Erfahrungsbericht von princesse
Carlene Thompson - Sieh mich nicht an
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der Krimi beginnt mit einem Prolog, welcher den versuchten Mord an einer jungen Frau beschreibt, ihn ziemlich detailliert beschreibt, dies vorallem aus der Perspektive des Opfers. Ein recht brutaler Einstieg, selbst für einen Krimi. [...]\" Sie hob die Hand und betastete ihren Kopf. Die rechte Seite fühlte ich seltsam an - wie eingedellt. Blut quoll aus der Wunde, bedeckte ihr Gesicht, durchnässte ihre Haar, tropfte auf ihren weissen Dralonmantel, den sie so elegant fand. Ihre Hand strich über eine zugeschwollene Augenhöhle, an der eingeschlagenen Wange hinab zu einer gezackten Knochenspitze, die in Kieferhöhe hervorstak. Was im Namen Gottes hatte er mit ihrem Gesicht angestellt?\" [...] S10. Die, welche hier merkt dass sie trotz zertrümmerter Gesichtshälfte noch ein bisschen lebt ist Sally, die aber im weiteren Geschehen nur eine Nebenrolle spielt, sozusagen stellvertretend für einige andere Frauen die den Angriff des \"Würgers\" nicht überlebt hatten.
Dies bleibt denn auch die einzige Stelle im Buch, wo eine Tat detailliert beschrieben wird.
Eigentlich geht es im vorliegenden Krimi ja um die Familie Robinson: Deborah, Steve und die fünfjährigen Zwillinge Kimberly und Brian. Die Robinsons haben mit Sally nichts zu tun, werden ihr auch nie begegnen.
Die Familie ist mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt, als am Vorabend der Festtage Deborah\'s Mann Steve spurlos verschwindet. Kurz darauf meldet sich das FBI bei Deborah und äussert einen ungeheuren Verdacht, man gehe davon aus dass Steve der Serientäter sein könnte, zumal vor Jahren seine eigene Schwester Emily ebenfalls auf gleiche Weise angegriffen worden ist und nun in einem Pflegeheim dahindämmert. Immer wenn Steve in der Vergangenheit zu Besuch bei seiner Schwester war, wurde in der Umgebung eine Frau getötet, immer wurde sie gewürgt, geschlagen, vergewaltigt und der Täter riss den Frauen auch jedesmal die Ohrringe aus den Ohrläppchen und nahm die Eheringe mit. Deborah konnte nicht glauben was die Beamte ihr versuchten zu vermitteln, ihr Mann und Vater ihrer Kinder ein Serientäter?
Doch nach und nach verdichtete sich der Verdacht, und auch, dass er freiwillig verschwand weil er Angst hatte verhaftet zu werden. Gleichzeitig klammerte sich aber Deborah an die Tatsache, dass ein Mann damals für die Tat an Emily ins Gefängnis gewandert war, allerdings aufgrund der Zeugenaussage Steve\'s. Diese Mann war nun wieder auf freien Fuss und eine andere These besagte, dass er Steve getötet haben könnte, aus Rache für die damalige Zeugenaussage.
Während Deborah und die Kinder zusammen mit Freunden versuchen die Festtage einigermassen normal zu überstehen, passieren seltsame Dinge, die 90jährige Nachbarin, die \"nicht mehr ganz richtig im Kopf ist\" behauptete Steve gesehen zu haben wie er sie im Schlafzimmer beobachtet hat. Auch die Kinder hatten jemanden gesehen der \"nicht auf dem Boden war\" sondern auf Höhe der Fenster im ersten Stock mit leuchtenden Augen ins Zimmer schaute. Es stellte sich bald heraus dass das gegenüberliegende Haus entgegen der Annahme aller nicht leerstand sondern von einem geheimnisvollen Fremden gemietet worden war, nur hatte ihn keiner je gesehen.
Letztendlich beschliesst Deborah, Emily zu besuchen und den Ort aufzusuchen, an dem alles anfing als Steve 18 war und seine schöne Schwester aufhörte eine unbeschwerte junge Frau zu sein. Was sie dort entdeckt, erschütterte sie nicht wirklich, das meiste hatte sie schon geahnt. Nur ein Telefonanruf von zu Hause beunruhigte sie derart, dass sie Hals über Kopf alles stehen liess, inklusive Steve\'s Freund Joe welcher sie begleitet hatte, um zurückzufahren, zu ihren Kindern.
