Erfahrungsbericht von leser@tte
GEFÄHLICHE POSSEN von T. Pratchett, D. Adams, I. Asimov uva.
Pro:
spannende Story
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Fehlerhaft und dennoch Fantastisch
Der von Peter Haining herausgegebene Band GEFÄHLICHE POSSEN bietet Highlights der humorvollen Fantasy. Eigentlich habe ich mir das Buch mit 24 Kurzgeschichten lediglich gekauft, weil ich dachte es handelt sich um seichte Lektüre vor dem Einschlafen. Nachdem ich in durchgelesen habe muß ich aber sagen, daß ich das Buch trotz einiger Macken für ein wirklich herausragendes Stück phantastischer Literatur halte, welches einen Ehrenplatz (schnell griffbereit) in meinem Büchregal erhalten wird.
Großartig finde ich nicht nur die Zusammenstellung von meist unbekannten Kurzgeschichten einiger Autoren von Weltruhm - nein, besonders begeistert bin ich davon, daß jeder Geschichte eine Einleitung voran gestellt ist, welche Hintergrundinformationen zum Autor gibt und die Geschichten in einen Gesamtzusammenhang zu stellen vermag.
Gegliedert ist das Buch dabei in drei Teile zu je 8 Kurzgeschichten, die da wären:
1. Zauberer und Dingsdas
Geschichten von komischer Absurdität von Terry Pratchett, Lord Dunsay, John Collier, Henry Kuttner, Eric Frank Russel, Ray Bradbury, Philip K. Dick und Ursula K. Le Guin
2. Schwerter und Zauberei
Geschichten der heroischen Fantasy von Stephen Donaldson, F. Anstey, James Branch Cabell, Frederic Brown, Fritz Leiber, Robert Bloch, Brian W. Aldiss und Avram Davidson
3. Astronauten und Außerirdische
Space-Opera-Arien von Douglas Adams, H.G. Wells, C.S. Lewis, Reginald Bretnor, Arthur C. Clarke, Isaac Asimov, Larry Niven und Kurt Vonnegut Jr.
Dabei muß ich zugeben, daß die meisten Autoren bereits im voraus für mich als Garant für Qualität standen und ich eine derart erlesene Auswahl ehestens in Suhrkamps Phantastische Bibliothek erwartet hätte.
Ich hoffe es wird mir verziehen, wenn ich bei der Fülle nicht auf alle Geschichten im einzelnen eingehe. Die meisten haben mir jedenfalls sehr gut gefallen. Als Beispiel sei vielleicht die Geschichte DER TWONKY von Henry Kuttner herausgegriffen, da ich von diesem Autor bisher noch nie etwas gehört hatte:
In einer Radiofabrik in welcher die Mitarbeiter häufig wechseln taucht ein sonderbarer Fremdling mit einer Beule am Kopf auf. Da dieser verwirrt und betrunken scheint wird er vom Vorarbeiter angefahren er solle an die Arbeit gehen. Er schaut sich kurz die Musiktruhen an und in seinem nebligem Geist sieht er seine Bestimmung. Twonkys! Sein ganzes Leben hatte er Twonkys hergestellt, also war es wohl das, was man von ihm wollte. Sofort ging er an die Arbeit. Nach einiger Zeit war der Twonky fertig und ein Vergleich mit den anderen Musiktruhen ließ äußerlich keinen Unterschied erkennen. Er brachte den Twonky also ins Lager zu den anderen Musiktruhen und kehrte in die Werkstatt zurück. Da lichtete sich der Nebel in seinem Kopf vollends.
Er japste etwas von Großer Snell! und ..Zeitknoten, zog seinen Overall aus, tastete in einer Ecke in der Luft und setzte sich zufrieden etwa einem Meter über dem Boden in die Luft un verschwand.
In kurzer Form beginnt die Geschichte vom Twonky so. Wer nun wissen will, was mit der Musiktruhe weiter geschieht hat entweder die Möglichkeit sich GEFÄHLICHE POSSEN zuzulegen oder besorgt sich den Band Line to Tomorrow aus dem Jahre 1946 von Henry Kuttner. Mir geht es bei dieser Zusammenfassung nur darum einen kurzen Einblick zu geben um was für eine Art von Geschichten es sich hier handelt. Die Geschichte soll im übrigen auch Verfilmt worden sein und wird als Vorläufer zu Steven Spielbergs Poltergeist betrachtet.
Wenn ich zu den Fehlern in dem Buch komme, die mich stören, kann ich auch gleich mit Henry Kuttner beginnen. Wenn ich der Biographie glauben schenken soll wäre er 144 Jahre alt geworden. (Seite 42)
Bei Eric Franc Russel steht er hätte von 1905 bis 1878 gelebt!? (Seite 74) Ich denke jedoch nicht, daß er den Zeitstrahl in entgegengesetzter Richtung entlangläuft.
Bei F. Anstey steht (Seite 175), daß es sich um das Pseudonym von Thomas Anstey Guthrie handelt, welches dadurch zustande kam, daß der Setzer als Unterschrift fälschlicherweise T. Anstey las. Möglicherweise hat auch diesmal ein Setzer nicht aufgepaßt. Darauf deutet auch hin, daß auf Seite 178 in der Story von F. Anstey das e im Wort bewußt fehlt und auf Seite 239 ein guter junge klein geschrieben ist!
Weitaus verwirrender finde ich jedoch, daß man mir bei Douglas Adams einreden möchte, die deutsche Übersetzung von Mostly Harmless hieße Einmal Rupert und zurück (Seite 284). Ich habe beide Bücher gelesen und muß sagen, daß es sich um gänzlich verschiedene Bücher handelt – einen Science Fiction Roman und ein Buch über vom Aussterben bedrohte Tierarten!
Wenn ich jetzt noch die fehlenden Anführungszeichen auf Seite 345 erwähne bin ich gespannt, welche Fehler in meinem ciao Bericht mir alles aufgetischt werden.
Aber möglicher Weise hilft es ja dem ein oder anderem den Band als Mängelexemplar herunter zu handeln!
Hier kurz die Daten:
GEFÄHRLICHE POSSEN von Peter Haining (Hg.)
Erzählungen von Terry Pratchett, Douglas Adams u.a.
Heyne Buch Band 06/5909, 3. Auflage
444 Seiten Paperback für 14,90 DM
Umschlaggestaltung Josh Kirby
(der allen Terry Pratchett Freunden bekannt sein dürfte)
Fazit:
Der Herausgeber verspricht nicht zu viel, wenn er den Band als Anthologie von Highlights der humorvollen Fantasy bezeichnet. Trotz der langen Liste von Fehlern erlaube ich mir für diese phantastische Sammlung die beste Bewertung zu geben. Sowohl die Zusammenstellung, wie auch die Einbettung in einen literarischen Kontext verdienen meine Hochachtung. Ich hoffe jedoch, daß in der 4. Auflage (ich habe die 3.) die Fehler beseitigt werden!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-25 16:01:39 mit dem Titel wildes Sammelsurium humorvoller Fantasy
Ein Bericht über
Ritter des Wahnsinns von Peter Haining (Hrsg.)
Der von Peter Haining herausgegebene Band RITTER DES WAHNSINNS bildet den Abschluß seiner dreibändigen Reihe mit Highlights der humorvollen Fantasy. Nachdem ich die beiden ersten Bände (SCHEIBENWAHN und GEFÄHRLICHE POSSEN) verschlungen habe konnte ich natürlich auch von diesem nicht die Finger lassen. Wie auch die ersten beiden Bände ist die Sammlung wieder in drei Teile zu je 8 Kurzgeschichten gegliedert. Im einzelnen findet sich in diesem Band:
1. Flüge der Phantasie (absurde Geschichten)
· TERRY PRATCHETT - Hollywood-Hühner
· JEROME K. JEROME - Das neue Utopia
· G.K. CHESTERTON - Die zornige Straße
· MERVIN PEAKE - Die Party der Lady Cusp-Carnine
· ROBERT BLOCH - Der kleine Mann, der nicht ganz da war
· RAY BRADBURY - Das Jahr, als das Glop-Monster den Goldenen Löwen von Cannes gewann
· PETER S. BEAGLE - Leila, die Werwölfin
· PHILIP K. DICK - Der Krieg mit den Fnolls
2. Anno dazumal (Geschichten von heroischen Zeiten)
· SPIKE MILLIGAN – Die Schöpfungsgeschichte nach Spike Milligan
· MARK TWAIN – Eine mittelalterliche Romanze
· BEN TRAVERS – Ethelred der Unredliche
· EVAN HUNTER – Die Traum-Maid
· JOHN KENDRICK BANGS – Drei Monate im Ballon
· GENE WOLFE – Wie ich den zweiten Weltkrieg verlor und mithalf, die deutschen Invasoren zurückzuwerfen
· ORSON WELLS – Fifi und die chilenischen Trüffel
· PETER SELLERS – Der Verschwender
3. Humord muß sein (Kriminalfälle)
· TOM SHARPE – Gut aufrühren
· L. FRANK BAUM – Der Selbstmord des Kiaros
· A. A. MILNE – Der Raub des Sherlocks
· JAMES THURBER – Der Fall des weißen Kaninchens
· STAN McMURTRY – Wasses Auge nicht sieht
· WOODY ALLEN – Die Verurteilten
· DONALD E. WESTLAKE – Das Mulligan-Stew
· DAVID L. STONE – Die Dulwich-Mörder
Während ich bei den ersten beiden Bänden eigentlich durch die Bank weg begeistert war fällt es mir bei diesem Band etwas schwerer ein einhelliges Urteil zu bilden. Das mag zum einen daran liegen, daß der Band recht schwach anfängt. Die Story von Terry Pratchett ist einfach nicht ganz das, was ich sonst von ihm gewohnt bin. Es geht um Hühner, die neben der Autobahn eine eigene Zivilisation bilden.
Gleich im Anschluß liefert Jerome K. Jerome, der einigen vielleicht durch seinen Roman Drei Mann in einem Boot bekannt ist, eine Story die auf mich ein Flickwerk aus zwei Storys des Sammelbandes SCHEIBENWAHN wirkt. Seine Kurzgeschichte Das neue Utopia, die von einer merkwürdigen Reise in die Zukunft handelt, scheint mir einfach eine Mischung aus Kurt Vonnegut Juniors Harrison Bergeron und Stephen Leacocks Der Asbestmann zu sein.
Schade finde ich auch, daß die von mir sehr geschätzten Space Operas in diesem Band durch seltsame Kriminalfälle ersetzt worden sind, wenn auch gerade unter diesen eine meiner Lieblingsgeschichten in dieser Sammlung zu finden ist. Woody Allens Die Verurteilten erinnert mich irgendwie stark an den Film Die letzte Nacht des Boris Gruschenko. Dieser Film ist bisher mein Lieblingsfilm von Woody Allen und so dürfte es auch nicht verwundern, daß mir eine derartige Kurzgeschichte sehr gefällt.
Ein weiteres Highlight ist die Geschichte von Philip K. Dick, der mir bisher nur durch seine Geschichte Träumen Androiden von elektrischen Schafen bekannt war, welche als Vorlage zu Ridley Scotts Film Bladerunner diente. Darin versucht eine merkwürdige außerirdische Spezies (die Fnolls) die Erde zu erobern. Das sonderbare an ihnen ist, daß alle zwar jede beliebige (menschliche) Form annehmen können, aber alle exakt gleich aussehen und nur 1,20 Meter groß sind. Bei dem hier beschriebenem erneuten Angriff passiert es nun durch ein Unglück, daß sie auf die normale menschliche Körpergröße anwachsen und die Invasion scheint unaufhaltbar, bis alles ein unerwartet merkwürdiges Ende nimmt.
Nun, bei der Fülle an Geschichten möchte ich nicht auf jede einzeln eingehen. Ein weiterer Pluspunkt des Buches sollte aber noch erwähnt werden. Das eigentliche Konzept dieser Antologie. Gelungen finde ich dabei, daß jeder Geschichte eine Einleitung voran gestellt ist, welche Hintergrundinformationen zum Autor gibt und die Geschichten in einen Gesamtzusammenhang stellt.
Hier kurz die Daten:
RITTER DES WAHNSINNS von Peter Haining (Hg.)
Erzählungen von Terry Pratchett, Woody Allen u.a.
Heyne Buch Band 06/9062, 2. Auflage
380 Seiten Paperback für 14,90 DM
Umschlaggestaltung Josh Kirby
(der allen Terry Pratchett Freunden bekannt sein dürfte)
Fazit:
Nach den fantastischen ersten beiden Bänden der Reihe (SCHEIBENWAHN und GEFÄHRLICHE POSSEN) finde ich hier die Geschichten doch sehr durchwachsen. Einige gefallen mir sehr gut, dafür kann ich mit manchen einfach nichts anfangen oder finde sie einfach nicht komisch. Für den Inhalt würde ich vielleicht neutrale 3 Punkte vergeben.
Das Gesamtkonzept des Buches, eine Sammlung von unbekannten Kurzgeschichten meist bekannter Autoren mit Hintergrundinformationen über ebendiese, finde ich nach wie vor super. Auch hat der Band deutlich weniger Druckfehler als die ersten. Dafür hätte ich ein sehr gut vergeben.
Somit bilde ich diesmal den Mittelwert und spreche nur eine bedingte Empfehlung aus.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-29 11:06:04 mit dem Titel Peter Haining (Hrg.) / Scheibenwahn: Von PRATCHETTs Tod bis CLARKEs Weltuntergang
Wenn man sich vor Augen hält, daß die Sammlung von Kurzgeschichten unter dem Titel SCHEIBENWAHN mit einer Geschichte über den Tod beginnt und mit einer vom Weltuntergang endet, scheint es sich auf den ersten Blick um eine eher morbide Anthologie zu handeln. Verwunderung macht sich dann breit, wenn auf der Rückseite des Bandes erklärt wird, daß es sich um eine Sammlung von Highlights humorvoller Fantasy (dt. etwa Höhepunkte humorvoller phantastischer Geschichten) handelt. Nachdem ich die wilde Sammlung leider schon wieder beendet habe möchte ich hier einen wirklichen Schatz für Freunde von Science Fiction und Fantasy Literatur und Kurzgeschichten vorstellen.
Es handelt sich um den zweiten Band einer Reihe von Kurzgeschichten die von Peter Haining herausgegeben werden und auf die ich eher durch Zufall gestoßen bin, als ich in Hannover auf Bücherbummel unterwegs war. Dort stießen mir zwei Bücher sofort ins Auge, da der Umschlag unverkennbar von Josh Kirby gestaltet war und ich zuerst dachte es handele sich um zwei neue Terry Pratchett Romane. Ganz daneben lag ich nicht, den jeder Band der Reihe beginnt mit einer Kurzgeschichte von Pratchett. Es handelte sich um die Bücher:
GEFÄHRLICHE POSSEN &
RITTER DES WAHNSINNS
Als ich erfuhr, daß es noch einen mittleren Band gibt habe ich in schnell bei amazon bestellt. Um diesen geht es nun.
SCHEIBENWAHN ist wie auch die anderen beiden Bücher in drei thematisch zusammengehörige Teile zu jeweils acht Kurzgeschichten aufgeteilt. Besonders gut gefällt mir, daß jeder Kurzgeschichte eine kurze Einführung voran gestellt ist, in der der Autor und das Umfeld erläutert werden. Diese Reihe eignet sich so also auch gerade besonders gut für Neueinsteiger in die phantastische Literatur, die hier einen netten Überblick geboten bekommen. Im einzelnen finden sich in diesem Band folgende Kurzgeschichten:
TEIL 1 – Dinge und Undinge
(Komische Phantasien)
•TERRY PRATCHETT – Scheibenwahn
•P.G. WODEHOUSE – Ein Stück wirkliches Leben
•L. SPRAGUE DE CAMP & FLETCHER PRATT – Besser als eine Mausefalle
•ERIC KNIGHT – Sam Smalls bessere Hälfte
•MERVYN PEAKE – Totentanz
•C.S. LEWIS – Trugwelt
•KURT VONNEGUT JR. - Harrison Bergeron
•PIERS ANTHONY – Phantastisch bis Rar
TEIL 2 – Tödliche Nachtgestalten
(Erzählungen vom Übernatürlichen)
•JOHN COLLIER – Die richtige Seite
•FREDERIC BROWN - Koboldgeist
•NELSON BOND – Der Geist ist billig
•THOMAS M. DISCH – Küchenschaben
•ANGELA CARTER – Die Dame aus dem Haus der Liebe
•MICHAEL MOORECOCK – Steinding
•ROBERT BLOCH – Psycho und Nympho
•ROALD DAHL – Ach, süßes Geheimnis des Lebens
TEIL 3 – Freier Raum
(Science Fiction-Geschichten)
•STEPHEN LEACOCK – Der Asbestmann
•JOHN WYNDHAM – Das Weibchen des Spezies
•STANISLAW LEM – Die Tracht Prügel
•CORDWAINER SMITH – Von Gustibles Planeten
•ROBERT SHECKLEY – Spezialist
•WILLIAM F. NOLAN- Die Abenteuer mit den Marsmonden
•HARRY HARRISON – Die goldenen Jahre der Stahlratte
•ATHUR C. CLARKE – Die Gedankenbotschaft
Bei immerhin 24 Erzählungen, die mir ausnahmslos Vergnügen bereitet haben, halte ich es für übertrieben auf jede ausführlich eingehen zu wollen. Deshalb picke ich mir lieber aus jedem Teil eine heraus und schreibe kurz etwas dazu.
Die Titelgeschichte der Sammlung Scheibenwahn von Terry Pratchett wird die Fans wahrscheinlich überraschen. Auch wenn es der Titel vermuten läßt spielt sie keineswegs auf der Scheibenwelt, wo seine meisten Geschichten angesiedelt sind, sondern in England. Es geht um einen Disc Jockey, der im LP Scheibenwahn ist und der Bekanntschaft mit einem gutem Bekannten für alle Pratchet Leser macht – GEVATTER TOD.
