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Erfahrungsbericht von darkunit

Legalisierter Betrug

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Nach jüngsten Statistiken hat jeder Dritte einen Bausparvertrag. Und da ich hier ja meine Meinung kund tun möchte, kann ich nur sagen, die Ärmsten. Denn ich wette nur ca. 20 Prozent davon nutzen ihn auch wirklich in irgend einer Form zum Bauen oder Modernisieren.

Man muss sich das mal vorstellen mehr als 33 Millionen Bausparverträge haben die Deutschen abgeschlossen mit einer Bausparsumme von 65 Millionen Euro. Es gibt doch wirklich lohnendere Anlagen!
Doch noch mal zurück zur Statistik, die besagt, dass Bausparkassen rund ein Drittel zur gesamten Wohnungsbaufinanzierung in Deutschland beitragen.
Karlheinz Henge, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Baden-Württembergischer Bausparkassen sagt "Die Zahlen beweisen, dass Bausparen auch in Zeiten niedriger Zinsen seinen Stellenwert auf dem Weg zum eigenen Zuhause bewahrt hat."

Doch warum eigentlich?

Als die Mauer vor über 10 Jahren fiel, war es ein offenes Geheimnis, dass es vielen Bausparkassen gar nicht gut ging, und nur weil so viele Ossis fleißig ja und Amen sagten, also unterschrieben, ging es wieder aufwärts. Ich will hier jetzt keine Namen nennen, doch bei manchen Gesellschaften war es sogar so schlimm, dass Auszahlungen nicht getätigt werden konnten, weil nicht genug hinten dran standen, die neue Beiträge einzahlten. Soviel also zum Schneeballprinzip. Doch was ist, wenn diese Situation in ein paar Jahren wieder so passiert?

Ich frage mich manchmal, warum geben so viele brave Bürger ihr Geld an eine Bausparkasse um dort mit diesen Mimizinsen abgespeist zu werden. Wenn ihr wüsstet was die mit eurem Geld verdienen! In so vielen Zeitschriften liest man, dass übrigens nicht nur mit dem Bausparvertrag, legale Kapitalvernichtung betrieben wird. Warum fallen immer noch so Viele darauf rein?

Die großen Experten führen die wieder anhaltende Vorliebe der Deutschen für Bausparverträge in erster Linie auf die Kombination von billigem Baugeld und die staatliche Eigenheimzulage für Familien mit Kindern zurück, die mal den Traum vom eigenen Häuschen haben.
Also die Leute, die weder viel Eigenkapital noch hohe Sparleistungen erbringen können. Das sind in meinen Augen auch leider viel zu oft die Leute, die sich Bauen gar nicht leisten können. Und die Leute die es sich leisten können, würden niemals einen Bausparvertrag abschließen. Das ist leider so!


Wie funktioniert nun Bausparen?


Ein Bausparvertrag ist zweigeteilt: Zuerst spart der Bausparer sein Eigenkapital an, das von der Bausparkasse niedrig verzinst wird (zum Beispiel 2 bis 2,5 %). Wenn er ein bestimmtes Kapital angesammelt hat, erhält er von der Bausparkasse sein Kapital plus eine Darlehnssumme ausbezahlt, die Bausparsumme. Auf die Darlehnssumme werden relativ geringe Zinsen erhoben. Guthabenverzinsung, Darlehnszins und Tilgung werden bereits bei Vertragsabschluss festgelegt und gelten für die gesamte Laufzeit des Vertrages. Die Tilgung beläuft sich je nach Vertragsart monatlich auf zwischen 4 und 10 Promille der Darlehnssumme. In der Regel sind Bausparverträge so angelegt, dass das Darlehn nach 7 bis 15 Jahren zurückbezahlt ist. Das heißt, die Finanzierung bleibt überschaubar.

Bausparverträge können in verschiedener Höhe abgeschlossen werden. Das Eigenkapital, das man ansparen muss, beträgt meist 40 % der Bausparsumme. Wer also einen Bausparvertrag über 50.000 € abschließt, muss 20.000 € ansparen, um nachher eine Darlehnssumme von 30.000 € zu erhalten.


