg dieses Buches weiter über sein ursprüngliches Zielpublikum hinaus aus. Das Buch ist einfach spannend, mit vielen überraschenden Wendungen bis ganz zum Schluß. Ich bin jemand, der von sich behauptet, bei vielen Krimis spätestens nach 100 Seiten das Ende vorauszusagen und ich liege meist richtig. Bei diesem Buch lag ich, wie wahrscheinlich die meisten anderen Leser auch völlig falsch mit meinen Vermutungen und das liebe ich an einem Roman, wenn ich auf den letzten Seiten ankomme und es plötzlich eine logische Lösung gibt, die ich überhaupt nicht erwartet haben.
Die Personen werden absolut glaubhaft und nachvollziehbar dargestellt. Und auch wenn es natürlich eine klare Trennung zwischen Gut und Böse gibt, ist es doch keine Schwarz-Weiß-Malerei und einige Figuren schätzt man doch falsch ein.
Die Phantastik, das Element des Zaubers, der Magie, ist natürlich nicht nur etwas für die Kinder. Erwachsene werden genauso davon angezogen. Nicht umsonst verkaufen sich SF- und Fantasy-Romane bestens und die Verfilmung des „Herren der Ringe“ ist neben dem Harry-Potter-Film der meistbeworbene Film des Jahres. Auch wir Erwachsene bewahren uns in gewisser Form unser kindliches Gemüt (und das meine ich positiv) und
„Herr der Ringe“ ist eine guter Vergleichsmöglichkeit. Ich höre schon die Fans laut aufschreien und fragen wie ich „Herr der Ringe“ und „Harry Potter“ auf eine Stufe stellen kann. Dazu muß ich ehrlich zugeben, daß ich ein großer Tolkien-Fan bin und doch schon große Unterschiede zwischen diesen beiden Roman-Zyklen sehen. Aber wenn wir es ehrlich betrachten, hat auch Tolkien mit dem „Kleinen Hobbit“ als Grundlage seiner Welt mit einem Kinderbuch angefangen und erst nachdem der Erfolg kam, wurde ein immer größeres und komplexeres Geflecht daraus mit eigener Historie, Topographie etc. Wer den weiteren Verlauf der Harry-Potter-Serie betrachtet, wird erkennen, das es da auch solche Tendenzen gibt, wenn auch natürlich nicht so umfassend. Während Tolkien im Laufe seiner Werke immer mehr zum Erwachsenen-Schriftsteller wurde, was nichts Schlechtes ist und durch die immer komplexeren Zusammenhänge, geschichtlichen Verknüpfungen, Zeitsprünge in der Ansiedlung der Handlung einen Großteil er Faszination des Tolkien-Universums ausmacht, bleibt Rowling, ohne zu viel zu verraten, ihrem kindlichen Publikum weiter treu, schafft es aber gleichzeitig die hinzugewonnenen erwachsenen Leserschaft weiterhin zu begeistern.
Vielleicht sollte ich noch anmerken, daß ich das englische Original und nicht die deutsche Übersetzung gelesen habe. Da ich doch sehr häufig englische Originale lese, bin ich natürlich nicht ganz objektiv. Aber insgesamt finde ich das Buch sowohl vom Schreibstil als auch von der Wortwahl relativ leicht und somit auch für die ursprüngliche Zielgruppe, also Kinder und Jugendliche, als Einstieg zum Lesen von englischen Büchern geeignet. Was man aber beachten sollte, ist die Tatsache, daß es bei einem Buch, das die Zauberei als Thema hat, natürlich auch einige Begriffe aus diesem Umfeld verwendet werden, die nicht unbedingt im allgemeinen Sprachgebrauch eines Nicht-Muttersprachlers vorhanden sind. Daher sollte man ab und zu schon ein Englisch-Lexikon griffbereit haben.
Zusammenfassend kann man einfach nur sagen, das hier das große Aufheben, das um diesen Roman und seine Nachfolger gemacht wurde, absolut berechtigt ist. Ein faszinierender, spannender, unterhaltsamer Roman, der auch beim zweiten Lesen nichts von seinem Charme verloren hat.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-11-26 18:54:42 mit dem Titel Rowling,J.K.-Harry Potter and the chamber .. / Auch der 2.Band der Reihe weiß zu überzeug
Der Kinostart der zweiten filmischen Umsetzung eines Harry-Potter-Romans war für mich als jemand, der trotz Film, Video, DVD und sonstiger multimedialen Berauschungen immer noch das Buch als wichtigste Inspiration meiner Phantasie ansehe, ein gelungener Anlass das entsprechende Buch noch einmal hervorzukramen und zu lesen, bevor ich mir (eventuell) den Film anschaue. (Mein Gott, was für eine geschwollenen Einleitung ;-))
Inhalt:
=====
Da es angeblich immer noch Leute geben soll, die sich der allgemeinen Hysterie um Harry Potter entzogen haben, gibt es erst einmal eine kurze Vorstellung des Inhaltes; aber ohne all zuviel zu verraten.