Auch wenn es schwer zu entscheiden ist, welche Geschichte mir am besten gefallen hat, so belegt doch Psycho und Nympho von Robert Bloch auf jeden Fall einen der vordersten Plätze. Die Geschichte eines Psychaters, der eine Nymphomanin von einem Satyr befreien soll wurde zuerst im amerikanischem Magazin HUSTLER veröffentlicht, welches seit ich das weiß in meiner Gunst sehr gestiegen ist. Sie besticht vor allem durch sprachlichen Witz und Doppeldeutigkeiten, die auch in der deutschen Übersetzung gut rüberkommen.
Die letzte Geschichte berichtet von einer merkwürdigen Kontaktaufnahme Außerirdischer Intelligenzen mit einem Mathematiker auf der Erde. Selten dürfte der Untergang der Welt auf derart lustige Weise eingeläutet worden sein.
Nun ich hoffe, ich konnte einigen diese Sammlung schmackhaft machen.
Das Buch hat übrigens 300 Seiten und ist im Paperback beim Heyne Verlag erschienen. Bezahlt habe ich für diesen (wie auch für die beiden anderen Bände) 14,.90 DM.
Fazit:
Ein muß für alle die auf Kurzgeschichten aus dem Bereich Fantasy und Science Fiction stehen.
Nach dem ersten Band GEFÄHRLICHE POSSEN ist Peter Haining hier ein wirklich guter Nachfolger gelungen. Ich kann es kaum erwarten den dritten Band zu lesen und wäre dankbar, wenn jemand mir weitere Bücher in dieser Richtung nennen würde.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-02 14:34:51 mit dem Titel Die fliegenden Zauberer / Niven, Larry & Gerrold, David
Zugegeben, nicht als zu häufig kommt es vor, daß ich einen Bericht bei ciao lese und mir gleich das Buch bestelle, aber in diesem Falle war es so. (Bei yopi ist mir das bisher nocht nicht passiert!) Und nun bin ich fertig und werde mir Mühe geben meine Sicht auf das Buch darzulegen.
Kurz zur Handlung:
Ein Astronaut landet auf einem unerforschtem Planeten, der in einer Nebelwolke verborgen liegt und um den zwei Sonnen kreisen.
(Bevor ich schelte von der astrophysikalischen Fraktion oder Vertretern des heliozentrischen Weltbildes bekomme sei gesagt, daß dies das Bild ist, wie ich es in dem Buch verstanden habe.)
Dort trifft er auf eine Zivilisation der technische Begriffe fremd sind und welche ihr Naturverständnis in der Götterwelt und der Magie sucht. So sind dann auch die Hauptfiguren Purpur (der Astronaut) und Shoogar, der Dorfschamane oder Magier.
Sehr interessant macht die Geschichte, daß sie aus der Perspektive von Lant, dem örtlichem Knochenhändler erzählt wird und eben nicht aus der Sicht von Purpur, welche etwa die der [I]Jungs der NASA sein könnte, denen das Buch gewidmet ist.
So stellt da Buch für mich hauptsächlich ein Aufeinanderprallen zweier sehr unterschiedlicher Kulturen und die sich daraus ergebenden Konflikte dar. Hauptsächlich rühren diese allerdings daher, daß sich Shoogar dauernd duellieren will, weil ein Dorf keine zwei Magier haben darf.
Der Klappentext verspricht, daß der Roman selbst die glühensten Anhänger der exakten Naturwissenschaften davon überzeugen [dürfte], daß Wissenschaft und Magie nur zwei Arten der Betrachtung ein und derselben Sache sind: der Wirklichkeit.
Nun, ich weiß nicht, wer diesen Kommentar geschrieben hat, aber wenn er damit meint, daß der Roman aus Naturwissenschaftlern Magier macht, hat er ein anderes Buch gelesen als ich. Vergleiche ich den sturen Shoogar und den (zugegebenermaßen nicht ganz so diplomatischen) Purpur, würde ich mich an jedem Punkt des Buches auf die Seite der Wissenschaft stellen, ebenso wie es den Söhnen von Lant im Verlaufe der Geschichte zu ergehen scheint.
Desweiteren wird versprochen, daß dem Autorengespann Niven und Gerrold einer der witzigsten SciFi-Romane gelungen sei, die je geschrieben wurden. Nun, da muß ich recht geben. Es ist zwar nicht so, daß ich das Buch dauern vor Lachen in die Ecke geworfen habe, aber es hat mir doch ein paar vergnügliche Abende beschert.
Ich nehme allerdings an, daß das Original noch besser ist, da bereits der Titel THE FLYING SORCERERS in seiner Doppeldeutigkeit zwischen fliegenden Zauberern und Untertassen in der Übersetzung nur die Hälte rüberbringt. Und auch die Transformation des Namens Asimov in Purpur ist im Deutschen nicht unbedingt nachzuvollziehen.
Zu den Autoren kann ich leider nicht all zu viel sagen, da dies mein erster (aber bestimmt nicht letzter) Roman von ihnen war. David Gerrold wird allerdings als Autor von Enemy Mine genannt, dessen Verfilmung ich vor Jahren gesehen habe und die auch ein ähnliches Thema behandelt.
Zum meiner Ausgabe kann ich noch kurz anmerken, daß es sich um das Heyne Buch 7022 handelt, welches als Paperback mit 448 Seiten 12 DM gekostet hat.
Zum Abschluß noch ein Schnitzer, der mir aufgefallen ist:
Auf Seite 390 meiner Ausgabe findet sich der schöne Satz Purpur hatte bereits drei Säcke aufgebunden und arbeitete an dem dritten. Ob daß nun der (Über-)Setzer war oder auch nicht, ich weiß es nicht...
Fazit:
Ich bin weiterhin dankbar für den Tip, den ich bei ciao aufgeschnappt habe und empfehle das Buch hiermit weiter. Auch wenn es nicht die Kombination von Magie & SciFi a la Piers Anthony war, die ich erwartet habe, bin ich alles andere als enttäuscht.
Eine spannende Geschichte mit Tiefgang und Sinn für Humor.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-13 09:55:06 mit dem Titel Doppelwelt = Doppelspaß
Magie regiert die eine Welt, Wissenschaft die andere - und ein Mensch ist Grenzgänger zwischen beiden. So heißt es auf der Rückseite des Romans Doppelwelt von Piers Anthony. Eine Beschreibung, die nicht nur auf den Protagonisten der Geschichte zutrifft, sondern durchaus auch den Autor beschreibt, welcher in meinen Augen eine ganz eigene Art gefunden hat die Genres Fantasy und Science Fiction zu verbinden.
DIE STORY
Erzählt wird die Geschichte von Stile, der als Leibeigener auf dem Planeten Proton lebt. Dieser Satz mag recht mittelalterlich klingen, jedoch ist Proton eine sehr hoch technisierte Welt, die als einzige den Rohstoff Protonit liefern kann, der genug Energie für interstellare Raumfahrt besitzt. (Ein Vergleich zu Frank Herberts Spice drängt sich mir auf...) Phaze wird von den Bürgern regiert und die einzige Chance auf Proton eine Aufenthaltsgenemigung für 30 Jahre zu bekommen ist sich als Leibeigener zu verdingen. Nach diesen 30 Jahren muß man den Planeten verlassen, wird aber derart fürstlich entlohnt, daß man sich irgendwo in der Galaxis zur Ruhe setzen kann.
Die Leibeigenen auf Phaze leben jedoch nicht schlecht. Zwar sind sie den Bürgern zu gehorsam verpflichtet und haben nicht das Recht Kleidung zu tragen, dafür ist aber für alle Grundbedürfnisse gesorgt. Ein Leibeigener hat keinen eigenen Besitz, hat aber auch gar keinen Grund, etwas eigenes besitzen zu müssen. So möchten die meisten eigentlich auch auf Proton bleiben. Die einzige Möglichkeit, länger als 30 Jahre zu bleiben, ist der Gewinn der alljährlichen Meisterschaften im Spiel.
Das Spiel ist eigentlich eine Meisterschaft, in der jeder gegen jeden in allen Möglichen Wettkämpfen antreten kann. Eine genauere Erklärung würde diesen Bericht sprengen, den die Variation reicht von GO bis zum Marathonlauf.
Bevor ich mich jetzt in Einzelheiten verzettel sollte ich aber zu einem der wichtigsten Aspekte von Proton kommen. Der Planet hat einen Zwilling (Phaze) in einem parallelen Universum, auf dem einiges anders ist. Während Proton eine hochtechnisierte Lebensfeindliche Welt ist, auf der das Überleben nur in Kuppeln möglich ist, ist Phaze eine naturbelassenen Märchenwelt mit Einhörnern, Werwölfen und Zauberern. Jede Kreatur auf Phaze hat eine Entsprechung auf Proton und umgekehrt. Wenn jedoch einer der beiden stirbt, kann der andere zwischen den Welten wechseln.
Genau daß passiert Stile. Sein alternatives Selbst stirbt und er wird zum Wanderer zwischen den Welten. Da der erste Band für Ihn unter dem Moto: Erkenne dich selbst! steht, möchte ich an dieser Stelle meine Beschreibung der Geschichte abbrechen um nicht zuviel vorwegzunehmen.
SKURILES
Laut Klappentext ist Doppelwelt der Startband der wohl besten Science Fantasy-Trilogie von Piers Anthony. Das verwundert, den in Deutschland kamen gleich zum Start 4 Bände auf den Markt. Einerseits könnte man nun sagen, daß Piers Anthony neben Douglas Adams einer der wenigen Autoren ist, die eine Trilogie mit mehr als drei Bänden auf den Markt gebracht haben, andererseits könnte man argumentieren, daß der deutsche Verlag einfach den zweiten Band in zwei Teilen auf den Markt gebracht hat und der Autor gar nicht dafür kann. Mittlerweile ist jedoch auch ein wirklicher vierter Band in deutsch erschienen und die englischen Bände zur Doppelwelt sind auf 7 angewachsen, womit Anthony Adams sogar überrundet hat. Die Trilogie Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams bringt es schließlich nur auf fünf Bände.
DER AUTHOR
Piers Anthony Dillingham Jacob wurde am 6. August 1934 in Oxford, England geboren. Bereits im Alter von 4 Jahren verließ er aber England und kehrte nie mehr in das Land seiner Geburt zurück. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern lebte er kurz in Spanien, wo seine Eltern während des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 an einem Hilfsprojekt für hungernde Kinder arbeiteten.
Wegen Problemen mit der neuen Regierung (Piers Vater wurde von der Regierung Franco wegen falscher Anschuldigungen verhaftet) verließ die Familie Spanien aber 1940. So kam Piers im Alter von 6 Jahren in die Vereinigten Statten von Amerika, wo sein Vater ursprünglich herstammte.
Seine schulische Laufbahn war zunächst ein großes Desaster. Da er sich zu beginn bereits an die dritte Heimat gewöhnen mußte und zusätzlich ie Ehe seiner Eltern in die Brüche ging, verwundert mich dies jedoch nicht sehr. Er wechselte 5 mal die Schule und verbrachte 3 Jahre in der ersten Klasse bis er Lesen und Schreiben konnte. Zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl keiner daran das sich Piers Anthony eines Tages mit Literatur in irgend einer Form beschäftigen würde.
1956 schloß Piers die Schule (Goddard College, Vermont) ab und heiratete seine Frau Carol Ann Marbel (kurz Cam). 1958 erlangte Piers nach dem Dienst in der U. S. Army die amerikanische Staatsbürgerschaft. Piers und Cam ließen sich nach seinem Kriegsdienst in Florida nieder, wo sie bis heute leben. Da beide zusammen bereits genug Namen für eine Großfamilie haben nannten sie ihre Töchter kurz Penny (*1967) und Cheryl (*1970).
Nach einigen Jobs als Lektor und Lehrer stellte Piers fest, das darin nicht seine wirkliche Bestimmung lag. Kurzerhand verkürzte er seinen Namen zu Piers Anthony, kündigte seinen Job und begann zu Schreiben. Die ersten Versuche eine Geschichte zu veröffentlichen waren allenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Seine erste Kurzgeschichte (Evening) wurde vom Galaxy Magazine abgelehnt, und erst nach vielen Jahren, und vielen Versuchen wurde 1962 seine erste Geschichte veröffentlicht. Fünf Jahre später folgte der erste Roman. Mittlerweile hat Piers Anthony über 110 Romane geschrieben, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden.
DIE TRILOGIE
Der Doppelwelt Zyklus besteht in der deutschen Überstzung aus den Büchern
Die Doppelwelt
Der Blaue Adept Band 1
Der Blaue Adept Band 2
Juxtaposition
Verbannt aus der Doppelwelt
Die ersten 4 Bücher sind bei Moewig erschienen und mittlerweile leider alle vergriffen. Den letzten Band kenne ich leider nicht, weshalb ich dazu keine näheren Angaben machen kann. Im Original sind mittlerweile drei weitere Bände hinzugekommen, die aber bisher nicht auf deutsch erschienen sind.
DATEN
Piers Anthony DIE DOPPELWELT
erschienen bei Moewig
Originaltitel SPLIT INFINITY
deutsche Übersetzung Thomas Ziegler
352 Seiten Paperback
Preis 8,80 DM
FAZIT
Die Doppelwelt halte ich für einen sehr unterhaltsamen Roman, der mit Fantasy und Science Fiction zwei meiner Lieblingsgenres vereint. Die Story regt vielerlei zum nachdenken an. Man kann sie als eine Gegenüberstellung der heutigen technisierten Welt zur magischen Welt unserer Ahnen sehen. Auch kann man sie als eine Interpretation der Neumannschen Viele Welten Theorie betrachten. Ebenfalls fallen mir Parallelen zu Flucht ins 23. Jahrhundert (mit 30 Verbannung aus der Gesellschaft) und Frank Herberts Wüstenplaneten (Spice - Photonit) ins Auge.
Alles in allem ein Buch, daß ich jedem empfehlen kann, dem es irgendwo mal über den Weg läuft. Ich finde es sehr schade, daß die Reihe im Handel vergriffen ist und hoffe, daß sie irgendwann neu aufgelegt wird.
(Wie immer erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-13 10:39:56 mit dem Titel halbes Buch zur Doppelwelt
Der Blaue Adept 1 / Anthony, Piers
Trotz der netten Story fühle ich mich von diesem Produkt enttäuscht. Es ist zwar ein Kuriosum, daß der zweite Band einer Trilogie groß den Aufdruck Band 1 trägt, ebenso wie es merkwürdig ist, wenn eine Trilogie mit vier Bänden verlegt wird. Dies allin trägt allerdings eher zur meiner Erheiterung bei, denn auch die ursprüngliche Trilogie ist mittlerweile um einige Bände erweitert worden, von denen aber bisher nur einer in deutscher Sprache erschienen ist. Ärgerlich macht es mich aber, wenn ich ein Buch kaufe und es mitten in der Geschichte plötzlich aufhört.
Zur Erklärung, in diesem Band befinden sich die ersten fünf Kapitel der amerikanischen Originalausgabe und Kapitel 6-12 kamen in Deutschland als separates Buch (Der blaue Adept Band 2) heraus. Während man sowohl den ersten Teil (Die Doppelwelt), wie auch den dritten Teil (Juxtaposition) der Trilogie durchaus als eigenständige Geschichten lesen kann, ist dies bei diesem halben Buch nicht der Fall. Es drängt sich mir die Vermutung auf, daß es sich um eine Marketingstrategie handelt. Für zwei Bücher kann man halt doppelt kassieren. Das ist aber weder im Sinne der Doppelwelt, noch im Sinne des Lesers.
ZUR STORY
Bereits im ersten Teil der Welt hat der Protagonist Stile erfahren, daß seine hoch technisierte Welt Proton durch einen magischen Schleier mit ihrer Parallelwelt Phaze verbunden ist. Während Stille auf Proton lediglich ein Leibeigener ist, dessen Aufenthaltsgenemigung bald abläuft, nimmt er auf Phaze die Stelle seines gestorbenen alternativen Selbst, des blauen Adepten, ein. Somit ist er dort einer der mächtigsten Zauberer des gesamten Planeten.
In diesem Band ist Stile sehr im Streß und hetzt eigentlich dauernd von einer Welt zur anderen. Während er auf Phaze versucht die Liebe der Lady Blau, also der Gemahlin seines alternativen Selbst, zu gewinnen und seinen Status als neuer blauer Adept zu sichern nimmt er auf Proton an den Spielen teil. Die Spiele stellen die einzige Möglichkeit für einen Leibeigenen dar, zu einer permanenten Aufenthaltsgenemigung und dem Status eines Bürgers von Proton zu gelangen. Dieser Preis winkt dem Gewinner, während die Verlierer in den Wettkämpfen den Planeten verlassen müssen. Ein hartes Los, den selbst als Leibeigener hat man auf Proton ein sehr angenehmes Leben.
Die Spiele die durch teilweise Wahl beider Spieler und ein Quäntchen Zufall des Spielecomputers gewählt werden haben dabei eine sehr breite Variation. So tritt Stile zuerst im american football an und muß dann in seiner zweiten Runde eine Partie Domino gewinnen. Am interessantesten fand ich den letzten Wettkampf dieses Buches, in dem Stile im Rätselwettkampf gegen einen Außerirdischen antritt.
Zwischen den Wettkämpfen eilt Stille immer wieder nach Phaze. Um die Deckung seiner Eidfreundin, der Einhornstute Neysa, aufzuschieben stimmt er einem Duell mit dem Hengst der Einhornherde zu. Durch das Orakel erfährt er nun, daß die einzige Chance zu gewinnen für ihn darin besteht, sich von den Platinelfen die magische Platinflöte zu leihen. Also machen sich Stile, Neysa und die Lady Blau auf den Weg zu diesen Elfen, die nicht gerade im Ruf stehen gastfreundschaftlich zu sein.
Nebenbei erfährt man in diesem Band sehr viel über die Lady Blau und den ersten blauen Adepten, da Lady Blau Stile einiges aus ihrer Vergangenheit berichtet. Wie sie aber an die Flöte kommen, wie Sile sich im einzelnen in den Wettkämpfen schlägt und was sonst noch in der Doppelwelt passiert möchte ich hier aber nicht verraten.
DER AUTOR
Piers Anthony Dillingham Jacob wurde am 6. August 1934 in Oxford, England geboren. Bereits im Alter von 4 Jahren verließ er aber England und kehrte nie mehr in das Land seiner Geburt zurück. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern lebte er kurz in Spanien, wo seine Eltern während des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 an einem Hilfsprojekt für hungernde Kinder arbeiteten.
