Mehr zum Thema Bausparen Testbericht
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Erfahrungsbericht von 2einhalbraumwohnung
das Bauen sparen kann man sich mit Bausparen
Pro:
ich kenne wirklich keine Vorteile, wenn man dieses für den Laien undurchsichtige Gesamtkonstrukt betrachtet.
Kontra:
Es ist einfach nur eine unfaire Wette, bei dem der Anlager mit 99%-iger Wahrscheinlichkeit verliert.
Empfehlung:
Nein
Seit meiner Ausbildung bei der Deutschen Bank weigerte ich mich vehemend, einen Bausparvertrag zu verkaufen. Aus folgenden Gründen:
Meine letzte Station im FDL-Bereich war die Allianz. Und als ich dort so in der Angebotssoftware herumstöberte geriet ich auf das Thema Bausparen. Nach allen möglichen Daten, die man dort so eingeben kann hatte ich zum Schluss die Möglichkeit, mir die sogenannte Effektivverzinsung anzeigen zu lassen. Und was soll ich sagen: bei keiner einzigen Tarifvariante stand eine 2 vor dem Komma!!! Das ist doch Wahnsinn !!! Es gibt Tarife mit 2 - 5 % Zins in der Ansparphase. Und bei keinem Dieser Tarife erreichte die effektive Verzinsung die 2,0% !!!
Dies rührt daher, das natürlich die Abschlussgebühren der jeweiligen Bausparkasse anfallen (jeder Bausparer fängt im MINUS an auf seinem Bausparkonto)...dann die Kontoführungsgebühr...gelegentlich bekommt man noch eine Zeitschrift zum Thema \"Haus\" zugesandt, welche natürlich separat in Rechnung gestellt wird usw...Einigen wir uns also darauf, das ein \"Hocheistungsbausparvertrag eine effektive Verzinsung von 2,5 % erwirtschaftet - mit viel Optimismus.
Im Jahre 2004 schließt also ein vertrauensvoller zukünftiger \"Häuslebauer\" einen Bausparvertrag einer Wahl ab, z.B. über eine Bausparsumme von 50.000 €. In diesen Vertrag zahlt er mtl. 200,- Euro ein. Nach 10 Jahren sind in diesem Vertrag \"stolze\" 27.253 € (24.000 selbst eingezahlt) Den Rest von 22.747 erhält der dankbare Bausparer von seiner Bausparkasse und zahlt diese in mtl. Raten zurück.
Gehen wir nuneinmal davon aus, das der Kredit für den Bausparvertrag bei mit jährl. 4,5% Zinsen belastet wird (Hört sich doch ganz gut an).
Dann zahlt unser Kunde 10 Jahre lang (angenommene Rückzahlungsdauer) 237,- € im Monat zurück und hat nach den 10 Jahren keine Schulden mehr. Insgesamt hat er also 28.440 Euro zurückgezahlt.
KUNDE 2 schließt im Jahre 2004 einen Fondssparvertrag über 200,- € im Monat ab. Er hat \"Pech\" und nur einen durchschnittlichen Aktienfonds von seiner Hausbank erhalten, der 7 % Zins im Jahr erwirtschaftet. Und dies ist keine Annahme sondern Realität, denn gute Aktienfonds haben trotz der Börsenkrisenjahre stand heute 9 % und deutlich mehr im Schnitt erwirtschaftet.
Dieser Kunde verfügt nach 10 Jahren über 34.417,- €, muss bei seiner Hausbank also einen Kredit über 15.583,- € aufnehmen, um auch über 50.000 € zu verfügen, wie unser Bausparer.
Leider hat Kunde 2 etwas \"Pech\" gehabt...Die Zinsen bei der Bank sind zwischenzeitlich auf 8,0 % gestiegen. Doch auch er möchte diesen Kredit in 10 Jahren zurückzahlen. Erstaunlicherweise muss er nur 190,11 € mtl. dafür aufwenden (insgesamt 22.813,20 €)
Woran könnte das liegen? Ach ja, er hat ja aus seinem Sparvertrag nach der Ansparphase über 7.000 € mehr als der Bausparer erhalten und muss logischer Weise hierfür keine Zinsen zahlen.
Nun ja stellen wir uns einfach vor, die Zinsen hätten bei unserem Kunden nicht 8,0 sondern 12,5 % betragen...Dann hätte er mtl. 229,85 € aufwenden müssen, um nach 10 Jahren schuldenfrei zu sein. Insgesamt sind das immer noch 858,- € weniger, als was unser Bausparer zurückzahlen muß.