Für wen lohnt sich ein Bausparvertrag?


Nur der, der wirklich bauen bzw. modernisieren möchte, sollte Bausparen, denn das Darlehn aus einem Bausparvertrag darf nur für Wohnzwecke verwendet werden. Also kein neues Auto kaufen oder Urlaub.

Bausparen ist also für den "kleinen Mann", der sich ein Eigenheim bauen oder eine Eigentumswohnung kaufen möchte. Durch die Ansparphase kommt er zu Eigenkapital, was er anders viel schneller zusammen gespart hätte, zum anderen billiges Baugeld. Doch die Zinsen sind sowieso oft so günstig, dass er mit einem normalen Kredit fast ähnliche Zinsen bekommen hätte. Ist der Finanzmarkt zum Zeitpunkt der Auszahlung der Darlehnssumme gerade in einer Hochzinsphase hat das allerdings seine Vorteile, dass will ich gar nicht abstreiten. Auf deutsch, beim Bausparen hat der Bauherr die Gewissheit, dass er so oder so zu relativ billigem Geld kommt.

Aber man sollte dabei nie vergessen, dass sein angespartes Kapital während der Sparphase und während er auf die Auszahlung der Darlehnssumme wartet, sehr schlecht verzinst wird (maximal 4 %, meist weniger, je nach Tarif). Würde er sein Geld beispielsweise in einem Renten- oder gar Aktienfonds anlegen, würde er bedeutend mehr Zinsen bekommen.
So betrachtet lohnt sich Bausparen hauptsächlich für diejenigen, die zusätzlich in den Genuss der staatlichen Bausparprämie und vermögenswirksamer Leistungen kommen.


Wie fördert der Staat das Bausparen ?


Einige Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen in Höhe von maximal 39,88 € pro Monat bzw. 478,57 € pro Jahr. Dieses Geld muss laut Gesetz in bestimmte Anlageformen fließen, zum Beispiel in Bausparverträge. Ledige Arbeitnehmer, deren zu versteuerndes Einkommen unter 17.895 € liegt, bei Verheirateten sind es 35.790 €, erhalten vom Staat pro Jahr Arbeitnehmersparzulage von 10 % auf höchstens 478,57 €. Jeder, der also diese Möglichkeit voll ausnützt, bekommt vom Staat pro Jahr 48€. So ganz nebenbei möchte ich einflechten, bei Anlage in einem Aktienfonds zahlt der Staat die doppelte Förderung!

Aber es gibt ja noch die Wohnungsbauprämie. In ihren Genuss kommen Sparer, deren jährliches zu versteuerndes Einkommen unter 25564 € liegt für Ledige bzw. bei Verheirateten das Doppelte. Die Prämie wird beim zuständigen Finanzamt beantragt. Die Prämie beträgt 10 % jährlich auf höchstens 500 € bei Ledigen bzw. 1000 € bei Verheirateten, die der Bausparer auf seinen Vertrag pro Jahr einzahlen muss. Zahlt er weniger ein, erhält er auch eine entsprechend geringere Prämie. Und man kann beide Zuschüsse in Anspruch nehmen. Jedoch sollte Jeder darauf achten, dass die staatliche Förderung nicht
einfach dem Konto gutgeschrieben wird, sondern mit der Steuer verrechnet oder erst bei Zuteilung des Bausparvertrags ausbezahlt wird.


Warten wir also auf die Zuteilung


Immer wieder hört man, dass Bausparer lange auf die Zuteilung ihres Darlehns warten müssen, wann wird endlich das Darlehn samt Guthaben ausbezahlt. Also keine Eile, langfristig planen.

