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Erfahrungsbericht von togri

Die Angst vorm ersten Mal ;)

Pro:

ärztliche Hilfe, nicht nur bei sexuellen Themen

Kontra:

es darf für keine Frau etwas dagegen sprechen

Empfehlung:

Ja

Tja, Frauenarztbesuch und dann noch der erste. Ich weiß noch wie viel Angst ich beim ersten Mal hatte, aber schon bei der Untersuchung wurde mir klar, dass das was man im Fernsehen sieht oder in Zeitschriften liest totale Horrormärchen sind.
Ich werde jetzt also mit meinem Bericht versuchen deutlich zu machen, dass gerade der erste Besuch beim Frauenarzt nicht schlimm ist.





Wann sollte man das erste Mal zum Frauenarzt gehen?


Ich bin mit 16 das erste Mal zum Frauenarzt gegangen. Es gibt kein Patentrezept, wann man das erste Mal hingehen soll, denn es gibt so viele verschiedene Gründe warum man zum Frauenarzt geht. Nicht nur wegen der Verhütung (was gerade bei jungen Mädchen der Hauptgrund ist), sondern auch wegen starker Regelschmerzen oder ähnlichem oder auch einfach nur aus Neugierde. Jeder kann selber am besten bestimmen, wann der richtige Zeitpunkt ist und man darf nicht hingehen, weil man von anderen (Familie, Freund, ...) dazu gezwungen wird.





Welcher Frauenarzt ist der richtige?


Arzt oder Ärztin? Für junge Mädchen ist die Frage meist schnell beantwortet: Ärztin. So war es bei mir auch. Hier im Ort gibt es nur eine Frauenarztpraxis: eine Gemeinschaftspraxis mit einem Arzt und einer Ärztin. Jeder, den ich kannte, ging zur Ärztin und mein Gefühl sagte mir, dass ich das auch tun sollte. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen von einem Mann untersucht zu werden. Mittlerweile kann ich guten Gewissens sagen, dass es eigentlich keinen Unterschied macht. Beide haben die selbe Ausbildung genossen und Ärzte sind vielleicht sogar noch etwas vorsichtiger als Ärztinnen, denn sie können sich ja nicht vorstellen, wie sich das so anfühlt.
Bei der Arztwahl kann man sich ruhig umhören, ob bei Freundinnen oder bei Verwandten, ganz egal. Wichtig ist aber, dass einem klar ist, dass es bei jedem anders sein kann. So kann der Arzt, der von allen gelobt wird, für einen selbst Frankenstein persönlich sein (na ja, nicht ganz so schlimm, aber ihr versteht, was ich meine, oder?). Also ist ausprobieren angesagt, denn es gibt nichts, was verbietet, nicht 5 mal in der Woche zu einem anderen Frauenarzt zu gehen. ;) Ich war zuerst total zufrieden mit meiner Frauenärztin und habe keinen Gedanken an einen Wechsel verschwendet. Ich kann nur jedem raten trotz jeglicher Zufriedenheit auch mal andere auszuprobieren (mein Gott, wie hört sich das denn an?), denn nur dann kann man sich ein Urteil erlauben. Ich habe bis jetzt nur zwei Frauenärzte „ausprobiert“ und traue mich eigentlich nicht zu urteilen, aber ich weiß wie ich es besser hätte machen können.





Womit muss man in der Praxis vor der Untersuchung rechnen?


Mit nichts anderem, als bei jedem anderen Arzt auch: Wie heißen sie? Haben sie ihre Versichertenkarte dabei? Bitte nehmen sie noch einen Moment im Wartezimmer Platz, Herr Doktor/ Frau Doktor ruft sie gleich auf.
Bis hierhin ist also der Anruf für den Termin die einzige Überwindung!





Ist die Untersuchung so schlimm, wie man immer liest?


Klare Frage, klare Antwort (liebe Grüße an meinen Geschichtslehrer, der diesen Spruch dem ganzen Kurs zum „Ohrwurm“ gemacht hat): NEIN!!! Im nächsten Teil erzähl ich das noch genauer, aber an dieser Stelle sei gesagt, dass man sich bloß nicht durch Berichte ( von Freundinnen, in Zeitschriften,...) verrückt machen lassen sollte.





Was passiert denn im Arztzimmer/ Untersuchungszimmer?


Wie gesagt: der Frauenarzt ist sozusagen ein Arzt wie jeder andere und daher fängt alles gleich an: Wie geht es ihnen? Was führt sie zu mir?