Liebe Leute - Bausparen ist nichts anderes als eine Zinswette. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, und das ganze mit Hilfe spezieller Software rechnerisch für Euch / Sie alle aufbereitet. Wer also der Meinung ist, das er in Zukunft für sein \"Baugeld\" mehr als 12,5 % bei seine Bank bezahlt, der sollte ganz schnell einen Bausparvertrag abschließen. Wer an diese Therie jedoch nicht glaubt, sollte sein Geld einfach gewinnbringend anlegen in der Ansparphase, um später weniger Schulden machen zu müssen.
Bausparen stand in Deutschland vor vielen Jahren schon kurz vor dem Zusammenbruch. Denn das System funktioniert nur, wenn immer neue Bausarer hinzukommen. Denn wer heute anfängt, dorthinein zu zahlen, ermöglicht einem anderen die Zuteilung. Wenn dieser jemand jedoch in einigen Jahren selbst auf die Zuteilung wartet, könnte es sein, das ihn die Bausparkasse vertrösten muss, da sie nicht liquide ist.
Doch ich bin mir sicher, solange die Deutschen nicht endlich mal anfangen wirklich mit ihrem hart erarbeiteten Geld zu rechnen und zu planen, solange wird es Bausparkassen geben.
Und wer jetzt noch sagt, haha...der Gute Enrico hat die tolle Bausparprämie noch gar nicht mit eingerechnet, dem sei gesagt, Fondssparen wird auch staatlich gefördert. Und wer mtl. 200,- € in einen Sparvertrag einzahlen kann, der liegt zu 95 % über der Verdienstgrenze für beide staatliche Förderungen (meine eigene Erfahrung aus der Beratungstätigkeit).
Und außerdem...mit 50.000 € kann man heutzutage nicht mehr bauen, also wäre eine weit höhere mtl. Sparrate notwendig.
Mein Tip: Lasst das Bausparen sein und legt Euer Geld rentabel an. Und im Ansatz \"rentabel\" ist es nur, wenn die Geldanlage nach Abzug aller Kosten mehr als 3,5 % erwirtschaftet. Denn so hoch ist die durchschnittliche Inflation in Deutschland pro Jahr!
Deutschland ist im Übrigen das einzige Land in der \"alten EU\", in der es Bausparen noch gibt. Sicher werden die Bausparkassen schon jetzt wie Heuschrecken in die osteuropäischen neuen EU-Mitglieder ausschwärmen, um viele neue unwissende Bausparer zu gewinnen.
Ich freue mich auf einen regen Meinungsaustausch.
Meine letzte Station im FDL-Bereich war die Allianz. Und als ich dort so in der Angebotssoftware herumstöberte geriet ich auf das Thema Bausparen. Nach allen möglichen Daten, die man dort so eingeben kann hatte ich zum Schluss die Möglichkeit, mir die sogenannte Effektivverzinsung anzeigen zu lassen. Und was soll ich sagen: bei keiner einzigen Tarifvariante stand eine 2 vor dem Komma!!! Das ist doch Wahnsinn !!! Es gibt Tarife mit 2 - 5 % Zins in der Ansparphase. Und bei keinem Dieser Tarife erreichte die effektive Verzinsung die 2,0% !!!
Dies rührt daher, das natürlich die Abschlussgebühren der jeweiligen Bausparkasse anfallen (jeder Bausparer fängt im MINUS an auf seinem Bausparkonto)...dann die Kontoführungsgebühr...gelegentlich bekommt man noch eine Zeitschrift zum Thema \"Haus\" zugesandt, welche natürlich separat in Rechnung gestellt wird usw...Einigen wir uns also darauf, das ein \"Hocheistungsbausparvertrag eine effektive Verzinsung von 2,5 % erwirtschaftet - mit viel Optimismus.
Im Jahre 2004 schließt also ein vertrauensvoller zukünftiger \"Häuslebauer\" einen Bausparvertrag einer Wahl ab, z.B. über eine Bausparsumme von 50.000 €. In diesen Vertrag zahlt er mtl. 200,- Euro ein. Nach 10 Jahren sind in diesem Vertrag \"stolze\" 27.253 € (24.000 selbst eingezahlt) Den Rest von 22.747 erhält der dankbare Bausparer von seiner Bausparkasse und zahlt diese in mtl. Raten zurück.
Gehen wir nuneinmal davon aus, das der Kredit für den Bausparvertrag bei mit jährl. 4,5% Zinsen belastet wird (Hört sich doch ganz gut an).
