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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von schalkman
Walser, Martin: Tod eines Kritikers
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
1. Einleitung
===============
\"Dieses Buch ist ein Skandal, aber es muss erscheinen.\" (Marcel Reich-Ranicki). In Zeitungen, Zeitschriften, im Fernsehen und im Radio war ständig etwas von diesem angeblich so antisemitischen (judenfeindlichen) Buch zu lesen/sehen/hören. Trotz vieler literarischer Rezensionen, die von \"Das schlechteste Buch, das Martin Walser je geschrieben hat\" bis hin zu \"Dieser Roman hat seinen Platz 1 auf der deutschen Bestseller-Liste mehr als verdient! Ein Lesevergnügen ersten Ranges, von der ersten bis zur letzten Seite.\" reichten, habe ich versucht dieses Buch so objektiv wie möglich zu betrachten und mir selbst ein Bild darüber zu machen, wie judenfeindlich Walsers neuer Roman wirklich ist.
2. Handlung
===============
Der Literaturkritiker André Ehrl-König zerreißt in seiner Sendung \"Sprechstunde\" das neue Buch des Autors Hans Lach \"Mädchen ohne Zehnägel\" dermaßen, dass Autor Lach sein Gesicht in den Literaturkreisen zu verlieren droht. Nach der Sendung ist Kritiker Ehrl-König, wie immer, auf der Party seines Verlegers Ludwig Pilgrim eingeladen, allerdings ist überraschend auch Hans Lach zu Gast in Pilgrims Villa und droht Ehrl-König öffentlich vor allen Gästen \"Ab heute nacht Null Uhr wird zurückgeschlagen\". Nach diesem Hitler-Spruch, der einen regelrechten Eklat nach sich zieht, denn Ehrl-König ist Jude, wird Lach von zwei Butlern Lach vor die Tür gesetzt. Kurz darauf verlässt auch Ehrl-König die Party und will nach Hause fahren, doch dort kommt er nie an! Das einzige, was man findet ist der blutige Pullover in der Einfahrt der Pilgrim-Villa.
Als erster Verdächtiger kommt natürlich Hans Lach in Frage und da dieser nicht aussagt wird er auch eingebuchtet. Als Lachs Freund Michael Landolf von diesen Vorgängen erfährt will er seinem Lach helfen, doch bei einem Besuch in der Justizvollzugsanstalt sitzen sich Lach und Landolf nur wortlos gegenüber, überhaupt weigert sich Lach noch mit irgendjemandem zu sprechen, doch Landolf glaubt weiterhin felsenfest an Lachs Unschuld. Landolf nimmt sich also die Zeit nacheinander Partygäste zu besuchen, so den Literaturprofessor Silberfuchs (auch der \"Silbenfuchs\" genannt), Lachs Frau, den Verleger und andere Literaturkenner. Während dieser Gespräche kommt meist mehr über Ehrl-Königs Leben und besonders seine Verfehlungen und charakterlichen Schwächen heraus, als über Lach. Besonders brisant wird es, als Landolf mit Rainer Heiner Henkel, dem \"Macher\" Ehrl-Königs spricht, dem Mann der hinter ihm steht und ihn Schritt für Schritt aufgebaut hat und es jetzt so aussehen lässt, als würde er ihn Fallen gelassen haben, kurz vor dem Mord an Ehrl-König. Auch hier ist besonders interessant, dass Lach kurz vor dem Mord noch ein zweites Buch veröffentlicht hat, das daraufhin ständigt zitiert wird: \"Der Wunsch, Verbrecher zu sein\".
Gerade als Landolf denkt, dass er Lach die Unschuld beweisen könnte, gesteht Lach den Mord. Bei einem weiteren Besuch Landolfs bei Lach (inzwischen ist er in eine Art \"Irrenanstalt\" gekommen, wo er auch den Dichter Mani Mani kennenlernt) sagt Lach aber diesem, dass er für die fragliche Tatzeit ein Alibi hat, dieses aber aus Gründen der Diskretion nicht preisgeben darf. Landolf will nun dieses Alibi dazu überreden - natürlich ist es eine (verheiratete) Frau - Lach zu decken, sie ist auch prinzipiell bereit dazu, doch gerade in diesem Moment gesteht Ehrl-Königs Frau den Mord an ihrem Gatten und der Kritiker slebst taucht wieder auf...
