Mehr zum Thema KFZ-Versicherung Testbericht
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Erfahrungsbericht von schluhmi
Das geht aber billiger
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Jeder, der ein Auto hat, muss dies in Deutschland auch versichern. Zumindest die Haftpflichtversicherung ist, wie es der Name schon sagt, Pflicht. Sie soll Unfall-Geschädigte vor einem finanziellen Verlust behüten. Doch auch eine Kaskoversicherung hat ihre Daseinsberechtigung. Des weiteren gibt es noch Schutzbrief, Rechtschutz und Insassenunfall, welche man in die Kfz-Versicherung einschließen kann.
Beginnen wir mit der Haftpflicht. Diese Versicherung zahlt den finanziellen Schaden, den der Fahrer eines PKW’s einem anderen zufügt. Körperliche Schäden werden dabei in einen Geldwert umgerechnet (Schmerzensgeld). Unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. Vorsatz) kann die Versicherung aber beim Unfallverursacher in Regress gehen, also sich das Geld ganz oder teilweise zurückholen; der Geschädigte merkt davon nichts, er erhält sein Geld auf alle Fälle von der Versicherung.
Der nächste Punkt ist die Kasko-Versicherung.
Hier unterscheidet man zwischen Teil- und Vollkasko.
Die Teilkasko deckt fast alle Schäden am Fahrzeug ab, für die der Versicherungsnehmer nichts kann. Es sind versichert Brandschäden, Diebstahl (komplett oder auch nur Teile), Hagelschäden, Haarwildschäden (Wildschweine, Rehe, ...), Sturmschäden, Kurzschluss, Glasbruch. Die Teilkasko ist nicht in Schadensfreiheitsklassen eingeteilt, d.h. sie wird nach einem Schaden nicht teurer, allerdings bei Schadenfreiheit auch nicht billiger, doch dazu später mehr.
Die Vollkasko beinhaltet alle Leistungen der Teilkasko-Versicherung plus Vandalismus-Schäden, Schäden durch Federwild (Vögel, Gänse, ...) und den selbstverschuldeten Unfall.
In der Kaskoversicherung ist eine Selbstbeteiligung üblich. Je höher ich die SB wähle, also den Teil eines eventuellen Schadens, den ich selbst bezahlen werde, desto geringer ist mein Beitrag. Die beste Variante meiner Ansicht nach, ist die 300/ 150; also 300 € SB bei Vollkaskoschäden und 150 € SB bei Teilkaskoschäden.
Der Schutzbrief zahlt bei Panne und Unfall die Abschleppkosten, die Pannenhilfe und einige Nebenleistungen. Er ist in der Kfz-Versicherung meist deutlich günstiger, als ein separater Schutzbrief.
Von Rechtschutz und Insassenunfall halte ich persönlich nichts in der Kfz-Versicherung und werde deshalb auch nicht näher auf diese Punkte eingehen. Nur eins, spart Euch das Geld!
Kommen wir nun zum Beitrag. Er ist erstrangig von 3 Faktoren abhängig.
- Die Fahrerfahrung des Versicherungsnehmers. Sie drückt sich in der Schadensfreiheitsklasse (siehe oben) aus. Fahranfänger fangen bei einem hohen Beitragssatz an(es gibt Möglichkeiten hier zu sparen, lest wieder unten!), je länger ich unfallfrei gefahren bin, umso günstiger wird mein Beitrag.
- Was fahre ich für ein Auto. Sportliche Fahrzeuge z.B. sind häufiger in Unfalle verwickelt als Familienkutschen. Ein unabhängiger Gutachter untersucht die Unfallhäufigkeit der verschiedenen Fahrzeugtypen und teilt diese in sogenannte Typklassen ein. Der Versicherungen können sich an diese Einteilung halten, können aber auch Änderungen vornehmen, wenn es bei den eigenen Kunden anders aussieht. Auf alle Fälle würde ich mich vor einem Fahrzeugkauf auch über diese Typklassen informieren, sonst kann die böse Überraschung bei der ersten Versicherungsrechnung kommen.
- In welchem Umfeld bewege ich mein Auto. In der Stadt passieren mehr Unfälle, als auf dem Land. Anhand der Kennzeichen kann man die Fahrzeuge in Regionalklassen unterteilen. Hohe Regionalklassen haben meist Großstädte. Auch diese Regionalklassen werden von einem unabhängigen Gutachter ermittelt. Kleiner Tipp wer in einer Großstadt wohnt, aber auf dem Lande noch einen Garten hat, kann diesen als Nebenwohnsitz anmelden, und sein Auto auf den Garten zulassen, man kann so einige 100 € im Jahr sparen.