Gerade beim ersten Mal ist dieses Gespräch vorab sehr wichtig. Der Frauenarzt macht sich dabei dann Notizen zu Erbkrankheiten, der Menarche (allererste Regelblutung) und der Periode, usw. Man sollte sich vorher schon überlegen was man alles fragen will, denn das Gegenüber ist die Person mit der Ahnung. Egal wie peinlich einem die Fragen vorkommen: Jede Frage ist erlaubt und sollte sogar gestellt werden. Nur so kann eine Vertrauensbasis geschaffen werden, die, wie ich finde, sehr wichtig ist beim Frauenarzt, denn er dringt ja in einen sehr intimen Bereich ein. Wenn einem der Arzt/ die Ärztin aber sofort schon unsympathisch erschient sollte man vielleicht schon überlegen, welche anderen Frauenärzte noch in erreichbarer Nähe sind.
Gerade beim ersten Besuch sollte dieses Gespräch sehr ausführlich sein. Später kann es sich auch nur auf das notwendigste beschränken.
Nach diesem Gespräch weiß der Arzt alles relevante und kann so beurteilen, ob schon beim ersten Besuch eine Untersuchung auf „dem Stuhl“ notwendig ist und welche Pille gegebenenfalls die richtige ist, etc.

Wenn der Arzt nun also meint, dass eine weitere Untersuchung nicht notwenig ist, kriegt man gegebenenfalls ein Rezept und wird mit der Bitte verabschiedet jedes halbe Jahr zur Routinekontrolle wieder zu kommen.
Wenn der Arzt aber meint, dass eine Untersuchung unumgänglich ist, hört man den berühmten Spruch: Bitte machen sie sich untenrum frei!
Jeder sollte für sich selbst entscheiden, ob er schon auf den Stuhl will. Beim ersten Besuch sollte der Arzt die Option offen lassen, so dass man immer noch die Flucht antreten kann und sich vielleicht sogar einen anderen Arzt suchen kann.

Man hat sich also entschieden zu bleiben und jetzt kommt die Untersuchung, die einem schlaflose Nächte bereitet hat.
Hat man sich denn dann „unten“ frei gemacht, wird man gebeten auf dem Stuhl Platz zu nehmen. Wichtig ist, dass man entspannt bleibt, damit die Untersuchung nicht schmerzhaft wird. Ich weiß selber wie schwer das in dieser Situation ist und ein guter Arzt tut seinen Teil dazu, indem er alles, was er macht genau erklärt.
Man legt sich also total relaxed im Stuhl zurück, macht die Beine breit und hört zu. ;) Im Gespräch hat der Arzt ja schon erfahren, ob man schon Sex hatte oder nicht und so sucht er die Instrumente aus.
Als erstes wird der Arzt Scheide und Schambehaarung betrachten. Dann folgt der Abstrich, der jedes Mal gemacht wird um festzustellen, ob man eine Infektion hat, etc. Der Abstrich wird mit einem Wattestäbchen gemacht (ähnlich wie für die Ohren, nur ist es halt länger). Um den Mutermund, an dem der Abstrich gemacht wird, zu erreichen, wird die Scheide mit einem sogenannten Spekulum geweitet. Das Spekulum ähnelt einem Entenschnabel. Man fühlt hierbei aber höchstens, wie die Scheide geweitet wird, es ist aber keinesfalls schmerzhaft. Als Nächstes werden Blase, Gebärmutter und Eierstöcke abgetastet. Dazu zieht der Arzt an einer Hand einen Aidshandschuh an und führt zwei Finger in die Scheide (mein Freund ist immer noch fest davon überzeugt, dass man so total befriedigt wird :) ) und die andere Hand legt er von außen auf den Unterbauch. Dies kann unangenehm sein, (wer sagt denn auch, dass ein Frauenarztbesuch angenehm ist?) ist aber auch nicht schmerzhaft. Nun ist dieser Untersuchungsteil abgeschlossen und man wird gebeten sich obenrum frei zu machen, damit der Arzt den Busen abtasten kann. So fühlt er bekanntlich, ob Knoten vorhanden sind.
Das war dann auch schon die eigentliche Untersuchung, die normalerweise nicht länger als 2-3 Minuten dauert.
Wenn man sich wieder angezogen hat, sagt der Arzt einem noch, ob alles in Ordnung ist und dass man innerhalb von 2 Wochen angerufen wird, falls der Abstrich (der in ein Labor eingeschickt wird) etwas unnormales ergeben hat.
Das war dann der erste Besuch beim Frauenarzt und wenn alles in Ordnung ist, hat man ein halbes Jahr Ruhe.




Was ist sonst noch wissenswert?


Eigentlich fällt mir dazu ja nur ein, dass die Leute im Wartezimmer kritisch zu betrachten sind. So ist mein Freund beim ersten Mal, wo er sich getraut hat überhaupt mit in die Praxis zu gehen (Ich glaube es wäre mal ein Bericht nötig, in dem erklärt wird, warum Männer sich immer drücken, nicht mit zum Frauenarzt zu gehen), sofort gefragt worden: Wann ist es denn soweit? Man kann sich vorstellen, dass er nur noch böse guckt, wenn ich vom nächsten Termin rede. :)




Krönender Abschluss des Berichts?


Ich hoffe, dass ich einigen die Angst vor dem „ersten Mal“ nehmen konnte. Ich bin nach meiner ersten Untersuchung lachend aus dem Untersuchungszimmer rausgekommen, weil ich es irgendwie total lustig fand, dass die Untersuchung alles andere als schlimm ist. :)

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