Unter welchen Umständen das ganze Geschieht, warum und wieso, das verrate ich nicht, um die Lesespannung beizubehalten!
3. Fazit
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Der neue Walser ist fast ein Krimi, bei dem Landolf eine Art ungekehrten Kommisar spielt und dem Verbrecher die Unschuld zu beweisen. Das Buch sieht sich selbst als kein Stück der Trivialliteratur, sondern als schwere Kost, die zum Nachdenken anregen soll. So werden phasenweise Gespräche auf Englisch, Französisch oder Spanisch geführt und alle Personen haben ein reales Vorbild, so ist Ehrl-König im richtigen Leben Marcel Reich-Ranicki, Ludwig Pilgrim ist der Verleger Sigfired Unseld usw. Walser selbst kann sich mit Hans Lach und Michael Landolf identifizieren, späte werden die beiden Personen sogar eine (aber dazu nicht mehr an dieser Stelle;-)). Die Vorwürfe, dieses Buch sei antisemitisch oder das schlechteste Buch Walsers sind in keinster Weise zu bestätigen, dieses Buch ist nur antisemitisch, wenn man den Begriff so auslegt, dass es reicht eine persönliche Feindschaft zu EINEM Juden zu haben und nicht etwas gegen die Juden allgemein zu haben. Schlecht ist dieses Buch sicherlich auch nicht, aber es übt Kritik an der gesamten deutschen Literaturkritikerszene und wird daher von den Kritikern teilweise regelrecht in der Luft zerrissen. \"Tod eines Kritikers\" ist definitiv ein Buch, das man gelesen haben sollte, ist allerdings nicht als leichte Sommerlektüre zu verstehen!
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\"Dieses Buch ist ein Skandal, aber es muss erscheinen.\" (Marcel Reich-Ranicki). In Zeitungen, Zeitschriften, im Fernsehen und im Radio war ständig etwas von diesem angeblich so antisemitischen (judenfeindlichen) Buch zu lesen/sehen/hören. Trotz vieler literarischer Rezensionen, die von \"Das schlechteste Buch, das Martin Walser je geschrieben hat\" bis hin zu \"Dieser Roman hat seinen Platz 1 auf der deutschen Bestseller-Liste mehr als verdient! Ein Lesevergnügen ersten Ranges, von der ersten bis zur letzten Seite.\" reichten, habe ich versucht dieses Buch so objektiv wie möglich zu betrachten und mir selbst ein Bild darüber zu machen, wie judenfeindlich Walsers neuer Roman wirklich ist.
2. Handlung
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Der Literaturkritiker André Ehrl-König zerreißt in seiner Sendung \"Sprechstunde\" das neue Buch des Autors Hans Lach \"Mädchen ohne Zehnägel\" dermaßen, dass Autor Lach sein Gesicht in den Literaturkreisen zu verlieren droht. Nach der Sendung ist Kritiker Ehrl-König, wie immer, auf der Party seines Verlegers Ludwig Pilgrim eingeladen, allerdings ist überraschend auch Hans Lach zu Gast in Pilgrims Villa und droht Ehrl-König öffentlich vor allen Gästen \"Ab heute nacht Null Uhr wird zurückgeschlagen\". Nach diesem Hitler-Spruch, der einen regelrechten Eklat nach sich zieht, denn Ehrl-König ist Jude, wird Lach von zwei Butlern Lach vor die Tür gesetzt. Kurz darauf verlässt auch Ehrl-König die Party und will nach Hause fahren, doch dort kommt er nie an! Das einzige, was man findet ist der blutige Pullover in der Einfahrt der Pilgrim-Villa.