Wegen Problemen mit der neuen Regierung (Piers Vater wurde von der Regierung Franco wegen falscher Anschuldigungen verhaftet) verließ die Familie Spanien aber 1940. So kam Piers im Alter von 6 Jahren in die Vereinigten Statten von Amerika, wo sein Vater ursprünglich herstammte.
Seine schulische Laufbahn war zunächst ein großes Desaster. Da er sich zu beginn bereits an die dritte Heimat gewöhnen mußte und zusätzlich die Ehe seiner Eltern in die Brüche ging, verwundert mich dies jedoch nicht sehr. Er wechselte 5 mal die Schule und verbrachte 3 Jahre in der ersten Klasse bis er Lesen und Schreiben konnte. Zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl keiner daran das sich Piers Anthony eines Tages mit Literatur in irgend einer Form beschäftigen würde.
1956 schloß Piers die Schule (Goddard College, Vermont) ab und heiratete seine Frau Carol Ann Marbel (kurz Cam). 1958 erlangte Piers nach dem Dienst in der U. S. Army die amerikanische Staatsbürgerschaft. Piers und Cam ließen sich nach seinem Kriegsdienst in Florida nieder, wo sie bis heute leben. Da beide zusammen bereits genug Namen für eine Großfamilie haben nannten sie ihre Töchter kurz Penny (*1967) und Cheryl (*1970).
Nach einigen Jobs als Lektor und Lehrer stellte Piers fest, das darin nicht seine wirkliche Bestimmung lag. Kurzerhand verkürzte er seinen Namen zu Piers Anthony, kündigte seinen Job und begann zu Schreiben. Die ersten Versuche eine Geschichte zu veröffentlichen waren allenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Seine erste Kurzgeschichte (Evening) wurde vom Galaxy Magazine abgelehnt, und erst nach vielen Jahren, und vielen Versuchen wurde 1962 seine erste Geschichte veröffentlicht. Fünf Jahre später folgte der erste Roman. Mittlerweile hat Piers Anthony über 110 Romane geschrieben, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden.
DATEN
Der blaue Adept (Band 2a der Doppelwelt Trilogie)
Originaltitel: Blue Adept
dt. Übersetzung: Andreas Brandhorst
MOEWIG Science Fiction Band 3662
ISBN 3-8118-3662-5
160 Seiten Paperback
Preis: 6,80 DM
Weitere Bände der Trilogie: Die Doppelwelt, Juxtaposition
KRITIK
Neben der unsinnigen Teilung des blauen Adepten in zwei Bände, die dazu führt, daß das Buch mittendrin aufhört, bin ich auch mit der Übersetzung nicht ganz glücklich. So habe ich leider Schwierigkeiten, das letzte Rätsel in der deutschen Übersetzung nachzuvollziehen. Es geht um die Erweiterung des Satzes von Pythagoras (a²+b²=c²) auf unendlich große Potenzen, womit eine quadratische Kurve beschrieben werden soll. Mir wird nicht ganz klar, was da wie dargestellt wird?
Dabei scheint mir das Rätsel eine tiefere Bedeutung für die Doppelwelt zu haben, den zur Lösung muß man durch Unendlich teilen und der erste Teil der Trilogie nennt sich im Original Split Infinity. Möglicherweise aber auch nur ein Zufall?
Das Cover ist zwar ganz hübsch, hat aber mit dem Buch nicht wirklich etwas zu tun. Weder gibt es in der Geschichte geflügelte Einhörner, noch trägt man in Phaze oder Proton Jeans und Turnschuhe. Hier hat sich wohl jemand gedacht, bei einem Fantasyroman kann ich meiner Fantasie auch freien Lauf bei er Gestaltung des Einbandes lassen. Wobei ich sagen muß, daß es sich wie so oft bei Piers Anthony um eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction handelt.
Auch das Papier und die Bindung scheinen mir nicht von großer Qualität zu sein. Es wundert mich also wenn ich dieses Buch in der Hand halte nicht sehr, daß der Moewig Verlag keine Science Fiction mehr verlegt.
Abgesehen davon fügt sich dieses Buch aber dennoch schön in die Trilogie ein, welche ich für eine gelungene Mischung aus Fantasy und Science Fiction halte.
FAZIT
Genau genommen handelt es sich hier um ein halbes Buch. Die Trennung des blauen Adepten in zwei Bände kann ich nicht nachvollziehen. Statt Band 1 hätte man lieber erste Hälfte auf das Buch drucken sollen. Das träfe die Sache besser.
Sollte ich hier die Geschichte bewerten gäbe es möglicherweise 5 Sterne von mir. Für das Gesamtprodukt, also die mangelhafte deutsche Ausgabe des Moewig Verlags, kann ich mich aber lediglich noch zu drei Sternen durchringen.
Wer die Trilogie am Stück lesen will kommt wohl nicht um diesen Band herum. Wer aber nur mal eben ein Buch von Piers Anthony lesen möchte um sich ein Bild über den Autor zu machen wird hier abgeschreckt!
(wie immer erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-13 13:10:52 mit dem Titel ein Bruchstück Fantasy-Literatur
Der Blaue Adept 2 / Anthony, Piers
Trotz der netten Story fühle ich mich von diesem Produkt ebenso enttäuscht wie vom Vorgänger Band 1.
Zur Erklärung: In diesem Band befinden sich die letzten sieben Kapitel der amerikanischen Originalausgabe Blue Adept und Kapitel 1-5 kamen in Deutschland als separates Buch (Der blaue Adept Band 1) heraus. Während man sowohl den ersten Teil (Die Doppelwelt), wie auch den dritten Teil (Juxtaposition) der Trilogie durchaus als eigenständige Geschichten lesen kann, ist dies bei diesem halben Buch nicht der Fall. Die Story beginnt mittendrin, wenn man den Band 1 nicht gelesen hat. Es drängt sich mir die Vermutung auf, daß es sich um eine Marketingstrategie handelt, da man für zwei Bücher doppelt kassieren kann. Das ist aber sicher nicht mit dem Titel Doppelwelt beabsichtigt worden.
WAS BISHER GESCHAH
(geraffte Story Doppelwelt & Der Blaue Adept Band 1)
Der Leibeigene Stile hat herausgefunden, daß es neben seiner hochtechnisierten Welt Proton noch eine Parallelwelt mit Namen Phase gibt, die von der Magie bestimmt wird. Auf der Fluch vor Anschlägen auf sein Leben, deren Grund ihm ein Rätsel ist, gelangt er nach Phaze und nimmt dort die Stelle seines alternativen Selbst ein, daß bei einem Anschlag umgekommen ist. Stile wird der blaue Adept, der mächtigste Zauberer von Phaze.
Da Stile auf der Suche nach dem Mörder seines Vorgängers die Hilfe seiner Einhornfreundin Neysa benötigt, der Herdenhengst aber ebenfalls Ansprüche erhebt einigen sich beide darauf die Entscheidung in einem Duell zu fällen. Um Chancen gegen die magieresitenten Einhörner zu haben macht sich Stille auf, die heilige Flöte der Platinelfen zu suchen. Mit Hilfe der Werwölfe und Vampire kommt er schließlich in ihren Besitz.
Nach wie vor ist er aber auf der Suche nach den Attentätern (in Phaze und Proton) und versucht die Liebe der Lady Blau zu erringen. Auch die Wettkämpfe auf Proton, bei denen als Preis der Bürger
status zu gewinnen ist machen einen häufigen Spährenwechsel notwendig.
ZUR STORY
Das Buch beginnt mit der Einhornolympiade, auf die der erste Band hingearbeitet hat. Mit Hilfe der Vampire gelingt es Stile trotz einer Niederlage gegen den Herdenhengst seine Interessen durchzusetzen. Seine Eidfreundin, die Einhornstute Neysa bekommt die Erlaubnis, weiterhin bei der Suche nach Stiles Feinden behilflich zu sein.
Auch auf Proton muß Stille im Turnier eine Niederlage in den Wettkämpfen hinnehmen. Bei einem Wettmusizieren bekommt er als Gegner Clef zugewiesen, der scheinbar der beste Musiker des Planeten ist. Auch hier kann Stille aber einen Vorteil sehen, den er erkennt in Clef den Prophezeiten der Platinelfen. So übergibt Stille Clef sein magisches Musikinstrument, welches er sich im letzten Buch geliehen hat, und nimmt ihn mit nach Phaze, wie er es den Elfen versprochen hat.
Ein Problem ergibt sich, als sich Hulk ebenfalls in die Lady Blau verliebt. Stile macht ihm den Vorschlag zurück nach Proton zu wechseln um das alternative Selbst der Lady zu finden. Leider hat Stiles Gegner aber dort eine Falle gelegt, in die Hulk hinein tappt. Stile kann lediglich in einer Aufzeichnung sehen, wie Hulk umgebracht wird und schwört Vergeltung.
Als er herausfindet, daß es sich bei seinem Gegner um den Roten Adepten handelt, der seine Magie mittels Amuletten ausübt, macht sich Stille auf die Suche um diesen Gegner endgültig zu vernichten. Da der Rote Adept ebenfalls zwischen den beiden Welten hin und her wechselt entbrennt ein verwirrender Kampf über beide Sphären, der seinen Höhepunkt unerwartet im regulärem Wettkampf auf Proton findet.
Mehr möchte ich nun aber wirklich nicht verraten.
DER AUTOR
Piers Anthony Dillingham Jacob wurde am 6. August 1934 in Oxford, England geboren. Bereits im Alter von 4 Jahren verließ er aber England und kehrte nie mehr in das Land seiner Geburt zurück. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern lebte er kurz in Spanien, wo seine Eltern während des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 an einem Hilfsprojekt für hungernde Kinder arbeiteten.
Wegen Problemen mit der neuen Regierung (Piers Vater wurde von der Regierung Franco wegen falscher Anschuldigungen verhaftet) verließ die Familie Spanien aber 1940. So kam Piers im Alter von 6 Jahren in die Vereinigten Statten von Amerika, wo sein Vater ursprünglich herstammte.
Seine schulische Laufbahn war zunächst ein großes Desaster. Da er sich zu beginn bereits an die dritte Heimat gewöhnen mußte und zusätzlich die Ehe seiner Eltern in die Brüche ging, verwundert mich dies jedoch nicht sehr. Er wechselte 5 mal die Schule und verbrachte 3 Jahre in der ersten Klasse bis er Lesen und Schreiben konnte. Zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl keiner daran das sich Piers Anthony eines Tages mit Literatur in irgend einer Form beschäftigen würde.
1956 schloß Piers die Schule (Goddard College, Vermont) ab und heiratete seine Frau Carol Ann Marbel (kurz Cam). 1958 erlangte Piers nach dem Dienst in der U. S. Army die amerikanische Staatsbürgerschaft. Piers und Cam ließen sich nach seinem Kriegsdienst in Florida nieder, wo sie bis heute leben. Da beide zusammen bereits genug Namen für eine Großfamilie haben nannten sie ihre Töchter kurz Penny (*1967) und Cheryl (*1970).
Nach einigen Jobs als Lektor und Lehrer stellte Piers fest, das darin nicht seine wirkliche Bestimmung lag. Kurzerhand verkürzte er seinen Namen zu Piers Anthony, kündigte seinen Job und begann zu Schreiben. Die ersten Versuche eine Geschichte zu veröffentlichen waren allenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Seine erste Kurzgeschichte (Evening) wurde vom Galaxy Magazine abgelehnt, und erst nach vielen Jahren, und vielen Versuchen wurde 1962 seine erste Geschichte veröffentlicht. Fünf Jahre später folgte der erste Roman. Mittlerweile hat Piers Anthony über 110 Romane geschrieben, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden.
DATEN
Der blaue Adept (Band 2b der Doppelwelt Trilogie)
Originaltitel: Blue Adept
dt. Übersetzung: Andreas Brandhorst
MOEWIG Science Fiction Band 3679
ISBN 3-8118-3679-X
160 Seiten Paperback
Preis: 6,80 DM
Weitere Bände der ursprünglichen Trilogie: Die Doppelwelt, Juxtaposition
Mittlerweile ist die Trilogie allerdings um mehrere Bände erweitert worden, die ich jedoch nicht gelesen habe und die überwiegend nur im englischem Original zu erhalten sind.
KRITIK
Neben der unsinnigen Teilung des blauen Adepten in zwei Bände, die dazu führt, daß das Buch mittendrin aufhört, gefällt mir auch das Cover nicht besonders. Es ist zwar ganz hübsch, hat aber mit dem Buch nicht wirklich etwas zu tun. Weder gibt es in der Geschichte geflügelte Einhörner, noch trägt man in Phaze oder Proton Jeans und Turnschuhe. Hier hat sich wohl jemand gedacht, bei einem Fantasyroman kann ich meiner Fantasie auch freien Lauf bei er Gestaltung des Einbandes lassen. Wobei ich sagen muß, daß es sich wie so oft bei Piers Anthony um eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction handelt.
Das Papier und die Bindung scheinen mir auch nicht von großer Qualität zu sein. Es wundert mich also wenn ich dieses Buch in der Hand halte nicht sehr, daß der Moewig Verlag keine Science Fiction mehr verlegt.
FAZIT
Die Bände Doppelwelt und Juxtaposition bilden in sich abgeschlossene Geschichten, die sich gut in die Trilogie einfügen. Das kann ich vom blauen Adepten nicht behaupten. Genau genommen handelt es sich hier um ein halbes Buch. Die Trennung des blauen Adepten in zwei Bände kann ich nicht nachvollziehen. Statt Band 2 hätte man lieber zweite Hälfte auf das Buch drucken sollen, das träfe die Sache besser. Zudem läßt sich die Story nur schwer nachvollziehen, wenn man nicht (mindestens) den ersten Band gelesen hat.
Sollte ich hier die Geschichte bewerten gäbe es möglicherweise 5 Sterne von mir. Sie klärt doch einiges, was mir bei den restlichen Bänden nicht ganz klar war und ist sehr spannend. Für das Gesamtprodukt aber, die zerrissene deutsche Ausgabe des Moewig Verlags, kann ich mich maximal zu drei Sternen durchringen.
Wer die Trilogie am Stück lesen will, kommt wohl nicht um diesen Band herum. Wer aber nur mal eben ein Buch von Piers Anthony lesen möchte um sich ein Bild über den Autor zu machen wird hier abgeschreckt uns sollte lieber die Finger davon lassen.
(wie immer erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-13 16:06:08 mit dem Titel Spannung bis zum Ende
Juxta-Position / Anthony, Piers
Juxtaposition ist der abschließende Band des Doppelwelt-Zyklus, der Piers Anthony – neben der Tarot-Trilogie – zu großem Erfolg verhalf. Stile, in Proton, dem Planeten der Wissenschaft, ein Leibeigener, auf Phaze, wo die Magie herrscht, ein Herrscher, ist nach wie vor zwischen den Welten auf der Suche nach seinem geheimnisvollen Gegnspieler. Und er findet ihn.
Soviel gibt die Rückseite des Bandes her mit dem ich meine Berichte zur Doppelwelt von Piers Anthony vorerst abschließen möchte. Einer Trilogie die ich nicht chronologisch gelesen habe, sondern mit diesem Band begann, den ich durch Zufall auf dem Flohmarkt gefunden habe. Daher kann ich auch sagen, daß die Geschichte durchaus ohne Lektüre der ersten Bände interessant und spannend ist. Letztendlich hat mich die Doppelwelt aber so fasziniert, daß ich mir die anderen Bände nachträglich zugelegt habe.
__DIE VORGESCHICHTE__
(geraffte Story Doppelwelt & Der Blaue Adept)
Der Leibeigene Stile hat herausgefunden, daß es neben seiner hochtechnisierten Welt Proton noch eine Parallelwelt mit Namen Phaze gibt, die von der Magie bestimmt wird. Auf der Fluch vor Anschlägen auf sein Leben, deren Grund ihm ein Rätsel ist, gelangt er nach Phaze und nimmt dort die Stelle seines alternativen Selbst ein, daß bei einem Anschlag umgekommen ist. Stile wird der blaue Adept, der mächtigste Zauberer von Phaze.
Da Stile auf der Suche nach dem Mörder seines Vorgängers die Hilfe seiner Einhornfreundin Neysa benötigt, der Herdenhengst aber ebenfalls Ansprüche erhebt einigen sich beide darauf die Entscheidung in einem Duell zu fällen. Um Chancen gegen die magieresitenten Einhörner zu haben macht sich Stille auf, die heilige Flöte der Platinelfen zu suchen. Mit Hilfe der Werwölfe und Vampire kommt er schließlich in ihren Besitz, was ihm aber lediglich zu einer ehrenvollen Niederlage verhilft.
Auf Proton muß Stille ebenfalls eine Niederlage im Wettkampf hinnehmen, erkennt jedoch in seinem Gegner Clef den Prophezeiten der Platinelfen. So übergibt Stile die Flöte an Clef und nimmt ihn mit nach Phaze, wo er sich auf den Weg zu den Elfen macht.
Durch den tragischen Tod seines Freundes Hulk erkennt Stille im roten Adepten seinen geheimnisvollen Gegner. Es kommt zu einem erbittertem Kampf der sich über beide Welten hinzieht. Letztendlich geht Stile aber als Sieger hervor und gewinnt sogar die Liebe der Lady Blau, der Gemahlin seines ermordeten alternativen Selbst auf Phaze.
__ZUR STORY__
Der Band beginnt mit den Flitterwochen von Stile - dem blauen Adepten - und der Lady Blau die sich auf den Weg zum Westpol machen. (In der magischen Welt Phaze gibt es neben Nord- und Südpol auch einen West- und Ostpol!) Alles scheint friedlich, bis sie auf feindliche Magie stoßen. Auf irgend eine Weise scheint das Orakel durch Fehlinterpretationen an den Angriffen beteiligt zu sein.
In groben Zügen wird in Gesprächen zwischen den frisch Vermählten die bisherige Story erklärt. Stile scheint bereits in seiner Ursprungswelt Proton von einem unerkannten Feind verfolgt worden zu sein. Auf der Suche wechselt er in den Kapiteln des Buches immer wieder zwischen beiden Welten. Zudem läuft auf Proton auch weiterhin der Wettkampf, als dessen Preis die Bürgerschaft auf Proton winkt.