Der Krimi hört auf, wie er aufhören muss, und das Finale war nicht besonders erstaunlich, eher nach der stellenweise guten Spannung, welche die Autorin verstand aufzubauen, banal. Der Leser bewegt sich sowieso schon in die Richtung und jener welcher sich letztendlich als Täter entpuppt gehörte zum Kreis der Verdächtigen, seine Motive wirken dann aber etwas aufgesetzt, zu überzeichnet, es wird zu sehr das Bild des völlig durchgeknallten Psychopaten dargestellt, welcher angesichts der Tatsache, entdeckt worden zu sein, in Tränen ausbricht und nichtsdestotrotz aber seinen Gegenüber von der Notwendigkeit zu überzeugen versucht, einen weiteren Mord begehen zu müssen. Ziemlich haarsträubend im Grunde. Das Ende ist so nicht genügend schlüssig, der Täter als Psychopath zuwenig überzeugend, und als Leser bleibt man etwas unbefriedigt zurück, so wie beim Sex, wenn es aufhört bevor man angekommen ist.
Der ganze Krimi war eher gutes Mittelmass, der Sprache nicht auffällig, eben durchschnittlich, Spannung war eine Zeitlang möglich, allerdings wurde diese punktuell erstickt durch zu lange Beschreibungen von Alltäglichem wie belanglose Gespräche zwischen den Protagonisten. Keine der Personen hatte klare Konturen, alle wirkten etwas verwischt, sie unterschieden sich voneinander nicht merklich, keine der Hauptfiguren hatte annähernd Tiefe, nicht einmal Deborah. Und so ist auch meistens dieser Krimi, ohne wirkliche Tiefe, aber durchaus auf seine oberflächliche Art wiederum einigermassen unterhaltsam. Zumindestens hat es die Autorin geschafft, mich bei der Stange zu halten, obwohl ich das Buch nicht in einem Stück durchgelesen hatte, sondern es einige Male auch ohne äusseren Zwang weglegte. Carlene Thompson hatte mich insofern neugierig gemacht, als dass ich wissen wollte wer der Mörder ist. Dieses Buch animiert mich aber nicht dazu, weitere Bücher von ihr zu lesen.
Kurz zur Autorin:
\"Carlene Thompson wurde 1952 in Parkersburg, West Virginia, geboren. Sie studierte Englische Literatur und unterrichtete von 1983 bis 1989 an der Universität von Rio Grande in Ohio. Sie lebt heute als Schriftstellerin in West Virginia und nimmt herrenlose Hunde auf.\" (von www.toms-krimitreff.de/thompson.html)
Das Buch gibts zur Zeit als Sonderausgabe secound hand für 4,50 Euro bei Amazon, das Original kostet 7 Euro 90.
Ich habs im Paperback Erscheinungsdatum: 2001,
ISBN: 3596504457.
Epilog: Bei Amazon hat das Buch meist gute Kritiken bekommen, 4 1/2 Sterne von 5, aber was heisst das schon, da bin ich leider auch schon darauf reingefallen.
Dies bleibt denn auch die einzige Stelle im Buch, wo eine Tat detailliert beschrieben wird.
Eigentlich geht es im vorliegenden Krimi ja um die Familie Robinson: Deborah, Steve und die fünfjährigen Zwillinge Kimberly und Brian. Die Robinsons haben mit Sally nichts zu tun, werden ihr auch nie begegnen.
Die Familie ist mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt, als am Vorabend der Festtage Deborah\'s Mann Steve spurlos verschwindet. Kurz darauf meldet sich das FBI bei Deborah und äussert einen ungeheuren Verdacht, man gehe davon aus dass Steve der Serientäter sein könnte, zumal vor Jahren seine eigene Schwester Emily ebenfalls auf gleiche Weise angegriffen worden ist und nun in einem Pflegeheim dahindämmert. Immer wenn Steve in der Vergangenheit zu Besuch bei seiner Schwester war, wurde in der Umgebung eine Frau getötet, immer wurde sie gewürgt, geschlagen, vergewaltigt und der Täter riss den Frauen auch jedesmal die Ohrringe aus den Ohrläppchen und nahm die Eheringe mit. Deborah konnte nicht glauben was die Beamte ihr versuchten zu vermitteln, ihr Mann und Vater ihrer Kinder ein Serientäter?
Doch nach und nach verdichtete sich der Verdacht, und auch, dass er freiwillig verschwand weil er Angst hatte verhaftet zu werden. Gleichzeitig klammerte sich aber Deborah an die Tatsache, dass ein Mann damals für die Tat an Emily ins Gefängnis gewandert war, allerdings aufgrund der Zeugenaussage Steve\'s. Diese Mann war nun wieder auf freien Fuss und eine andere These besagte, dass er Steve getötet haben könnte, aus Rache für die damalige Zeugenaussage.