Als erster Verdächtiger kommt natürlich Hans Lach in Frage und da dieser nicht aussagt wird er auch eingebuchtet. Als Lachs Freund Michael Landolf von diesen Vorgängen erfährt will er seinem Lach helfen, doch bei einem Besuch in der Justizvollzugsanstalt sitzen sich Lach und Landolf nur wortlos gegenüber, überhaupt weigert sich Lach noch mit irgendjemandem zu sprechen, doch Landolf glaubt weiterhin felsenfest an Lachs Unschuld. Landolf nimmt sich also die Zeit nacheinander Partygäste zu besuchen, so den Literaturprofessor Silberfuchs (auch der \"Silbenfuchs\" genannt), Lachs Frau, den Verleger und andere Literaturkenner. Während dieser Gespräche kommt meist mehr über Ehrl-Königs Leben und besonders seine Verfehlungen und charakterlichen Schwächen heraus, als über Lach. Besonders brisant wird es, als Landolf mit Rainer Heiner Henkel, dem \"Macher\" Ehrl-Königs spricht, dem Mann der hinter ihm steht und ihn Schritt für Schritt aufgebaut hat und es jetzt so aussehen lässt, als würde er ihn Fallen gelassen haben, kurz vor dem Mord an Ehrl-König. Auch hier ist besonders interessant, dass Lach kurz vor dem Mord noch ein zweites Buch veröffentlicht hat, das daraufhin ständigt zitiert wird: \"Der Wunsch, Verbrecher zu sein\".
Gerade als Landolf denkt, dass er Lach die Unschuld beweisen könnte, gesteht Lach den Mord. Bei einem weiteren Besuch Landolfs bei Lach (inzwischen ist er in eine Art \"Irrenanstalt\" gekommen, wo er auch den Dichter Mani Mani kennenlernt) sagt Lach aber diesem, dass er für die fragliche Tatzeit ein Alibi hat, dieses aber aus Gründen der Diskretion nicht preisgeben darf. Landolf will nun dieses Alibi dazu überreden - natürlich ist es eine (verheiratete) Frau - Lach zu decken, sie ist auch prinzipiell bereit dazu, doch gerade in diesem Moment gesteht Ehrl-Königs Frau den Mord an ihrem Gatten und der Kritiker slebst taucht wieder auf...
Unter welchen Umständen das ganze Geschieht, warum und wieso, das verrate ich nicht, um die Lesespannung beizubehalten!
3. Fazit
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Der neue Walser ist fast ein Krimi, bei dem Landolf eine Art ungekehrten Kommisar spielt und dem Verbrecher die Unschuld zu beweisen. Das Buch sieht sich selbst als kein Stück der Trivialliteratur, sondern als schwere Kost, die zum Nachdenken anregen soll. So werden phasenweise Gespräche auf Englisch, Französisch oder Spanisch geführt und alle Personen haben ein reales Vorbild, so ist Ehrl-König im richtigen Leben Marcel Reich-Ranicki, Ludwig Pilgrim ist der Verleger Sigfired Unseld usw. Walser selbst kann sich mit Hans Lach und Michael Landolf identifizieren, späte werden die beiden Personen sogar eine (aber dazu nicht mehr an dieser Stelle;-)). Die Vorwürfe, dieses Buch sei antisemitisch oder das schlechteste Buch Walsers sind in keinster Weise zu bestätigen, dieses Buch ist nur antisemitisch, wenn man den Begriff so auslegt, dass es reicht eine persönliche Feindschaft zu EINEM Juden zu haben und nicht etwas gegen die Juden allgemein zu haben. Schlecht ist dieses Buch sicherlich auch nicht, aber es übt Kritik an der gesamten deutschen Literaturkritikerszene und wird daher von den Kritikern teilweise regelrecht in der Luft zerrissen. \"Tod eines Kritikers\" ist definitiv ein Buch, das man gelesen haben sollte, ist allerdings nicht als leichte Sommerlektüre zu verstehen!
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