(Anmerkung: Da ich alle Harry-Potter-Bücher auf Englisch gelesen habe, aber eine englische Inhaltsangabe hier wenig Sinn machen würde, kann es sein, dass einige von mir verwendete und selbst übersetzte Begriffe nicht ganz genau mit den in der deutschen Übersetzung übereinstimmen; die wahren Potter-Puristen mögen dies bitte verzeihen)
Harry Potter ist ein zwölfjähriger Waise, der als ungeliebter Verwandter bei seinem Onkel und seiner Tante und deren verzogenem Sohn lebt. Im Vorgänger zum hier besprochenen Buch entdeckt er, dass er Zauberkräfte hat und wird nach Hogwarts, einer Schule für Hexenkraft und Zauberei, eingeladen und es werden die Erlebnisse und Abenteurer während des ersten Schuljahres geschildert.
\"Harry Potter and the chamber of secrets\" schliesst inhaltlich direkt an dieses Buch an. Harry Potter ist während der Schulferien wieder bei seinen Verwandten. Diese behandeln ihn noch genauso schlecht wie vorher; all seine Bücher und Utensilien aus Hogwarts werden weggeschlossen; nur ihre Angst vor seinen Zauberkräften verschafft ihm etwas Ruhe, da die Dursleys nicht wissen, dass Zauberschüler diese nicht in der \"normalen\" Welt einsetzen dürfen.
Kurz bevor er zum nächsten Schuljahr nach Hogwarts aufbrechen will taucht ein ihm unbekannter Hauself namens Dobby bei ihm auf und versucht ihn vor einer Intrige gegen ihn zu warnen und davon abzubringen, wieder zur Zauberschule zu gehen, da ihm dort Gefahr drohe.
Nach einigen kleineren Abenteuern wie z.B. der Befreiung aus seinem Zimmer bei den Dursleys durch seinen besten Freund Ron Weasley und dessen Brüdern und einem Flug mit einem Auto beginnt schließlich das neue Schuljahr in Hogwarts.
Doch auch dort bleiben die Überraschungen nicht aus. Eine Kreatur, die wahrscheinlich vor Jahrhunderten von einem der Gründer der Zauberschule in einer verborgenen Kammer hinterlassen wurde, lässt mehrere Schüler versteinern. Es hat dabei den Anschein, als ob diese angriffe gegen Schüler, die nicht \"reinen Blutes\"sind, bei denen also nicht beide Elternteil magisch begabt sind, gerichtet ist. Natürlich wächst die Angst und Verunsicherung in der Schule und als auch noch der Direktor Albus Dumbledore abgesetzt wird und Harry Potter in den Verdacht gerät, der Auslöser der Übergriffe zu sein, scheint alles verloren....
Mehr wird aber nicht verraten. Selbst lesen heißt die Devise :-))
Meine Meinung:
===========
Ich persönlich bin gerade an den ersten Band dieser Serie mit sehr großer Skepsis gegangen, da mir der ganze Medien-Hype einfach suspekt war; doch ich habe mich von der Qualität überzeugen lassen. Und auch der hier besprochene zweite Band weiß wieder mit genau der gleichen guten Mischung, die sowohl Kinder als auch Erwachsenen anspricht, zu überzeugen.
Zum einen gibt es eine einfache, geradlinige Erzählstruktur; das Buch verläuft genau wie die Handlung, es gibt keine Sprünge zwischen parallelen Handlungsorten oder zeitlich unterschiedliche Ebenen in der Geschichte, die gerade das eigentliche Zielpublikum, die Kinder, verwirren würde. Auch die eigentliche Geschichte ist ein Mix aus relativ typischen Jugendbuch-Themen: Neben dem erwarteten phantastischen Element durch die Zauberei sind die Bücher der Harry-Potter-Serie aber immer auch Bücher über den Alltag in einem Internat. Auch wenn es eine Zauberschule ist, werden die gleichen Konflikte ausgetragen, es gibt Cliquenbildung, Streber, Probleme mit den Lehrern, den Schüler mit dem der Held überhaupt nicht auskommt und vieles mehr, was 1:1 auf jede andere Beschreibung über das Internat übertragen könnte. Doch die Art und Weise wie es erzählt wird, macht aus dem Mix aus bekannten Zutaten ein hervorragendes Jugendbuch.