Während Deborah und die Kinder zusammen mit Freunden versuchen die Festtage einigermassen normal zu überstehen, passieren seltsame Dinge, die 90jährige Nachbarin, die \"nicht mehr ganz richtig im Kopf ist\" behauptete Steve gesehen zu haben wie er sie im Schlafzimmer beobachtet hat. Auch die Kinder hatten jemanden gesehen der \"nicht auf dem Boden war\" sondern auf Höhe der Fenster im ersten Stock mit leuchtenden Augen ins Zimmer schaute. Es stellte sich bald heraus dass das gegenüberliegende Haus entgegen der Annahme aller nicht leerstand sondern von einem geheimnisvollen Fremden gemietet worden war, nur hatte ihn keiner je gesehen.
Letztendlich beschliesst Deborah, Emily zu besuchen und den Ort aufzusuchen, an dem alles anfing als Steve 18 war und seine schöne Schwester aufhörte eine unbeschwerte junge Frau zu sein. Was sie dort entdeckt, erschütterte sie nicht wirklich, das meiste hatte sie schon geahnt. Nur ein Telefonanruf von zu Hause beunruhigte sie derart, dass sie Hals über Kopf alles stehen liess, inklusive Steve\'s Freund Joe welcher sie begleitet hatte, um zurückzufahren, zu ihren Kindern.
Der Krimi hört auf, wie er aufhören muss, und das Finale war nicht besonders erstaunlich, eher nach der stellenweise guten Spannung, welche die Autorin verstand aufzubauen, banal. Der Leser bewegt sich sowieso schon in die Richtung und jener welcher sich letztendlich als Täter entpuppt gehörte zum Kreis der Verdächtigen, seine Motive wirken dann aber etwas aufgesetzt, zu überzeichnet, es wird zu sehr das Bild des völlig durchgeknallten Psychopaten dargestellt, welcher angesichts der Tatsache, entdeckt worden zu sein, in Tränen ausbricht und nichtsdestotrotz aber seinen Gegenüber von der Notwendigkeit zu überzeugen versucht, einen weiteren Mord begehen zu müssen. Ziemlich haarsträubend im Grunde. Das Ende ist so nicht genügend schlüssig, der Täter als Psychopath zuwenig überzeugend, und als Leser bleibt man etwas unbefriedigt zurück, so wie beim Sex, wenn es aufhört bevor man angekommen ist.
Der ganze Krimi war eher gutes Mittelmass, der Sprache nicht auffällig, eben durchschnittlich, Spannung war eine Zeitlang möglich, allerdings wurde diese punktuell erstickt durch zu lange Beschreibungen von Alltäglichem wie belanglose Gespräche zwischen den Protagonisten. Keine der Personen hatte klare Konturen, alle wirkten etwas verwischt, sie unterschieden sich voneinander nicht merklich, keine der Hauptfiguren hatte annähernd Tiefe, nicht einmal Deborah. Und so ist auch meistens dieser Krimi, ohne wirkliche Tiefe, aber durchaus auf seine oberflächliche Art wiederum einigermassen unterhaltsam. Zumindestens hat es die Autorin geschafft, mich bei der Stange zu halten, obwohl ich das Buch nicht in einem Stück durchgelesen hatte, sondern es einige Male auch ohne äusseren Zwang weglegte. Carlene Thompson hatte mich insofern neugierig gemacht, als dass ich wissen wollte wer der Mörder ist. Dieses Buch animiert mich aber nicht dazu, weitere Bücher von ihr zu lesen.
Kurz zur Autorin:
\"Carlene Thompson wurde 1952 in Parkersburg, West Virginia, geboren. Sie studierte Englische Literatur und unterrichtete von 1983 bis 1989 an der Universität von Rio Grande in Ohio. Sie lebt heute als Schriftstellerin in West Virginia und nimmt herrenlose Hunde auf.\" (von www.toms-krimitreff.de/thompson.html)
Das Buch gibts zur Zeit als Sonderausgabe secound hand für 4,50 Euro bei Amazon, das Original kostet 7 Euro 90.
Ich habs im Paperback Erscheinungsdatum: 2001,
ISBN: 3596504457.
Epilog: Bei Amazon hat das Buch meist gute Kritiken bekommen, 4 1/2 Sterne von 5, aber was heisst das schon, da bin ich leider auch schon darauf reingefallen.
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