Im Laufe der Geschichte zeigt sich, daß Stile tiefer in das Schicksal der beiden Welten verwoben ist als ihm lieb ist. Das Gleichgewicht zwischen den beiden Alternativen Welten droht aus den Fugen zu geraten und Stile stößt auf beiden Seiten auf erbitterten Widerstand, da sowohl Adepten, wie auch Bürger um ihre Macht fürchten.
Wer mehr zur Story wissen möchte kommt um die eigene Lektüre schwer herum... ;)
__DER AUTOR__
Piers Anthony Dillingham Jacob wurde am 6. August 1934 in Oxford, England geboren. Bereits im Alter von 4 Jahren verließ er aber England und kehrte nie mehr in das Land seiner Geburt zurück. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern lebte er kurz in Spanien, wo seine Eltern während des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 an einem Hilfsprojekt für hungernde Kinder arbeiteten.
Wegen Problemen mit der neuen Regierung (Piers Vater wurde von der Regierung Franco wegen falscher Anschuldigungen verhaftet) verließ die Familie Spanien aber 1940. So kam Piers im Alter von 6 Jahren in die Vereinigten Statten von Amerika, wo sein Vater ursprünglich herstammte.
Seine schulische Laufbahn war zunächst ein großes Desaster. Da er sich zu beginn bereits an die dritte Heimat gewöhnen mußte und zusätzlich die Ehe seiner Eltern in die Brüche ging, verwundert mich dies jedoch nicht sehr. Er wechselte 5 mal die Schule und verbrachte 3 Jahre in der ersten Klasse bis er Lesen und Schreiben konnte. Zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl keiner daran das sich Piers Anthony eines Tages mit Literatur in irgend einer Form beschäftigen würde.
1956 schloß Piers die Schule (Goddard College, Vermont) ab und heiratete seine Frau Carol Ann Marbel (kurz Cam). 1958 erlangte Piers nach dem Dienst in der U. S. Army die amerikanische Staatsbürgerschaft. Piers und Cam ließen sich nach seinem Kriegsdienst in Florida nieder, wo sie bis heute leben. Da beide zusammen bereits genug Namen für eine Großfamilie haben nannten sie ihre Töchter kurz Penny (*1967) und Cheryl (*1970).
Nach einigen Jobs als Lektor und Lehrer stellte Piers fest, das darin nicht seine wirkliche Bestimmung lag. Kurzerhand verkürzte er seinen Namen zu Piers Anthony, kündigte seinen Job und begann zu Schreiben. Die ersten Versuche eine Geschichte zu veröffentlichen waren allenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Seine erste Kurzgeschichte (Evening) wurde vom Galaxy Magazine abgelehnt, und erst nach vielen Jahren, und vielen Versuchen wurde 1962 seine erste Geschichte veröffentlicht. Fünf Jahre später folgte der erste Roman. Mittlerweile hat Piers Anthony über 110 Romane geschrieben, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden.
__DATEN__
Juxtaposition (Abschlußband der Doppelwelt Trilogie)
Originaltitel: Juxtaposition
dt. Übersetzung: Andreas Brandhorst
MOEWIG Science Fiction Band 3696
ISBN 3-8118-3696-X
432 Seiten Paperback
Preis: 16,80 DM
Weitere Bände der ursprünglichen Trilogie: Die Doppelwelt, Der Blaue Adept (Band 1 und 2).
Mittlerweile ist die Trilogie allerdings um mehrere Bände erweitert worden, die ich jedoch nicht gelesen habe und die überwiegend nur im englischem Original zu erhalten sind.
__ANMERKUNGEN__
Wenn man die vorhergehenden Bände gelesen hat wundert man sich doch stark über den Text auf dem Cover. (s. Anfang meines Berichtes) Stille scheint doch gerade den geheimnisvollen Gegner (den roten Adepten) im Band zuvor besiegt zu haben. Zur Aufklärung sei gesagt, daß Rot ebenfalls durch einen (fehlgedeuteten) Spruch des Orakels zum Gegner für Stille wurde. Die Verschwörung scheint also tatsächlich noch tiefer zu liegen.
Wer sich über den merkwürdigen Titel wundert, dem sei Gesagt, daß Juxtaposition etwa mit Nebeneinanderstellung aus dem Englischen übersetzt werden kann. In den Büchern geht es dauernd um die Verknüpfung der beiden Welten, die auch zwei unterschiedliche Ansichten einer Welt interpretiert werden können. (Ich bin mal so frei..) Der magischen und der wissenschaftlichen Sicht der Welt. Zum Ende des Buches kommt es zur Juxtaposition und beide Welten nehmen einander plötzlich wahr, was zu einem einschneidenden Erlebnis für alle Beteiligten wird.
Wie so häufig fasziniert mich die Mischung von Fantasy und Science Fiction die ich für eine Spezialität von Piers Anthony halte. Auch wenn er selten so scharf trennt, wie in diesem Buch, wo er jeder Welt nur eine Eigenschaft zugesteht.
__FAZIT__
Juxtaposition bildet in sich abgeschlossene Geschichten, die mir jedoch Lust auf mehr gemacht hat, so daß ich schließlich doch die Vorgänger ebenfalls gelesen habe. Ließt man es dann nochmal rücken auch die letzen Fragezeichen in ein erhellendes Licht.
Die Geschichte finde ich sehr spannend und unterhaltsam. Zudem scheinen mir viele autobiographische Züge des Autors mit in den Protagonisten einzufließen. Die Story lädt zudem ein über den Raubbau an der Welt, den wir teilweise betreiben und noch so manches andere nachzudenken. Ein wie ich finde typischer Piers Anthony Roman.
Jedem der Fantasy und Science Fiction mag kann ich nur raten mal einen Blick hinein zu werfen. Es lohnt sich! Und dafür vergebe ich gerne volle Punkte.
(wie immer erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-03 11:04:36 mit dem Titel Der zweite Engel / Kerr, Philip
Spannung bis zum Schluß
Phillip Kerr war für mich bis zu diesem Roman ein völlig unbeschriebenes Blatt und hätte man
mir das Buch nicht mit den Worten Das mußt Du unbedingt lesen! in die Hand gedrückt
wäre ich wohl auch nie auf diesen Autor Aufmerksam geworden.
Der Zweite Engel wird angepriesen als zugleich hochspannender Science-Thriller und
philosophischer Abenteuerroman. Wenn man mich fragen würde hätte ich wohl eher gesagt,
es handelt sich um einen spannenden SF Roman. Der Roman zeichnet eine Vision der Erde im
Jahre 2069 in einer düsteren Atmosphäre, die vielleicht an den Blade Runner erinnern mag.
Nebenbei werden sehr viele Bezüge aus Gentechnik, Quantenphysik und Philosophie eingewoben.
Sehr viele Erklärungen (reale und fiktiv) finden sich in Fußnoten, was aber für einen Leser
von Terry Pratchett Romanen (wie mich) nichts ungewöhnliches darstellt. Auch die Handlung
nimmt immer wieder unerwartete Wendungen und so hatte ich durchaus Schwierigkeiten das Buch
zwischendurch aus der Hand zu legen. Sehr positiv finde ich auch, daß es der Autor schafft
mich selbst auf der letzten Seite noch zu überraschen.
__INHALT__
Da ich das Buch selbst völlig unbefangen gelesen habe und mich die Handlung doch oftmals
überrascht hat möchte ich hier auch nicht mehr verraten, als der Verlag selbst preisgibt:
In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts kämpft die Menschheit ums Überleben: Ein
tödliches Virus namens P2 hat achtzig Prozent der Weltbevölkerung befallen. Die Krankheit
ist heilbar, allerdings nur durch einen kompletten Blutaustausch. Blut bedeutet Leben; es
ist wertvoller als Gold. Der Preis für einen Liter gesunden Blutes liegt
bei 1,5 Millionen Dollar. Ein erstklassiges Spekulationsobjekt für
Geschäftemacher, die reich werden und zugleich gesund bleiben. Wer nicht
zu diesen privilegierten Kreisen gehört, hat kaum eine Überlebenschance.
Überall auf der Welt sind Blutbanken durch ausgeklügelte Sicherheitsvorkehrungen geschützt.
Die größte und wichtigste dieser Banken befindet sich auf dem Mond, ausgerüstet mit einem
unüberwindlichen Hochsicherheitssystem, das von einem allwissenden Computer namens
«Descartes» gesteuert wird.
Dieses hochkomplexe System ist die Erfindung eines einzigen Mannes: Dana
Dallas, Chefkonstrukteur des mächtigen Terotech-Konzerns. Das tödliche Virus hat ihn zu
einem reichen Mann gemacht, er ist auf der Gewinnerseite der neuen Weltordnung.
Doch dann erkrankt seine kleine Tochter, und Dallas braucht plötzlich selbst große Mengen
des begehrten Stoffes - mehr, als er je bezahlen könnte. Der geniale Techniker wird zum
Sicherheitsrisiko, Terotech setzt einen Killer auf ihn an.
Plötzlich steht Dallas auf der anderen Seite, und er beschließt, den
Kampf aufzunehmen und das Unmögliche zu wagen: Er tritt gegen sein eigenes perfektes System
an. Ein gnadenloses Duell zwischen Mensch und Technik beginnt...
__DER AUTOR__
Philip Kerr wird 1956 in Edinburgh, Schottland, geboren. Seine Familie zieht Anfang der 70er
Jahre nach Northhampton in England. Der Jugendliche leidet unter der Verachtung, die ihm die
Gleichaltrigen entgegenbringen und versucht, seine schottische Herkunft zu verbergen.
Nach der Schule studiert Philip Kerr Jura und anschließend Rechtsphilosophie in Birmingham
(1973 bis 1980). Nach Abschluss des Studiums wendet er sich von der Juristerei ab und
arbeitet in einer Werbeagentur. Tagsüber schreibt Kerr an Werbekampagnen, nachts an seinen
Romanen. Mit dem Erscheinen seines ersten Romans 1989 gibt Kerr seinen Job auf und widmet
sich ganz der Schriftstellerei.
Philip Kerr schreibt zunächst eine aufsehenerregende Trilogie über den ehemaligen Polizisten
Bernhard Gunther, der im Berlin der Nazi-Zeit eine Detektei betreibt und versucht, seinen
eigenen Weg zu gehen. Die drei Romane erweisen sich zwar nicht als Bestseller, werden aber
von der Kritik positiv besprochen und verkaufen sich bis heute gut. Danach wendet sich Kerr
dem Science- oder Technothriller zu: Kerr gewinnt sowohl mit dem Roman Das
Wittgenstein-Programm - ein Unbekannter dringt im Jahr 2013 in die Datenbank des
Londoner Polizeicomputers ein, indem die Daten über Männer gespeichert sind, die aufgrund
ihrer genetischen Disposition gewaltbereit seien - als auch mit »Game Over« - einen Roman
über ein hochtechnifiziertes Hochhaus, in dem der Computer austickt und mit den Menschen ein
perfides Spiel treibt - gleich zweimal den Deutschen Krimipreis (1995 und 1997). Philip Kerr
selbst sortiert seine Romane eher als Science-Fiction ein: Aber erst wenn man den Begriff
in seine Bestandteile zerlegt: die fiktionale Hochrechnung aktueller wissenschaftlicher
Befunde. (zitiert nach Ralph Eue).
Philip Kerr ist verheiratet und lebt in dem Londoner Vorort Wimbledon.
__QUELLEN__
http://www.rowohlt.de/rowohlt/roverlag/kerr2-00.htm
http://www.medical-thriller.de/philipp_kerr_2.html
__DATEN__
Philip Kerr
Der
zweite Engel
Thriller
Deutsch von Cornelia Holfelder-von der
Tann
448 Seiten
Gebunden. DM 42,-
3-0852-0649-6
Mittlerweile als Paperback für 9,90 Euro zu haben
__FAZIT__
Den Roman kann ich wirklich allen Freunden der Science Fiction nur wärmstens
weiterempfehlen. Philip Kerr hat mich mit dem zeiten Engel stundenlang gefesselt und
spannend unterhalten. Eine düstere Zukunftsvision, die angesichts von Seuchen wie AIDS gar
nicht mehr so weit entfernt scheint.
Ich habe jedenfalls beschlossen, daß ich mehr von Kerr lesen muß und warte gespannt, wann
das Wittgenstein-Programm von im in meinem Briefkasten auftaucht.
(auch dieses Mal erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-02 09:17:20 mit dem Titel Wer ist hier eigentlich verrückt?
Kleiner Mond für Psychopathen / Dick, Philip K.
Kleiner Mond für Psychopathen lag bei mir über Jahre in einer Bücherkiste, bis ich es neulich ausgegraben und gelesen habe. Nachdem ciao meinen Vorschlag angenommen hat möchte ich das Buch nun auch bei yopi vielleicht ein paar Lesern schmackhaft machen.
__ZUM INHALT__
Zunächst gebe ich hier mal kurz den Text auf dem Einband wieder:
Ein Hospitalmond im Alpha Centauri System wird von ausgebrochenen Psychopathen erobert. Die Irren bereiten sich auf einen Krieg mit der Erde vor. Der Kriegsclan der Paranoiker plant den Präventivschlag, die Manischen basteln begeistert die Waffen dazu. Extraterrestrier mischen sich ein. Die Erde entsendet CIA-Top-Agenten Rittersdorf. Aber Rittersdorf hat kein Verständnis für Psychopathen. Sein Problem: Wie bringe ich unauffällig meine Frau um?
Nun, wer diesen Text geschrieben hat scheint mir nur in Ansätzen die gleiche Geschichte gelesen zu haben wie ich. Zumindest finde ich ihn nicht besonders treffend.
Die Hauptfigur der Geschichte ist sicher der Agent Rittersdorf, der durch die Scheidung seiner Frau in den Ruin getrieben wird. Richtig ist auch, daß er den Plan ersinnt seine Frau die als Chefpsychiater in ein Gutachten über besagten Mond anfertigen will, dort auf einer Mission zu ermorden um sich so seiner Probleme zu entledigen.
Allerdings klingt der Klappentext so, als ob eine Horde von Psychopathen den Mond in einer Art Überfall in Besitz genommen hätten. Es ist aber vielmehr so, daß es sich bei dem Mond um ein ehemaliges Sanatorium handelt, das sich über Jahre hinweg selbst überlassen wurde. Auf dem Mond hat sich eine eigene Gesellschaft aus den unterschiedlichen Gruppen psychisch Kranker herausgebildet, die in meinen Augen ein Zerrspiegel der menschlichen Gesellschaft darstellt.
Die Hauptfrage, die ich mir bei der Lektüre immer wieder gestellt habe war: Wer ist hier eigentlich verrückt?
__DER AUTOR__
Philip Kindred Dick wurde 1928 in Chicago geboren und veröffentlichte 1952 seine erste Geschichte. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in Kalifornien, wo er in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts die meisten seiner Geschichten veröffentlichte. Große Bekanntheit erlangte er unter anderem mit seiner Geschichte Träumen Roboter von elektrischen Schafen die Rideley Scott unter dem Titel DER BLADERUNNER verfilmt hat. Philip K. Dick starb 1982.
__DATEN_
Philip K. Dick: Kleiner Mond für Psychopathen
Originaltitel: Clans of the Alphane Moon
Bastei Lübbe Science Fiction Bestseller Band 22 012
deutsche Übersetzung: Rosemarie Hundertmarck
187 Seiten Paperback
Preis: 4,80 DM
ISBN 3-404-01383-2
__MEINE MEINUNG__
Auch wenn der Roman von 1964 ist zeichnet Dick eine Persiflage auf die Gesellschaft, die nach wie vor aktuell ist. Schließlich wird unsere Welt in vielen Beziehungen immer verrückter.
Der Protagonist Rittersdorf ist ein sympatischer Antiheld, der eigentlich eher in eine große Affäre hineingezogen wird und von einem Schlamassel ins nächste Gerät, als kaltblütig einen Mord zu planen, wie man vielleicht nach der Lektüre des Einbandes vermuten könnte. Es fehlt in dieser Space Opera weder an seltsamen Außerirdischen, noch an futuristischen Erfindungen (auch aus heutiger Sicht!).
Ich denke Philip Dick ist hier ein sehr unterhaltsamer Roman gelungen, der dazu anregt mal darüber nachzudenken, was denn nun eigentlich normal ist. Das ganz ist verpackt in eine rasante SciFi Komödie mit vielen skurilen Einfällen.
Ich muß sagen ich hatte sehr viel Spaß bei der Lektüre und habe mir darauf gleich einen (neuen) Sammelband mit Geschichten dieses Autors zugelegt. ;)
__FAZIT__
Wer den Schinken irgendwo auf dem Flohmarkt findet sollte ihn ruhig mitnehmen. Ich schätze mal, daß man das Buch für ein bis zwei Euro bekommen dürfte und dafür bietet es eine Menge Spaß und Unterhaltung.
Allerdings ziehe ich für die schlechte Papierqualität und die billige Bindung einen Punkt in der Wertung ab.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-02 13:00:02 mit dem Titel PLAYBOY mal ohne Bilder! ;)
Die besten Stories von Philip K. Dick
Nachdem ich Kleiner Mond für Psychopathen von Philip K. Dick verschlungen habe konnte ich nicht umhin mir dieses Buch zu kaufen als ich es vor der Mensa am Bücherstand entdeckte. Zudem hatte ich bei dem Titel die Vermutung, daß sich die Geschichte Träumen Androiden von elektrischen Schafen unter den besten Stories befinden könnte. Diese suche ich schon länger, da sie die Vorlage zum Film BLADE RUNNER war und mich die Vorlage interessiert.
Auch wenn meiner gesuchte Geschichte nicht in diesem Buch enthalten ist war es für mich ein Vergnügen etwas mehr von der teils bizarren und meist düsteren Welt des Philip K. Dick mitzubekommen.
