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Erfahrungsbericht von kerlimaus99

Der Hungerhaken als Kultfigur

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Um eines gleich mal vorwegzuschicken, damit keine Mißverständnisse entstehen, ich spiele weder mit diesen Puppen noch sammele ich sie, mir wurde auch zum Glück noch keine geschenkt, aber im Freundes- und Bekanntenkreis, soweit weiblicher Nachwuchs vorhanden ist oder sich die weiblichen Ehepartner nicht davon trennen können oder gar die männlichen dieser Sammelleidenschaft fröhnen, begegnet sie mir doch immer wieder, aber wie heißt es so schön, jedem Tierchen sein Pläsierchen.

Deshalb schreibe ich auch in dieser allgemeinen Kategorie und nicht zu einem speziellen Barbie-Produkt, so daß natürlich auch die Angaben zum Produkt selbst etwas allgemein gehalten sind.

Die Barbie gibt es nun ja schon in unzähligen Variationen mit soviel Zubehör, was ganze Zimmer oder Keller füllen könnte und bei Sammlern wohl auch tut. Der Preis für eine einzelne Puppe, die qualitativ hochwertig gefertigt ist beginnt etwa bei 20,- Euro, wenn man Glück hat, aber durch das Zubehör sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Bekommen kann man sie in so gut wie jedem Spielwarengeschäft oder den entsprechenden Abteilungen der Warenhäuser, so daß der Süchtige immer genug Nachschub erhält.

Aber Barbie ist zum Teil heute viel mehr als ein Spielzeug, denn erstens hat sich wohl kaum ein Spielzeug derartig weltweit verbreitet, noch hat sich um viele ein ähnlicher Kult entwickelt.

Da Barbie 1959 das Licht der Welt aus ihrer Spritzgußmaschine erblickte sind inzwischen knapp 44 Jahre vergangen, so daß sie, selbst wenn man ein recht jugendliches Alter von 17 oder 18 Jahren als Modell voraussetzt inzwischen längst das Rentenalter erreicht hat, doch als zeitlose \"Schönheit\" gehen die Jahrzehnte spurlos an ihr vorrüber, nicht so die Mode, denn da geht sie immer mit.

Immer wieder werden neue Barbies mit wieder anderer Kleidung und anderem Zubehör auf den Markt gebracht und manifestieren ein Schönheitsideal, daß man getrost nur noch als ungesund bezeichnen kann. Man würde sicherlich zu weit gehen, ihr die Unzahl steigender Essstörungen vorzuwerfen und anzukreiden, aber wenn man sie sich so anschaut, ist vielleicht doch ein gewisser Zusammenhang nicht abzustreiten, denn wenn man ehrlich ist, könnte eine reale Frau mit Barbiefigur bei der Auferstehung des Fleisches ruhig liegen bleiben und würde nach dem Genuß von Himbeersaft aussehen wie ein Fieberthermometer.

Trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen entwickelte sich ein regelrecht Kult mit eigener Fangemeinde und Sammelsüchtigen, die keinen Flohmarkt und bei Online-Auktionshaus auslassen auf ihrer Jagd nach noch fehlenden Zubehörteilen, Accessoires und Sondermodellen. Kann man die aktuellen oder die von vor zwei oder drei Jahren bei diesen Gelegenheiten günstig erhaschen, so werden für ältere und seltene Modelle und Teile doch inzwischen horente Preise bezahlt, so daß man Barbie fast schon als eine Art Wertanlage wie Münzen oder Briefmarken ansehen könnte.

Die sist umso erstaunlicher als man doch davon ausgehen sollte, daß das von Barbie und Konsorten verkörperte Weltbild in der heutigen modernen fortschrittlichen Zeit kaum noch Platz haben dürfte.

Der Mann, in diesem Falle Ken, ein typische Yuppie, jung, dynamisch, erfolglos, rackert für das Geld, das sein Frauchen Barbie dann dafür ausgibt um für ihren Ken einfach nur schön zu sein.

Welche Frau will sich mit so einem Rollenklischee schon heute noch identifizieren, wohl die wenigsten, und dementsprechend dürfte es auch der Wunsch der wenigsten Mütter sein, daß ihre Tochter dies dementsprechend macht.

Wie dem auch sei, so ist Barbie doch ein strapazierfähiges, qualitativ hochwertiges Spielzeug, über dessen pädagogischen Nutzwert, durchaus ernsthaft gestritten werden kann und wird.

Meiner Meinung nach sollten Spielzeuge in aller erster Linie dazu dienen, um Fähigkeiten zu trainieren und die Phantasie anzuregen, aber genauso wie man diese Phantasie nicht einschränken sollte, sollte man sie auch nicht durch falsche, zumindest in meinen Augen, Vorgaben in spezielle Richtungen lenken.

Trotzdem will ich niemandem den Spaß am Spiel mit oder seiner Sammelleidenschaft um Barbie nehmen, denn wie schon eingangs gesagt, jedem Tierchen sein Pläsierchen, mir aber wäre mein Geld sowohl als Sammler als auch zu Verschenken dieser Plünnel zu schade, aber das muß ja jeder selber wissen.

Sollte etwas Wichtiges oder Wissenswertes fehlen, so bin ich für Hinweise und Anregungen ebenso dankbar, wie für jeden anderen Eurer hoffentlich wieder zahlreichen Kommentare.

Danke für Euer Interesse sowie das Lesen und Bewerten meines Beitrages.

Liebe Grüße

Euer kerlimaus99

© kerlimaus99 27.01.2003

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