Zum anderen hat aber auch dieses Buch die gleiche Faszination auf Erwachsenen wie schon sein Vorgänger, die sich wahrscheinlich gar nicht richtig begründen lässt. Das Buch verursacht das, was jedes gute Buch sollte: Man kann einfach nicht aufhören weiterzulesen. Ich möchte jetzt gar nicht anfangen, in Punkto Anspruch zuviel in dieses Buch hineinzudeuten. Wenn man gewisse Vorbild-Eigenschaften für die Kinder sucht, findet man sie sicher in jedem einigermaßen gutgeschriebenen Jugendbuch. Aber in erster Linie ist auch dieser 2.Band der Serie ein sehr gut geschriebenes, spannendes und unterhaltsames Abenteuer- und Fantasywerk für Jung und Alt.
Natürlich muss man einschränken, dass bei diesem zweiten Band sich durchaus Elemente wiederholen, die schon im Vorgängerbuch verwendet wurden, sei es das Verhältnis von Harry zu seinen Verwandten oder einige Konstellationen an der Schule. Aber es war auch nicht zu erwarten, dass bei einem so erfolgreichen Konzept der Folgeband komplett andere Wege geht. Es ist aber auch nicht so, dass der Lesespaß durch diese Wiederholungen verdorben würde. Es ist halt nur nicht ganz so innovativ wie der Erstling.
Ein weiterer Kritikpunkt den man häufiger im Zusammenhang mit der Harry-Potter-Serie, egal ob Buch oder Film, gerade in letzter Zeit auch aus Amerika hört, ist die angebliche Verharmlosung der Zauberei in einem Werk für Kinder. Dies finde ich etwas an den Haaren herbeigezogen und bigott. Zum einem werden Kinder von klein auf mit Figuren wie Pokemons u.ä. konfrontiert, gegen die alles was in Harry Potter erzählt wird, harmlos ist. Zum anderen sollte man Kinder auch nicht unterschätzen: Denn sie können sehr wohl zwischen den Phantasien und Wunschträumen, wie sie im Buch geschildert werden, und der realen Welt unterscheiden. Auch das Thema Brutalität sollte man ähnlich wie das oben genannte betrachten. Es gibt durchaus Stellen, die aus meiner Sicht eine Altersbeschränkung auf ca 8-10 Jahre begründen würden; aber auch hier muß man betrachten, was Kinder in diesem Alter sonst so vorgesetzt bekommen durch TV, Video, Computer etc.
Englische Ausgabe:
==============
Da ich die englische Ausgabe gelesen habe, will ich auch dazu etwas schreiben: Die einfache, geradlinige Erzählstruktur findet sich auch im Stil und der Wortwahl wieder. Daher liest sich das Buch auch für Menschen, die nicht perfekt Englisch, insbesondere Schüler, sehr flüssig. Einzige Einschränkung wie schon beim ersten Band: Dadurch das bei dieser Thematik natürlich häufiger Begriffe aus dem Umfeld der Magie und Zauberei gebraucht werden, die nicht unbedingt im allgemeinem Vokabelschatz vorhanden sind, ist es manchmal doch nützlich eine Deutsch-englisches Lexikon zur Hand zu haben (oder im Internet; ich empfehle dict.leo.org).
Serie:
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Bei einem 2.Teil stellt sich auch die Frage, ob es notwendig für das Verständnis ist, den 1.Teil zu kennen. Dies würde ich mit einem entschiedenen \"Nein, aber ..\" beantworten :-)
Begründung: Alle wichtigen Informationen für das Verständnis des Buches werden auch im Buch selbst nochmals gegeben. Wenn man aber die Geschehnisse des 1.Bandes kennt, sind einem die meisten Personen schon bekannt; man erkennt die Beziehungsgeflechte und kann einiges besser verstehen. Daher empfehle ich, die Reihenfolge einzuhalten.
Fazit:
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Wieder ein gelunges Buch, das Jung und alt anspricht und spannend ist. Minimale Abwertungen, da sich doch einiges im Vergleich zum 1.Band wiederholt; aber trotzdem noch volle Punktzahl.
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