__ZUM INHALT__
Und da liegt dann das Wobb *****
BEYOND LIES THE WUB
Eine bizarre, kurze Geschichte über eine Raumschiffbesatzung, welche sich für ihre Reise mit lebendigem Proviant
Der von Peter Haining herausgegebene Band GEFÄHLICHE POSSEN bietet Highlights der humorvollen Fantasy. Eigentlich habe ich mir das Buch mit 24 Kurzgeschichten lediglich gekauft, weil ich dachte es handelt sich um seichte Lektüre vor dem Einschlafen. Nachdem ich in durchgelesen habe muß ich aber sagen, daß ich das Buch trotz einiger Macken für ein wirklich herausragendes Stück phantastischer Literatur halte, welches einen Ehrenplatz (schnell griffbereit) in meinem Büchregal erhalten wird.
Großartig finde ich nicht nur die Zusammenstellung von meist unbekannten Kurzgeschichten einiger Autoren von Weltruhm - nein, besonders begeistert bin ich davon, daß jeder Geschichte eine Einleitung voran gestellt ist, welche Hintergrundinformationen zum Autor gibt und die Geschichten in einen Gesamtzusammenhang zu stellen vermag.
Gegliedert ist das Buch dabei in drei Teile zu je 8 Kurzgeschichten, die da wären:
1. Zauberer und Dingsdas
Geschichten von komischer Absurdität von Terry Pratchett, Lord Dunsay, John Collier, Henry Kuttner, Eric Frank Russel, Ray Bradbury, Philip K. Dick und Ursula K. Le Guin
2. Schwerter und Zauberei
Geschichten der heroischen Fantasy von Stephen Donaldson, F. Anstey, James Branch Cabell, Frederic Brown, Fritz Leiber, Robert Bloch, Brian W. Aldiss und Avram Davidson
3. Astronauten und Außerirdische
Space-Opera-Arien von Douglas Adams, H.G. Wells, C.S. Lewis, Reginald Bretnor, Arthur C. Clarke, Isaac Asimov, Larry Niven und Kurt Vonnegut Jr.
Dabei muß ich zugeben, daß die meisten Autoren bereits im voraus für mich als Garant für Qualität standen und ich eine derart erlesene Auswahl ehestens in Suhrkamps Phantastische Bibliothek erwartet hätte.
Ich hoffe es wird mir verziehen, wenn ich bei der Fülle nicht auf alle Geschichten im einzelnen eingehe. Die meisten haben mir jedenfalls sehr gut gefallen. Als Beispiel sei vielleicht die Geschichte DER TWONKY von Henry Kuttner herausgegriffen, da ich von diesem Autor bisher noch nie etwas gehört hatte:
In einer Radiofabrik in welcher die Mitarbeiter häufig wechseln taucht ein sonderbarer Fremdling mit einer Beule am Kopf auf. Da dieser verwirrt und betrunken scheint wird er vom Vorarbeiter angefahren er solle an die Arbeit gehen. Er schaut sich kurz die Musiktruhen an und in seinem nebligem Geist sieht er seine Bestimmung. Twonkys! Sein ganzes Leben hatte er Twonkys hergestellt, also war es wohl das, was man von ihm wollte. Sofort ging er an die Arbeit. Nach einiger Zeit war der Twonky fertig und ein Vergleich mit den anderen Musiktruhen ließ äußerlich keinen Unterschied erkennen. Er brachte den Twonky also ins Lager zu den anderen Musiktruhen und kehrte in die Werkstatt zurück. Da lichtete sich der Nebel in seinem Kopf vollends.
Er japste etwas von Großer Snell! und ..Zeitknoten, zog seinen Overall aus, tastete in einer Ecke in der Luft und setzte sich zufrieden etwa einem Meter über dem Boden in die Luft un verschwand.
In kurzer Form beginnt die Geschichte vom Twonky so. Wer nun wissen will, was mit der Musiktruhe weiter geschieht hat entweder die Möglichkeit sich GEFÄHLICHE POSSEN zuzulegen oder besorgt sich den Band Line to Tomorrow aus dem Jahre 1946 von Henry Kuttner. Mir geht es bei dieser Zusammenfassung nur darum einen kurzen Einblick zu geben um was für eine Art von Geschichten es sich hier handelt. Die Geschichte soll im übrigen auch Verfilmt worden sein und wird als Vorläufer zu Steven Spielbergs Poltergeist betrachtet.
Wenn ich zu den Fehlern in dem Buch komme, die mich stören, kann ich auch gleich mit Henry Kuttner beginnen. Wenn ich der Biographie glauben schenken soll wäre er 144 Jahre alt geworden. (Seite 42)
Bei Eric Franc Russel steht er hätte von 1905 bis 1878 gelebt!? (Seite 74) Ich denke jedoch nicht, daß er den Zeitstrahl in entgegengesetzter Richtung entlangläuft.
Bei F. Anstey steht (Seite 175), daß es sich um das Pseudonym von Thomas Anstey Guthrie handelt, welches dadurch zustande kam, daß der Setzer als Unterschrift fälschlicherweise T. Anstey las. Möglicherweise hat auch diesmal ein Setzer nicht aufgepaßt. Darauf deutet auch hin, daß auf Seite 178 in der Story von F. Anstey das e im Wort bewußt fehlt und auf Seite 239 ein guter junge klein geschrieben ist!
Weitaus verwirrender finde ich jedoch, daß man mir bei Douglas Adams einreden möchte, die deutsche Übersetzung von Mostly Harmless hieße Einmal Rupert und zurück (Seite 284). Ich habe beide Bücher gelesen und muß sagen, daß es sich um gänzlich verschiedene Bücher handelt – einen Science Fiction Roman und ein Buch über vom Aussterben bedrohte Tierarten!
Wenn ich jetzt noch die fehlenden Anführungszeichen auf Seite 345 erwähne bin ich gespannt, welche Fehler in meinem ciao Bericht mir alles aufgetischt werden.
Aber möglicher Weise hilft es ja dem ein oder anderem den Band als Mängelexemplar herunter zu handeln!
Hier kurz die Daten:
GEFÄHRLICHE POSSEN von Peter Haining (Hg.)
Erzählungen von Terry Pratchett, Douglas Adams u.a.
Heyne Buch Band 06/5909, 3. Auflage
444 Seiten Paperback für 14,90 DM
Umschlaggestaltung Josh Kirby
(der allen Terry Pratchett Freunden bekannt sein dürfte)
Fazit:
Der Herausgeber verspricht nicht zu viel, wenn er den Band als Anthologie von Highlights der humorvollen Fantasy bezeichnet. Trotz der langen Liste von Fehlern erlaube ich mir für diese phantastische Sammlung die beste Bewertung zu geben. Sowohl die Zusammenstellung, wie auch die Einbettung in einen literarischen Kontext verdienen meine Hochachtung. Ich hoffe jedoch, daß in der 4. Auflage (ich habe die 3.) die Fehler beseitigt werden!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-25 16:01:39 mit dem Titel wildes Sammelsurium humorvoller Fantasy
Ein Bericht über
Ritter des Wahnsinns von Peter Haining (Hrsg.)
Der von Peter Haining herausgegebene Band RITTER DES WAHNSINNS bildet den Abschluß seiner dreibändigen Reihe mit Highlights der humorvollen Fantasy. Nachdem ich die beiden ersten Bände (SCHEIBENWAHN und GEFÄHRLICHE POSSEN) verschlungen habe konnte ich natürlich auch von diesem nicht die Finger lassen. Wie auch die ersten beiden Bände ist die Sammlung wieder in drei Teile zu je 8 Kurzgeschichten gegliedert. Im einzelnen findet sich in diesem Band:
1. Flüge der Phantasie (absurde Geschichten)
· TERRY PRATCHETT - Hollywood-Hühner
· JEROME K. JEROME - Das neue Utopia
· G.K. CHESTERTON - Die zornige Straße
· MERVIN PEAKE - Die Party der Lady Cusp-Carnine
· ROBERT BLOCH - Der kleine Mann, der nicht ganz da war
· RAY BRADBURY - Das Jahr, als das Glop-Monster den Goldenen Löwen von Cannes gewann
· PETER S. BEAGLE - Leila, die Werwölfin
· PHILIP K. DICK - Der Krieg mit den Fnolls
2. Anno dazumal (Geschichten von heroischen Zeiten)
· SPIKE MILLIGAN – Die Schöpfungsgeschichte nach Spike Milligan
· MARK TWAIN – Eine mittelalterliche Romanze
· BEN TRAVERS – Ethelred der Unredliche
· EVAN HUNTER – Die Traum-Maid
· JOHN KENDRICK BANGS – Drei Monate im Ballon
· GENE WOLFE – Wie ich den zweiten Weltkrieg verlor und mithalf, die deutschen Invasoren zurückzuwerfen
· ORSON WELLS – Fifi und die chilenischen Trüffel
· PETER SELLERS – Der Verschwender
3. Humord muß sein (Kriminalfälle)
· TOM SHARPE – Gut aufrühren
· L. FRANK BAUM – Der Selbstmord des Kiaros
· A. A. MILNE – Der Raub des Sherlocks
· JAMES THURBER – Der Fall des weißen Kaninchens
· STAN McMURTRY – Wasses Auge nicht sieht
· WOODY ALLEN – Die Verurteilten
· DONALD E. WESTLAKE – Das Mulligan-Stew
· DAVID L. STONE – Die Dulwich-Mörder
Während ich bei den ersten beiden Bänden eigentlich durch die Bank weg begeistert war fällt es mir bei diesem Band etwas schwerer ein einhelliges Urteil zu bilden. Das mag zum einen daran liegen, daß der Band recht schwach anfängt. Die Story von Terry Pratchett ist einfach nicht ganz das, was ich sonst von ihm gewohnt bin. Es geht um Hühner, die neben der Autobahn eine eigene Zivilisation bilden.
Gleich im Anschluß liefert Jerome K. Jerome, der einigen vielleicht durch seinen Roman Drei Mann in einem Boot bekannt ist, eine Story die auf mich ein Flickwerk aus zwei Storys des Sammelbandes SCHEIBENWAHN wirkt. Seine Kurzgeschichte Das neue Utopia, die von einer merkwürdigen Reise in die Zukunft handelt, scheint mir einfach eine Mischung aus Kurt Vonnegut Juniors Harrison Bergeron und Stephen Leacocks Der Asbestmann zu sein.
Schade finde ich auch, daß die von mir sehr geschätzten Space Operas in diesem Band durch seltsame Kriminalfälle ersetzt worden sind, wenn auch gerade unter diesen eine meiner Lieblingsgeschichten in dieser Sammlung zu finden ist. Woody Allens Die Verurteilten erinnert mich irgendwie stark an den Film Die letzte Nacht des Boris Gruschenko. Dieser Film ist bisher mein Lieblingsfilm von Woody Allen und so dürfte es auch nicht verwundern, daß mir eine derartige Kurzgeschichte sehr gefällt.
Ein weiteres Highlight ist die Geschichte von Philip K. Dick, der mir bisher nur durch seine Geschichte Träumen Androiden von elektrischen Schafen bekannt war, welche als Vorlage zu Ridley Scotts Film Bladerunner diente. Darin versucht eine merkwürdige außerirdische Spezies (die Fnolls) die Erde zu erobern. Das sonderbare an ihnen ist, daß alle zwar jede beliebige (menschliche) Form annehmen können, aber alle exakt gleich aussehen und nur 1,20 Meter groß sind. Bei dem hier beschriebenem erneuten Angriff passiert es nun durch ein Unglück, daß sie auf die normale menschliche Körpergröße anwachsen und die Invasion scheint unaufhaltbar, bis alles ein unerwartet merkwürdiges Ende nimmt.
Nun, bei der Fülle an Geschichten möchte ich nicht auf jede einzeln eingehen. Ein weiterer Pluspunkt des Buches sollte aber noch erwähnt werden. Das eigentliche Konzept dieser Antologie. Gelungen finde ich dabei, daß jeder Geschichte eine Einleitung voran gestellt ist, welche Hintergrundinformationen zum Autor gibt und die Geschichten in einen Gesamtzusammenhang stellt.
Hier kurz die Daten:
RITTER DES WAHNSINNS von Peter Haining (Hg.)
Erzählungen von Terry Pratchett, Woody Allen u.a.
Heyne Buch Band 06/9062, 2. Auflage
380 Seiten Paperback für 14,90 DM
Umschlaggestaltung Josh Kirby
(der allen Terry Pratchett Freunden bekannt sein dürfte)
Fazit:
Nach den fantastischen ersten beiden Bänden der Reihe (SCHEIBENWAHN und GEFÄHRLICHE POSSEN) finde ich hier die Geschichten doch sehr durchwachsen. Einige gefallen mir sehr gut, dafür kann ich mit manchen einfach nichts anfangen oder finde sie einfach nicht komisch. Für den Inhalt würde ich vielleicht neutrale 3 Punkte vergeben.
Das Gesamtkonzept des Buches, eine Sammlung von unbekannten Kurzgeschichten meist bekannter Autoren mit Hintergrundinformationen über ebendiese, finde ich nach wie vor super. Auch hat der Band deutlich weniger Druckfehler als die ersten. Dafür hätte ich ein sehr gut vergeben.
Somit bilde ich diesmal den Mittelwert und spreche nur eine bedingte Empfehlung aus.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-29 11:06:04 mit dem Titel Peter Haining (Hrg.) / Scheibenwahn: Von PRATCHETTs Tod bis CLARKEs Weltuntergang
Wenn man sich vor Augen hält, daß die Sammlung von Kurzgeschichten unter dem Titel SCHEIBENWAHN mit einer Geschichte über den Tod beginnt und mit einer vom Weltuntergang endet, scheint es sich auf den ersten Blick um eine eher morbide Anthologie zu handeln. Verwunderung macht sich dann breit, wenn auf der Rückseite des Bandes erklärt wird, daß es sich um eine Sammlung von Highlights humorvoller Fantasy (dt. etwa Höhepunkte humorvoller phantastischer Geschichten) handelt. Nachdem ich die wilde Sammlung leider schon wieder beendet habe möchte ich hier einen wirklichen Schatz für Freunde von Science Fiction und Fantasy Literatur und Kurzgeschichten vorstellen.
Es handelt sich um den zweiten Band einer Reihe von Kurzgeschichten die von Peter Haining herausgegeben werden und auf die ich eher durch Zufall gestoßen bin, als ich in Hannover auf Bücherbummel unterwegs war. Dort stießen mir zwei Bücher sofort ins Auge, da der Umschlag unverkennbar von Josh Kirby gestaltet war und ich zuerst dachte es handele sich um zwei neue Terry Pratchett Romane. Ganz daneben lag ich nicht, den jeder Band der Reihe beginnt mit einer Kurzgeschichte von Pratchett. Es handelte sich um die Bücher:
GEFÄHRLICHE POSSEN &
RITTER DES WAHNSINNS
Als ich erfuhr, daß es noch einen mittleren Band gibt habe ich in schnell bei amazon bestellt. Um diesen geht es nun.
SCHEIBENWAHN ist wie auch die anderen beiden Bücher in drei thematisch zusammengehörige Teile zu jeweils acht Kurzgeschichten aufgeteilt. Besonders gut gefällt mir, daß jeder Kurzgeschichte eine kurze Einführung voran gestellt ist, in der der Autor und das Umfeld erläutert werden. Diese Reihe eignet sich so also auch gerade besonders gut für Neueinsteiger in die phantastische Literatur, die hier einen netten Überblick geboten bekommen. Im einzelnen finden sich in diesem Band folgende Kurzgeschichten:
TEIL 1 – Dinge und Undinge
(Komische Phantasien)
•TERRY PRATCHETT – Scheibenwahn
•P.G. WODEHOUSE – Ein Stück wirkliches Leben
•L. SPRAGUE DE CAMP & FLETCHER PRATT – Besser als eine Mausefalle
•ERIC KNIGHT – Sam Smalls bessere Hälfte
•MERVYN PEAKE – Totentanz
•C.S. LEWIS – Trugwelt
•KURT VONNEGUT JR. - Harrison Bergeron
•PIERS ANTHONY – Phantastisch bis Rar
TEIL 2 – Tödliche Nachtgestalten
(Erzählungen vom Übernatürlichen)
•JOHN COLLIER – Die richtige Seite
•FREDERIC BROWN - Koboldgeist
•NELSON BOND – Der Geist ist billig
•THOMAS M. DISCH – Küchenschaben
•ANGELA CARTER – Die Dame aus dem Haus der Liebe
•MICHAEL MOORECOCK – Steinding
•ROBERT BLOCH – Psycho und Nympho
•ROALD DAHL – Ach, süßes Geheimnis des Lebens
TEIL 3 – Freier Raum
(Science Fiction-Geschichten)
•STEPHEN LEACOCK – Der Asbestmann
•JOHN WYNDHAM – Das Weibchen des Spezies
•STANISLAW LEM – Die Tracht Prügel
•CORDWAINER SMITH – Von Gustibles Planeten
•ROBERT SHECKLEY – Spezialist
•WILLIAM F. NOLAN- Die Abenteuer mit den Marsmonden
•HARRY HARRISON – Die goldenen Jahre der Stahlratte
•ATHUR C. CLARKE – Die Gedankenbotschaft
Bei immerhin 24 Erzählungen, die mir ausnahmslos Vergnügen bereitet haben, halte ich es für übertrieben auf jede ausführlich eingehen zu wollen. Deshalb picke ich mir lieber aus jedem Teil eine heraus und schreibe kurz etwas dazu.
Die Titelgeschichte der Sammlung Scheibenwahn von Terry Pratchett wird die Fans wahrscheinlich überraschen. Auch wenn es der Titel vermuten läßt spielt sie keineswegs auf der Scheibenwelt, wo seine meisten Geschichten angesiedelt sind, sondern in England. Es geht um einen Disc Jockey, der im LP Scheibenwahn ist und der Bekanntschaft mit einem gutem Bekannten für alle Pratchet Leser macht – GEVATTER TOD.
Auch wenn es schwer zu entscheiden ist, welche Geschichte mir am besten gefallen hat, so belegt doch Psycho und Nympho von Robert Bloch auf jeden Fall einen der vordersten Plätze. Die Geschichte eines Psychaters, der eine Nymphomanin von einem Satyr befreien soll wurde zuerst im amerikanischem Magazin HUSTLER veröffentlicht, welches seit ich das weiß in meiner Gunst sehr gestiegen ist. Sie besticht vor allem durch sprachlichen Witz und Doppeldeutigkeiten, die auch in der deutschen Übersetzung gut rüberkommen.