Einiges an Beitrag kann man noch durch die sogenannten weichen Rabatte sparen. Wer sein Auto nachts in einer Garage abstellt, bekommt Prozente; außerdem gibt es Rabatt, wenn nur eine oder zwei Personen das Fahrzeug fahren, wenn ich Erstbesitzer des Fahrzeugs bin, und wen ich ziemlich wenig fahre (meist unter 9000 km im Jahr) oder wenn ich im öffentlichen Dienst arbeite. Es gibt noch weiter Rabatte, die aber von Gesellschaft zu Gesellschaft verschieden sind, informiert Euch am besten bei einem Versicherungsmakler. Aber Achtung, wenn Ihr sagt ihr nutzt eine Garage, und dann wird Euer Auto nachts auf der Strasse geklaut, kann es Ärger geben.
Zur Einstufung von Fahranfängern. Viele Gesellschaften bieten einen vergünstigten Einstieg, wenn man sich bei der Gesellschaft versichert, wo auch schon die Eltern versichert sind. Für Ehepartner, die später einen Führerschein machen, gibt es auch immer einiges zu sparen.
Die erfahrenen schadensfreien Jahre werde beim Wechsel einer Versicherung an die neue Gesellschaft weitergeben, man verliert also kein Geld, sollt sich also jährlich über die verschiedenen Angebote informieren. Man kann die Versicherung jeweils zum Ende des Versicherungsjahres (meist gleich Kalenderjahr) oder beim Kauf eines Fahrzeugs wechseln.
Zum Schluss möchte ich noch einige Trugschlüsse, die durch Deutschland kursieren beseitigen:
- Eine Teilkasko-Versicherung ist immer billiger als eine Vollkasko. FALSCH! Da eine Vollkasko von der Schadensfreiheit des Fahrers abhängig ist, diese also bei Schadensfreiheit billiger wird, kann sie für einen langjährig Schadensfreien günstiger sein, als eine Teilkasko.
- Mein Vertreter verdient an meiner Kfz-Versicherung Schweine-Kohle. FALSCH! Die Kfz-Versicherung ist die am schlechtesten bezahlte Versicherung und macht am meisten Arbeit.
- Eine Vollkasko soll man beim Fahrzeugalter von 3 Jahren kündigen. FALSCH! Man sollte immer den Wert des Fahrzeugs ins Verhältnis zum Beitrag sehen. Nehmen wir z.B. eine Golf IV. Der hat nach 3 Jahren noch ca. einen Wert von 12.000 €. Die Vollkasko gibt’s ab ca. 130 € (bei günstiger Schadensfreiheitsklasse). Wenn ich dieses Auto im vierten Jahr gegen den Baum setze, und das ohne Kasko, sind die 12 Tausend pfutsch. Das allein ist schon ärgerlich. Noch Ärgerlicher wird’s, wenn das Fahrzeug finanziert ist, und man dann vielleicht noch Jahre lang monatlich für einen Schrotthaufen bezahlen muss.
Noch zwei Tipps zum Schluss für Neuwagenkäufer. Macht unbedingt eine Versicherung, die Euch eine Neuwagenentschädigung bietet. Der Wertverlust im ersten Jahr ist am Größten, darum sind auch Jahreswagen so günstig. Wenn man sich in ein 30-Tausend-€-Auto setzt und vom Hof des Händlers fährt, ist das Auto schon nur noch 25000 € wert (variiert je nach Typ). Hat man eine Versicherung ohne Neupreisentschädigung gibt’s beim Unfall nur diesen Zeitwert, bei Neupreisentschädigung den Listenpreis. (Achtung: Kaufpreisentschädigung ist nicht gleich Neupreisentschädigung!!!)
Für Leasingfahrzeuge: macht eine GAP-Deckung; die kostet zwar ein paar € mehr, macht sich aber im Falle eines Schadens bezahlt. Der Buchwert des Fahrzeugs fällt linear, der Zeitwert nicht. Es passiert also zwangsläufig, dass der Zeitwert, also das was eine normale Versicherung bezahlt, geringer ist als der Buchwert, also das was der Leasinggeber von Euch dann will. Also unbedingt die GAP-Deckung abschließen, die deckt auch die Differenz.
Also vergleicht genau und schaut Euch um.
26 Bewertungen, 5 Kommentare
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08.05.2002, 12:17 Uhr von martinius
Bewertung: sehr hilfreichGute Meinung, aber die Rubrik hier heißt nicht Allgemein, sondern Allgemeine, und das ist ein Versicherungsunternehmen!
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18.04.2002, 12:00 Uhr von Tomcat01
Bewertung: sehr hilfreichTolle Meinung!
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29.03.2002, 14:39 Uhr von Mandinka
Bewertung: sehr hilfreichhab zwar noch kein Auto aber jetzt weiß ich wenigstens wie das mit der Versicherung läuft*g*
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20.02.2002, 00:05 Uhr von TheGreatMaster
Bewertung: sehr hilfreichDer Tipp mit dem Garten ist echt toll! Ich werd Dir mal mein Vertrauen ausprechen. Denn in Versicherungen hab ich so meine Schwäche. Gruß TheGreatMaster.
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18.02.2002, 17:58 Uhr von bianca24
Bewertung: sehr hilfreichIch hasse alle Versicherungen *heul*...
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