Die Bausparkassen rechnen den Zeitpunkt der Zuteilung des Bausparvertrages nach einem relativ komplizierten Verfahren aus. Der Zeitpunkt wird auch nicht vorher verbindlich festgelegt. Doch Erfahrungen zeigen, wenn alles brav einbezahlt wurde, "ruht" das Geld noch 24 bis 51 Monate je nach Bausparkasse und wenn Geld da ist.
Nehmen wir mal an so weit seid ihr gekommen, jetzt wird der Kreditantrag ausfüllt, positiv ist hierbei, dass Bausparkassen sich mit einer nachrangigen Position zufrieden geben, müssen, denn Banken wollen immer an erster Stelle als Hauptschuldner stehen, sollte euch das Geld mal fehlen.


Was ist nun wirklich günstiger Bausparkredit oder Bankdarlehn?


Nehmen wir also mal die Augenbinde ab, denn der Schein trügt von wegen günstiges Baugeld! In diversen Modellrechnungen in Hoch- und Niedrigzinsphasen hat die Zeitschrift „DM“ in den letzten Jahren immer wieder Vergleichsberechnungen zwischen einem Bausparverträgen zur Finanzierung und einer Kombination aus Geldanlage und Hypothekendarlehn angestellt. Bausparen hat dabei gar nicht gut abgeschnitten. Ich will jetzt keine einzelnen Zahlen nennen, ich denke, dass führt zu weit, aber durch die vielen Gebühren beim Bausparen und durch die niedrige Verzinsung des Guthabens heben sich die niedrigen Darlehnszinsen fast wieder auf. Am Ende war die Kombination aus Geldanlage und Hypothekendarlehn viele 1000 € günstiger, es lohnt sich also genau zu rechnen.


Was sollte man beim Bausparen vermeiden:


Keine Bausparverträge über hohe Summen abschließen, weil es zu lange dauert und euer Geld nicht für euch arbeitet.

Es gibt sogar Verträge mit 50 % Ansparsumme, also Vorsicht!

Zwischenfinanzierungen, weil der Bausparvertrag noch nicht zuteilungsreif ist, diese Zwischenfinanzierungszinsen liegen in utopischer Höhe, da ist jedes Bankdarlehen viel billiger! Hypothekenbanken sind sowieso fast so billig wie eine Bausparkasse.


Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, die Banken versuchen immer erst ihre Bausparverträge los zu werden, wenn einer nach einem Kredit fragt, dabei ist das der blanke Beschiss!
Wir haben unser Geld bei einer Hypothekenbank für 4,2% Zinsen geliehen, sparen die Tilgung in eine Anlage rein, die uns 8 % Guthabenszinsen garantiert einbringt und sind so 17 Jahre früher fertig mit bezahlen, nur mal Gesetz den Fall wir hätten ähnliche Zinskonditionen bei einer anderen Bank erhalten. Das macht über 115.000 € weniger aus, die wir nicht zahlen müssen!
Deswegen ist in meinen Augen Bausparen Quatsch, legalisierte Kapitalvernichtung. Die niedrigen Darlehnszinsen können mich nicht locken, gewusst wo und man bekommt sie trotzdem. Und mein Geld arbeitet für mich und hilft mir schneller meine Schulden wieder los zu werden.
Und selbst die vermögenswirksamen Leistungen sollten auch lieber in einen Aktienfonds gespart werden, bei doppelter Förderung vom Staat und vielfach höherer Ablaufleistung.

So jetzt könnt ihr mich gerne kritisieren, doch ich habe hiermit meine Meinung gesagt und ich denke auch ganz gut vertreten.

59 Bewertungen, 18 Kommentare

  • Sixthaselbach

    23.11.2004, 14:01 Uhr von Sixthaselbach
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr umfassender bericht

  • zerom2000

    18.12.2002, 11:10 Uhr von zerom2000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Also ich finde wenn du nur die Mindestsumme sparst und unter den Höchsteinkommensgrenzen liegst, dann lohnt sich das auf jeden Fall als Beimischung

  • willibald-1

    03.12.2002, 14:12 Uhr von willibald-1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du hast es in einem Nebensatz gesagt: wenn die marktüblichen Zinsen zur Zeit der Zuteilung gerade hoch sind, ist der Bausparvertrag eine absolut günstige Säule der Finanzierung einer Immobilie. Und: Sparen in Aktienfonds würde ich NIEM