Die letzte Geschichte berichtet von einer merkwürdigen Kontaktaufnahme Außerirdischer Intelligenzen mit einem Mathematiker auf der Erde. Selten dürfte der Untergang der Welt auf derart lustige Weise eingeläutet worden sein.
Nun ich hoffe, ich konnte einigen diese Sammlung schmackhaft machen.
Das Buch hat übrigens 300 Seiten und ist im Paperback beim Heyne Verlag erschienen. Bezahlt habe ich für diesen (wie auch für die beiden anderen Bände) 14,.90 DM.
Fazit:
Ein muß für alle die auf Kurzgeschichten aus dem Bereich Fantasy und Science Fiction stehen.
Nach dem ersten Band GEFÄHRLICHE POSSEN ist Peter Haining hier ein wirklich guter Nachfolger gelungen. Ich kann es kaum erwarten den dritten Band zu lesen und wäre dankbar, wenn jemand mir weitere Bücher in dieser Richtung nennen würde.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-02 14:34:51 mit dem Titel Die fliegenden Zauberer / Niven, Larry & Gerrold, David
Zugegeben, nicht als zu häufig kommt es vor, daß ich einen Bericht bei ciao lese und mir gleich das Buch bestelle, aber in diesem Falle war es so. (Bei yopi ist mir das bisher nocht nicht passiert!) Und nun bin ich fertig und werde mir Mühe geben meine Sicht auf das Buch darzulegen.
Kurz zur Handlung:
Ein Astronaut landet auf einem unerforschtem Planeten, der in einer Nebelwolke verborgen liegt und um den zwei Sonnen kreisen.
(Bevor ich schelte von der astrophysikalischen Fraktion oder Vertretern des heliozentrischen Weltbildes bekomme sei gesagt, daß dies das Bild ist, wie ich es in dem Buch verstanden habe.)
Dort trifft er auf eine Zivilisation der technische Begriffe fremd sind und welche ihr Naturverständnis in der Götterwelt und der Magie sucht. So sind dann auch die Hauptfiguren Purpur (der Astronaut) und Shoogar, der Dorfschamane oder Magier.
Sehr interessant macht die Geschichte, daß sie aus der Perspektive von Lant, dem örtlichem Knochenhändler erzählt wird und eben nicht aus der Sicht von Purpur, welche etwa die der [I]Jungs der NASA sein könnte, denen das Buch gewidmet ist.
So stellt da Buch für mich hauptsächlich ein Aufeinanderprallen zweier sehr unterschiedlicher Kulturen und die sich daraus ergebenden Konflikte dar. Hauptsächlich rühren diese allerdings daher, daß sich Shoogar dauernd duellieren will, weil ein Dorf keine zwei Magier haben darf.
Der Klappentext verspricht, daß der Roman selbst die glühensten Anhänger der exakten Naturwissenschaften davon überzeugen [dürfte], daß Wissenschaft und Magie nur zwei Arten der Betrachtung ein und derselben Sache sind: der Wirklichkeit.
Nun, ich weiß nicht, wer diesen Kommentar geschrieben hat, aber wenn er damit meint, daß der Roman aus Naturwissenschaftlern Magier macht, hat er ein anderes Buch gelesen als ich. Vergleiche ich den sturen Shoogar und den (zugegebenermaßen nicht ganz so diplomatischen) Purpur, würde ich mich an jedem Punkt des Buches auf die Seite der Wissenschaft stellen, ebenso wie es den Söhnen von Lant im Verlaufe der Geschichte zu ergehen scheint.
Desweiteren wird versprochen, daß dem Autorengespann Niven und Gerrold einer der witzigsten SciFi-Romane gelungen sei, die je geschrieben wurden. Nun, da muß ich recht geben. Es ist zwar nicht so, daß ich das Buch dauern vor Lachen in die Ecke geworfen habe, aber es hat mir doch ein paar vergnügliche Abende beschert.
Ich nehme allerdings an, daß das Original noch besser ist, da bereits der Titel THE FLYING SORCERERS in seiner Doppeldeutigkeit zwischen fliegenden Zauberern und Untertassen in der Übersetzung nur die Hälte rüberbringt. Und auch die Transformation des Namens Asimov in Purpur ist im Deutschen nicht unbedingt nachzuvollziehen.
Zu den Autoren kann ich leider nicht all zu viel sagen, da dies mein erster (aber bestimmt nicht letzter) Roman von ihnen war. David Gerrold wird allerdings als Autor von Enemy Mine genannt, dessen Verfilmung ich vor Jahren gesehen habe und die auch ein ähnliches Thema behandelt.
Zum meiner Ausgabe kann ich noch kurz anmerken, daß es sich um das Heyne Buch 7022 handelt, welches als Paperback mit 448 Seiten 12 DM gekostet hat.
Zum Abschluß noch ein Schnitzer, der mir aufgefallen ist:
Auf Seite 390 meiner Ausgabe findet sich der schöne Satz Purpur hatte bereits drei Säcke aufgebunden und arbeitete an dem dritten. Ob daß nun der (Über-)Setzer war oder auch nicht, ich weiß es nicht...
Fazit:
Ich bin weiterhin dankbar für den Tip, den ich bei ciao aufgeschnappt habe und empfehle das Buch hiermit weiter. Auch wenn es nicht die Kombination von Magie & SciFi a la Piers Anthony war, die ich erwartet habe, bin ich alles andere als enttäuscht.
Eine spannende Geschichte mit Tiefgang und Sinn für Humor.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-13 09:55:06 mit dem Titel Doppelwelt = Doppelspaß
Magie regiert die eine Welt, Wissenschaft die andere - und ein Mensch ist Grenzgänger zwischen beiden. So heißt es auf der Rückseite des Romans Doppelwelt von Piers Anthony. Eine Beschreibung, die nicht nur auf den Protagonisten der Geschichte zutrifft, sondern durchaus auch den Autor beschreibt, welcher in meinen Augen eine ganz eigene Art gefunden hat die Genres Fantasy und Science Fiction zu verbinden.
DIE STORY
Erzählt wird die Geschichte von Stile, der als Leibeigener auf dem Planeten Proton lebt. Dieser Satz mag recht mittelalterlich klingen, jedoch ist Proton eine sehr hoch technisierte Welt, die als einzige den Rohstoff Protonit liefern kann, der genug Energie für interstellare Raumfahrt besitzt. (Ein Vergleich zu Frank Herberts Spice drängt sich mir auf...) Phaze wird von den Bürgern regiert und die einzige Chance auf Proton eine Aufenthaltsgenemigung für 30 Jahre zu bekommen ist sich als Leibeigener zu verdingen. Nach diesen 30 Jahren muß man den Planeten verlassen, wird aber derart fürstlich entlohnt, daß man sich irgendwo in der Galaxis zur Ruhe setzen kann.
Die Leibeigenen auf Phaze leben jedoch nicht schlecht. Zwar sind sie den Bürgern zu gehorsam verpflichtet und haben nicht das Recht Kleidung zu tragen, dafür ist aber für alle Grundbedürfnisse gesorgt. Ein Leibeigener hat keinen eigenen Besitz, hat aber auch gar keinen Grund, etwas eigenes besitzen zu müssen. So möchten die meisten eigentlich auch auf Proton bleiben. Die einzige Möglichkeit, länger als 30 Jahre zu bleiben, ist der Gewinn der alljährlichen Meisterschaften im Spiel.
Das Spiel ist eigentlich eine Meisterschaft, in der jeder gegen jeden in allen Möglichen Wettkämpfen antreten kann. Eine genauere Erklärung würde diesen Bericht sprengen, den die Variation reicht von GO bis zum Marathonlauf.
Bevor ich mich jetzt in Einzelheiten verzettel sollte ich aber zu einem der wichtigsten Aspekte von Proton kommen. Der Planet hat einen Zwilling (Phaze) in einem parallelen Universum, auf dem einiges anders ist. Während Proton eine hochtechnisierte Lebensfeindliche Welt ist, auf der das Überleben nur in Kuppeln möglich ist, ist Phaze eine naturbelassenen Märchenwelt mit Einhörnern, Werwölfen und Zauberern. Jede Kreatur auf Phaze hat eine Entsprechung auf Proton und umgekehrt. Wenn jedoch einer der beiden stirbt, kann der andere zwischen den Welten wechseln.
Genau daß passiert Stile. Sein alternatives Selbst stirbt und er wird zum Wanderer zwischen den Welten. Da der erste Band für Ihn unter dem Moto: Erkenne dich selbst! steht, möchte ich an dieser Stelle meine Beschreibung der Geschichte abbrechen um nicht zuviel vorwegzunehmen.
SKURILES
Laut Klappentext ist Doppelwelt der Startband der wohl besten Science Fantasy-Trilogie von Piers Anthony. Das verwundert, den in Deutschland kamen gleich zum Start 4 Bände auf den Markt. Einerseits könnte man nun sagen, daß Piers Anthony neben Douglas Adams einer der wenigen Autoren ist, die eine Trilogie mit mehr als drei Bänden auf den Markt gebracht haben, andererseits könnte man argumentieren, daß der deutsche Verlag einfach den zweiten Band in zwei Teilen auf den Markt gebracht hat und der Autor gar nicht dafür kann. Mittlerweile ist jedoch auch ein wirklicher vierter Band in deutsch erschienen und die englischen Bände zur Doppelwelt sind auf 7 angewachsen, womit Anthony Adams sogar überrundet hat. Die Trilogie Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams bringt es schließlich nur auf fünf Bände.
DER AUTHOR
Piers Anthony Dillingham Jacob wurde am 6. August 1934 in Oxford, England geboren. Bereits im Alter von 4 Jahren verließ er aber England und kehrte nie mehr in das Land seiner Geburt zurück. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern lebte er kurz in Spanien, wo seine Eltern während des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 an einem Hilfsprojekt für hungernde Kinder arbeiteten.
Wegen Problemen mit der neuen Regierung (Piers Vater wurde von der Regierung Franco wegen falscher Anschuldigungen verhaftet) verließ die Familie Spanien aber 1940. So kam Piers im Alter von 6 Jahren in die Vereinigten Statten von Amerika, wo sein Vater ursprünglich herstammte.
Seine schulische Laufbahn war zunächst ein großes Desaster. Da er sich zu beginn bereits an die dritte Heimat gewöhnen mußte und zusätzlich ie Ehe seiner Eltern in die Brüche ging, verwundert mich dies jedoch nicht sehr. Er wechselte 5 mal die Schule und verbrachte 3 Jahre in der ersten Klasse bis er Lesen und Schreiben konnte. Zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl keiner daran das sich Piers Anthony eines Tages mit Literatur in irgend einer Form beschäftigen würde.
1956 schloß Piers die Schule (Goddard College, Vermont) ab und heiratete seine Frau Carol Ann Marbel (kurz Cam). 1958 erlangte Piers nach dem Dienst in der U. S. Army die amerikanische Staatsbürgerschaft. Piers und Cam ließen sich nach seinem Kriegsdienst in Florida nieder, wo sie bis heute leben. Da beide zusammen bereits genug Namen für eine Großfamilie haben nannten sie ihre Töchter kurz Penny (*1967) und Cheryl (*1970).
Nach einigen Jobs als Lektor und Lehrer stellte Piers fest, das darin nicht seine wirkliche Bestimmung lag. Kurzerhand verkürzte er seinen Namen zu Piers Anthony, kündigte seinen Job und begann zu Schreiben. Die ersten Versuche eine Geschichte zu veröffentlichen waren allenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Seine erste Kurzgeschichte (Evening) wurde vom Galaxy Magazine abgelehnt, und erst nach vielen Jahren, und vielen Versuchen wurde 1962 seine erste Geschichte veröffentlicht. Fünf Jahre später folgte der erste Roman. Mittlerweile hat Piers Anthony über 110 Romane geschrieben, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden.
DIE TRILOGIE
Der Doppelwelt Zyklus besteht in der deutschen Überstzung aus den Büchern
Die Doppelwelt
Der Blaue Adept Band 1
Der Blaue Adept Band 2
Juxtaposition
Verbannt aus der Doppelwelt
Die ersten 4 Bücher sind bei Moewig erschienen und mittlerweile leider alle vergriffen. Den letzten Band kenne ich leider nicht, weshalb ich dazu keine näheren Angaben machen kann. Im Original sind mittlerweile drei weitere Bände hinzugekommen, die aber bisher nicht auf deutsch erschienen sind.
DATEN
Piers Anthony DIE DOPPELWELT
erschienen bei Moewig
Originaltitel SPLIT INFINITY
deutsche Übersetzung Thomas Ziegler
352 Seiten Paperback
Preis 8,80 DM
FAZIT
Die Doppelwelt halte ich für einen sehr unterhaltsamen Roman, der mit Fantasy und Science Fiction zwei meiner Lieblingsgenres vereint. Die Story regt vielerlei zum nachdenken an. Man kann sie als eine Gegenüberstellung der heutigen technisierten Welt zur magischen Welt unserer Ahnen sehen. Auch kann man sie als eine Interpretation der Neumannschen Viele Welten Theorie betrachten. Ebenfalls fallen mir Parallelen zu Flucht ins 23. Jahrhundert (mit 30 Verbannung aus der Gesellschaft) und Frank Herberts Wüstenplaneten (Spice - Photonit) ins Auge.
Alles in allem ein Buch, daß ich jedem empfehlen kann, dem es irgendwo mal über den Weg läuft. Ich finde es sehr schade, daß die Reihe im Handel vergriffen ist und hoffe, daß sie irgendwann neu aufgelegt wird.
(Wie immer erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-13 10:39:56 mit dem Titel halbes Buch zur Doppelwelt
Der Blaue Adept 1 / Anthony, Piers
Trotz der netten Story fühle ich mich von diesem Produkt enttäuscht. Es ist zwar ein Kuriosum, daß der zweite Band einer Trilogie groß den Aufdruck Band 1 trägt, ebenso wie es merkwürdig ist, wenn eine Trilogie mit vier Bänden verlegt wird. Dies allin trägt allerdings eher zur meiner Erheiterung bei, denn auch die ursprüngliche Trilogie ist mittlerweile um einige Bände erweitert worden, von denen aber bisher nur einer in deutscher Sprache erschienen ist. Ärgerlich macht es mich aber, wenn ich ein Buch kaufe und es mitten in der Geschichte plötzlich aufhört.
Zur Erklärung, in diesem Band befinden sich die ersten fünf Kapitel der amerikanischen Originalausgabe und Kapitel 6-12 kamen in Deutschland als separates Buch (Der blaue Adept Band 2) heraus. Während man sowohl den ersten Teil (Die Doppelwelt), wie auch den dritten Teil (Juxtaposition) der Trilogie durchaus als eigenständige Geschichten lesen kann, ist dies bei diesem halben Buch nicht der Fall. Es drängt sich mir die Vermutung auf, daß es sich um eine Marketingstrategie handelt. Für zwei Bücher kann man halt doppelt kassieren. Das ist aber weder im Sinne der Doppelwelt, noch im Sinne des Lesers.
ZUR STORY
Bereits im ersten Teil der Welt hat der Protagonist Stile erfahren, daß seine hoch technisierte Welt Proton durch einen magischen Schleier mit ihrer Parallelwelt Phaze verbunden ist. Während Stille auf Proton lediglich ein Leibeigener ist, dessen Aufenthaltsgenemigung bald abläuft, nimmt er auf Phaze die Stelle seines gestorbenen alternativen Selbst, des blauen Adepten, ein. Somit ist er dort einer der mächtigsten Zauberer des gesamten Planeten.
In diesem Band ist Stile sehr im Streß und hetzt eigentlich dauernd von einer Welt zur anderen. Während er auf Phaze versucht die Liebe der Lady Blau, also der Gemahlin seines alternativen Selbst, zu gewinnen und seinen Status als neuer blauer Adept zu sichern nimmt er auf Proton an den Spielen teil. Die Spiele stellen die einzige Möglichkeit für einen Leibeigenen dar, zu einer permanenten Aufenthaltsgenemigung und dem Status eines Bürgers von Proton zu gelangen. Dieser Preis winkt dem Gewinner, während die Verlierer in den Wettkämpfen den Planeten verlassen müssen. Ein hartes Los, den selbst als Leibeigener hat man auf Proton ein sehr angenehmes Leben.
Die Spiele die durch teilweise Wahl beider Spieler und ein Quäntchen Zufall des Spielecomputers gewählt werden haben dabei eine sehr breite Variation. So tritt Stile zuerst im american football an und muß dann in seiner zweiten Runde eine Partie Domino gewinnen. Am interessantesten fand ich den letzten Wettkampf dieses Buches, in dem Stile im Rätselwettkampf gegen einen Außerirdischen antritt.
Zwischen den Wettkämpfen eilt Stille immer wieder nach Phaze. Um die Deckung seiner Eidfreundin, der Einhornstute Neysa, aufzuschieben stimmt er einem Duell mit dem Hengst der Einhornherde zu. Durch das Orakel erfährt er nun, daß die einzige Chance zu gewinnen für ihn darin besteht, sich von den Platinelfen die magische Platinflöte zu leihen. Also machen sich Stile, Neysa und die Lady Blau auf den Weg zu diesen Elfen, die nicht gerade im Ruf stehen gastfreundschaftlich zu sein.
Nebenbei erfährt man in diesem Band sehr viel über die Lady Blau und den ersten blauen Adepten, da Lady Blau Stile einiges aus ihrer Vergangenheit berichtet. Wie sie aber an die Flöte kommen, wie Sile sich im einzelnen in den Wettkämpfen schlägt und was sonst noch in der Doppelwelt passiert möchte ich hier aber nicht verraten.
DER AUTOR
Piers Anthony Dillingham Jacob wurde am 6. August 1934 in Oxford, England geboren. Bereits im Alter von 4 Jahren verließ er aber England und kehrte nie mehr in das Land seiner Geburt zurück. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern lebte er kurz in Spanien, wo seine Eltern während des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 an einem Hilfsprojekt für hungernde Kinder arbeiteten.
Wegen Problemen mit der neuen Regierung (Piers Vater wurde von der Regierung Franco wegen falscher Anschuldigungen verhaftet) verließ die Familie Spanien aber 1940. So kam Piers im Alter von 6 Jahren in die Vereinigten Statten von Amerika, wo sein Vater ursprünglich herstammte.
