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Erfahrungsbericht von Pampashase

Edgar Wallace "Der schwarze Abt" - Gruselschloss mit Geist und Schatz

Pro:

spannende Geschichte

Kontra:

keine

Empfehlung:

Nein

Vor etwa 5 Jahren bekam ich den „Schwarzen Abt“ von Krimi-Autor Edgar Wallace von meinem Bruder zu irgend einem Anlass geschenkt (weiß nicht mehr genau, wann) und konnte erst nicht Viel damit anfangen. Ich war zwar ein großer Fan der Edgar Wallace-Spielfilme mit Joachim Fuchsberger und Co., doch das war es dann eben auch schon.
Ich weiß nicht, warum ich dann dieses Jahr in den Urlaub gerade dieses Buch in meine Tasche packte, aber ich sollte es ja auch nicht bereuen.
Da wir in unserer Ferienwohnung keinen Fernseher hatten und das Wetter nicht immer traumhaft war, hatte ich genug zeit, mich mit diesem Buch zu beschäftigen – und war schon nach den ersten Seiten gefesselt!
Aber lasst mich von vorn beginnen...


Das Buch:

... hat laut meinem Bruder etwa 10 DM, also 5 Euro gekostet. Das finde ich ziemlich günstig. Es ist eine Taschenbuchausgabe, das Buch ist in mehreren Auflagen und Ausgaben erhältlich. Mein Bericht bezieht sich auf die 1990er Ausgabe des „Gustav Kiepenheuer Verlag“, welche überarbeitet ist (in der Übersetzung). Wen es interessiert, die ISBN-Nr. ist 3-378-00382-0.
Der Einband ist ziemlich unspektakulär, es sind keine Infos zum Inhalt o.ä. gegeben, er ist lediglich in schwarz, grau und dunkelblau gehalten und enthält den Namen des Buches.
Dieses ist übrigens etwa 20cm lang und 14cm breit, also ziemlich handlich und für unterwegs geeignet.


Der Autor:

Edgar Wallace dürfte eigentlich jedem ein Begriff sein. Er war Brite, lebte von 1875 bis 1932 und wurde mit seinen weltberühmten Kriminalromanen zu einem regelrechten „Star“ unter den Autoren seiner Zeit und das ist er auch heute noch.
Die Zutaten seiner Romane sind denkbar einfach: irgendein unheimliches Haus, Schloss etc., eine Liebesgeschichte, schlaue Detektive und Polizisten vorzugsweise von Scotland Yard und oft sind noch verworrene Familienverhältnisse dabei.
Alle Geschichten haben aber eines gemeinsam. Für die damaligen Verhältnisse haben sie was Gruseliges! Knarrende Türen, viele Szenen in der Nacht, im Wald oder in unterirdischen Gängen, Verfolgungsjagden und so weiter und so fort.
Man ist zwar nicht gleich geschockt, aber das Lesen macht Spass!


Die Geschichte:

Fossaway Manor – ein altes Schloss und Stammsitz der Earls of Chelford, das ist zum einen der eigentliche Lord Harry Chelford und zum anderen sein Bruder, der Zweitgeborene, Richard „Dick“ Chelford.
Harry hat zwar das Sagen und das Geld, aber er ist kränklich und naiv, ein dürres Milchbübchen, exzentrisch und abhängig von Medizin und „Wundermittelchen“. Für Frauen ist er folglich nicht besonders ansprechend. Und doch ist er verlobt, nämlich mit Leslie Gwyn. Obwohl Harry eigentlich genug Geld besitzt, heiratet er Leslie vor allem wegen einem Vermögen, dass diese bei einer Heirat erbt – und natürlich um neues Ansehen zu erhalten. Liebe ist es jedenfalls beiderseits nicht, obwohl sich Leslie das immer wieder einzureden versucht, was aber natürlich fehlschlägt...
Den völligen Gegensatz stellt sein Bruder Dick dar. Er ist gesund, intelligent und hat seinem Bruder vor allem eines voraus – er ist attraktiv (Mädels, das ist der perfekte Mann. Beim lesen kommt man ins Schwärmen...).
Dick regelt für seinen Bruder alles Finanzielle und Geschäftliche und macht eigentlich auch sonst immer alles auf dem Anwesen, um seinem zart besaiteten Bruder die Arbeit zu ersparen. Harry nimmt das natürlich dankend an.
So weit, so gut. Aber was gibt es gewöhnlich auf englischen, alten, geheimnisvollen Anwesen? – Richtig, einen Schatz! Dieser ist Harrys Lebensinhalt, doch er ist nicht der einzige, der an die Legende vom Chelford-Schatz glaubt.
Da gibt es noch die junge, hübsche Mary Wenner, ehemalige Sekretärin von Harry, die ihn jahrelang bei seinen Nachforschungen unterstützt hat. Und auch Arthur, Leslies Bruder und ein eigentlich erfolgreicher Anwalt, der sich mit Spielschulden in den Ruin getrieben hat, hat es auf den Schatz abgesehen. Dann wären da noch Mr. Gilder (Angestellter von Arthur), Thomas (Bediensteter im Schloss) und einige mehr und alle wollen nur eines – den Schatz!
Dick Alford und Leslie Gwyn scheinen die einzigen zu sein, die das angebliche Gold und ein im Schatz mit enthaltener „Für immer jung und gesund“-Trunk, nicht interessieren. Denn die haben andere Probleme. Dick liebt Leslie, aber ist viel zu sehr ein ehrenhafter Mann, um das preiszugeben, denn schließlich ist sie die Verlobte seines Bruders. Also sind die beiden einfach nur gute Freunde.
Währenddessen stellen sich die verschiedenen Schatzsucher nicht gerade schlau an, indem sie nachts mit Taschenlampe und Auto durchs Anwesen streunen ;-)
Und so schleust Dick einen Inspektor, Puttler, ins Schloss, der ein Auge auf Arthur und Co. werfen soll.
Da es sich hier aber um einen Edgar Wallace-Roman handelt, ist der erste Mord unvermeidlich und dieser ist dann auch nicht wenig mysteriös. Alles spricht dafür, dass es der Schwarze Abt war. Laut Legende ein ehemals Gefangener im Schloss, der nun als Geist sein Unwesen treibt. Doch natürlich glauben Dick und Puttler nicht daran. Die seltsamen Vorgänge nehmen kein Ende und schließlich scheinen sogar Harry und Leslie entführt worden zu sein...

Mehr möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten, ich will euch ja den Spass am Lesen nicht ganz nehmen... :-)


Meine Meinung:

Nachdem man sich rund das erste Drittel des Buches durch die Beziehungen der verschiedenen Figuren gelesen hat und sich ein gutes Bild jeder einzelnen machen kann, macht das Lesen wirklich Spass. Ich persönlich bin kaum noch davon losgegangen und rätselte sogar im Urlaub ab und zu beim Einkaufen etc., wie es denn wohl weitergehen könnte.
Schreckmomente – wie in den Filmen – gibt es zwar nicht, aber man wird doch oft genug überrascht und am Ende ist dann alles ziemlich verwirrend, was den Lesespass aber keinesfalls mindert.

Der Stil des Autors ist zwar einfach, jedoch sprechen die Figuren sehr vornehm und gehoben. Einige Fremdwörter sowie Wörter aus Fachbereichen werden mittels kleiner Nummern am unteren Seitenrand erklärt, das sind aber nicht viele.
Das finde ich praktisch, da man dann nicht ewig rumblättern muss, um Worterklärungen zu finden.
Das Anwesen Chelford wird nur grob beschrieben, sodass man seiner Fantasie freien lauf lassen kann. Auch die Personen werden nicht zu sehr in Schubladen gesteckt, man kann sich seine eigene Meinung zu ihnen bilden.

Die Schrift ist ziemlich klein (Schriftgröße 9 oder 8), wenn man also Probleme mit den Augen hat, könnte das zum Problem werden. Allerdings gibt es ja auch schon viele Krimis mit extra großer Schrift. Vielleicht ist da auch dieses erhältlich...


Fazit:

Das Buch ist einfach nur gut, spannend und schön zu lesen!
Krimi-Fans, das müsst ihr haben!

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