  • pucky1

    05.10.2002, 15:23 Uhr von pucky1
    Bewertung: sehr hilfreich

    hmm, Beschiss betrug, ... nun ja, wenn du in 1-2 jahren Bauen /kaufen willst und vor 4-5 Jahrne gezielt geld auf die Setie gebracht hast in den von dir mit super Rendite angepriesenen Aktionfonde wärst du heute wohl bei ner Verzinsung von ca 0- -5% ua

  • Guntram2

    03.07.2002, 16:55 Uhr von Guntram2
    Bewertung: sehr hilfreich

    naja, ich halte auch nix davon, aber betrug ist ein hartes wort!

  • sonnenhexer

    14.06.2002, 14:41 Uhr von sonnenhexer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du hast Deine Meinung sehr gut vertreten, zumindest aus Verbrauchersicht. Aus Sicht der Mitarbeiter der Banken, die Bausparverträge anbieten, sei noch erwähnt, daß die Bank (logischerweise) Ziele vorgibt und eine Tantieme, abhängig von

  • DijkBerlin

    03.06.2002, 00:22 Uhr von DijkBerlin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bis 10.000 € bekommt man bei einigen Bausparkassen ein sogenanntes Blankodarlehen, bei dem die wohnwirtschaftliche Verwendung nicht nachgewiesen werden muss ! Viele Grüsse vom Dijk !

  • roma1

    31.05.2002, 20:17 Uhr von roma1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hallo, ich bin wieder in Deutschland. Liebe Grüße aus Regensburg. Joanna

  • trenker26

    30.05.2002, 18:28 Uhr von trenker26
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich leg die VWL schon lange in Fonds an

  • Mr.Beka

    29.05.2002, 19:13 Uhr von Mr.Beka
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du hast ja Recht ... aber manchmal hat man keine Wahl ... aber das ist eine andere Geschicht ;-) ... lg Beka

  • Andreas1501

    19.05.2002, 17:47 Uhr von Andreas1501
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich glaube, am Anfang des Textes ist dir ein Fehler unterlaufen. 33 Millionen Verträge und 65 Millionen Bausparsumme kann sicherlich nicht sein. Ansonsten alels prima! Gruß Andreas

  • blokk

    16.05.2002, 00:54 Uhr von blokk
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hört sich an wie bei den Lebensversicherungen: Legaler Beschiss.

  • Obermann1

    16.05.2002, 00:28 Uhr von Obermann1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Habe versucht einen Fehler in deiner Meinung zu finden, da du dich in mein Fachgebiet begeben hast. es ist mir nicht gelungen. Aus der Sicht eines kritischen Verbrauchers absolut in Ordnung. Aus der Sicht eines Bausparberaters, einfach tötlich.------G

  • aroza

    16.05.2002, 00:21 Uhr von aroza
    Bewertung: sehr hilfreich

    hab ich noch nie drüber nachgedacht. bevölkerungsschwund = haus geschenkt in 10 jahren?

  • seehuhn

    16.05.2002, 00:18 Uhr von seehuhn
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr guter Bericht, aber vielleicht solltest du schreiben, dass das Darlehen nicht in Anspruch genommen werden muss. Und es ist nicht richtig, dass das der Bausparvertrag immer zu wohnwirtschlichen Zwecken genutzt werden muss. Nach der Sperrfrist von 7 Jah

  • NetRunner

    16.05.2002, 00:15 Uhr von NetRunner
    Bewertung: sehr hilfreich

    Und weißt du warum das Bausparen heißt? Weil man es sich zum Bauen sparen kann!

  • blackserver

    16.05.2002, 00:14 Uhr von blackserver
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht!

  • eulenfan

    16.05.2002, 00:11 Uhr von eulenfan
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hmmm. so richtig kann ich nicht mitgehen. Trotzdem gute Meinung, deshalb ein s.n.