Seine schulische Laufbahn war zunächst ein großes Desaster. Da er sich zu beginn bereits an die dritte Heimat gewöhnen mußte und zusätzlich die Ehe seiner Eltern in die Brüche ging, verwundert mich dies jedoch nicht sehr. Er wechselte 5 mal die Schule und verbrachte 3 Jahre in der ersten Klasse bis er Lesen und Schreiben konnte. Zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl keiner daran das sich Piers Anthony eines Tages mit Literatur in irgend einer Form beschäftigen würde.
1956 schloß Piers die Schule (Goddard College, Vermont) ab und heiratete seine Frau Carol Ann Marbel (kurz Cam). 1958 erlangte Piers nach dem Dienst in der U. S. Army die amerikanische Staatsbürgerschaft. Piers und Cam ließen sich nach seinem Kriegsdienst in Florida nieder, wo sie bis heute leben. Da beide zusammen bereits genug Namen für eine Großfamilie haben nannten sie ihre Töchter kurz Penny (*1967) und Cheryl (*1970).
Nach einigen Jobs als Lektor und Lehrer stellte Piers fest, das darin nicht seine wirkliche Bestimmung lag. Kurzerhand verkürzte er seinen Namen zu Piers Anthony, kündigte seinen Job und begann zu Schreiben. Die ersten Versuche eine Geschichte zu veröffentlichen waren allenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Seine erste Kurzgeschichte (Evening) wurde vom Galaxy Magazine abgelehnt, und erst nach vielen Jahren, und vielen Versuchen wurde 1962 seine erste Geschichte veröffentlicht. Fünf Jahre später folgte der erste Roman. Mittlerweile hat Piers Anthony über 110 Romane geschrieben, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden.
DATEN
Der blaue Adept (Band 2a der Doppelwelt Trilogie)
Originaltitel: Blue Adept
dt. Übersetzung: Andreas Brandhorst
MOEWIG Science Fiction Band 3662
ISBN 3-8118-3662-5
160 Seiten Paperback
Preis: 6,80 DM
Weitere Bände der Trilogie: Die Doppelwelt, Juxtaposition
KRITIK
Neben der unsinnigen Teilung des blauen Adepten in zwei Bände, die dazu führt, daß das Buch mittendrin aufhört, bin ich auch mit der Übersetzung nicht ganz glücklich. So habe ich leider Schwierigkeiten, das letzte Rätsel in der deutschen Übersetzung nachzuvollziehen. Es geht um die Erweiterung des Satzes von Pythagoras (a²+b²=c²) auf unendlich große Potenzen, womit eine quadratische Kurve beschrieben werden soll. Mir wird nicht ganz klar, was da wie dargestellt wird?
Dabei scheint mir das Rätsel eine tiefere Bedeutung für die Doppelwelt zu haben, den zur Lösung muß man durch Unendlich teilen und der erste Teil der Trilogie nennt sich im Original Split Infinity. Möglicherweise aber auch nur ein Zufall?
Das Cover ist zwar ganz hübsch, hat aber mit dem Buch nicht wirklich etwas zu tun. Weder gibt es in der Geschichte geflügelte Einhörner, noch trägt man in Phaze oder Proton Jeans und Turnschuhe. Hier hat sich wohl jemand gedacht, bei einem Fantasyroman kann ich meiner Fantasie auch freien Lauf bei er Gestaltung des Einbandes lassen. Wobei ich sagen muß, daß es sich wie so oft bei Piers Anthony um eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction handelt.
Auch das Papier und die Bindung scheinen mir nicht von großer Qualität zu sein. Es wundert mich also wenn ich dieses Buch in der Hand halte nicht sehr, daß der Moewig Verlag keine Science Fiction mehr verlegt.
Abgesehen davon fügt sich dieses Buch aber dennoch schön in die Trilogie ein, welche ich für eine gelungene Mischung aus Fantasy und Science Fiction halte.
FAZIT
Genau genommen handelt es sich hier um ein halbes Buch. Die Trennung des blauen Adepten in zwei Bände kann ich nicht nachvollziehen. Statt Band 1 hätte man lieber erste Hälfte auf das Buch drucken sollen. Das träfe die Sache besser.
Sollte ich hier die Geschichte bewerten gäbe es möglicherweise 5 Sterne von mir. Für das Gesamtprodukt, also die mangelhafte deutsche Ausgabe des Moewig Verlags, kann ich mich aber lediglich noch zu drei Sternen durchringen.
Wer die Trilogie am Stück lesen will kommt wohl nicht um diesen Band herum. Wer aber nur mal eben ein Buch von Piers Anthony lesen möchte um sich ein Bild über den Autor zu machen wird hier abgeschreckt!
(wie immer erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-13 13:10:52 mit dem Titel ein Bruchstück Fantasy-Literatur
Der Blaue Adept 2 / Anthony, Piers
Trotz der netten Story fühle ich mich von diesem Produkt ebenso enttäuscht wie vom Vorgänger Band 1.
Zur Erklärung: In diesem Band befinden sich die letzten sieben Kapitel der amerikanischen Originalausgabe Blue Adept und Kapitel 1-5 kamen in Deutschland als separates Buch (Der blaue Adept Band 1) heraus. Während man sowohl den ersten Teil (Die Doppelwelt), wie auch den dritten Teil (Juxtaposition) der Trilogie durchaus als eigenständige Geschichten lesen kann, ist dies bei diesem halben Buch nicht der Fall. Die Story beginnt mittendrin, wenn man den Band 1 nicht gelesen hat. Es drängt sich mir die Vermutung auf, daß es sich um eine Marketingstrategie handelt, da man für zwei Bücher doppelt kassieren kann. Das ist aber sicher nicht mit dem Titel Doppelwelt beabsichtigt worden.
WAS BISHER GESCHAH
(geraffte Story Doppelwelt & Der Blaue Adept Band 1)
Der Leibeigene Stile hat herausgefunden, daß es neben seiner hochtechnisierten Welt Proton noch eine Parallelwelt mit Namen Phase gibt, die von der Magie bestimmt wird. Auf der Fluch vor Anschlägen auf sein Leben, deren Grund ihm ein Rätsel ist, gelangt er nach Phaze und nimmt dort die Stelle seines alternativen Selbst ein, daß bei einem Anschlag umgekommen ist. Stile wird der blaue Adept, der mächtigste Zauberer von Phaze.
Da Stile auf der Suche nach dem Mörder seines Vorgängers die Hilfe seiner Einhornfreundin Neysa benötigt, der Herdenhengst aber ebenfalls Ansprüche erhebt einigen sich beide darauf die Entscheidung in einem Duell zu fällen. Um Chancen gegen die magieresitenten Einhörner zu haben macht sich Stille auf, die heilige Flöte der Platinelfen zu suchen. Mit Hilfe der Werwölfe und Vampire kommt er schließlich in ihren Besitz.
Nach wie vor ist er aber auf der Suche nach den Attentätern (in Phaze und Proton) und versucht die Liebe der Lady Blau zu erringen. Auch die Wettkämpfe auf Proton, bei denen als Preis der Bürger
status zu gewinnen ist machen einen häufigen Spährenwechsel notwendig.
ZUR STORY
Das Buch beginnt mit der Einhornolympiade, auf die der erste Band hingearbeitet hat. Mit Hilfe der Vampire gelingt es Stile trotz einer Niederlage gegen den Herdenhengst seine Interessen durchzusetzen. Seine Eidfreundin, die Einhornstute Neysa bekommt die Erlaubnis, weiterhin bei der Suche nach Stiles Feinden behilflich zu sein.
Auch auf Proton muß Stille im Turnier eine Niederlage in den Wettkämpfen hinnehmen. Bei einem Wettmusizieren bekommt er als Gegner Clef zugewiesen, der scheinbar der beste Musiker des Planeten ist. Auch hier kann Stille aber einen Vorteil sehen, den er erkennt in Clef den Prophezeiten der Platinelfen. So übergibt Stille Clef sein magisches Musikinstrument, welches er sich im letzten Buch geliehen hat, und nimmt ihn mit nach Phaze, wie er es den Elfen versprochen hat.
Ein Problem ergibt sich, als sich Hulk ebenfalls in die Lady Blau verliebt. Stile macht ihm den Vorschlag zurück nach Proton zu wechseln um das alternative Selbst der Lady zu finden. Leider hat Stiles Gegner aber dort eine Falle gelegt, in die Hulk hinein tappt. Stile kann lediglich in einer Aufzeichnung sehen, wie Hulk umgebracht wird und schwört Vergeltung.
Als er herausfindet, daß es sich bei seinem Gegner um den Roten Adepten handelt, der seine Magie mittels Amuletten ausübt, macht sich Stille auf die Suche um diesen Gegner endgültig zu vernichten. Da der Rote Adept ebenfalls zwischen den beiden Welten hin und her wechselt entbrennt ein verwirrender Kampf über beide Sphären, der seinen Höhepunkt unerwartet im regulärem Wettkampf auf Proton findet.
Mehr möchte ich nun aber wirklich nicht verraten.
DER AUTOR
Piers Anthony Dillingham Jacob wurde am 6. August 1934 in Oxford, England geboren. Bereits im Alter von 4 Jahren verließ er aber England und kehrte nie mehr in das Land seiner Geburt zurück. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern lebte er kurz in Spanien, wo seine Eltern während des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 an einem Hilfsprojekt für hungernde Kinder arbeiteten.
Wegen Problemen mit der neuen Regierung (Piers Vater wurde von der Regierung Franco wegen falscher Anschuldigungen verhaftet) verließ die Familie Spanien aber 1940. So kam Piers im Alter von 6 Jahren in die Vereinigten Statten von Amerika, wo sein Vater ursprünglich herstammte.
Seine schulische Laufbahn war zunächst ein großes Desaster. Da er sich zu beginn bereits an die dritte Heimat gewöhnen mußte und zusätzlich die Ehe seiner Eltern in die Brüche ging, verwundert mich dies jedoch nicht sehr. Er wechselte 5 mal die Schule und verbrachte 3 Jahre in der ersten Klasse bis er Lesen und Schreiben konnte. Zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl keiner daran das sich Piers Anthony eines Tages mit Literatur in irgend einer Form beschäftigen würde.
1956 schloß Piers die Schule (Goddard College, Vermont) ab und heiratete seine Frau Carol Ann Marbel (kurz Cam). 1958 erlangte Piers nach dem Dienst in der U. S. Army die amerikanische Staatsbürgerschaft. Piers und Cam ließen sich nach seinem Kriegsdienst in Florida nieder, wo sie bis heute leben. Da beide zusammen bereits genug Namen für eine Großfamilie haben nannten sie ihre Töchter kurz Penny (*1967) und Cheryl (*1970).
Nach einigen Jobs als Lektor und Lehrer stellte Piers fest, das darin nicht seine wirkliche Bestimmung lag. Kurzerhand verkürzte er seinen Namen zu Piers Anthony, kündigte seinen Job und begann zu Schreiben. Die ersten Versuche eine Geschichte zu veröffentlichen waren allenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Seine erste Kurzgeschichte (Evening) wurde vom Galaxy Magazine abgelehnt, und erst nach vielen Jahren, und vielen Versuchen wurde 1962 seine erste Geschichte veröffentlicht. Fünf Jahre später folgte der erste Roman. Mittlerweile hat Piers Anthony über 110 Romane geschrieben, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden.
DATEN
Der blaue Adept (Band 2b der Doppelwelt Trilogie)
Originaltitel: Blue Adept
dt. Übersetzung: Andreas Brandhorst
MOEWIG Science Fiction Band 3679
ISBN 3-8118-3679-X
160 Seiten Paperback
Preis: 6,80 DM
Weitere Bände der ursprünglichen Trilogie: Die Doppelwelt, Juxtaposition
Mittlerweile ist die Trilogie allerdings um mehrere Bände erweitert worden, die ich jedoch nicht gelesen habe und die überwiegend nur im englischem Original zu erhalten sind.
KRITIK
Neben der unsinnigen Teilung des blauen Adepten in zwei Bände, die dazu führt, daß das Buch mittendrin aufhört, gefällt mir auch das Cover nicht besonders. Es ist zwar ganz hübsch, hat aber mit dem Buch nicht wirklich etwas zu tun. Weder gibt es in der Geschichte geflügelte Einhörner, noch trägt man in Phaze oder Proton Jeans und Turnschuhe. Hier hat sich wohl jemand gedacht, bei einem Fantasyroman kann ich meiner Fantasie auch freien Lauf bei er Gestaltung des Einbandes lassen. Wobei ich sagen muß, daß es sich wie so oft bei Piers Anthony um eine Mischung aus Fantasy und Science Fiction handelt.
Das Papier und die Bindung scheinen mir auch nicht von großer Qualität zu sein. Es wundert mich also wenn ich dieses Buch in der Hand halte nicht sehr, daß der Moewig Verlag keine Science Fiction mehr verlegt.
FAZIT
Die Bände Doppelwelt und Juxtaposition bilden in sich abgeschlossene Geschichten, die sich gut in die Trilogie einfügen. Das kann ich vom blauen Adepten nicht behaupten. Genau genommen handelt es sich hier um ein halbes Buch. Die Trennung des blauen Adepten in zwei Bände kann ich nicht nachvollziehen. Statt Band 2 hätte man lieber zweite Hälfte auf das Buch drucken sollen, das träfe die Sache besser. Zudem läßt sich die Story nur schwer nachvollziehen, wenn man nicht (mindestens) den ersten Band gelesen hat.
Sollte ich hier die Geschichte bewerten gäbe es möglicherweise 5 Sterne von mir. Sie klärt doch einiges, was mir bei den restlichen Bänden nicht ganz klar war und ist sehr spannend. Für das Gesamtprodukt aber, die zerrissene deutsche Ausgabe des Moewig Verlags, kann ich mich maximal zu drei Sternen durchringen.
Wer die Trilogie am Stück lesen will, kommt wohl nicht um diesen Band herum. Wer aber nur mal eben ein Buch von Piers Anthony lesen möchte um sich ein Bild über den Autor zu machen wird hier abgeschreckt uns sollte lieber die Finger davon lassen.
(wie immer erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-13 16:06:08 mit dem Titel Spannung bis zum Ende
Juxta-Position / Anthony, Piers
Juxtaposition ist der abschließende Band des Doppelwelt-Zyklus, der Piers Anthony – neben der Tarot-Trilogie – zu großem Erfolg verhalf. Stile, in Proton, dem Planeten der Wissenschaft, ein Leibeigener, auf Phaze, wo die Magie herrscht, ein Herrscher, ist nach wie vor zwischen den Welten auf der Suche nach seinem geheimnisvollen Gegnspieler. Und er findet ihn.
Soviel gibt die Rückseite des Bandes her mit dem ich meine Berichte zur Doppelwelt von Piers Anthony vorerst abschließen möchte. Einer Trilogie die ich nicht chronologisch gelesen habe, sondern mit diesem Band begann, den ich durch Zufall auf dem Flohmarkt gefunden habe. Daher kann ich auch sagen, daß die Geschichte durchaus ohne Lektüre der ersten Bände interessant und spannend ist. Letztendlich hat mich die Doppelwelt aber so fasziniert, daß ich mir die anderen Bände nachträglich zugelegt habe.
__DIE VORGESCHICHTE__
(geraffte Story Doppelwelt & Der Blaue Adept)
Der Leibeigene Stile hat herausgefunden, daß es neben seiner hochtechnisierten Welt Proton noch eine Parallelwelt mit Namen Phaze gibt, die von der Magie bestimmt wird. Auf der Fluch vor Anschlägen auf sein Leben, deren Grund ihm ein Rätsel ist, gelangt er nach Phaze und nimmt dort die Stelle seines alternativen Selbst ein, daß bei einem Anschlag umgekommen ist. Stile wird der blaue Adept, der mächtigste Zauberer von Phaze.
Da Stile auf der Suche nach dem Mörder seines Vorgängers die Hilfe seiner Einhornfreundin Neysa benötigt, der Herdenhengst aber ebenfalls Ansprüche erhebt einigen sich beide darauf die Entscheidung in einem Duell zu fällen. Um Chancen gegen die magieresitenten Einhörner zu haben macht sich Stille auf, die heilige Flöte der Platinelfen zu suchen. Mit Hilfe der Werwölfe und Vampire kommt er schließlich in ihren Besitz, was ihm aber lediglich zu einer ehrenvollen Niederlage verhilft.
Auf Proton muß Stille ebenfalls eine Niederlage im Wettkampf hinnehmen, erkennt jedoch in seinem Gegner Clef den Prophezeiten der Platinelfen. So übergibt Stile die Flöte an Clef und nimmt ihn mit nach Phaze, wo er sich auf den Weg zu den Elfen macht.
Durch den tragischen Tod seines Freundes Hulk erkennt Stille im roten Adepten seinen geheimnisvollen Gegner. Es kommt zu einem erbittertem Kampf der sich über beide Welten hinzieht. Letztendlich geht Stile aber als Sieger hervor und gewinnt sogar die Liebe der Lady Blau, der Gemahlin seines ermordeten alternativen Selbst auf Phaze.
__ZUR STORY__
Der Band beginnt mit den Flitterwochen von Stile - dem blauen Adepten - und der Lady Blau die sich auf den Weg zum Westpol machen. (In der magischen Welt Phaze gibt es neben Nord- und Südpol auch einen West- und Ostpol!) Alles scheint friedlich, bis sie auf feindliche Magie stoßen. Auf irgend eine Weise scheint das Orakel durch Fehlinterpretationen an den Angriffen beteiligt zu sein.
In groben Zügen wird in Gesprächen zwischen den frisch Vermählten die bisherige Story erklärt. Stile scheint bereits in seiner Ursprungswelt Proton von einem unerkannten Feind verfolgt worden zu sein. Auf der Suche wechselt er in den Kapiteln des Buches immer wieder zwischen beiden Welten. Zudem läuft auf Proton auch weiterhin der Wettkampf, als dessen Preis die Bürgerschaft auf Proton winkt.