Dann zahlt unser Kunde 10 Jahre lang (angenommene Rückzahlungsdauer) 237,- € im Monat zurück und hat nach den 10 Jahren keine Schulden mehr. Insgesamt hat er also 28.440 Euro zurückgezahlt.
KUNDE 2 schließt im Jahre 2004 einen Fondssparvertrag über 200,- € im Monat ab. Er hat \"Pech\" und nur einen durchschnittlichen Aktienfonds von seiner Hausbank erhalten, der 7 % Zins im Jahr erwirtschaftet. Und dies ist keine Annahme sondern Realität, denn gute Aktienfonds haben trotz der Börsenkrisenjahre stand heute 9 % und deutlich mehr im Schnitt erwirtschaftet.
Dieser Kunde verfügt nach 10 Jahren über 34.417,- €, muss bei seiner Hausbank also einen Kredit über 15.583,- € aufnehmen, um auch über 50.000 € zu verfügen, wie unser Bausparer.
Leider hat Kunde 2 etwas \"Pech\" gehabt...Die Zinsen bei der Bank sind zwischenzeitlich auf 8,0 % gestiegen. Doch auch er möchte diesen Kredit in 10 Jahren zurückzahlen. Erstaunlicherweise muss er nur 190,11 € mtl. dafür aufwenden (insgesamt 22.813,20 €)
Woran könnte das liegen? Ach ja, er hat ja aus seinem Sparvertrag nach der Ansparphase über 7.000 € mehr als der Bausparer erhalten und muss logischer Weise hierfür keine Zinsen zahlen.
Nun ja stellen wir uns einfach vor, die Zinsen hätten bei unserem Kunden nicht 8,0 sondern 12,5 % betragen...Dann hätte er mtl. 229,85 € aufwenden müssen, um nach 10 Jahren schuldenfrei zu sein. Insgesamt sind das immer noch 858,- € weniger, als was unser Bausparer zurückzahlen muß.
Liebe Leute - Bausparen ist nichts anderes als eine Zinswette. Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, und das ganze mit Hilfe spezieller Software rechnerisch für Euch / Sie alle aufbereitet. Wer also der Meinung ist, das er in Zukunft für sein \"Baugeld\" mehr als 12,5 % bei seine Bank bezahlt, der sollte ganz schnell einen Bausparvertrag abschließen. Wer an diese Therie jedoch nicht glaubt, sollte sein Geld einfach gewinnbringend anlegen in der Ansparphase, um später weniger Schulden machen zu müssen.
Bausparen stand in Deutschland vor vielen Jahren schon kurz vor dem Zusammenbruch. Denn das System funktioniert nur, wenn immer neue Bausarer hinzukommen. Denn wer heute anfängt, dorthinein zu zahlen, ermöglicht einem anderen die Zuteilung. Wenn dieser jemand jedoch in einigen Jahren selbst auf die Zuteilung wartet, könnte es sein, das ihn die Bausparkasse vertrösten muss, da sie nicht liquide ist.
Doch ich bin mir sicher, solange die Deutschen nicht endlich mal anfangen wirklich mit ihrem hart erarbeiteten Geld zu rechnen und zu planen, solange wird es Bausparkassen geben.
Und wer jetzt noch sagt, haha...der Gute Enrico hat die tolle Bausparprämie noch gar nicht mit eingerechnet, dem sei gesagt, Fondssparen wird auch staatlich gefördert. Und wer mtl. 200,- € in einen Sparvertrag einzahlen kann, der liegt zu 95 % über der Verdienstgrenze für beide staatliche Förderungen (meine eigene Erfahrung aus der Beratungstätigkeit).
Und außerdem...mit 50.000 € kann man heutzutage nicht mehr bauen, also wäre eine weit höhere mtl. Sparrate notwendig.
Mein Tip: Lasst das Bausparen sein und legt Euer Geld rentabel an. Und im Ansatz \"rentabel\" ist es nur, wenn die Geldanlage nach Abzug aller Kosten mehr als 3,5 % erwirtschaftet. Denn so hoch ist die durchschnittliche Inflation in Deutschland pro Jahr!
Deutschland ist im Übrigen das einzige Land in der \"alten EU\", in der es Bausparen noch gibt. Sicher werden die Bausparkassen schon jetzt wie Heuschrecken in die osteuropäischen neuen EU-Mitglieder ausschwärmen, um viele neue unwissende Bausparer zu gewinnen.
Ich freue mich auf einen regen Meinungsaustausch.
14 Bewertungen, 1 Kommentar
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24.10.2005, 14:51 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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