Im Laufe der Geschichte zeigt sich, daß Stile tiefer in das Schicksal der beiden Welten verwoben ist als ihm lieb ist. Das Gleichgewicht zwischen den beiden Alternativen Welten droht aus den Fugen zu geraten und Stile stößt auf beiden Seiten auf erbitterten Widerstand, da sowohl Adepten, wie auch Bürger um ihre Macht fürchten.
Wer mehr zur Story wissen möchte kommt um die eigene Lektüre schwer herum... ;)
__DER AUTOR__
Piers Anthony Dillingham Jacob wurde am 6. August 1934 in Oxford, England geboren. Bereits im Alter von 4 Jahren verließ er aber England und kehrte nie mehr in das Land seiner Geburt zurück. Zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern lebte er kurz in Spanien, wo seine Eltern während des spanischen Bürgerkrieges von 1936-1939 an einem Hilfsprojekt für hungernde Kinder arbeiteten.
Wegen Problemen mit der neuen Regierung (Piers Vater wurde von der Regierung Franco wegen falscher Anschuldigungen verhaftet) verließ die Familie Spanien aber 1940. So kam Piers im Alter von 6 Jahren in die Vereinigten Statten von Amerika, wo sein Vater ursprünglich herstammte.
Seine schulische Laufbahn war zunächst ein großes Desaster. Da er sich zu beginn bereits an die dritte Heimat gewöhnen mußte und zusätzlich die Ehe seiner Eltern in die Brüche ging, verwundert mich dies jedoch nicht sehr. Er wechselte 5 mal die Schule und verbrachte 3 Jahre in der ersten Klasse bis er Lesen und Schreiben konnte. Zu diesem Zeitpunkt glaubte wohl keiner daran das sich Piers Anthony eines Tages mit Literatur in irgend einer Form beschäftigen würde.
1956 schloß Piers die Schule (Goddard College, Vermont) ab und heiratete seine Frau Carol Ann Marbel (kurz Cam). 1958 erlangte Piers nach dem Dienst in der U. S. Army die amerikanische Staatsbürgerschaft. Piers und Cam ließen sich nach seinem Kriegsdienst in Florida nieder, wo sie bis heute leben. Da beide zusammen bereits genug Namen für eine Großfamilie haben nannten sie ihre Töchter kurz Penny (*1967) und Cheryl (*1970).
Nach einigen Jobs als Lektor und Lehrer stellte Piers fest, das darin nicht seine wirkliche Bestimmung lag. Kurzerhand verkürzte er seinen Namen zu Piers Anthony, kündigte seinen Job und begann zu Schreiben. Die ersten Versuche eine Geschichte zu veröffentlichen waren allenfalls nicht von Erfolg gekrönt. Seine erste Kurzgeschichte (Evening) wurde vom Galaxy Magazine abgelehnt, und erst nach vielen Jahren, und vielen Versuchen wurde 1962 seine erste Geschichte veröffentlicht. Fünf Jahre später folgte der erste Roman. Mittlerweile hat Piers Anthony über 110 Romane geschrieben, von denen viele mit Preisen ausgezeichnet wurden.
__DATEN__
Juxtaposition (Abschlußband der Doppelwelt Trilogie)
Originaltitel: Juxtaposition
dt. Übersetzung: Andreas Brandhorst
MOEWIG Science Fiction Band 3696
ISBN 3-8118-3696-X
432 Seiten Paperback
Preis: 16,80 DM
Weitere Bände der ursprünglichen Trilogie: Die Doppelwelt, Der Blaue Adept (Band 1 und 2).
Mittlerweile ist die Trilogie allerdings um mehrere Bände erweitert worden, die ich jedoch nicht gelesen habe und die überwiegend nur im englischem Original zu erhalten sind.
__ANMERKUNGEN__
Wenn man die vorhergehenden Bände gelesen hat wundert man sich doch stark über den Text auf dem Cover. (s. Anfang meines Berichtes) Stille scheint doch gerade den geheimnisvollen Gegner (den roten Adepten) im Band zuvor besiegt zu haben. Zur Aufklärung sei gesagt, daß Rot ebenfalls durch einen (fehlgedeuteten) Spruch des Orakels zum Gegner für Stille wurde. Die Verschwörung scheint also tatsächlich noch tiefer zu liegen.
Wer sich über den merkwürdigen Titel wundert, dem sei Gesagt, daß Juxtaposition etwa mit Nebeneinanderstellung aus dem Englischen übersetzt werden kann. In den Büchern geht es dauernd um die Verknüpfung der beiden Welten, die auch zwei unterschiedliche Ansichten einer Welt interpretiert werden können. (Ich bin mal so frei..) Der magischen und der wissenschaftlichen Sicht der Welt. Zum Ende des Buches kommt es zur Juxtaposition und beide Welten nehmen einander plötzlich wahr, was zu einem einschneidenden Erlebnis für alle Beteiligten wird.
Wie so häufig fasziniert mich die Mischung von Fantasy und Science Fiction die ich für eine Spezialität von Piers Anthony halte. Auch wenn er selten so scharf trennt, wie in diesem Buch, wo er jeder Welt nur eine Eigenschaft zugesteht.
__FAZIT__
Juxtaposition bildet in sich abgeschlossene Geschichten, die mir jedoch Lust auf mehr gemacht hat, so daß ich schließlich doch die Vorgänger ebenfalls gelesen habe. Ließt man es dann nochmal rücken auch die letzen Fragezeichen in ein erhellendes Licht.
Die Geschichte finde ich sehr spannend und unterhaltsam. Zudem scheinen mir viele autobiographische Züge des Autors mit in den Protagonisten einzufließen. Die Story lädt zudem ein über den Raubbau an der Welt, den wir teilweise betreiben und noch so manches andere nachzudenken. Ein wie ich finde typischer Piers Anthony Roman.
Jedem der Fantasy und Science Fiction mag kann ich nur raten mal einen Blick hinein zu werfen. Es lohnt sich! Und dafür vergebe ich gerne volle Punkte.
(wie immer erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-03 11:04:36 mit dem Titel Der zweite Engel / Kerr, Philip
Spannung bis zum Schluß
Phillip Kerr war für mich bis zu diesem Roman ein völlig unbeschriebenes Blatt und hätte man
mir das Buch nicht mit den Worten Das mußt Du unbedingt lesen! in die Hand gedrückt
wäre ich wohl auch nie auf diesen Autor Aufmerksam geworden.
Der Zweite Engel wird angepriesen als zugleich hochspannender Science-Thriller und
philosophischer Abenteuerroman. Wenn man mich fragen würde hätte ich wohl eher gesagt,
es handelt sich um einen spannenden SF Roman. Der Roman zeichnet eine Vision der Erde im
Jahre 2069 in einer düsteren Atmosphäre, die vielleicht an den Blade Runner erinnern mag.
Nebenbei werden sehr viele Bezüge aus Gentechnik, Quantenphysik und Philosophie eingewoben.
Sehr viele Erklärungen (reale und fiktiv) finden sich in Fußnoten, was aber für einen Leser
von Terry Pratchett Romanen (wie mich) nichts ungewöhnliches darstellt. Auch die Handlung
nimmt immer wieder unerwartete Wendungen und so hatte ich durchaus Schwierigkeiten das Buch
zwischendurch aus der Hand zu legen. Sehr positiv finde ich auch, daß es der Autor schafft
mich selbst auf der letzten Seite noch zu überraschen.
__INHALT__
Da ich das Buch selbst völlig unbefangen gelesen habe und mich die Handlung doch oftmals
überrascht hat möchte ich hier auch nicht mehr verraten, als der Verlag selbst preisgibt:
In der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts kämpft die Menschheit ums Überleben: Ein
tödliches Virus namens P2 hat achtzig Prozent der Weltbevölkerung befallen. Die Krankheit
ist heilbar, allerdings nur durch einen kompletten Blutaustausch. Blut bedeutet Leben; es
ist wertvoller als Gold. Der Preis für einen Liter gesunden Blutes liegt
bei 1,5 Millionen Dollar. Ein erstklassiges Spekulationsobjekt für
Geschäftemacher, die reich werden und zugleich gesund bleiben. Wer nicht
zu diesen privilegierten Kreisen gehört, hat kaum eine Überlebenschance.
Überall auf der Welt sind Blutbanken durch ausgeklügelte Sicherheitsvorkehrungen geschützt.
Die größte und wichtigste dieser Banken befindet sich auf dem Mond, ausgerüstet mit einem
unüberwindlichen Hochsicherheitssystem, das von einem allwissenden Computer namens
«Descartes» gesteuert wird.
Dieses hochkomplexe System ist die Erfindung eines einzigen Mannes: Dana
Dallas, Chefkonstrukteur des mächtigen Terotech-Konzerns. Das tödliche Virus hat ihn zu
einem reichen Mann gemacht, er ist auf der Gewinnerseite der neuen Weltordnung.
Doch dann erkrankt seine kleine Tochter, und Dallas braucht plötzlich selbst große Mengen
des begehrten Stoffes - mehr, als er je bezahlen könnte. Der geniale Techniker wird zum
Sicherheitsrisiko, Terotech setzt einen Killer auf ihn an.
Plötzlich steht Dallas auf der anderen Seite, und er beschließt, den
Kampf aufzunehmen und das Unmögliche zu wagen: Er tritt gegen sein eigenes perfektes System
an. Ein gnadenloses Duell zwischen Mensch und Technik beginnt...
__DER AUTOR__
Philip Kerr wird 1956 in Edinburgh, Schottland, geboren. Seine Familie zieht Anfang der 70er
Jahre nach Northhampton in England. Der Jugendliche leidet unter der Verachtung, die ihm die
Gleichaltrigen entgegenbringen und versucht, seine schottische Herkunft zu verbergen.
Nach der Schule studiert Philip Kerr Jura und anschließend Rechtsphilosophie in Birmingham
(1973 bis 1980). Nach Abschluss des Studiums wendet er sich von der Juristerei ab und
arbeitet in einer Werbeagentur. Tagsüber schreibt Kerr an Werbekampagnen, nachts an seinen
Romanen. Mit dem Erscheinen seines ersten Romans 1989 gibt Kerr seinen Job auf und widmet
sich ganz der Schriftstellerei.
Philip Kerr schreibt zunächst eine aufsehenerregende Trilogie über den ehemaligen Polizisten
Bernhard Gunther, der im Berlin der Nazi-Zeit eine Detektei betreibt und versucht, seinen
eigenen Weg zu gehen. Die drei Romane erweisen sich zwar nicht als Bestseller, werden aber
von der Kritik positiv besprochen und verkaufen sich bis heute gut. Danach wendet sich Kerr
dem Science- oder Technothriller zu: Kerr gewinnt sowohl mit dem Roman Das
Wittgenstein-Programm - ein Unbekannter dringt im Jahr 2013 in die Datenbank des
Londoner Polizeicomputers ein, indem die Daten über Männer gespeichert sind, die aufgrund
ihrer genetischen Disposition gewaltbereit seien - als auch mit »Game Over« - einen Roman
über ein hochtechnifiziertes Hochhaus, in dem der Computer austickt und mit den Menschen ein
perfides Spiel treibt - gleich zweimal den Deutschen Krimipreis (1995 und 1997). Philip Kerr
selbst sortiert seine Romane eher als Science-Fiction ein: Aber erst wenn man den Begriff
in seine Bestandteile zerlegt: die fiktionale Hochrechnung aktueller wissenschaftlicher
Befunde. (zitiert nach Ralph Eue).
Philip Kerr ist verheiratet und lebt in dem Londoner Vorort Wimbledon.
__QUELLEN__
http://www.rowohlt.de/rowohlt/roverlag/kerr2-00.htm
http://www.medical-thriller.de/philipp_kerr_2.html
__DATEN__
Philip Kerr
Der
zweite Engel
Thriller
Deutsch von Cornelia Holfelder-von der
Tann
448 Seiten
Gebunden. DM 42,-
3-0852-0649-6
Mittlerweile als Paperback für 9,90 Euro zu haben
__FAZIT__
Den Roman kann ich wirklich allen Freunden der Science Fiction nur wärmstens
weiterempfehlen. Philip Kerr hat mich mit dem zeiten Engel stundenlang gefesselt und
spannend unterhalten. Eine düstere Zukunftsvision, die angesichts von Seuchen wie AIDS gar
nicht mehr so weit entfernt scheint.
Ich habe jedenfalls beschlossen, daß ich mehr von Kerr lesen muß und warte gespannt, wann
das Wittgenstein-Programm von im in meinem Briefkasten auftaucht.
(auch dieses Mal erstveröffentlicht bei ciao)
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-02 09:17:20 mit dem Titel Wer ist hier eigentlich verrückt?
Kleiner Mond für Psychopathen / Dick, Philip K.
Kleiner Mond für Psychopathen lag bei mir über Jahre in einer Bücherkiste, bis ich es neulich ausgegraben und gelesen habe. Nachdem ciao meinen Vorschlag angenommen hat möchte ich das Buch nun auch bei yopi vielleicht ein paar Lesern schmackhaft machen.
__ZUM INHALT__
Zunächst gebe ich hier mal kurz den Text auf dem Einband wieder:
Ein Hospitalmond im Alpha Centauri System wird von ausgebrochenen Psychopathen erobert. Die Irren bereiten sich auf einen Krieg mit der Erde vor. Der Kriegsclan der Paranoiker plant den Präventivschlag, die Manischen basteln begeistert die Waffen dazu. Extraterrestrier mischen sich ein. Die Erde entsendet CIA-Top-Agenten Rittersdorf. Aber Rittersdorf hat kein Verständnis für Psychopathen. Sein Problem: Wie bringe ich unauffällig meine Frau um?
Nun, wer diesen Text geschrieben hat scheint mir nur in Ansätzen die gleiche Geschichte gelesen zu haben wie ich. Zumindest finde ich ihn nicht besonders treffend.
Die Hauptfigur der Geschichte ist sicher der Agent Rittersdorf, der durch die Scheidung seiner Frau in den Ruin getrieben wird. Richtig ist auch, daß er den Plan ersinnt seine Frau die als Chefpsychiater in ein Gutachten über besagten Mond anfertigen will, dort auf einer Mission zu ermorden um sich so seiner Probleme zu entledigen.
Allerdings klingt der Klappentext so, als ob eine Horde von Psychopathen den Mond in einer Art Überfall in Besitz genommen hätten. Es ist aber vielmehr so, daß es sich bei dem Mond um ein ehemaliges Sanatorium handelt, das sich über Jahre hinweg selbst überlassen wurde. Auf dem Mond hat sich eine eigene Gesellschaft aus den unterschiedlichen Gruppen psychisch Kranker herausgebildet, die in meinen Augen ein Zerrspiegel der menschlichen Gesellschaft darstellt.
Die Hauptfrage, die ich mir bei der Lektüre immer wieder gestellt habe war: Wer ist hier eigentlich verrückt?
__DER AUTOR__
Philip Kindred Dick wurde 1928 in Chicago geboren und veröffentlichte 1952 seine erste Geschichte. Die meiste Zeit seines Lebens verbrachte er in Kalifornien, wo er in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts die meisten seiner Geschichten veröffentlichte. Große Bekanntheit erlangte er unter anderem mit seiner Geschichte Träumen Roboter von elektrischen Schafen die Rideley Scott unter dem Titel DER BLADERUNNER verfilmt hat. Philip K. Dick starb 1982.
__DATEN_
Philip K. Dick: Kleiner Mond für Psychopathen
Originaltitel: Clans of the Alphane Moon
Bastei Lübbe Science Fiction Bestseller Band 22 012
deutsche Übersetzung: Rosemarie Hundertmarck
187 Seiten Paperback
Preis: 4,80 DM
ISBN 3-404-01383-2
__MEINE MEINUNG__
Auch wenn der Roman von 1964 ist zeichnet Dick eine Persiflage auf die Gesellschaft, die nach wie vor aktuell ist. Schließlich wird unsere Welt in vielen Beziehungen immer verrückter.
Der Protagonist Rittersdorf ist ein sympatischer Antiheld, der eigentlich eher in eine große Affäre hineingezogen wird und von einem Schlamassel ins nächste Gerät, als kaltblütig einen Mord zu planen, wie man vielleicht nach der Lektüre des Einbandes vermuten könnte. Es fehlt in dieser Space Opera weder an seltsamen Außerirdischen, noch an futuristischen Erfindungen (auch aus heutiger Sicht!).
Ich denke Philip Dick ist hier ein sehr unterhaltsamer Roman gelungen, der dazu anregt mal darüber nachzudenken, was denn nun eigentlich normal ist. Das ganz ist verpackt in eine rasante SciFi Komödie mit vielen skurilen Einfällen.
Ich muß sagen ich hatte sehr viel Spaß bei der Lektüre und habe mir darauf gleich einen (neuen) Sammelband mit Geschichten dieses Autors zugelegt. ;)
__FAZIT__
Wer den Schinken irgendwo auf dem Flohmarkt findet sollte ihn ruhig mitnehmen. Ich schätze mal, daß man das Buch für ein bis zwei Euro bekommen dürfte und dafür bietet es eine Menge Spaß und Unterhaltung.
Allerdings ziehe ich für die schlechte Papierqualität und die billige Bindung einen Punkt in der Wertung ab.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-02 13:00:02 mit dem Titel PLAYBOY mal ohne Bilder! ;)
Die besten Stories von Philip K. Dick
Nachdem ich Kleiner Mond für Psychopathen von Philip K. Dick verschlungen habe konnte ich nicht umhin mir dieses Buch zu kaufen als ich es vor der Mensa am Bücherstand entdeckte. Zudem hatte ich bei dem Titel die Vermutung, daß sich die Geschichte Träumen Androiden von elektrischen Schafen unter den besten Stories befinden könnte. Diese suche ich schon länger, da sie die Vorlage zum Film BLADE RUNNER war und mich die Vorlage interessiert.
Auch wenn meiner gesuchte Geschichte nicht in diesem Buch enthalten ist war es für mich ein Vergnügen etwas mehr von der teils bizarren und meist düsteren Welt des Philip K. Dick mitzubekommen.
__ZUM INHALT__
Und da liegt dann das Wobb *****
BEYOND LIES THE WUB
Eine bizarre, kurze Geschichte über eine Raumschiffbesatzung, welche sich für ihre Reise mit lebendigem Proviant
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